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Dolchsturz-Bündnis Die Magiergilde von Wegesruh

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Montag, 28. Februar 2022, 11:27

Die Magiergilde von Wegesruh

Alles über und zu der Magiergilde von Wegesruh

Aktuell spielen wir regelmäßig jeden Montag ab 19 Uhr in der Gildenhalle von Wegesruh.

Die Ränge definieren wir bei uns wie folgt:

1. Novize: ein absoluter Anfänger, welcher erst lernen muss seine eigene Magie zu beherrschen und in die von ihm gewünschte Bahn zu lenken

2. Lehrling: ein Magier der die Beherrschung seiner Magie erlernt hat und sich nun daran macht sich die fundamentalen Kentnisse in den Schulen der Magie anzueignen.

3. Adept/a: der Rang, der verliehen wird, sobald der Lehrling in allen Schulen der Magie zumindest die Basiszauber anzuwenden weiß.

4. Magus/Maga: ein voll ausgebildeter Magier, welcher sich in allen Schulen der Magie auf einem sicheren Level bewegen kann und auch komplexere Zauber versteht. Außerdem wird nun erwartet, dass er seine Studien in wenigstens einer Schule der Magie vertieft und seine Forschungen mit seinen Kollegen teilt, ggf. indem er aufstrebende Magier unterrichtet.

4. Hochmagier/ andernorts Magister oder Magistra genannt: der Vorsteher der jeweiligen Gildenniederlassung, in unserem Fall Benry Claverie (NSC)

5. Der Erzmagier: Vanus Galerion (NSC)

Aktiv bespielte Mitglieder:

- Magus Nelaeryn Lysanthir, Lehrer für Mystik
- Maga Velynea Maryon, Lehrerin für Verzauberungen & Zerstörung
- Magus Aaravos Arden (eher anzutreffen im Forscherhaus zu Wegesruh, keine Lehrtätigkeit)

- Adepta Marion Tremblay
- Lehrling Gad Din'an
- Lehrling Loriel av'Narlemae

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Silana« (28. Februar 2022, 17:28)


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Celebringil (28.02.2022)

2

Montag, 28. Februar 2022, 13:51

Was bisher geschah:

Selten gab es in Wegesruh so viel Aufregung wie in den letzten Monaten. Eine Seuche brach innerhalb der Stadt los, Adepten verschwanden, nur um tot wieder aufzutauchen und in all dem Chaos stehen drei junge Lehrlinge, die versuchen irgendwie ihr Studium der Magie und ihr Interesse für sie aktuellen Geschehnisse unter einen Hut zu bringen, die mehr als nur zur Sorge veranlassten.

Alles begann mit einem Studientreffen der Lehrlinge Gad Din'an, Marion Tremblay und Loriel av'Narlemae. Besagte Lehrlinge zeigten sich besorgt aufgrund der anhaltenden Gerüchte über eine todbringende Seuche, welche hauptsächlich die Unterschicht der Stadt befiel und tödlich endete. Das Trio vermutete, dass die höheren Magier mehr über die Angelegenheit wussten, als sie vorgaben, da sie sich regelmäßig zu geheimen Besprechungen zurückzogen, zu denen die Lehrlinge keinen Zugang hatten. Getrieben von dem Wunsch mehr zu erfahren, um einer möglichen Bedrohung gewappnet zu sein, ersann das Trio den tollkühnen Plan ihre Vorgesetzten heimlich auszuhorchen. Schlüssel des Plans waren die verzauberten Muscheln der Maga Velynea Maryon, welche dazu genutzt werden konnten über größere Entfernungen hin miteinander zu kommunizieren. Während Loriel und Marion den Magus Lysanthir ablenkten, brach Gad in die Gemächer der Maga Velynea ein und stahl die Muscheln, die er durch Atrappen ersetzte, damit ihr kurzzeitiges Verschwinden nicht auffiel. Unter dem Vorwand gelieferte Ingredienzen in das Chironasium zu bringen, versteckten sie eine der Muscheln in dem Raum, in welchem die Besprechungen normalerweise abgehalten wurden und behielten eine, um zu hören, was gesprochen wurde. Dabei fanden die Lehrlinge heraus, dass die Seuche tatsächlich absichtlich herbeigeführt worden ist. Der Verantwortliche sei ein Mann namens Antoine Lavoisier, ein hochgefährlicher Nekromant, welcher die von ihm geschaffene Seuche dazu nutzen wollte, um eine Armee von Untoten zu erschaffen und welcher nur durch die gemeinsame Anstrengung der Magiergilde und der Wachen von Wegesruh, sowie des Verrats seines Lehrlings zu Fall gebracht werden konnte, den man den Schakal nennt. Anschließend habe man sich bemüht sämtliche Aufzeichnungen des abtrünnigen Magiers aus dem Archiv der Gilde zu verbannen und nannte fortan nie mehr seinen Namen. Trotzdessen war sein Lehrling nach wie vor auf freiem Fuß und die Lehrlinge vermuteten, dass die Magier sie mitunter verdächtigten und ihnen deshalb nichts über die Geschehnisse mitteilten.

Detaillierte Version:

Spoiler Spoiler

http://www.eso-rollenspiel.de/index.php?page=Thread&postID=68834#post68834


Die Ereignisse spitzten sich schließlich zu, als die Adepta Noreni eines Morgens verschwand und wenig später als kopflose Leiche in der Gildenhalle gefunden wurde. Der Kopf selbst wurde wenig später von einer Delegation aus dem Haus der Wissenschaft überbracht, welche wohl selbst irgendwie in die Ereignisse verstrickt waren, wenngleich Maga Velynea versicherte, dass sie keinen Schuld an dem Tod der Adepta trugen. Beunruhigt von den Ereignissen beschlossen die Lehrlinge abermals zu handeln und den Umständen ihrer Emordung auf den Grund zu gehen, wenngleich sie noch nicht wussten wie sie das bewerkstelligen wollten. Die Magier wechselten nach wie vor kein Wort mit den Lehrlingen zu den aktuellen Geschehnissen und die einzige, die sonst die Wahrheit kannte war tot. Getrieben von den Gerüchten über eine Hexe der Wildnis, die gerade in den Sümpfen von Sturmhafen umehrtrieb, war es Lehrling Gad, welcher die nächsten Untersuchungen anstellte. Allein zog er los um die Hexe zu finden, welche sich zu seiner Überraschung als eine Orkschamanin herausstellte, die mit den Geistern kommunizierte. Die Hexe stellte sich als Yevena gra-Pandrum vor und bot dem jungen Hochelfen einen Handel an, dass sie ihm einen Zauber verraten würde, der ihm das Wissen geben würde, nach dem er suchte. Im Gegenzug musste er ihr, im Angesicht der Geister Versprechen ihr einen Gefallen zu erweisen, sobald sie danach fragte, wobei die Natur dieses Gefallens noch nicht weiter definiert wurde. Wenngleich dieser Handel sehr undurchsichtig war, ging der Altmer darauf ein, da die Ork versicherte, dass sie nichts verlangen würde, was er nicht zu geben bereit war. Also erklärte sie ihm die Rezeptur eines Zaubertranks, mit welchem er die letzten Momente der Adepta erleben konnte. Dieser Trank hatte allerdings einen Harken und einen nicht zu verachtenden Preis: zum einen müssten die Augen der Adepta als Zutat fungieren, was den Zauber teilweise nekromantisch machte und zum anderen musste das Herz eines Menschen oder eines Mer als lebensspendende Energie geopfert werden, weil das Durchleben der Todeserfahrung sonst selbst zum Tod führen würde. Diese Vorstellung schreckte Gad ab. Zwar wollte er den Tod seiner Kollegin aufklären, nicht jedoch einen Menschen dafür opfern müssen.

Detaillierte Version:

Spoiler Spoiler

http://www.eso-rollenspiel.de/index.php?page=Thread&postID=68843#post68843


Zurück in der Gilde teilte Gad sein Wissen mit seinen beiden Kollegen, wobei er jedoch ausließ, dass die Zutatenliste Norenis Augen beinhaltete. Gemeinsam machten sie sich Gedanken wie man das geforderte Herz für die Durchführung des Zaubers wohl substituieren könnte und zogen dafür im Vertrauen Delia Lerineaux zurate, die persönliche Assistentin des Magus Lysanthir. Diese schlug vor, dass man statt eines menschlichen Herzens auch das Herz eines starken Tieres nutzen könnte, wie das eines Bären. So würde die moralische Grenze gewahrt bleiben, da Tiere ja ohnehin für den Verzehr geschlachtet wurden. Es bestand zwar die Gefahr, dass ein tierisches Herz als Opfer möglicherweise nicht ausreichen würde, dennoch beschlossen die Lehrlinge aufgrund mangelnder Alternativen es zu versuchen.

Detaillierte Version:

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http://www.eso-rollenspiel.de/index.php?page=Thread&postID=68851#post68851


Daher heuerte Gad mittels eines Aushangs in der Taverne die junge aber fähige Monsterjägerin Silana Larelleis an, damit diese nicht nur ein Bärenherz, sondern auch die nächstschwierigste Zutat besorgte: Hexenrabenfedern, die es so nicht im örtlichen Chironasium gab. In einem Anflug von Heldenmut... oder eher Forschergeist, bat Gad Silana darum sie auf ihrer Jagd begleiten zu dürfen, was ihn nochmal ein zusätzliches Sümmchen Gold kostete. Gemeinsam zogen sie in das Reik, wo es von Hexenraben nur so wimmelte, eine Reise, die sie in etwa einen Tag kostete, da Silana einen Pfad durch das Gebirge kannte. Dank dem Können der Hochelfe war es den beiden möglich sich weitestgehend ungesehen durch die Feste der Reikmannen zu bewegen, wo sich ihnen ein schauriges Schauspiel bot: Sie fanden eine Hexenrabe, welche in einem nekromantischen Ritual einen Reikmannen wieder zum Leben erweckt. Jedoch war dieser Untote ganz anders, als alle anderen Untoten, die sie je zu Gesicht bekommen hatten, da es schien als würde er immernoch über eineneigebe Persönlichkeit verfügen, wenngleich er dem Willen der Vettel Untertan war. Trotz dieser Erkenntnis suchten die beiden die Auseinandersetzung mit den Abscheulichkeiten und ihres Teamworks zum Dank konnten sie beide Ungetüme erschlagen. Durch das Grimoire der Hexe erfuhren sie, dass es sich bei dem Untoten um eine Dornenherz-Abscheulichkeit handelte, einem Untoten, dem man bei lebendigen Leib das Herz entnommen und durch das gleichnamige Dornenherz ersetzt hatte, ein Samen, der von Hircine selbst in einem schaurigen Ritual gesegnet worden war. Durch seinen Ausflug hatte Gad also nicht nur die Hexenrabenfedern erhalten, sondern auch noch eine Zutat gefunden welche das geforderte Herz ersetzen konnte. Daher schnitt er den Samen aus der Brust der Abscheulichkeit heraus und nahm anschließend das Grimoire der Hexen-Matriarchin an sich, welches noch bestimmt voll anderer Geheimnaise steckte. Wie es die Abmachung vorsah, brachte Silana Gad wieder sicher zurück nach Wegesruh, wo sich ihre Wege schließlich trennten und der Lehrling sich nun dem Zauber widmen kann, welcher die mysteriösen Umstände um Norenis Tod aufklären sollte.

Detaillierte Version:

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Valdrigue (28.02.2022), Celebringil (28.02.2022)

3

Montag, 28. Februar 2022, 22:40

Die Saat des Bösen


Eilige Schritte trugen Loriel zurück in ihre Gemächer. Den selbstgefälligen Gang konnte sie sich kaum noch verkneifen, ebensowenig wie das gehässige Grinsen. "Du bist aber gut drauf", hörte sie jemanden sagen, kaum, dass sie die Tür hinter ihrem Zimmer verschlossen hatte. "Habe ich dir nicht gesagt, dass du dich hier nicht so hereinschleichen sollst? Wir sind hier im Herzen der Magiergilde", erwiderte die Hochelfe und sah zu der blassen Bretone mit dem roten Haar, welche es sich auf ihrem Schreibtisch gemütlich gemacht hatte. "Ach, die merken doch nicht mal, dass ich hier war. Die sind so rechtschaffen gut, dass sie alles andere ausblenden", antwortete die Vampirin, "Also? Verrätst du mir jetzt, was dich so glücklich macht... Meisterin?", fügte sie noch auf einem bösen Blick der Altmer hinzu. Diese seufzte und ging zu ihrem Kleiderschrank um sich aus den stinkenden Roben zu schälen, die nach den Abwassern der Stadt stanken. "Heute war ein guter Tag. Sogar ein sehr guter. Alle meine Intrigen gehen allmählich auf. Die harte Arbeit macht sich bezahlt", begann sie, während sie sich entkleidete,
"Ich habe Gad wie vereinbahrt in der Kanalisation getroffen, damit wir dieses dumme Ritual durchführen konnten. Davor habe ich diese einfältige Marion davon überzeugen können, dass Gad der Verräter und der Handlanger des Nekromanten ist. Es hat wirklich nicht viel gebraucht um sie auf meine Seite zu ziehen. Ich musste ihr nur sagen, was ich selber schon wusste, dass Gad für sein Ritual die Augen der toten Adeptin brauchen würde. Nachdem Gad mir gegenüber die Zutatenliste erwähnt hat, wusste ich natürlich was er vorhatte, auch wenn er Marion und mir verschwiegen hat, dass man die sterblichen Überreste des Opfers braucht. Ich bin schließlich nicht erst seit gestern eine Nekromantin", erklärte sie. Die Vampirin nickte bedächtig und machte auf verständnisvoll. "Jaja, man kann Euch eben nichts vormachen oh große Intrigantin der Schatten, die Ihr seid." Bei dem Kommentar konnte Loriel sich ein Augenrollen nicht verkneifen. "Werdet nicht frech Brut. Ich habe Euch wiederbelebt, ich kann Euch wieder vernichten. Vergesst das nicht", drohte sie und warf sich ihr Nachtgewand über, ehe sie sich zu der Vampirin umdrehte und sie böse anfunkelte.
Dann ging sie rüber zu ihrem Schreibtisch und holte eine Schatulle aus der Schublade, welche magisch versiegelt war. Allein bei dem Anblick dieser, sah man bereits das Entsetzen auf dem Gesicht der Vampirin. "Es ist allein mein Zauber, der Euch am Leben hält", begann Loriel und öffnete die Schatulle, um ein wild pochendes Herz aus ihr herauszuholen, "Vergesst nicht, dass ich ihn auch ebenso leicht wieder beenden kann. Alles was ich dafür tun muss ist nur ein bisschen... zu pressen", sagte sie und drückte der Demonstration wegen ein wenig auf dem Herz herum, was zu direkten Schmerzen bei der Vampirin führte, die sich die Hand schmerzerfüllt auf die Stelle presste, wo ihr Herz eigentlich sein müsste und nach vorne vom Schreibtisch auf den Boden kippte. "Vergesst das nicht", fügte die Elfe hinzu und verstaute das Herz wieder. "Verzeiht... Meisterin...", keuchte die Vampirin, "Also erzählt, was ist sonst noch passiert?". Für einen Augenblick sagte die Elfe nichts.
Dann verstaute sie die Schatulle jedoch wieder und sah zu ihrer Sklavin. "Dann habe ich Gad ein wenig beschäftigt und ihn das Ritual vorbereiten lassen, während Marion einen Magus holen ging um den Lehrling auf frischer Tat zu ertappen... Dabei ist jedoch... etwas Seltsames passiert...", fuhr sie fort und setzte sich auf ihr Bett um fortzufahren, "Magus Nelaeryn Lysanthir kam... zumindest glaube ich das... Doch er hat sich sehr seltsam benommen. Er hat was davon geredet wie sehr er seine Mädchen geliebt hätte und wie zerbrechlich sie seien, dass er sie jedoch alle umgebracht habe. Ich glaube es war nicht der Magus, sondern jemand, der seine Gestalt angenommen hat. Das vermutet zumindest auch Gad so." Die Vampirin richtete sich langsam wieder auf und schleppte sich neben Loriel zum Bett. "Aber wissen tut Ihr es nicht. Ist er vielleicht noch ein Handlanger des Schakals?", fragte sie, woraufhin Loriel mit den Schultern zuckte.
"Das kann ich nicht sagen. Wenn, dann weiß ich nichts davon. Gad hat ihn abgelenkt und ich bin geflohen. Aber es hat mir in die Karten gespielt. Ich konnte es vor Maga Velynea so verkaufen, dass er ein Komplize von Gad sein muss. All die Beweise die jetzt gegen Gad vorliegen sind erdrückend. Für die Gilde sieht es aus, als hätte er Noreni getötet und das Ritual durchführen wollen um seine Spuren zu verwischen. Norenis Leiche lag sogar zu seinen Füßen. Außerdem hatte er sogar dieses Hexen-Grimoire, sodass alle denken er sei für die Seuche verantwortlich. Mit etwas Glück kann ich ihm jetzt sogar die Erschaffung eines Dornenherzens unterschieben, der nachts auf den Straßen Menschen tötet. Ich habe sämtlichen Verdacht vom Schakal auf Gad gelenkt. Er ist selber Schuld. Hätte er das Ritual durchgeführt, hätte er herausgefunden, wer der Schakal ist und alles wäre aufgeflogen. Er schmort jetzt im Zimmer des höchsten Turms des Chironasiums, versiegelt hinter einer Barriere. Du hättest sein Gesicht sehen müssen, als ich ihm gesagt habe, dass ich für alles verantwortlich war!", sagte sie und lachte dann. Die Vampirin hebte daraufhin eine Braue.
"Nichts für ungut aber war das so schlau? Er wird doch jetzt jedem alles verraten.", warf sie ein. "Und wer soll ihm glauben? Alles was er jetzt sagt wird wie eine Lüge klingen um seinen eigenen Hals zu retten. Vorhin war noch dieser Inspektor in der Gilde. Die Maga Velynea hat zwar ihr Bestes getan ihn mit Rhetorik in die Flucht schlagen zu wollen aber der König ist wohl schon von Gads Schuld überzeugt. Die Magier werden alle Mühe haben ihre gildeninternen Untersuchungen durchzuführen, wenn sowohl Gad, als auch Nelaeryn unter Verdacht stehen Nekromanten zu sein. Wo wir gerade von Nekromanten reden... Wie war dein Besuch bei Antoine Lavoisier?", fragte sie nun und sah zu Orlionne.
Diese lächelte diabolisch.
"Oh, er hilft nur zu gerne dabei seinen ehemaligen Schüler zu Fall zu bringen, sollte er versuchen Euch zu betrügen, Meisterin. Er hat mir den Namen des Schakals verraten. Jetzt ist seine Identität nicht mehr so geheim."
Daraufhin erhob sich Loriel und ging zur Mitte des Raumes. "Und wo ist er? Hast du ihn mir mitgebracht, wie ich es dir aufgetragen habe?", fragte sie und drehte sich zur Vampirin um, die sich ebenso erhob. "Oh, natürlich! Ich habe ihm die Freiheit versprochen, wenn er uns hilft und hier ist er", erwiderte sie und zog einen schwarzen Seelenstein aus ihrer Tasche, den sie der Elfe reichte, die zufrieden lächelte. "Sein Körper?", fragte sie. "Wird in diesem Moment unter der Erde verscharrt. Ich werde ihn zu Euch bringen. Das Dornenherz habe ich bereits. Er wird überglücklich sein wieder die frische Luft der Freiheit atmen zu können", berichtete sie. "Dann tu es. Hol ihn. Er ist mein Trumpf im Ärmel. Geh." wies sie an und keine Sekunde später hatte sich Orlionne in einen Schwarm Fliegen aufgelöst und war durch das offene Fenster entschwunden. Loriel ging mit dem Seelenstein zu ihrem Spiegel, der an ihrer Wand hing. Ihre Augen glühten blau auf und sie lächelte hämisch. Bald.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Silana« (28. Februar 2022, 23:10)


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Valdrigue (01.03.2022), Celebringil (01.03.2022)

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Gilde: Die Weisen von Nirn, Das Haus der Wissenschaft, Magiergilde von Wegesruh

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Donnerstag, 10. März 2022, 20:25

Die Letzten Augenblicke

Es war dunkel, die Kerze war fast runtergebrannt und Gad war erschöpft. Erschöpft und ermüdet, weil er zum dritten Mal an diesem Tag die Gesichte vom Zwerg, der einem Elfen einen Edelstein stahl, gelesen hatte. Seine Zelle im Turm des Chironasiums war nicht im eigentlichen Sinne eine Zelle, denn normalerweise wurde der Raum zu Forschungszwecken genutzt. Doch als man ihn bei dem Ritual ertappte, hatte Magistra Velynea Maryon ihn dort hinter einer mächtigen Barriere eingesperrt. Es gab einen Tisch in dem Raum und ein niedriges Bücherregal mit einer kleinen Auswahl. Er hatte sie alle bereits gelesen, etwas anderes blieb ihm nicht übrig. Niemand kam zu ihm, niemand sprach mit ihm - bis auf die Bedienstete, die ihm Essen brachte und seinen Eimer leerte.
Gad hatte sich mit seinem Schicksal abgefunden, er wusste, dass es wohl unmöglich war, aus dieser Sache noch heil heraus zu kommen. Dennoch brannte in ihm das Verlangen, Loriel für ihre Machenschaften der Gerechtigkeit zuzuführen. Doch was konnte er schon tun? Sein Blick schweifte wieder einmal zu dem Fenster, durch das fahles Sonnenlicht in sein Gefängnis strahlte. Er hatte bereits darüber nachgedacht, aus dem Fenster zu springen, doch ein Blick daraus offenbarte ihm, dass er dies wohl nicht unbeschadet überstehen würde. Tatsächlich war das Fenster nicht durch die Barriere abgeschirmt. Doch was hätte es ihm genützt, zu fliehen? Die Magiergilde würde ihn sicher für schuldig befinden und als Verräter brandmarken. Flucht war keine Option.

Der junge Lehrling gab sich wieder der Monotonie der seichten Literatur hin. Er wollte den Rest des Kerzenlichts noch ausnutzen, ehe seine Zelle wieder in Dunkelheit versank und ihm nichts weiter blieb, als über die Trostlosigkeit seines Schicksals zu sinnieren. Er begann eben zu lesen, als er vom Fenster her das Krächzen eines Raben hörte. Er sah über die Schulter, betrachtete den Raben der dort auf dem Fenstersims saß, den Raben der ihn so seltsam musterte. Der Altmer schüttelte den Kopf und wandte sich wieder seinem Buch zu...
Wieder ertönte ein Krächzen, eindringlicher diesmal und der Rabe flatterte hinein in das Zimmer und landete auf dem Tisch. Der Vogel krächzte mehrmals hintereinander und Gad meinte, dass es sich beinahe wie Gelächter anhörte. Er fuchtelte mit der Hand herum, hielt das Buch in der Anderen fest wie einen Schild. "Kusch! Verschwinde!", rief er böse.
Da begann der Vogel plötzlich seine Gestalt zu verändern und wenig später stand die Hexe und Ork-Schamanin Yevena gra-Pandrum vor ihm, ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Der Lehrling erschrak heftig. Die Hexe offenbarte ihm rasch, warum sie gekommen war: Der Handel kann nicht eingehalten werden, solange er hier in der Zelle gefangen ist! Yevena beharrte darauf, dass er das von ihr erhaltene Ritual durchführen müsse, da ansonsten die Geister über sie beide richten würden. Darum war sie gekommen, um ihn bei der Durchführung des Rituals zu helfen, doch sie hatten nicht viel Zeit. Bald würde wieder die Dienerin kommen, um ihm Essen zu bringen und man durfte sein Verschwinden nicht bemerken.
Gad war misstrauisch. Immerhin hatte die Hexe ihm verschwiegen, dass es eine andere Möglichkeit gab, als ein Menschenherz bei dem Ritual zu nutzen. Als er sie mit seinem Wissen um das Dornenherz konfrontierte, zeigte sich die Orkin sichtlich verwundert. Sie beteuerte das sie diese Möglichkeit nicht in Betracht gezogen habe und war überrascht, in welcher Art und Weise die Reikmannen die Magie der Orks abgewandelt und verändert hatten.
Doch sie gab ihm letzten Endes zu verstehen, dass sie im Moment die Einzige war, die ihm helfen konnte, seine Unschuld zu beweisen. Das stimmte und Gad wusste das. Er konnte von dieser Zelle heraus nichts ausrichten und er wollte nach wie vor erfahren, was Noreni zugestoßen war. Er stimmte also dem Plan der Hexe zu und wenig später war er von dieser in eine Maus verwandelt wurden. In der Gestalt eines Raben trug die Schamanin das quietschende Tierchen aus dem Fenster davon. Die Nacht war kühl, die Straßen wie leer gefegt. Gad sah den Tempel der Göttlichen immer näher rücken. Dann landete der Rabe auf dem Friedhof und sowohl Gad als auch Yevena verwandelten sich zurück.

Sie standen vor einem Grabstein. Gad erschauderte beim Lesen des Namens der darauf stand: "Noreni". Er wusste was die Hexe vor hatte, was es zu tun galt. Die Orkin stampfte mit ihrem Stab auf den Boden und das Erdreich begann zu erbeben. Aus der Tiefe stieg der Sarg der Adepta empor, der getragen von dicken und dornenbewachsenen Ranken ward. Yevena nickte Gad zu und er schob den Deckel vom Sarg. Er musste ein Würgen ob des Geruchs unterdrücken. Er erbat sich von ihr ein Messer und mit fast schon chirurgischer Präzession, begann er ein zweites Mal die Augen der Adepta aus deren Schädel zu entfernen.
"Tut mir leid...", murmelte der Altmer, während er sein blutiges Werk verrichtete. Als er die Augen entfernt hatte, hielt die Orkin ihm eine Flasche mit einem gräulich-grünem Gebräu hin. Sie hatte den Trank bereits weitestgehend vorbereitet, nur noch die Augen mussten hinzugefügt werden. Der Altmer bestand darauf, es selbst zu tun, nahm die Flasche entgegen und entzündete ein Feuer. Mit einem ekelerregenden Schmatzen drückte er Norenis Augen durch den Hals der Flasche und die zerdrückten Augäpfel verschwanden plumpsend in dem seltsamen Sud. Er hielt die Flasche einige Augenblicke über dem Feuer, bis die Flüssigkeit darin zu brodeln begann. Das Feuer leuchtete plötzlich erst grün, dann in einem finsteren Lila auf. Als Yevena ihm zunickte, wusste der Elf, dass es an der Zeit war, den Trank zu trinken.

Schmerzen... Heftige Schmerzen brannten sich durch seinen Körper. Der Trank an sich war nicht so scheußlich, wie er erwartet hatte. Doch als die Flüssigkeit seine Kehle hinunter floss, spürte er wie sich eine seltsame Kälte in ihm breitmachte, nur um dann als Feuer in seinem Magen zu entflammen. Der Schmerz schoss in seinen Kopf, explodierte in seinen Gliedmaßen. Dunkles, böses Licht schoss aus seinen Augen - er hatte das Gefühl, sie würden ihm verglühen, sie würden kochen! Er fasste sich mit beiden Händen an den Schädel, schrie, schrie vor Schmerzen. Die Welt um ihn herum wurde schwarz, verschwamm und entrückte. Doch da war Yevenas Stimme. Sie mahnte ihn, sich zusammenzureißen, sich zu konzentrieren und sich nicht der Schmerzensflut hinzugeben. Seltsamerweise schien ihre Stimme ihn zu beruhigen und es gelang ihm, sich zu fokussieren.
Die Welt um ihn herum wurde wieder klarer, der Schmerz verebbte allmählich. Doch er war nicht mehr auf dem Friedhof, er war plötzlich in einem Zimmer. Ein edles Schlafgemach. Sein Blick fiel auf einen Tisch mit einem Spiegel, auf dem allerlei Phiolen und Fläschchen standen. Die Etiketten waren kaum lesbar. Papiere lagen sorgfältig zusammengelegt, die Schreibfeder in einem perfekten Abstand dazu daneben gelegt. Der ganze Raum strahlte Präzession und Ordnung aus.
Gad sah an sich hinab. Er trug eine lange Robe und seine Haut war dunkel, grau, fast schwarz. Er wusste, dass er nicht Gad war, er war Noreni. Noreni ging zum Tisch hin, nahm die Papiere in die Hand und sah sie durch. Es waren Seiten mit alchemistischen Formeln, Symbolen und Tabellen. Weitere Seiten enthielten Skizzen von seltsamen Pflanzen und anderen Reagenzien. Auf einer Seite jedoch war ein Wort eingekreist und dick hervor gehoben: "Seuche".
Plötzlich ertönte hinter der Adepta ein Geräusch, erschrocken sprang sie herum. Loriel stand in der Tür, ein breites, böses Lächeln auf den Lippen.
"Na, na, hat man dir nicht beigebracht, nicht in Fremder Angelegenheiten herumzustochern!?"
Noch ehe Noreni etwas erwidern konnte, wurde sie von den Füßen gerissen und nach hinten geschleudert. Ein brennender Schmerz lähmte ihren Körper, böse Erinnerungen quälten ihren Geist.
Gad war zu Boden gestürzt, schrie vor Schmerzen. Yevena kniete sich neben ihn und begann ein leises Lied zu summen.
Norenis Arm brach, als er gewaltsam auf den Rücken gerissen wurde. Gads Arm brach ebenso, als er ihre Erinnerungen durchlebte. Seltsam deformiert stand Norenis Arm ab. Seltsam deformiert stand auch Gads Arm ab.
"Bitte! Bitte mach, dass es aufhört!", schrie Noreni gequält. Yevena konnte die Worte durch Gads Mund hören.
Loriel erschien über der sich am Boden windenden Adepta, ein sanftes Lächeln umspielte ihre Lippen. "Dein Wunsch ist mir Befehl..."
Noreni spürte das aufbäumen von Magie doch sie war düster, kalt... Sie fühlte den Schnitt der astralen Klinge, die ihren Hals traf, spürte wie diese sich durch Muskelgewebe, durch Sehnen und Knochen fraß. Ihr Kopf fiel von den Schultern, Blut ergoss sich auf dem Boden und dann... Dann versank Gad im Nichts. In jenem Teil seines Bewusstseins, in dem weder Zeit noch Raum, sondern nur Leere existierte. Die Welt war entrückt, er sah sie nur noch wie durch ein weit entferntes Fenster. Um ihn herum: Schwärze. Er schrie, doch kein Laut war zu hören. Er versank, versank immer tiefer.
Doch dann hörte er diese Melodie, dieses Summen - Yevenas Stimme - und klammerte sich daran wie an ein Rettungsseil, um aus der Dämmerung seines Seins auftauchen zu können. Gad lag auf dem Boden, den stechenden Schmerz seines gebrochenen Armes fühlend. Der Sarg, dies sah er aus dem Augenwinkel, versank wieder im Erdboden.
"Wir müssen gehen, die Zeit wird knapp.", sagte die Hexe. Gad war wieder eine Maus und wurde von Yevena in deren Krallen, müde und erschöpft zurück ins Chironasium getragen.

Als er wieder seine eigene physische Gestalt hatte, brach er erschöpft und entkräftet auf dem Boden zusammen.
"Es ist noch nicht getan.", sagte die Hexe beinahe mütterlich und strich dem Elfen über dessen Wange. "Wir müssen noch deine Unschuld beweisen." Sie löste etwas aus einem Beutel an ihrem Gürtel und legte Gad schließlich einen grünen Kristall in die Hand.
"Das ist ein Erinnerungsstein. Konzentriere dich auf die Bilder, die du gesehen hast! Fülle den Stein mit deinen Visionen. Ich sorge dann dafür, dass er in die richtigen Hände gelangt."
Gad war zu müde, um ihr zu widersprechen. Er wusste nicht einmal, ob er noch fähig war, diese Aufgabe zu erfüllen. Der Schmerz in seinem gebrochenen Arm war nur noch ein dumpfes Pochen weit in seinem Hinterkopf. Die Welt um ihn herum schien wieder zu verschwinden, doch das Verlangen, Loriel unschädlich zu machen, obsiegte und plötzlich brach sich eine Flut aus Erinnerungen, den Damm brechend, aus seines Kopfes Bahn. Licht strömte aus seinen Augen hinein in den Kristall. Alles was er gesehene hatte, was das Ritual offenbarte, strömte hinüber in den Kristall. Als der Lichtstrom abbrach, ließ Gad den Kristall entkräftet los und Yevena nahm ihn an sich.
Schritte erklangen und ein Rabe saß wieder auf dem Fenstersims. Die Bedienstete erschien vor der Barriere und schrie erschrocken auf, als sie Gad dort liegen sah, den Arm grotesk auf den Rücken verdreht.
"Was ist geschehen!?", schrie sie panisch.
"Ich... Ich bin gegen die Barriere gestolpert... Hat mir den Arm gebrochen...", murmelte Gad schwach.
"Ich werde einen Heiler holen!" Sie rannte davon, doch für Gad war es bedeutungslos. Dunkelheit umfing ihn und er versank erneut in der Ohnmacht des versunkenen Bereichs tief in seinem Unterbewusstsein...

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Silana (10.03.2022), Celebringil (13.03.2022)

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Gilde: Die Weisen von Nirn, Das Haus der Wissenschaft, Magiergilde von Wegesruh

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Freitag, 18. März 2022, 19:24

Erinnerungen

Es war sonnig, die Straßen lebendig, wenngleich auch nicht so lebhaft wie er sie in Erinnerung hatte. Der Handel auf dem Markt blühte, doch in den Gesichtern der Menschen, Mer und Orks lag etwas... Misstrauen? Furcht? Er hatte von den Geschehnissen gehört, die Wegesruh in Atem hielten, von den Morden, der Seuche, den seltsamen in Kutten gehüllte Gestalten. Viele Jahre waren vergangen, dass er die Stadt zuletzt besucht hatte. Einem Einfaltspinsel wären die Veränderungen wohl kaum aufgefallen, aber er wusste wodurch sich Menschen, Mer und Orks verrieten, erkannte die Spannungen, die greifbar in der Luft lagen. Aber es waren nicht seine Probleme. Er war nur hier, weil man ihn darum gebeten hatte. Besser gesagt: Ein Freund hatte ihn gebeten.

Aaravos Arden war zu ihm gekommen. Wie dieser ihn gefunden hatte war ihm schleierhaft und es beunruhigte ihn einerseits, anderseits war er durchaus beeindruckt. Der Mer gab ihm einen Kristall, eine Erinnerungsmatrix, wie er erklärte. Einen Stein, den er wohl von einer recht dreisten Hexe namens Yevena gra-Pandrum überreicht bekommen hatte. Eine Ork-Schamanin, der wohl daran gelegen war, in die Geschehnisse Wegesruh' einzugreifen. Allein bei der Erwähnung der Hexe geriet sein Blut in Wallung. Herr Arden wollte mit dieser Magie nichts zu tun haben, die darin gespeicherten Erinnerungen konnten schließlich nur durch teuflische Nekromantie erlangt wurden sein. Er bat deshalb seinen ehemaligen Mentor, den Stein auf Manipulationen zu untersuchen und gegebenenfalls der Magiergilde zu überstellen, da er wohl ein gewisses "Haus der Wissenschaft" nicht in jene Angelegenheit hinein ziehen wollte.

Er hatte den Stein untersucht. Mehrfach. Äußerst gründlich. Doch die darin gespeicherten Erinnerungen waren echt, keine Manipulationen, keine Täuschungen, kein Hexenwerk. Es war die reine, nackte Wahrheit, so grausam sie auch sein mochte. Also tat er, worum Herr Arden ihn gebeten hatte. Er ging zur Magiergilde, auch wenn er sich damals, als er die arkane Universität verlassen hatte, schwor, niemals wieder einen Fuß in eine ihrer Hallen zu setzen. Doch... es war für einen Freund.
Als er die Gildenhalle betrat, wandte er sich an eine junge, schöne Frau mit herrlich rotem Haar. Eine Adepta, die er höflichst nach Verbleib der Magister fragte, denn mit einem davon musste er ja dringend sprechen. Die Adepta zeigte ihm die Studienzimmer der Magister, doch da war niemand. Schließlich bot sie ihm an, in der Gildenhalle zu warten. Das musste er nicht lang. Abseits, an einem Tisch sitzend und wartend, hörte er das Gespräch der Adepta mit ihrer Lehrmeisterin. Es ging wohl um die Tüchtigkeit der Adepta und ihre gestrenge Mentorin forderte mehr Engagement, weswegen sie der Schülerin einen Aufsatz über Dwemertechnologie aufbürdete.
Er sah sich bemüht, dazwischen zu gehen und selbst das Gespräch mit der Mentorin zu suchen, war aber überrascht als er eine ehemalige Schülerin in den Roben der Magistra erkannte. Velynea Maryon, dereinst selbst Schülerin an der arkanen Universität und nun Magistra der Gildenhalle von Wegesruh. Die Überraschung ob seines Besuches, beruhte bei ihr auf Gegenseitigkeit.
"Magus Valdrigue Esharoth?", fragte sie ungläubig. Immerhin war Velynea selbst bereits 113 Jahre alt und der alte Bretone war schon damals im höheren Alter gewesen.
Sie lieferten sich daraufhin eine Weile ein Wortgefecht über die alten Tage, schwelgten in Erinnerungen und Valdrigue ließ nicht aus, die Magiergilde und ihren jetzigen Zustand, ihren "Verfall", zu kritisieren. Die junge Adepta stand mit fragendem Blick daneben.
Schließlich kam er zum Kern seines Besuches und überreichte der Magistra die Matrix. Nachdem er sie von der Echtheit des Inhalts überzeugt hatte, begann die Magistra ein Ritual in der Gildenhalle abzuhalten um die Erinnerungen in dem Kristall heraufzubeschwören. Die Flammen in der Schale tanzten über den Rand, als sie den Stein in die Glut warf, sie färbten sich lila und der Rauch darüber formte Szenen. Sie sahen wie Loriel Noreni folterte, sahen die Dokumente über die Seuche, sahen wie Loriel mit nekromantischer Magie der Adepta den Kopf von den Schultern trennte.
Die Bilder erstarben, Velynea und die Adepta, Marion Tremblay, standen wortlos da, starrten entsetzt auf die verlöschenden Flammen. Der ehemalige Magus ließ nicht aus, die Magiergilde für ihre Blindheit und ihren Mangel an Einschätzungsvermögen fortwährend zu kritisieren.
Velynea jedoch ging wortlos zu den Quartieren der Lehrlinge, doch Loriel war fort. Sie musste gemerkt oder geahnt haben, dass man ihr auf die Schliche gekommen war. Die Magistra musste den Fall an den Orden des Lichts melden, doch Valdrigue wollte nicht auf die Bürokratie und die sich langsam drehenden Zahnräder der Gilde vertrauen und verkündete selbst, nach der abtrünnigen Magierin zu suchen und sie bestenfalls auszuschalten. Dort trennten sich ihre Wege wieder, während die Magistra einem als Mörder unschuldig Verurteilten gegenübertreten musste...

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Sedonis (19.03.2022), Celebringil (19.03.2022), Silana (19.03.2022), Anchetil (19.03.2022)

6

Donnerstag, 7. April 2022, 13:20

Von Prinzipien und Bündnissen


Die Magiergilde war ein junges Kind. Noch voller unbedarfter Ambitionen und naivem Ehrgeiz. Und doch sah man bereits, wie sich Charakterzüge entwickelten, die nicht früh genug hätten ausgemerzt werden können. Vielleicht war es in anderen Magiergildenniederlassungen anders. Niederlassungen, die nicht von Menschen dominiert wurden, da diese dazu neigten aufgrund ihrer Kurzlebigkeit kurzsichtige Entscheidungen zu treffen, die maximal ihre und vielleicht noch die nächste Generation betraf und nicht sahen, wohin ihre Eigenheiten sie noch führen würde. Selbstverständlich gab es auch genügend Elfen, welche aufgrund ihrer Hochmütigkeit glaubten alles zu wissen und keine anderen Blickrichtungen als ihre eigenen zuließen. Beides war gefährlich und beides traf in der Magiergilde aufeinander. Dies hatte zuletzt dazu geführt, dass selbst der Erzmagier, so hießen die Gerüchte, sein Kind bereits für verloren hielt. Velynea war etwas zuversichtlicher. Die Dunmer hatte sich nicht ohne Grund den Idealen der Gilde verschrieben und den Telvanni den Rücken gekehrt, da sie an die Gilde und das wofür sie stand glaubte. Magie für jeden, der sie erlernen wollte. Doch mit dem Wissen, welches die Gilde über die arkanen Gefüge vermittelte, kam gleichsam Macht und damit auch Verantwortung. Und an dieser fehlte es der Gilde. Velynea war davon überzeugt, dass die Gilde nicht verloren war. Das, was sie brauchte waren strengere Regeln. Strengere Beaufsichtigungen durch die eigenen Kollegen und nicht zuletzt dem Orden des Lichts, dessen Aufgabe es war, Missetäter in den eigenen Reihen aufzuspüren und unschädlich zu machen. Doch aus Gesprächen mit ihren Kollegen entnahm sie, dass viele Magier sich dagegen sträubten den Ordensrittern mehr Kompetenzen bei ihren Aufgaben einzuräumen, da sie ja dann Rechte abgeben müssten. Velynea hingegen dachte, dass dies absolut notwendig war um nicht nur die Magier an der Leine und von schändlichen Dingen wie Nekromantie abzuhalten, sondern auch um den gewöhnlichen Bürgern ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln, da diese die Magier nicht selten mit Misstrauen beäugten.


Velynea war gerade dabei ein solches Konzept auszuarbeiten um es den Magistern vorzustellen, als sie ein Bote erreichte. Ein Portal sei in der Gildenhalle geöffnet worden und man wünsche ihre Anwesenheit. Mehr Erklärung gab es dazu nicht. Die Dunkelelfe war nicht dumm. Ein Portal ohne weitere Erläuterungen zu durchschreiten war für gewöhnlich eine Einladung für Ärger. Da die Gilde jedoch keine unauthorisierten Portale ins Reich des Vergessens oder ähnliche Ziele in ihren Hallen gestattete, war es anzunehmen, dass Dieses vermutlich nicht in einen Hinterhalt führen würde, aus dem sie sich mühsam wieder herauskämpfen müsste. Das würde ihren Nachmittag auch wirklich ruinieren, hatte sie sich doch gerade auf einen Tee entspannt. Leiber zu Asche verbrennen zu müssen passte da heute eher nicht auf ihren Tagesplan. Als sie durch das Portal trat, welches in der Haupthalle geöffnet wurde, landete sie in einem beeindruckenden Vorgarten eines nicht minder beeindruckenden Anwesens. Sie hatte kaum Zeit sich umzusehen, da hörte sie hinter sich eine nicht besonders willkommene aber dennoch bekannte Stimme.
"Also Maga Velynea, Ich nehme an Ihr wisst auch nicht, warum wir hierher bestellt worden sind?", fragte Aaravos Arden. Der Hochelf war, so musste Velynea zugeben, ein fähiger Magier auf seinem Gebiet. Doch leider entsprachen seine magischen Fähigkeiten auch seiner Arroganz, wie bei so vielen seiner Art. "Leider bin ich genauso ratlos wie Ihr, Magus", erwiderte sie und hielt bereits auf eine weitere bekannte Gestalt zu, die an einem großen Teich stand und auf sie zu warten schien. Madame Barneau.


Dies ist erst das zweite Mal, dass die Dunkelelfe mit der Mäzenin des Hauses der Wissenschaft zu tun hatte und für einen Menschen war diese Frau erstaunlich undurchschaubar. Velynea war sich schon beim ersten Treffen mehr als sicher gewesen, dass hinter ihrem Lächeln mehr steckte, als nur eine Kunstliebhaberin. Ein Eindruck, welcher ihr nicht zuletzt auch bestätigt worden ist.
"Maga Velynea, Magus Aaravos. Schön, dass Ihr meiner Einladung gefolgt seid. Wie wäre es mit einer Erfrischung?", begrüßte sie die beiden und deutete auf einen jungen Diener, welcher bereits mit einem Tablett und zwei Kelchen auf sie zukam, welche vermutlich mit Wein befüllt waren. Aaravos griff zu, Velynea hingegen ließ ihren Kelch auf dem Tablett stehen. Während Aaravos es sich nicht nehmen ließ mit der Mäzenin einen Plausch zu führen, konnte die Dunkelelfe ihre wachsende Ungeduld nicht länger verbergen, geschweige denn, dass sie es gewollt hätte. Allen Regeln der Höflichkeit widersprechend, fuhr sie den beiden also ins Wort: "Madame Barneau, bei allem gebotenen Respekt, ich nehme nicht an, dass Ihr uns nur auf einen Plausch mit etwas Wein eingeladen habt? Gewiss ist Eure Zeit genauso kostbar wie die unsere." Anstatt sich über die rüde Unterbrechung zu brüskieren, wie viele es in ach so noblen Kreisen gerne taten, wenn sich jemand ungebührlich verhalten hatte, lächelte die Mäzenin stattdessen ihr undurchdringliches Lächeln. Das darauffolgende Gespräch war... überraschend ergiebig. Tatsächlich hatte Madame Barneau sie nicht auf den Wunsch nach Gesellschaft hin eingeladen, sondern formulierte ihre Wünsche darüber, dass die Gilde sich von ihren eigenen Prinzipien wegentwickelt hatten, einer Aussage, welcher sowohl Velynea als auch Aaravos nur zustimmen konnten. Auch Velynea war aufgefallen, dass es manch einem Magier wichtiger war, das Gold in seiner Tasche zu mehren, anstatt das Wissen über die Magie zu verbreiten, wie es Vanus Galerion ein Anliegen war, als er die Gilde gegründet hatte. So schlug die Mäzenin vor, sich wieder auf die alten Wege zu besinnen: Magie. Nicht Profit. Und dafür schlug sie vor eine Zusammenarbeit mit dem Haus der Wissenschaft anzustreben, eine Institution, welche zwar völlig anderen Wegen folgte, sich jedoch ebenso der Forschung verschrieben hatte. Eine solche Zusammenarbeit konnte beiden Seiten neue Möglichkeiten eröffnen. Zwar waren die Methoden des Hauses der Wissenschaft nicht die Wege der Magie, jedoch konnte man die Magie auch aus dieser so genannten "Wissenschaft" nicht komplett heraushalten. Und insofern die Magiergilde dem Haus der Wissenschaft bei solchen Fragen aushalf, könnte auch sie neue Erkenntnisse gewinnen. So zumindest waren die Gedanken der Magierin, bei diesem Vorschlag. Auch Aaravos schien die Idee sich wieder auf die eigentlichen Prinzipien der Gilde zu besinnen gefallen, wenngleich er dafür, so ergab es sich aus der Diskussion, andere Vorstellungen hatte, als seine Kollegin.


Dennoch hatte man erkannt, dass man ein in den Ansätzen gemeinsames Ziel verfolgte. Und bei der Verabschiedung entschied Velynea sich, dem Haus der Wissenschaft einen Besuch abzustatten.

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Sonntag, 24. April 2022, 00:27

Gestohlene Bücher und arkane Wunder

Gad war klar, dass die Hexe sich eines Tages ihren Preis einfordern würde. Als er den Handel mit ihr schloss, wusste er, dass sie kommen und von ihm etwas verlangen würde. Der Tag war gekommen!
Als Yevenna ihm erschien, wusste der junge Altmer, dass ihm nicht gefallen konnte, was sie von ihm verlangen würde. Es wäre ihm jedoch nie in den Sinn gekommen, dass sie von ihm das Zauberbuch der Rabenvettel verlangte, jenes Hexenwerk, was der Hochmagus höchstselbst unter Verschluss hielt. Doch Pakt war Pakt. Sie hatte ihm geholfen, jetzt musste er der Ork-Schamanin helfen.

In ihrer Rabengestalt schmuggelte der Hochelf die Schamanin in die Gildenhalle, die an diesem Tag überraschend leer war. Der Lehrling strebte die Quartiere der Magister an, als er von Magus Molose aufgehalten wurde. Dieser fragte ihn, was er mit der Krähe wollte und Gad gelang es, den Magier davon zu überzeugen, dass die Krähe ihm zugeflogen sei und seiner Fürsorge bedurfte. Der Magus vertiefte sich wieder in seine Studien und bemerkte nicht, wie Gad zu den Quartieren strebte. Er wusste, da er viel mit Hochmagus Claverie verkehrte, dass die Tür des Hallenleiters nur durch ein Schloss gesichert war. Der Magier machte sich nicht die Mühe, anders als einige seiner Kollegen, seine Tür auch magisch abzuschirmen. Ein Glück für Gad, denn gegen die Zauber eines Hochmagiers hätte er nichts ausrichten können und für Yevenna war es zu gefährlich sich zurück zu verwandeln.
Aus seinen Jugendtagen hatte er noch immer den ein oder anderen Kniff auf Lager und mit einem Dietrich schaffte es der Lehrling, die Tür zum Zimmer des Hochmagiers aufzusperren. Nun war Yevenna an der Reihe. Das Buch wurde in einer Truhe im Zimmer aufbewahrt, die wiederum magisch abgeschirmt war. Gad nahm den Raben von seiner Schulter und ließ Yevenna ins Zimmer ein. Er selbst hielt draußen vor der Tür Wache. Es vergingen einige Augenblicke als plötzlich ein lauter Knall aus dem Zimmer drang. Der Rabe kam mit einem Buch in den Krallen aus dem Gemach geflattert, Rauch drang aus dem Türspalt hervor. Stimmen wurden laut. Gad konnte Schritte hören.
Panisch rannte er zu einem nahen Tisch, dort wohin Yevenna entflogen war. Er hechtete darunter, gerade noch rechtzeitig als einige Magier und Mitglieder des Orden des Lichts den Gang und dann das Zimmer des Hochmagiers stürmten.
Gad nutzte den Augenblick und packte das Buch und den Raben, flüchtete mit beiden in die Gildenhalle, wo er sich in dem Rundgang verborgen hielt. Als die Wachen vom Tor abzogen, schlüpfte er nach draußen und hielt erst wieder an, als er auf einem der oberen Festungswälle der Stadt ankam.
Yevenna verwandelte sich zurück und beglückwünschte sich und ihn zum gelungenen Diebstahl. Die Hexe fügte an, dass sie dem jungen Lehrling einen Gefallen getan hatte und etwas im Quartier des Hochmagus hinterließ, dass Loriel mit dem Diebstahl in Verbindung bringen würde. Gad hingegen machte ihr unmissverständlich klar, dass er hoffte das sich ihre Wege nie mehr kreuzen mögen. Yevenna nahm die Abweisung durch den Jungen kühl hin, verwandelte sich in einen Raben und trug das Buch in der aufziehenden Dämmerung fort...




Einige Tage später, nachdem Gad seine Strafen für das versuchte Ausführen nekromantischer Rituale, vom Hochmagus entgegengenommen und zum Alltag zurückgekehrt war, versuchte er, mit Magistra Velynea seine weitere Zukunft zu besprechen. Die Maga zeigte sich eher verhalten und schien für gute Ratschläge nicht offen zu sein, befragte den Lehrling jedoch zu dem kürzlichen Diebstahl. Gad zeigte sich unwissend und beteuerte, dass er nichts über das entwendete Buch wisse. Gleichsam fragte er ob es Neuigkeiten bezüglich Loriel gab, doch die Magistra konnte von keinen nennenswerten Fortschritten berichten.

Ihr betrübliches Gespräch wurde, den Göttlichen sei Dank, durch das Eintreffen einer Khajiit unterbrochen. Einer Khajiit die, wie sich wenig später herausstellte, Händlerin für obskure Gegenstände und arkanen Utensilien war. Gerade zuvor hatte Gad der Magistra noch von einem fliegenden Wunderhändler berichtet und so nahmen beide an, dass es sich bei der Khajiit um eben jene handelte.
Dem war jedoch nicht so. Die Khajiit namens Vajirra wurde laut eigenen Aussagen schon vieles genannt, jedoch noch nie als Wunderhändlerin bezeichnet. Wobei sie Gegenstände voller Wunder durchaus bei sich führte, wie sie sich beeilte, anzufügen.

Velynea und Gad ließen sich von Vajirra zu ihrem Wagen vor der Gilde führen, wo diese ihnen allerlei wundersame Gegenstände präsentierte. Darunter ein "unkippbarer Becher", der bei Gad höchstes Interesse weckte. Er konnte sich mit der Händlerin auf ein Goldstück, einen experimentellen Heiltrank und ein Zink-Glöckchen für den Stubentiger der Händlerin als Bezahlung für den Becher einigen. Magistra Velynea hingegen wurde in einer Kiste mit seltsamen Pergamenten, Forschungsunterlagen und anderen Papieren fündig. Einige Schriften, die nicht lesbar waren und Kopfschmerzen hervorriefen hatten es der Magierin angetan, oder zumindest genügend Interesse geweckt, sich diese näher anzusehen. Sie erwarb die seltsamen Bögen und einige der Forschungsunterlagen.
Gad überreichte nach ihrem interessanten Geschäft mit der Khajiit dieser eine Einkaufsliste des Hochmagiers. Vajirra versprach alle Komponenten, die sie in Besitz hatte, zurechtzusuchen und mit einem Preisvorschlag zur Gilde zurückzukehren...

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Mittwoch, 27. April 2022, 14:30

Es glich fast schon einem Ritual, dem die meisten Mitglieder der Magiergilde kaum noch Beachtung schenkten. Madame Barneau, Kunsthändlerin und Mäzenin des Forscherhauses, besuchte einmal mehr die Gilde, traf sich dort mit Magister Claverie und weiteren Magistern in der Gildenhalle, tauschte dort wie jedes Mal ein paar belanglose Höflichkeiten aus, um anschließend wie jedes Mal mit den Magistern hinter verschlossenen Türen zu verschwinden. Und wie jedes Mal wurde die Anwesenheit der bretonischen Kunsthändlerin von dem einen oder anderen Magister, der nicht an dem Gespräch beteiligt war, mit unbehaglichen bis argwöhnischen Blicken bedacht. Unter den Magiern und Adepten hatte man sich längst an dieses seltsame Schauspiel gewöhnt, und Fragen von Neulingen wurden nur mit einem Schulterzucken beantwortet.

Doch dieses Mal war einiges anders. Es fing schon damit an, dass neben Benry Claverie zwei weitere Magister auf die Bretonin warteten, die niemand zuvor in der Gilde gesehen hatte, geschweige denn kannte. Ein Rothwardone und eine Altmer, deren Namen weder erwähnt wurden, noch machte sich jemand die Mühe, den Grund ihres Besuches zu erläutern. Die Begrüßung zwischen den vieren war höflich, doch zwischen der Kunsthändlerin und den beiden fremden Magistern schien gleich zu Beginn eine gewisse Abneigung zu herrschen.

Als Benry Claverie nach gut einer Stunde mit den drei Gästen aus seinem Studierzimmer kam und alle Beteiligten erneut die Gildenhalle betraten, merkte selbst der unerfahrendste Novize, dass die Stimmung mehr als nur unterkühlt war. Die beiden fremden Magister schauten mit eisiger Miene zu Madame Barneau. "Wir erwarten wie immer absolute Loyalität und professionelles Vorgehen. Wir wissen, dass Ihr Eure persönlichen Belange zurückstellen werdet." kam es von der Altmer, was von Madame Barneau nur mit einem knappen Nicken beantwortet wurde. Keine freundlichen Floskeln, keine Geste des Abschieds, nicht einmal das sonst übliche Lächeln der Kunsthändlerin. Die Gruppe trennte sich wortlos, und zurück blieb ein Magister Claverie, dessen besorgtes Gesicht böses ahnen ließ.

Nach dem Kampf gegen die Boethiah-Kultisten, der ermordeten Adeptin, der Verräterin in den eigenen Reihen, und den falschen Anschuldigungen gegen Gad stellten sich nicht wenige Gildenmitglieder die Frage, ob das Treffen zwischen den Magistern und der Kunsthändlerin etwas mit den letzten Ereignissen zu tun hatte. War der Alptraum entgegen offizieller Behauptungen womöglich immer noch nicht zu Ende?

Und einmal mehr gab es Gerüchte und Spekulationen, welche Rolle Madame Barneau in der Magiergilde Wegesruh spielte - Spekulationen, zu denen sich die Magister der Gilde auffälligerweise nicht äußerten.

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Silana (27.04.2022)

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Gilde: Die Weisen von Nirn, Das Haus der Wissenschaft, Magiergilde von Wegesruh

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Mittwoch, 4. Mai 2022, 01:15

Runensteine

Als die Rothwardonin Sinith-al Ravan an diesem Tag die Halle der Magiergilde betrat und Gad darauf ansprach, ob er der Vorsteher der Gilde sei, war er sehr verwundert. Gerade noch in einen seichten Roman vertieft, stand er nun einer gut gepanzerten und recht ansehnlichen Kriegerin gegenüber. Der Lehrling glaubte zunächst, dass sie ihn verwechselt hatte und sah sich zur Sicherheit nach allen Seiten um. Als er
sicher war, dass sie wirklich ihn angesprochen hatte, gab er sein Möglichstes, um der Kriegerin zu erklären, wer in der Niederlassung das Sagen hatte.
Sinith al-Ravan machte kurz und schmerzlos deutlich, warum sie hier war. Allem Anschein nach hatte die Gildenleitung entschieden, Soldklingen anzuwerben, da der Orden des Lichts damit beschäftigt war, weiterhin Jagd auf die abtrünnige Loriel zu machen. Eloquent versuchte der Mer der Schönheit beizubringen, dass sie in dieser Angelegenheit mit Magistra Velynea Maryon zu konspirieren hatte.
Just in diesem Augenblick betrat eben jene Magierin die Hallen und wurde Zeugin von Eloquenz und Hochmut des Lehrlings gegenüber der Besucherin. Velynea sah sich veranlasst, dem Lehrling daraufhin einen zehnseitigen Aufsatz über die Geschichte der Magie mit Beginn ‚Erste
Ära‘ bis ‚Heute‘ aufzugeben. Abgabe am kommenden Morndas. Gad war darüber alles andere als begeistert.
Magistra Velynea und Sinith al-Ravan verständigten sich rasch und die Magierin bekundete ihre "Freude" darüber, in dieser Angelegenheit mit der Aufgabe betraut wurden zu sein, die Tüchtigkeit von Anwerbern zu überprüfen. Kurzerhand beschloss sie deswegen eine kleine Expedition mit dem Ziel, magische Steine, die man zu Runen für Verzauberungen verarbeiten konnte, in die Wildnis zu führen. Die Runen brauchte sie, um Schutzamulette für das Haus der Wissenschaft anzufertigen. Adepta Marion Tremblay, die gerade dazu gekommen war, und der
Lehrling Gad wurden ebenfalls als Teil dieser Expedition beordert. Die Dunmer wollte die Chance nutzen, beiden einige Lektionen in der Feldforschung zu erteilen. Sinith al-Ravan sollte sich dabei als persönliche Eskorte und Schutz für die Magier beweisen.

Sie verließen Wegesruh in westlicher Richtung und folgten eine Weile der Straße. Es regnete in Strömen und Velynea sah die Notwendigkeit gegeben, etwas zu ihrem Expeditionsziel zu erzählen. Die Magierin hatte eine alte Turmruine im Sinn, die in der Vergangenheit zahlreichen Magiebegabten als Rückzugsort gedient hatte. An solchen Orten, wo Magie gewirkt wurde, kam es häufig vor das die arkanen Energien in die Umgebung flossen und so mitunter magische Steine entstanden, die sich als Runensteine eigneten - so die Zauberin. An ihre Lehrlinge richtete sie die Frage, nach welchem "Gesetz der Magie" dies geschehe. Keiner von beiden schien die Antwort zu kennen, Gad war dumm genug es laut zu äußern… was ihm weitere zehn Seiten Aufsatz einbrachte.
Sie folgten der Straße weiter nach Westen, Nahe der Küste entlang. Der Regen nahm zu und erneut nutzte die Leiterin der Exkursion die Gelegenheit für eine Unterrichtseinheit.
"Schilde! Versucht einen Schild zu erzeugen, der gerade stark genug ist, um den Regen abzuhalten."
Marion gelang der Versuch beim ersten Mal, sie war aber immerhin auch schon Adeptin. Ihr Schild schimmerte im selben Farbton wie ihr seidenes Haar, was die Rothwardonin sichtlich beeindruckte. Gad hingegen hatte mehr Schwierigkeiten. Er konnte bereits einen Schild aufbauen, allerdings nutzte er noch viel zu viel Magicka dazu, weswegen der Schild, eine Kugel aus Licht, sich hell strahlend um ihn spannte. Velynea wies ihn an, sich
zu fokussieren und die Magicka einer Brise gleich frei zu lassen. Er brauchte ein paar Versuche, doch letzten Endes gelang es unter der Anleitung der Magierin.

Auf dem weiteren Weg hielt die Dunmer Vorträge über Dreugh, Lamien, Goblins und dergleichen und warnte vor der Bösartigkeit dieser Kreaturen; schaffte dabei eine Überleitung zur, in ihren Augen, fraglichen Akzeptanz in Bezug auf "Katzen" und "Echsen".
Sinith al-Ravan erwies sich als überaus schweigsame und aber wachsame Wegbegleitung, der es nicht einfiel, in das Wort der Magierin einzufallen. Wobei es Niemandem einfiel, ihr ins Wort zu fallen.
Es dauerte nicht lange, da erreichten sie die Turmruine Nahe der Küste. Dort angelangt wiederholte die Magistra erneut ihre Frage in Bezug auf das "Gesetz der Magie", das wirkte, wenn arkane Energien in Objekte und Umgebung floss. Gad bemühte sich erneut der Frage gerecht zu werden und hielt, anders als Marion, nicht den Mund, was ihm weitere zehn Seiten Aufsatz bescherte. Dreißig nun insgesamt. Velynea bemühte sich alle zur Vorsicht zu gemahnen, da die sickernde Magie auch Tote auferstehen lassen konnte und sie damit rechnen mussten, von Skeletten
attackiert zu werden.
Die Lehrlinge sollten sich nun gedanklich auf die magische Präsenz der Steine fokussieren und Velynea sowie ihren Geleitschutz führen. Es dauerte nicht lange, da musste Sinith al-Ravan sich zum ersten Mal beweisen. Einige Knochengestelle waren hinter einigen Ruinen aufgetaucht und hatten sich auf die Gruppe gestürzt. Die geschickte Kriegerin machte jedoch mit einigen Hieben ihrer imposanten Waffe kurzen Prozess mit ihnen. Während in Marion ein Feuer entbrannte, suchte Gad um Hilfe schreiend Schutz hinter der Kriegerin. Nachdem der Kampf schnell entschieden
war, schickten die Lehrlinge sich wieder an, nach magischen Steinen zu suchen. Doch die Suche währte nicht lange, als sie auf eine seltsame Gestalt stießen.
Auf einem nahen Hügel saß eine Dunmer mit einem Korb Pilzen. Diese musste sie hier gesammelt haben. Die Dunmer stellte sich als Aethyra Marethi vor. Sie war in der Gegend um Ingredienzien für einige Kunden zu sammeln und freute sich, der Expedition der Magiergilde zu begegnen. Aethyra musste zugeben, dass die Knochengestelle ein echtes Ärgernis waren und ihre Suche nach Zutaten erschwerte. Sie bat darum, die Magistra und ihr "Gefolge" begleiten zu dürfen, immerhin hatten sie ja eine fähige Kriegerin bei sich, die sie vor Unheil beschützen sollte. Velynea stimmte dem zu, wies die Gruppe an, am Fuße des Turms zu verweilen, während sie und Sinith die nähere Umgebung nach Gefahren absuchten.
Marion begann sich weiter nach magischen Steinen umzusehen, während Gad seine Sinne ausstreckte, wie es die Magistra gefordert hatte. Er spürte eine starke Aura vom Meer aus und setzte sich, mit geschlossenen Augen, in Bewegung.
"Da geht es steil runter...", wurde er rechtzeitig von Aethyra aus seiner Konzentration gerissen, ehe er die Klippen hinabstürzte. Erschrocken fuhr er von dem Abgrund zurück und eilte zurück zu Marion, die jedoch nicht fündig geworden war. Velynea kehrte kurz darauf mit Sinith zurück und verlangte von den Fortschritten der Lehrlinge zu erfahren. Marion hatte nichts gefunden und Gad konnte nur von der starken magischen Präsenz erzählen, die er in der Ferne unterhalb der Klippen am Strand gespürt hatte.
"Dann sehen wir uns mal an, was Ihr gefunden habt, Gad.", sagte die Magistra entschieden und wies ihn an, sie alle zur Quelle dieser Aura zu führen. Gad wusste nicht Recht ob sie es ernst meinte, oder ob dies nur wieder einer ihrer sarkastischen Bemerkungen war. Als sie ihn jedoch ungeduldig anstarrte, entschied er sich zu gehorchen und voran zu gehen, dem Gefühl folgend.

Erneut wurden sie von Skeletten attackiert, als sie die Ruinen durchstreiften. Sinith schlug auch diesen Angriff gekonnt zurück. Die magische Spur führte sie schließlich von der Ruine fort, hin zu einer Mulde; einer Senke, die schließlich zum Strand mündete. Dort ragte vor ihnen ein mächtiger Monolith auf, der starke arkane Energien verströmte. Velynea und Aethyra belächelten das grobe Gespür des Elfen. Wie eine Motte wurde er von der kraftvollen Energie angezogen. Etwas Gutes hatte die Exkursion dann aber doch: In der Nähe fanden sie schließlich einige von Magie durchdrungene Steine, die sich bestens zur Herstellung von Runen eigneten.
Die Magistra wollte bereits zum Erfolg der Expedition gratulieren, als plötzlich vom Strand her Dreugh auf sie eindrängten. Die Kreaturen mussten glauben, sie hätten, als sie nach den Steinen gegraben hatten, nach Eigelegen der Dreugh gesucht und damit die Nachkommenschaft der Monster bedroht. Gad geriet in Panik und rannte davon, versteckte sich kauernd hinter einigen Felsen. Velynea und Sinith gingen in Verteidigung über, während Marion einige Feuerbälle auf die Wesen schleuderte.
"Schnell! Jemand muss ein Portal erschaffen!", rief die Magistra fordernd, während sie sich bemühte die magischen Angriffe der Dreugh abzuwehren.
Aethyra, die gerade noch dabei gewesen war, leuchtende Pilze um den Monolithen herum zu sammeln, war die einzige dazu fähige Magierin. Und sie handelte! Sie rammte ihren Stab in den Boden und bündelte ihre Magicka. Kurz darauf brach vor ihr ein Spalt in Raum und Zeit auf: Das Portal stand.
"Hindurch, schnell! Wo ist Gad!?", rief Velynea und sah den Lehrling kauernd in seinem Versteck. Sie packte ihn mit einem Telekinese-Zauber und warf ihn durch das Portal, in dessen Licht er kreischend verschwand. Nacheinander passierten sie die Pforte, die in die Gildenhalle von Wegesruh führte. Aethyra war die Letzte die hindurchtrat und schloss sie, sobald sie auf der anderen Seite wieder hinausgetreten war. Ein Dreugh der hindurch schlüpfen wollte, wurde beim Schließen des Portals geköpft.
Gad, dem die Erfahrung zu viel war, überreichte Velynea schnell die Steine und entschwand der Runde eilig, um sich "um seinen Aufsatz zu kümmern". Sinith behielt den Kopf der Bestie als Trophäe und Velynea war durchaus beeindruckt von der Geschicklichkeit und Tüchtigkeit der Kriegerin. Sie würde dem Hochmagus ihre Empfehlung aussprechen und überreichte der Kriegerin einen Beutel Münzen als Entlohnung für ihre geleisteten Dienste.
Nachdem sich die Damen gegenseitig beglückwünscht hatten, gingen sie ihrer Wege, ein jeder sich auf seine Art und Weise nach der Anstrengung zu verlustigen...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Valdrigue« (4. Mai 2022, 01:28)


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Mittwoch, 18. Mai 2022, 22:51

Enthüllung des Ungesehenen

Ein Tag war vergangen, nachdem Aaravos seine Gefährten vom Haus der Wissenschaft in der abseits gelegenen Hütte besucht hatte und schwor, weitere Informationen zu beschaffen. Madam Barneau, die Mäzenin des Forscherhauses und Kunsthändlerin, hatte ihn zuvor abgefangen und ihm offiziell wirkende Papiere ausgehändigt die ihm Zugang zu den Gefangenen verschaffen sollten. Was sie auch taten. Nun versuchte er in der Gildenhalle die neusten Gerüchte und Geschehnisse aufzuschnappen, als eben jene Kunsthändlerin die Gildenhalle betrat. Zielgerichtet wie eh und je, stolzierte die Dame durch die Räumlichkeiten der Gilde und verschwand in den Arbeitsstuben des Hochmagus und der Magister. Wenig später öffnete sich die Tür erneut und Madam Barneau winkte Aaravos zu sich. Der Altmer folgte ihrem Wink und betrat das Amtszimmer des Hochmagus, auf dessen Stuhl stellvertretend Magistra Velynea Maryon Platz genommen hatte. Anscheinend waren beide Damen noch kurz zuvor in einem Gespräch vertieft.

Madam Barneau eröffnete, dass der Orden des Lichts einen Schergen des Schakals innerhalb der Gilde platziert hatte. Ein Knecht der ihm gildeninterne Informationen zu spielte. Aaravos war empört, hatten sie doch erst zwei Verräter innerhalb der Gilde ausfindig gemacht. Die vermeintliche Novizin namens Loriel war ja immer noch auf der Flucht! Im Verlauf des Gesprächs kristallisierte sich für den Hochelf immer mehr heraus, was er insgeheim schon lange ahnte: Madam Barneau war keine Kunsthändlerin. Sie war die leitende Kommandantin des Ordens des Lichts in Wegesruh. Und als solche, hatte sie den Verräter ausfindig machen können.
Aaravos konnte der Mäzenin nicht ganz folgen, doch diese bedeutete ihm unauffällig wachsam zu sein und sich bereit zu halten. Dem Hochelfen dämmerte es. Das ganze Gespräch über hatte sich Magistra Velynea Maryon äußerst merkwürdig verhalten. Ihr ganzes Gebaren, ihre offene Hochmütigkeit und Dreistigkeit waren sehr untypisch für die sonst strenge, disziplinierte Magierin.

Es kam, wie es kommen musste. Madam Barneau beschuldigte Velynea offen des Verrats und wollte sie im Namen der Magiergilde in Ketten legen lassen. Just in diesem Augenblick erschuf die Magierin mit einer einzigen Handbewegung eine Barriere, die den gesamten Raum abschirmte und Aaravos und die Mäzenin in dem Arbeitszimmer gefangen hielt. Folgend geschah etwas, mit dem der Hochelf nie gerechnet hätte. Magistra Velynea sprach plötzlich von sich in der dritten Person, offenbarte das sie nicht sie Selbst sei und das die Maga auf immer verloren wäre. Dann veränderte sich ihre Gestalt, die Dunmer verschwamm in einem dunklen Nebel und wuchs zu der hochgewachsenen, bestialischen Gestalt einer Xivkyn heran. Lachend zog die Deadra zwei spektrale Klingen.
Sie offenbarte das sie mit Loriel der Nekromantin im Bunde stünde und Magistra Velyneas Körper übernommen hatte. Das sie dies Schicksal allen Magier zugedachte um deren "wahres Potenzial" zu entfalten. Beginnen, wollte sie mit der Madame und dem Altmer. Aber die Xivkyn hatte nicht mit der heftigen Gegenwehr der beiden Magier gerechnet.

Aaravos hüllte sich in eine Rüstung aus Blitzen, während Madam Barneau einen schimmernden Schild aus Licht um sich erzeugte. Sie sprach Gebete an Mara und nährte ihre Zauber mit göttlicher Macht. Was nötig war, als die Deadra eine Flut aus Feuer auf sie los ließ. Während die Mäzenin des Forscherhauses die Deadra auf sich lenkte, leitete Aaravos einen Teil der Magie seiner Rüstung in eine verheerende Blitzflut die er der Xivkyn in den Rücken schleuderte. Diese konnte dem Schlag gerade so durch einen eigenen Schildzauber entgehen, wurde aber in die andere Ecke des Raumes zurück gedrängt.


Sie standen sich gegenüber: Deadra, Magier und Kriegerin. Die Zauber forderten allmählich ihren Tribut, sowohl von Aaravos, als auch von Madam Barneau. Es folgte ein Schlagabtausch der Zauberkräfte. Die Deadra griff an, Aaravos schirmte ab, Madam Barneau parierte. Doch die Magicka-Reserven neigten sich immer mehr dem Ende zu, während die Xivkyn genauso verbissen wie zu Beginn kämpfte. Ein Feuerball nach dem Anderen schleuderte sie ihnen entgegen. Doch die Madame sprach ein Gebet an Mara und blendete mit einem hellen Licht die teuflische Gestalt. Diese geriet für einen Moment aus dem Gleichgewicht, was Aaravos die Gelegenheit bot zuzuschlagen. Er erinnerte sich an eine alte Lektion, die er von seinem einstigen Mentor, dem Hexenjäger namens Valdrigue Esharoth, gelernt hatte. "Magie ist überall. Magicka, kann aus allem was ist gezogen werden. Konzentriere dich und absorbiere die Magie um dich herum."
Aaravos tat es. Er zog die Magie aus dem Feuer der Kerzen und Fackeln, aus der Luft im Raum, ja sogar den Schild der Deadra zapfte er an und leitete die arkanen Energien, zusammen mit seinen restlichen Magicka-Reserven, in einen bannenden Zauber. Die "Teufelsfalle". Mit einem Schrei schleuderte er ein blendend helles Licht auf die Xivkyn. Ihr Schild zerbrach darunter, doch der Zauber konnte sie nicht binden.

In diesem Moment brach jedoch eine Projektion aus dem Stab der Xivkyn, Velyneas Stab, von der Magierin hervor. "Richtet den Stab auf sie!", rief sie den beiden Widersachern der Deadra zu. Aaravos fackelte nicht lange, nutzte den Moment da die Deadra geblendet war und riss dieser den Stab aus den Händen. Er zielte damit auf das Wesen und plötzlich wurde die Kreatur von heftigen Schreikrämpfen geplagt. Die Gestalt verschwamm und Magistra Velynea fiel erschöpft zu Boden. Madam Barneau war sofort an der Seite der Magierin und sprach einige heilende Gebete um diese zu stabilisieren. Aaravos hingegen löste die Barriere auf, die das Zimmer abgeschirmt hatte. Vor den Türen des Amtszimmers hatten sich sowohl Magier, als auch Paladine vom Orden des Lichts versammelt, die versuchten einzudringen. Aaravos hieß sie einen Heiler aufzutreiben.


Als Magistra Velynea stabil war, und die Xivkyn vorerst in ihrem Stab versiegelt hatte, forderte der Hochelf Aufklärung von Madam Barneau. Sie bestätigte die ganze Zeit über für den Orden des Lichts gearbeitet zu haben. Der Orden hatte gewusst das Tarek nicht der Schakal war, hatte ihn im Auge behalten wollen bis der Strippenzieher zuschlagen würde. Als Namir und seine Gefährten jedoch Ziel der Pläne des Schakals wurden und als Bauern geopfert werden sollten, lehnte sich die Mäzenin gegen ihre Befehlshaber auf. Man entband sie daraufhin von all ihren Pflichten wie Privilegen. Jedoch wollte sie das Forscherhaus nicht im Stich lassen, weswegen sie Aaravos, kurz bevor Namir und seine Gefährten Tarek stellen wollten, abzog. Da ihr die Hände gebunden waren, sollte Aaravos dem Forscherhaus frei beistehen können, frei von jener Schuld die die Magiergilde dem Forscherhaus auferlegte.
Die gerettete Magistra Velynea bot ebenfalls an dem Forscherhaus zu beizustehen und dabei zu helfen den Schakal zu stellen. Also schmiedeten sie den Plan das einige Magier inoffiziell nach Immerfort, dem neuen Ziel des Schakals, reisen würden um dem Forscherhaus vor Ort zu Seite zu stehen. Aaravos selbst würde mit der Gruppe, die sich als reisende Händler tarnten, gehen. Ebenso die Altmer Ilyara, die ebenfalls durch Barneaus Einfluss aus der Haft entlassen wurde und kurz nach ihrer Entlassung und dem Kampf gegen die Deadra zu ihnen gestoßen war. Die Behörden hießen Ilyara Sturmhafen zu verlassen, aber die Dienerin Meridias gab einen feuchten Kehricht darauf was von ihr offiziell verlangt wurde. Der Plan stand also. Jetzt fehlten nur noch treue Seelen, die sie in ihre Pläne einweihen konnten...

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Mittwoch, 25. Mai 2022, 08:49

Ein Brief von Madame Barneau an Magistra Velynea Maryon, überreicht -oder besser: heimlich zugespielt- von einem jungen bretonischen Adepten der Magiergilde ...


Zitat

Magnus zum Gruße, Magistra

Mögen meine Möglichkeiten bis auf weiteres erheblich eingeschränkt sein, so bin ich dank meiner Kontakte und treuer Gefolgsleute noch lange nicht handlungsunfähig. Die mir bis vor kurzem unterstellten Ritter des Ordens halten auch weiterhin die Treue zu mir. Es ist ihnen gelungen, einen ranghohen Kultisten, der dem Schakal dient, ausfindig zu machen. Die Ritter haben davon abgesehen, ihn zu verhaften und zu befragen. Es wäre ein viel zu zeitaufwendiges Unterfangen, da diese Kultisten unserer Erfahrung nach einen Fanatismus an den Tag legen, den ich selten zuvor woanders erlebt habe. Dafür ist es meinen Leuten gelungen, den Verdächtigen heimlich mit einem magischen Symbol zu zeichnen. Wir hoffen, Euch so die Möglichkeit zu geben, seine Spur verfolgen zu können und möglicherweise Hinweise auf den Aufenthaltsort des Schakals zu finden. Offiziell ist der Verdächtige knapp entkommen. Meine Getreuen haben Euch damit einen kleinen Vorsprung gegeben. Doch ewig können wir unsere Vorgesetzten nicht hinhalten. Sie wollen Ergebnisse sehen.

Ihr seht also, die Zeit ist nicht unser Verbündeter. Ein weiteres Problem ist, dass wir nicht sagen können, wie lange der Ortungszauber unentdeckt bleibt, und ob der Kultist überhaupt in die Nähe des Schakals kommt. Konzentriert Euch bei der Ortung des Verdächtigen vorzugsweise auf Orte, die ungewöhnlich erscheinen - ein vermeintlich ungenutztes Haus, eine verlassene Höhle, oder auch ein Ort inmitten der Wildnis, wo es -scheinbar- nichts gibt.

Bei dem Zauber mussten wir einen Kompromiss eingehen zwischen "möglichst unauffällig" und "gerade noch zu orten". Je stärker der Zauber, desto leichter die Ortung, doch desto größer auch die Gefahr einer Entdeckung, falls der Kultist auf magische Spuren untersucht wird. Ich weiß, dass Ihr diese Zusammenhänge bestens kennt. Erinnert nur bitte Magus Aaravos daran, wenn er sich über die vermeintliche Schwäche des Zaubers beklagt - und ich bin sicher, er wird sich beklagen, sonst wäre er nicht Magus Aaravos, wie wir ihn kennen. Die genaue Formel habe ich auf der beigefügten Seite notiert, damit Ihr die Ortung entsprechend durchführen könnt.

Ich werde in der Zwischenzeit zusammen mit Magister Benry Claverie schriftliche Anträge gegen meine Freistellung und wegen vermeintlicher Verfahrensfehler schreiben und so meine Vorgesetzten mit unnötigen Aufgaben beschäftigen, um sie zumindest etwas von Euch und den Mitgliedern des Hauses der Wissenschaft abzulenken. Wer hätte gedacht, dass Bürokratie auch einmal von Nutzen sein könnte?

Einer meiner Leute wird die Gefährten stets im Auge behalten. Zieht daraus bitte keine falschen Schlussfolgerungen, wenn Ihr den Verdacht hegt, beobachtet zu werden. Bleibt misstrauisch, gegenüber jedem! Vertraut auf Eure Intuition. Die übrigen Ritter sind bereits in Immerfort und sammeln dort Informationen. Es gibt Hinweise auf kultistische Aktivitäten, doch es scheint, den Göttern sei Dank, dass sie derzeit noch keine konkreten Pläne verfolgen.


mögen die Acht über uns wachen
Madame Barneau

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Dienstag, 31. Mai 2022, 23:13

Hellsicht-Zauber

Es war für Marion und Gad eine Überraschung, als Magistra Velynea die beiden Lehrlinge plötzlich dazu ermutigte sie zu einer Lehrstunde über "Hellsicht-Magie" zu begleiten. Die Beiden waren begeistert! Hellsicht-Magie galt gemeinhin als unwahrscheinlich schwierig zu wirken! Das die Magistra ihnen diese Art Zauberei zutraute erfüllte die jungen Lehrlinge mit Stolz, weswegen sie ohne zu zögern einwilligten sie zu begleiten.
In der Mitte der Gildenhalle bezogen die drei Magier Aufstellung in einem Halbkreis, während Magistra Velynea das Abbild einer Miniaturversion von Wegesruh mittels Magie wob. Als erstes wies sie Marion und Gad an, sich auf den Fluss der Magicka der Magistra zu fokussieren. Würden sie Erfolg haben, würde ein heller Punkt auf der Karte erscheinen - so die Dunmer. Marion, die ja schon eine Adepta im Rang war, gelang das Fokussieren auf die Magickaströme recht schnell, wesentlich präziser und eleganter als es bei Gad der Fall war. Dieser versuchte sich an ihre letzte Exkursion, als sie Runensteine sammeln waren, zu erinnern. Auch dort hatte er versuchen müssen die Magicka-Signaturen der Steine zu erfühlen. Nach einer Weile gelang es ihm dann ebenfalls sich auf die Strömungen, die von Velynea ausgingen, zu konzentrieren. Ein leuchtender Punkt erschien auf der Karte, den die Magistra zufrieden nickend quittierte.

Derweil betrat Aethyra Marethi die Gildenhalle, ein Paket unter den Arm geklemmt. Überrascht blieb sie am Rande des Rituals stehen, war sich aber sogleich bewusst worum es ging: Hellsicht-Magie, was die Dunmer auch still lächelnd für sich vermerkte. Magistra Velynea bemühte sich mit ihren Ausführungen fortzufahren. Sie erklärte das es Magiern nicht nur möglich sei eigene magische Signaturen durch derlei Zauber zu lokalisieren, sondern auch Spuren gewirkter Zauber fremder Magie-Anwender damit zurück zu verfolgen seien. Kurzum holte die Magierin das abgetrennte Haupt eines Nord aus einer Tasche und platzierte es in der Mitte des Gildensiegels auf dem Boden der kreisrunden Vertiefung. Gad war entsetzt, wohingegen Aethyra interessiert wirkte.
Die Magistra wies Marion und Gad an die magischen Überreste in dem Schädel zu erspüren und sich auf deren Aura zu konzentrieren. Jener Schädel gehörte wohl einst dem Nord, der Wegesruh lange Zeit in Atem hielt und unschuldige Leute auf den Straßen abschlachtete. Wie Velynea erklärte, war er ein untotes Konstrukt dessen Überreste noch immer die Magie seines Schöpfers anhaftete. Während sich Gad und Marion auf den Schädel einstimmten, begrüßte Velynea die Dunmer. Sie tauschten kurz Höflichkeiten aus, die Maga nahm das Paket entgegen was für einen Kollegen bestimmt war und lud Aethyra ein bei ihrer Lehrstunde mitzuwirken. Aethyra nahm dieses Angebot gerne an und erinnerte sich etwas sentimental an ihre Zeiten als Lehrmeisterin. Magistra Velynea bat die Dunmer ein Portal nach Immerfort zu öffnen, da der weitere Teil ihrer Lehrstunde dort statt finden sollte.

Nachdem sich Velynea versichert hatte das Marion und Gad die magischen Energien des Schädels wahrzunehmen vermochten, teleportierte Aethyra sie allesamt in die Gildenhalle zu Immerfort, wo der zweite Teil des Rituals stattfand. Erneut stellten sie sich im Kreis auf, während die Magistra ein Abbild der Stadt in ihrer Mitte erschuf. Dann platzierte sie neben dem Schädel einen Runenstein, der es ihnen erleichtern sollte die nun bevorstehende Weissagung zu stabilisieren. Velynea und Aethyra erfüllten die Rune zu gleichen Teilen mit ihrer Magie, während Marion und Gad sich auf die Energien des Schädels konzentrieren und sich auf den Fokus fokussierten. Ein rötlicher Punkt erschien auf der Karte, der sich schließlich in eine nebelhafte Gestalt verwandelte. Diese Gestalt, gehüllt in einen Kapuzenmantel, verließ Immerfort durch das Osttor. Die Vision flackerte ein paar Mal, wurde dann aber wieder stabil. Der Verhüllte hielt auf einen Friedhof zu, der sich nun in ihrer Mitte erhob. Vor der Kapuzengestalt zweigte der Pfad in zwei Richtungen ab. Er setzte sich wieder in Bewegung... Und dann brach die Vision ab, bevor sie erkennen konnten in welche Richtung genau er ging. Die nebelhaften Szenen erloschen und der Zauber verflog.

Magistra Velynea war dennoch äußerst zufrieden. Sie übergab daraufhin Aethyra eine silberne Urne und einen seltsamen Seelenstein, Gegenstände die sie in ihrer Tasche verwahrt hatte, zusammen mit der Bitte diese Objekte Magus Aaravos Arden, mit den eben gewonnen Informationen, auszuhändigen. Der Magier wüsste schon was es mit den Reliquien auf sich hatte. Gad, dem es langsam dämmerte, machte seinen Verdacht kund das es sich um die geheimnisvolle Gestalt, die sie gesehen hatten, um einen Anhänger des Schakals handelte. Immerhin war ja der Nord ein Scherge des Schakals, wenn man den Gerüchten glauben schenken wollte, und wurde ja als nekromantisches Konstrukt von Jemandem erschaffen - so die Worte der Magistra während ihrer Schilderungen. Velynea machte keinen Hehl daraus und bestätigte diesen Verdacht. Sie wollte die gewonnenen Informationen an den Orden des Lichts weiterleiten, während Aethyra Aaravos und dem Haus der Wissenschaft zur Unterstützung eilen sollte. Gad und Marion wollten zunächst in Immerfort verbleiben.
Die Dunmer-Magierin Aethyra Marethi bot bereitwillig ihre Hilfe an, hatte sie doch mit Nekromanten und anderen unheilsamen Wesen bereits Erfahrungen sammeln können und vermochte sich durchaus gegen derartiges Übel zu verteidigen. Sie würde den Magus suchen und ihn bei seinem Vorhaben unterstützen...



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Sonntag, 31. Juli 2022, 14:26

Das Buch der Schatten

"Leicht wird es, haben sie gesagt. Es ist nur eine alte Ruine, ein Kinderspiel - selbst für einen Lehrling, haben sie gesagt! Einfach rein, das Buch holen und wieder raus. Das der Ort aber voll von Kultisten ist, dass hat niemand gesagt!"


Gad hockte hinter den Überresten einer Mauer inmitten einer verlassenen Ruine die "Faldars Zahn" hieß, eine alte Festung der Nord im Fürstentum Riften. Die Gildenmagier der Niederlassung in Wegesruh hatten dort ein Buch lokalisiert das sich "Das Buch der Schatten" nannte und in dem wohl Zauber und Beschwörungen der Wyrdinnen oder aber der Hexen des Reik niedergeschrieben sein sollten. Um dies festzustellen musste das Buch geborgen werden und da es sich in einer alten, heruntergekommenen Ruine befand reichte es einen Lehrling zu schicken um es zu bergen - so die Gildenleitung.
Ausgestattet mit einigen Tränken und einer Portalsaat wurde Gad schließlich durch ein Portal zur Gildenhalle von Rifton geschickt. Die Reise nach Faldars Zahn gestaltete sich ausgesprochen ruhig und beinahe langweilig. Doch der See und die sehenswerte Landschaft jenseits der Straße belebte das Gemüt des jungen Magiers, bis er die Ruinen der Festung schließlich erreichte.
Dort angekommen musste er jedoch feststellen das die Überreste des Bollwerks aus grauer Vorzeit weniger verlassen waren, als die Magier der Gilde ihn glauben machen wollten. Gad hatte es in der Vergangenheit mit einigen Schurken zu tun gehabt, genug um zu wissen wann er welche vor sich hatte. Darum beschloss er von seinen Fähigkeiten aus Kindestagen Gebrauch zu machen und sich über einen eingestürzten Teil der Mauer heimlich Zugang zur Ruine zu verschaffen.
In einem Lager fand er Briefe, Schriftverkehr der Haudegen die sich hier niedergelassen hatten.
Wie sich herausstellte waren es Anhänger Nocturnals, die der Herrin des Zwielichts zu Ehren vor hatten einen Schrein in den Gewölben unterhalb der Feste zu errichten. Kultisten! Verdammt, dachte sich der Lehrling. Eine ganze Festung von Deadraanbetern, dass war eine Nummer zu groß für ihn. Aber was sollte er tun? Unverrichteter Dinge nach Wegesruh zurückkehren und riskieren den Spott von Marion Tremblay zu riskieren? Oder noch schlimmer: Zur Strafe einen 50-seitigen Aufsatz über die Wechselwirkung arkaner Fluktuationen zu schreiben, den Magistra Velynea ihm würde auferlegen?
Noch ehe er großartig darüber nachdenken konnte, ertönte jenseits der Mauer plötzlich eine zischende Stimme. "Wer ist da!?", drang die Stimme an das Ohr des Elfen und er erschrak heftig. Er wagte einen Blick um die Ecke, nur um in das schuppige Gesicht einer Echse zu blicken. Gad stürzte auf den Allerwertesten und versuchte etwas Abstand zwischen sich und dem Argonier zu bringen, der da in dem verfallenen Durchgang zusammen mit einer Dunmer stand.
Es stellte sich rasch heraus das der Argonier ein Historiker und Archäologe namens Xal-Xulvos war, der in den Ruinen nach einem Buch über Nachtgeister suchte von dem er gerüchteweise erfahren hatte das es sich wohl hier befand. Nachdem Gad dem Argonier wiederum versichert hatte das er kein Kultist sondern Gildenmagier war, kamen sie rasch überein das es sinnvoll wäre einander zu helfen. Außerdem hatte der Argonier eine schlagkräftige Söldnerin bei sich die ihm als privater Begleitschutz diente. Der Lehrling konnte eine Karte der Anlage beisteuern, die er in den Archiven der Gilde gefunden hatte und die es ihnen erleichtern konnte sich in den Kellergewölben zurecht zu finden. Es war beschlossene Sache, sie würden gemeinsam gehen.


Gad und Xal-Xulvos begegnen sich

Den unerwarteten Reisegefährten gelang es in die Ruinen vorzudringen ohne von den Wachposten entdeckt zu werden. Innerhalb der Gewölbe, dessen Zugang unter einem halb eingestürzten Turm lag, stießen sie nur auf vereinzelte Wachen die sie aber umgehen konnten indem sie sich in den Schatten verborgen hielten. Als sie tiefer in die Keller vorstießen und Mauerwerk langsam höhlenartigen Tunneln wich, stießen sie jedoch auf ein Hindernis, dem sie nicht ausweichen konnten. Laut Karte waren sie auf dem richtigen Weg, doch der Gang der zur zentralen Kammer führte, wo Gad das Buch vermutete, wurde von zwei Kultisten bewacht. Das allein wäre kein großes Hindernis gewesen, Xal-Xulvos versicherte ihm eingangs das seine Dunmer-Söldnerin eine fähige Kriegerin sei. Aber da war eine Kreatur, ein Dremora, ein deadrisches Wesen, bei ihnen.
Gad schlotterten die Knie beim Anblick dieser gefährlichen Wesenheit. Xal-Xulvos jedoch blieb ruhig und wies seine Begleiterin an die Gruppe abzulenken. Mit zwei Dolchen bewaffnet stürmte sie aus der Deckung auf das Grüppchen zu und ging mit Hieben und Stichen wie ein Wirbelwind unter die Feinde. Xal-Xulvos nutzte die Ablenkung und löste seine Spitzhacke vom Rücken, um die Gruppe von der Flanke her anzugreifen. Für einen Historiker wusste er sein Werkzeug recht ordentlich zu führen! Gad hingegen begann nun hinter einem Felsbrocken hervor die beiden mit Schildzaubern einzuhüllen und hin und wieder mittels eines mickrigen Feuerballs zu unterstützen. Es war ein heftiger Kampf, aber letzten Endes obsiegten sie!

Der Tunnel führte sie nun, frei von Wachen, direkt in die zentrale Kammer des Gewölbes. Es war ein höhlenartiger Komplex, Licht brach durch ein Loch in der Decke ins Innere der Kaverne, die zusätzlich von Fackeln und Kerzen beleuchtet war. Banner waren aufgestellt wurden und es war offensichtlich das hier der Schrein zu Ehren Nocturnals errichtet werden sollte. Einige Stufen führten zu einer Empore hinauf. Auffällig war, das die Höhle vollkommen verlassen war. Was das Glück der abenteuerlichen Gesellschaft bedeutet. Ganz oben auf der Empore fanden sie einen grausam errichteten Schrein aus menschlichen Knochen. Ein Skelett hielt in makabrer Pose ein Buch auf den knöchernen Schultern, die Arme und Hände waren so drapiert das sie das Buch stützten.
Gad wagte einen Blick und schlug die erste Seite auf. In großen Buchstaben stand dort "Das Buch der Schatten". Volltreffer, dachte sich der Gildenlehrling und winkte ganz aufgeregt Xal-Xulvos heran. Der Argonier besah sich das Buch, nickte und wies die Stufen hinab.
"Einpacken und dann nichts wie weg hier.", zischelte er und machte sich auf die Stufen hinab zu steigen. Das lies sich Gad nicht zwei Mal sagen, schnappte das Buch und verstaute es in seinem Rucksack. Er holte den blauen Runenstein, die Portalssat, hervor und bot an damit einen Zugang nach Wegesruh zu öffnen. Allerdings störte etwas die Magie des Steins und Gad vermochte kein Portal zu stabilisieren. Xal winkte hinter sich her und der junge Lehrling beeilte sich dem Argonier zu folgen. Dann mussten sie also auf alt hergebrachte Weise von diesem Ort verschwinden.

Gad findet das "Buch der Schatten" in Faldars Zahn

Dank der Karte des Gildenlehrlings vermochten sie sich gut zu orientieren und gelangten an den Wachen vorbei zurück zum Anfang des Kellergewölbes. Dort, in einem Lager durch das sie schlichen, entdeckte Gad schließlich eine verschlossene Truhe. Allerdings bekam er das Schloss nicht auf.
"Mist, hätte ja was interessantes drin sein können.", meinte er an Xal-Xulvos gewandt. Dieser gab seiner Begleiterin lediglich ein stummes Zeichen, woraufhin die Dunmer begann an dem Schloss mit Dietrichen herum zu werkeln. Es dauerte ein paar Augenblicke, dann erklang das wohlige Klicken eines Schlosses das nachgab. Xal-Xulvos öffnete die Kiste und kramte in ihr herum, holte etwas in Leinen gebundenes Objekt und ein seltsam geformtes Messer daraus hervor. Zunächst wickelte er den Gegenstand aus den Tüchern. Es war ein altes Buch mit abgegriffenem ledernen Einband, auf dem alt, aber noch lesbar "Nachtgeister und Phantome - ein Kompendium über Wesen des Schattendaseins" stand. Der Historiker war begeistert, hatte er doch nach genau diesem Folianten gesucht. Die Gerüchte die er vernommen hatte, hatten sich letztlich also als wahr erwiesen. Das Messer wiederum warf einige Fragen auf. Als Messer war es durch Form und Schliff nutzlos und nicht zu gebrauchen. Vielleicht war es aber auch gar kein Messer, stellte der Argonier die Theorie auf. Er entdeckte am Buchrücken seltsame Vertiefungen, die mit den Formen des Messers übereinstimmten. Es musste also eine Verbindung zwischen beiden Objekten bestehen.
Auf Drängen von Gad hin, verstaute der Argonier beide Objekte in seinem Tornister. Er wollte sie sich später genauer ansehen. Doch nun mussten sie entkommen. Ein weiterer Wachposten musste überwunden werden, ehe sie die modrigen Türen der Gewölbe hinter sich lassen und wieder ans Tageslicht treten konnten.

Gad atmete tief durch, eine frische Brise wehte durch die Risse des verfallenen Turms. Er lachte und lächelte, sie hatten es geschafft!
"Folgt mir!", sagte er enthusiastisch an Xal-Xulvos gewandt und beeilte sich die Stufen des verfallenen Turms zu erklimmen. Oben angelangt spürte er, dass der seltsam hinderliche Einfluss versiegte. Er bedankte sich bei dem Argonier und seiner Begleitung und bot ihn an mit nach Wegesruh zu kommen. Die Gilde würde sich für seine Hilfe sicher erkenntlich zeigen, vielleicht konnte er sogar die Labore des Chironasiums nutzen, um das seltsame Messer zu untersuchen.
Xal-Xulvos stimmte dem zu. Es war ihm ebenfalls angenehm durch ein Portal von diesem Ort zu verschwinden. Gad legte also den blauen Runenstein auf den Boden zwischen sie Beide, ging einige Schritte zurück und konzentrierte sich auf die Portsalsaat. Er schickte einen beständigen Strom an Magicka zur Saat und konzentrierte sich auf ihr Ziel. Kurz darauf erschien ein hell leuchtender Riss in der Luft, die Portalsaat verbrannte durch ihre Nutzung. Lächelnd schritt der Lehrling sieg- und erfolgreich durch die Pforte, der Argonier und seine Söldnerin folgten ihm. Die Gedanken des Lehrlings kreisten um die Prüfung, die er bald würde ablegen müssen...

Gad erschafft mittels Portalsaat einen Zugang nach Wegesruh

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Montag, 1. August 2022, 23:32

Prüfungen im Valenwald

Gad legte erschöpft seinen Rucksack auf die Pritsche seiner kleinen Kammer. Er streifte müde die Stulpen von seinen Unterarmen, zog die braunen Lederstiefel aus und verstaute sie neben dem Bett. Es folgten die Verschlüsse seiner Gildentracht und mit einem erleichterten Seufzer hatte er sie von sich gestreift und sie gegen ein einfaches Leinengewand getauscht. Der junge Altmer verweilte einen Augenblick auf der einfachen Schlafstatt und massierte sich die schmerzenden Füße. Sein Blick wanderte hinüber zu dem Tischchen, auf dem ein Buch, ein Federkiel und ein Tintenfässchen standen. Bis auf einen Schrank, dem Tisch, einen Stuhl und die Pritsche hatte das Zimmer, was die Magiergilde dem Lehrling stellte, keine Einrichtung. Aber es reichte ihm. Für einen Jungen von der Straße, war dieses Gemach wie das Schlafzimmer eines Königs.
Er raffte sich schließlich doch noch einmal auf und setzte sich an das Tischchen. Für einen Moment verweilte er reglos, dann griff er nach dem Buch, schlug es auf, schnappte sich Federkiel und Tinte und erstarrte erneut in der Bewegung. Einen Moment lang dachte er angestrengt nach, wie er die Erlebnisse in seinem Tagebuch niederschreiben konnte. Dann beugte er sich herab und begann zu schreiben...



Der Valenwald. So schön wie gefährlich. Majestätisch mit seinen gigantischen Grahteichen. Schrecklich die Gewalten der Natur, die dort seit Anbeginn der Zeit herrschen. Meine Vorfreude diesen mir aus Sagen und Legenden bekannten Ort endlich einmal selbst sehen zu dürfen war schier grenzenlos.

Als Hochmagus Benry Claverie an mich herantrat und mir verkündete das es an der Zeit wäre meinen ersten, eigenen Gegenstand zu verzaubern, empfand ich dies als große Ehre. Wochen habe ich mich durch intensive Meditationen und Konzentration darauf vorbereitet. Was würde ich anfertigen? Was wollte ich anfertigen? Die Antwort kam in meinen Träumen - Einen Stab. Meinen eigenen Magierstab!
Die Träume verrieten mir ebenfalls wo ich das Holz dafür finden würde: Im Valenwald. Ruinen. Ich sah ayleïdische Ruinen versunken in einem See, im Schatten einer Grahteiche die alle anderen überragte. Als ich dem Hochmagus davon erzählte bewilligte er mir eine Reise nach Grahtwald. Denn, wie es schien, handelte es sich bei der gewaltigen Eiche, so mutmaßte Hochmagus Claverie, um Eldenwurz, dem Sitz des Königs der Bosmer.

Die Gilde knüpfte Kontakte zu den Webern des Grüns in Grahtwald und warb zwei Söldner als Begleitschutz an. Zum einen waren das Linipha Herbstschein, eine junge Bosmer, Fährtenleserin, Bogenschützin und Mitglied im Haus der Wissenschaft. Magus Aaravos Arden hatte ihr wohl von der bevorstehenden Reise erzählt. Vom ersten Augenblick an da ich sie traf, war sie mir ungemein sympathisch und wunderschön! Ihre kleine Stupsnase und das rote flammende Haar schmeichelten ihr sehr. Zum anderen wurde eine bretonische Söldnerin namens Mimei engagiert, eine recht große, kräftige Frau die ziemlich gefährlich aussah. Auf dem Weg zur Erledigung eines Botenganges traf ich auf dem Markt Marion Tremblay, der ich von meiner bevorstehenden Prüfung erzählte. Sie bot an mich ebenfalls zu begleiten, hatte sie doch auch nie den Valenwald gesehen. Marion wollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. So sollten wir also zu viert zu diesem sagenhaften Ort aufbrechen.

Und was für ein sagenhafter Ort dies war! Schon allein die Gildenhalle in Eldenwurz, mit den hohen Wänden im Inneren der Grahteiche, mit den vielen seltsam verzauberten Lichtern an der Decke, war ein beeindruckender Anblick. Durch ein Portal dort angekommen, trafen wir sogleich auf Elyna Mahariel, die im Auftrag der Weber in Absprache mit der Magiergilde unsere Führerin sein sollte. Hätte ich der Weberin mehr Aufmerksamkeit bei ihren Erklärungen und Ausführungen über die Kultur der Bosmer, dem Leben mit dem Grünen Pakt und ihre Warnungen, nein, Verbote, hinsichtlich des Schlagens von Holz, geschenkt, dann wäre vermutlich vieles von dem was geschehen ist nicht geschehen. Doch ich war zu sehr von der Gildenhalle fasziniert, von den Aufgängen aus Wurzeln und Ästen die wie von selbst gewachsen schienen - was sie tatsächlich auch waren wie uns Weberin Elyna später erzählte.
Die Faszination für Eldenwurz ließ nicht nach. Als wir die Gilde verließen, gelangten wir in eine Vorhalle. Auch hier waren Aufgänge aus Wurzeln gewachsen. Hoch oben an der Decke blühten seltsam, riesige Blumen aus deren Mitte sanftes Licht schien. Eine wahre Augenweide, gar keine Frage. Ich erzählte der Weberin von meinen Träumen und sie schien sogleich zu wissen wohin unser Weg uns führte. Wir folgten ihr aus der Stadt heraus zur Botschaft der Altmer. Von dort aus war es kein weiter Weg mehr zu den Ruinen und dem See, die ich gesehen hatte.

Die Ruinen waren beeindruckend, halb versunken, halb mit dem Eldenbaum verwachsen boten sie einen erhebenden Anblick. Ich versuchte mir die Pracht dieses Ortes in grauer Vorzeit vorzustellen, doch es gelang mir nicht Recht. Weberin Elyna verließ uns kurz nachdem wir die Ruinen erreicht hatten und verschwand im Dickicht des Waldes. Sie musste etwas "Wichtiges" überprüfen. So nutzte ich die Gelegenheit und sah mich am Ufer des Sees nach brauchbarem Holz um. Da sah ich ihn! Er schien wie für mich gemacht! Eine Stimme tief in mir drängte mich genau diesen Stamm zu nehmen. Wie ich nun weiß, war es ein junger Grahteichen-Trieb, gerade einmal groß genug gewachsen das man daraus einen Stab hätte anfertigen können. Ich wollte ihn haben, ihn besitzen. Ich wollte mir genau aus diesem Stamm einen Stab fertigen! Zu dumm das ich der Hüterin nicht zugehört hatte, denn als ich Magie in meinen Händen zu einer Klinge formte und damit den Setzling zu Fall brachte, verdammte das mich und meine gesamte Gruppe.

An das erste Treffen mit der Herrin vom See vermag ich mich nicht mehr zu erinnern, denn ich musste mir, als eine Energiewelle vom See her ans Ufer fegte, zu Boden gegangen sein und mir den Kopf angeschlagen haben, sodass ich bewusstlos wurde. Erst als wir weiter ins Landesinnere vorgedrungen waren wollten meine Gefährten wieder mit mir sprechen. Durch das Fällen des jungen Triebs hatte ich das Grün verletzt und wie ein wütender Rachegeist war eine Nereïde aus den Tiefen des Sees emporgestiegen und hatte sich auf meine Gefährten stürzen wollen. Es war Weberin Elyna zu verdanken, dass es nicht dazu kam. Die Nereïde ließ sich überzeugen uns nicht allesamt umzubringen. Für meine Tat sollte jedoch die ganze Gruppe Buße tun müssen und Weberin Elyna sollte dies überwachen.
Unsere erste Prüfung lautete Jagd auf blutrünstige Tiere in der Nähe von Karthdar zu machen. In den Hügeln dort, wo sich der Fluss gabelte und in einen See am Tempel von Eldenwurz hinabstürzte, lag eine Ayleïden-Ruine. Die Herrin vom See hatte dort einen verderblichen Einfluss gespürt, den sie uns hieß auszumerzen.

Als wir dort ankamen konnten wir auch den Ursprung der Verderbnis ermitteln. Beziehungsweise hatten sowohl Elyna als auch Linipha schon vorher eine krankhafte Veränderung des Grüns wahrgenommen. Es war ein Zweigling, eine Kreatur des Grüns die jedoch krank war... Verdorben. Und der Einfluss dieses Wesens machte die Senche die in den Hügeln lebte aggressiv. Wir kämpften gegen sie. Mimei ging im Zweikampf mit dem Zweigling zu Boden, nachdem sie diesen mit ihren Dolchen verwundete. Marion und Linipha streckten die Senche nieder, Marion mit ihren beeindruckenden Zerstörungszaubern, Linipha grazil mit einem zielsicheren Pfeil in den Kopf der Bestie. Beide vermochten letztlich den Zweigling nieder zu ringen, der von Mimei bereits geschwächt wurden war.
Elyna kümmerte sich fürsorglich und mit beeindruckender Heilmagie um Mimeis Verletzung, sodass die Söldnerin schnell wieder auf die Beine kam. Mir wird im Nachhinein ein wenig übel, wenn ich über den zweiten der Teil der Prüfung nachdenke. Das Verspeisen des Feindes! Wie es das Grün verlangt, mussten wir uns von unseren Feinden laben. Also entzündete Marion in den Ruinen eine magische Flamme und Linipha nahm überaus geschickt einen der Senche auseinander. Jeder von uns aß etwas davon. Den Geschmack des Senche habe ich nicht mehr auf der Zunge. Zum Glück vielleicht. Obwohl ich glaube mich zu erinnern das er beeindruckend wenig nach etwas geschmeckt hatte. Dennoch eine Erfahrung, die ich ungern wiederholen möchte.
Nachdem wir unser Mal zu uns genommen hatten, erschien die Nereïde erneut, erhob sich in einer sprudelnden Gischt aus den sanften Strömungen des Flusses. Sie offenbarte uns das der verderbliche Einfluss, der den Zweigling befallen hatte, von einer Ruine im Süd-Westen von Grahtwald ausging, einem Ort an dem einst Elfen aus dem Herzen Tamriels Zuflucht fanden. Unsere zweite Prüfung sollte es sein das Grün zu schützen und die Quelle dieses Übels auszuschalten. Aus den kryptischen Worten der Herrin schloss Weberin Mahariel, dass der Ort kein anderer als das Beinhaus von Telacar sein konnte. Da keiner von uns sich dem Zorn des Grüns aussetzen wollte, gehorchten wir und brachen auf die lange Reise zum Beinhaus anzutreten.

Unter anderen Umständen wäre die Ayleïden-Ruine wahrlich interessant und einer genaueren Untersuchung Wert gewesen. Allerdings war die Verderbtheit die sich langsam über Grahtwald ausbreitete nicht mehr nur für Elyna und Linipha spürbar. Er war nun für uns alle sichtbar: Je weiter wir den Ruinen kamen, desto kränklicher wurde die Natur um uns herum. Das Land wich Ödnis, Bäume hatten ihr Blattwerk eingebüßt, waren kahl und wirkten tot. Die Erde und Pflanzen verfaulten. Die Luft wurde stickig und war kaum zu atmen. Aus dem Zentrum der Ruinen drang ein fahles, totengleiches Licht. Uns wurde klar, dass dort der Ursprung all diesen Wahnsinns lag.
Innerhalb der alten Gemäuer war es totenstill. Es wehte kein Lüftchen, keine Geräusche von Insekten waren zu hören, nicht das Rascheln der Blätter im Wind - nichts. Wir näherten uns der großen Baute im Zentrum, ein Rundbau aus Säulen mit hohen Bogengängen und eingestürztem Dach. Sämtliche Stufen führten zu diesem Gebäude im Herzen der uralten Stätte.

Uns erwartete die widerwärtige Verkörperung eines Nekromanten, ein Hochelf der aber beinahe nichts mehr Lebendiges hatte. Er trug schwarze Roben und eine silberne Krone. Sein weißes Haar umrahmte ein fahles Gesicht. Die Haut war wie Pergament und hing dem Magier in Fetzen von seiner bösartigen Fratze. In seiner klauenartigen Hand trug er einen schwarzen Stab dessen Spitze sich gabelte und einen blauen Kristall fasste. Der Hexenmeister stand vor einer großen Schale, in der weitere solcher blau leuchtenden Kristalle lagen, die die Lebenskraft des Valenwaldes absorbierten und als magische Energien speicherten.
Es kam sofort zum Kampf, denn er hatte uns als Opfer für seinen Gebieter „Molag Bal“ auserkoren. Weberin Elyna vermochte durch ihre Verbundenheit zum Grün den Nekromanten zu schwächen, indem sie seine Verderbnis zurückdrängte. Doch aus dem Erdreich drangen untote Krieger herauf, die sich auf uns stürzten. Mimei konnte sie in Schach halten, während Linipha versuchte den Magier aus der Deckung heraus mit Pfeilen zu treffen. Doch er war schnell und mächtig. Er wehrte die Angriffe ab und versuchte unsere Lebenskräfte anzuzapfen.
In einem Moment der Unachtsamkeit gelang es schließlich Marion dem Nekromanten einen schweren Hieb zu versetzen. Ein von ihr gewirkter Feuerball traf den Teufel mitten auf die Brust und warf ihn quer über die Plattform gegen eine Säule. Zuvor war es ihm jedoch gelungen mittels der Kraft der Kristalle ein drachenartiges Phantom zu erwecken, einen Geist der hoch über unseren Köpfen Kreise zog und schließlich einen Feuerstoß auf uns niedergehen ließ.
Weberin Elyna konnte durch das Aufgebot all ihrer Kräfte den Angriff abwehren, doch es forderte einen hohen Tribut von ihr. Sie wurde bewusstlos und so waren wir auf uns gestellt. Ich wusste nicht was ich tun sollte. Noch nie hatte ich es mit derartigen Kräften zu tun gehabt. Darum versuchte ich meine Gefährten mit Schutzzaubern zu unterstützen. Diese hatte ich zu jenem Zeitpunkt immerhin schon ganz gut auf dem Kasten.

Es überraschte mich, dass es schließlich Mimei war die das Blatt zu unseren Gunsten wendete. Durch einen weiteren Zauber von Marion, die auf die Schale mit den Kristallen gezielt hatte, war diese nahe an einen Treppenschacht gedrängt wurden. Mimei schließlich fegte durch die Horden von Untoten, sprang über den Schacht und warf sich mit ihrem gepanzerten Körper gegen die Schale. Die Bretonin stürzte mitsamt den Kristallen in den Schacht hinunter, die magischen Edelsteine zerbarsten und augenblicklich konnte ich spüren wie die Energien, die der Nekromant gesammelt hatte, wieder zurück in den Wald strömten.
Es wurde dunkel, der Himmel verfinsterte sich zusehends und die Luft wurde von einer Unheil verkündenden Stimme erfüllt. Mich fröstelt es noch immer, wenn ich mich an Molag Bals Worte erinnere.
„Du hast versagt Mandavar! Für dein Scheitern werde ich nun deine Seele nach Kalthafen holen!“
Der Nekromant namens Mandavar war kurz zuvor zu sich gekommen. Seine Robe und sein Gesicht waren durch Marions Magie verbrannt und entstellt. Linipha war aus ihrer Deckung hervorgekommen und hatte dem fiesen Kerl einen Pfeil durch den Hals gejagt. Der Bastard hatte Blut gespuckt, geröchelt und da brach plötzlich mitten unter uns der Boden auf. Ein Riss in Zeit und Raum tat sich auf, ein Portal nach Kalthafen. Die hünenhafte Gestalt eines gewaltigen Fleischgolem stieg daraus empor. Mit seinen riesigen Pranken schlug er nach dem Leichenschänder und als der Koloss wieder verschwand, war auch er verschwunden.
Zurück blieb nur der Stab des Nekromanten und auch wenn es Marion nicht gefiel, entschied ich mich dazu ihn mittels Portalsaat an die Magiergilde in Wegesruh zu schicken. Sollten sie entscheiden ob sie ihn zerstörten oder daraus einen Nutzen ziehen wollten.

Das Leben kehrte in Grahtwald zurück, das Land erneuerte sich bereits auf unserer Rückreise zum See, dort wo unsere schicksalhafte Unternehmung, unsere Prüfungen, begonnen hatten. Enyla kniete am Ufer nieder und schickte ein stilles Gebet hinaus über die Wasser. Es dauerte nicht lange da tauchte aus den Tiefen die Herrin vom See auf. Sie kam zu uns, sprach uns von den verübten Sünden frei. Ich werde nie ihre Schönheit, noch ihre erhabene Erscheinung vergessen.
Doch eine letzte Sache galt es noch zu tun. Ich war verblüfft als die wunderschöne Nereïde sich in das Wasser aus dem See hüllte und zu uns an Land trat. Sie hob die Hand. In unserer Mitte erschien ebenjener Setzling den ich so leichtfertig gefällt hatte.
„Aus dem Tod wird neues Leben geboren, aus Schatten geht Licht hervor. Was gestorben ist kann wiederkehren.“, sagte sie geheimnisvoll mit ätherischer Stimme und auf ihre Worte hin begann sich der geschlagene Trieb neu im Erdreich zu verwurzeln. Es war ein magischer und ergreifender Moment.
Als sie ging, warnte sie mich, dass das Grün kein zweites Mal verzeihen würde und erlaubte mir Totes Holz für meine Zwecke mitzunehmen. Sie verschwand. Ohne ein Wort des Abschieds. Dieses schöne Geistwesen ging einfach in den See und wart nicht wiedergesehen. Eine faszinierende Gestalt die Herrin vom See. Vielleicht sollte ich ein Bild von ihr Malen - zur Erinnerung. Zur Erinnerung daran demütig zu sein. Respekt zu haben. Den Worten weiserer Personen zu lauschen.

Am Ende unserer Reise trennten wir uns in Eldenwurz. Für Marion, Linipha, Mimei und mich ging es zurück nach Wegesruh, wo die beiden Söldnerinnen für Ihre Mühen mit jeweils zweihundert Goldstücken entlohnt wurden. Enyla blieb natürlich in Valenwald. Ich denke am Ende war sie ganz froh uns los zu sein.
Ich glaube für Linipha hat sich eine ganz neue Welt in Valenwald offenbart. Zuweilen hatte ich das Gefühl das sie sich dort… Zu Hause fühlte. Aber wer weiß das schon? Fürs Erste habe ich genug Dummheiten angestellt um mich mit Spekulationen erneut zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Ich bin froh wieder in Wegesruh zu sein. Die Vertrautheit der Straßen, die hohen Mauern geben mir Sicherheit. Es wird schön sein die nächsten Tage wieder ganz den Alltag zu verleben.


Gad nahm einige Farbstifte zur Hand und begann damit in stundenlanger Arbeit ein Bild in das Tagebuch zu zeichnen. Als er damit zufrieden war schloss er das Buch lächelnd und schob es zur Seite.







Er atmete tief durch und ließ die Geschehnisse noch einmal vor seinem Inneren Auge Revue passieren. Doch ein dunkler Gedanke schoss ihm plötzlich in den Kopf. Er erstarrte förmlich auf dem Stuhl. Ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken. Er wendete den Kopf dorthin zum Schrank, dort in die Ecke daneben. Sein Blick ruhte auf einem schwarzen Stab der sich an der Spitze gabelte und einen blauen Kristall fasste. Ein fahles Licht ging von dem Stein aus und eine Stimme flüsterte in Gads Gedanken...

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Silana (01.08.2022), Celebringil (02.08.2022), Mimei (02.08.2022), Nysha (02.08.2022)