Sie sind nicht angemeldet.

Dolchsturz-Bündnis Haus der Wissenschaft

Celebringil

Gelehrter

  • »Celebringil« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 715

Gilde: Haus der Wissenschaft

Allianz: Dolchsturz-Bündnis

  • Nachricht senden

41

Donnerstag, 15. April 2021, 10:57

Im Haus der Wissenschaft kehrte keine Ruhe ein, ganz im Gegenteil. Erst musste Dila at-Hallin zurück zu ihrer Familie, da ihr Vater im Sterben lag. Dann gab es einen Einbruch im Forscherhaus, und es wurde ein Teil einer bedeutsamen Karte gestohlen. Und nun folgte auch schon die nächste unangenehme Überraschung. Baroness Emelyne von Varnberg verliess ebenfalls das Haus der Wissenschaft, um "auf Bitten" ihres Vaters zum Familiensitz zurückzukehren. Baron von Varnberg hatte genug von den Abenteuern seiner Tochter und bestand darauf, dass Emelyne endlich ihren Verpflichtungen als Adelstochter nachkam.

Der Verlust einer weiteren Schülerin in so kurzer Zeit dürfte kein gutes Licht auf das Forscherhaus werfen. Noch dazu, da es sich um eine Adelige handelte. Um den guten Ruf zu wahren (oder besser, zu retten), begleitete Ghin Korcisis die Baroness zum Familiensitz, um vor Ort Rede und Antwort zu stehen und mit diplomatischem Geschick die Wogen zu glätten. Es war wohl kein Zufall, dass genau zu dieser Zeit Madame Barneau, Mäzenin des Forscherhauses, diversen Adelsfamilien in Wegesruh Besuche abstattete und hier und da kleine Geschenke machte.

Für Namir al-Rashid war es in dieser prekären Lage eine willkommene Abwechslung, Vorbereitungen für eine Reise nach Schildwacht zu treffen, um von dort aus weitere Nachforschungen bezüglich der Schatzkarte zu betreiben, die sie vor kurzem entdeckt hatten. Prinz Silann Ashere war bereits schriftlich informiert worden und hatte erfreulicherweise seine Unterstützung zugesagt. Aaravos Arden und Liniphia würden den Forschungsreisenden begleiten, ebenso die Heilerin Delia Lerineaux. Es galt, so rasch wie möglich die rothwardonische Hauptstadt zu erreichen, und entweder den Verliesvagabund Giraud Rolaine zu finden, der im dringenden Verdacht stand, die zweite Kartenhälfte gestohlen zu haben. Oder aber vor dem Dieb den Schatz zu bergen.

Als sich die drei Forscher und die Heilerin im Wegesruher Hafen auf dem Schiff eingefunden hatten, das sie nach Schildwacht bringen sollte, gab es erneut eine Überraschung. Genauer, gleich zwei. Ulfrik Grimsson, jener Nord, der zuvor bei der Rettung der Baroness Emelyne geholfen hatte, hatte Schande über seine Familie gebracht und war dazu verpflichtet worden, mit einer besonders beeindruckenden Tat die Ehre wieder herzustellen. So war Ulfrik "zufälligerweise" in Wegesruh angekommen und spekulierte auf ein Abenteuer mit den Mitgliedern des Forscherhauses. Namir hielt es für sinnlos, dem Nord den Unterschied zwischen einer Forschungsreise und einem Abenteuer, wie es Ulfrik vorschwebte, zu erklären. Einerseits war der Schreiber und Forscher durchaus froh über Ulfriks Unterstützung. Andererseits fürchtete Namir, dass er einen Großteil der Zeit damit beschäftigt war, den Nord von Dummheiten abhalten zu müssen.

Die zweite Überraschung war S'okhar, ein khajiitischer Krieger. Er und Ghin hatten sich vor einer Weile im Gasthaus von Wegesruh kennengelernt. Der Bosmer war der Meinung, wenn er schon nicht selbst mitreisen könne, sollte wenigstens S'okhar auf die Forschergruppe aufpassen. Dagegen war grundsätzlich nichts einzuwenden - hätte Ghin seinen Forscherkollegen zuvor wenigstens kurz informiert. Namir würde mit dem Bosmer ein ernstes Wort reden, sobald sie sich alle im Forscherhaus wiedersahen.

Namir hatte bei der anstehenden Reise kein gutes Gefühl. Liniphia war ganz versessen darauf, das Schiff zu erkunden (und damit den Matrosen ständig im Weg zu stehen), Aaravos rümpfte schon beim ersten Kennenlernen gegenüber Ulfrik die Nase, und Ulfrik selbst schien vor allem auf wilde Abenteuer aus zu sein. S'okhar wiederum erwähnte eine Bonuszahlung, und Namir fragte sich insgeheim, was der Khajiit und Ghin wohl vereinbart hatten. Einzig Delia schien in der Gruppe halbwegs unauffällig zu sein. Dem Forschungsreisenden dämmerte, dass es keine leichte Reise werden würde.

Es haben sich bereits 3 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

NerevarLP (15.04.2021), Silann (15.04.2021), Sedonis (15.04.2021)

Celebringil

Gelehrter

  • »Celebringil« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 715

Gilde: Haus der Wissenschaft

Allianz: Dolchsturz-Bündnis

  • Nachricht senden

42

Mittwoch, 7. Juli 2021, 15:18

Es war früher Morgen, kurz vor Sonnenaufgang, am Stadtrand von Schildwacht. Eine Gruppe von Kamelen und Pferden wartete geduldig in der angenehm milden Luft, während ihre Reiter allerlei Gepäck befestigten, vornehmlich Taschen und Rucksäcke. Die Reiter, das waren der Abenteurer und Häuptlingssohn Ulfrik Grimsson, Amrán al Sahid als Vertreter von Prinz Silann, der junge Magier Aaaravos Arden, die Bosmer und Späherin Liniphia, die Heilerin Delia Lerineaux, die khajiitische Soldklinge S'okhar, sowie der Forschungsreisende Namir al-Rashid. Die Gefährten bereiteten sich auf einen langen und beschwerlichen Ritt durch die Alik´r vor, auf der Suche nach einer in Vergessenheit geratenen Ruine irgendwo an der nordöstlichen Küste. Wenn die Informationen stimmten, würden sie im Inneren der Ruine einen kulturell bedeutsamen Schatz finden ... ein Buch, geschrieben von Frandar do Hunding.

~ ~ ~


Einige Zeit zuvor ...
Kaum hatte Ulfrik festen Boden unter den Füssen, streckte er sich und schaute sich ausgiebig im Hafen um. Arbeiter transportierten Waren, Lasttiere trotteten unter Führung ihres Besitzers schwer beladen durch die Menge, ein Hafenmeister diskutierte lebhaft mit einem altmerischen Kapitän, eine Gruppe bretonischer Matrosen trank billigen Rum und erzählte sich obszöne Geschichten. Es ging wahrlich lebhaft zu im Hafen von Schildwacht.

S'okhar und Liniphia verliessen als nächstes das Schiff. Während der Khajiit sich gelangweilt an einen Stapel Kisten lehnte und auf die übrigen Gefährten wartete, ließ Liniphia ihre neugierigen Blicke umherschweifen, als könne sie sich nicht entscheiden, wohin sie als erstes laufen sollte, um alles zu erkunden. Aaravos zeigte sich einmal mehr als Edelmann und bot Delia seinen Arm an, um sie sicher an Land zu geleiten. Zum Schluss folgte Namir, der sich immer wieder besorgt nach einer Gruppe Matrosen umsah, die diverse kleine Kisten vom Schiff laden sollten.

Die Gefährten wurden bereits im Palast von Prinz Silann Ashere bzw. dessen Vertreter Amrán al Sahid erwartet und willkommen geheißen. Gastfreundschaft wurde im Haus Ashere seit jeher groß geschrieben, doch waren die Ereignisse der letzten Wochen und Monate nicht spurlos an Silann vorüber gegangen. Eine der Auswirkungen war, dass der Prinz mehr denn je auf Sicherheit achtete - und die Gäste vor Eintritt ins Innere des prinzlichen Anwesens ihre Waffen abgeben mussten. Die Verärgerung darüber war jedoch schnell vergessen, als die Gefährten von Amrán empfangen und zu einem reich gedeckten Tisch geführt wurden. Während Ulfrik und S'okhar heimlich einen Wettbewerb "wer hat die schlechtesten Manieren beim Essen" auszutragen schienen, wurde Amrán ausführlich über den Verliesvagabund Giraud Rolaine, eine Schatzkarte und deren Diebstahl berichtet. Der Gastgeber musste nicht lange überlegen und sagte seine Unterstützung zu, um Rolaine die Schatzkarte wieder abzunehmen und einen möglichen Kunstraub zu verhindern.

In einem ersten Schritt teilte sich die Gruppe auf. Delia und Aaravos suchten in den nächsten Tagen die Magier- und Kriegergilde in der Stadt auf, um sich dort unauffällig nach Rolaine umzuhören. Ulfrik und Liniphia versuchten, im Hafen unter den Matrosen und Gossenläufern Informationen aufzuschnappen, während S'okhar den Kamelhändlern einige Fragen stellte. Und Amrán sorgte dafür, dass die Informanten des Prinzen auf Hinweise über den Verbleib des Verliesvagabunden achteten. Namir indessen suchte eine alte Rothwardonin auf, eine Geschichtenerzählerin. Vielleicht gab es eine Legende, die mit ihrem Schatz zu tun hatte. Es galt, jeden noch so kleinen Vorteil zu nutzen, um entweder dem Bretonen die gestohlene Karte wieder abzunehmen, oder aber vor Rolaine an den Schatz zu kommen.

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Silann (10.07.2021)

Celebringil

Gelehrter

  • »Celebringil« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 715

Gilde: Haus der Wissenschaft

Allianz: Dolchsturz-Bündnis

  • Nachricht senden

43

Mittwoch, 14. Juli 2021, 10:19

Die Gefährten trafen sich zwei Tage später erneut im Anwesen des Prinzen und tauschten aus, was sie in Erfahrung bringen konnten. Indem sie ihre Informationen zusammentrugen, zeichnete sich mehr und mehr ab, was der Verliesvagabund Rolaine vor hatte. Der diebische Bretone musste eine Gruppe von ehrlosen Schurken angeheuert haben, die ihm dabei helfen sollten, den Schatz zu finden. Rolaine schien auch schon einen Verdacht zu haben, wo er suchen musste. Laut einem Mitglied der Magiergilde hatte der Bretone stundenlang in der Bibliothek gelesen, bis er plötzlich aufsprang und eiligst verschwand. Und es gab noch ein Problem. Einige der Reittierhändler in der Stadt wurden bestochen, damit sie keines ihrer Tiere an einen bestimmten rothwardonischen Forscher ausliehen. Rolaine wollte so offenbar verhindern oder wenigstens hinauszögern, dass die Gefährten ihm folgten.

Damit war der Verliesvagabund den Abenteurern einen großen Schritt voraus. Jetzt blieb nur noch die Hoffnung, dass wenigstens die Geschichtenerzählerin, die Namir aufgesucht hatte, den Gefährten einen Hinweis geben konnte. Namir selbst war immer noch in der Bibliothek der Magiergilde.

Als alle berichtet hatten, was sie herausfinden konnten, deutete Amran al Sahid auf die ältere Dame zu seiner Rechten, die die ganze Zeit über dem regen Austausch der Gruppe stillschweigend zugehört hatte. Elif bin-Hayet, die rothwardonische Geschichtenerzählerin, wartete geduldig, bis auch der Letzte im kleinen Speisesaal verstummt war, dann begann sie ihre Geschichte. Sie streifte kurz über Yokuda, folgte den Schiffen über das Meer zu den ersten Inseln, die die Vorfahren der Rothwardonen besiedelten. Erzählte von dem langen Konflikt zwischen Ahnherren und Kronen ... Mit jedem Wort gerieten die Gefährten immer tiefer in die Geschichte, wurden Beschreibungen und Bilder für flüchtige Momente fast schon real, als wäre die Gruppe Teil der Erzählung.

Sie erfuhren vom Ahnherren Jaron al-Sami, der ein Buch von unschätzbarem Wert in Sicherheit bringen wollte, zu einer Zeit, als die Kronen die Ahnherren unerbittlich verfolgten. Jenes Buch, zu dem die Schatzkarte führte. Sie erlebten das Abenteuer von Jarons Flucht aus Schildwacht mit Hilfe seiner Gefährten, als wären sie selbst an der Seite von Jaron gewesen. Und endlich wussten sie, wo das Buch wirklich versteckt war. Die Karte zu dem Schatz war einst von Jaron nur dazu angefertigt worden, um eine falsche Spur zu legen. So schnell konnte sich das Blatt wenden, denn nun waren die Gefährten im Vorteil, während Giraud Rolaine an völlig falscher Stelle nach dem Schatz suchte.

Elif hatte sich bereits zurückgezogen, und Namir war noch immer nicht zurückgekehrt, als es völlig unerwarteten Besuch gab. Und mit ihm neue Schwierigkeiten ...

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Silann (21.07.2021)

Celebringil

Gelehrter

  • »Celebringil« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 715

Gilde: Haus der Wissenschaft

Allianz: Dolchsturz-Bündnis

  • Nachricht senden

44

Mittwoch, 21. Juli 2021, 14:30

Es war ein tolldreistes Stück. Während die Gefährten im Anwesen von Prinz Silann ausgiebig über die neu gewonnenen Informationen diskutierten, eilte ein Diener herbei und flüsterte Amran al Sahid etwas ins Ohr. Die Miene des Rothwardonen verfinsterte sich und er nickte knapp. Kaum war der Diener verschwunden, betrat auch schon jener Mann den Raum, der für all den Ärger sorgte - Giraud Rolaine!

Mit einem frechen Grinsen musterte der Verliesvagabund die Gruppe und schlug nach einer überheblichen Begrüßung einen Handel vor. Würden die Gefährten ihm die zweite Hälfte der Schatzkarte aushändigen, würde Namir al-Rashid wieder freigelassen. Nach einem kurzen Moment der Verwirrung nahmen Ulfrik, S'okhar, Aaravos und Amran den Verliesvagabund gehörig in die Mangel. Delia ging sogar so weit, die zweite Kartenhälfte vor aller Augen leicht anzusengen. Rolaine knickte unter dem Druck erstaunlich rasch ein, und nach und nach offenbarte sich das Dilemma, in das der Bretone geraten war.

Wie die Gefährten zuvor bereits in Erfahrung bringen konnten, hatte Rolaine tatsächlich einige Schurken unter der Führung eines grobschlächtigen Orks angeheuert. Zunächst lief alles nach Plan, doch plötzlich drehten die Diebe den Spieß kurzerhand um. Sie setzten dem Verliesvagabund gehörig zu und waren keineswegs bereit, den Schatz zu teilen. Da es ihnen nicht schnell genug voranging, entführten sie kurzerhand und gegen Rolaines Willen Namir, als der auf dem Weg zur Magiergilde von Schildwacht war. Der Verliesvagabund hatte offenbar völlig die Kontrolle verloren und war Opfer seines eigenen Plans geworden. Schatz hin oder her, jetzt wollte er nur noch raus aus der ganzen Sache und seine eigene Haut retten. Sollten sich die Gefährten doch um die Schurken kümmern.

So einfach wollte die Gruppe Rolaine jedoch nicht gehen lassen. Sollte die Geschichte stimmen und Namir wirklich entführt worden sein, dann gab es nur einen Weg - Giraud Rolaine wurde kurzerhand dazu "aufgefordert", die Gefährten zu den Dieben zu führen. Dort würde man den Forscher befreien und dem orkischen Anführer unmissverständlich klar machen, dass er und seine Bande sich mit den Falschen angelegt hatten. Mit großem Widerwillen stimmte der Verliesvagabund zu und führte die Gefährten zum Versteck der Diebe, unter den wachsamen Augen von Liniphia, die stetig Pfeil und Bogen bereithielt, um Giraud daran zu erinnern, dass eine Flucht zwecklos war.

Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Silann (21.07.2021), Valisma gra-Lusk (21.07.2021)

Celebringil

Gelehrter

  • »Celebringil« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 715

Gilde: Haus der Wissenschaft

Allianz: Dolchsturz-Bündnis

  • Nachricht senden

45

Mittwoch, 28. Juli 2021, 16:40

Während Amran al Sahid im Palast des Prinzen zurückgeblieben war, führte Rolaine die Gefährten zu einer versteckten und in Vergessenheit geratenen Zisterne vor den Mauern von Schildwacht. In der angenehm kühlen Halle feilschten Hehler um den Preis gestohlener Waren, Gossenläufer boten zahlungskräftigen Kunden Informationen an, Diebe tauschten sich über die nächtlichen Laufwege der Stadtwachen aus, und zwielichtige Gestalten flüsterten verstohlen miteinander. Als sie die Treppe hinabgestiegen waren, wurden die Gefährten von nicht wenigen Besuchern der Zisterne misstrauisch beobachtet. Rolaine nickte knapp und hob dabei kurz die Hand, womit er den Schurken wohl zu verstehen gab, dass es keinen Grund zur Beunruhigung gebe.

Er ging rasch ein paar Schritte auf einen unauffällig gekleideten Rothwardonen zu. Sie flüsterten eine kurze Weile, während Ulfrik, Liniphia, und die anderen der Gruppe gleichermaßen den Verliesvagabunden und ihre Umgebung genau im Auge behielten. Rolaine verstummte, und der Rothwardone schaute plötzlich zur Seite auf und gab ein Zeichen mit seiner Rechten. Die Gefährten konnten noch flüchtig erkennen, wie ein schmächtiger Bursche hinter ihnen in der Menge verschwand, um kurz darauf mit einem kräftigen Ork zurückzukommen. Beim Anblick der Gefährten grinste der Ork zufrieden und ging geradewegs auf die Gruppe zu.

Kharag gro-Urog, der Anführer der von Rolaine angeheuerten Diebesgruppe, war von beeindruckender Größe und Stärke. Ein Ork, der es mit einem Nord wie Ulfrik problemlos aufnehmen konnte. Kharag gro-Urok war allerdings auch jemand, der nicht besonders viel nachdachte. Eine Schwäche, die Liniphia und Ulfrik schnell bemerkten, und die sie sich bei den bevorstehenden "Verhandlungen" zunutze machen wollten. Delia betrachtete indessen alles als ein aufregendes Abenteuer, während Aaravos hin und hergerissen war zwischen seiner Sorge um Delia und der gefährlichen Situation, in der sie alle steckten. S'okhar hingegen stand völlig entspannt da, als ginge ihn das alles nichts an. Doch hinter der scheinbaren Gelassenheit war der Khajiit jederzeit bereit, sofort seine Waffe zu ziehen, sollte es Ärger geben.

Weder die Gefährten noch Kharag hatten sonderlich großes Interesse daran, sich lange mit höflichen Floskeln aufzuhalten, so dass beide Seiten schnell zum eigentlichen Thema kamen: die zweite Hälfte der Schatzkarte gegen den Forschungsreisenden Namir al-Rashid. Ulfrik und Liniphia übernahmen bei den Verhandlungen das Wort. Sie bestanden darauf, erst Namir zu sehen, bevor Kharag die zweite Kartenhälfte bekäme. Widerwillig stimmte der Ork zu, winkte kurz, und der gefesselte Namir wurde herbeigeholt. Es schien dem Forscher relativ gut zu gehen.

Doch Ulfrik und Liniphia dachten gar nicht daran, zu handeln. Sie verfolgten längst einen anderen Plan. Der Nord begann, Kharag zu beleidigen und zu provozieren, verhöhnte ihn lautstark vor den anderen Schurken und Dieben und behauptete, der Ork hätte Angst, gegen Ulfrik zu kämpfen. Kharag konnte sich das natürlich nicht bieten lassen und ließ sich, von seiner Wut geblendet, auf einen Faustkampf gegen den Nord ein.

Die beiden Kämpfer suchten sich einen freien Platz. Die Besucher der Zisterne machten rasch Platz, als sie merkten, was der Ork und der Nord vor hatten. Schon wurden die ersten Wetten abgeschlossen, wer gewinnen würde, die ersten begannen, mit lauten Rufen die beiden Kontrahenten anzufeuern. Schon stürzte sich Kharag auf Ulfrik, dem sofort dämmerte, dass sein Gegner nicht leicht zu besiegen wäre. Doch das war dem Nord nur recht, würde ihm das doch mehr Ansehen einbringen. Die Kämpfer lieferten sich einen ebenbürtigen Kampf, bei dem jeder gleichermaßen ordentlich austeilte wie einstecken musste. Die Diebe waren begeistert von dem Faustkampf, jubelten und brüllten ihrem Favoriten zu.

Ulfrik ging langsam die Kraft aus, es wurde Zeit, dem orkischen Schurken einen letzten Hieb zu verpassen. Mit lautem Brüllen stürzte er sich geradewegs auf Kharag und stieß ihn so in eines der vielen Wasserbecken der Zisterne. Allerdings hatte der Nord zu viel Schwung genommen und landete unmittelbar neben Kharag ebenfalls im Wasser. Dort zögerte Ulfrik nicht lange und verpasste seinem Gegner einen ordentlichen Schlag ins Gesicht. Kharag war damit für eine Weile ausser Gefecht. Doch prompt gab es neuen Tumult. Einer der Hehler wollte sich mit den Wetteinsätzen davonstehlen. Sofort gab es Geschubse und Gedränge unter dem Diebesgesindel, als sie versuchten, den Betrüger festzuhalten.

Das war ihre Gelegenheit! Die Gefährten zogen Ulfrik hastig aus dem Wasser und machten sich zügig auf dem Weg Richtung Ausgang, während sie auf dem Weg dorthin Namir einsammelten und ihn von seinen Fesseln befreiten. Als sie die Treppen hinauf zur Alik´r erreichten, rannten sie so schnell wie möglich zum Ausgang. Rolaine hatte das Chaos ebenfalls genutzt und war durch einen anderen Ausgang geflohen.

Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Silann (28.07.2021), Sedonis (28.07.2021)