Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: The Elder Scrolls Online Rollenspiel-Community Forum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

  • »LegendaryEdition« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 24

Gilde: ----

Allianz: Unentschlossen

  • Nachricht senden

1

Samstag, 15. September 2018, 14:04

Vom Jäger zum Gejagten




„Verdammt Fovus!“

Der Schrei kam nicht weit, wurde von der dichten Vegetation verschlungen.

„Fovus?“

„Bei den Saugnäpfen eines räudigen Netches, deine Rufe kommen keine 15 Fuß
durch diese grüne Hölle.“ Der Dunmer zischte die Worte leise und mit kalter
Gewissheit zwischen seinen Lippen hervor. Den Blick dabei auf den Rufenden
geheftet.

„Und was sollen wir jetzt machen? Weshalb bist du nur immer so negativ
gestimmt, hm?“ Nilos, ebenfalls Dunmer, wandte den Blick nicht von der grünen
Wand aus Blättern und Bäumen ab, während er mit seinem Partner sprach.

„Wir? Ich dachte das wäre dein Freund. Meine Rolle bei der ganzen Sache hier,
ist mir denkbar schleierhaft.“

Nilos wandte sich kurz von der Vegetation ab und bedachte sein Gegenüber mit
einem forschen Blick. Er selbst war groß für einen Dunmer, doch Delmus
überragte ihn dennoch um drei Finger breit. Er wandte den Blick wieder ab,
sagte nichts.

„Also“, meldete sich Delmus kurz darauf erneut zu Wort, wobei seine Stimme den
üblichen gleichgültigen Tonfall annahm, „wie es aussieht braucht dein Kumpel
ein wenig länger auf dem stillen Örtchen. Möglicherweise hat er ebenfalls
Dünnpfiff bekommen wie diese beiden anderen Trottel.“

„Mir reicht deine gleichgültige Art! Und mir reicht wie du über die anderen
sprichst! Immerhin sind sie daran gestorben. Pass auf was du sagst, wenn du
über meinen Kumpel redest, verstanden? Es gibt Leute, denen ich diese
verflixten Krankheiten eher wünsche als ihm.“ Nilos schäumte vor Wut.

„Schrei nicht so, es hört uns noch irgendein Getier!“

„Ins Reich des Vergessens mit deinem Getier. Die Rufe kommen doch sowieso nur
15 Fuß weit, wie du eben klar und deutlich feststellen musstest.“

Delmus blieb äußerlich ruhig, atmete tief aus und wieder ein. „Pass mal auf,
Nilos: Ich weiß nicht was in deinem Kopf gerade so vorgeht oder ob da generell
keine Denkprozesse ablaufen. Fakt ist: Wir sind hier irgendwo im tiefsten
Urwald und unsere Gruppe hat sich schon vor etlichen Minuten aufgemacht. Da
hin, in diese Richtung“, er zeigte mit dem Finger zwischen zwei schief stehende
Dschungelbäume, welche über und über mit dicken, grünen Lianen bedeckt waren.
„Zudem, werter Nilos, warten wir hier jetzt schon eine halbe, verfluchte
Ewigkeit auf deinen komischen Freund, dessen Namen ich nicht kenne, an dessen
Gesicht ich mich nicht erinnern kann und der vielleicht dein Kumpel, aber nie
im Leben meiner ist. Und ich frage mich wirklich, wie lange man denn zum Pinkeln
brauchen kann? Also, hier mein Plan: Du suchst deinen Freund und sagst ihm er
soll seine Pinkelpause kurz unterbrechen, weil ihr beiden hier sonst alleine
und damit am Arsch seid. Klar soweit?“

„Und was machst du, wenn ich fragen darf?“

„Ah, er hat sich etwas beruhigt. Gut, ich schätze es sehr, ein normales
Gespräch zu führen. Selbst in dieser schwülen Hitze hier draußen“, der größere
Dunmer wischt sich mit der Rückhand den Schweiß von der Stirn. „Also: Ich gehe
der Gruppe hinterher und sage ihnen, dass sie gefälligst auf uns warten sollen.
Ich gehe jede Wette ein, dass von denen keiner von unserer Abwesenheit weiß. Du
und dein Kumpel seid unscheinbar und ihr bleibt immer unter euch und mich kann
dort sowieso niemand leiden. Die perfekten Voraussetzungen um einfach
zurückgelassen zu werden.“ Während Delmus das sagte, huschte ein kleines
Lächeln über seine Lippen. Nilos indes nickte nur. Er hatte keine Lust weiter
mit dem griesgrämigen und hochnäsigen Delmus zu reden. Das Nicken als Startsignal
sehend, verschwand der große Dunmer zwischen den schief stehenden
Dschungelbäumen. Nilos war allein.





Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »LegendaryEdition« (10. Mai 2019, 12:54)


Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Cor'Cariolis-do (15.09.2018), Meavy (15.09.2018)

  • »LegendaryEdition« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 24

Gilde: ----

Allianz: Unentschlossen

  • Nachricht senden

2

Donnerstag, 20. September 2018, 17:36


Nilos Hand umfasste den Griff seines Schwertes fast krampfhaft, während er sich zu der Stelle aufmachte, an welcher
Fovus vor einer gefühlten Ewigkeit verschwunden war.
Jetzt, da er so alleine war, traute er sich nichtmehr nach seinem Freund zu rufen. Irgendetwas hielt ihn
davon ab. Irgendwie hatte er plötzlich ein sehr ungutes Gefühl in der
Magengegend. Hätte er auf dieses Gefühl gehört, wäre er wohl schnurstracks
Delmus hinterhergerannt. Aber es ging hier um Fovus, seinen Freund aus
Jugendtagen. Und allein der Gedanke, dass Delmus möglicherweise gerade das
selbe Gefühl im Magen verspürte, sich womöglich die Hosen nass machte, während
er ganz alleine den Weg zur Gruppe zurück suchte, gab Nilos die Kraft
weiterzulaufen und von der kleinen Lichtung aus ins dichte Gestrüpp
einzudringen. Die Natur empfing ihn wie ein alter Geschäftskonkurrent, welchen
man lange nicht gesehen hatte und welchen man auf einer öffentlichen, noblen
Feier vor vielen Leuten wiedertraf. Die Blätter und Lianen streckten, ähnlich
wie der besagte Konkurrent, ihre Arme aus, bereit Nilos innig zu umschlingen.
Jedoch lag in allem eine gewisse trügerische Note. Der Dunmer war auf vielen
noblen Feiern, damals in seiner Heimat. Hier und da stieß er sogar auf ebenjene
Geschäftskonkurrenz und umso mehr verblüffte ihn das ähnliche Gefühl welches er
jetzt, beim Durchqueren der üppigen Pflanzenwelt, verspürte. Die Feiern von
damals waren auf alle Fälle nobler als das was er hier machte. Kurz huschten
seine Gedanken zum Laden seiner Mutter und kurz war er raus aus dem Dschungel
und wieder zuhause in Davons Wacht. Er fragte sich innig weshalb er jetzt nicht
dort war, im Gasthaus vornehm speiste und der kleinen aber reizenden, dunkelhäutigen
Schönheit namens Adosi liebreizende Komplimente gab. Anstelle davon, war er
hier am schlimmsten Ort der Welt. Es stank wie eine Netchkuh vor den
Wechseljahren, war extrem schwül, laut und überaus gefährlich. Drei Männer
hatten sie schon an diese verflixte Natur verloren. Zwei von ihnen wurden krank
und mussten zurückgelassen werden, der dritte versank in einem stinkenden
Morast und tauchte nicht mehr daraus auf. Zusammen genommen könnte man sagen,
das seien alles Warnsignale, welche versuchten selbst dem letzten Trottel
einzuhämmern hier lieber keinen Fuß hinein zu setzen. Man sollte dieses
stinkende Land einfach generell meiden. Aber vor allem sollte man nicht alleine
durchs Unterholz watscheln. Nilos atmete schwer aus, wischte sich den Schweiß von
der Stirn. Ein seltsames Gefühl riss ihn aus seinen Gedanken. Er spürte eine
eigenartige Wärme an seinem Rücken. Ein kleiner Punkt, welcher von der
Lendenwirbelsäule zwischen die Schulterblätter wanderte, fast so als würde ein
Sonnenstrahl über seinen Körper wandern. Er drehte sich abrupt um, suchte die
Vegetation über ihm ab und erschrak. Da war kein Durchlass für Sonnenstrahlen.
Die Baumkronen bildeten einen dichten, zeltartigen Schutz. Missmutig ging er
weiter, dieses Mal die Hand an dem Knüppel, welcher an seinem Gürtel befestigt
war. Er war kein guter Kämpfer. Außer einigen Übungsstunden auf dem Kampfplatz
in Davons Wacht, hatte er nie eine richtige Auseinandersetzung. Wieder fragte
er sich, was er eigentlich hier zu suchen hatte.

Plötzlich erblickte er Fovus. Der Dunmer stand etwas entfernt vor ihm an einen
Baum gelehnt. Nilos lief auf ihn zu, rief seinen Namen.

Fovus reagierte nicht, er stand einfach nur da. Irgendetwas an seiner Haltung
ließ Nilos erstarren. Er näherte sich ihm immer langsamer, war schließlich nur
noch wenige Schritte von Fovus entfernt. Während Nilos die Hand nach ihm
ausstreckte sackte Fovus zusammen und entblößte seine durchgeschnittene Kehle,
aus der immer noch dickflüssig das Blut herunterlief und die Lederrüstung des
Jugendfreundes benetzte. Von da an ging alles sehr schnell: Nilos trat verstört
einen Schritt zurück, verschluckte sich vor Schreck an der eigenen Spucke und
versuchte sein Schwert aus der Scheide zu ziehen. Zeitgleich spürte er wieder
dieses Gefühl der Wärme auf seinem Nacken und seine Haut begann eigenartig zu
kribbeln. Noch ehe er sein Schwert vollständig gezogen hatte und noch ehe er
sich überhaupt umdrehen konnte holte ihn der Tod.

Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von »LegendaryEdition« (10. Mai 2019, 13:14)


Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Meavy (21.09.2018)

  • »LegendaryEdition« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 24

Gilde: ----

Allianz: Unentschlossen

  • Nachricht senden

3

Montag, 15. Oktober 2018, 16:39


Delmus trottete durch das dichte Farnkraut, schlug hier und da mit dem Säbel zu und
verscheuchte einige lästige Fliegen mit der Hand. Er wusste das es in den
Sümpfen fliegende Biester gab, welche nur zu gerne an Ohren oder Nasen nagten
und denen er lieber nicht über den Weg laufen wollte. Immerhin wurde er seit er
denken konnte für seine schöne Nase gelobt. Wenn auch zum Großteil nur von
Menschen. Und dort wiederrum zum Großteil nur von Nord aus dem Ebenherz-Pakt.
Diese waren zum Großteil meistens betrunken. Wie auf Kommando fasste er sich an
die Nasenspitze. Es war alles noch dran, nichts abgeknabbert. Auch seine Ohren
wiesen keinerlei Mängel auf und so schlug er sich weiter durchs Unterholz und
fächerte weiter die Fliegen aus seinem Gesicht. Weit konnte die Gruppe nicht
gekommen sein. Das vermutete er zumindest.

Auch die Spuren waren auf dem Waldboden noch relativ gut zu sehen. Er hoffte,
dass die anderen zwei Nachzügler ebenfalls Spuren lesen konnten, ansonsten… nun
er würde sich sicherlich nicht freiwillig melden um sie zu suchen. Vor allem da
es langsam dunkler wurde und er schon bei Tageslicht einen gesunden Respekt vor
der hiesigen Wildnis hatte. Delmus fürchtete sich vor wenigen Dingen. Doch
dieser Dschungel gehörte auf jeden Fall zu der besagten Minderheit.

Er ging achtsam durch das Blätterwerk, lauschte auf mögliche Geräusche von
Tieren und schaute immer mal wieder über die Schultern, in der Hoffnung
niemanden zu erblicken der ihn verfolgen würde. Er hatte viel von den
legendären, einheimischen Tieren der hiesigen Wildnis gehört. Auch diesen
wollte er eher ungern begegnen. Zudem war hier gefühlt jeder zweite Sumpf- und
Dschungelbewohner giftig. Delmus konnte kämpfen, er war groß, er war kräftig, aber
was halfen Muskeln und Zähigkeit, wenn der kleinste Schlangenbiss zum
qualvollen Tode führen konnte? Er verschwendete keine weiteren Gedanken daran,
lief weiter durch Farnkraut, kleine Lichtungen, über einen schmalen Wasserlauf.
Danach verlor er die Spur und musste einige Zeit suchen, um sie wiederzufinden.
Das heißt er hoffte, dass es die richtige Spur war. Das Terrain wurde zunehmend
morastiger und hier eine Fährte auszumachen schien schier unmöglich. Zudem war
er schon viel zu lange unterwegs und die Gruppe konnte in der kurzen Zeit keine
so große Distanz zurückgelegt haben. Etwas hilflos blickte er weiter geradeaus.
Dort war nur Sumpf zu sehen, die dichte Vegetation des Dschungels lichtete sich
etwas und es gab hier und da sogar freie Stellen. Er erinnerte sich an den armen
Tölpel aus ihrer Gruppe, welcher in einem ähnlichen Sumpfloch abgetaucht war,
als hätte ihn die Erde einfach verschluckt. Nein dorthin war die Gruppe
sicherlich nicht aufgebrochen, viel zu gefährlich. Kurz fluchte er gedanklich
über seine Leichtsinnigkeit, sich von Nilos getrennt zu haben.

Er grübelte vor sich hin, drehte sich dann mit einem schnellen Schwung um 180
Grad und blickte auf den Weg zurück, von dem er herkam. Just in diesem Moment
machten seine Augen eine kleine, schemenhafte Bewegung zu seiner linken aus.
Das Ganze in einiger Entfernung. Ein kurzes Huschen, als wäre etwas von Busch zu
Busch gesprungen. Und das in einem irren Tempo. Er lauschte, hörte nur die
Geräusche des Urwaldes. Ein Teil seines Gehirnes wollte es als einen
Trugschluss, als Einbildung abstempeln. Immerhin war er nervös und gestresst.
Da konnte so etwas schon mal vorkommen. Der andere, rationale Teil, jener der
ihn schon oft gerettet hatte und auf den er sich immer gut verlassen hat
können, sprach eine ganz andere Sprache: Irgendetwas war hinter ihm im
Unterholz. Es war noch weit weg, die schemenhafte Bewegung ereignete sich
sicherlich über 200 Fuß entfernt, dennoch wollte Delmus keine Bekanntschaft mit
dem Dschungelbewohner machen. Er blickte auf die Stelle zwischen dem Farnkraut
und ließ seine Augen anschließend über die Umgebung rings darum schweifen.
Dieses Mal ereignete sich die Bewegung zu seiner rechten und deutlich näher.
Verflixt, es waren scheinbar mehrere. Wieder ein schnelles Huschen, ein
schemenhaftes schwarzes Etwas, welches nur für den Bruchteil einer Sekunde zu
sehen war und so schnell wieder verschwand, dass man wirklich meinen konnte, es
wäre Einbildung gewesen. Was immer das für Tiere waren, sie kamen schnell
näher. Delmus wich zurück, betrachtete kurz seinen Säbel. Ob ihn dieses Stück
Eisen vor dem sich nahenden Unheil bewahren konnte? Kurz huschte der Gedanke
durch seinen Kopf, es könnten Nilos und Fovus sein, welche ihm einen schlimmen
Streich spielen wollten. Doch er verwarf den Gedanken, als in nur noch 100 Fuß
Entfernung erneut der schemenhafte Verfolger für den Bruchteil einer Sekunde zu
sehen war. Das konnte unmöglich ein Dunkelelf sein.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »LegendaryEdition« (10. Mai 2019, 12:57)


Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Meavy (04.11.2018)

  • »LegendaryEdition« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 24

Gilde: ----

Allianz: Unentschlossen

  • Nachricht senden

4

Freitag, 10. Mai 2019, 13:05

Langsam wandte er sich zum Gehen und verfiel nach und nach in einen gleichmäßigen
Dauerlauf, wobei ihm beim Rennen allerlei Dschungelpflanzen ins Gesicht
schlugen und er sich mit größter Anstrengung durch das Unterholz und die dichte
Flora kämpfen musste.

Er steuerte auf die Sümpfe zu, watete so gut es ging durch den Morast. Immer
wieder blickte er sich nach hinten um, jedes Mal mit der Angst seinen Verfolger
direkt hinter sich zu sehen.

Er spürte eine seltsame Wärme auf dem Rücken, ein kleiner Punkt, welcher ihm eine
Gänsehaut über den Rücken jagte. Immer wieder sah er die schemenhaften
Bewegungen hinter sich und kam schließlich zu dem Entschluss, dass es sich
möglicherweise doch nur um einen Verfolger handeln konnte. Ein verflucht
schneller Verfolger. Zudem hatte Er hatte das Gefühl, dieser spiele nur mit
ihm, als hätte dieses dunkle Etwas die ganze Zeit über die Möglichkeit gehabt
ihn problemlos einzuholen. In seiner blinden Panik fing er vor Furcht an zu
schreien und verfluchte gleichzeitig die Vegetation, welche jeden Schrei nur 15
Fuß weit kommen ließ. Und dann war es einfach weg. So schnell wie es gekommen
war, war es auch wieder verschwunden. Er sah bei seinen ängstlichen Schulterblicken
keine Anzeichen des Verfolgers mehr, spürte keinerlei Wärme auf seinem Körper.
Dennoch rannte er noch einige Zeit weiter durch den Morast, verlangsamte sein Tempo
dann jedoch zusehends. Er hatte es wohl abgehängt. Das lästige Nebenprodukt zu
diesem Erfolg war nur, dass er jetzt komplett im Nirgendwo gelandet war. Aus
Angst es könne ihn doch irgendwie hören und erneut die Verfolgung aufnehmen
unterdrückte er seine Schreie der Verzweiflung.

Nun hatte die Panik und die Furcht, Delmus vollständig gepackt, auch wenn sich
sein Atem langsam wieder etwas beruhigte, schlug sein Herz immer noch rasend
schnell. Der Weg führte weiter durch Sumpfiges, übelriechendes Gebiet. Hier und
da fielen einige Sonnenstrahlen durch die, nicht mehr ganz so üppigen
Baumkronen. Schließlich konnte Delmus durch eine Lücke in den Baumkronen den
Standpunkt der Sonne ausmachen. Er spuckte saftig aus und sackte an einem der
dicken Baumstämme zusammen. Der Mittag war schon lange vorbei, somit musste die
Sonne zwischen Süden und Westen stehen. Ohne die Blätter und die grünen Kronen
der Dschungelbäume, welche die Lichtstrahlen gierig einfingen und nur spärlich
weiter nach unten, auf den Dschungelboden hindurchließen, würde einem die Sonne
direkt ins Gesicht scheinen, sofern man auf dem gleichen Pfad wie Delmus wandeln
würde. Dies bedeutete, dass der von Delmus eingeschlagene Weg in das immer
sumpfiger werdende Gebiet nach Südwesten führte.

Der hochgewachsene Dunkelelf brauchte einige Sekunden um das zu begreifen und
eine weitere ganze Minute um sich gegen den aufkommenden Heulkrampf zur Wehr zu
setzen. Er war auf direktem Weg ins Niemandsland. Auf jeden Fall kannte er dort
keinerlei Ortschaften oder Dörfer, wobei ihm klar war das mancher dieser
schmutzigen Argonierstämme, dieses dreckige Sumpfterrain wohl schon als ein
Dorf ansehen würden. Komischerweise musste er bei diesem Gedanken lachen. Er
lachte laut und lehnte sich entspannt zurück gegen den Baumstamm. Auch wenn er zusammen
mit der Gruppe in die andere Richtung gelaufen wäre: Aus seiner Sicht, war hier
alles Niemandsland. Stinkendes, verdorbenes Niemandsland.

Dennoch blieb das größte seiner Probleme, dass seine Reisegruppe in eine ganz
andere Richtung losmarschiert war.

Der Aufbruch war gegen Mittag und dem Stand der Sonne nach zu urteilen, in
Richtung Norden. Wie konnte er sich nur so verlaufen? Der Dunmer schüttelte den
Kopf, völlig in Gedanken. Vielleicht gab es eine Möglichkeit sich alleine
wieder aus dieser Vegetation zu schlagen?
Die Wahrscheinlichkeit wieder auf die Gruppe zu treffen war sehr, sehr unwahrscheinlich. Doch er konnte zumindest den Weg zurücklaufen.
Das Problem war nur, dass er keine Lust hatte möglicherweise ein zweites Mal
auf dieses „Ding“ zu treffen.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »LegendaryEdition« (10. Mai 2019, 16:21)


Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Thayana (10.05.2019)

Ähnliche Themen