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Narmaeril

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Sonntag, 19. Januar 2014, 02:19

Amaraldane

((OOC: Die folgende Geschichte beschreibt die erste Begegnung zweier Altmer, welche in den kommenden Jahren des Kriegs der drei Allianzen auf Seiten der Aldmeri Dominion stehen werden. Die Geschichte spielt auf Sommersend, zu anfangs in Nähe der Stadt Alinor. Wenn jemand Interesse hat in die Geschichte einzusteigen, möge man mir oder Feratheal eine PM zukommen lassen um ein paar Details zu klären, damit der rote Faden nicht ganz aus den Augen verloren wird ;) Viel Vergnügen bei der Lektüre! ))


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Magnus, das größte Licht am Himmel über Nirn, steigt langsam die Stufen höher hinauf um gegen Mittag den Zenit zu erreichen. Eine sanfte, warme Brise streicht vom eltherischen Ozean über die südwestliche Küste Sommersends. Die Straße folgt den abfallenden Klippen von Alinor nach Süden, eingesäumt von gebräuntem Grasland und dem ein oder anderen Wäldchen. Nur wenige Mer begegnen der jungen Magierin auf ihrem Weg hinaus aus der Stadt, die meisten Reisenden und Händler nehmen doch eher die Straße nach Sunhold um dem Handel nachzugehen. Die Route, welche die Gelehrte einschlägt, wird meist nur von einzelnen Wanderern und zu speziellen Anlässen gewählt.

Denn Narmaerils Weg führt sie in die uralte Totenstadt ihres Volkes.

Noch in der merethischen Ära siedelten an diesen Küsten Sommersends die ersten Aldmer, ihre Ahnen. Sie erbauten die prächtigen Städte, die man noch heute als großartig betrachtet, und majestätische Türme, die noch jetzt zu Tamriels Wundern zählen. Doch wo soviel Ruhm und Ehre gedeihte, kehrte auch bald Neid und Zwietracht ein. Es herrschte oft Krieg in diesen frühen, glanzvollen Zeiten der Mer, Geschichten aus den Legenden für die junge Gelehrte. Und Kriege erfordern Opfer...

In ihren Gedanken wiederholt die schwarzhaarige Hochelfe die Geschichtsstunden über diese Zeit ihrer Ahnen, während ihre weichen Stiefel über die alte verwitterte Straße laufen... die Steine der alten Pflasterung eingerahmt von Moos, Gras und Erde... ein Zeichen, dass dieser Weg schon viele Jahrhunderte über sich kommen sah und überdauerte. Für Narmaeril hat dieser Weg eine besondere Bedeutung: Sie wandelt über lebendige Geschichte, wie viele ihrer Ahnen vor ihr. Als sie der alten Straße weiter folgt, erklimmt diese eine leichte Anhöhe und ihr Blick trifft auf die weiten Ausmaße der Totenstadt.

Der Zahn der Zeit geht auch mit den geheiligten Gräbern der Alten nicht sorgsam um, die Stürme der See taten ihr übriges... Dennoch erkennt man den Zweck des Ahnenhofes schon von weitem: Kleinere und größere Schreine, aus hellem Stein gehauen, stechen aus dem weiten Feld heraus. Kleine Tempel erheben sich in einiger Entfernung, die Wege zwischen den Kultstätten werden von weit verzweigten Bäumen beschattet... von manchem sind nur noch einzelne Steine übrig, halb verfallene Portale. Ein einzelnes, größeres Gebäude thront auf einer kleinen Anhöhe inmitten der Totenstadt: der Tempel zu Ehren der et'Ada.

Als sich die Altmer der Totenstadt weiter nähert, bemerkt sie das Gefühl von Stille und Frieden, das sich in ihr Herz schleicht. An diesem Ort wäre sie der Ewigkeit ein Stück näher... hier bedeutet das Treiben der Sterblichen wenig. Und vielleicht wird sie hier eine Antwort auf ihre Fragen finden...

Narmaeril spaziert die Straße der Prozessionen hinab, welche zum Hauptportal des Tempels führt. Dann biegt sie auf einen Seitenweg ab und durchquert eine blühende Wiese, aus welcher kleine Schreine und Gedenkstätten hervorragen. Nach einer kleinen Weile erreicht sie eine große, vollgrüne Eiche unter deren Ästen eine kleine Steinbank zum Verweilen einlädt. Der Baum muss mehrere Jahrhunderte gesehen haben und strotzt dennoch vor Gesundheit und Kraft, ein Symbol der Ewigkeit. Die junge Gelehrte lässt sich auf der Bank nieder und streckt ihre Beine nach dem Spaziergang kurz aus. Etwas weiter östlich von ihr, sieht sie das Mausoleum der Weisen, ihr eigentliches Ziel. Dann greift Narmaeril in ihre rote Leinentasche und holt einen glänzenden Apfel hervor... Zeit für eine kleine Denkpause.

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Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Narmaeril« (25. Februar 2014, 21:50) aus folgendem Grund: ehemals: Auf der Suche nach der Dornenrose. aus gegebenen Umständen war der alte Titel nicht mehr passend.


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Angier (19.01.2014), Siobhán (02.03.2014)

Feratheal

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Sonntag, 19. Januar 2014, 11:11

Der letzte Pförtner

Einen kurzen Augenblick hält er inne und blickt gen Westen. Er hat die Briese aus dem Westen immer schon gemocht. Der sanfte Wind des Meeres, frei von all den Gerüchen des Untergangs und der Pestilenz des Kontinents. Er schüttelt bei dem Gedanken kurz den Kopf, um die alten Erinnerungen an Tamriels Gräberfelder zu verdrängen. Wie von selbst wandert dabei seine Hand auf das Emblem seines weiten Gewandes.

Er berührt jede der acht Ecken langsam und vor seinem geistigen Ohr spricht er die Litanei des Sohnes, seines Gottes. Selten sieht man seine Priesterschaft auf den Inseln von Sommersend und wenn, dann beinahe ausschließlich bei den alten Ahnenhöfen, gelten doch die meisten Gebete seines Volkes dem Vater, Auri-El. Doch zum Ende rufen auch sie nur allzu oft nach einem Ianitos, einem letzten Pförtner.Gewählten Schrittes setzt er seinen Weg auf dem Pfad zwischen den Grabmälern fort.

Schon ist er am Mausoleum der Weisen vorbei, jener Ort an dem die großen Magier, Ahnenforscher und Geschichtskundige, ihren ewigen Disput halten und sein eigentliches Ziel liegt so vor ihm: die Eichenlichtung, wie der neunte Kraftplatz innerhalb der Totenstadt genannt wird. Ganz wie in seinem Emblem sind diese Orte angeordnet, wobei der Tempel des Vaters im Zentrum steht. Seit er nach Alinor gekommen ist, hat er jeden Tag diese Neun abgeschritten. Gottesdienst und Meditation zugleich. Es sind diese Orte, die jeglichen Einfluss der Anderen bannen. Sie verhindern, dass die größte Geisel die Nachfahren der Götter - oder anderen Orts ihre Geschöpfe - für sich fordern kann. Alle, die durch die letzte Pforte gegangen sind, verspricht der Sohn die ewige Ruhe und seine letzten Pförtner sorgen für die Einhaltung dieses Versprechens. Ob auf den Inseln Sommersend oder in den Wüsten Hammerfels, ist dabei einerlei.

Konzentriert hält er einen Augenblick vor der Eiche inne - greift mit seinem Geist nach den längst überwachsenen Worten der Macht. Nein, auch heute hat niemand versucht, das Versprechen des Sohnes zu lösen. Wie schon seit Ewigkeiten nicht, hier auf dem Ahnenhof Alinors. Mit einem leisen, aber zufriedenen Seufzer öffnet er wieder die Augen. Sein Tagwerk ist somit vollbracht, es sei denn, dass jemand unerwarteterweise seine Reise durch die letzte Pforte antreten muss.

Erstmal aber stellt er fest, dass seine Bank, auf der er nach seinem rituellen Gang stets auszuruhen suchte, bereits besetzt ist, dennoch geht er hinüber und betrachtet dabei die junge Altmer, die unter dem äußeren Versprechen des Sohnes, der alten Eiche, Platz genommen hat. "Der Gruß des Sohnes mit Euch, junge Elfe. Ich sehe, auch Ihr habt die Schönheit dieses Platzes erkannt. Darf sich einer der Ianitoi, zu Euch setzen?"

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Narmaeril

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Sonntag, 19. Januar 2014, 12:27

Die schwarzhaarige Hochelfe hat den Priester schon unter der Eiche bei seinem stillen Gebet beobachtet und darüber - mit dem Apfel in der einen Hand - das Kauen vergessen. Als er sich nun auf sie zu bewegt, wirkt die Altmer fast etwas aufgeschreckt. Sie schluckt das Fruchtstück in ihrem Mund mit einem hastigen Schluck herunter. Zwei schrägliegende Mandelaugen, die Iren in einem typischen Aldmerigold, mustern den Mer mit einer Mischung aus Respekt und der Abscheu vor jemandem, der sich mit den Toten umgibt. Besonders scheint das Gewand des Priesters sie einen Moment zu interessieren. Diese Elfe ist sicherlich noch jung an Jahren und unerfahren darin ihre Gefühle aus Anstand auch aus ihrem Blick herauszuhalten.

Obwohl es einen Augenblick dauert, findet Narmaeril ihre Stimme wieder: "Sicher... es liegt mir fern einen solchen Platz für mich allein haben zu wollen," Sie versteht es ihrer Stimme einen nüchternen und respektvollen Klang zu verleihen, auch wenn ihre Augen für einen guten Beobachter noch viel der aufkeimenden Neugierde preisgeben. "... ehrwürdiger Wächter." Sie schließt kurz ihre Augen und atmet innerlich auf - gerade noch rechtzeitig ist ihr der richtige Titel für den Priester eingefallen. Nicht auszudenken wie unhöflich der Altmer vor ihr es gefunden hätte, hätte sie ihm nicht genug Respekt entgegen gebracht.

Als sie wieder zu dem Ianitos aufsieht, zieht die Altmer ihre Leinentasche zu sich auf den Schoß um ihm Platz zu geben. "Heute kennt der Wind viele Namen und es ist an diesem Ort einfach schön seinem Flüstern in Ruhe lauschen zu können." Ein Schmunzeln huscht über ihre Lippen. Sie erinnert sich wie jemand anderes diese Floskel immer verwendet hatte um schönes Wetter zu loben. Während sie auf die Reaktion des Arkay-Priesters wartet, betrachtet sie das fremde Gesicht. Parallel zu ihren Worten, schießt ihr durch den Kopf, dass ihr die ruhige Stimme des Ianitos gefällt. Zumindest für jemanden, der inmitten von Gebeinen und Asche lebt.

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Dienstag, 21. Januar 2014, 03:41

Noch einige Momente länger liegt der Blick des Priesters auf der Elfe, fast so als könne diese es gar nicht als unhöflich empfinden, so abgeschätzt zu werden. Eine Gedankenversunkenheit vielleicht? Oder doch der ständige Umgang mit Gebeinen und Asche, die ein längeres Betrachten kaum stört? Noch ehe Narmaeril diesen Gedankengang weiterverfolgen kann, setzt sich der Ianitos neben sie auf die kleine Steinbank und die unvermittelte Nähe erlaubt ein besseren Blick auf ihren Gesprächspartner.

Seine mittelangen hellen Haare sind zu einer einfachen Frisur drappiert, die ganz offensichtlich Elemente aus der Kriegerkaste aufweist. Somit verdecken sie auch nicht die Gesichtszüge des Elfen, denen noch die Gunst der langanhaltenden Jugend der Mer geschenkt ist. Sein Alter ist somit nur schwer einzuschätzen, vielleicht dreißig oder vierzig Sommer? Ganz sicher kann sich Narmaeril wohl nicht sein. Sein Gesicht steht mit seiner angenehmen Unauffälligkeit damit in einem gewissen Gegensatz zu seiner Kleidung: Eine grau-silberne Robe fällt von - für einen Priester sicherlich ungewöhnlich - breiten Schultern, auf der direkt über dem Herzen das Emblem Arkays in einem dunklen Grünton eingestickt ist. Ein schlichtes Zeremoniengewand ohne Zweifel, keines der prunkvollen Gewänder, wie sie zu den Gebeten in den großen Tempeln Auri-Els getragen werden, aber sicherlich auch keine Alltagsrobe. Ein mit silbernen Plättchen beschlagener Gurt, der grundsätzlich zur Befestigung einer Waffe dient, hält die Robe an der Körpermitte. Am unteren Ende der Robe schließlich schieben sich zwei aus hellem Leder gefertigte Stiefelspitzen hervor. Ob ihrer Seltenheit muss ein solch gewandeter Iantoi auffallen, nicht weil die Details und Zierde der Gewänder extravagant wären, sondern alleine wegen der Ungewohnheit für das altmerische Auge.

Nochmals verstreichen einige Augenblicke, ehe er die Ärmel der Robe zurückschlagend antwortet: "Ein guter Wind, ohne Zweifel. Kein Hauch von Sturm oder Regen ist in ihm und kein Wehklagen bringt er an unsere Ohren. Ein wundervoller Tag im vollen Glanze des von den Ahnen geschenkten Lichtes." Er verstummt für einen Augenblick, den er für das ordentliche Falten der Ärmel nutzt. Seine rechte Hand verrät dabei, dass ihm der Umgang mit Waffen nicht fremd ist - zu kräftig sind die Finger und das Handgelenk ausgeformt. Erst als seine Hände wieder in seinem Schoß zur Ruhe kommen setzt er fort: "So sehr ich um die Schönheit dieses Platzes weiß, zweifle ich daran, dass Ihr den Weg von Alinor herab nur seinetwillen angetreten seid. Erzählt Ihr einem der ewigen Pförtner den Grund Eures Besuchs?"

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Narmaeril

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Mittwoch, 22. Januar 2014, 00:46

Die Hochelfe mustert den Priester neben sich bei seinem Tun. Ihr aufmerksamer Blick bemerkt die Details seiner Bewegungen, dennoch vergehen dabei keine fünf Atemzüge bevor sie antwortet.

"Mein ehrwürdiger Meister fand seine letzte Ruhestätte hier." Narmaeril deutet mit ihrer linken Hand ruhig nach links in Richtung der bereits höher steigenden Sonne, wo man das Mausoleum ausmacht. Dabei gleitet ihr Blick über das stille Gräberfeld, das im Licht des Tages eine seltsame Poesie versprüht: obwohl man sich der Vergänglichkeit des Lebens bewusst wird, scheint zu dieser Zeit die Kraft des Lebens in Form einer unbekümmerten Natur dem Betrachter deutlicher vor Augen zu sein. Das einfache Dünengras, das auf dem Feld wächst, wiegt sich in seinen gelben und goldenen Farben sanft im Wind. In verträumter Romantik kann man es auch leise Flüstern hören.

Dennoch befindet man sich auf einem Totenfeld. Die Altmer blinzelt leicht und streicht sich ein paar lose Haarsträhnen aus der Stirn. "Ich besuche ihn nur... Meinem Herz fällt es noch schwer die Leere, die sein Tod hinterlässt, zu füllen." Sie scheint noch etwas sagen zu wollen, schließt dann aber ihre Lippen. Ihre Stimme wirkt bei diesen Worten aufrecht - kein Zittern, das eine mentale Schwäche verrät. Die junge Gelehrte bleibt ehrlich, ohne mit ihrer Trauer den fremden Zuhörer belasten zu wollen.

Sie lässt ihr Wort einen Moment noch wirken, dann beißt sie fast schon kaltherzig in den frischen Apfel in ihrer Hand. Mit einem knackigen Geräusch lösen ihre Zähne ein saftiges Stück Fruchtfleisch. Die Geste allein zeigt einem, dass sie die tiefe Phase der Trauer schon überwunden hat und sie sich mit ihrer Situation mehr auf rationale Weise auseinander setzt. Mit nachdenklichem Gesichtsausdruck mustert sie die Aussicht von der kleinen Steinbank aus.

Mit einer etwas seltsamen Überleitung... "Wie lange lebt Ihr schon hier?" greift die Altmer das Gespräch wieder auf und ihr Blick begegnet dem des Ianitos. Ihre Augen scheinen ihn skeptisch zu betrachten, wie ein Heiler der seinen Patienten untersucht. Etwas an seiner Erscheinung passt nicht so ganz ins Bild... und Narmaeril frägt sich, was ihr an dem Priester so fremdartig vorkommt. Sie kann es noch nicht so wirklich deuten.
Auf der anderen Seite fügt sich seine Erscheinung wie von selbst in das Bild des Ahnenhofes, er gehört hierher. Umso mehr wird der jungen Elfe bewusst, dass sie nur eine Besucherin dieses heiligen Ortes ist. Und dass zwischen dem Priester und ihr ein unsichtbares Leichentuch schwebt, wie ein seidener Schleier zwischen zwei Ebenen.

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Mittwoch, 22. Januar 2014, 03:23

Sein Blick ist noch immer auf das Mausoleum gerichtet, als es an ihm ist zu antworten. Allerdings verlässt er noch drei weitere Herzschläge vergehen, wodurch eine mehr als rhetorische Pause entsteht. In Gedanken ruft er sich das Innere des Mausoleums vor Augen. Seine unzähligen Steinplatten geziert von Grabinschriften. Manche weise, manche unverständlich ja manche sogar humorvoll, andere hingegen... kryptisch oder gar besorgniserregend. Erst als er blinzelt findet sein Geist zu seinem Körper zurück und er wendet sich wieder der Elfe zu. "Es ist der Lauf der Dinge. Leben vergeht und Leben entsteht. So wie jeder Winter von einem Sommer gefolgt ist, so wie auf den Tag die Nacht folgt und umgekehrt. Doch haben uns unsere göttlichen Ahnen etwas gegeben, das unseren Kreislaufs des Lebens in sich dreht und verschlungen macht." Seine Hand deutet kurz dabei kurz auf das Emblem auf seiner Robe. Noch ehe seine Gesprächspartnerin eine Vermutung aussprechen könnte, setzt er fort: "Erinnerung. Solange Ihr Euch an ihn erinnert, ist er nicht des Todes. Solange Ihr sein Wissen, Erfahrungen und Geschichten weitergebt, wird auch er weiterleben. Denn erst durch Vergessen stirbt man endgültig."

Als eine Schwalbe, die zahlreich die unzähligen Türme des Ahnehofs bewohnen, direkt vor ihnen zu einem kunstvollen Abtauchen ansetzt und nur wenige Handbreit über dem Boden wieder in den Segelflug übergeht, hält der Ianitos erneut inne und beobachtet den Vogel bis es hinter den nächsten Grabmälern verschwunden ist. "Auch Trauer ist ein verwobener Pfad. Nicht, wie die geradlinigen Pfade der Geometrie, sondern viel mehr wie der Flug dieser Schwalbe. Nie weiß man, in welche Richtung sie gehen mag, ja nicht einmal, wann man sie aus den Augen verliert.
Doch eines Tages ist sie verschwunden, vielleicht weil sie hinter anderen Erlebnissen verschwindet, vielleicht weil jemand davon ablenkt, vielleicht auch nur, weil die Zeit den Stachel des Schmerzes zieht."


Er legt den Kopf kurz zur Seite, ehe er mit einer belebteren, ja schwungvolleren Stimme weiterspricht. "Ihr habt mir jedoch eine Frage gestellt und ich habe, anstatt die schuldige Antwort zu geben, Euch ungefragt mit schweren Gedanken beladen. So lasst mich Eure Frage jetzt beantworten: Ich wohne nicht hier. Ich gehöre nicht einmal zu den hier ansässigen letzten Pförtnern. Im Gegenteil. So wie viele Ianitoi meines Alters ziehe auch ich durch die geschenkten Lande unserer Ahnen. So geleiten wir auch abseits der großen Stätten jene, die es wünschen, durch die letzte Pforte und sorgen dafür, dass nichts und niemand von dieser letzten Reise zurück in ein falsches Unleben gelangt und wenn doch... geleiten wir es erneut zur letzten Ruhe. Sobald mein Körper die ihm kürzlich geschlagene Wunde überstanden hat und ich wieder zu meinen vollen Kräften gekommen bin, werde ich erneut aufbrechen. Wohin? Ich werde es bei Zeiten erfahren." Bei seinen letzten Worten greift er sich unwillkürlich an seine rechte Seite und nur für einen Augenblick huscht Schmerz über sein Gesicht, doch bleibt es bei einem kurzen Zucken, ehe er selbst eine Frage stellt: "Doch was ist mit Euch? Seid Ihr ein Kind Alinors? Oder kamt Ihr von weiter her, um Euren alten Meister hier zu besuchen?"

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Montag, 27. Januar 2014, 00:15

In Ruhe lauscht die Altmer den Worten des Arkay-Priesters. Unbewusst greift sie mit ihrer linken Hand beim Erwähnen von "Erinnerungen" an die mitgebrachte Leinentasche, die zwischen ihnen auf der Steinbank liegt. Doch vermutlich geht es ihr weniger um die Berührung der Tasche, als vielmehr um den in dieser verborgenen Inhalt. Nach kurzem Nachdenken nickt sie mit stiller Zustimmung.

Die Magierin folgt seiner Antwort auf ihre Frage aufmerksam und zeigt ein sanftes Lächeln als er über seine Verwundung spricht.
"Oh weh,... Dann möget Ihr rasch von dieser Wunde genesen."

Narmaeril deutet dann mit der rechten Hand, welche noch den fast gegessenen Apfelbutzen festhält, auf sich. "Das beantwortet mir auch, weshalb eure Kleidung mir so fremdländisch anmutet. Ich selbst komme in der Tat aus Alinor... wo ich die letzten Jahre verbrachte." Ihre goldenen Augen blicken über das Totenfeld vor sich hinweg. "Das klingt so als hättet Ihr bereits Tamriels Länder bereist... Leider führte mich mein Weg noch nie über die Grenzen Sommersends hinaus." Die Mer drückt kurz ihre Lippen zusammen und sieht nachdenklich zu dem Priester zurück.

"Nun ist es doch an der Zeit mich Euch gebührend vorzustellen..." Die Mer nimmt etwas mehr Haltung an und neigt höflich ihr Haupt. "Mein Name lautet Narmaeril aus der Familie Nimrassar aus Alinor. Ich bin die Schülerin von Meister Ambrethil."

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Dienstag, 28. Januar 2014, 00:19

"So ist es mir eine Ehre und Freude Euch hier getroffen zu haben, Narmaeril aus der Familie Nimrassar.", noch während er dies spricht, führt er seine Rechte knapp über das Herz, genau dort, wo das Emblem seines Gottes das Gewand ziert, und streckt Zeige- und Mittelfinger dabei aus. Eine ebenso formelle wie unkonventionelle Grußgeste. "Der Sohn bestimmte mir im Gebet den Namen Firothil. Den Namen meiner Familie legte ich gleichsam mit dem von ihr mir gegebenen Namen ab. Ein Opfer, das der letzte Dienst von uns Ianitoi verlangt." Offensichtlich erklärt er dies nicht nur der jungen Elfe, es scheint vielmehr eine übliche Floskel zu sein.

Erst nachdem er sich ebenfalls vorgestellt hat, nimmt er ihren vorherigen Gesprächsfaden wieder auf: "Die Welt jenseits unserer Insel bietet vieles und sie misst vieles. Der Blick wird durch Reisen geschärft, sowohl hier," dabei deutet er mit zwei Fingern an die Stirn, "als auch hier", seine Finger zeigen nun auf seine Augen, "aber vor allem hier.", schließlich kommt seine Hand erneut auf dem Symbol zu liegen. Sein Blick wandert zurück ihr, dann sagt er unvermittelt: "Lasst mich kurz erzählen..."


"Jenseits des Meeres ist die Welt wilder... unerbittlicher. - Oder zumindest machte ich diese Erfahrung in den Dschungeln Elsweyrs. Ich war Teil jener Expedition, die dort im Auftrag unserer Königin wieder Ordnung nach der Epidemie der Khanatengrippe herzustellen hatte. Glaubt mir, das schiere Ausmaß dieser Pest war ... überwältigend. Ganze Siedlungen waren entvölkert. Ihre Bewohner - vor allem Khajiten - lagen oft noch unbestattet im Dreck. Mancherorts hatten sie einzelne Häuser mit Leichen angefüllt und diese einfach angezündet und die wenigen frischen Gräber waren unbezeichnet." Mantraartig beschließt er diese Ausführung: "Vergessen ist der Tod." Dann setzt er mit schwerer Stimme fort: "Doch es wurde noch schlimmer... Jene, die den Toten den Gang durch die letzte Pforte verhindern wollen, allesamt finstere Gestalten, die den falschen Göttern folgen - ohne Ausnahme - missbrauchten auch noch die Vergessenen. Holten ihre unbeseelten Körper zurück und machten sie zu Dienern der Finsternis." Seine Schwerthand ballt sich bei diesen Worten kurz zur Faust und es dauert einige Momente bis sie sich wieder löst. Dann erzählt er weiter:
"Doch wie, werdet Ihr Euch fragen, schärften diese Erlebnisse die drei Blicke? Es sind viele Blitzlichter - kleine Erlebnisse - die dies vollbringen: Der Sohn, der sein eigenes Leben aufs Spiel setzte, um seine Mutter dem Widertod zu entreißen und sie so ein zweites Mal durch die letzte Pforte geleitete. Er besiegte den Schmerz, die Ohnmacht und konnte sich so befreien, er löste einen Knoten in seinem verschlungenen Pfad. Die Mutter, die umgeben vom Tod dennoch neues Leben schenkte und schwor, dass es erwachsen eine bessere Welt vorfinden werde, als in die, in die es geboren worden war. Die Wunde, die mich nahe an meinen letzten Gang brachte und mir doch der größte Ansporn war, noch einmal die Kraft des Sohnes gegen den Totenbeschwörer zu werfen und ihn selbst auf ewig durch die Pforte zu schicken... - Er-leb-nisse eben! Sie sind mehr, als das wissen aus Büchern und Schriftrollen. Glaubt mir, wenn ich Euch sage, die größten derer, die dort liegen... ", seine Hand weist in Richtung des Mausoleums der Gelehrten, "...haben alle auch die Welt bereist."

"So, wenn Ihr die Möglichkeit habt reist, junge Mer."

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Dienstag, 28. Januar 2014, 22:20

Narmaeril hört wie gebannt der Rede des Arkay-Priesters zu. Sie bewegt sich kaum und studiert nur mit wachem Blick Firothils Gesichtszüge. Auch wenn sie das Thema über Tod und Krankheit mit leichtem Widerwillen quittiert. Wie nun einmal viele Mer, die noch nicht viel von der Vergänglichkeit des Lebens gekostet haben, sträubt sie sich etwas davor mit ihren Gedanken länger in einer solchen Vorstellung zu verweilen. Dennoch scheinen Firothils Worte sie mit neuem Respekt zu erfüllen. Die Erzählung lässt den Priester für die junge Gelehrte etwas greifbarer werden. Zu gleichen Teilen fühlt sich die Altmer nur noch etwas kleiner als zuvor.

Sie wirft einen kurzen Blick auf den restlichen Apfel in ihrer Hand und entscheidet sich diesen in die nahe Wiese zu werfen. Irgendwie ist ihr dennoch der Appetit vergangen. Daraufhin zieht sie die rote Leinentasche auf ihren Schoß und kreuzt ihre beiden Hände behütend darüber. Ein Blick auf diese Hände genügt, um zu erkennen, dass die junge Gelehrte keine schwere Arbeit gewöhnt ist und vermutlich öfter den Tuschepinsel schwingt als den Kochlöffel. Heute verraten sie aber keine der üblichen Tintenflecke: Narmaerils Finger sind feingliedrig und ihre Haut wirkt nahezu makellos.

Mit einem leichten Lächeln erwidert sie Firothil: "Mein Meister hat dies auch stets befürwortet. Er war zu seiner Zeit selbst viel auf Reisen... Vor allem längst vergessene Ruinen zählten zu seiner Leidenschaft..." Ihr Blick senkt sich nachdenklich auf ihren Schoß. Dann huscht ein erheitertes Schmunzeln über ihre Lippen. "Das würde durchaus erklären, weshalb er mir dieses seltsame Fundstück hinterließ... Vermutlich wollte er mich damit nur noch einmal daran erinnern, dass man als Magier niemals auslernt und die Neugierde über nicht gelüftete Geheimnisse nicht vergessen darf. Das gehörte zu einer seiner Lieblingslitaneien..." Die Altmer lacht kurz bei diesem Gedanken auf.
"Aber verzeiht... Ihr kanntet meinen Meister ja nicht. Das ist für Euch vermutlich nicht von Belang."

Dann schließt Narmaeril ihren Mund und drückt ihre Lippen leicht zusammen, als hätte sie etwas Bedenken die folgende Frage auszusprechen: "Doch gestattet mir eine neugierige Frage, ehrenwerter Firothil... Als Ihr in der Provinz Elsweyr auf Reisen ward... zu Zeiten dieser schrecklichen Pest... Gab es viele Mer, die von dieser Krankheit betroffen waren?" Die junge Gelehrte räuspert sich leiser, unsicher ob diese Frage nicht unschicklich wirken mag. "Ich... frage eher aus... wissenschaftlichem Unwissen heraus..."

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Feratheal

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Donnerstag, 30. Januar 2014, 03:31

Mit einer schnellen, fast reflexartigen, Bewegung seines Kopfes folgt er der Flugbahn des weggeworfenen Apfels, der sich beim ersten Aufprall noch einmal um die eigene Achse überschlägt und so in der schon länger nicht mehr gemähten Wiese ein wenig weiterrollt. Erst nachdem die Überreste des geworfenen Obstes schließlich völlig liegen geblieben ist, löst der Mer wieder den Blick von der Stelle. Ehe er den Blick zurück zu seiner Gesprächspartnerin wendet, streift er sich mit Daumen und Zeigefinger über von außen kommend über beide Augen und die Nasenwurzel, eine nachdenkliche Geste. "Um Eure Frage nach dem Schrecken der Krankheit zu beantworten: Ja, die Krankheit vermochte - und vermag - auch uns vom alten Volke zu befallen, obgleich nicht in derselben Heftig- und Häufigkeit, wie sie unter den jungen Völkern, aber vor allem unter den Khajiten wütete. Jedoch kannich Euch keine Zahlen oder deren Verhältnisse nennen, da meine Beschäftigung mit der Krankheit und ihren Folgen dort von praktischer und nicht akademischer Natur gewesen ist. So Ihr in naher Zukunft aber Orte jenseits des Meeres besucht, schlagt Warnungen vor dieser Grippe nicht leichtsinnig in den Wind. Wanderer und Händler neigen zwar stets zu Übertreibungen, aber die Gefahr dieser Pestilenz ist real."

Er unterbricht sich dann selbst mit einer Handgeste. "Aber ich beginne erneut eine mir fremde Schülerin in der Kunde des Reisens zu unterrichten - und das einmal mehr ungefragt." Sein Tonfall wird fragender und weniger getragen:"Doch Ihr erwähntet ein... Fundstück, das zu längst vergessenen Ruinen gehören mag? Die Ahnenhöfe beherbergen viele Geschichten und Hinweise auf Dinge, die schon längst vergessen scheinen. Auch wenn es beinah ein zu großer Zufall wäre, doch wer weiß? Vielleicht... kann ein Ianitos hier von Nutzen sein? Mein Interesse habt Ihr jedenfalls geweckt, Narmaeril aus der Familie Nimrassar. Denn meistens wissen jene, die den Weg zu ihren Vorfahren suchen, sehr genau, welche Gegenstände sie mitbringen..."

So wie zuvor berührt Firothil seine rechte Seite und sein Gesicht zeugt erneut von Schmerz. Doch diesmal verweilt seine Hand an der Stelle, so dass die junge Mer trotz des weiten Gewandes den Ort seiner Verwundung einzugrenzen vermag: der rechte mittlere Rippenbogen ist es, der den Elfen sichtlich quält.

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Margra

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Donnerstag, 6. Februar 2014, 15:23

Yanara – 2Ä 581 / 582 – Küste vor Alinor

Das Sonnenlicht glomm hell in den winzigen verschlungenen Streben des Amulettes, das Yanara in ihrer Handinnenfläche barg und das in seiner Feingliedrigkeit keinen stärkeren Kontrast zu den mit Rinde besetzten Handschuhen der Elfe hätte darstellen können. Zwei Mondsicheln – die eine kleiner als die andre - standen einander gegenüber und dazwischen strebte ein Baum auf, dessen Wurzeln beide Monde umwirkten. Monde, die viele Namen getragen hatten und auch weiterhin trugen; Monde, um die sich so viele Mythen rankten, die über die Jahrhunderte geflüstert und weiter erzählt worden waren; Monde, über die ihre langjährige Weggefährtin und zeitweilig gar Mentorin so oft gesprochen hatte.
Yanara lächelte. Es war kein glückliches Lächeln, sondern vielmehr färbte es ihre Augen mit Traurigkeit, denn ihre Mentorin und Freundin war nicht mehr. Was blieb, war die Erinnerung an sie und an ihre bewahrten Geschichten, an das Wissen um die Legenden und die Symbolik von Dualität und Vergänglichkeit. Etwas, das dieses Amulett so sehr in sich vereinte wie nichts andres, das sie bei sich trug. Ihr von Leder und Borke umhüllter Daumen streifte über das Silber, einer Liebkosung gleich.

„Wir werden bald ein Stück vor Alinor anlegen. Ihr solltet euch bereit machen, das Schiff zu verlassen“, riss die Stimme eines Mannes sie aus ihren Gedanken. Yanara hob ihren Kopf und die Augen verengten sich eine Nuance, als sie den Altmer erkannte, der sie gegen eine geringe Gabe hatte mit segeln lassen auf seinem Schiff – zunächst mit nicht allzu großer Begeisterung. So ganz hatte es ihm wohl nicht geschmeckt, eine offenkundige Bosmer an Bord zu nehmen, die noch dazu ins Herz der altmerischen Lande vordringen wollte. Warum dem so war, das hatte sie nicht herausfinden können, doch mit der Zeit hatte sich ihr Verhältnis zum Besseren entwickelt, was insbesondere ihrem Jagdgeschick zuzurechnen war. Frisches Fleisch und frischer Fisch waren etwas, das kein Lebewesen verachtete – zu ihrem Glück.

„Ich danke euch und ich werde eure Freundlichkeit nicht vergessen“, bedankte sie sich in seiner Zunge – erstaunlich fehlerfrei – und neigte ihren Kopf, derweil sie die flache Hand auf ihr Herz bettete, „Die Göttlichen mögen über euch, das Schiff und seine Mannschaft wachen, bis wir einander erneut begegnen.“
Ein Windzug spielte bei diesen Worten mit ihrem langen und ordentlich geflochtenen Haar, das im Sonnenlicht tiefbraun aufglomm. In den Augen blitzte es ebenfalls, als sie ihr Gegenüber wieder ansah.

Der Altmer vor ihr, ein für sein Volk verhältnismäßig kräftiger Mann, verschränkte die Arme vor der Brust und musterte sie eine lange Zeit lang, ohne etwas zu sagen. Wie jedes Mal – seitdem Yanara mit ihnen reiste – fiel der Waldelfe auf, wie aufwendig seine Kleidung gefertigt schien. Wo sie selbst robustes erdfarbenes Leder bevorzugte, das sie mit verschlungenen eingebrannten Mustern verziert hatte, und einen Mantel, der in schattenhaftem Grün ihren Rücken nieder reichte, da war selbst jener Seefahrer farbenfroher und edler gewandet, als es ihr je in den Sinn gekommen wäre. Etwas, das ihr so fremd war, das es ihr jedes Mal wieder ins Auge stach.
„Euch ebenfalls“, erwiderte er ihr schließlich und neigte minimal sein Haupt, ehe er sich auch schon abkehrte und in seiner kräftigen Stimme Befehle erteilte.

Für eine Weile beobachtete Yanara die Mannschaft und deren reges Treiben, bei dem doch jeder genau zu wissen schien, was er da tat. Die Bosmer kam nicht umhin selbst die hier herrschende Anmut bis zu einem gewissen Maß zu bewundern. Dann legte sie die Hände ein letztes Mal auf der Reling ab und atmete tief ein. Ihr Blick schweifte über den geschwungenen Bug des Schiffes zu dem nicht einmal nennenswerten Wellengang, der gegen das Holz schlug, und letztlich hin zu dem Hafen, den sie ansteuerten. Altmerische Architektur – hell und von Schönheit durchdrungen, aber auch von penibler Ordnung so sehr zurecht gerückt, dass der starre und stolze Wille, der dahinter steckte, der Waldelfe einen Schauder über den Rücken jagte. So recht hatte sie sich noch nicht entschieden, ob Ehrfucht oder Furcht in gewisser Form die grundlegenste Emotion ihren entfernten Geschwistern gegenüber war …

~*~

Eine Stunde war verstrichen, als die Bosmer sich ein letztes Mal zu dem Hafen umdrehte, in welchem sie letztlich angekommen war, und das vor Anker liegende Schiff mit einem Blick bedachte. Zweifel schimmerten keine mehr in ihren Augen. Yanara war zu weit gekommen, um jetzt zurück zu weichen. Einmal abgesehen davon hatte sie ein Versprechen geleistet und jenes würde sie erfüllen – ganz gleich, was ihr widerführe.

So bettete sie die Hand entspannt auf den Griff des langen Messers an ihrer Seite und setzte die ersten Schritte auf ihrem neuen Pfad, der sie in Richtung der Totenstadt führen würde. Die Tasche, in welcher sie das trug, was sie hatte herbringen sollen, wog dabei schwer auf ihren Schultern.
"True honor need not be named."
- Talia at-Marimah, Ash'abah, Alik'r -

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Sonntag, 9. Februar 2014, 20:14

Bei der Erzählung des Arkay-Priesters über die Knahaten-Grippe senkt die junge Gelehrte nachdenklich ihren Blick auf die rote Leinentasche auf ihrem Schoß. "Auch mein Meister war von einer Krankheit gezeichnet, die schließlich seinen Tod forderte... Das war eine schlimme Zeit. Sein Tod, so scheint es mir, war eine Erlösung dieser Qual. Und ich muss Euch damit auch warnen, dass dieses Fundstück von dem ich rede womöglich mit dem Tod meines Meisters zusammenhängt..."

Narmaerils Hände legen sich auf die Tasche und sie beginnt mit den Fingerspitzen eine Stoffschnur, die um einen festgenähten Knopf gewickelt ist, zu lösen. Mit der Rechten greift die Hochelfe daraufhin in die Dunkelheit der Tasche um eine in ein dunkles Ledertuch gewickelte Schriftrolle zum Vorschein zu bringen. Vorsichtig schlägt sie den dünnen Schutz zurück und breitet so das Ledertuch über ihrem Schoß aus. Darin befindet sich eine altertümlich wirkende Rolle aus honigfarbenem Pergament, aufgerollt über einem Metallstab mit runder Endung. Die Schriftrolle ist verglichen mit anderen relativ kurz und misst nur etwa zwanzig Fingerbreiten in dieser Länge. Im Licht dieses Nachmittages kann man die schöne Maserung der dünnen, gebleichten Tierhaut gut erkennen.

Mit ihren Fingerspitzen öffnet die Altmer die Schnürung aus blauem Seidenband, welche die Schriftrolle zusammenhält. Und langsam entrollt sie das alte Schriftstück, damit Firothil einen guten Blick auf dessen Inhalt erhaschen kann. Das Pergament entpuppt sich als deutlich breiter als lang und erscheint so mehr wie eine arkane Spruchrolle als ein historisches Schriftstück. Trotzdem ist das hohe Alter des Pergaments nicht zu leugnen und sowohl die hohe Qualität der Machart als auch der sorgsame Umgang damit hat die Schrift darauf über die Jahrhunderte erhalten.

Die verwendete Tinte könnte einmal von einem königlichen Dunkelblau gewesen sein, inzwischen erscheinen die Zeichen mehr schwarz und an manchen vergilbten Stellen leicht bräunlich. Die Herkunft der Zeichen ist ohne Frage Ayleidisch. Jemand, der diese Schrift beherrscht, wird die folgenden Worte entziffern können:

MITTAVOY AN MORAMATH
GARLAS AV JEPHRE ~ LINNANEN ~ RIELLESEL CENVOY
SUNNABE OIOMER
SHANTAVOY SINO ~ PEDVOY NEDRUINEN
SA BAUNE YE SA ARPEN ~ HILYAT ADONAI DOVAH

ADABAL AV ALDMERISE VARLAIS SILAVOY


Narmaeril überfliegt diese Schriftzeichen nochmal mit ihren eigenen Augen und atmet leise durch."Zwar habe ich die Übersetzung noch nicht ganz abgeschlossen, aber bis jetzt bleibt mir der Sinn hinter diesen Worten verschlossen. Dennoch ist es offensichtlich, dass mein Meister dieses Schriftstück speziell für mich hinterlassen hat, um dieses Rätsel zu lösen. Ich hatte gehofft an seinem Grab eine neue Eingebung zu bekommen..."

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Mittwoch, 12. Februar 2014, 02:54

Der junge Priester verfolgt die andächtige Öffnung des Schriftstückes mit gewecktem Interesse. Nachdenklich berührt er das Emblem auf seiner Robe, während er die fremden Schriftzeichen überfliegt. Schließlich schüttelt er leicht den Kopf und löst seinen Blick von dem Schriftstück und sieht Narmaeril direkt an: "Ich erkenne die Schrift unserer Vettern zwar, doch vermag ich sie nicht zu entziffern... Bei einer Übersetzung kann ich Euch also nicht behilflich sein." Noch einmal wandert sein Blick zurück auf die Schriftzeichen aus einer anderen Ära. Schließlich wendet er den Kopf in die Ferne, ehe er anschließt: "Aber... bei Eurer Suche nach Inspiration könnte ich Euch behilflich sein. Wenn Ihr wollt, begleite ich Euch zum Grab Eures Meisters. Der Ort der letzten Ruhe ist uns zugleich ein Quell von Erinnerung. Ein stummes Gebet vor den Gebeinen jener, die uns wichtig waren, fokussiert diese Erinnerung... Vielleicht gab Euer Meister ohne Euer Wissen die Lösung dieses Rätsels..." - seine linke Hand bedeutet auf die vor ihnen niedergeschriebenen Zeichen - "... mit und Ihr müsst Euch nur daran erinnern... Kommt, folgt diesem Ianitos zum Mausoleum der Gelehrten." Noch vor Ende dieser Worte gleitet der Altmer von dem steinernen Bänkchen und steht auf. Gerade im Aufrichten, zuckt er plötzlich zusammen - sein Gesicht weist wieder dieselben Spuren von Schmerz auf und er murmelt unwirsch: "Zu hastig..." Doch beinahe so schnell der Schmerz in sein Gesicht gekommen war, verschwindet er auch und bietet der jungen Elfe die Hand zum Aufstehen an.


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Margra (12.02.2014)

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Mittwoch, 12. Februar 2014, 14:45

Die Waldelfe hielt inne, kaum, dass sie den Hügelkamm erklommen hatte und der Weg eine harsche Wendung gen Norden einschlug. Die Küste lag nun in ihrem Rücken und noch immer glaubte sie, die Wellen an den Fels schlagen zu hören und das Salz der mächtigen Wasser zu riechen, gar auf den Lippen zu schmecken. Mit einem tiefen Atemzug wendete sie sich dem näher kommenden Ziel ihrer Reise zu.
Dort lag sie, die Totenstadt, .. jener Hort der Verblichenen, die edlen Ruinen im Süden Alinors, welche nach wie vor ihre ganz eigne Aura besaßen. Yanara hielt inne. Zeichnungen dessen mochte sie gesehen haben in dem Buch Naenas, ihrer Weggefährtin und Lehrmeisterin, aber die Wirklichkeit dessen war etwas ganz andres. Ein jeder Stein schien von den Geschichten der Toten und der verstrichenen Zeitalter zu flüstern und der Wind sang zwischen den aufragenden Bauten und verirrte sich in den verschlungenen Balken, von denen manch einer teilweise verwittert war mit den Jahrzehnten und Jahrhunderten. An diesem Ort spürte sie ausgesprochen intensiv den Atem der Zeit selbst. Eine Gänsehaut ließ es über ihre Haut huschen.

Es war der zweite Blick, der ihr offenbarte, dass zwischen der Größe und Schönheit des Ortes doch die Natur längst begonnen hatte, die Mauern empor zu kriechen und sich zwischen den Steinen auszubreiten. Hier und da hatten Wurzeln gar das Mauerwerk durchdringen oder hielten es fest umschlungen.
Ein schwaches Lächeln weckte dieses Begreifen auf ihren Lippen, ehe sie ihre Tasche absetzte und behutsam ein Gefäß aus dieser zog, das sie in beiden Händen barg, als wäre es kostbar. Eine schlichte Urne war es, gefertigt aus dunklen Material, und umhüllt von einem Geflecht von Zweigen und Ranken, so kunstvoll, als hätten jene sich vorsichtig um den Ton gestreckt und wären um diesen gewachsen. Und das waren sie auch … Es war ein erbetenes Geschenk des Waldes für eine so vertraute elfische Frau gewesen.

Behutsam streichelte Yanara mit ihren Fingern über die nach wie vor lebendigen Zweige, wobei die Augen erneut zu schimmern begannen. Das Ende der letzten Reise Naenas stand bevor, und jetzt, wo es soweit war, wog die Last dessen schwer auf ihren Schultern. Solange sie gewandert war, solange war auch ihre Freundin auf eine Art noch bei ihr gewesen. Naena nun in den Grund ihrer Ahnen zu betten war ein Abschied, einer, der endgültiger nicht hätte sein können. Die Lippen der Bosmer zitterten, die Finger taten es ihr gleich, als sie leise in der Sprache der Alten flüsterte:

Ein Weg war uns unter den Sternen bereitet
Heiter war er in unsrem Lachen und frei
Tief unsre Spuren führten im Mondlicht
Doch brach uns der Pfad nun entzwei

Yanara schloss ihre Augen. Dann erst ging sie weiter auf den Steinen, über die schon ungezählte Elfen dereinst ihre Schritte geführt hatten. Dunkel vom Kummer schien der Waldelfe der Grund, aber auch durchdrungen von einer gewissen Hoffnung und von Friedlichkeit.

Stille war es, die ihren Weg durch die Totenstadt begleitete. Und auch sie selbst war kaum mehr als ein unscheinbarer Schatten, der seinen Weg suchte und fand.
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Sonntag, 16. Februar 2014, 19:37

Sorgfältig und mit ruhigen Handbewegungen hüllt Narmaeril das wertvolle Erbstück wieder in die schützende Lederschicht ein und verstaut sie zurück in ihrer Leinentasche. Sie schenkt Firothil einen mitfühlenden Blick, als er ihr seine Hand reicht und lässt sich von ihm aufhelfen. Kurz streicht sie ihre Robe zurecht, deren helles Leinen von traditionellen grünen und goldenen Stickereien mit Blättern und Ranken verziert ist. Neben dem Priester in seiner auffälligen grau-silberner Gewandung wirkt die Altmer eher schlicht.

"Ein guter Gedanke..., wenn Ihr mir die Ehre erweist mich dorthin zu begleiten, ehrenwerter Ianitos." Narmaeril senkt ihr Kinn einen Deut weit herab und nickt respektvoll. "Ihr ward auf Eurer Reise in Elsweyr in Kämpfe verwickelt? Wurdet Ihr dort etwa verwundet?"

Die Altmer wendet sich langsam dem Pfad in Richtung Osten zu, der sie zum Mausoleum der Weisen führen wird... vorüber an der alten schattenspendenden Eiche, welche auf geheimnisvolle Weise die heilige Totenstadt bewacht. Die Zeit scheint stehen zu bleiben... nur eine leicht salzige Brise von der Küste herauf, erinnert einen daran, dass die Zeit anderenorts weiter ihren gewohnten Gang geht.

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Freitag, 21. Februar 2014, 02:11

Der Ianitos streckt die Hand in Richtung des Weges aus und bedeutet so der Altmer neben ihm her auf dem Weg zu gehen. Langsam, ja gemessen, schreitet er dann in die bedeutete Richtung, wobei ihren aufmerksamen Augen aus dieser Entfernung auffallen mag, dass er seine linken Schritte immer ein klein wenig kürzer setzt. Erst als sie den festen Weg erreichen, geht er auf die Frage Narmaerils ein: "Meine Gebrechen stammt in der Tat aus Elsweyr... " Instinktiv wandert dabei sein Blick über den Pfad hinweg in die Ferne, so als könne er damit das ferne Elsweyr im Osten sehen, dann setzt er fort: "Wir waren bereits einige Monde in den südlichen Regionen, denn sie waren durch diese Krankheit am stärksten betroffen. Auch war sie in der großen Hafenstadt von Senchal überhaupt zum ersten Mal innerhalb Elsweyrs ausgebrochen. In manchen Teilen der Region war jegliche Ordnung völlig zusammengebrochen und vor allem jene, die gegen die Lehre Arkays stehen, Totenbeschwörer und Leichenflederer, nutzen dies aus... Es war also ein sehr dunkler Zeitpunkt, als zwei meiner Brüder und ich von Bewohnern einer kleinen Siedlung mitten im Dschungel - alles Khajiiten - gebeten wurden, die Segen und Schutzzeichen an ihrer Begräbnisstätte zu erneuern." Ein leiser Seufzer entfährt ihm, eine Mischung aus seelischem wie körperlichen Schmerz, ehe er diesen Moment wegblinzelt und mit einem neuen Atemzug fortsetzt: Um euch die Details zu ersparen: Wir Ianitoi suchten das Grabmal auf... doch waren wir bereits zu spät. Ein Nekromant hatte sich bereits der Körper jener bemächtigt, die bereits durch die letzte Pforte gegangen waren. Es kam zum Kampf, gegen ihn und seine widernatürlichen Diener... Einer davon durchbrach mit einem Speer meine Deckung und die pure Wucht des Angriffes trieb mir die rostige Spitze durch meine Rüstung eine gute Handbreit in den Leib. Letztendlich siegten wir Ianitoi... doch der eine meiner Brüder hatte einen Pfeil in die Kehle erhalten und der andere hatte sich ebenfalls schwere Wunden zugezogen. Wir beide wären sicherlich auch noch in jenem Grab durch die Pforte gegangen. Doch die Bewohner des Dorfes suchten nach uns, reinigten unsere Wunden, verbanden sie und pflegten uns - zwei Altmer! - gesund... Beim letzten Satz hört man noch immer ein wenig Unglauben heraus, offensichtlich hatte er den Khajiiten so eine Handlungsweise nicht zugetraut. Doch meine Wunde heilte - und heilt - nur schlecht, so dass beschlossen wurde, ich möge zurück gen Westen zu segeln und im Lande unserer Ahnen genesen. Seit einem knappen Mond bin ich nun wieder hier. Doch wie Ihr - und dafür möchte ich um Verzeihung bitten - sehen musstet, ist mein Körper noch immer gezeichnet.

Nun schweigsam kommen sie dem Mausoleum näher, während die sanfte Brise ihnen noch immer vom Rücken her sanft über die Schultern streicht.

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Sonntag, 23. Februar 2014, 18:59

Name um Name der edlen Familien des hochelfischen Volkes zog an ihren Augen vorbei, als sie ihren Weg zwischen den Stätten und Gräbern entlang suchte und die Urne fest an ihre Brust drückte, als würde sie darum fürchten, sie tatsächlich noch an diesem Ort fallen zu lassen. Mit größter Vorsicht nur setzte die Bosmer ihre Stiefel bei jedem Schritt auf den Grund. Eine Fremde war sie hier, weder sonderlich willkommen noch vertraut mit diesem Hort der Toten, an welchem die Altmer ihre verblichenen Ahnen ehrten. Und nichts wäre ihr unangenehmer gewesen, als noch mehr Aufmerksamkeit als unbedingt nötig auf sich zu ziehen .. Aufmerksamkeit oder gar den Zorn ob unbedachten Handels, in das sich nur allzu leicht Fehler einschlichen.
Es war nicht so, dass sie die Riten und Traditionen der Altmer verstand, jedoch wäre dies niemals ein Grund für Respektlosigkeit. Diese Traditionen waren der verstorbenen Weggefährtin wichtig gewesen. Mehr bedurfte es nicht.

~Imariél~

Beinah schon ruckartig verweilte sie, als ein geschwungener Torbogen den Namen der Familie der Toten offenbarte. Erneut zog sich eine Gänsehaut von ihrem Nacken über ihre Schultern bis zu den Handgelenken herab. Dies war also das Ziel ihrer Reise gewesen: Ein Torbogen, hinter dem sich ein Schrein erstreckte. Statuen rankten sich die Säulen empor und zu ihren Füßen waren die Grabstätten der Verblichenen eingelassen worden, bedeckt von in den Stein geschlagenen Schriftzeichen und Runen. Helles Wurzelgeflecht hatte sich um manch eine von Meisterhand geschlagene Skulptur geschlungen und weiße Blüten reckten sich den Sonnenstrahlen entgegen, die Kelche in warmes Silber gehüllt. Hier und da brannten Kerzen, Lichter, geschützt von Glas und Kristall.

Yanara schluckte. Vielleicht wurde ihr zum ersten Mal bewusst, dass die vertraute Altmer einer Familie entstammen musste, die weder klein noch allzu machtlos war, wenn schon die Toten ein solches .. Haus besaßen. Die blassgrünen Augen weiteten sich kurz, dann verengten sie sich, als würden sie jedes Detail wahrnehmen wollen.
„Naena Imariél“, raunte sie den Namen der Toten – wie es ihr aufgetragen worden war – als sie einen Schritt ins Innerste der Stätte setzen wollte...

Und dies hätte sie gewiss auch getan, wäre sie nicht der Bewegungen zweier Altmer gewahr geworden, die den Pfad entlang schritten, auf welchem auch sie gewandert war.
Waren es Wächter dieses Ortes? Hüter der Toten? Die Roben des männlichen Hochelfen ließen darauf schließen, wahrscheinlich gar auf den Göttlichen, dem er sein Wirken gewidmet hatte, jedoch waren es seine Haltung und seine Art sich zu bewegen, die die Aufmerksamkeit des Kindes des Valenwaldes zunächst fesselten. Jene verrieten ihr eines: Der Altmer hatte Schmerzen, wahrscheinlich eine halb verblichene Verwundung. Nicht, dass es wirklich wichtig wäre in diesem Moment, dennoch entging es der Jägerin nicht, die mit jedem Herzschlag in ihr ruhte.

Es war zu spät, um sich einfach abzuwenden.
Und es wäre auch eine Respektlosigkeit gewesen.

Also erwartete Yanara die beiden Hochelfen, aufrecht und ruhig, bereit die Grußworte zu sprechen, die die Höflichkeit verlangte.
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Thameno (24.02.2014)

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Sonntag, 23. Februar 2014, 19:34

Dro'Renrij erwachte noch immer ein wenig erschöpft von der langen Schiffsreise die er hinter sich gebracht hatte von den Geräuschen die der nahende Morgen im naheliegenden Hafen von Alinor verursachte. Sein Schlafplatz war ein wenig ungewöhnlich gewählt, eine Astgabel in einem der großen Bäume in der nähe des Hafens. Sein Goldbeutel war nicht mehr annähernd so gefüllt wie er es normalerweise bevorzugte sowie der Umstand das er nicht damit gerechnet hatte freundlich in einem der Gasthäuser der Altmer aufgenommen zu werden, hatte ihn bewogen diesen Schlafplatz zu suchen. Für die Nacht in der das Schiff das ihn hierher gebracht hatte im Hafen von Alinor festmachte, war es für ihn die naheliegendste Entscheidung dieses Nachtlager zu wählen.
Er reckte vorsichtig seine Glieder um dann ebenso vorsichtig wie geschickt von dem Baum herunter zu rutschen. Seine Schritte waren noch etwas wackelig, denn das Gefühl festen Boden unter den Tatzen zu haben war noch etwas ungewohnt für ihn. Er spührte das die lange Reise auf dem Meer sein Spuren hinterlassen hatte.
Aber auch das Gefühl eines leeren Magens wurde ihm nun so langsam immer mehr bewusst. Kurz um beschloss er sich in dem nun beginnenden Tummeln im Hafen von Alinor anzuschließen und nach einer Mahlzeit zu suchen...

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Dienstag, 25. Februar 2014, 21:47

Die Gelehrte hört ruhig Firothil zu, als ihr Blick der Mer vom Waldvolk gewahr wird. Narmaerils Augenbrauen heben sich dezent als ihre Augen einmal über die Gestalt der Bosmer gleiten. Dabei drückt der goldene Blick nur leichte Verwunderung oder Irritation aus. Mehr als das ist nicht aus ihren vornehmen Gesichtszügen zu lesen.

Die Altmer bleibt an der Seite des Priesters stehen und ist sich nicht zu schade die Unbekannte höflich zu begrüßen. "Seid mir gegrüßt."
Und sicherlich wäre der Magierin noch mehr eingefallen als das, aber sie überlässt Firothil hier respektvoll die Gesprächsführung. Immerhin ist der Priester einer der Pförtner des Ahnenhofes und auch sie nur eine einfache Besucherin. Mit gerader Haltung wartet sie also die nächste Wendung ab.

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Dienstag, 25. Februar 2014, 22:54

Der Ianitos hat über das letzte Wegstück hinweg seinen Blick auf den Boden vor ihm gerichtet und erst als die Schritte seiner Begleiterin merklich kürzer werden, richtet er seinen Blick nach vorne und bemerkt so den eher ungewöhnlichen Besuch aus dem Valenwald. Noch bevor er vollends zum Stehen kommt, strafft sich seine Haltung und seine Wunde straft ihn dafür so heftig, dass der Schmerz für einen kurzen Augenblick in seinem Gesicht zu sehen sein mag.

Wieder vergehen zwei oder gar drei Herzschläge, in der Narmaeril ihre Begrüßung spricht, ehe er seine Arme leicht zum Gruß ausbreitet: "Der Gruß des Sohnes sei mit Euch, ferne Schwester." Er führt seine Hände wieder vor der Brust zusammen, ehe er im fragenden Tonfall fortsetzt: "Ungewöhnlich, ja selten, ist der Besuch Eurer Art in der Totenstadt der ersten Mer... Wenn auch in den Augen dieses Pförtners nicht unwillkommen." Seine Augen blicken hoch zu der Inschrift über dem Torbogen, in dem Yanara zu stehen kam, ehe er wieder mit noch nachdenklicherem Blick zu der Bosmer sieht: "Doch nur selten waren die Bewohner des Valenwaldes dem Hause Imariél willkommen... Gestattet mir daher die Frage, warum Ihr deren Krypta aufsucht. Und seid Euch meiner Hilfe und meines Wissens gewiss, so Ihr ihrer hier am Orte unserer - zum Teil wohl noch gemeinsamer - Ahnen benötigt, denn ich zähle zu den letzten Pförtnern, den Ianitoi Arkays, die letztlich den letzten Weg aller Sterblichen begleiten und denen die Wacht über die Ruhestätte der Ahnen übertragen ist." Mit einem Seitenblick zu Narmaeril unterbricht er sich selbst, dann setzt er fort: "Firothil ist mein Name. Und die Maga an meiner Seite ist Narmaeril aus dem Hause Nimrassar, Schülerin des Meisters Ambrethil."

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