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Nysha

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Montag, 2. Mai 2022, 20:32

Emporium Arcanum - Der Magierladen in Wegesruh



Im nordöstlichen Teil der Stadt Wegesruh, nahe der Stadtmauer in einem ruhigeren Viertel steht ein Haus, welches von außen eher unscheinbar wirkt. Allein ein kleines Schild am Eingang weist darauf hin, dass sich dort ein Zauberladen befindet. "Emporium Arcanum" steht in großen Lettern auf der hölzernen Tafel geschrieben. Gleich darunter findet sich ein weiterer Schriftzug: "Magische Utensilien, uralte Artefakte und Relikte, arkane Konsultation & mehr..."

Sobald man das Haus betritt, wird man von einem steten, arkanen Surren und Summen empfangen. Überall sind Regale, Tische und Theken über und über mit Artefakten, magischen Zutaten, Büchern und sonstigem Zauberkram vollgestopft. Kristalle schimmern in bunten Farben. Sonderbare Relikte verstecken sich zwischen verschiedensten Paraphernalien, alten Büchern und zahlreichen Gefäßen.




Das Emporium Arcanum mag vermutlich alles haben, was das Magierherz höher schlagen lässt. Es gibt ein umfangreiches Sortiment aus verschiedensten Ingredienzien, mystische Relikte und Artefakte, Schriftrollen und Tränke. Auch alle erdenklichen Bücher kann man erwerben.

Natürlich mag nicht alles, was hier angeboten wird, auch tatsächlich von magischem Wert sein. Zwischen alchemistischen Zutaten und magischem Wissen, finden sich genauso alte Relikte, die allein von Aberglauben und Mythen geprägt sind. Und während manche Bücher wertvolle, magische Lektionen enthalten, entpuppen sich andere vielleicht als billige Klatschromane. Man muss also schon genau hinsehen, was man gerade in Händen hält. Doch das geübte Auge eines Magiers weiß gewiss sehr gut den wahren Wert zu erkennen.




Im Untergrund von Wegesruh mehren sich Gerüchte, dass es im kürzlich eröffneten Magierladen Emporium Arcanum neben dem üblichen Magie-Krimskrams auch noch "spezielle" Angebote gibt. So munkelt man unter anderem, dass auch verbotene, arkane Waren verschiedenster Art im Geheimen ihre Besitzer wechseln.





Ganz gleich ob alchemistische Zutaten, magische Bücher oder aber einfach ein ganz besonderes Stück für die Sammlung, im Emporium Arcanum findet am Ende wohl fast jeder etwas für sich. Mit der Möglichkeit magische Dienstleistungen wie die Suche nach verlorenen Gegenständen, Beratungen zu arkanen Thematiken und dergleichen in Anspruch zu nehmen, könnten zudem auch nicht-magische Charaktere einen Grund für einen Besuch finden.

Außerdem möchte ich zusätzlich dem kriminellen Untergrund eine kleine Anspielmöglichkeit bieten, indem neben verbotenen Gütern auch die Möglichkeit zu (nicht ganz legalen) magischen Dienstleistungen geboten wird. Hier kann man gerne einfach auf mich zukommen, um genauere Informationen zu erhalten.

Da ich aktuell zeitlich noch sehr spontan reagieren muss, kann ich im Augenblick noch keinen festen Spieltag für RP im Magierladen anbieten. Gerne kann man mich aber vorab kontaktieren (Ingame: @Nysha | Discord: Nysha#8039), sollte Interesse an einem Besuch bestehen.

Natürlich noch das Wichtigste: Wie kommt man zum Magierladen?
Einfach zum Hauptwohnsitz von @Nysha porten und schon seid ihr mittendrin.



"Va garlas agea, gravia ye goria, lattia mallari av malatu."

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Montag, 2. Mai 2022, 20:33

Ein kleiner Einblick in das Sortiment


Nachfolgend sollen ein paar Waren im Sortiment des Emporium Arcanum aufgezählt werden. Dies ist nur eine kleine Auswahl, die als grober Überblick dienen soll. Preise und Verfügbarkeit müssen vor Ort geklärt werden.

Ingredienzien & Rohstoffe:
  • verschiedene Kräuter & Pilze
  • Dwemeröl
  • Edelsteine
  • Ritualsand
  • Weihrauch
  • Runensteine
  • Pergament
  • ...

arkane Konsumgüter
  • Seelensteine und Kristalle
  • unterschiedliche Tränke
  • magische Schriftrollen
  • ...

Bücher:
  • Das Buch der hervorragenden Lehren
  • Handbuch der Zauberkunst
  • Götter und Kulte in Tamriel
  • Die Ballade von Navid dem Sänger
  • Träume mit Nephazine
  • Die Gaben des Magnus
  • Der Ruhm der Jagd
  • Die Erzählung von der Hexe Amirata
  • ...

Laborausrüstung:
  • Fläschchen, Gläser, Phiolen
  • Tongefäße
  • Mörser
  • Sanduhren
  • Waagen
  • Destillationsgeräte
  • ...

Artefakte und Relikte:
  • Schutzamulette
  • Totems, Statuetten & Siegel
  • Bruchstücke von Dwemer-Mechanik
  • Traumfänger
  • ...

Sonstiges:
  • arkane Kunstwerke & Repliken
  • Knochenwürfel
  • Irrlichtkugel
  • selbstwärmende Badesteine
  • ...


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Mittwoch, 4. Mai 2022, 23:18

Neuigkeiten rund um den Magierladen / Suche nach einer Aushilfe


Bald ist es soweit! Das Emporium Arcanum öffnet offiziell seine Tore für die kauffreudige Kundschaft. Zuvor muss noch Einiges innerhalb der Räumlichkeiten hergerichtet werden, um allen Besuchern einen angenehmen Aufenthalt ohne magische Zwischenfälle zu ermöglichen.

Jedoch ist es ab sofort bereits möglich, Bestellungen an das Emporium Arcanum aufzugeben. Ihr benötigt alchemistische Zutaten oder sucht nach speziellen, magischen Objekten? Sendet einen Boten, gleich welcher Art und man wird Euch gewiss rasch weiterhelfen können. Auch für arkane Konsultationen steht Maga Aethyra Marethi mit ihrem Wissen bereits zur Verfügung.

Zuletzt sei angemerkt, dass das Emporium Arcanum nach einer Aushilfskraft für den Verkauf sucht. Selbstredend benötigt die Person ein fundiertes Grundwissen in den arkanen Künsten. Ebenso wird absolute Loyalität erwartet. Bewerber werden entsprechend geprüft!



OOC:
Kontaktaufnahme bei Bestellungen, Fragen oder gar einer Bewerbung können direkt an mich gesandt werden. IC an @Nysha oder per Discord an Nysha#8039. Ich freue mich über jede Nachricht an das Emporium Arcanum. :)


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Samstag, 7. Mai 2022, 14:16



Bürger von Wegesruh, Reisende von Weit und Fern, furchtlose Abenteurer hört, hört! Das Emporium Arcanum öffnet endlich seine Tore für allerlei Kundschaft.

Heute Abend soll die offizielle Eröffnung des Magierladens gefeiert werden. Aus diesem Anlass wird es nur heute verschiedene Sonderangebote geben - ausgewählte Tränke, verschiedene Reagenzien und Schutzamulette zum halben Preis! Außerdem bekommt jeder Käufer noch einen kleinen Seelenstein geschenkt dazu!

Lasst diese Möglichkeit nicht an euch vorbeiziehen und besucht das Emporium Arcanum!



OOC:
Auch wenn es etwas kurzfristig ist, heute Abend (07.05.) soll die offizielle Eröffnung des Magierladens bespielt werden. Gerne dürft ihr jederzeit dazu kommen.

Und wie kommt ihr zum Magierladen? Ganz einfach den Hauptwohnsitz von @Nysha besuchen. Ich werde ab ca. 20:30 Uhr online sein.

P.S. Da das RL derzeit bei mir ein wenig unvorhersehbar ist, kann es leider sein, dass ich die Eröffnung kurzfristig absagen muss. Aber ich hoffe einfach das Beste!


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Sonntag, 8. Mai 2022, 21:23

Geschichten aus dem Magierladen: Die Eröffnung


Am gestrigen Abend wurden nun offiziell die Türen des Magierladens Emporium Arcanum geöffnet. Ab sofort können Bürger von Wegesruh sowie reisende Abenteurer und Forscher allerlei arkane Waren erwerben.

Es war eine ruhige, aber dadurch äußerst angenehme Eröffnung. Eine Tatsache, die Aethyra nur entgegen kam, denn noch schien sich die Dunmer in ihrer neuen Rolle als Händlerin erst einmal zurechtfinden zu müssen. Zwar gehörte der Umgang mit magischen Gegenständen unterschiedlichster Art quasi zu ihrem Alltag, doch es war noch etwas ganz anderes, besagte Dinge nun auch zu verkaufen.

Die Magierin befand sich gerade in der Nähe der Theke, als sich mit leisem Knarzen die hölzerne Tür öffnete. Eine Rothwardonin war die erste Kundin, welche an diesem Abend das Emporium Arcanum betreten hatte. Aethyra hatte sie erst ein paar Tage zuvor gesehen. So konnte man wohl von einem interessanten Zufall sprechen, dass nun gerade jene Soldklinge hier vor ihr stand.

Als Wüstenkriegerin war der Rothwardonin Magie zwar suspekt, dennoch schien sie neugierig zu sein, welche arkanen Hilfsmittel es wohl zu finden gäbe. Nach einem kurzen Gespräch entschied man sich dazu, ein kleines "Starter"-Paket für die Kämpferin zusammenzustellen. Neben einem Heiltrank enthielt es noch einen Trank der Wasseratmung sowie verschiedene Schutztränke. Glück für die Rothwardonin, dass zur Feier des Tages Tränke zum halben Preis angeboten wurden. So konnte die Kundin zufrieden ein kleines Paket entgegen nehmen, während gleichzeitig ein klimpernder Beutel mit Münzen seinen Besitzer wechselte.

Da es für den Augenblick weiterhin ruhig im Emporium Arcanum blieb, kamen die zwei Frauen ein wenig ins Gespräch. Man nutzte so die Zeit, um bei einem Becher stark duftendem Schwarzen Tee einige Gedanken auszutauschen. Offenbar teilten die Kriegerin und die Maga trotz der offensichtlichen Unterschiede auch manche Gemeinsamkeiten.

Als die Becher geleert waren und die Zeit weiter vorangeschritten war, verabschiedete sich die Rothwardonin. Aethyra wollte daraufhin den Magierladen schon schließen, als ein weiterer Kunde den Raum betrat.

Ein hochgewachsener Mann mit kaiserlichen Insignien in wehrhafter Robe sah sich zuerst eher kritisch um. Als seine Aufmerksamkeit dann aber ebenso zu den Tränken gelenkt wurde, erhellte sich seine Miene. Noch während die Dunmer sich um den Kampfmagier gekümmerte, hörte man erneut das leise Knarzen der Tür. Zu so später Stunde wurde es dann also doch noch voll.

So betraten eine bretonische Forschende mit neugierigen Augen und ihre stumme Begleitung das Emporium Arcanum. Ihr Interesse wiederum galt vor allem dwemerischen Artefakten und Überresten. Eine alte kugelförmige Konstruktion hatte die Aufmerksamkeit der Frau erregt und sie konnte kaum ihre Finger davon lassen.

Letztendlich wurden auch diese Kunden zufrieden gestellt, ehe wieder Ruhe in den Magierladen einkehrte. Müde, aber dennoch zuversichtlich schloss die Dunmer in dieser Nacht die Schutzzauber um das Emporium. Nun würde die Zeit zeigen, welche neuen Geschichten sich in und um ihre neue Tätigkeit in Wegesruh entwickeln würden.



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Samstag, 14. Mai 2022, 22:26

Geschichten aus dem Magierladen: Zweifelhafte Begegnung


Es war der 13. Tag der Zweisaat, nur wenige Tage nach der Eröffnung des Emporium Arcanum. Die weißhaarige Dunmer stand in aufrechter Haltung vor einem der überfüllten Bücherregale und betrachtete gedankenverloren ein Buch. Einen Moment später blätterte sie die Seite in einer fließenden Bewegung mit Zeigefinger und Daumen um. Der Text, welcher sich nun offenbarte, wurde in komplizierten, ungleichmäßigen Schnörkeln und Schleifen verfasst und bereitete einem schon beim bloßen Anblick Kopfschmerzen.

Ein hölzernes Knarzen weckte die Mer aus ihren Gedanken und erlöste sie so vor der unangenehmen Schrift. Eine bekannte Gestalt hatte das Emporium Arcanum betreten. Doch die Bretonin Mimei kam nur gerade so bis zur Begrüßung, als auch schon eine weitere Gestalt in den Magierladen platzte.

Mit imposantem Gebaren und lautlosen Trompeten- und Fanfarenklängen stellte sich Dr. Filibuster der Dunmer vor. Diese hob nur äußerst skeptisch die Augenbraue und versuchte die sonderbare Gestalt und dessen Intention einzuordnen.

Es stellte sich rasch heraus, dass der werte Herr nicht in das Emporium Arcanum kam, um selbst etwas zu erwerben. Stattdessen versuchte Dr. Filibuster nun seine zweifelhaften Waren zum Verkauf anzubieten.

Das erste Objekt fragwürdiger Begierden sollte eine Phiole mit Nereidentränen sein. Natürlich war es der Händler selbst gewesen, der mit seinem außergewöhnlichen Gesang die Nereiden zum Weinen gebracht hatte. So die Geschichte. Es war für Aethyra nicht schwer zu erkennen, dass es sich dabei schlicht um Wasser handelte und so fügte sich der fragwürdige Auftritt des Mannes langsam zu einem Bild zusammen.

Dr. Filibuster war einer dieser reisenden Händler, ein Scharlatan und Quacksalber. Kurzerhand entschied sich die Mer dazu, dass kleine Spielchen mitzuspielen. Vielleicht konnte sie auf diese Weise sogar selbst noch ein wenig herausschlagen.

Mit gespieltem Interesse betrachtete Aethyra die Phiole, nur um im gleichen Atemzug die Flüssigkeit darin ein wenig anzupassen. Winzige Fäden arkaner Energie strömten in das Fläschen und färbten den Inhalt sanft blau. Sogar ein schwaches Glimmen war nun zu erkennen.

Statt die Phiole mit den falschen Tränen zu kaufen, war es jetzt die Magierin, die von Filibuster zwei Goldstücke verlangte, denn immerhin könnte der Betrüger nun mit dem aufgewerteten Inhalt deutlich mehr bei unwissenden Kunden verlangen. Bedauerlicherweise wollte sich der Händler darauf nicht einlassen.

Währenddessen hatte sich die Bretonin weiter im Magierladen umgesehen. Eine steinerne Urne in der hinteren Ecke erweckte ihr Interesse. Etwas unbeholfen öffnete Mimei das Gefäß und bereute es wohl auch sofort wieder. Ein widerlich süßer Geruch von Verwesung schlug ihr augenblicklich entgegen.

Doch die Neugier siegte und so blickte die Frau tiefer hinein. Ein abgetrennter Arm, eine Leber und irgendetwas, dass nach Gedärmen aussah, konnten zumindest noch irgendwie identifiziert werden. Später erfuhr die Bretonin, dass es sich wohl um ‚frische‘ Ritualbestandteile handelte - woher auch immer diese wohl stammen mochten. So genau wollte es Mimei dann doch lieber nicht wissen.

Derweil ging das kleine Schauspiel um den doppelzüngigen Händler weiter. Als zweites wollte er Aethyra einen Spiegel anbieten, welcher einen stets wunderschön zeigte. Natürlich nur in völliger Dunkelheit. Selbstredend war auch dieses Objekt schlicht eine hübsch gesponnene Lüge und für die Dunmer absolut uninteressant.

Inzwischen wurde Dr. Filibuster hektisch und suchte in seinen viel zu tiefen Taschen nach einem dritten Verkaufsangebot. Diesmal zauberte er eine alte Steintafel hervor. Seltsame Runen, die in keiner bekannten Sprache verfasst waren, zierten die Oberfläche, während eine deutliche, arkane Aura von dem Relikt ausging. Besonders auffällig war ein Symbol, dass vage an ein Dreieck mit einem Kreis sowie einer Triskele erinnerte.

Abschätzend musterte Aethyra die Steintafel. Konnte es wirklich sein, dass der Quacksalber keine Ahnung hatte, was er da in Händen hielt? Nun weckte er also doch noch das Interesse der Magierin. Fünf Goldstücke verlangte Dr. Filibuster dafür. Doch die Mer nutzte geschickt die offensichtliche Nervosität und Unsicherheit des Mannes aus, um ihn am Ende auf nur zwei Goldstücke und einen Laib Brot herunterzuhandeln. Ein Schnäppchen für etwas potentiell so Wertvolles.

Rasch brachte die Weißhaarige die Steintafel in den hinteren Bereich des Emporium, nur um kurz darauf mit einem Brotlaib zurückzukehren. Nachdem Filibuster das Gold und den Laib erhalten hatte, verschwand er so schnell aus dem Laden, dass man hätte denken können, er habe seinen Schatten beim Herausgehen vergessen.

Mimei, die sich nebenbei den Almanach des Aberglaubens angesehen hatte, blickte Aethyra mit fragendem Blick an. Diese sah selbst etwas verwundert drein. Letztendlich verdrängten die Frauen diese sonderbare Begegnung lieber erst einmal aus ihren Gedanken. Immerhin war die Bretonin nicht grundlos in das Emporium Arcanum gekommen.

So berichtete die rothaarige Frau von ihrem Begehren. Tatsächlich wollte Mimei nichts bei der Magierin kaufen. Stattdessen bedurfte es einer arkanen Untersuchung, um sich dem Anliegen der Bretonin zu widmen. Infolgedessen beratschlagten sich die zwei Frauen noch eine Weile, ehe auch Mimei letztendlich den Magierladen verließ.

Noch spät in der Nacht brannten Kerzen in dem Haus am Rande der Stadt. Vor Aethyra lag die seltsame Steintafel auf ihrem Arbeitstisch im ersten Stock. Nachdenklich betrachteten die roten Iriden der Mer die obskuren Schriftzeichen. Welches Geheimnis mochte sich wohl darin verbergen?


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Donnerstag, 19. Mai 2022, 22:40

Geschichten aus dem Magierladen: Von Ayleïden und seltsamen Kopfschmerzen



Als das Klopfen an der Tür durch den Magierladen hallte, hatte Aethyra wohl nicht erwartet, dass kurz darauf ein Argonier das Emporium Arcanum betreten würde. Doch da stand er – und er war an diesem Abend bei Weitem nicht einmal das Sonderbarste.

Die dunklen Schuppen der Echse waren weitestgehend von einer robusten Robe verdeckt, während das Haupt von einer schädel-ähnlichen Zeichnung geprägt war. Sein Blick war starr, während man seine Mimik am besten als ‚nicht vorhanden‘ bezeichnen konnte. Doch trotz der für dieses Volk nicht untypisch kühlen Art kam Aethyra rasch mit ihm ins Gespräch.

Wie sich herausstellte, hatte der Argonier bereits vom Emporium Arcanum gehört. Es sprach sich also herum, dass der Magierladen in Wegesruh geöffnet hatte. Er suchte nach Schriften über die Ayleïden und so zögerte die Dunmer nicht lange und präsentierte ihm zuerst „Das unvollständige Kompendium ayleïdischer Geschichte“. Ein wahrlich dicker Wälzer mit einer unsortierten Sammlung von Abschriften verschiedenster Ayleïden-Bruchstücke.

Das zweite Buch, dass die Magierin aus einer anderen Ecke hervorkramte, war eine Kopie des Tagesbuchs eines Ayleïden-Forschers, der sich vorwiegend mit allen Formen von Schriften und Zeichen befasste.

Gerade als Aethyra das Tagebuch dem Argonier überreichte, trat eine weitere Person in das Emporium ein. Stolz und mit aufrechter Haltung blickte sich Maga Velynea Maryon im Magierladen um. Die Lichter der Kristalle warfen eigentümliche Schatten auf die aschgraue Haut der Dunmer.

Derweil beendete Aethyra das Gespräch mit dem Argonier, welcher sich letztendlich für das Tagebuch entschied. Zudem berichtete er noch davon, dass er wohl bald einige Vorträge zu den Ayleiden halten würde. Ein Thema, dass bei der Magierin durchaus auf Interesse stieß.

Doch dann endlich wandte sich die weißhaarige Dunmer Velynea zu. Die Maga der Magiergilde berichtete, dass sie erst kürzlich einige sonderbare Pergamentseiten von einer reisenden Händlerin erworben hatte. Aethyra brauchte nicht lange, um herauszufinden, was so seltsam an den Schriften war.

Ein kurzer Blick auf die erste Seite hatte gereicht, um einen stechenden Schmerz in den Tiefen ihrer Hirnwindungen entstehen zu lassen. Es fühlte sich an, als wolle sich etwas unter quälendem Ziehen direkt aus der Mitte ihre Schädels in Richtung ihrer Stirn nach draußen fressen wollen. Trotzdem Aethyra schon nach wenigen Augenblicken kaum mehr einen klaren Gedanken fassen konnte, verharrte der Blick ihrer blutroten Iriden noch einige weitere Atemzüge auf dem obskuren Schriften. Doch es gab keine Möglichkeit sie auf diese Weise zu lesen.

Das unangenehme Gefühl von zerfressenem Hirn hallte noch ein wenig nach, als sie sich bereits abgewandt hatte und angestrengt nachdachte. Tatsächlich aber kam ihr ein Gedanke, den sie sofort zu verfolgen gedachte.

Dafür wandte sich Aethyra ab und suchte nach einem weiteren Buch, nur um wenig später an einem anderen Regal einen weiteren dicken Wälzer zum Vorschein zu bringen. Aufmerksam blätterte die Magierin einige stille Lidschläge lang in dem in dunkles Leder gebundenen Buch, ehe sie endlich fand, wonach sie gesucht hatte.

Die Gildenmagierin wirkte erst sehr skeptisch, als Aethyra ihr von einem Bardenlied berichtete. Was sollte ein Barde mit verzauberten Schriften zu tun haben? Tatsächlich aber hatte der Barde Theres einst von einem liebeskranken Alten gesungen, der sich mit einem Fremden auf eine Wette einließ. Er verlor die Wette und der Fremde verzauberte daraufhin die Liebesbriefe von seiner Geliebten, sodass er sie nicht mehr lesen konnte und stattdessen unsägliche Kopfschmerzen erleiden sollte.

Natürlich war Velynea sofort enttäuscht, denn sollte es sich bei den Pergamenten wirklich nur um armseelige Liebesbriefe handeln? Zumindest konnte die Weißhaarige sie in dieser Hinsicht etwas beruhigen. Denn dem Lied zufolge, wurde der Alte wahnsinnig und in seinem Irrsinn hatte er die Briefe einfach gegessen.

Dennoch waren sich beide dunmerische Damen recht bald sicher, dass es sich bei dem Fremden in dem Lied um den daedrischen Fürsten Sheogorath handelte. Immerhin passte das Muster gut zu seinen fragwürdigen Spielen und womöglich wurde nicht nur der Alte in dem Lied Ziel eines solch schmerzhaften Schabernacks.

Während ihres Gesprächs kamen die beiden Magierinnen auch auf das Folium Discognitum zu sprechen. Den Geschichten zufolge, besaß dieses nicht minder merkwürdige Buch ebenso die Angewohnheit, sich den Blicken seines Lesers zu entziehen. Möglicherweise gab es da Zusammenhänge.

So entschied man sich dazu, einigen Hinweisen nachzugehen. Velynea wollte versuchen der Verzauberung selbst auf den Grund zu gehen, sie nachzubilden, um sie zu verstehen. Derweil bot Aethyra der Maga an, einen Weissagungszauber auf die Seiten zu wirken, um so vielleicht zumindest im Ansatz herauszufinden, woher die reisende Händlerin die Seiten gefunden haben könnte. Doch der Zauber würde etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Trotz der offensichtlichen Gefahr, die von der Verzauberung eines daedrischen Prinzen ausging, siegte letztendlich der Wissensdurst bei den beiden Frauen – selbst wenn es sich am Ende womöglich nur um das neuste Rezept für Skeever-Eintopf handelte.



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Freitag, 8. Juli 2022, 23:14

Geschichten aus dem Magierladen: Die Rückkehr



Es war bereits spät in der Nacht als sich eine verhüllte Gestalt dem Eingang des Emporium Arcanum näherte. Im Gehen stützte sie sich auf einen langen Stab, an dessen Ende ein zerbrochener Kristall matt schimmerte. Die Frau mit der aschgrauen Haut trug eine Robe aus edlen, bräunlichen Stoffen, die hier und da durch kunstvoll verziertes Leder verstärkt wurde. Doch selbst im Zwielicht der Fackeln konnte man die Spuren des Kampfes an der Kleidung deutlich erkennen.

Schmierig glänzend wirkten die Flecken auf der Robe, die sich in unregelmäßigen schwarzen Spritzern überall verteilten. Am Saum konnte man auffällige Brandspuren erkennen, während das Leder der Armschienen gar einen Klauenhieb hatte aushalten müssen.

Als Aethyra die Kapuze abnahm, wirkte ihr weißes Haar wie ein leuchtender Punkt in der Dunkelheit. Doch der sonst präzise hochgesteckte Schopf wirkte etwas mitgenommen. Hier und da fielen kleinere Strähnen heraus.

Doch trotz all der Erschöpfung und offensichtlich lädierten Erscheinung blieb die Haltung der Magierin aufrecht und selbstbewusst. Selbst jetzt – oder aber gerade wegen ihres martialischen Äußeren – hätte ihr wohl kein Gauner des nachts aufgelauert.

Mit einigen geübten Handbewegungen öffnete die Dunmer das magische Schloss an der Tür zum Magierladen. Das blaue Schimmern der Glyphen erhellte für einen Moment die nahe Umgebung und warf das Antlitz Aethyras in ein obskures Licht.

Rasch trat sie ein, ehe eine weitere, schwungvolle Geste das Schloss hinter sich wieder verriegelte. Im Inneren des Emporiums war es weitestgehend still. Nur das stete, arkane Surren und Summen schwang beruhigend durch die Räumlichkeiten.

Als Aethyra daraufhin zur Treppe lief, erklang das wiederholte Tocken des Stabes auf dem hölzernen Boden wieder und zerbrach damit in regelmäßigen Abständen die Stille. Oben angelangt, stellte die Weißhaarige zuerst den Stab seitlich an einen Balken, ehe sie sich kurzerhand ihrer verdreckten Kleider entledigte.

Während sie ihre Gewänder achtlos am Boden zurückließ, atmete Aethyra tief ein. Sie genoss es, die verdreckten Dinger endlich los zu sein. Ihr Ziel war nun der hintere Teil ihrer Gemächer. Mit jedem Schritt, den sie ging, löste sie einen weiteren Knoten in ihrem schneeweißen Haar, welches am Ende des Weges in langen Strähnen ihren nackten Rücken hinunter glitt.

Nach einem ausgiebigen, heißen Bad und neuer, duftenden und vor allem sauberen Garderobe trat die Dunmer wieder in ihren Arbeitsbereich. Ihre Schritte wirkten bereits deutlich leichter, als hätte das Bad nicht nur den Dreck des Kampfes weggewaschen.

Aethyra setzte sich im Halbdunkel des Raumes an ihren Schreibtisch, der wie meist mit verschiedenen Büchern und Kristallen bedeckt war. Es wirkte ziemlich unordentlich und doch wusste die Magierin mit einem Handgriff, wo sie ein in helles Leder gebundenes Buch findet. Das Tagebuch war mit einem Band verschlossen, welches sie nun sorgfältig abwickelte, um es zu öffnen.

Der Blick der blutroten Iriden wanderte zu den filigran, nahezu perfekt geschwungenen Worten, die auf einer der beiden Seiten geschrieben standen. Die andere wiederum war noch leer. Mit Zeige- und Mittelfinger strich Aethyra sanft über die Oberfläche des Pergaments, als wolle sie dessen Beschaffenheit auf mögliche Makel prüfen. Dann nahm sie einen dünnen Stift zur Hand, auf welchem feine geschwungene Zeichen im Dunkel schimmerten, und begann zu schreiben.

Zitat

„Nachdem ich unvermittelt in die verschwörerischen Geschehnisse rund um das Haus der Wissenschaft eingebunden wurde, ist es nun endlich getan. Der Schakal und der Lich Loriel wurden besiegt. Obgleich es ein Sieg war, so war es doch ein unbefriedigender. Zwar wurde der Lich geschwächt und die Vampirin, die sich als Schakal herausstellte, musste schwer verletzt fliehen, doch endgültig ausgeschaltet wurde keiner von beiden.

Auch wenn ich selbst eine deutlich kürzere, gemeinsame Geschichte mit diesen beiden Unholden teile als die anderen Gefährten, so fühlt es sich am Ende dieser Reise doch nur wie ein weiteres Kapitel in einem noch nicht zu Ende geschriebenen Buch an. Ich hege den Verdacht, dass es nicht das letzte Mal war, dass wir von den beiden hörten. Doch vermutlich sollte dennoch eine Weile Ruhe einkehren.

Trotz allem war diese zweifelhafte Unternehmung ein geringer Erfolg für mich. Ich konnte weitere Kontakte knüpfen oder verfestigen. Selbst wenn man keine gegenseitigen Sympathien hegt, so wird es doch immer eine prägende Erinnerung bleiben gemeinsam dem nahenden Tod entkommen zu sein. Diese Kontakte werden für zukünftige Anstrengungen gewiss noch sehr nützlich sein.“

Mit diesen Worten schloss die Magierin vorerst wieder das Buch und legte den Stift sorgsam zur Seite.



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Mittwoch, 24. August 2022, 08:29

Das menschliche Schriftbild war nur selten wirklich schön anzusehen, jedenfalls in den Augen von Altmer und Dunmer. Ihr fehlte das Elegante, das Geschwungene, und eine gewisse Leichtigkeit. Die Handschrift von Namir al-Rashid wusste das noch einmal zu unterbieten, was umso erstaunlicher und rätselhafter war, da es sich bei dem Leiter des Forscherhauses um einen gelernten Schreiber handelte, der unter anderem auch in der Kunst der Kalligraphie bewandert war. So kam es, dass die Magistra ein Brief erreichte, der -für dunmerische Verhältnisse- in einem geradezu schludrigen Zustand geschrieben worden war. In völligem Kontrast dazu stand das edle Pergament und die Tinte, allem Anschein nach das schon seit geraumer Zeit unter bretonischen Adeligen sehr beliebte Königsblau, ein kräftiger Farbton mit einem Hauch von Goldpulver.


Zitat

Hochgeschätzte Magistra Aethyra Marethi,

wir kennen uns nun schon seit unserer gemeinsamen Zeit in der Akademie Twyllagea, weshalb ich nur zu gut weiß, dass Diskretion für Euch kein Fremdwort ist. Und Diskretion ist es, was ich derzeit besonders brauche, sowohl in meinem persönlichen Interesse als auch im Interesse des Hauses der Wissenschaft. Die Aufregung um das Forscherhaus mag sich gelegt haben, und ich wünsche, dass das auch so bleibt.

Die Ereignisse in Immerfort und auch davor haben deutlich gezeigt, welchen Gefahren wir uns immer wieder stellen müssen. Natürlich hoffe ich, dass wir in Zukunft nicht erneut in ähnliche Schwierigkeiten geraten, doch bekanntlich liegt es nicht an uns, den Pfad unseres Lebens frei zu wählen, sondern wir müssen ganz auf die Gnade der Götter hoffen. Wie dem auch sei, Ihr wisst wahrscheinlich, dass ich ein gewisses magisches Potential verfüge. So ungern ich auf meine magischen Fähigkeiten zurückgreife, so hat Immerfort mir doch deutlich vor Augen geführt, dass Stahl und Verstand allein zuweilen nicht ausreichen, um den Feind zu besiegen. Wären die Dinge anders gelaufen, hätte ich meine Magiekenntnisse verbessert? Wahrscheinlich nicht. Doch zumindest würde ich mich dann nicht mit dem Gedanken herumtragen, meine Gefährten nicht ausreichend geschützt zu haben.

Die logische Konsequenz aus dieser Überlegung ist daher, mein Studium der Magie wieder aufzunehmen - wenn auch nur widerstrebend. Ich hege nicht die Absicht, ein voll ausgebildeter Kampfmagier zu werden, noch habe ich dafür die notwendigen Voraussetzungen. Doch möglicherweise kann ein besseres Verständnis der Magie und eine Verbesserung meiner magischen Fähigkeiten gelegentlich von Nutzen sein. Und hier brauche ich Eure Hilfe. Zum einen benötige ich eine Reihe von Büchern über Magie, vor allem Kampfmagie. Vorzugsweise verständlich erklärt und an Adepten gerichtet. Ich vertraue hier ganz auf Euer fachliches Urteil und würde die Bücher gerne persönlich bei Euch abholen, sobald Ihr eine Reihe von Titeln zusammengestellt habt.

Zum anderen brauche ich Euren Rat. Kennt Ihr vielleicht einen Magus, der bereit wäre, mich sporadisch im Studium der Magie zu unterstützen? Vorzugsweise jemand aus der Magiergilde. Und jemand, der nicht gleich alles ausplaudert und die halbe Stadt über meine Wiederaufnahme des Magiestudiums in Kenntnis setzt. Magistra Velynea Maryon hatte sich bereit erklärt, mich zu unterstützen, musste jedoch unerwartet verreisen. Leider ist nicht bekannt, wann sie wieder zurückkehrt.

Ihr fragt Euch wahrscheinlich zu recht, warum ich mich nicht direkt an die Magiergilde wende. Ich hege keinerlei verbotenen Absichten. Mir geht es allein darum, das Geschwätz der Magier nicht unnötig zu nähren. Es ist wirklich erschreckend, dass einige Magier und Adepten bei der Verbreitung von Klatsch und Tratsch den Marktweibern zuweilen in nichts nachstehen. Was das Haus der Wissenschaft derzeit braucht, ist Ruhe, nicht erneut vermeintliche oder tatsächliche Aufreger. Die Nachricht über meine Wiederaufnahme des Magiestudiums wird sich noch früh genug verbreiten.

Ich bin sicher, dass Ihr mir weiterhelfen könnt und danke Euch für Eure Unterstützung.


mögen die Götter Eure Schritte leiten
Namir al-Rashid



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Nysha (24.08.2022)

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Sonntag, 4. September 2022, 16:36

Geschichten aus dem Magierladen: Der ganz normale Alltag: skurrile Liebespuppe, verzauberte Augen und der Orden der Hexenjäger



Nachdem sich der Trubel um den Boethiah-Kult langsam gelegt hatte, trat auch im Emporium Arcanum langsam wieder der gewohnte Alltag ein. Selbstverständlich sollte es in einem Laden für arkanen Krimskrams dennoch niemals wirklich langweilig werden.

Zuletzt machte sich vor allem Aethyras aufopfernder Einsatz im Kampf gegen den Kult und deren kaltblütige Anführer endlich bezahlt. Immerhin hatte ihre Teilnehme an dieser Unternehmung überwiegend das Ziel gehabt, Kontakte zu knüpfen, um ihren Einfluss innerhalb von Wegesruh auszuweiten. Bereits beim ersten darauffolgenden Gespräch im Haus der Wissenschaft wurde reges Interesse am Emporium Arcanum gezeigt.

Doch zuerst stand noch eine andere Angelegenheit an. Schon einen Tag nach ihrer Rückkehr aus Immerfort traf sich die weißhaarige Dunmer mit Mimei be'Rith, einer ihr bereits bekannten Söldnerin, welche die Magierin schon in der Vergangenheit hin und wieder besucht hatte. Aethyra machte der hübschen Bretonin mit der athletischen Figur und den auffälligen Hautzeichnungen ein Angebot. Fortan sollte sie als Wache und für gelegentliche Botengänge im Emporium tätig sein. Somit musste sich die Mer nun also nicht mehr gänzlich alleine um die Angelegenheiten des Magierladens kümmern.

Die selbstbewusste und neugierige Heilerin Delia Lerineaux kam kurz darauf in das Emporium Arcanum. Nachdem sie sich aufmerksam und interessiert umgesehen hatte, band eine kuriose Puppe ihre Aufmerksamkeit. Sofort wollte sie mehr darüber wissen, und so berichtete Aethyra, was sie wusste.

Auf den ersten Blick sah die sonderbar, aus verschiedenen Stücken zusammengenähte Katzenpuppe aus wie ein einfaches Kinderspielzeug. Tatsächlich handelte es sich dabei aber wohl um eine Liebespuppe, mit der man angeblich die Liebe einer Person erzwingen könne. Es gab sogar Aufzeichnungen dazu, wie man ein besonderes Ritual durchzuführen hatte.

Selbst der nachdrückliche Hinweis, dass das fragwürdige Liebesobjekt unter Umständen nicht funktionieren würde, hielt die sichtlich aufgeregte Delia nicht davon ab, die Puppe und eine Abschrift des Rituals letztendlich zu erwerben. Scheinbar wollte die Bretonin das fragwürdige Artefakt selbst ausprobieren. Sichtlich amüsiert bat Aethyra daraufhin um Rückmeldung, ob es denn nun wahrhaftig funktioniert. Bisher hatte sich Madame Lerineaux jedoch noch nicht gemeldet –vielleicht blieb keine Zeit, da sie nun in den Armen ihrer großen Liebe ruht.

Auch der Magus Aaravos Arden betrat bald darauf das Emporium Arcanum. Nachdem man noch vor einigen Tagen Seite an Seite gegen die Mächte der Finsternis gekämpft hatte, war der hochmütige Altmer weniger am Inventar des Magierladens interessiert als an der Besitzerin selbst. Gewappnet mit einer Flasche teuren Nereidenweins versuchte der Magier Aethyra bei einem entspannten Gespräch so manche interessante Geschichte zu entlocken. Fast wäre dabei der Eindruck entstanden, der Altmer würde um die Gunst der Magierin werben. Aber ob sich die Dunmer darauf wirklich einlassen würde? Das blieb wohl noch anzuzweifeln.

Anders, aber nicht minder ausschweifend, verlief die Konversation mit Pater Corentin, welcher in den vergangenen Wochen dem Emporium ebenso einen Besuch abstattete. Er hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass er einige Bücher für seinen Neffen zu den Grundlagen der Magie suche. Trotz der offensichtlichen Abneigung des Priesters gegenüber der Dunmer entwickelte sich letztendlich eine überaus tiefgreifende Diskussion über Aetherius und Daedronen.

Zudem berichtete Corentin davon, dass er zusätzlich Informationen zum daedrischen Prinzen Clavicus Vile suchte. Scheinbar gab es wohl eine vampirische Blutlinie, die ihn diesbezüglich interessierte. Nachdem Aethyra ihm einige Bücher herausgesucht hatte, wurde das Gespräch der beiden gar ein wenig politischer Natur. Insgeheim hätte man sich wohl einbilden können, dass sich der erzkonservativen Pater zeitweise gar mit der Dunmer verstand. Doch das wäre wahrlich zu viel des Guten gewesen.

Vor einigen Tagen erhielt Aethyra dann einen Brief des Forschers Namir al-Rashid. Offenbar hatten ihn die Vorkommnisse rund um den Boethiah-Kult dazu animiert, sein Studium der Magie wieder aufzunehmen. Die Worte des Schreibers hatten der Magierin ein deutliches Schmunzeln entlockt. Doch selbstverständlich hatte sie ihm rasch einige Bücher zusammengestellt, welche sie kurz darauf gar persönlich ins Haus der Wissenschaft brachte.

Dort schien sie wieder einmal einen äußerst passenden, wenn auch reichlich chaotischen Moment abgepasst zu haben. Nebst der Ankündigung einer neuen Forschungsreise in den kalten Norden – Aethyra war sich hierbei recht sicher, dass sie weder die Kälte des Nordens, noch die potentielle Interaktion mit diversen Nord befürworten würde– tauchte zudem noch eine äußerst enervierende Dame vom Orden der Hexenjäger auf. Für Aethyra machte es den Anschein, als hatte jene Person zuvor noch ihre Manieren brutal erschlagen und unter einer dunklen Brücke vergraben.

Offensichtlich wollte diese tölpelhafte Frau eine Hausdurchsuchung durchführen. Samt königlichem Erlass suchte sie lautstark nach möglichen Ungeheuern. Diese polternde Frau erwies sich in Aethyras Augen rasch als offensichtlich unfähig. Obgleich man der Besitzerin des Emporium Arcanum ebenso eine Hausdurchsuchung ankündigte.

Nachdem die Ordensfrau sich einem rasenden Kagouti gleich wieder entfernt hatte, wandte sich die Dunmer der Komtess Vanesé Laurent zu, die an diesem Abend ebenso im Haus der Wissenschaft anwesend war. Nur einen Tag zuvor hatte sich die bretonische Adlige schriftlich mit einem dringlichen Anliegen an die weißhaarige Magierin gewandt. So verabredete man sich für den folgenden Abend.

Die Komtess hatte ausdrücklich um Diskretion in jener Angelegenheit gebeten, obgleich die gelb schimmernden Augen wohl nur schwer zu übersehen waren. Doch, wenn Aethyra eines konnte, dann wohl Geheimnisse bewahren.

Tatsächlich ging es Vanesé überwiegend darum, ihre unnatürlichen Augen zu verbergen. Da Aethyra die Ursache für diese kannte –immerhin war sie anwesend gewesen, als es einst geschah– sprach sie offen mit der Bretonin und offerierte ihr zwei Optionen. Letztendlich vereinbarte man die Verzauberung von drei Ringen mit unterschiedlichen Augenfarben. Die Adlige bot zudem das doppelte des Preises, um den beauftragten Verzauberer zur Eile zu treiben.

Aethyra und Vanesé einigten sich zusätzlich darauf, dass sich die Magierin selbst ein wenig mehr mit der obskuren Krankheit der Bretonin auseinandersetzen würde. Offensichtlich vertraute Madame Laurent der Priesterschaft nicht ausreichend, um sich von jenen helfen zu lassen. Die bretonische Adlige würde Aethyra in Zukunft vermutlich noch öfter beschäftigen.

Zuletzt aber fand dann die angekündigte Hausdurchsuchung statt. Glücklicherweise –für die unhöfliche Ordensfrau– kam ein junger Mann, der sich als Eric Howe, Offizier vom Orden der Hexenjäger, vorstellte. Der junge Bretone erwies sich als äußerst freundlich und gar neugierig. Entsprechend entgegenkommend verhielt sich die Dunmer und gab ihm gar einen kleinen Rundgang durch den Magierladen.

Doch trotz –oder gerade aufgrund– all der Höflichkeit und Offenheit des Mannes, durchfuhr Aethyra ein unbehagliches Gefühl. Je länger er in ihrem Laden verweilte, umso unangenehmer zog es in ihrem Inneren. Worte und Gebaren konnten täuschen. Sie war selbst eine gute Schauspielerin und wusste, wie man eine sichere Fassade aufbauen konnte. Was also verbarg Eric Howe?

Ein einfacher Hellsichtzauber, sollte auf arkaner Ebene Klarheit bringen. Doch was sie dort erblickte, verwirrte sie nur umso stärker. Eine schattenhafte Gestalt verweilte hinter dem Mann. Die langen Klauen hielten seine Schulter in festem Griff, als würde sie ihn gar führen. Dies war jedoch nicht einmal das Sonderbarste an allem. Sie spürte IHN. Was hatte ER mit dem Orden der Hexenjäger zu schaffen? Oder ging es gar um etwas ganz anderes?

Sie musste herausfinden, was dahintersteckte. SEIN Einfluss passte für den Augenblick einfach nicht in das Gesamtbild. So fragte Aethyra zuerst nach offensichtlichen Fakten und erfuhr von Valdrigue Esharoth, dem Großmeister des Ordens der Hexenjäger. Auch das seltsam vibrierende Amulett des Offiziers wurde mit einem Schlag deutlich interessanter. Doch bedauerlicherweise erhielt sie nicht die Möglichkeit es näher zu betrachten.

Dennoch hatte die Dunmer eine Entscheidung getroffen. Sie musste mehr über den Großmeister in Erfahrung bringen. So lockte sie den jungen Offizier mit Informationen zum zerschlagenen Boethiah-Kult. Obgleich ein direktes Treffen mit Valdrigue zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich war, begnügte sich Aethyra mit der zweitbesten Option –die Befehlshaberin in Wegesruh oder besser bekannt als der unhöfliche Kagouti mit der schiefen Nase. Doch die Magierin war sich sicher, die Schatten würden ihr den rechten Weg weisen.



"Va garlas agea, gravia ye goria, lattia mallari av malatu."

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Nysha« (4. September 2022, 16:41)


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Valdrigue (04.09.2022), ddr.Peryite (04.09.2022), Mimei (04.09.2022), Celebringil (05.09.2022)