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Narmaeril

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Samstag, 15. September 2018, 18:12

Der perfekte Trank - Aufzeichnungen einer Alchemistin

Himmelswacht - Mitte Herzfeuer, 2Ä 586

Es war Loredas.
Die altmerische Händlerin konnte sich nach getaner Arbeit im Kontor endlich ihren privaten Interessen widmen. Und seit einigen Wochen war dies ihre wiederentdeckte Liebe zur Alchemie. Ravearilya zog sich in die kleine Kammer im Handelskontor zurück, die sie für ihr neuestes Hobby in Beschlag nahm. Hier hatte sie sich ein kleines Labor aufgebaut und verschiedene Apparaturen aufgebaut, die sie im letzten Monat bei der Magiergilde bestellt hatte.

Alles fing Anfang Herbstsaat an, als jemand den im Handelshaus angestellten Wachmann Garon während seiner Arbeit vergiftete und der junge Khajiit Shano ihn tot im Lagerhaus auffand. Der Thalmor leitete daraufhin eine Untersuchung des Mordes ein und man fand heraus, dass es sich um ein sehr seltenes Gift handelte. Ein Gift, das auf mysteriösen Umständen seinen Weg in einen Sack Getreide fand, der für eine Lieferung an die Goldküste bestimmt gewesen wäre. Die Umstände dahinter waren aktuell immer noch nicht aufgeklärt...

Der jungen Altmer ließen die Umstände des Mordes keine Ruhe. Natürlich bedauerte Ravea Garons Tod. Da sie aber keine engere Bindung zu dem Altmer hatte, ging es der ambitionierten Händlerin eher darum, dass es jemand wagte, gegen das Handelshaus Altanar vorzugehen. Die ersten Vermutungen deuteten auf die Goldküsten-Handelskompanie hin, die den Altanari vor einiger Zeit in Anwil das Leben schwer machten... Aber inzwischen schienen die Indizien in eine andere Richtung zu deuten. Dennoch wollte sich die junge Altmer nicht tatenlos in dieses Schicksal ergeben. Weder Thalmor noch Magiergilde sollten dem Handelshaus auf der Nase herumtanzen können! Und wenn man etwas erfolgreich durchziehen wollte, müsste man es doch am besten selbst in die Tat umsetzen.

Also stand Ravearilya inmitten ihres neuen, kleinen Labors und machte sich zum ersten Mal ans Werk. Es galt alte Kenntnisse wieder aufzufrischen und Wissen umzusetzen. Die Altmer nahm sich die gelieferten Bücher der Magiergilde aus dem Regal heraus, dazu ein noch leeres Büchlein für ihre eigenen Aufzeichnungen und begann die Zeilen der Meister zu studieren. Die gut gemeinten Ratschläge von Defessus Lector riefen in der Altmer schnell wieder alte Erinnerungen an die ersten Lektionen in dieser arkanen Disziplin wach. Ein genaueres Studium widmete sie daher lieber dem Werk von Alyandon Mathierry, der detailreichere Beschreibungen anbot.

Sie kannte bereits die Grundlagen der Alchemie, nach denen man zuerst ein möglichst reines Lösungsmittel für einen Trank bereitstellen musste. Und erst darauf konnte man mit Auswahl der zermahlenen Reagenzien aus Pflanzen oder Pilzen die Eigenschaften des Tranks festlegen.

Ravea wusste bereits welches Rezept sie zuerst zur Perfektion bringen wollte - den Unsichtbarkeitstrank.

Die folgenden vier Komponenten standen dafür zur Auswahl:
  • Blauer Glöckling
  • Namiras Fäulnis
  • Nirnwurz
  • Spinneneier


Der "Blaue Glöckling" (oder auch Blauer Entoloma) war ein kleiner, blauer Pilz, den man überall auf Tamriel finden konnte und damit zu den häufigen Pilzarten zählte. Er war als Komponente recht günstig und gut aufzutreiben. Für die Alchemie benötigte man oft nur seinen Hut. Wie viele Pilze wächst er lieber im Schatten und an der Seite von großen Bäumen.


"Namiras Fäulnis" war ebenso ein Pilz und besaß einen runden Hut von gewöhnlicher, brauner Farbe und einen weißen, langen Stiel. Diese Pilzart bevorzugte ebenso die Dunkelheit und man fand sie daher vor allem in Höhlen und unterirdischen Gewölben.


Da diese beiden Komponenten als günstigsten aufzutreiben waren, begann die Alchemistin ihre ersten Versuch mit diesen beiden Reagenzien. Ravea lehrte den Arbeitstisch und stellte die Bücher ins Regal zurück. Dann zog sie zwei Mörserschalen heran und füllte jeweils eine abgewogene Unze der getrockneten Pilze hinein. Mit dem Stößel begann sie die Pilze fein zu zermahlen und ein Pulver daraus zu gewinnen. Die Qualität der Ware von der Magiergilde war sehr gut, daher verzichtete sie auf den Nutzen des Kalzinators um die Pulver aufzureinigen - wobei man immer einen gewissen Prozentsatz des Materials verlor.

Stattdessen bereitete sie die Apparaturen vor: Sie stellte die gläserne Retorte vorsichtig in den Aufsatz über ein Öllicht und brachte den Destillierkolben als Auffanggefäß daneben in Reichweite. Dann gab sie jeweils das gemahlene Pulver einer Unze in einen einfachen Glaszylinder zusammen und füllte dieses mit einer abgemessenen Menge an gereinigtem Wasser auf und vermischte die Lösung mit einem einfachen Löffel. Daraufhin füllte sie die Trankflüssigkeit in die Retorte um und entzündete die Flamme unter dem Glasgefäß.

Die Flüssigkeit begann nach einer Weile vor sich hinzuköcheln und das Glas der Retorte beschlug mit Dampf. Der Trank war also am köcheln und langsam begannen Tropfen der Trankessenz am langen Auslauf hinab ins Auffanggefäß zu laufen. Der Prozess dauerte lange und erforderte von der jungen Altmer Geduld. Während sie die Apparatur im Blick behielt, zog Ravea noch einmal die Lektüre von Alyandon Mathierry zu Rate und versank in tieferen alchemistischen Lehren. Das Mischen von nur zwei Reagenzien war einfach. Die höhere Kunst der Alchemie erlaubte das Mischen von bis zu drei Reagenzien. Hierbei musste die angehende Alchemistin auf das "Prinzip der quadratischen Amalgamierung" Rücksicht nehmen und das wollte erst einmal wieder verstanden werden...

Die Stunden vergingen und zuletzt konnte die Altmer beobachten, wie der letzte Tropfen des Destillats ins Auffanggefäß überrann. Sie löschte die Flamme und ließ die Apparatur abkühlen. Währenddessen betrachtete sie sich das Ergebnis der Essenz und nahm mit einer Pipette einen Tropfen des gewonnenen Elixirs heraus, um es auf der Haut und auf der Zunge zu testen. Die Substanz war bitter, wie man von einem Destillat zweier Pilze erwarten konnte. Außerdem fühlte sie sich leicht 'blau' und für einen Moment schien es so als würde ihre Umgebung verschwimmen. Ein gutes Zeichen, dass der Trank die richtige Wirkung besaß.

Ravearilya füllte die gewonnene Flüssigkeit vorsichtig in mehrere kleine Phiolen um und verschloss diese jeweils mit einem neuen Stöpsel. Auf die Seite der Phiolen befestigte sie mit einem Pinselstrich Leim einen kleinen Zettel zur Beschriftung, der den Tranknamen, eine Nummer und das Datum enthielt. Zufrieden stellte sie die Phiolen in den Schrank zurück. Zuletzt notierte sie sich die gewonnene Menge an Trankphiolen und schloss ihr Laborbuch.

Jetzt blieb der angehenden Alchemistin nur noch übrig, alle Apparate auszuwaschen und den Labortisch zu reinigen. Ravearilya öffnete das Fenster zur Kammer um die erfrischende Nachtluft hereinzulassen. Mit einem Gähnen machte sie sich an die Arbeit. In Gedanken überlegte sie bereits an neuen Rezepten herum um den Trank noch besser zu machen... Wenn sie als Basis für den Trank Wolkennebel oder besser noch... Sternentau... verwenden würde, könnte sie die Wirksamkeit sicher noch weiter steigern. Aber wie sollte sie an solch' seltene Substanzen herankommen können?



Unsere Projekte: Das Handelshaus Altanar - Die Magiergilde Himmelswacht - Das Kolleg des Thalmor
Unser RP-Hotspot: Die Stadt Himmelswacht auf Auridon (Aldmeri-Dominion)

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Narmaeril« (15. September 2018, 20:18)


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As3her (16.09.2018)