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Sturmfaust

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Mittwoch, 19. September 2018, 13:54

Ein Abenteuer im Reik

I.


Er hatte sich in die letzte Ecke der kleinen Grotte verzogen. Dort saß er an einem Tisch den man aus dem Stein des Felsen geschlagen hatte, auf einer Bank die ebenso entstanden war. Eine Schande, wenn man bedachte, was für wundervolle Architektur diese Stadt sonst aufwies. Doch auch wenig verwunderlich: die Reikmannen waren nicht gerade für ihre Baukünste bekannt. So musste selbst das schöne Markarth verunstaltet werden, wenn in den im Felsen eingelassenen Wohnungen und Geschäften wieder einmal angebaut werden musste.
Die Kaschemme, in der er saß, war von überschaubarer Größe, kaum mehr als ein Dutzend Gäste würden hier zu besseren Zeiten reinpassen. Gut, dass die weitestgehende Isolation des Reiks die meisten Gäste draußen hielt. So hatte man eher Ruhe und würde nicht gleich in eine Kneipenschlägerei geraten. Der Eingangsbereich wies noch Reste der alten Dwemer auf, die hier einst hausten: die breite massive Eingangstür aus Dwemermetall, die Metallbeschläge an den Wänden.. es musste ursprünglich ein noch kleinerer Raum gewesen sein. Vielleicht eine Art Schrein? Oder er hatte sich noch im Bau befunden, als sie verschwanden. Weit waren die Dwemer jedenfalls nicht gekommen, denn schon bald wich ihren akkurat beschnittenen, grob bearbeitete Steinwände an denen man geradezu primitive Dekorationen befestigt hatte. Das Bild war komplett, wenn man dann die ebenso schier primitiven Gäste dieses Etablissements betrachtete. Die wenigen Gäste waren allesamt Reik, allesamt in einfacher Kleidung die hier und da jedoch bemerkenswerte Bestickungen aufwies – von natürlich anmutenden Ranken über mystische aber sicher bedeutungslose Runen war alles geboten. So anmutig ein manches Kleidungsstück der Reikmannen auch war, so gegensätzlich brutal waren die meisten von ihnen.
Nur ein Grund wieso man besser nicht mit ihnen verkehrte, selbst im eigenen Land. Deshalb hatte er, der Fremde, für sich ein Klischee erfüllt, sich in die letzte Ecke verzogen und die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Wenigstens war diese von hier, erst vorgestern hatte er den leichten Pelzmantel in einem kleinen Dorf nahe der Grenze zum Königreich Immerfort erworben. Es mochte Spätsommer sein, doch im Reik herrschten die unwirtlichsten Umstände in ganz Tamriel mochte man meinen. Das ganze Jahr über jagten arge, kalte Winde durch die Felsklippen, die wie knochige Finger aus dem kargen Boden sprossen. Und doch hatte er sich hierhin aufgemacht. Er, der Fremde.

Hier also, gut geschützt vor den scharfen Winden, der Kälte und den misstrauischen Blicken der anderen Reik, kritzelte er auf seiner Karte herum. Sein Ziel sollte nicht gerade leicht zu finden sein, alles was er als Anhaltspunkt hatte, waren eine alte Sage, zwei Gedichte und krude Ortsangaben aus Volksliedern. So berühmt Faolain Duibh unter den Reik auch sein mochte, die Position der Festung war seit der Zerstörung vor über zweitausend Jahren verloren. Wenn noch etwas davon über war, so war es sicher schon in der Erde versunken. Und doch hatte er bereits mehrere mögliche Orte festgesetzt. Eine davon hatte er noch vor seinem Eintreffen in Markarth überprüft – doch die untoten Bewohner einer Ruine etwas nordöstlich von Markarth waren wenig glücklich einen Besucher zu empfangen. Wenigstens hatte er vor seiner Flucht noch einen Blick auf alte, modrige Banner eines Drachenkultes blicken können – also war ihm nichts entgangen. Der Rote Adler lebte in einer Zeit, in der die Drachen schon lange verschwunden waren. Und in den alten Märchen war sowieso die Rede von Rabenvetteln als seinen Helfern, nicht Drachen.
Zu schade, dass Rabenvetteln so ungesprächig sind, wenn es denn nicht gerade um ihren daedrischen Fürsten oder die geeignetste Zubereitung von Steinbockgallen geht. So blieben ihm also nur die antiken Sagen und Prosa. Anhand derer hatte er immerhin noch zwei andere mögliche Orte ausfindig machen können. Einen besonderen Felsen im Westen, den man auch den Lain Garr nan-

„Wer will hier sitzen muss auch zahlen.“

Ein stämmiger Reik hatte sich vor ihm aufgebaut, der Wirt und Inhaber dieses Hauses, Ala’druoch.

„Also, was er will? Ale? Met? Oder trinkst auch dieses Trauben… gesöff?“

Er war wirklich ein Reikmann durch und durch: buschige Augenbrauen, ungepflegten Bartansatz und dieser subtile Geruch nach… Ziege.

„Met. Und Brot wenn du hast. Und Speck,“ antwortete ihm der Fremde in gebrochenem Reiksprech. Er war etwas aus der Übung gekommen, die Sprache sprach nun auch wirklich keiner mehr außerhalb des Reiks seit der letzte Langhauskaiser ermordet wurde.

„Ah einer Wastriek? Oder… einer Cyrro Riek?“ Ein breites Grinsen stand ihm plötzlich zu Gesicht. Das krasse Gegenteil der grimmigen Gemasse zuvor. „Ah mein Vetter, der kommt auch aus dem Süden! Den muss ich dir vorstellen! Ihr kennt euch bestimmt. Und dein Zeug bring ich dir auch gleich,“ babbelte er plötzlich im reinsten Reiksprech, so als wäre der Abenteurer ein echter Reik, und rauschte davon.

Das war nun wirklich keine gute Situation… Er, der Halbreik aus dem Süden. Klar, er war im Blute ein Reik, doch geboren und aufgewachsen war er in der Kaiserstadt. Erzogen wie ein Kaiserlicher, gedient wie ein Kaiserlicher und letztendlich auch so gelebt, bevor er wie die meisten Cyro-Reik die Stadt verlassen musste, als Varen die Krone an sich riss. Wo der Kaiserliche als größter Feind des Reikmanns zählte, so war es doch der Reikmanne der seine Wurzeln leugnete, deine Bräuche abgelegt hatte. Das hier konnte nicht gut ausgehen…
Er könnte sich doch davonschleichen? Ja, einfach seine Karten einstecken, die Tasche schnappen und rausmarschieren. Es gab sicher noch andere Herbergen hier.
Eilig faltete er seine Zettel zusammen und steckte sie in einen Gürtel den der Mantel gut vor neugierigen Blicken verborgen hatte. Dann stand er schon auf, nahm seine Tasche, machte ein paar schnelle Schritte und…

„Aber mein Bruder, du willst doch noch nicht gehen? Wo ich dir doch schon meinen Vetter vorstellen will?“

Da war er wieder, der Wirt, rechtzeitig aus dem Lagerraum zurück baute er sich zu einer unüberwindlichen Barriere zwischen ihm und dem Ausgang auf.

„Sag, Bruder, wie ist dein Name?“

Nun musste er wirklich kurz Nachdenken. Normalerweise nahm er für solche Dinge Aliase zur Hand, doch vielleicht wäre Ehrlichkeit hier besser… Doch seinen Kaiserlichen Namen konnte er kaum verwenden. Trolltot hieß sein Großvater, bevor er den Namen änderte…. nur wie hieß das nun wieder in Reikisch?

„Emrys Drollduat,“ antwortete er dann schließlich, noch immer in Reiksprech, „So hat mich mein Vater genannt, Bruder.“

Das schien ihn jedoch wenig zu beeindrucken. Tatsächlich verfinsterte sich die Miene des Wirt wieder.

„Du bist doch ein Spitzel! Und du gehst hier nur noch mit der Wache raus!“

Ein leises Seufzen entfuhr dem Reisenden daraufhin. Die Probleme mit Stadtwachen häuften sich in letzter Zeit in unangenehmen Maß. Nicht nur das, nein, die anderen Gäste beäugten ihn nun auch noch böse. Einige waren sogar schon aufgestanden.

„Hört Freund, ich… ich bin ein Reik und spioniere hier für niemanden. Ich kam gerade aus Hochfels, aus dem westlichen Reik und wollte das Land meiner Vorväter sehen…“ Das schien den Wirt nicht überzeugen zu wollen. „Und da du mir nicht glaubst, muss ich nun leider gehen.“

Da zog er einen Runenstein aus seiner Tasche und jagte etwas Magicka hindurch. Der Reikmanne wich zurück, als der verhüllte Man plötzlich von kleinen blauen Lichtern umhüllt wurde. Der damit einhergehende Wind wirbelte den Fellmantel nur so umher und so zeigte sich auch die Lederkluft samt Ebenerzbrustplatte.

„Spion! Bretone! Nord! Kaiserlicher! … FEIND!“ brüllte der Wirt da und sprang auf den Magier los. Ebenso zwei andere Gäste, die ihm am nächsten waren – doch da löste sich der Raum vor den Augen des Fremden schon in Luft auf. Kaum hatte er geblinzelt, da stand er plötzlich im Freien.
Als die Lichter wenige Augenblicke später wieder verschwunden waren, wagte er sich endlich wieder zu bewegen. Ersteinmal streckte er sich, atmete tief ein und sammelte dann das Gegenstück seines Runensteines ein, der da vor ihm im taubehafteten Gras lag. Dann schaute er sich um.
Sein Lager hatte sich seiner Abreise vor ein paar Stunden nicht verändert. Sein Pferd graste noch immer neben dem Rinsal, welches man kaum als Bach bezeichnen konnte. Das kleine Zelt stand noch immer zwischen zwei Felsen gequetscht da, die es vor dem Wind schützen sollten. Ein friedliches Bild, wenngleich rustikaler als das Bett und die Felsenkammer, welche er sich in der Stadt erhofft hatte.
Doch wie es schien, würde er dahin so schnell nicht zurückkehren können.
Frei nach dem Motto:
"I am definitely a mad man with a box!"

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Montag, 5. November 2018, 13:37

II.


Die Fellrolle im Zelt, welches tatsächlich nur aus einer viel zu oft geflickten Plane bestand, die er über zwei Stangen gespannt hatte, war wie erwartet viel zu unbequem. Sein Söldnerdasein hatte ihm oft solche unbequemen Schlafstätten eingebracht, doch war die eigentlich schon seit Jahren vorbei. Inzwischen hatte er sich an warme Betten mit Strohmatratzen und Wolldecken gewöhnt. Bei den Göttern, er war weich geworden. Für einen Reik sowieso, doch selbst für einen Soldaten der Legion. Einer früheren Zugehörigkeit die er noch immer in Ehren hielt.
Als der Morgen anbrach, setzte er seine Reise fort. Leovic, sein Ross, ließ sich ohne Murren bepacken und trug wie immer all seine Lasten. Ein braves und mutiges Tier.
Die Straßen des Reiks konnte man kaum noch als Straßen bezeichnen. Jene Steinwege, die das remanische Reich vor so vielen Jahrhunderten hier errichtete, waren schon lange dem Verfall anheimgefallen. Wo früher wohl kleine Steinblöcke die Wegränder säumten, wo der Weg eben, fest und hier und da mit Kies bestreut waren, da waren nun Steinblockaden, umgekippte Bäume und tiefe Furten. Den Reik waren die remansichen Straßen sowieso suspekt. Sie nutzen lieber ihre eigenen „Wege“: im besten Fall Trampelpfade, die sich zwischen scharfen Felsen und den wenigen Bäumen des Reik hindurch wanden. Und doch hatten selbst die alten Straßen ihren Nutzen für sie: hin und wieder verirrten sich gut bewaffnete Karawanen in dieses von den Acht verlassene Land, in der Hoffnung, die Route zwischen dem Königreich der Einsamkeit oder vom Rift her in die Gebiete des Dolchsturz Bündnisses abzukürzen.
Auf seinem Weg nach Lain Garr folgte der Abenteurer erst einem der alten Wege nach Süden um sich dann irgendwann ins Dickicht zu schlagen. Dabei kam er an zahlreichen umgekippten, halb verrotteten Kutschen vorbei, die teils vor Jahren teils aber wohl erst vor wenigen Tagen ihr Ende im Graben gefunden hatten. Selten war mehr übrig geblieben. Die Reik waren gründlich: die Pferde der Reisenden nutzten die selbst oder verkauften sie weiter, die Lebenden wurden versklavt, die Toten wurden von den Rabenvetteln für exotische Alchemiezutaten auseinandergenommen oder als untote Wächter wiedererweckt. Wer im Reik sein Ende fand, war wirklich zu bemitleiden.

Und doch trotzte der Fremde den Gefahren der Heimat seiner Vorfahren.
Wieso? Nun in einem antiken Keller in Immerfort war er über einen Bericht gestolpert, den man wohl wenig für zuverlässig halten konnte. Ein verängstigter alessianischer Legionär hatte in seinem Tagebuch seine Erlebnisse während des Reik-Feldzuges niedergeschrieben. Leider waren viele Seiten verloren gegangen, andere nur noch halb leserlich. So auch das Kapitel über die Offensive gegen Faolans Festung. Doch was er entziffern konnte, war unglaublich.
Dort war die Rede von einem Schamanen im Dienste Faolans, der sich offensichtlich anderer Magie bediente als die Rabenvetteln.
Es war die Hoffnung, die ihn so weit in dieses wilde Land gebracht hat, antike Magie zu finden, die nicht so wie die heutige Magie der Reikmannen oft durch und durch verdorben war.
In jedem Stamm der Reik, selbst in den losen reikischen „Konstrukten“ der Kaiserstadt damals ,die man kaum noch so nennen konnte, erzählte man sich Legenden von den alten Reikfürstentümern. Jene die Faolan schließlich vereinte und dennoch scheiterte, das Reik zu verteidigen. Doch noch lange vor seinem Erscheinen sollen die Fürstentümer im Einklang mit der Natur gelebt haben. Sich mit ihr verbündet und sie nicht ausgebeutet haben, so wie es die meiste ihrer Magie heute tut.
Eben diese uralte, unbefleckte ja wohl reine Naturmagie erhoffte er sich zu finden und studieren zu können.

Doch noch hatte er kaum mehr als eine kalte Spur. Einen unzuverlässigen Zeugen aus einer längst vergangenen Zeit.
Während der Söldner in Gedanken seine Route durchgegangen war, hatte er seine nähere Umgebung zunehmend weniger beachtet. Als er an eine engere Stelle gelangte, wo der kargen Wiese steile Klippen wichen, bemerkte er daher das drohende Übel nicht.
Kaum hatte er den Eingang dieser wahrlich kurzen Schlucht passiert, da ertönte ein heller Schrei hinter ihm. Plötzlich sprangen barbarisch wirkende Krieger von den Felsen hinab, ihre geradezu primitven Metallschwerter und -äxte bereit um Blut zu kosten. Die Gesichter hatten sie mit wilden Bemalungen verziert. Hier ein roter Schädel, dort nur schlichte blaue Streifen – doch für ein nichtsahnendes Opfer, besonders für jemanden außerhalb des Reiks, mussten diese Wilden fasst wie daedrische Kreaturen gewirkt haben.
Blitzschnell hatten sie ihm den Weg abgeschnitten, keine Kunst in so einer schmalen Gasse, doch genug um Leovic zu verschrecken. Der schrie vor Angst, bäumte sich auf und warf seinen Reiter ab.
Bevor der Abenteurer wieder aufstehen konnte, machte sein Schädel schon Bekanntschaft mit einem Schwertknauf.
Frei nach dem Motto:
"I am definitely a mad man with a box!"

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