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Donnerstag, 1. Februar 2018, 19:46

Briefverkehr der Melures

In einem Raum ohne Kerzen und Fenster, in einem Durchgangszimmer eines großen Gemäuers, sitzt eine Gestalt und lässt die Feder über das Pergament kratzen. So entsteht langsam ein Brief in dem Folgendes geschrieben steht:

„Werte Schwester,

ich weiß, dass ich dir lange nicht geschrieben habe, obwohl ich es anders tun sollte und entschuldige mich dafür. Das Leben als Glücksritter und dem Streben nach einem Adelstitel, bringt so manches Risiko, so auch nicht immer zu dem zu kommen, was man sich vornimmt. Ich habe in einer alten Ruine aber nun etwas von jenem gefunden, was ich wollte. Ich habe eine neue Stufe meines Lebens erreicht, auf eine Weise, wie ich sie mir nicht hätte Träumen lassen. Das was ich in der Ruine fand, führte mich nämlich zu einer hohen Familie, die sich jedoch aus der Politik zurückhält, und deren Namen du daher auch nicht gehört haben wirst. Die Personen hier sind sehr speziell, aber die meisten von ihnen, Respekt einflößend. Fast alles Frauen, aber das stört mich wenig, du weißt ja, dass ich gerne Damengesellschaft habe. Du musst dir aber keine Sorgen machen, dass ich plötzlich mehr Kinder habe als ich zählen oder versorgen könnte, da die wenigsten Damen dort an solcherlei mit mir Interesse hätten. Bei ihnen zählt Macht mehr, als vieles andere und für sie stehe ich noch am unteren Ende der Nahrungskette.

Du fragst dich sicher wieso ich bleibe, obwohl ich einen Adelstitel anstrebe? Nun, wie ich schon sagte, kann ich mich hier geadelt fühlen. Die Herrin ist sehr gütig und wenn ich strebsam bleibe habe ich die Chance der zukünftige Schwertmeister des Hauses zu werden, ein Sir, sozusagen. Eine Aussicht die mir zusagt. Anfangs glaubte ich hier keine Freude haben zu können und war mir nicht so sicher, ob ich für eine mögliche Zukunftspespektive wirklich hierbleiben sollte, aber das hat sich gelegt. Zwar besteht immernoch die Gefahr, das jemand ein mal vorbeikommt, der besser ist als ich und sie mich ersetzen, doch die Herrin schätzt mich, und solange ich das Gefühl habe, dass es so bleibt, sollte ich weiter in guten Händen sein. Daneben steht es mir frei zu gehen, solange ich dem Hause treu bleibe und in Zeiten der Not beiseite stehe.

Noch eine große Änderung: Du weißt dass ich meine Magieschulung abgebrochen habe, als ich noch so jung war, wegen den Träumen die ich hatte, doch nun habe ich wieder angefangen Magie zu lernen. Ja in meinem Alter, doch ich sage dir, dass ich hier das Gefühl habe ewig Zeit zu haben, das nötige zu erlernen, mit einer geduldigen Lehrmeisterin, die auf mich acht gibt. Grund zur Sorge hast du daher nicht. Ich habe sogar eine nette exotische Frau kennengelernt, eine Dunmer, oder genauer gesagt, eine Aschländerin, Velothi. Wir sind gute Freunde und auch ein wenig mehr geworden, in recht kurzer Zeit, inzwischen würde ich sogar sagen, wir sind zusammen, was ich hier lieber für mich behalte. Sie hat mir geholfen ein paar Perspektiven zu Überdenken, unter anderem, wofür ich ihr sehr dankbar bin.

Agerd geht es im übrigen auch gut, den ersten Hengst deiner Zucht soll es schließlich an nichts fehlen. Richte deinem Mann Grüße von mir aus. Da die Leute hier lieber unter sich bleiben und ich sowieso den Verdacht haben, dass einer der Angestellten in der Post wühlt, schicke die Post für mich bitte an diese Adresse nach Dolchsturz. Ich werde sie abholen wenn ich Zeit habe, auch wenn manch Reise dazwischen kommen kann. Daher wunder dich nicht wenn es dauern mag.

Ich wünsche dir alles Gute, der Segen der Acht mit dir.

In Liebe
Dein Bruder
Karth Melure“

Die Feder wird von der Gestalt im Dunkeln weggelegt, erst jetzt zündet sie die Kerze wieder an. Der Bretone sitzt in schwarzblauen Sachen an einem Tisch, seine roten Augen auf dem Pergament liegend, seine bleiche Haut, erscheint im Kerzenschein nur noch weißlicher. Er hatte sich entschieden, dies ist sein erster Brief, seit es geschah: Seine Schwester sollte ihn ruhig noch für jemanden halten, der weder dem Tod noch dem Untot anheim gefallen ist, und so konnte er etwas mit ihr teilen, von dem was er erleben würde, wenn auch nicht in absehbarer Zeit die ganze Wahrheit, falls er es ihr überhaupt jemals offenbaren würde. Er gibt dem lebenden Verwalter des Hauses Milan den Brief bei der nächsten Gelegenheit, auf dass er seine Schwester bald erreichen möge.
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"Wenn die Winde des Wandels wehen, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen."
-Chinesisches Sprichwort

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Deikan« (1. Februar 2018, 21:53)


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Jassillia (04.02.2018)