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Donnerstag, 10. August 2017, 10:12

Ein Unglück kommt selten allein
(10.08.2017)

Wungrane reibt sich die Augen, müde, heut hat sie gar nicht geschlafen. Ein wenig Schlaf würde zwar reichen, aber sie will nicht so aussehen, als käme sie jeden Morgens nicht aus dem Bett, oder halt bei ihr, von ihrer Fellschlafstätte weg. Sie würde schon wieder munter werden, im Laufe des Tages. Sie braucht nicht viel Schlaf, und den konnet sie auch nachholen. Einen Moment schaut sie auf ihre Hände, wo sie doch zwei drei Spähne wieder rauszupfen musste - Feuerholz ist doch nicht so geeignet - dann aber auf den Gegenstand sieht und kurz lächelt. Naja, sie hat es zumindest versucht. Jetzt erst mal Frühstücken. Damit geht sie los, während sie in Gedanken den Tag gestern überschlägt.

Gestern begann der Tag recht gut, bis auf den Bogen, konnte sie die Sachen gut erledigen, da hatte ihr Eo geholfen, auch wenn das Wulfgar erst nicht zu gefallen schien, schien es dann doch in Ordnung. Eo war eine Frau, die nett schien, aber derbes Zeug raushaute, gerade ihre Lieder waren grässlich, schien sich irgendwie öfter nur um das Eine zu drehen. Nord schienen aber gerne eben über das, oder eben über das Kämpfen zu reden, zumindest kam es ihr so vor in Gesellschaft "dieser" Nord. Schlimmer war aber die Nord Dendu, die Frau mochte sie so gar nicht. Sie schien immer nur zu fotzeln, blödes Zeug rauszuhauen, wie schon bei der ersten Begegnung, und das nervte sie. Wollte die einfach immer nur Streit? Nein das gefiel ihr nicht, sie wollte nämlich selbst einfach nur in Ruhe lernen. Von Nord Thyvir hat wusste sie anfangs nicht was sie halten soll, aber das erfuhr sie dann später.

Sie hatte jedenfalls nun einen Bogen und Köcher, hatte Wulfgar mit dem Körbchen für Hastulf, dem Welpen, geholfen, und das hatte auch Spaß gemacht. Sie musste sich zwar etwas konzentrieren, aber es war mal so leicht und war trotzdem ein schönes Ergebnis, auch wenn sie nur gesägt und gehalten hatte... vielleicht wäre es schwerer gewesen, hätte sie noch die Nägel reinschlagen müssen. Auf die kleine schöne Episode kam aber gleich wieder das Unglück: Eine Nachricht für Wulfgar von seiner Schwester. Sie hörte zu, als Jassila informiert wurde, man mit dem Boten, der es brachte, und Thyvir, über das ganze Problem sprach. Sie verstand beim Zuhröen genug, auch wenn die Leute ihr das vielleicht nicht zutrauten. Wie war das? Dolchsturzbündnis und einander mordend in den Rücken fallen, daher hätte es den Namen? Scheinbar brauchte Himmelsrand keinen Namen dafür, aber scheinbar machten Nord es dann doch auch genauso. Sie verstand nicht wieso die älteren Leuten – Erwachsene konnte sie ja nicht mehr sagen, sie war immerhin nun selbst erwachsen – sich um Macht stritten. Was soll daran so toll sein?

Sie lenkte sich mit Hastulf ab, streichelte ihn, spielte mit ihm, holte nacher mal das Essen und Trinken – naja gut sie sagte Igor bescheid – und war dann noch nach oben gegangen um gar nichts mehr von dem Gehickhack hören zu müssen. Da begegnete sie dann Jassilas Sohn, der Angst vor Frauen hatte, oder, zumindest sie eindeutig nicht mochte, so dass er Abstand hielt. Er ging ihr aber damit irgendwie etwas auf den Keks und so war sie ein wenig gemein... sie bemerkte es an seinem Knurren, dass sie zuweit gegangen war, er fühlte sich wohl in die Ecke gedrängt, und das wollte sie nicht. Als sie sich aber gerade entschuldigte, rannte er nach ihrem Aufhalten buchstäblich davon. Was hatte sie jetzt wieder verbockt?! Sie war sauer und enttäuscht auf sich und die Welt gleichermaßen.

Ihr war schon wieder danach, einfach nur wieder zu gehen und sich irgendwo zu verkriechen. Sie wollte nicht soviel Ärger machen, denn scheinbar brachte sie auch hier welchen. Das konnte doch kein Zufall sein, dass da wo sie hingeht und gerade einen Mentor hat, ausgerechnet der plötzlich den Ärger bekam! Allerdings, als sie mit allein Thyvir sprach, alle anderen waren bereits zu Bett gegangen, meinte der, das wäre hier normal, das Ordenssymbol könnte genauso eine Zielscheibe sein... also wirklich nicht sie? Und den Ärger mit dem Sohn von Jassila, wäre auch normal für Frauen? Hmm. Denkt sie schon so schwarz? Sie hatte oben im unbeobachten Augenblick doch tatsächlich ihre Kerze oben gelöscht.... vielleicht würde sie sie doch wieder anzünden... sich... ins Gebet mit einschließen? Vielleicht.
Thyvirs Worte über Sovengarde und ihre Eltern, ließen ihre Schultern weiter sacken. Es sich einfach machen ging also nicht, ja? Der lebenswerte Weg wäre immer der schwerere. Das war gemein... Sie solle über die Steine im Weg rüberklettern, oder sie wegschieben, und wenn sie keine Kraft mehr hätte? Gäbe es andere die ihr hier helfen, und das täte man auch wenn man eigene Probleme hat. Sie solle sich hinlegen und darüber nachdenken, was sie an ihrem Leben ändern möchte.... und weg war sie auch schon. Sie spürte Tränen in den Augen und normale Nord weinen sicher nicht so oft wie sie, also sollte er es erst gar nicht sehen.

Draußen in der Nacht unter ihrer Hecke hat sie also erst mal geweint. Sie wusste schon wieso, aber wollte auch nicht wirklich daran denken. Das verschob sie. Die Leute hatten ihr hier im Grunde schon soviel angeboten, also war es an der Zeit auch mal zu wählen, nicht wahr? Also dachte sie lange nach und ging später auch wieder hoch um zu beten, zündete "ihre" Kerze wieder an und verbrachte, mal wieder, die halbe Nacht dort. Danach war sie sich zumindest mal sicherer, was sie probieren wollte, ob es wirklich auch das vernünftigste für sie war, sie das auch konnte, wusste sie nicht, oder ob es überhaupt so ging, wie sie es sich vorstellte, aber das würde sie dann wohl erfahren. Dann hatte sie sich noch ein Stück Feuerholz genommen und mit einem scharf gemachten Stein angefangen zu schnitzen, dafür ging dann auch der spärliche Rest der Nacht drauf.

Sie gähnt als sie unten ist um sich etwas von dem Frühstück zu holen. Sie nimmt nicht viel, nein, hatte sie die letzten Tage viel zu sehr. Erstens fühlte sich der Magen dann so... zu voll an, zweitens sollte sie selbst mal wieder jagen um etwas beizutragen. Sie hatte nur ein wenig Bammel vor dem Tor... konnte sie da wirklich den Wachen sagen, sie sollten für sie jedes mal aufmachen? Lies man sie das auch machen? Oder würden die Leute sie doch eher wie Jhuli behüten wollen, was sie zu tun und zu lassen hätte – wenn auch zu ihrem besten gedacht? Sie würde es wohl sehen. Ein wenig Angst, dass sie hier eingesperrt war, hatte sie nun wirklich, denn hier konnte sie nicht einfach rausrennen, wenn man nein sagen würde... außer vielleicht über die Klippen, wenn sie vorsichtig war, das müsste sie sich mal genauer anschauen, sicher ist sicher.
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"Wenn die Winde des Wandels wehen, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen."
-Chinesisches Sprichwort

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Elave (12.08.2017), Meavy (17.03.2018)

22

Sonntag, 13. August 2017, 15:18

Wankendes Vertrauen
(Teil 1: 13.08.2017)

Wungrane sitzt auf ihrem vor kurzem neu gefunden Platz "außerhalb" der Mauer. Ein kleines Stück Freiheit und Abgeschiedenheit, für die sie die Wachen nicht extra bitten musste das Tor aufzumachen. Bruder Corentin hätte sie vermutlich für die Waghalsigkeit getadelt, aber sie war allein auch viel rumgeklettert. Das Stück Gestein des Gemäuers, über welches sie dort musste, ist fest und auch wenn es da tief hinab geht, findet sie an dem Gemäuer auch genug Halt, bis zu dem Felsvorsprung an der Klippe. Hier würde keiner einfach mal eben vorbeikommen, sie höchstens vom Mauerausblick sehen, wenn man den Blick nicht auf das Meer richtete, aber dann hätte sie immernoch Abstand. Gerade hat sie einen Moment Ruhe, aber sie ist sich nicht sicher was sie denken soll, wenn sie an die vergangenen Tage denkt:

Der Hausherr, oder auch der Magus, hatte ihr lang und breit die Regeln erklärt. Wie man wen anzusprechen hatte, auf wen sie zu hören hätte und dererlei. Das war viel, aber sie hätte sich denken können, dass das ausgebildet werden, auch einen Haken hat. Der erste zeigte sich hier, aber die Sachen könnte sie, auch wenn es ihr teils nicht schmeckt mit diesem stelzige ge-ihrze zum Beisipel. Schlimmer war da eher auf Leute hören zu sollen, die sie nicht kannte, und nicht sicher war, ob sie es auch wirklich gut mit ihr meinen. Sie hatte Wulfgar an dem Abend auch erzählt was sie probieren wollte: Heilen, auch wenn sie den Bogen nicht weg lassen wollte, den würde sie nämlich auch gerne können, wie Ihr Vater früher. Einfacher beim Jagen, wäre es sicher, wenn sie es erstmal kann. Wulfgar schien da auch keine Bedenken zu haben, und das ließ sie leicht Lächeln: sie könnte es wirklich probieren, wenn sie heilen auch nicht bei ihm lernen würde. Trotzdem würde sie wohl eine Rüstung bekommen, oder würde sich das ändern, wenn die anderen das auch wussten? Sie war sich nicht sicher, aber vermutlich würde es dabei bleiben, hieß es doch die Ordensleute sollen sich wehren können und scheinbar gehörte das zur Ausstattung dazu.

Sie hatte sich bei dem Erben Vahlgar auch entschuldigt wie sie es vor hatte, seine Reaktion war zwar nur ein einfaches karges "Danke", auf ihre geschnitzte Holzrüden, aber das reichte ihr. Sie hoffte einfach, dass es ihm gefiehl, auch wenn er sicher schöneres hatte und sie sich nacher auch nicht mehr sicher war, ob es wirklich das Richtige war, als sie hörte, dass seine Hunde, bis auf den Welpen für Wulfgar, alle gestorben waren. Erinnerte sie ihn damit nicht nur einfach an den traurigen Verlust? Aber jetzt war es zu spät, daher hoffte sie einfach, dass es in Ordnung ging.

Angefangen wirklich unangenehm hier zu werden, hatte es mit Hochmeister Udwin Eusebius. Er erinnerte sie etwas an eine gerüstete Wache, und die haben sich schon zu oft als böse herausgestellt. Dennoch, bemühte sie sich ruhig zu bleiben, auch angesichts des Respekts, dem Jassillia ihm entgegenbrachte. Sie versuchte es so wie Mariessa zu halten, gegenüber Leuten, die man nicht mochte: es sich gar nicht anmerken lassen und so tun, als wäre alles in bester Ordnung. Klappte anfangs nicht ganz, aber dann ging es, zumindest eine Weile, aber die Befürchtung in die Richtung sackte etwas, verhielt sich der Hochmeister doch nicht wie eine Wache. Sie sprachen dann aber auch über ihre nordische Herkunft, und da wurde es ihr langsam zu bunt. Nord, Nord und nochmal Nord! Er schien sie geradezu auf ihrem Volk festzunageln, nur noch das in ihr zu sehen, und nichts anderes. Er warf ihr sogar vor, sie würde das, was sie ist, verleugnen. Das stimmte nicht... sie wusste nur einfach wer sie ist... und da war nicht viel Nord bei. Sie konnte nicht so sein, vielleicht auch "nicht mehr", aber sie wollte es auch gar nicht mehr. Er wollte sie zu etwas Formen was sie nicht ist... und das machte ihr Angst.

Wirklich zum Schlechten umgeschlagen, war es als er ihr Dendu als Ausbilderin an die Seite stellen wollte, ausgerechnet sie. Sie hatte offen gesagt, dass sie Dendu nicht mag, weil sie fotzelt, neckt und ärgert eben. Die Reaktion war so stark, dass, als er aufstand, sie lieber gleich von ihrem Stuhl gesprungen war, hinter diesen ging. Kam hier jetzt der Wolf im Schafspelz durch? Ihr Herz klopfte ein paar Schläge schneller, ihr Körper angespannt, bereit zur Flucht. Seine Worte, dass Dendu sich den Respekt bereits verdient hätte, sie aber nicht, hallten auch kurz wieder. Sie wäre anmaßend. Sollte man nicht jedes Leben respektieren? Und hieß das, das man hier als Respektsperson auf andere herabsehen durfte, weil man es sich eben verdient hatte? Das fragte sie aber nicht, wichtiger war in diesem Moment gewesen, dass er nicht auf sie zukam, so beruhigte sie sich wieder, wenn ihre Angespanntheit auch verblieb, weil sie sich zusammennehmen musste, um nicht unbedacht zu reden. Sie wollte nie wieder unbedacht reden und doch war es scheinbar nicht genug. Gut dass sie von ihren Freunden weg war, so traf ihr Mundwerk nur sie allein. An dem Abend hatte sie ihr kleines gefundenes Refugium am Fels, das erste mal genutzt, ging später aber noch aus den Mauern des Ordens und war die Nacht über auch auf, und fern geblieben. Sie brauchte Abstand und musste Nachdenken. So hatte sie auch probiert ob sie mit dieser Axt jagen kontne: ging nicht, zumindest nicht ohne Übung, sie war eindeutig schwerer, auch wenn sie es vielleicht schaffen könnte. Im Zweifeslfall müsste sie sich eben wieder eine Steinaxt bauen, das war nicht schwer.

Am nächsten Tag kam sie aber auch zurück, Sie wollte nicht gleich wieder wegrennen, sie würde versuchen das hinzubekommen, weil sie Stendarr dienen will, etwas Gutes tun will. Vielleicht kamen ihre Worte einfach falsch an, oder vielleicht durfte man einfach nicht ehrlich sagen was man von anderen hielt, eben weil es als respektlos galt, egal wie wahr es schien. Für sie schien es eben so... Jedenfalls hatte sie da in der Früh, Yara kennengelernt, eine nette aber sehr ruhige Frau. Doch lag das scheinbar auch noch an ihre Verletzungen. Sie half der Frau noch wieder zurück ins Bett, ehe sie sich an ihre Aufgabe machte.

Jene hatte sie von Ordensmeisterin Jassillia bekommen, sie sollte einen "Werdegang" schreiben, was sie so erlebt und gelernt hat, oder zur Not zeichen. Sie hatte erst versucht zu schreiben, aber als sie merkte, dass sie ihr eigenes Geschriebenes nicht lesen konnte, hat sie zur Notlösung gegriffen und gezeichnet, mit dem Kohlestift. Das zu machen, war einerseits irgendwie... nicht so schlimm, andrerseits erinnerte es sie natürlich auch an Vergangenes, und das nicht nur zum Guten. Es enthüllte auch zum Teil wer sie ist, und das war ihr nicht so angenehm, allerdings, ging es ja an Jassillia, dieser vertraute sie allein schon, wegen Bruder Corentin. Daneben war aber auch irgendetwas, was sich wie... echtes Mitgefühl anfühlte, wie bei ihrem Freund, vielleicht stimmten also ihre Worte, dass sie sich ähnlich waren.
Sie hatte den Werdegang bis zu ihrer Ankunft in der Normanier gezeichnet, da hatte sie aufgehört, einerseits weil ihr die Hand ein bisschen wehtat, zum anderen, weil sie es da die ein oder andere Sache war, die sie eigentlich nicht zeichnen wollte. Das könnte sie auch gar nicht so ausdrücken, dafür würden Bilder nicht reichen, oder zumindest wüsste sie nicht wie, damit man es nicht missversteht. In Normanier war einfach vieles zu kompliziert zum Zeichnen geworden. Daneben sollte sie aber noch drei Werdegänge machen, also scheinbar das, was sie werden wollte, oder sich vorstellen könnte zu werden, wenn sie es richtig verstanden hat – sie würde lieber nochmal nachfragen.
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Jassillia (13.08.2017), Elave (20.08.2017), Meavy (17.03.2018)

23

Sonntag, 13. August 2017, 15:23

Wankendes Vertrauen
(Teil 2: 13.08.2017)

Am Abend dieses Tages, wurde es aber schlimmer, als noch beim Hochmeister allein. Er und Dendu hatten sich zum Reden zurückgezogen und sie sollte da warten, so hatte Dendu ihr angewiesen. Es machte sie unruhig, nervös, denn wenn die Frau es genauso schlimm nahm wie der Hochmeister, die "Anmaßung"... Sie war nicht dumm. Sie wusste, dass die älteren besser kämpfen konnten als sie, sie im Zweifeslfall gleich im Dreck lag, wenn sie nicht rechtzeitig weg kam. Dendu wollte sie schließlich aber direkt neben sich haben, und so musste sie näher und näher, aber zumindest ein Arm breit Abstand konnte sie beibehalten. Würde das Reichen wenn es darauf ankäme? Vielleicht nicht, und als der Hochmeister sich auch noch mit seinem Streitkolben etwas weiter bewegte, zuckte sie. Wurde sie umkreist? Ein wenig entspannte sie sich wieder beim Gespräch, die beiden wollten sie wohl nicht angreifen, "lediglich" formen. Sie vertstand aber nicht wieso es gut wäre einen Ausbilder nicht zu mögen, gar zu hassen. Von Corentin konnte sie gut lernen weil sie ihn mochte, wie sollte andersrum denn auch gut gehen?

Schließlich bekam sie ihre Aufgabe, oder Strafe, nur zwei Runden im Hof rennen und diese Liegestütze machen? Das ging ja. Sie hatte viel Ausdauer, brauchte man, wenn man in der Wildnis rumrannte auch einfach. Als Dendu aber ihre Kraft prüfen wollte, und sie bei den Liegestützen plötzlich den Stiefel auf ihrem Rücken spürte, schoss ihre Angst hoch. Sie wollte sich aufbäumen um wegzukommen, doch Dendu lies es nicht zu. Panik. Gewalt, die nicht zuließ, dass sie tun konnte, was sie wollte, die nicht zuließ, dass sie etwas anderes tat, als sie ihr gesagt hatte. Keine Wahl, egal was sie versuchte. Sie bereute es gleich darauf gehört zu haben, es tat weh so dumm zu sein...
Sie merkte nur am Rande, wie Yara ihr beisprang, aber dafür wohl auch nur Ärger bekam. Darum konnte sie sich aber kaum kümmern, ihr fiel es gerade schwer zu denken, aber als ihr wehren nichts brachte, ergab sie sich langsam. Sie war machtlos.... hilflos... Dendu meinte irgendetwas von Ängsten stellen? Sie wusste nicht was sie machen soll, wie sollte sie sich denen am Boden stellen? So ließ sie einfach nur das heraus was sie dachte, dass Dendu auch nicht besser als ein Sklavenhalter wäre, doch verschränkte sie die Arme lieber gleich über den Kopf und atmete stärker in der angstvollen Erwartung. Das war sicher nicht gut gewesen zu sagen, da würde sicher Strafe folgen... aber sie kam nicht. Was war da mit gut und Met? Jedoch, als weiter nichts passierte und sie mal hochschielte, sah sie ein Zwinkern. Er schien gut gemeint, war er das aber auch? Daruf konnte sie sich nicht verlassen, aber sie käme wohl auch nicht weg, ehe sie den Willen der Person befolgte... so versuchte sie es vorsichtig. Der Druck war da und es strengte an, mit dieser Vorsicht sich da hochzustemmen, aber es kam kein höherer Druck. Kaum war der Fuß weit genug oben, ging sie auch so schnell wie möglich ans Aufstehen und Abstand nehmen.
Das Ende der Geschichte war das aber nicht. Auf Wungranes Fragen was das sollte, wurde sie ein wenig schlauer, aber trotzdem schien ihr das doch nur, als wollte Dendu sie niederdrücken. Die Übung deshalb, statt eine andere, weil man sich gegenseitig vertrauen müsste. Danach? Sicher nicht! Den Deadra würde sie tun... Wenn sie den Mannen hier nicht trauen würde, hätte sie den Ort nicht verdient? Was erwartet diese Frau da eigentlich von ihr?! Dass sie blindlinks jedem vertraut nur weil er sich Gottesdiener auf die Brust schrieb? Sie wusste, dass das keine Garantie war! Die Lektion würde sie nicht einfach vergessen. Besser sie würde es sich mit dieser Dendu oder dem Hochmeister verscherzen, als das nochmal zu erleben müssen, weil sie einfach vertraut hatte.

Als sie mit Demrion allein war, verstand wenigstens jener sie. Schon das erste mal als sie hier war, hatte sie das gemerkt, und hier wieder. Sie mochte zwar nicht was er alles war, ganz und gar nicht, umso mehr er erzählte, aber er hatte ihr auch gezeigt, dass er seine guten Seiten hat. Irgendwie, war ihr das gerade wichtiger, als sein Hintergrund, wenngleich egoistisch und ausblendend... vielleicht wollte sie hier einfach was im Schatten lassen, es ausblenden, damit sie wenigstens einen hatten, mit wem sie über sowas reden konnte, der sie nicht für ihre Worte gleich für anmaßend hielt, oder fehl am Platz.


Der Abend am Tisch war hingegen richtig... schön. Nicht mal im Arbeiterhaus in der Baronie, war das so, erst als Mariessa die Hütte draußen bekommen hatte, und sie drei mal zusammen waren, gab es so eine gemütliche Runde. Wenngleich das Zusammensein mit einem oder beiden von ihnen immer wieder schön war. Jetzt hier am Tisch, mit eigentlich, teils Fremden, die sie kaum mehr als ein mal gesprochen hatte, war das Gefühl für sie verwunderlich.
Sie hatte sich dort auch leise bei Yara für ihren Versuch bedankt ihr zu helfen. Bei Dendu hingegen hatte sie sich entschuldigt, denn wenn sie so darüber nachdachte, jetzt wo sie es wieder konnte, konnte sie das halbwegs so sehen, dass es nur der Kraft diente. Aber sie mochte das trotzdem nicht... Das mit dem Vertrauen zum Orden, verstand sie ein wenig besser, als Dendu vorhin gemeinte hatte, sie würde ihr mal glauben, dass in diesem zweiten Krug nun wirklich Wasser statt Met wäre. Es war nicht schön, wenn man bezweifelt wurde, aber... das war nicht so einfach, und wie konnte sie sicher gehen? Doch das sagte sie alles nicht. Sie hatte sich nur entschuldigt, weil sie es verstand, was nicht hieß, dass sie es gleich ändern konnte, oder so sicher war ob sie es auch wollte, die Gefahr war einfach zu groß...
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Jassillia (13.08.2017), Elave (20.08.2017), Meavy (17.03.2018)

24

Sonntag, 13. August 2017, 15:24

Wankendes Vertrauen
(Teil 3: 13.08.2017)

Die Anwesenheit der Priesterin, Schwester Euphenia, war seltam, ihre Augen. Ein paar mal fesselte der Anblick von dieser sie. Da war so viel... schönes, aber nicht was sie greifen konnte. Es war als hielte jemand eine Hand vor ihre kleine Lebenskerze, schützte sie vor den Sturmböen, und das tat gut, zumindset, für die kleinen Momente die es wärte. Der Abend wurde auch immer schöner, als sie tatsächlich bei der Messe helfen dürfte, und mit Wulfgar jagen. Sie verspürte Freude, nicht nur so ein wenig, sondern richtig, ja Glück vielleicht sogar. Es kam ihr so lange her vor, seit sie das spürte, aus anderen Gründen als Erleichterung, dass etwas nicht so schlimm war, oder ihr Freund noch am Leben war. Das hier, gab irgendwie auch Kraft. Könnte sie wirklich hier bleiben? Dürfte sie wirklih hierbleiben? Könnte sie ein Teil davon werden?
Sie hatte aber schon kein gutes Gefühl gehabt, als Wulfgar und der Hochmeister raus gingen, um wohl etwas wegen ihr zu besprechen... doch hatte sie die Zeit genutzt um sich mit dem einzigen am Tisch Verliebenen zu unterhalten: Demrion. Es war teils schwer zu glauben, was er ihr sagte, anvertraute, aber auch zu verstehen, dennoch bemühte sie sich auch für ihn Verständnis zu haben, wie er auch mit ihr hatte hatte und teils ging das. Teils würde sie aber auch noch viel mit ihm reden müssen, wenn sie das verstehen wollte. Vertiefen konnte sie manches aber nicht, und dann stand das Gespräch mit ihren Mentoren an, plus dem Hochmeister am Rande.

Die Härte die sich da positionierte, ließ sie sich von ihrem Höhenflug des Glücks, ein Sturzflug in einen innerlichen Bau machen, sich zurückziehen und bereit machen. Verteidigung, gegen gleich drei Leute. Sie fand nach wie vor nicht, dass sie wirklich etwas verbrochen hatte, um das zu verdienen, was ihr da entgegenschlug. Sie hatte Demrions Worte probiert, es noch mehr zu erklären versucht, gerade bei der Kraftsache, es half aber nicht. Da war keinerlei Verständnis in den Gesichtern ihrer Gegenüber. Als Dendu auch noch zum Vertrauen sagte, dass es ihr egal wäre, wieso sie da so dachte, gab sie es an dem Abend auch endgültig auf. Wie sollte sie jemand das erklären, verständlich machen, der es gar nicht wissen wollte. Dendu war nur interessiert sie so umzuformen wie sie sie haben wollten, ohne Rücksicht auf sie. Das zeigte sich auch darin, dass sie sie vorher für die Kraftsache noch lobte, oder zumidnest es in Ordnung war, und dann auch das wiederum respektlos und anmaßend war. Dendu war auch nicht besser als Sedura Dres.. scheinbar nett wenn man brav hörte, und grausam wenn man auch nur etwas davon abwich, daneben noch Spielchen spielend, mit diesem hin und her, und das bei einer Nord. Das auch Nord so sein können, weiß sie ja nun seit dem Ärger der Wulfgar von diesem Boten herangetragen wurde. Sie hoffte aber das solche Nord die Ausnahmen waren und nicht so häufig vorkam wie bei den Bretonen. Gerade vermisste sie Thondaar und Shovar schmerzlich, als gutes Nord Beispiel, auch wenn ersterer manchmal auch komisch war.
Sie hörte zu, was die drei noch sagten, lies sich belehren, aber schwieg. Es hatte keinen Sinn und sie hatte auch schon keine Kraft mehr dafür. Die Nacht war sie wach gewesen, den Tag über war sie fleißig gewesen und die erste Konfrontation mit Dendu hatte ausgereicht, ihre Reserven für heute aufzubrauchen. Zwar hatte sie drinnen ein klein wenig tanken können, aber das verflog mit der schwindenden Hoffnung von Verständnis. Wie war das von Thyvir? Dann würden die anderen ihr wieder aufhelfen wenn sie keine Kraft mehr hätten? Pustekuchen...
Nur bei Wulfgar wusste sie nun nicht ganz, was sie von seinem Verhalten zu halten hatte. Er hatte nur das angesprochen, was die anderen ihr schon sagten, nach ihrer Erklärung aber auch nichts dagegen gesagt, andrerseits, aber auch nichts für sie. Er hatte sich enthalten, hatte ihr nicht geholfen, sie nur mit diesem strengen Gesicht angesehen. Vermutlich sah er es also wie sie... aber sie würde nicht voreilig sein und fragen.
Wungrane war dann gegangen, hatte noch ein wenig gebetet, wenn auch nicht soviel, sie war erschöpft und alle. Sie hatte Stendarr um ein wenig Kraft gebeten – denn auf ihn konnte sie sich zumindest verlassen – noch ein kleines Gebet für ihre zwei Freunde gesprochen, und hatte sich dann hingelegt und geschlafen.

Jetzt baumeln ihre Beine ein wenig über den Fels, blickt da nach unten zum Meer, das dort an den Felsen schlägt. Wie viele Schlachterfische da unten wohl waren? Irgendwie ist die Aussicht nicht so schlecht... Was ist eigentlich wenn man nicht nach Sovengarde kommt? Geht man dann wie die Bretonen nach Atherius? Wäre es da schön? Sie bricht den Gedanken ab, Fischfutter zu sein wäre jedenfalls nicht schön und etwas anderes ist wichtiger: Was soll sie nun tun? Wenn sie hierbleiben will, was sie gern würde, schien es nur eine Wahl zu geben: Sich aufzugeben. Man musst schließlich selbstlos sein, als Diener Stendarrs, richtig? Vielleicht ist sie das falsch angegangen... vielleicht musst sie einfach nur loslassen und sich rumkommandieren lassen, nichts mehr für sich wollen. Es ihr einfach egal sein, was als nächstes geschieht, oder was sie letzten Endes tut. Das wäre leichter für die anderne, und für sie auch. Sie will Stendarr dienen... Jetzt steht allerdings erst mal an mit Wulfgar zu schnitzen, was immer er auch mit ihr schnitzen will. So erhebt sie sich, schiebt sich an der Mauer vorsichtig wieder zurück, zieht sich zurück auf den Aussichtsteil und macht sich auf den Weg.
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Jassillia (13.08.2017), Elave (20.08.2017)

25

Freitag, 18. August 2017, 16:37

Erster Halt
(Teil 1: 18.08.2017)

Ein Blick von den schützenden Mauern des Anwesens, oder besser, von dem Turm. Demrion hatte sie schon mal hier hin mitgenommen, heute wagt sie es mal alleine. Wagt deshalb, weil es keinen vernünftigen Ausweg gibt. Wenn jemand hier her kommt, wäre der einzige Fluchtweg die Treppe. Allerdings, hat sie ein wenig vertrauen gefasst, dass sie hier wirklich nichts zu befürchten hat, zumindest, nicht vor so etwas. Das Vertrauen ist aber so eine Sache und es scheinen immer wieder neue Gefahren aufzutauchen, wollen sie noch nicht gänzlich hier Fuß fassen lassen und gleichzeitig, will sie etwas binden, über das sie noch wird nachdenken müssen. Jetzt, macht sie sich erst mal Gedanken über die vergangenen Tage:

Wungrane war mit Wulfgar los um zu schnitzen. Als erste Hürde kam aber, dass er das auswärts wollte und sie natürlich nicht zu Fuß gehen sollten, sondern ausgerechnet per Pferd. Falukin, so heißt es, hatte er ihr gesagt, und dass er diesem Pferd sogar sein Leben anvertrauen würde. Sie war nicht dumm, sie wusste dass Pferde nicht allle böse waren, aber... Wulfgar fragte ob sie ihm vertraute. Wieder dieser Frage, aber sie musste sagen, dass sie es nicht wusste, was er ihr aber zum Glück nicht übel nahm. Er würde ihr nichts aufzuwingen was schlimm oder gefährlich wäre, mehr, als dass sie es versucht, verlange er nicht. Sie hatte Angst und sie wollte nicht, aber es klang nach so wenig, was er wollte, war sie da wirklich so schlecht, nicht mal dann das für ihn versuchen zu können? Also streckte sie ihm die Hand aus, mit geschlossenen Augen, sie wurde hochbuxiert und klammerte einfach an ihm, als erst besten Halt. Promt fühlte sie sich hilflos dort oben, geradezu gefangen, verbannt und doch begraben. In den Gefühlen gefangen, verging die Zeit bis sie in Kreuzgrad waren, wo sie sich an dem Gewässer niederließen.

Sie hatten einfach angefangen zu schnitzen, wofür Wulfgar ihre ein Schnitzmesser, oder auch mehr Alllzweckmesser, so wie einen guten Holzblock dafür gab. Das ging viel besser als mit Stein und Feuerholz! Sie selbst machte eine Schlammkrabbe, weil sie gerade eine rumlaufen gesehen hatte. Erst wollte sie mit Hilfe der Vorlage ihres Stendarrs Symbols um den Hals, ein solches machen, traute sie sich aber keines zu, welches Stendarr auch würdig wäre. Wulfgar schnitzte hingegen einen Vogel, zu ehren Kynes, von der ihr im Laufe des Gespräches auch erzählt hatte. Sie erinnerte sich an kaum etwas von dem was er darüber sagte, auch wenn sie das Gefühl hatte, es schon mal gehört zu haben. Wungrane war sich erst nicht sicher, was sie von dem Mann halten sollte, nach dem Tag davor insbesondere, aber ohne sich dessen selbst so bewusst zu sein, sehnte sie sich doch nach jemanden, mit dem sie noch mehr reden konnte. Auch wenn Demrion nett schien, so verunsicherte sie doch ein wenig sein Hintergrund, sein Tun, ob das wirklich so gut wäre. Was nicht hieß dass sie ihm gar nicht mehr traute, denn wenn scheinbar gute Leute böse sein konnten, gab es aber sicher auch das Gegenteil, und das glaubte sie derzeit bei ihm.

Wulfgar schaffte es aber ihr aber ein paar Sachen zu erklären. Wieso hier das Vertrauen so wichtig wäre, wieso hier der Ton so hart war, aber auch, wieso sie sich nicht dafür aufgeben musste, als Nord schon gar nicht, wie er es ausdrückte. Das was ihr aber am meisten Angst machte, nahm er ihr größtenteils, nämlich zu etwas geformt zu werden, was sie nicht ist und nicht sein will. Wie das Holz das sie schnitzten: das Holz würde das Holz bleiben, egal zu was es geformt würde. Kinder und Jugendliche würden immer geformt werden, aber er wäre sich auch sicher, dass sie hier niemand zu etwas formen würde, was sie nicht sein will. Sie würde auch nicht immer alles sofort verstehen, manchmal erst später. Er würde sie auch nicht zwingen eine nordische Nord zu sein, das müsste sie selbst wollen, aber er würde es ihr beibringen, auch wenn sie sich noch nicht sicher war, ob sie sich dafür würde entscheiden wollen. Dennoch wollte er ihr beistehen und dafür war sie dankbar, wie auch dafür, dass sie offen hatte reden können.
Als er ihr den fertig geschnitzten Vogel geschenkt hatte, hatte sie ihm im Gegenzug die Schlammkrabbe geschenkt. Anschließend waren sie nach einer Kleinigkeit zu Essen auch zurückgeritten. Ihre Gefühle beim Reiten änderten sich nicht, sie fühlte sich immernoch dort oben hilflos, gefangen, verbannt und begraben, aber... sie hatte das Gefühl nicht mehr allein dabei zu sein. Als sie wieder in der Festung waren und ihn ansah, erinnerte sie sich an eine seiner anfänglichen Fragen und so korrigierte sie nun das "weiß nicht" bezüglich des Vertrauens zu dem, dass sie ihm vertraute. Sie musste es versuchen, wie er es sagte, sonst müsste sie wirklich in die Wildnis zurückkehren, und das wollte sie nicht.

Der Rest des Abends klang langsam ab. Sie war noch im Lazarett, wollte sehen ob sie nun diese Heilerin Fennar findet. Stattdessen hatte sie erst mal gesehen wie der Waffenmeister und die Priesterin wohl Yara halfen. Doch über was redeten die da nebenbei? Es hörte sich nicht gut an, aber blickte noch nicht ganz, um was es ging, das sollte sie erst später in Zusammenhang bringen können. Jedenfalls, auch als jene Heilerin Fennar kam, konnte sie sich zwar mal bei ihr melden, aber das wars, denn dann wollte sie da auch nicht länger stören. Sie fragte den Waffenmeister an dem Abend noch nach der Rüstung, der wollte es ihr bei der Schmiede rauslegen, damit sie sich eine aussuchen kann, und unterhielt sich noch etwas mit Zoe und Demrion. Damit war der Abend auch schnell vorbei.

Am nächsten Tag, kam diese Piermont, von der ein Brief war, und wo die Ordensmeisterin darum gebeten hatte, dass jeder, dem sowas bekannt vorkommt sich melden sollte. In den Brief hatte grausiges Zeug gestanden und auch bei dem Besuch wurde über schlimmes geredet. Die Frau war dazu noch guter Hoffnung und Wungrane wollte ein mal schon fast zu ihr und ihr einfach... irgendwie beistehen, aber hat es dann doch lieber gelassen. Der Magus redete mit ihr und es war ja nicht so, dass er sie ohne Grund quälte, er wollte nur manches wissen, auch wenn das schlimmes Zeug war. Magie schien ihr wirklich nichts gutes, man hörte viel öfter böses darüber, als umgekehrt.

Den Tag darauf bekam sie die Rüstungen hingelegt, wie vom Waffenmeister gesagt. Ein paar mal hatte sie sie an und ausgezogen, aber letzten Endes, schien ihr die eine doch am wenigsten im Weg zu stehen. Das einzige Problem bei dieser: Sie hatte blöd viele Schnürungen! Dendu half ihr dann damit und erklärte ihr auch später noch dazu, was sie machen müsste, und dass sie die Rüstung pflegen müsste, das wie, würde sie später beim Waffenmeister erfahren. Sie hatte sich sehr zusammengenommen und so auch Dendu gesagt, dass sie diese Kraftübung wiederholen wollte, auch wenn ihr der Gedanke des Stiefels auf dem Rücken nicht behagte. Daneben hatte sie gebeten, dass die Nord ihr etwas Zeit gab, ehe sie etwas gleich in die Tat umsetzte. Sie hatte das "damit ich Zeit habe mich darauf einzustellen und keine Panik bekomme" weggelassen. Dendu wollte darüber nachdenken und Wungrane konnte nur hoffen, dass das ein ja werden würde. Erst mal musste sie ein Loch für einen Baum zwischen den Felsen ausgraben anfangen, das war anstrengend, zuviel Steinestücke dazwischen. Nach den Runden laufen und den Liegestützen, ging es dann an jene Hürde, an der sie letztens gescheitert war...
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Jassillia (18.08.2017), Elave (20.08.2017), Meavy (17.03.2018)

26

Freitag, 18. August 2017, 16:39

Erster Halt
(Teil 2: 18.08.2017)

Die Nord fragte sogar ob sie bereit wäre und sie hatte es leiser bejat. Sie spannte sich innerlich an, erinnerte sich an Stiefel der sie zu Boden drückte, kurz bevor sie ins Land der Träume geschickt wurde, und bei ihrem Aufwachen die Sklaverei kennenlernen durfte. Im Grunde bäumte sich alles in ihr auf, warnte vor Gefahr, riet zur Flucht, aber sie tat es nicht... sie wollte Wulfgar vertrauen und versuchen auch dieser Nord zu vertrauen. So stemmte sie das Gewicht in ihrem Rücken hoch während Yara von Dendu das runterernehmen des Fußes forderte. Einerseits war sie Yara dankbar, wollte ihr am liebsten zustimmen, dass das hier nicht richtig wäre, andrerseits, wollte sie das schaffen, nicht aufgeben, leisten was von ihr gefordert wurde, sich ihren Platz hier... verdienen. Als Dendu ihr sagte es reichte und sie könne trinken, war sie schnell zum Brunnen geeilt, weg aus der Sicht der beiden. Sie spürte zumindest ihre feuchten Auge und wischte sich das schnell weg. Sie wollte nicht mehr so schwach wirken... und eigentlich auch nicht mehr so schwach sein, aber es war einfach über sie gekommen. Sie hatte sich dann noch zwei Eimer Wasser über den Kopf gekippt, um sich wieder runterzubringen und ihre Schwäche auch nicht zu verraten.

Während der Waffenmeister Yara dann wohl noch weiteres erklären wollte, ging Dendu mit ihr noch hinter die Ställe, diesmal sollte "sie" auf ihren Rücken steigen, mit beiden Füßen. Wungrane hatte erst nicht gewollt, sie wollte der Nord nicht wehtun, geschweige denn genauso auf jemanden "rumtrampeln", wie sie es gerade erfahren hatte, allerdings bestand Dendu darauf und so tat sie es. Es war schon erstaunlich wie sich die ältere Nord da hochiefte, trotz ihrem vollen Gewicht auf dem Rücken – sie schluckte zumindest innerlich: sie hatte recht, dass sie sowas von kein Gegner für die ältere Nord wäre, schon deshalb, weil die sie vermutlich allein mit der Stärke erschlagen könnte. Dendu fragte noch wie das Gefühl wäre auf seiner Lehrmeisterin rumzutrampeln und da Wungrane ehrlich mit "doof" antwortete – sie mochte das nicht – wurde sie auch schon abgeworfen. Dendu half ihr dann auch nochmal mit der Rüstung und schien heute zufrieden mit ihr. Konnte sie der Aussage aber denn auch trauen? Oder würde sie sich wieder wandeln, wie letztes Mal? Sie würde versuchen müssen dem zu trauen.

Nachdem sie ihrer Wege gingen, hatte sich Wungrane neben Yara und den Waffenmeister gestellt, die noch über Werwölfe redeten. Sie glaubte sie hört nicht richtig. "Hier" soll es welche geben? Yara schien drauf und dran hier fortzugehen, dabei ging es wohl um das Zusammenleben mit diesen Kreaturen, so wie dem enthalten von wichtigen Informationen, was das Vertrauen schmälerte, so schien es ihr. Diese beiden Information überwog den Rest ihrer Gedanken dann erst mal ziemlich, aber sie versuchte sich nach der Bestätigung durch den Waffenmeister, dass es hier Werwölfe gibt, auf ihre Aufgabe zu konzentrieren: Fragen wie sie die Rüstung pflegten musste. Nach der Erklärung ging Wungrane hinein, denn sie wollte unter anderem noch mit Yara reden, über die Worte die sie hier gerade gehört hatten, und sie etwas aufwühlten. Daneben schien ein wenig hinsetzen und die Geselligkeit genießen, ein schöner Abschluss für ihren kleinen Erfolg. Hätte sie gewusst, was sie drinnen erwartet, wäre sie weit weg geblieben:

Erst wollte sie Yara einfach nur fragen, ob sie wüsste wer die Werwölfe hier sind, vielleicht noch mit der Heilerin Fennar reden, wann sie denn kommen könnte, um zu lernen, aber aus dem wurde alles nichts. Zwar stellte sie die Frage zu Yara, aber diese schien gerade abzuwinken, daneben zog sie die Aufmerksamkeit der Matriarchin des Hauses auf sich, das Oberhaupt des Hauses. Wungrane grüßte die Frau, ihrer Ansicht nach durchaus höflich, stellte sich selbst vor, fragte auch nach ihren Namen, doch war das beim Oberhaupt des Hauses Honesta, scheinbar falsch gewesen. Bei den Worten der Matriarchin wurde ihr dann wieder Angst und Bange, als sie höre wie niedlich sie wäre... und ob sie sie "behalten" könnte, da sie auch Unterhaltung nach der langen Reise benötigte. Ihr Herz setzt einen Schlag aus. Nein! Sie gehört sich selbst! Der Waffenmesiter antwortete sogar, dass die Matriarchin das mit ihrer Tochter ausmachen müsse, statt zu sagen, dass sie keine Ware sei, oder ähnliches. Das kann nicht sein... das ist doch ein Orden Stendarrs?! Die Matriarchin grinst sie auf ihre eigene Aussage, dass sie niemanden gehöre auch noch an. Das wurde Wungrane zuviel, sie stand auf, wollte sich wenigstens etwas zu Essen holen, nur um dann gesagt zu bekommen sie solle sich wieder setzen, sie hätte nicht erlaubt bekommen sich erheben zu dürfen. Angst, diese verdammte einnehmende Angst kommt wieder hoch, die sie bei Dendu halbwegs erfolgreich hatte beiseite schieben können. Die Gestik mit dem Stock auf dem Stuhl... erinnert sie an den Deut von Sedura Dres neben sich, genau diese Art... verlangend, erhaben, arrogant, unverrückbares Kommando, keine Widerworte duldend... So schüttelt sie den Kopf, ging einen Schritt zurück. Sie konnte das nicht nochmal erleben, nicht nochmal mitmachen, lieber stirbt sie! Doch die Matriarchin schient abgelenkt, wenn sie langsam genug hinüber geht, vielleicht könnte sie dann einfach weg? Doch sie merkt es natürlich und die Worte, diese Endgültigkeit: Hierbleiben oder die Pforte würde sich für immer hinter ihr schließen. Sie wollte Stendarr dienen...

Dann kam es im Grunde aber schlimmer, als diese Entscheidung: Yara sprang für sie ein, bat um Nachsicht. Daneben redete die Sedu... Matriarchin von Nachsicht wäre die Mutter der Schwäche und über eine Anmaßung ihrerseits, weil sie, Wungrane, meinen würde sie zu kennen? Was? Sie kommt nicht mit. Was hat sie jetzt getan?! Gerade Yara betreffend... das durfte sich doch auch nicht wiedehrolen, dass jemand wegen ihr leidet, wollte die Matriarchin doch nun Yara anstelle ihrer strafen, wenn sie selbst etwas falsch macht. Die Sache wurde nicht besser als Heilerin Fennar auch noch davon sprach, dass jener, der für diese eingesprungen wäre, verschollen ist. Währendessen, trotz ihres Einwandes, dass sie selbst für ihre Fehler die Bestrafung will, bestätigt Yara dass sie das übernehmen würde. Nein... es knackst ein wenig in ihr, als Sprünge und Risse in ihr sich weiten. Sie kontne nicht anders als die Hände vor das Gesicht legen und sich nach der erneuten Aufforderung setzen. Für heute war sie mit diesem Abschluss zu nahe an ihren Grenzen. So verharrte sie auch schweigend, während der ganzen weiteren Gespräche über Gehorsam und Ordnung im Orden gleichermaßen. Daneben kamen die Werwölfe wieder zur Sprache, die die Matriarchin zu nutzen gedachte, solange jene keine Verfehlungen begehen würden, sonst wären sie Bettvorleger.

Wungrane hatte keine Wort mehr gesprochen und wagte sich erst wieder zu sprechen, als sie und Yara allein waren. Diese räumte die Missverständnisse gleich etwas aus. Yara würde nichts passieren wegen ihr, es wären vielleicht Worte die sie ignorieren würde, oder Forderungen, welche sie nicht erfüllen würde. Das, und die Worte, die bestätigten, dass sie niemanden gehörte, mit dieser Ernsthaftigkeit gesprochen, verleitete sie doch mal zu Yaras Arm zu umarmen. Dazu kam ein Versprechen, und eine Handgeste, die sie fast schon wieder zum Weinen verleitet hätte, fast, aber sie wollte stärker werden! So nahm sie sich zusammen und ging lieber zu Bett, nachdem sie sich bei Yara bedankt hatte. Sie brauchte neue Kraft.
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Jassillia (18.08.2017), Elave (20.08.2017), Meavy (17.03.2018)

27

Freitag, 18. August 2017, 16:40

Erster Halt
(Teil 3: 18.08.2017)

Nach der Begegnung mit der Matriarchin, ging sie einen Tag dennoch nicht "ins" Anwesen sondern blieb auf dem Hof. Für Essen war sie raus gegangen, hatte sich nach kleineren Sachen umgesehen, auf eine Jagd hatte sie aber verzichtet, weil sie demnächst mit Wulfgar auch jagen wollten, was sie dann einen Tag später auch taten. Wenigstens hier, konnte sie mal zeigen was sie konnte... sie kannte die Wildnis, wenn auch nicht das Gebiet hier. Weil es mehr und mehr regnete versuchten sie ihr Glück an einem Tümpel, um dort noch Spuren zu erhaschen ehe der Regen sie ganz wegwaschen würden. Sie wurden auch fündig und sie durfte sich auch von hinten anschleichen. Das einzige was nicht so ganz geklappt hatte, war den Eber in Wulfgars Richtung zu treiben, zu zweit arbeiten kannte sie nicht gut in der Form, und Wildschweinen war sie lieber aus dem Weg gegangen – es gab einfach leichtere Beute. Mit Wulfgar zusammen traute sie sich aber und nachdem er angegriffen hatte, zumindest die Ablenkung nutzten konnte die durch sie entstand, war sie auf seine Anweisung auch vorgestürmt. Seine Saufeder hielt den Eber und sie wusste, dass diese Tiere kräftig waren, was heißt, dass Wulfgar wirklich stark sein musste um seine Saufeder nicht loszulassen. Sie sollte es zuende bringen aber der Eber sprang ordentlich rum, so dass sie erst verfehlte, doch schließlich erwischte sie es und auch da wo sie wollte, damit es wenig leiden musste: am Herz. Sie hatten es zusammen geschafft, das machte sie schon stolz, so ein großes Tier mit erlegt zu haben. Es tat ihr nur etwas Leid, dass Wulfgar es alleine schleppte. Er hatte es aber bis in den Hof gebracht und sie war dann rein um Igor bescheit zu sagen. So schnell sie kam, war sie aber auch wieder hinaus gegangen. Auch wenn sie Yara vertraute, hatte sie einfach doch noch Angst vor der Matriarchin, die schien ihr auf den ersten Blick einfach Sedura Dres zu ähnlich. Allerdings, hatte sie sich vermutlich auch bei Dendu getäuscht, vielleicht könnte sie das wieder geradebiegen versuchen... oder es schlimmer machen.

Erst am nächsten Tag, hatte sie sich mal in die Küche gemacht um wieder etwas zu Essen zu nehmen, vorher hatte sie lieber darauf verzichtet. Ein wenig hungern ging schon, sie war es noch von früher gewohnt. Dann hatte sie aber den Mut wieder gefunden sich im Zweifelfsfall auch mit diesem Familienoberhaupt auseinanderzusetzen. Damit das auch so bleiben würde, hatte sie auch wieder oben gebetet, tatsächlich mal erst für sich, dass Stendarr ihr weiter Kraft schenken möge, damit sie es schafft hierzubleiben, damit sie ihm dienen kann so gut es geht. Erst danach, betete sie weiter für ihre Freunde. Sie dachte etwas an Ordensmeisterin Jassillias Worte über die Schuld, war diese etwas leichter geworden? Sicher Einbildung weil sie mit den anderen Sachen so abgelenkt gewesen war. Es wäre immernoch besser, wenn sie die nie vergisst.

Jetzt auf diesem Turm hinunterschauend sieht alles soviel kleiner aus, selbst das Anwesen an sich. Drei Fragen verbleiben: Würde sie das mit der Matriarchin hinbekommen? Wenn man mit dem Oberhaupt nicht auskam, würde sie vermutlich hochkannt rausfliegen und davor hat sie gerade tatsächlich fast mehr Angst, als vor der Ähnlichkeit zu Sedura Dres – nach dem Versprechen von Yara zumindest. Gibt es wirklich "gute" Werwölfe? Sie waren doch von einem Deadrafluch befallen, konnte es sowas wirklich geben? Yara hatte gesagt sie wolle da keinen Aufstand machen und hatte ihr die Namen jener Werwölfe nicht verraten... Und die letzte Frage war: Was würde aus ihr werden? Heilerin Fennar hatte sie bis jetzt noch immer nicht so erwischt, dass sie mit ihr richtig reden konnte, oder gar lernen konnte. Sie wüsste gerne, ob sie das kann oder nicht. Wenn nicht, musste sie sich nämlich auch der Frage stellen, ob sie überhaupt mutig genug für die Aufgaben hier sein konnte. Sie will hier nicht weg, und langsam nicht mehr nur, weil sie Stendarr dienen will und das fühlt sich seltsam an. Sie weiß aber auch den Grund, die Leute hier, der Ort an sich.

Wulfgar und Yara allen voran, mag sie irgendwie schon sehr, auch wenn gerade letztere, für sie manchmal auch recht seltsam ist. Ordensmeisterin Jassillia hatte sie in letzter Zeit zu selten gesehen, um da viel sagen zu können, doch wenn sie wirklich wie ihr Freund Corentin ist, würde sie sicher auch mit ihr auskommen und das gemeinsame Gebet am zweiten Tag war schön gewesen. Demrion, verstand sie auf eine Art, wie es die anderen wohl nicht so können, dafür ist er auch sehr seltsam und sie mag nicht was er teils tut. Bei Dendu weiß sie es noch nicht recht, denn ein Teil von ihr will sie am liebsten bezwingen, zeigen dass sie es kann, ein kleiner Teil, hat wiederum noch Angst vor ihr, und noch ein anderer, kann sogar etwas Gutes an ihr erkennen. Der Ort hier, wird ihr aber langsam vertrauter und ihr Platz unter der Hecke, fühlt sich langsam wirklich wie "ihrs" an, statt nur ein vorübergehender Unterschlupf, aus dem sie bald wiederverschwinden würde. Sie würde einfach sehen müssen wie es weitergeht...
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Jassillia (18.08.2017), Elave (20.08.2017), Meavy (17.03.2018)

28

Samstag, 26. August 2017, 12:45

Feindbild Pferd
(Teil 1: 25.08.2017)

Wungrane sieht das Pferd vor sich an. Eine Stunde sind die anderen inzwischen sicher schon weg. Sie aber, rührt sich nicht. Heute Nacht wird sie hierbleiben, in Anwesenheit einer ihrer Alpträume. Sie muss es schaffen auf dieses Vieh zu steigen, in Kürze, denn auf der Reise, soll sie selbst reiten. Sie, die Angst vor Pferden hat. Das ist nicht fair. Einen Moment Auszeit gönnt sie sich noch, nach diesem Fehlschlag, dieser Katastrophe, und lenkt sich damit ab die vergangenen Tage zu überschlagen.

Kalef war vorbeigekommen, jener Argonier den sie im Lazarett bei der Normanier ihren Schlaf zu verdanken hatte. Er hatte über sie gewacht als sie verletzt war, war bei ihr geblieben und so hatte sie den Schlaf mit etwas Nachhilfe für ihre Ohren auch finden können. Sie hätte sonst bei den ganzen Geräuschen, den vielen fremden Leuten nie schlafen können. Allerdings hat er nun auch Vergangenes aufgewühlt, suchte noch immer Cedran um da eine Sache zu klären... aber sie hatte erzählt was sie wusste: dass die Baroness gesagt hatte er wäre tot, hätte sich selbst umgebracht. Ob Kalef sich damit zufrieden geben würde? Sie war sich nicht sicher. Sie hoffte einfach darauf, dass es die Wahrheit war.

Am nächsten Tag hatte sie mit der Ordensmeisterin ein Gespräch über diesen alte Thema. Sie war sich nicht sicher, was Jassillia sich alles darüber dachte, über sie, aber zumindest, durfte sie trotz ihres alten Fehlers bleiben. Sie schien sie dafür nicht zu verurteilen, allerdings auch keine größere Aussage darüber abzugeben. So schlimm konnte es aber wohl nicht für sie sein, wenn sie ihr eine Umarmung geschenkt hatte, es ihr nicht nachtrug.
Ein Brief von Freund Corentin hatte Jassillia auch noch erhalten. Was sie dabei aber schockte war, dass er offenbar den Brief, den sie dort hatte schreiben lassen, nicht erhalten hatte. Sie hatte doch nicht gewollt dass er sich Sorgen um sie machen muss, und genau das, hatte sie dann damit erreicht, nur weil der Mann diesen Brief nicht hatte überbringen können! Ziemlich enttäuschend, auch die Tatsache, dass dann wohl ihr Schatz mit verschwunden sein wird, etwas was sie innerlich sehr traurig stimmte, schmerzte, sie aber mit keinem Deut erwähnte. Es war wohl der passende Verdienst, ihren besten Freund so in Sorge gestürzt zu haben, trotzdem tat es weh bei dem Gedanken, dass ihr Schatz als Putzlappen enden könnte, oder einfach im Müll oder Feuer landete. Am liebsten wäre sie dahin los, um nachzusehen ob er noch zu retten ist, doch verabschiedete sich still trauernd einfach nur davon, von ihrem einzigen Andenken an ihre Mutter. Die Ordensmeisterin half ihr einen Brief an Corenten zu schreiben.

Daneben, wurde sie aber aus ihrer Hecke vertrieben. Sie hatte noch gehört wie Ordensmeisterin Jassillia über ihre Hecke mit der älteren Frau sprach, aber hatte noch mitbekommen, dass diese Hecken höchstens von Insekten und Kleintieren bewohnt werden sollten, nicht von Nord. Die Frau war ein weiteres Ober-Oberhaupt, die Baronin Muraillie. Wieder diese Strenge, aber immerhin, beachtete diese sie nicht weiter, nachdem nochmal deutlich gesagt wurde, dass sie in eine Kammer zu ziehen hat und sie die Sachen unter der Hecke in einer Stunde da weg haben soll. Eine Kammer, für sie allein... so fragte sie Igor danach - der immer wieder erstaunlich plötzlich neben einem erscheinen konnte - der ihr jene Kammer zeigte. Sie konnte diese abschließen, aber sogar ein Fenster war da. Ob sie sich da im Notfall rausquetschen könnte? Hmm. Dennoch war es seltsam und anfangs schlief sie auch lieber auf dem Fell, unter dem Bett, ehe sie doch das Fell vor ihrem Bett sein ließ und sich ins Bett legte.

Sie würde ein Ordenswappen bekommen, sollte davor aber nochmal die Regeln durchlesen, die an dem Buch an der Kette waren. Das tat sie und es war teils für sie etwas schwer zu verstehen, aber der Waffenmeister half ihr dabei. Die Regeln klangen so edel, aber auch so schwer. Würde sie auch nur einen Teil davon richtig machen können? Die Grundregeln für die Lernenden waren in Ordnung, das bekommt sie hin, aber der Rest? Gerade wenn es um Vernichtung von Deadra geht, wird Ihr noch Angst und Bange.

Das Heilen hatte sie im Auge, aber scheinbar gab es hier im Lazarett nur drei Möglichkeiten: Normales Heilen, das dann nur für einen Sanitäter reicht, und das Heilen plus Magie oder plus Alchemie. Sie hätte nicht gedacht dass jeder Heiler nun entweder Magie oder Alchemie beherrschen müsste und sonst nur Sanitäter ist. Im Geiste streicht sie die Plus-Wege damit fast schon durch. Weder wollte sie so unbedingt Magie lernen, noch glaubt sie sich schlau genug um ganze Mixturen zusammenzumischen, da sie aus Erfahrung bereits wusste, wie schwer war nur ein richtiges Kraut zu finden und wie schemerzhaft, das falsche zu nehmen. So oder so, sollte sie davor aber auch Schreiben lernen, das verlangte Heilerin Fennar, damit sie sich die ganzen Kräuter auch aufschreiben konnte, und solcherlei. Für das Schreiben war ihr niemand speziell zugeteilt worden, auch wenn Yara, vom Magus aus gesehen, wohl eine gute Wahl wäre. Derzeit schien wohl der Weg des Spähers der passenste, vielleicht war sie für etwas anderes auch gar nicht zu gebrauchen, von dem was sie bisher wusste. Für den Weg eines Spähers konnte sie schon Sachen, wie eben das Schleichen, und vor aber auch wieder heimlich zurück, ohne dem Feind ins Gehege zu kommen, lag ihr durchaus. Das könnte sie wohl sicher lernen, nur fehlt ihr jetzt noch den Bogen richtig zu erlernen, mit dem sie beim Jagen jetzt noch scheiterte. Sie musste noch recht nahe heran und die Sinne von Tieren waren einfach sehr gut, so dass sie meist spätestens dann wegliefen, wenn sie zum Schuss ansetzte, als hören sie die Gefahr... vermutlich aber das leise Geräusch des sich spannenden Bogens, oder das Ansetzen ihres Pfeiles. Scheinbar kam sie nicht drum rum erst mal noch weiter das Schießen zu üben, außer sie wollte dem Tier einfach laufend die Pfeilspitze per Hand in den Körper jagen. Irgendwie war sie ein mal sehr versucht gewesen das zu tun und es als Erfolg mit dem Bogen zu verbuchen, aber hatte es dann doch gelassen...
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Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von »Deikan« (27. August 2017, 08:33)


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Jassillia (26.08.2017), Elave (27.08.2017), Meavy (17.03.2018)

29

Samstag, 26. August 2017, 12:56

Feindbild Pferd
(Teil 2: 25.08.2017)

Allerdings, nahm nun eine andere Aufgabe einen Großplatz ihrer Zeit ein: Lernen ihre Angst zu überwinden, um auf einem Pferd reiten zu können. Wegen der Reise in ein paar Tagen, wäre das unabdingbar. Der Magus, wies ihr das Pferd Keandir zu, ein weißer Wallach, auch wenn sie nicht gewusst hätte was das heißt. Das Tier blieb tatsächlich ziemlich ruhig bei der Annäherung, war auch bei ihrem Knurren nicht unruhig geworden, wie Falukind, das Pferd von Wulfgar. Sie überlegte aber noch ob das gut oder schlecht war. Während die Erwachsenen redeten und sie davon immer nur recht Abseits ihres Geistes etwas mitbekam. Entsprechend knapp antwortete sie in ihrer Angst, entschied sich diese nun mehr anzugehen, wie soll das sonst was werden?! Sie musste vor, sonst konnte sie nur zurück, Angriff! Also ging sie ran, einen Arm um den Hals des Pferdes, der andere nach oben in die Mähne. Angst, viel zu nah, ihr Atem beschleunigt, hat sie da gerade ein Wimmern von sich gegeben? Oder was... Wulfgars harsche Worte sie solle da rauskommen, lässt sie gerade ablassen, als sie plötzlich von Keandir an die Steinwand festgedrückt wird. NEIN! Ihr Gedanken setzten aus, für einen Moment schlicht blanke Panik, als ihr Vergangenes im Kopf wiederauflebt:

Ihre Mutter setzte sie auf Vaters Pferd, Merod, und trieb es mit einem Schlag an. Es lief weg von ihren Eltern, bei denen sie bleiben wollte, auch wenn sie noch sah, wie sie gegen die Banditen fielen. Sie klammerte sich an den Sattel des Tieres und an dessen Mähne, um nicht runterzufallen, die Zügel hatte sie gar nicht in die Hand bekommen. Es lief und lief, fand wohl die Pfade durch den Sumpf auch ohne führenden Herr, zu oft war das Tier hier unterwegs gewesen. Ihre Rufe ignorierte es, wie schon beim Anfang des Rittes. Dann plötzlich, an einer bewaldeteren Stelle des Sumpfrandes, fiel es seitwärts um. Nach einem erschreckten Aufschrei von ihr, der Schmerz. Er zog ihr Bein hoch, das Pferd war so schwer. Sie hatte Merod wieder und wieder gesagt er soll runter, aber er horchte nicht, war auch sehr still, atmete nur schwer. Mit verweinten Gesicht von dem Schock des Verlustes und diesem Schmerz, versuchte sie wieder und wieder wegzukommen...
Es ging nicht, sie würde sterben! Der Abend brach an, die Sonne ging langsam unter, ihr Herz klopfte schneller als nach der Dämmerung die Sterne am Himmel zu sehen waren und auch mal ein Wolfsheulen von weiten zu vernehmen war. Ihre Augen weiteten sich, sie hörte es, sie kamen näher und dann realisierte sie auch endlich mal das Blut des Pferdes an der Flanke. Ein Räuber hatte es bei der Flucht erwischt. Doch das ging Wungrane nicht durch den Kopf, ihr ging durch den Kopf was sie von ihrem Vater bei der Jagd wusste: Blut lockt Raubtiere an. Sie kamen näher... Angst, Panik, sie drehte und windete sich aber als das Geheul der Wölfe schon ganz nahe war, schaffte sie es irgendwie, und genauso irgendwie schaffte sie es trotz des schmerzenden Beines auf den nächsten Baum zu klettern, um zu sehen wie das Pferd von d en Wölfen verspeist wurde. Merod hätte sie beinah beide umgebracht.

"... einfach... schieb ihn ... Seite" Was? War das Jassillia? Zur Seite schieben? Sich? Nein das Pferd.
"Zeig ihm wer der Chef ist", von dem Magus. Sie ist von niemandem irgend ein Chef... also hielt sie sich an das was die Ordensmeisterin sagte, wegschieben. Tatsächlich machte das Pferd platz, doch im Nachklang der Vergangenheit flitzte sie los, nächst beste Erhöhung suchen! Ihr Versuch wurde aber radikal von Wulfgar gestoppt, ein Griff an Arm. Was machte er, sie musste weg?! Doch der Griff war viel zu fest zum Entkommen, das machte ihr kurz Angst. Was? Bei Jassillia entschuldigen? Er ratterte in ihrem Hirn, das zur Gegenwart schaltete, oder zumindest in weit nähere Vergangenheit. Ja, nein.. also sie wollte zur Ordensmeisterin doch gar nicht schnippisch sein. War sie das? Scheinbar... wegen ihrer verkürzten Antwort, dass die Antwort in ihrem Werdegang stand – naja gemalt war – aber es stimmte doch. Sie entschuldigte sich und beantwortete die Frage, glücklicherweise nahm die Ordensmeisterin die Entschuldigung auch an. Indess, beruhigte sich langsam ihr Atem. Ein Blick zu Wulfgar, sein nicht mehr ganz so hartes Gesicht. Erleichterung, doch die Worte, waren für sie noch hart genug. Sie müsste es weiter versuchen, das wusste sie, aber bekam es auch noch weiter gesagt. So ging sie wie ein geschlagener Hund in die Ecke des Stahls und setzte sich da erst mal. Sie konnte sowas nicht gleich wieder probieren, das eben war anstrengend gewesen. Die drei verabschiedeten sich nacheinander und gingen, auch wenn sie glaubten sie würde wohl einschlafen, sie wusste es hier besser: Sie schlief nie wenn sie nicht entweder alleine war, oder zumindest eine Person anwesend, der sie vertraute... und dem Pferd vertraute sie nicht!

Wungrane atmet tief durch. Das ist, was war und jetzt ist, was ist. Sie sieht Keandir, den älteren Wallach an, und an, und weiter an. Das Tier scheint kaum Notiz von ihr nehmen zu wollen. Das ist sicher nur schein, immerhin hat es sie vorhin erst an die Wand gequetscht! Ihr Atmen beschleunigt sich leicht, aber sie bemüht sich wieder um Ruhe und es gelingt. Eine weitere Stunde vergeht, schweigend, nichtstuend. Das Pferd bleibt wie es ist, scheint ruhig, tut nichts weiter, lässt sie dort in der Ecke des Stalles schmoren. Wungrane ist froh darum, wendet ihren Blick aber nicht ab. Führt das Pferd noch etwas im Schilde? Langsam aber, kann sie da in der Ecke ruhig sein. Nein es ist nur ein dummes Pferd, die sind nicht hinterlistig, nur dumm, oder? Zu dumm zu tun was man sagt, zu dumm auch mal stehenzubleiben und zu dumm in die richtige Richtung zu laufen, wenn sie schon durchgehen. Es wäre vielleicht vieles anders gekommen, wäre es ins Dorf zurückgelaufen...

Eine weitere Stunde vergeht. So wird das nichts. Sie muss doch etwas tun, sie hat nicht viel Zeit. Es ist grausam von den älteren Erwachsenen sie dazu zu zwingen. Diese dummen Tiere, die so viele Fehler machen, die einem sogar das Leben kosten können! Einen Moment stiert sie das Keandir an, ehe sie stockt: Also genauso dumm wie sie... Der Gedanke tut weh, bringt aber ihre Zahnräder im Kopf doch mal wieder etwas in Bewegung. Trotz ihrer Dummheit, haben andere nicht vor ihr Angst, und... verzeihen ihr Fehler. Stendarrs Gebot: Mitgefühl. Sie schluckt, sie ist wirklich so dumm und schlecht. Bruder Corentin war sogar bei einem Sturm raus in dem Stall um Aida Angst zu nehmen, und was machte sie damals bei Merod? Oder was tut sie jetzt hier bei Keandir? Sie verzieht das Gesicht, aber steht auf.

Langsam geht sie hinüber, macht da weiter wo sie aufhörte, umarmt das Tier, mehr oder minder, einen Arm um den Hals, die andere hoch in die Mähne, wo sich ihre Hand vergreift. Sie zittert, oder? Aber das Tier hat keinen Grund umzufallen, noch drückt es sie diesmal an die Wand. Das ist nicht Merod, es hat sie nicht in Gefahr gebracht. Merod, hat damals nur auf ihre Mutter gehört zu laufen. Sie hat nur an sich gedacht, ihn damals nicht getröstet in seiner Verletzung und in seinem Leid, nur gewollt dass er von ihr runter geht, wo er so weit gelaufen war. So egoistisch. "Tut mir Leid, Merod...", murmelt sie leise, während sie so an Keandir verweilt. Zwei Stunden lang rührt sie sich nicht. Die Dämmerung setzt langsam ein. Gut, sie schafft es also so zu verweilen und Keandir tut ihr dabei auch nichts. Also muss sie als nächstes... nur... da.... rauf. Ihre Gedanken werden nicht nur langsam, während ihr Herz wieder schneller schlägt, sondern ihre Beine auch vedammt weich und zittrig. Sie hat das Gefühl gleich einzuknicken.
Was sie kaum bemerkt hat, ist wie sehr sie die zwei Stunden da an dem Pferd gekostet haben. Ihr Verstand mochte langsam mitkommen, aber ihre Gefühle hinkten da trotzdem noch hinterher, und wollten das eingefleischte Feindbild Pferd noch nicht so schnell gehen lassen, und ihr Körper reagierte auf ihre Gefühlswelt.
Wungrane atmet zwei mal tiefer durch. Sie kann da noch nicht rauf, sie schafft das nicht! Einen Augenblick hängt sie wirklich mehr an Keandir, als dass sie steht, aber das Pferd lässt sie zumindest nicht in dem Sinne hängen, dass es sie abzuschütteln versucht, oder ähnliches. Sie schafft es zumindest nicht an diesem Morgen, denn langsam wechselt die Dämmerung zur Morgendsonne. Noch ein mal atmet sie tief durch und lässt mit etwas wackeligen Beinen und verschwitzten Körper ab. Sie wird... später wiederkommen. Jetzt muss sie erst mal ans Tageswerk, etwas Essen, vielleicht wenn sie Zeit hat, ein wenig Schlaf nachholen. Sie fühlt sich gerade zu mies und wer weiß welche Herausforderungen heute noch wieder dazu kommen würden. So lässt sie erst mal den Stall hinter sich, als eine der ersten Leute am Morgen sich diesem nähern.
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Jassillia (26.08.2017), Elave (27.08.2017), Meavy (17.03.2018)

30

Donnerstag, 14. September 2017, 18:44

Himmelsrand
(Teil 1: 14.09.2017)

Wungrane sitzt am Ufer des Flusses und wirft Steinchen ins eisige Nass. Sie sind in Amol. Es ist noch dunkel, die meisten anderen schlafen, sie wollte noch wach bleiben und Zoes schwarzer Tee, sorgte dafür, auch wenn sie die Müdigkeit, die Erschöpfung, in ihren Knochen spürt. Sie muss noch nachdenken, über einiges:

Ihr Pferdeversuch ging weiter. Sie hatte noch ein paar Tage gehabt, ehe die Reise los ging, und sie hatte es auch auf Keandir geschafft. Ein paar Minuten zumindest, dann musste sie wieder runter. Angst war da, die nicht weichen wollte. Sie konnte sich überwinden diese zuzulassen, ihr nicht auszuweichen, aber sie schaffte es nicht sie zu vertreiben. Als sie am ersten Tag also reiten musste, saß sie auf dem Pferd und es folgte einfach den anderen. Sie tat dazu nichts, fühlte sich wie versteinert und gleichzeitig am Rennen. Als hätte sie jemand an Keandirs Sattel genagelt. Konzentration auf irgendetwas, war nicht da, ständig holte sie etwas zurück zu dieser angstvollen Versteinerung. Keine Blicke in die Gegend, keine Aufmerksamkeit für die Schönheit der Landschaft, nicht mal ein Schielen für das Wetter, nichts. Die Zeit kroch und flog zugleich an ihr vorbei. Sie war hier nicht allein, aber wenn Keandir durchging, wenn er dann auf sie fallen würde, wenn sie nicht weg käme, wenn die Wölfe wieder so nah kämen... solche Gedanken überschlugen sich und ließen nicht von ihr ab, ließen ihr Herz trotz stillem Sitzens schneller schlagen, die Schweißtropfen auf ihrer Stirn sich mehren. Als sie hielten bekam sie das erst gar nicht mit, als sie es dann aber mitbekam, und runter schaffte, fühlte sie sich erschöpft, und schwach, ihre Beine wollten sie einen Moment lang sogar nicht tragen, ließen sie auf die Knie gehen. Verräterischer Körper! Sie wollte besser werden, nicht schlechter! Verdammt... Dennoch, war sie so unsagbar froh, dass sie am nächsten Tag nicht wieder würde reiten "müssen", auch wenn sie sich zeitgleich schämte, es nicht wirklich geschafft zu haben, überwog es nicht die Freude.

Das Stück Sturmhafen und Kluftspitze, erlebte sie am nächsten Tag zu Fuß, dafür umso deutlicher. Neben Keandir konnte sie schon sein, mit ihm laufen. Sie hatte das Gefühl schnell genug wegzukommen, wenn er durchging, oder irgendetwas passierte. Kluftspitze war wirklich kein so ahnsehnlicher Ort, zumindest die meiste Zeit nicht. Erstaunlich, dass so ein guter Mann wie Bruder Corentin von so einem Ort kommen konnte. Kleine Lichtblicke waren da, aber allgemein war es karg. Sie baute dort auch, an der Seite von Servan, ein Zelt auf, das war um einiges größer als sie sie kannte, so lernte sie, was alles auf so einer Reise mit so vielen Leuten getan werden musste. Yara durfte am nächsten Tag, während des noch fehlende Stücks zum Hafen, die Gruppe anführen. Sie mochte die Kaiserliche, und sie vergaß es ihr nicht, wie sie ihr geholfen hatte, auch wenn es für manche so wenig schien, so fühlte sie sich dennoch etwas verpflichtet, ihr zu helfen, wenn etwas wäre, und da war eine Art Vertrauen, für diesen Einsatz.

Die Schiffsreise verlief recht unkompliziert. Sie durfte sogar mal das Tischgebet sprechen, auch wenn sie sich nicht gut genug dafür hielt, war Priesterin Euphenia damit zufrieden gewesen. Scheinbar hatte das stetige beten zu Stendarr, vor allem, doch geholfen Worte zu finden, die angemessen waren. Das freute sie ehrlich. Demrion und sie fanden auch ein mal die Zeit um lange zu reden. Sie mochte ihn noch immer, auch wenn sie manchmal Zweifel hatte, ob das so gut war, angesichts dessen, was er ihr alles erzählt hatte. Vermutlich lag es wirklich daran, dass sie zumindest ein Teil von ihm nachvollziehen konnte, wie er ihren, andere Umstände des Aufwachsens, was sich die anderen einfach nicht vorstellen konnten. Natürlich waren es gänzlich andere Umstände, was sie beide betraf, dennoch waren es eben "andere als von den meisten anderen", und das war vermutlich der Punkt für dieses Verständnis. Er hat ihr auch erzählt, was er nicht leiden konnte... ob sie ihn da enttäuschen würde? Sie weiß nicht, ob sie wirklich den Mut finden würde... aber das würde sich zeigen. Was auf der Reise weniger schön war, war die Seekrankheit des Hochmeisters und ein paar anderen, so wie der Streit, der ein mal zwischen Garimar und Kalef entstand. Sie hatte sogar versucht zu schlichten, wurde dann aber selbst auf Garimar sauer, als da wohl seine damalige Zeit als böse Wache durchkam. Für einen kurzen Augenblick hasse sie ihn sogar dafür.

Als sie in Ostmarsch ankamen, war es erstaunlich das und Windhelm zu sehen. Sicher, sie hatte in Gleunumbra auch schon Schnee gesehen, aber nicht im Spätsommer! Hier war es jetzt schon so kühl wie in Glenumbra im tiefsten Winter. Die Bauweise der Häuser war schön, die Schnitzterein mit Drachenköpfen zum Beispiel, irgendwie auch Respekt einflößend. Hier war alles größer, was sich von selbst verstandt, und doch gleichzeitig gemütlicher und kleiner. Nein das beschrieb es auch nicht richtig. Es war einfach "anders", aber ein Anders, das sie mochte, zumindest, was Landschaft, und die Bauten innen wie außen anging, die sie sah. Sie traf gleich am Hafen auf Thondaar, da war ihr wohl Kyne holt, den Nord dort sein zu lassen, und sie hatte ihn auch herzlich begrüßt. Sie wusste nur ein Punkt, der sie mal an Thondaar gestört hatte, und das war neben dem – nur scherzhaften – sie veräppeln wollen, diese Sache mit dem "geliehenen" Schiff, dass inzwischen gesunken war. Sie hatte bei seinem Freund Korvak, den sie ebenso noch am Hafen trafen, auch noch etwas nachgehakt, was das Neue anging, aber immerhin schien das nicht ganz so... seltsam erworben, sondern eigenhändig zusammengeschustert. Damit war sie zufrieden.

Nach der Begrüßung, führte sie Wulfgar etwas durch die Stadt, wo sie eben jene Bauten sah, die Bedeutung manches Banners erfuhr, die nordische Art von einem Friedhof sah, mit seinen Grab... oder auch Gedenksteinen. Es war toll. Ania zeigte ihr auch mal "Schneebaden", was sie so nicht gekannt hatte. Im Sumpf war für sowas früher nicht genug Schnee von Bäumen da gewesen, und wenn man zuviel Schnee von wo wegnahm, war es dadrunter auch eher Schneematschig. Hier jedenfalls, ging das, und irgendwie war es schon lustig... das war als würde man sich in Stroh fallen lassen, nur weniger pieksig, dafür kühler. In den folgenden Tagen lernte sie auch noch andere Gesichter kennen, wie Morgaine und Erlena, sah aber auch Shovar wieder, was sie genauso freute, wie das Wiedersehen mit Thondaar, auch wenn sie Shovar wohl tatsächlich nicht umarmt hatte, wie ihr im Nachhinein auffiel. Was sie in den Tagen auch noch lernte, waren andere Sitten und Gebräuche, die der Nord, wovon ihr manche ziemlich gegen den Strich gingen. Sie mochte das Gegröhle nicht so, wenn es so laut wurde, sie mochte auch nicht diese freizügige Art – die kurze Entbößung des Busens dieser Fremden, mitten in einem Gasthaus, war da die Krönung gewesen – und Prügelein mochte sie erst recht nicht, um irgendwas zu "klären". Dafür konnte man doch Worte nehmen, oder es sein lassen.

Dennoch lernte sie viel bei dem Aufenthalt und hatte auch ihren Spaß. Sie hatte sogar mal wieder gelacht, mal gekichert, die lockere Art der Nord, zog sie da einfah etwas mit, zumindest so lange, bis sie es übertrieb. Nach einem erfolgreichem Wettrennen gegen Thondaar – das war toll gegen so einen Krieger gewonnen zu haben, wenn auch knapp – wollte sie auch zeigen, wie gut sie schleichen kann. In ihrem Übermut, gleichermaßen wie der Unbedachtheit, wählte sie Ania als Anschleichziel aus, die mit ihrer Axt an den Trainingspuppen übte. Da ihr Hund Fussel, Wungrane nicht verriet, schaffte sie es auch heran und mit etwas kaltem Schnee auf Anias Wangen, war die Überraschung geglückt! Allerdings auch für sie... denn die Nord wollte dem unbekannten "Angreifer" erst mal eine verpassen: mit der Axt. Währen ihre Wildninstinkte nicht, hätte sie mehr als nur ein paar Haare verloren, und eine ziemlich schmerzende Nase, als sie sich zu viel zu schnell auf den Boden fallen ließ. Sie hatte Tadel dafür erhalten, zu recht... und es zeigte ihr wieder wie dumm sie war, und wie gefährlich für andere, wenn sie sich nicht beherrschte. Dabei hatte sie nach dem Krach, den die Ordensmeisterin wohl mit Zoe hatte, nachdem was diese tat – auch wie hatte dadurch Krach mit Zoe gehabt, niemand schadete einem ihrer Freunde! – ihr keinen Grund für Klage geben wollen, und schon hatte sie es doch getan.

An dem Abend hatte sie einen Sturzflug, von Hochglücklich, in den Keller gemacht. Der Unterschied war wohl der, wie zwischen Sonnenschein und Gewitterwolken, inklusive Donner. Das Gespräch mit Erlena, hatte da etwas gut getan, und auch Worte von Wulfgar später, dass er in ihrem Alter wohl auch noch viel Blödsinn gemacht hätte. Sie sollte aber deshalb wohl nicht gleich nur noch ernst sein, wie sie es kurz vor hatte. Das war sie am Anfang der Zeit hier im Orden gewesen, noch von dem was geschehen war, und es hatte am Ende doch nichts genützt. Außerdem, wollte sie gerne noch Freuden haben. Es hatte lange genug gedauert, bis sie wieder breiter Lächeln konnte, das wollte sie jetzt nicht über Board werfen, wenn ihr doch jemand, dem sie vertraute, sowas sagte. Sie würde einfach darauf vertrauen und versuchen wieder etwas achtsamer zu sein.
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Jassillia (14.09.2017), Meavy (17.03.2018)

31

Donnerstag, 14. September 2017, 18:57

Himmelsrand
(Teil 2: 14.09.2017)

Der Reisebeginn, von Windhelm weg, war allerdings wieder ein Graus. Sie durfte nicht mehr laufen, musste wieder auf Keandir reiten. Sie schaffte das Aufsitzen wieder, nach ein paar Anläufen, lies den Wallach einfach den anderen Nachlaufen. Sie bemühte sich redlich, sich etwas auf die so völlig neue Landschaft zu konzentrieren, und ein wenig gelang es. Trotzdem lauerte die Angst greifbar in ihren Nacken, kratzte ab und an darüber, als würde sie sagen "bist mich nicht los, bin noch daaaaahahaha." Das dämpfte ihre Freude für die Landschaft etwas, zumal der Schneesturm, der schon in Windhelm angefangen hatte, nicht besser wurde, sondern schlimmer. Das war wirklich wie im tiefsten Winter in Glenumbra, nur, lief sie dann, statt still zu sitzen, und verzog sich nach Möglichkeit, auch bald in der nächsten Höhle, oder im nächsten Erdloch, bis er vorbei war. Dort auf dem Pferd sitzen zu bleiben, als sie auch noch auf Spähermeldung warteten, war ein Krampf, und kurz, beim Stehenblieben, entschied sie sich einen Moment Abzusteigen, zumindest, bis etwas später der Tadel kam, sie solle wieder aufsitzen, was sie auch tat.

Inzwischen war dort an jener Wegkurve aber auch eine Etwas im Sturm zu hören, was dort nicht hingehörte. Erst konnte sie das Geräusch nicht ganz fassen, dieser Kampf mit ihrem "auf dem Pferd sitzen", trotz ihrer Instinkte zur Selbsterhaltung, lenkten einfach ab. Dann allerdings, konnte sie es als Stimme identfizieren, die aus den Himmel zu kommen schien, und angesichts dieses kalten Schneesturms, erinnerte sie das an etwas, an ein anderes weit wärmeres Gebiet im Ebenherzpakt, das aber angesichts der Umstände damals, auch zum Schauern wurde. Sie erinnert sich an die wohl toten Körpern, sie erinnerte sich an abgeschlagene Hände, und eine fliegende Zunge... vor allem aber, erinnerte sie sich an eine donnernde Stimme, dessen finstere Präsenz sie damals schrein ließ, so kurz es auch anhielt, so wenig es auch an sie gerichtet war. Als der Donner kam, war sie flux vom Pferd. Niemand der gescheit war, bleib auf einem erhöhten Punkt – und sei es das Pferd – wenn Blitze kamen! So dachte sie zumindest, und ihr Instinkt stimmte massiv zu, alle anderen blieben hingegen auf ihren Pferden, wie konnten die das nur?! Ihr Instinkt schlug da schon Purzelbäume, will sich in Sicherheit verkrümeln, als aber der erste Blitzeinschlag auch noch in Fels donnerte, es neben dem lauten Knall rumpelte, Steine umherflog, hielt sie nichts mehr, und sie war in der nächsten Deckung, hinter einem größeren Stein. Ihr Herz schlug pochend gegen ihre Brust, ihr Atem aufgewühlt unruhig, während das Getöse um sie herum weiter ging. Eine Stimme, war das Wulfgar gewesen? Oh noch eine, etwas näher, Farian Camas, sie solle wieder herkommen, damit sie nicht zurückbleibt. Da? Mitten auf die Straße? Wie konnten die Leute so verrückt sein... aber.. sie wollte nicht zurückblieb, sie wollte mit... Schwerlich gab sie sich den Ruck, und rannte zurück, mit Keandir über die Eisscholle, die die Magier am Fluss stabilisiert hatten, ehe sie, ein weiteres mal, aufsteigen musste...

Ihr Handeln, dem Nachgeben ihrer starken Instinkte, blieb aber nicht ohne Folge. Als der Schneesturm sich etwas gerlichtet hatte, der Magus sogar mit seinem Stab etwas Wärme spendete, bekam sie es zu hören: "Wenn ihr noch ein mal ohne Erlaubnis vom Tier steigt, dürft ihr das nächste mal, wenn wir galoppieren müssen, hinterher rennen..." Das wäre, auch für sie, schnell eine Gefahr, nicht mehr hinterherzukommen. Allerdings könnte sie vielleicht den Spuren nach, müsste nicht mehr reiten... der Zusatz des Magus, raubte ihr aber fast den Atem, und ließ sie ihn mit großen Augen anstarren: "... und wenn Ihr es nochmal wagt Eure Position in der Gruppe zu verlassen, werdet ihr zurückgelassen." Ihr Herz zog sich zusammen. Hieß das vielleicht sogar Rauswurf, Verbannung gar? Ihre Gedanken überschlugen sich. Sie wollte nicht weg... sie war lang genug alleine gewesen, sie wollte nicht mehr als Einsiedler leben, sie wollte nicht schonwieder woanders hin. Die Kälte fraß sich etwas in ihr Inneres, bei diesen Gedanken. Ein Stück weiter, versucht Erlena sie aufzumuntern, und sie wusste es zu schätzen, aber sie war sich weit weniger sicher, dass man sie nicht zurücklassen würde, wie es der Magus sagte, auch wenn sie mit der Erklärung nur zu gut verstandt, wieso er so handelte wie er es tat. Dennoch, kroch nun auch noch eine andere Angst hebei, und lies sie bis Amol nicht wirklich los, so dass sie von diesem Reiseabschnitt kaum etwas mitbekam. Erst in Amol, wandelte sich diese Angst, langsam wieder in hintergründige Unsicherhheit.

Garimar hatte noch mit ihr geredet, aber wegen ihrem Streit. Bevor sie groß darauf eingehen konnte, musste sie aber erst die Zelte mit aufstellen, wie es ihre Aufgabe war. Am Feuer hatte er sich entschuldigt und sie ihm verziehen. Sie würde sich bemühen ihn nicht als die böse Wache zu sehen, die er einst gewesen sein mochte, ihm seine Fehler zu verzeihen, wie es andere auch bei ihr schafften, dies zu tun. Morgaine hatte Garimar gefragt, ob er sich bei einem "Kind" entschuldigte, was er bejahte, woraufhin man kurz auf das Thema ihres Alters kam, da sie sagte, dass jeder sie wohl anders sah. Die einen sagten Erwachsen, die anderen meinen sie wäre ein Kind, und andere was dazwischen, was Morgaine Heranwachsende nannte. Es war ihr gleich... sollten alle denken was sie wollten, was sie war. Ihr Kopf war voll mit anderen Gedanken.

Während Garimar zu Bett ging, hatte sie noch ihr aktuelles Problem mit Morgaine beredet, nicht ohne Spott von Zoe, dass sie, Wungrane, ja richtig redselig wäre, gegenüber bei ihrer letzten Unterhaltung. Ein kurzen Wortaustausch später, hatte Zoe, Morgaine wohl irgendwie vertrieben, vermutlich, hat diese der Frau auf ihre Art wehgetan, so wirkte es. Zoe meinte auch, dass wer nicht angreifbar sein will, seine Wunden überwinden müsste. Als sie später mit Shovar zur Taverne ging und sie ihn danach fragte, meinte er allerdings, dass jeder angreifbar wäre. Hmm... sie weiß auch nicht, ob sie das bei all ihren Erlebnissen könnte. Die Sache mit dem Pferd war schon schwer genug für sie, und sie hoffte das bald hinzubekommen, damit sie Himmelsrand auch auf dem Pferd, wenigstens etwas mehr genießen konnte, während sie unterwegs waren. Die Landschaft war nämlich wirklich ganz anders, aber sehr schön. Nach dem Besuch im Gasthaus mit Shovar und Morgaine, mit einer anschließenden weiteren Bekanntschaft, mit einer Frau namens Lif, ging sie zum Lager zurück.

Hier sitzt sie nun, betrachtet die Sterne, die hier noch klarer zu sehen sind. Sie wird ihre Instinkte unter Kontrolle bringen müssen, sonst ist sie für die Gruppe mehr eine Gefahr, als eine wie auch immer geartete Hilfe. Das will sie nicht, und das könnte sie im Zweifeslfall auch nicht, das tut ihr zu sehr weh. Eher würde sie die Ordensmeiserin bitten, sie ziehen zu lassen, bevor jemand ernsthaft zu schaden kommt, als sowas verantworten zu wollen. Wungrane atmet tief durch, und betrachtet zwei Blätter, die sie bekommen hat. Nun, erst mal, hat sie eine kleine Rückversicherung, wenn es stimmt, was diese Frau sagte. Vielleicht sollte sie sicherheitshalber noch Heilerin Fennar, oder jemand anderer, der sich mit Pflanzen auskennt, nach diesem seltenen Hegetskraut fragen, nach der Wirkung, und wie es aussieht. Sie war ein mal auf einen freundlich wirkenden Priester reingefallen, den Fehler würde sie jetzt nicht wiederholen, gerade wenn es nicht nur sie selbst betrifft, sondern das richtige Handeln in einer ernsten Situation, bei der andere zu Schaden kommen könnten. Ihre Hand ballt sich mehr zur Faust, aber nicht ohne einen Hohlraum für die in der Hand haltenden Blätter zu lassen, dennoch spürt sie Wut auf sich, und verleiht dem Ausdruck.

Nein, das wird nicht wieder passieren, und wenn sie auf den Deadra komm raus Befehle befolgen muss, damit alles seine Ordnung hat, selbst wenn ihr Instinkt sie dann vor schlimmeren bewahren würden... aber sie wird das verdammt noch mal hinbekommen und gefälligst lieber selbst nach Sovengarde gehen, bevor ein anderer Nord dorthin, oder einer der anderen sonstwohin kommt, weil sie nicht horchen konnte. Sie versucht sich dabei Wulfgars damalige Worte in Erinnerung zu rufen, zu dem Formen lassen, wie das Holz, dass sie auch nicht immer alles gleich verstehen würde, sondern manches erst später. Das heißt Vertrauen... aber auch wenn sie dies nun wieder etwas besser hinbekommt, weiß sie nicht, ob sie es hinbekommt dieses Vertrauen zu "bis in den Tod" hinzubekommen. Ihre Instinkte sind mächtig, sie hat sie so werden lassen und so allein überlebt, und nun steht sie vor der Kreuzung das hinzubekommen, und einer Gemeinschaft Stendarr hoffentlich gute Dienste als, später mal, Späher leisten zu können, oder, ihr Überleben in den Vordergrudn zu stellen. Sie blickt in den Fluss, wo im spärlichen Licht ihr Spiegelbild kaum zu sehen ist. Wer wird sie sein? Alle enttäuschend, überlebend, oder helfend, und vielleicht sterben. Wungrane atmet tief durch, als sie merkt, dass ihre Gedanken sich wiederholen, dort kreisen wie die Krähen, wenn sie warten, dass ihr Leichenschmaus freigegeben wird. Sie setzt sich mit gesenktem Kopf und anneinandergelegten Händen und betet in Gedanken: "Stendarr, gibt mir die Kraft, damit ich deinen Willen tun kann, anderen zu helfen, sei es mit Wort oder Waffe. Kyne... zeig mir den Weg, wende mich mit deinem Wind zum Mut, damit die Tapferkeit mich lenkt statt mein Instinkt zu überleben." Eine Weile verharrt sie noch so, ehe sie ins Zelt geht, legt sich in die Nähe zu Yara, zumindest wenn sie das in der Dunkelheit richtig erkennt, wo deren Platz war. Sie schließt die Augen, dennoch braucht es eine Weile, bis sie endlich den dringend benötigten Schlaf findet, fraglich, ob sie diese Nacht davon diese noch genug bekommen soll.
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Jassillia (14.09.2017), Meavy (17.03.2018)

32

Samstag, 23. September 2017, 20:03

Krähen, Zauber und Befehle
(Teil 1: 23.09.2017)


Wungrane legt sich mit geschlossenen Augen auf die andere Seite, wieder nichts. Viel Müdigkeit, aber kein Schlaf. So steht sie leise auf, schlüpft in die Schuhe – sie schläft ja ansonsten in ihren normalen Sachen – und geht auf den Balkon. Es mag in Riften zwar weiter südlich sein, aber es ist immer noch kalt und frisch, erst recht am frühen Morgen. Leichte Nebelschwaden sind dort, die sie sich aber eher heimischer fühlen lässt, denn im Sumpf gab es die früher auch oft am Morgen, und sogar darüber hinaus. Sie setzt sich in eine Ecke am Balkon, und zieht die Beine an. Noch zu früh für irgendetwas, Schlafen geht nicht, also mal wieder über sich und das Geschehen nachdenken, wäre sicher nicht so verkehrt:

Wieso man keine Haarsträhnen an Fremde vergeben sollte, selbst wenn die sagten das wären nur für Fischköder oder Talismane und ähnliches, erfuhr sie zu spät: Man konnte damit auch magische Untaten begehen. Farian hat ihr etwas geholfen, dass sie das nicht wissen konnte, aber sie fühlte sich trotzdem schuldig, erst recht, als dann die erste Krähe auftauchte, die sie zu verfolgen schien. Sie wollte doch nicht andere in Gefahr bringen und jetzt? Hatte irgend so ein Magier oder eine Vettel vielleicht sogar etwas, womit man sie, und damit die Gruppe, finden konnte?! Sie hasste sich einen Moment lang sogar dafür. Sie hatte die Ordensmeisterin auch gefragt, ob sie dann überhaupt bleiben sollte, sie hätte verstanden, hätte sie es nicht gedurft, immerhin war sie so eine Gefahr für die Gruppe, aber nein, man behielt sie. Die Ordensleute waren manchmal streng - wenn sie sie auch nicht immer zu verstehen schienen - aber nett, wie Farian auch wieder bewies.

Er würde nun auch ihre Mentor sein, vermutlich weil Wulfgar bei dieser Reise auch recht ausgelastet war, neben dem, dass Farian nun mal Späher ist, was ihrem Können am meisten zu entsprechen schien. Sie merkte, dass sie mit ihm gut zurechtkam. Da fuhren sich erst gar keine Mauern hoch, er war einfach so ruhig und geduldig mit ihr, offen und verständnisvoll, und das tat gut. Sie lernte ihr Schleichen noch zu verbessern, und wie man jemand nicht tödlich ausschalten konnte. Ihr graute es zwar davor, das das erste Mal in wirklicher Praxis bei jemand zu tun, aber es ist ihr viel lieber als jemand einfach zu erschießen, oder eine Waffe in den Rücken zu jagen, von dem her, würde sie sich große Mühe geben, es zu lernen. Farian zeigte Ihr auch noch Verbesserungen an ihrer Bogentechnik, sie hatte sich vor allem den Stand eingeprägt, von dem was Bruder Corentin ihr gezeigt hatte, aber das mit der Atemfrequenz, kam ihr nicht mehr in den Sinn. Sie freute sich jedenfalls Farian als Mentor zu haben, bei ihm konnte sie gut lernen. Sie hatte sich mal eine kleine Axt gemacht, da Thondaar gemeint hatte, wenn sie den Bogen hauptsächlich nimmt, bräuchte sie eine kleine Axt oder einen Sax. Da sie ersteres selbst machen konnte, hatte sie vorerst mal so etwas gemacht, um zu gucken wie es ist. Wulfgar hatte sie aber auch nicht vergessen, und als er die Axt sah, bat er ihr an, dort ins steinerne Axtblatt, ein Runenalphabet einzuritzen. Da es Worte der Macht gibt, glaubte man, dass damit die Macht der Worte in der Axt sein. Der Gedanke gefiel ihr sogar.

Als sie von der Feste Amol aufbrachen, wurden sie von Krähen attackiert. Sie schlug mit der kleinen Axt um sich, um sich diese bösen Flatterviecher vom Leib zu halten, und sie war froh, dass sie die kleine Axt hatte, mit der großen hätte sie vermutlich gar keine erwischt. So konnte sie ein paar erwischen, und blieb von größeren Übel verschont, hatte nur ein paar Kratzer erhalten. Das Runenalphabet auf der Axt, schien sie also wirklich zu schützen. Sie fühlte sich für den Angriff ziemlich schuldig, als sie auch noch sah, dass Farian verletzt wurde. Wo sie war, brachte sie Unheil über sich oder andere! Wie sollte sie so Stendarr dienen, anderen helfen? Zweifel, aber sie sammelte Keandir ein, den sie im Kampf gegen die Krähen aus den Augen verloren hatte, und zog mit ihm und der Gruppe zu einem Nachtlager, in dem es in der Nacht kein Feuer geben würde, damit man nicht weiter auffällt. Sie war etwas erleichtert, als Heilerin Fennar sich um Farian gekümmert hatte, wohl keine bleibenden Schäden zurückbleiben würden, sein Auge wieder werden würde. Auch Wulfgar meinte später noch, dass seine Mannen viel mal auffälliger wären, als sie, was sie etwas Lächeln ließ, aber den Fakt der Haarsträhne, löschte das in ihren Gedanken nicht aus.

An dem Abend sprach sie noch mit Yara, Garimar und Zoe. Sie trauten wohl Thondaar und seinen Bekannten nicht sonderlich, und das machte sie etwas sauer, wenn jemand ihrem Freund nicht traute. Allerdings, verstand sie es in gewisser Weise auch, sie kannten ihn eben nicht so wie sie. Zoe ärgerte sie später aber wieder, ob sie Dunmern vertrauen würde... nein, wie sie hatte zugeben müssen, aber damit kam die Magierin auch, dass sie zu jung wäre und dererlei, um sich ein Urteil bilden, oder eben urteilen zu können. So etwas in der Richtung. Wungrane wendete sich ab, sie gab nichts auf die Meinung von Zoe, diese schien wieder nur ärgern zu wollen, dachte sie würde sie nicht als nett sehen, weil sie sie nicht „verhätscheln“ würde und ähnliches. Nein sie mochte Zoe einfach nicht, umso mehr sie sie kennenlernte... ihre Art, war ihr einfach zuwider. Yara vertraute sie da weit lieber und sie hatte auch nicht den Eindruck das bereuen zu müssen.
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33

Samstag, 23. September 2017, 20:14

Krähen, Zauber und Befehle
(Teil 2: 23.09.2017)

Die Reise ging weiter und man kam auch in Riften an. In der Nähe von Shors Stein hatte man Rast gemacht. Ein wenig Gedanken machte sie sich um Kalef, der ein mal mehr umgekippt war. Sie dachte es wäre wieder wegen der Kälte, aber nichts schien zu helfen, das ließ sie etwas stutzen. Farian bändigte seinen Guar mit Fleisch, hatte sich sogar den Namen von ihm gemerkt: Frisst-in-Massen. Sie beneidete Farian um diese ruhige überlegte Art, sie wusste, dass sie teils einfach das tat, was ihr richtig schien, ohne viel nachzudenken.

Bevor sie aber weiter aufbrachen, wurde ihr kalt, das Wetter schien umzuschlagen. Allerdings merkte sie dann, dass die Kälte mehr von innen kam... das war inzwischen schon lange her, aber das war doch ein Zeichen für krank werden? Das gefiel ihr gar nicht, ihre Instinkte begannen auch seltsamerweise Alarm zu schlagen, als die Kälte bis in ihren Kopf hoch kroch, und dann war da eine Stimme. Sie wollte durch sie sprechen, aber alles in ihr gebar auf. Sie wollte das nicht! Doch sagte die Stimme in ihrem Kopf und sie rief nein, die Stimme wiederholte ein doch, aber dann kam ihr nein schon nicht mehr nach außen über ihre Lippen. Es ging viel zu schnell, sie spürte wie sie etwas in den Hintergrund drückte, ihren Willen abwürgte, ehe sich ihre Lippen unter Zwang – so sehr sie sich auch dagegen sträubte – bewegten und Worte sprachen die nicht ihre waren. Nein, nein, nein! Es erinnerte sie wie sie bei den Dunmer war, nichts tun durfte, nicht ohne Anfrage sprechen durfte, ohne Strafe zu fürchten. Innerlich wimmerte sie, sie wollte niemanden mehr gehören, sie wollte sie selbst sein! Der Gedanke half aber nicht, und die Worte die dieser Magier durch sie sprach... sie würde sich am liebsten auf die Lippen beißen, damit es aufhörte. Sie konnte aber nichts tun, so gar nichts. Hilfe... Hilfe! Wieso hilft ihr niemand?! Konnte das niemand? Sie wollte nicht! Bitte, lasst ihr jemand helfen wieder sie selbst zu sein! Bitte... Der fremde böse Magier sprach noch seine Warnung, sie spürte schon wie ein Lachen ihren Hals hochkommen wollte, das sie nicht kontrollierte, als Yara plötzlich bei ihr war. „Yara?“, sprach sie leise, oh.... sie hatte wieder mit ihren Lippen geredet? Waren die Worte wieder ihre? Ihr Körper als Ganzes? Kurz? Lang? Für wie lange? Angst, lies sie zittern, nur um dann noch mit großen Augen eine herannahende Rattenhorde zu erblicken.

Panik... rennen, sie.. sie sollte rennen... und sie lief auch schon los, und wurde aber prompt von Yara zurückgehalten. Sie musste weg, sie musste doch weg! Sie sprach es nicht, noch zu geschockt von dem Erlebnis, war Kampf für sie keine Option. Eine strenge Stimme an sie gerichtet, von Farian, dass sie aufs Pferd sollte, durchschnitt ihre sich überschlagenden Gedanken und sie folgte dem, als Yara losließ. Sie hatte aber zu viel Angst, sie konnte nicht mal zu den Ratten sehen, und senkt ihren Kopf in die Mähne Keandirs, während ihre Hände sich an den Sattelknauf krallten. Sie will hier weg... Vom Geschehen bekam sie am Rande mit, die Worte die man sprach, das Quieken der Ratten, die unruhigen Pferde und schließlich das Getrampel, dass sie doch mal aufblicken ließ. Ein Mammut! Sie bemerkte wie Farian ihre Zügel nahm, wie er sie mitführte als man zum Rückzug rief und zumindest die Angst um ihr Leben, verblasste dann als die Grenzlinie zu Ostmarsch überquerten.

Farian beruhigte sie dann auch etwas, wenn es ihr auch schwer fiel sich beruhigen zu lassen. Dieser Magier hatte sie einfach benutzt, und sie konnte nichts machen! Farian meinte zwar, er hätte an ihrer Stelle auch nichts tun können, aber sie wusste nicht, ob sie das Glauben konnte. Unsicherheit geriet in den Hintergrund, dann kamen sie auf das Lenken von Pferden zu sprechen, und sie bekam eine kleine Einweisung von ihm. Ablenkung... Ablenkung war jetzt gut, nachdem sie sogar kurz geweint hatte. So übte sie sich. Am Rande bekam sie noch ein wenig die Diskussionen mit, die da liefen, zwischen dem Magus, Yara und Wulfgar. Wungrane wäre psychisch labil... das schwächste Glied. Sie spürte dass Ihr das weh tat, war sich aber auch die Wahrheit dessen bewusst. Wer oder was war schon gegen jemand wie Thondaar, der Ordensmeisterin, Yara oder Wulfgar? Ein Niemand, ein Nichts... jemand der nur Ärger machte und nichts für die Gruppe tun konnte, außer bei den Auf- und Abbauen des Lagers zu helfen...

Es ging weiter zur Stadt Rift, sie war in Gedanken, lenkte sich manchmal etwas ab, die Landschaft war noch immer schön, wurde anders schön, aber eben schön. Sie mochte das Land, ob sie das, was alles darauf wohnte und lebte, mochte, war was anderes. Wulfgar machte sich daran mit dem Jarl zu reden, Yara erklärte ihr noch Sachen. Labil war also schwach, sie hatte es geahnt... psychisch wusste sie schon, das hatte sie schon mal gehört. Sie war also geistig schwach, so wurde sie eingeschätzt... vermutlich war sie das auch. Auf die Frage, ob das mit dem bösen Magier nochmal passieren konnte, bejahte Yara. Sie müssten diesen Mann wohl erst töten, damit es nicht mehr geschehen konnte. Nach dem Gespräch fand sie in der Nacht keinen Schlaf, ihre Augen waren zu, sie lag, ab und an drehte und wendete sie sich, aber nichts. Ein ihr bekanntes Problem trat auf, das sie nicht schlafen ließ: Die Sicherheit fehlte, also konnte sie nicht schlafen. Alleine konnte sie schlafen, weil sie dann das Gefühl hatte wach zu werden, wenn jemand kam, mit anderen, konnte sie schlafen, wenn sie das Gefühl hatte zumindest einer Person zu vertrauen, die mit auf sie aufpassen würde, damit ihr nichts passiert, aber jetzt... es war weg. Das Gefühl der Sicherheit, hatte ihr dieser Magier genommen...
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Meavy (17.03.2018)

34

Samstag, 23. September 2017, 20:25

Krähen, Zauber und Befehle
(Teil 3: 23.09.2017)

Wungrane fragte sich wo Kalef wohl steckte, hatte sich ein wenig die Stadt angesehen, das lenkte ab, auch von ihrer Müdigkeit. Nordische Städte waren so ganz anders, als die der Bretonen in Hochfels, und sie mochte sie. Alles schien so unkompliziert und locker. Das war schön. Trotzdem, fühlte sie sich, unter den Leuten zumindest, nicht heimisch, und es war ungewohnt, plötzlich wirklich kleiner als die meisten anderen zu sein... aber es passte dazu, wie sie sich fühlte: klein. Als sie bei den anderen war, kam eine Dunmer von der Kriegergilde, aber sie war, wie sie sich an Dunmer erinnerte: Großkotzig, arrogant und unfreundlich! Sie spürte den Wunsch ihr eine zu verpassen, als sie so unhöflich zu der Ordensmeisterin und dem Magus war. Das letzte mal wo sie von einem Dunmer begleitet wurden, ging das nicht gut aus, Unfall hin oder her... sie wollte nicht dass diese Dunmer sie begleitet!

Dann aber, war da ein seltsamer Vogel am Fenster. Sie ging raus, hörte den Vogel tatsächlich Kalef sagen und stürmte wieder rein, nur um in Morgaine zu rennen, die wohl gerade folgen wollte. Au... aber wichtiger war der Vogel, und Morgaine ging mit raus. Diese konnte wohl irgendwie mit Magie was machen, genaueres erfahren, jedenfalls, rannte die Frau danach raus und Wungrane folgte. Wenn etwas mit Kalef war, musste sie gucken was, und ob sie ihm helfen konnte! Es ging alles so schnell und schon war sie auf Morgaines Aufforderung tatsächlich auf dem Reitwolf... einem Reitwolf! … und ritten auch schon los, nach einer äußerst kurzen Erklärung zu Farian. Sie schrie wohl sicher zweimal auf bei dem Ritt... Morgaine machte sogar mit dem Wolf Sprünge von Felsen, bei denen ihr Angst und Bange wurde, das ungewohnte Gefühl des Reitens mit dieser Art von Tier, tat sein übriges... kein Guar, kein Pferd, wieder ganz anders – und auf anderes gefährliches stellte sie sich schwer ein.

Sie kamen nach einem guten, aber sehr schnellen Ritt, bei Jagt-im-Nebel und Kalef an. Der sah nicht gut aus. Ehrlich gestanden sah er nie sonderlich gut aus, aber eben schlechter als üblich, so ihr Eindruck. Aus dem Gespräch zwischen Morgaine und Jagt-im-Nebel, wurde sie allerdings nur begrenzt schlau, und Morgaine war auch nicht gewillt Kalef mitzunehmen, ohne Erklärung der Argonierin, was sie mit ihren Andeutungen meint. Bevor sie zurückritten, hatte aber Wungrane noch ein paar Worte mit dieser getauscht. Von einem rasenden Zustand, bei dem er aufgehalten werden müsste, über den Verlust von Magica, und dass er nur noch zwei Tage hätte, wenn sich das nicht ändern würde... Sie war überfordert, dafür hatte sie nicht genug Schlaf bekommen um das alles zu verstehen. Den Andeutungen wegen, meinte Wungrane aber zumindest, er sei kein Werwolf... was Jagt-im-Nebel auch nicht gesagt hätte, wie sie meinte. Was zum Kuckuck meinte sie dann?! Sie drohte der Frau aber auch unverhohlen, dass wenn sie Kalef wirklich etwas antäte, sie das bereuen würde. Niemand schadete ihren Freunden, und auch wenn Kalef nur ein wenig davon war, und ein äußert seltsamer noch dazu, war er es irgendwie eben doch.

Zurück in Rift, bekam sie von dem Magus erst mal eine Standpauke. Er war sauer, deutlich, und das war für Wungrane ungewohnt, ihn so zu sehen, erst recht noch bei seinen lautstarken Worten. Was sie sich dabei gedacht hätte, einfach unangemeldet mitzureiten und so weiter, gerade weil sie noch einen mächtigen Feind hätten, und so weiter, gerade sie sollte das wissen. Sie benähme sich noch wie ein Kind sie... und so weiter, sie dachte nicht nach, bevor sie handelt. Schon, aber wohl nicht genug... sie hatte nur daran gedacht Kalef zu helfen, nicht dass plötzlich weitere Ratten- oder Krähenplagen hereinbrechen konnten, während sie unterwegs waren, oder dass die anderen sich Sorgen machen könnten, sie suchen könnten, und wiederum in Gefahr kämen. Sie war so dumm... aber sie hatte sich einfach Sorgen um den Argonier gemacht. Alles machte sie falsch. Die Strafe würde noch kommen, was es wäre, das würde sie erst sehen. Sie ging auf den Balkon, frische Luft schnappen, als der Magus mit ihr fertig war. Sie fühlte sich schlecht. Wieso reichte ihr Bemühen nicht? Wieso?! Die fehlende Nacht Schlaf, half ihr auch nicht sich besser zu fühlen, sie war niedergeschlagen, und auch sauer... auf sich.

Farian kam, und wenig später auch Garimar. Sie erhielt von Farian auch noch weitere Worte dazu, und sie versprach ihm, nicht mehr unangemeldet zu gehen. Sie verstand die Worte der beiden, aber sie fühlte sich etwas Haltlos, in all diesen Verstrickungen, an was man alles zu denken hatte, statt einfach das zu tun, was richtig schien, wie eben einem Freund helfen. Das war einfach so ungewöhnlich viel, woran sie zu denken hatte. Sie war müde... Es wunderte sie nur etwas, dass Farian nicht mal bereute das er ihr Mentor war... obwohl sie soviel Ärger machte. Wieso? … Aber sie fragte nicht. Wieder drinnen holte sie sich etwas zu trinken und dachte über alles nach, Garimar trat auch mal neben sie und sein Angebot, wenn die anderen nicht helfen würden, im Zweifelsfall zu helfen, um Kalef zu helfen... ließ ihre Gedanken kurz wieder etwas Purzelbäume schlagen. Wäre das nicht falsch? Von dem was sie jetzt wieder eingepaukt bekommen hat, ja, aber andrerseits, soll man Freunde doch nicht im Stich lassen! Glücklicherweise musste sie darüber nicht weiter nachdenken, oder sich gar entscheiden, gingen sie Kalef noch am selben Abend zu dritt holen. Er wurde in der Magiergilde untergebracht, wegen des Problems, wo sich jene darum kümmern wollten. Heute durfte sie nicht mehr zu ihm, weil die Magier ihn sich ja ansehen wollten, aber morgen würde sie sehen ob sie durfte, und konnte... immerhin stand die Strafe noch an. Farian hatte noch erwähnt, dass im Orden die Strafen nichts wie Folter oder ähnliches beinhalten. Sie würde die Strafe nehmen wie sie kommt, es wäre so oder so, sicher nichts so schlimm wie damals dort.

Am Abend hatte sie noch ein paar neue Leute gesehen, auch eine Adeptin der Magiergilde, die die „Wiederherstellung“-Magie ausübte. Daneben noch ein Herr, der sie etwas an Bruder Corentin erinnert, und sei es nur wegen des Tonsus, die Frisur. Tatsächlich wäre er aber auch mal Priester in Cyrodill gewesen. Trotzdem suchte er einen Vampir und wollte ihn nicht zwangsweise zerstören, er hatte mit ihm wohl zusammen gefochten, ohne es zu wissen, und nun, wollte er wissen ob dieser Kamerad wirklich Freund oder Feind war. Ihr waren diese Gedanken an dem Abend aber zuviel. Sie zog sich zurück, war müde, auch wenn sie nicht glaubte, schlafen zu können, tat es dem Körper zumindest dann gut zu liegen, statt zum Beispiel zu hängen, oder auf Zehenspitzen zu stehen, wie damals bei den Dunmern.

Nun sitzt sie hier auf den Balkon, wie vermutet ohne Schlaf, den sie so gut hätte gebrauchen können. Sie betete etwas, und auch wenn es ihr Trost schenkt, kommt nun ein kleines fieses Stimmchen in ihr dazu, dass sie abbrechen lässt: „Zu schwach, nicht mal Stendarr kann „dir“ genug Kraft geben.“ Sie presst die Lippen zusammen und vergräbt ihr Gesicht in ihren Händen. Nein! Das ist nicht wahr! Trotzdem muss sie unwillkürlich weinen, die Tage waren einfach zu lang, mit zu viel Geschehen und zu wenig Schlaf, als dass sie viel Stärke übrig hätte. Sie braucht Schlaf... ob sie lange genug ohne durchhalten konnte, bis der Magier tot wäre? Sie schluckte, denn das würde sicher noch etwas dauern, wenn sie hier ein paar Tage blieben, noch etwas reisen, und dann erst anfangen zu kämpfen. Das schafft sie nicht... vier oder fünf Tage, hatte sie mal ohne Schlaf verbracht, bei den Dunmern... und selbst dann hatte sie nur deshalb Schlaf gefunden, weil Dro, der Khajit, ihr geholfen hatte.

Kann sie denn wirklich schon wieder um Hilfe bitten? Die Leute hatten schon so viel für sie getan. Sie wüsste aber gar nicht um was genau sie bitten sollte. Dro damals gab ihr Sicherheit, einen kleinen Halt, wo sie unter Sklaven, die sie nicht kannte und nicht vertraute, ihn noch gerade genug hatte Vertrauen können, um endlich mal zu schlafen. Hier liegt es aber nicht an fehlender vertrauter Gesellschaft, hier liegt es daran, dass sie das Gefühl hat, dass es jederzeit wieder passieren kann, sie wieder nicht sie selbst ist. Das lässt sie nicht schlafen: Angst nicht sie selbst zu sein, wenn sie erwacht, Angst sich oder anderen etwas anzutun. Keine Sicherheit, dass so etwas nicht wieder passiert, dafür bräuchte man Willensstärke, um so einem Zauber zu widerstehen, und die hatte sie zumindest Momentan wohl eindeutig nicht, oder nicht genug. Ihr ist nach weiterem Weinen zumute, aber statt das zu tun, wischt sie sich über die verweinten Augen und faltet die Hände wieder, um zu beten. „Stendarr, ich weiß dass ich viele Probleme mache, vielleicht bist du es auch schon Leid das immer wieder zu hören... aber bitte... gib mir noch etwas Kraft, damit ich die anderen nicht weiter enttäusche und ihnen helfen kann...“, betet sie still, bis die ersten, oder weitere Ordensstreiter und Verbündete munter werden.
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Meavy (17.03.2018)

35

Sonntag, 24. September 2017, 11:59

Argonischer Vampir
(24.09.2017)

Der Tag verging zügig, als sie am Abend nur nach ihrer Strafe fragen wollte, dann mal nach Kalef sehen wollte, wie Farian sagte, dass sie an diesem Tag vermutlich könnte, kam sie nicht zu Wort. Sie sah einen enttäuschten Blick von Yara, offenbar nahm diese ihr diese letzte Aktion auch krumm… und sie merkte, dass ihr Gruß zwar kurz erwidert wurde, sie dann aber scheinbar ignoriert wurde, zumindest so lang, bis sie gehen wollte. Plötzlich hörte sie die Ordensmeisterin aber sagen, dass sie hierbleiben sollte, als sie sich aber zu Wort melden wollte, bekam sie keine Erlaubnis. Dabei wollte sie doch nur kurz etwas fragen. Dazu verdammt zu warten, statt nach Kalef zu sehen, bat sie Erlena darum, die ihr den Gefallen tat, während sie wartete und wartete, sich die Leute schon fast stritten, darüber was geschehen könnte, wie mächtig der Gegner nun wäre und sogar darüber, ob man solcherlei Unterhaltung nun führen sollte oder nicht. Sie selbst streichelte Hastulf etwas, Wulfgars Hund, der sie sogar mal kurz zum Lächeln brachte. Irgendwie verstand sie Wulfgars „Milchtrinker“ Einwurf sogar etwas, im Kontext zu dem was er gesagt hat: Scheinbar war das auch ein Ausdruck dafür wenn Bretonen oder Kaiserliche zuviel redeten statt zum Punkt zu kommen. Man hatte ihr beigebracht das „was wäre wenn“-Spielchen nicht zu spielen, beim Planen war es aber scheinbar erlaubt, zumindest bei den Milchtrinkern. Sie merkte einen kurzen Moment irritiert, dass sie sich da tatsächlich mal mehr als Nord fühlte. Vielleicht war es aber auch nur der Ausdruck Milchtrinker, und die Verknüpfung mit der Erinnerung an Shovar als er sagte das bretonische Hemd da stünde ihr nicht, und ihr sein Altes gegeben hatte. Vielleicht… ist da ja doch ein klein wenig mehr Nord in ihr da, als sie dachte.

Erlena kam zurück, mit keinen guten Neuigkeiten. Es sah wohl ziemlich schlecht um Kalef aus. Als die restlichen Leute gingen, kam sie endlich dazu die Ordensmeistern zu fragen, was ihre Strafe sei, zum Einen, und ob sie zu Kalef dürfte, zum Anderen. Ersteres wurde verneint, auch wenn sie nicht wirklich verstand wieso. Da bekommt sie schon den Eindruck, dass sie fast schon einen Tritt hinaus bekommt, von manch Worten, aber daneben, hat man wiederum noch soviel Hoffnung dass sie keine Strafe bekommt? Es irritierte sie. Während sie das Ausbleiben einer Strafe aber schnell so hinnahm – ein geschenktem Gaul schaut man nicht ins Maul – sah dass beim Thema Kalef anders aus.

Die Ordensmeisterin äußerte tatsächlich die Vermutung, anhand von Sachen die Yara gespürt hatte und Kalefs Stab, dass Kalef ein … was auch immer, von Molag Bal wäre? Ein Vampir? Ein Kultist? Sie hielt durchaus etwas dagegen, aber in ihrer Müdigkeit, konnte sie das nicht viel und sie wollte eigentlich auch nicht wieder was falsch machen, immerhin, hat man ihr nun schon öfter gesagt, dass man einen Anführer nicht in Frage stellt, ihm folgt, demütig ist. Wieso verstand die Frau dort aber auch nicht, dass jemand der ihr so geholfen hatte, wie er, sie nicht einfach als böse sehen wollte, nur weil es „vielleicht“ so ist? Sie schob ihr geradezu dem Mund, dass sie einem Bösen Händchen halten wollte, obwohl das noch gar nicht sicher war. Gleichzeitig schien es aber so sicher, dass sie nicht zu ihm durfte und ein Reden gegen das Vorverurteilen wieder schlecht war. Manchmal verstand sie die Frau wirklich nicht?! Was wollte sie eigentlich von ihr… und wieso machte sie scheinbar einen Unterschied zwischen einem Werwolf und einem vielleicht-Vampir? Nur weil Kalef das nicht sagte, wenn er es wirklich wäre? Nein sie verstand das nicht… Sie blieb letzten Endes, ging nicht nach ihm sehen, sie hatte den Eindruck die Ordensmeisterin war wegen ihrer Meinung schon enttäuscht genug, und das ein Gehen, wenn sie unbedingt wollte, eher einem halben Schritt aus der Ordenstür heraus war. Es tat dennoch etwas weh, Kalef jetzt so hängen zu lassen, nicht zu erwidern was er damals getan hatte. Aber vielleicht… war es ja das Beste. Man sagte ihr doch schon, dass sie nicht immer alles verstehen würde…

Als nächstes stand eine Konzentrationsübung an, die ihr die Ordensmeisterin mit auf den Weg gegeben hatte: Kerzenflamme nicht aus den Augen lassen, und an nichts denken. Nach einer Ablenkung durch Morgaine, hatte sie sich in die Schlafunterkünfte der Frauen zurückgezogen und dort weiter probiert. Angesichts des eben geführten Gesprächs, ging das nur sehr schlecht, ihre Gedanken wollten immer wieder ihrer Sorge um Kalef folgen, und die Worte der Ordensmeisterin, so wie ihre Taten verstehen. Gar nicht so viel später, wurde aber auch diese Übung radikal beendet: „VAMPIR AUF FLUCHT“, rief wohl Eodaine, und auch wenn sie die Kerze weiter anstarrte, waren ihre Gedanken so gar nicht weg, sondern überschlugen sich. Hatte die Ordensmeisterin recht? War er einer? Als später die Magd das wohl bestätigte und auch noch so Kalefs Tod des Brennens ankündigte, sie da noch froh drüber sein sollte, musste sie einfach nur wieder weinen. Verdammte .. Axt, kam ihr unwillkürlich eine der Nordausdrücke in den Sinn. Wulfgar kam schließlich noch hinzu und nahm sie auch mit zur Magiergilde, wo Eodaine helfen sollte.

Das was sie sah war bitter: Eine verletzte Yara am Boden, die Heilerin Yune, die sie um Hilfe für Kalef gebeten hatte: ein Eisblock. Hatte er das wirklich angestellt? Wenn ja, dann… dann… ihre Gedanken kamen nicht weiter, es überschlug sich zu sehr. Müsste sie ihn von nun an hassen? Wenn er das wirklich getan hat… Einzig Thondaars Worte, waren ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass sie es nicht müsste, alles andere aber, war ein Chaos in ihr: Trauer und Wut. Ersteres für die, die es hier erwischt hatte, zweiteres, auf Kalef und sich. Hatte sie sich wieder so getäuscht? Hatte sie wieder Leute in Gefahr gebracht?! Es brodelte, doch glücklicherweise, wurde das wegen der Sorgen um die Leute erstickt, erlosch bevor es ausbrechen konnte. Thondaar… würde es herausfinden… sie würde sich besser raus halten. Sie würde von Yara hören was passierte, sobald sie erwachte…

Als die Heilerin aus dem Eisblock befreit, und Yara erst in der Magiergilde, mit Hilfe von Farian und Yune, weiter versorgt wurde, dann im Gasthaus von letzterer, klang der aufregende Abend, der in die Nacht hinein ragte, langsam in eine ruhigere über. Sie erhielt noch Trost von Farian, bezüglich der Übernahme dieses Magiers – als er hörte dass sie sich darüber noch solche Sorgen darüber machte, dass sie nicht schlafen konnte – dass er es nicht mehr tun würde, und wenn, genug da wären, das nichts passieren würde. Sie sah im Schankraum unten noch eine Bosmerin, die Feuer scheinbar ohne Magie speien konnte. Erlena machte einen Witz, über dem sie trotz allem hier, sogar mal Lachen konnte. Anschließend ging sie aber, sie fühlte sich müde, und irgendwie, vielleicht, hatte sie das Gefühl, dass es nun doch klappen könnte, mit dem Einschlafen. Vorher versuchte sie nochmal die Übung der Ordensmeisterin, es gelang nur kurz, aber sie wollte es nochmal richtig versuchen, und anschließend legte sie sich mit hin. Vielleicht waren es diese Kleinigkeiten: Trost, Erheiterung und eine zusätzliche erschöpfende Übung,die sie tatsächlich etwas Schlafen ließen, wenn auch nicht lange.

Als sie die Augen aufmachte, geweckt von irgend einem kleinen Geräusch, sei es das Schnarchen, einer Bewegung oder was auch immer, war es noch dunkel und sie sah die Ordensmeisterin dort bei Yara sitzen. Ihre Augen weiten sich noch ein Stückchen mehr. Sie hätte am liebsten gefragt was Jassilia hat, ihr irgendwie geholfen, aber…. vermutlich war sie die letzte, die dafür geeignet war, angesichts der Diskussion um Kalef, und er es wohl war, der Yara verletzt hatte, an dessen Seite die Ordensmeisterin zu weinen schien. So ging sie wieder auf den Balkon, erkannte, dass sie vielleicht zwei oder drei Stunden geschlafen hatte, was noch lange nicht genug war, nach zwei durchwachten Nächten. Sie würde also Heilerin Fennar nach etwas zum Einschlafen fragen, wie sie es Farian gesagt hatte, dass sie es tut. Vielleicht half es ja wirklich, wenn sie jetzt sogar kurzzeitig so Schlaf gefunden hatte.

Der Rest der Nacht, beschäftigte sie sich mit Gebeten, in denen sie um Rat suchte, um Hilfe und Heilung bat, so wie der Übung mit der Kerze. Es war wenigstens etwas, was sie tun konnte. Die Gebete besänftigten ihr Herz etwas, von dem Chaos das herrschte, und die Übung, brachte ihre Gedanken immer mehr zum Schweigen. In der Wildnis hatte sie selten groß nachgedacht, sie war einfach… deshalb gelang es mit voranschreitender Stunde auch immer besser, als sie sich daran zurückerinnerte, an eine Zeit, bei der sie ihre Sorgen und Ängste zumindest tief vergraben hatte, so dass sie sich bis auf den stetigen Überlebenskampf sorglos glaubte – bei dem man aber nicht nachdenken musste, man wusste einfach was zu tun war oder der Instinkt sagte es ihr.

Der nächste Tag bricht an. Wungrane sieht die Dämmerung erwachen, dann auch den Sonnenaufgang. Hoffentlich bringt dieser Tag schöneres, als das was gewesen war. Sie würde sich sehr darüber freuen.
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Meavy (17.03.2018)

36

Freitag, 6. Oktober 2017, 07:51

Lernzeit und Konflikte
(Teil 1: 06.10.2017)

Wungrane liegt am Feuer, wie die anderen auch. Sie sind auf dem Rückweg, in der Feste Amol lagern sie über Nacht. Da es dort aber tot aufgefundene Kinder und Gerüchte gibt, sollen sie alle am Feuer bleiben, und sich nicht vom Lager entfernen. Ihr Blick liegt auf der scheinbar schlafenden Ordensmeisterin, und sie spürte hintergründig dieses Missfallen. Sie schließt die Augen wieder, versucht die Gedanken noch etwas aufzuschieben, stattdessen zu den Gesprächen mit Farian zu lenken, und denkt über die vergangen Tage nach:

Sie hatte Schlaf gefunden, dank Heilerin Fennars Trunk. Zwei Nächte richtig durchschlafen, war herrlich, da wusste sie wieder, wie wichtig Schlafen war. Danach fühlte sie sich geradezu klar und lebendig, wo sie vorher am liebsten einfach nur alles sein gelassen hätte.Yara war wieder aufgewacht, allerdings, mit einem Gedächtnis voll Lücken. An Wungrane erinnerte sie sich auch nicht, wie sie bemerken musste. Das war nicht schön, aber sie war ja nicht die einzige, die Yara vergessen hatte, deshalb fühlte es sich auch nicht ganz so schlimm an, außerdem konnte Yara ja nichts dafür. Sie hoffte, dass die Frau bald wieder genesen sein würde, spätestens wenn sie zurück kämen um sie wieder abzuholen.

Wenigstens gab es diesmal auch positives in ihrem Rückblick: Sie lernte unter Farian, und das gut. Sie konnte sogar ihr Schleichen verbessern, obwohl sie das schon gut konnte. Daneben machte sie aber auch endlich Fortschritte beim Bogen, sie hatte da irgendwie festgehangen und inzwischen, wusste sie, was sie teils falsch gemacht hatte, wieso es nichts wurde. Als sie es gut genug konnte, sich sicher genug damit fühlte, fragte sie auch nach einer Jagd mit und Farian willigte ein. Sie hatte ein Reh geschossen, und war stolz darauf. Ihr erstes Wild, das sie mit dem Bogen erlegt hatte. Dumm nur, dass sie im Nachhinein erfuhr, dass sie auch hier bei den Nord, eigentlich erst hätten fragen müssen, dies auf Eigentum des Jarls zu dürfen. Als sie das von Wulfgar gehört hatte, war sie sogar blass geworden, erinnert an ihre erste "Wilderei", die Tage im Kerker und die zwei Wochen helfen beim Aufbau der Kapelle. Glück für sie, würde Wulfgar im Nachhinein um Erlaubnis fragen. Hatte auch Farian den Punkt vergesssen? Nicht nur sie?

Die Reise ging weiter und als sie Nahe des Ziels waren, erfuhr sie schließlich dass sie gar nicht in die Schlacht mitkommen würde. Ein Teil von ihr – der ihrer Überlebensinstinkte – war darüber sehr erleichtert, der andere sauer. Sie ist all den Weg hierher gekommen, nur um dann Wulfgar gar nicht helfen zu dürfen?! Sie wurde zurückgelassen... Farian hatte es ihr erklärt und sie verstand es auch, wenn ihre Gefühle auch nicht ganz mitziehen wollten. Sie konnte halt noch zu wenig, er wäre ein schlechter Lehrer wenn er sie unausgelernt da mitnehmen würde, sie in den Tod schicken würde. Dennoch fühlte sich das so mies an. Sie hatte dann ausgeholfen, mit Lazarettvorbereitungen und dererlei, aber es fühlte sich für sie trotzdem nicht richtig an.

Als die ersten Verletzten ankamen, war es auch eine Qual. Schlimm genug schon so, wann würde aber der erste hier vor ihr liegen, den sie kannte und schätzte? Jedes Mal wenn ein neuer Verletzter Nord durch die Tür kam, bangte sie, doch wirklich erleichternd war es auch nicht, als dann "nur" ein unbekannter Verletzter da war. Es setzte ihr zu dort zu helfen, weil sie nicht viel helfen konnte, vor allem Wasser warm machen und bringen, Tücher und ähnliches, das tat sie. Sicher war es eine Hilfe, aber es fühlte sich nach viel zu wenig an.
Als sie Luft hatte, zu den anderen dazustoßen durfte, war sie aber erleichtert, dass wirklich niemanden vom Orden ernsthaft verletzt schien. Wie sie das wohl geschafft hatten bei all den finsteren Gestalten, die da gewesen sein sollen? Sie hatte irgendwas von einem Schild gehört, unter anderem, und Sturmzeug. Einer schien es aber doch schlechter zu gehen und das war Heilerin Fennar. Ob sie sich im Kampf, oder bei den Verletzten verausgabt hatte? Naja, ging sie wohl nichts an, sie kannte die Frau nicht gut, diese wollte offenbar nicht dass man sich um sie kümmerte, ihre Worte waren ihr auch manchmal ein Rätsel, und sonderlich freundlich, schien sie ihr meist auch nicht. Nicht dass sie nicht dennoch wollte, dass es ihr gut geht, aber wenn sie ehrlich mit sich war, war es ihr zumindest nicht so wichtig wie bei anderen... da musste sie offenbar noch an sich arbeiten, um Stendarr zu erfreuen.

Die Siegesfeier war schön, jeder bekam ein Geschenk, dass zu ihm passten, sogar Shina, und sogar sie selbst. Ein nordisches Sax, lang und schlank. Sie hatte den Sax aber anfangs nicht aus seiner Scheide gezogen. Sie haderte damit das anzunehmen, es fühlte sich nicht nach ausreichend an, was sie geleistet hatte. Was hatte sie denn auch schon geleistet außer Ärger zu machen? Hastulf hüten war kaum eine Ruhmestat, die ein Geschenk verdiente. Das einzige was sie wirklich für die Leute gemacht hat, war ein Reh zu schießen und im Lazarett etwas zu helfen. Zu wenig... das störte sie. Was aber noch mehr Zwist in ihr entstehen ließ, als das anzunehmen, waren die Worte der Ordenmeisterin bei der Siegesfeier...
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Meavy (17.03.2018)

37

Freitag, 6. Oktober 2017, 08:06

Lernzeit und Konflikte
(Teil 2: 06.10.2017)

Sie hätte teils härter gesprochen, in letzter Zeit, wäre aber froh gewesen das jeder von ihnen dabei war... sie fühlte sich nicht angesprochen. Das fühlte sich angesichts eben jener ganzen Worte davor, hohl für sie an. Seit sie das eine Mal los war, um unbedacht Morgaine bei der Suche nach ihrem Freund zu folgen, hatte sie das Gefühl, dass die Ordensmeisterin sie im Grunde doch strafte, erst recht nach den Worten für Kalef, bevor er sich wohl aus der Magiergilde gekämpft hatte. Ja von wegen keine Strafe weil sie Hoffnung in sie hätte! Alles was sie in letzter Zeit spürte, war Herabwertung und Missfallen. Wie sie hatte lange warten müssen, um überhaupt sprechen zu dürfen, wie alles was sie sagte irgendwie im Mund verdreht wurde, zu etwas schlechtem. Wie sie erst mal nicht mal Yara hatte besuchen dürfen, überhaupt in die Stadt, als hätte sie die ganze Zeit irgendwas angestellt. Selbst als sie vor dem Aufbruch von hier nachgefragte, ob sie ihre Worte bei der Siegesfeier neben Wulfgar ernst gemeint hätte, fühlte sich die Ordensmeisterin nur beleidigt. Ihre wiederholte Frage in Riften... war es nicht sogar dreimal? ... schürten ihre Zweifel, wie ehrlich sie die Worte meinte. Wenn sie doch sogar zu zweifeln schien, ob sie überhaupt da sein soll, dann das Missfallen sieht, wie kann das wahr sein?...

Und jetzt wieder. Sie waren hier angekommen, und als sie sich vom Lagerfeuer entfernen wollte, bekam sie nur zu hören, dass sie hierzubleiben hatte, keine Erklärung, als sie fragte, nur wieder jene Worte, dass sie als Jüngste quasi gefälligst zu gehorchen hätte und sie nicht alles zu ihr erklären muss. Bei jedem anderen hätte sie sicher geantwortet... Sie spürte wie langsam etwas in ihr brodelte. Sie war vielleicht jung und hatte andere Erfahrungen gemacht, aber sie war nicht dumm, sie dachte nur anders. Die Ordensmeisterin sah sie doch immernoch so, dass sie ihre Autorität anzweifelte, sie ihr zeigen müsste wo sie stand, wie klein sie innerhalb des Ordens war. Ihr sowieso nicht gerade großes Selbstvertrauen rebellierte, sich noch kleiner machen zu sollen, nur weil sie eigene Gedanken hatte und die nicht immer einfach alles nickend hinnahm, sondern folgen wollte, wieso etwas so ist wie es ist. Hätte Ordensmeisterin Jassillia Muraille einfach gleich gesagt, dass derzeit hier ein Vampir herumgeistern soll, wäre die Sache gegessen gewesen, aber nein! Sie musste es ihr ja unbedingt zeigen! Wut... sie sah das Missfallen der Ordensmeisterin als sie äußerte, dass sie einfach nichts erwiedern würde, weil es ihr sonst doch nur falsch ausgelegt würde. Gut! Waren sie wenigstens mal einer Meinung, dass sie einander missfielen!

Sie knirscht kurz mit den Zähnen und dreht sich auf die andere Seite um die scheinbar schlafende Ordensmeisterin nicht mehr anzugucken. Hätte ihr Wulfgar nicht erklärt, dass es ein militärischer Orden wäre, hätte sie Farian nicht, der Ihr die Dinge erklärte, wie es einst Corentin oder Wulfgar taten, würden jene und andere der Ordensmeisterin nicht vertrauen... Sie atmet etwas tiefer durch. Ihr Brodeln lässt etwas nach, hintergründig fragte sie sich aber langsam doch, ob die Frau nicht wollte, dass man weit mehr vertrauen in sie hegt, als in Stendarr. Ist sie vielleicht doch mehr die Adlige und Kommandant, als ein Diener Stendarrs? Scheinbar gab es auch Grund an irgendwas an ihr zu zweifeln, Yara hatte sich bei ihrem Besuch, als sie sie endlich besuchen durfte, scheinbar an irgendwas bezüglich der Ordensmeisterin erinnert, was nicht gut war, und sie selbst erinnert sich gut genug, dass die beiden oft genug miteinander diskutierten. Dass sie die Frau in Riften nicht auffinden konnten, ließ sie gar vermuten, dass die Zweifel zu groß waren, um bei dem Orden zu bleiben. Zweifel.

Manchmal, fühlte sich dieses "ihren Platz zeigen", viel zu sehr nach dem an, was sie am allerwenigsten mit dem Orden in Verbindung bringen will: ihre Zeit bei den Dunmern. Stillschweigend ausführen, was immer sie wollten, danach an ihren Platz zurück, sich alles gefallen lassen, und sich nicht weiter rühren. Die Ordensmeisterin hatte mal gesagt, sie soll das hinter sich lassen, weil es sie sonst lähmen würde. Als wäre das so einfach! Soll sie sich doch mal gefangen nehmen lassen, ob sie das so leicht könnte... aber das wünscht sie keinem. Nein! Sie will den Orden nicht damit in Zusammenhang bringen, das ist etwas anderes! Sie spürte die Tränen unter ihren zuenen Augen und unter der Decke falten sich im Liegen ihre Hände zum Gebet. Oh Stendarr, hilf mir die schlechten Gedanken zu vertreiben, bitte hilf mir doch zu akzeptieren wie es hier ist...

Das länger anhaltende Gebet hilft etwas, sie atmet nochmal durch, aber, trotzdem kommt sie nicht umhin für sich festzulegen, erst mal so wenig wie möglich mit der Ordensmeisterin zu reden. Sie versteht sie einfach nicht, scheinbar beidseitig, und sie will nicht dauernd missverstanden werden und das Missfallen in den Augen von ihr sehen. Bevor die ältere Frau nicht mal sie verstand... wie konnte sie da glauben jene zu verstehen? Wenn sie ehrlich zu sich ist, tat ihr das Verhalten auch einfach etwas weh. Sie bemühte sich, will dazugehören...aber fühlt sich bei dem Verhalten der Frau einfach auch zurückgestoßen, ausgeschlossen. Wieso war diese sie nicht gleich raus wenn sie so dachte! Nein... schluss... schon wieder. Aber manchmal fragt sie sich was die Frau von ihr wirklich will. Mehr als ihr Leben anvertrauen, zu hören, bei solch Situation wie bei den durch Blitzschlag blockiertem Weg, aus der Deckung zu kommen, obwohl es ihr Lebensmüde erschien, kann sie doch nicht, um zu beweisen, dass sie auch hören kann, wenn es nötig ist. Sie presst die Lippen zusammen und wischt sich mal kurz über die Augen. Schlafen. Das sieht morgen sicher schon alles besser aus. Sie bemüht sich in Gedanken nochmal um die Übung, nichts zu denken, und die Übung hilft ihren Geist zum Ruhen zu bringen, ehe ihr Körper sie in den Schlaf hinübergleiten lässt.
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Meavy (17.03.2018)

38

Sonntag, 15. Oktober 2017, 03:11

Eskalation, die letzte Fahrt:
(Teil 1: 14.10.2017)

Ihre Augen verweint. Grau und Schwarztöne um sich. Stein um sich herum, sandig steiniger Boden unter sich, einen Fluss vor sich. Am liebsten will sie darin nur noch ertrinken. Alles falsch.. alles Lüge, alles... vergebens. Sie könnte Schreien. Eigentlich könnte sie das. Aber sie wollte noch ein mal versuchen ihr Chaos zu beseitige, vielleicht, ein letzter verzweifelter Versuch:

Der Abschied von Wulfgar war ihr schwer gefallen. Es war nicht fair. Er war ihr Mentor in Sachen Nordkultur, und er ließ sie hängen. Natürlich verstand sie wieso. Sie war nicht dumm. Sie war eine Person, eine einzige, und hier brauchten viele Leute Wulfgar. Es wäre sehr egoistisch von ihr etwas anders zu verlangen. Dennoch hätte sie am liebsten auf ihn eingeschlagen... es war trotzdem nicht fair. Ihre Fäuste landeten lediglich mit einem schwachen Pocken auf seiner Brust, die wohl mehr ihre Hilflosigkeit ausdrückte, nichts tun zu können, was an der Sache etwas ändert. Schließlich akzeptierte sie es auch schweren Herzens und gab ihn eine blaue Holzperle... geliehen. Sie hatte es einst von Dro geschenkt bekommen, damit sie sich ein klein wenig sicherer fühlte, und sie wollte dies auch noch nicht verschenken, das fände sie gerade irgendwie noch unverschämt. Leihen ging allerdings. Dies gab sie nun an Wulfgar, dieses kostbare kleine Geschenk. Eine Versicherung, dass sie ihn wiedersieht. Sie würde ihn wirklich vermissen. Er war auch ein Nord, er konnte auch laut werden... aber er war anders und trotzdem war er eben ein Nord. Das mochte sie an ihm, auch wie er war, und wahrscheinlich war er genau deshalb ihr Mentor gewesen, und nicht Thyvir, nicht Eodaine und auch nicht Dendu. Sie bangte, wer sie in Glenumbra dies betreffend weiter unterichten würde, aber am liebsten, wäre ihr tatsächlich Thyvir. Er mochte komisch sein, aber am Anfang, hatte er weise Worte für sie übrig. Dass Yara unauffindbar schien, als sie an Riften vorbeikamen, beschwerte ihr Herz zusätzlich.

Feste Amol, ein Vampir der Kinder dem Tod brachte, sollte hier hausen. Befürchtungen, dass man dies wegen Kalef in Verbindung mit ihnen bringen könnten, weil sie immerhin hier durch gekomen waren, keimten auf. Allerdings bekamen sie am Lagerfeuer dann noch ganz anderen Besuch: Jagt-im-Nebel, die Kalef geholfen hatte, und wie geahnt, mehr gewusst hatte. Wungrane überließ das tatsächlich einfach Zoe, so wenig sie diese auch teils mochte, sie wusste, dass die Magierin zumindest mit Problemen umgehen konnte, wenn das eines wäre. Allerdings, nach einem Gedanken an Thondaars Worte, warf sie auch ein, dass Kalef auch erst für einen Albiono gehalten wurde. War das vielleicht ein Erkennungsmerkmal bei argonischen Vampiren? Sie räselte aber nicht weiter, zumal es Garimar wohl unter spott der Frau Argonierin teste. Dann aber, bestätigten Ihre Worte das auch noch, und jene wollte sich aber um den Vampir kümmern, der hier wütete. Daneben informierte sie die Gruppe, dass Kalef ihnen folgte, ehe sie weg war. Man ließ sie ziehen. Ob das nicht ein Fehler war?

Der Abend verging, man traf sich am nächsten Tage zusammen und man plauderte, ehe es ernst wurde. Etwas was ihr Sorgen machte. Schwer war das Abwegen für sie gewesen, ob sie Garimars und Zoes Worte wirklich für sich behalten sollte. Schweigen sollte, dass er wohl irgendwas vor hat, was nicht gut ausgehen mochte. Schließlich aber, entschied sie, Zoe diese Verantwortung, und gegegebenenfalls Schuld, zu übertragen. Sie mochte Zoe nicht, die mochte sie sicher auch nicht, aber Zoe mochte Garimar offenbar sehr gerne, damit war das ideal. Die Verantwortung diesbetreffend wollte sie sich nämlich nicht auch noch aufladen.

Der Weg zurück nach Windhelm, war allerdings eines der schwersten Dinge an der ganzen Reise gewesen, zumindest für sie. Während der erste Sturm auf dem Hinweg wohl einen magischen Hintergrund hatte, war dieser wohl einfach der erste Wintersturm der Region Ostmarsch gewesen, in den sie geraten waren. Statt aber einen Unterschlupf zu suchen, ritten sie und ritten sie. Wungrane spürt wie der Teil ihrer Hand, der nicht bedeckt war, eiskalt wurde. Sie spürte wie sie geradezu am Sattel festkleben wollte und ihre Beine sich enger an Keandir drückten, um ein wenig Wärme vom weißen Wallach zu erhaschen. Kalt, kalt, kalt und kalt, waren die Gedanken dort. Die Sicht wurde immer schlechter, aber sie sah dann doch mal, dass manch einer eine Decke umtat und tat es ihnen gleich. Ein klein wenig notdürftigster Wärme, ehe sie noch mit sämtlichen Gliedmaßen zu schlottern anfängt. Es wurde nur schlimmer und schlimmer, als der eisig kalte Wind durch die Kleidung in die Haut kroch. Der Höhepunkt war die Brücke vor Windhelm gewesen. Kurz bevor sie sie gänzlich passiert hatten, erfassten die Böhen sie so stark, dass sie an Keandir gedrückt wurde, wo sie sich glücklicherweise festhalten konnte, sonst wäre es ihr wohl so wie dem Magus ergangen, der plötzlich an einem Brückenpfeiler klebte. Wären Thondaar nicht gewesen wäre das dünne Hemd von einem Magier wohl die Brücke runtergeweht worden. So war er nur ein Fähnchen im Wind, an Fahnenträger Thondaar. Was sie erstaunte war, wie leicht sich Ania und Farian taten. Erstere war es vermutlich noch gewohnt, zweiter aber... wie schaffte er es bloß bei diesen Winden so stehen zu bleiben? Er nahm ihr das Pferd ab und sie durfte sich an ihn halten, wobei klammern das bessere Wort gewesen wäre.

Im Windhelm auf dem Weg zum Gasthaus rutschte sie wegen den Eisglatten Wegen noch ein mal aus, rappelte sich aber schnell wieder hoch. Im Inneren des Gasthauseswollte sie dann einfach nur eines: an die Wärme. Das tat sie auch noch und nöcher, auch als sie hoch musste, auch als Thondaar ihre verschneite, immer nässer werdende Decke gegen eine trockene tauschte. Sie zog sich noch ein paar unbequeme Sachen aus und legte sich mitsamt ihnen direkt vor den Kamin. Bald fühlte sie zumindset wieder all ihre Gliedmaßen mit einem Kribbeln. Dann war wohl alles gut... Weit gefehlt! Am nächsten Tag fühlte sie sich wie gerädert. So gar nicht ausgeschlafen, fühlte sie sich zwar besser als gestern aber weit entfernt von gut. Sie bekam einen Trank von Heilerin Fennar, und nachdem diese gesagt hätte er schmecke gut, trank sie ihn... aber er schmeckte scheußlich. Was für eine Enttäuschung in ihrem Vertrauen, aber im ersten Moment betitelte sie Heilerin Fennar dafür als Lügnerin. Sie hatte sich gearde ein Met geholt als die Ordensmeisteirn Antwort für ihren Ausbruch verlangte. Wieder diese Art... einfach herkommen, einfach ihr Met abgeben, einfach antworten! Sie spürte großen Widerstand in sich, und aufkeimende Hitze. Wut... sie trank einfach noch ein Schluck Met gegen den schlechten Geschmack, ehe sie den Met abgab.

Natürlich folgte dem ein Gespräch oben, ein heftiges Gespräch. Sie konnte sich nicht mehr beherrschen. Unwissend in dem Moment, dass auch das Fieber schon da war, und durch ihre emotionale Erregung nur noch weiter anstieg. Die Worte flogen der Ordensmeisterin damit nur entgegen, wie Pfeile auf eine Zielscheibe. Nein sie war so gar nicht wie Corentin, das sagte sie auch: denn dieser kannte Mitgefühl, die Ordensmeisterin, nicht. Nur ein Streitarm Stendarrs mit einer egoistischen Führungskraft, vielleicht nicht mal unter Stendarrs Obhut. In Wahrheit, so dachte Wungrane, sollte man ihr dienen, nicht Stendarr. Das war ihr offenbar wichtiger, ihr zu dienen. Solcherlei flog mehr oder minder auf Jassillia ein und ähnliches.

Nachdem sie für all ihre Worte ihr Wappen hatte abgeben müsste, da sie nicht würdig wäre es zu tragen... war sie wenig später weinend auf dem Bett eingeschlafen. Sie hatte schon beim Gespräch angefangen zu weinen, wegen diesem Unverständnis, ihrer Kraftlosigkeit... aber dann war sie auf dem Bett zusammengesackt, Schwärze oder Schlaf? Jedenfalls wurde sie daraus geweckt und von Fennar stark animiert mitzukommen... sie hing am letzten Stück zwar schon mehr an dem Arm der Heilerin, und erst recht als sie an Board gingen, aber so war es nun mal. Sie war krank, hatte starkes Fieber und in der Nacht auch schlimme Alpträume. Schreckensgestalten, eine donnernde Stimme die sich über den Himmel erstreckte, langsam vertraut gewordene Wände der Feste, einengend, sie schier auffressend, die Matriarchin, wandelnd zu Sedura Dres. Gesichter die sie verrieten, Gesichter sie verspotteten, Gesichter die sie ausnutzten, Gesichter die ihr Leid bescherten. Tote Freunde... die donnernde Stimme erneut... Sie wachte kurz auf, mehr fiebernd als wach, während sie schrie, wie sie da bemerkte, nur um etwas eingeflößt zu bekommen, was sie in wohltuenderen Schlaf zurückzerrte.
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"Wenn die Winde des Wandels wehen, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen."
-Chinesisches Sprichwort

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Meavy (17.03.2018)

39

Sonntag, 15. Oktober 2017, 03:16

Eskalation, die letzte Fahrt:
(Teil 2: 14.10.2017)


Farian kam mal vorbei als die harte Nacht rum war, er sprach mit ihr über ihren Ausbruch, kurz und bündig. Sie hatte da noch ein Problem, aber sie würde es bessern, sie wollte an sich arbeiten, sogar... wenn das heißt, dass Farian mit ihr daran arbeiten würde ihr "denken" zu ändern... trotz dessen, dass sie davor etwas Angst hatte. Ihm vertraute sie genug dafür. Sie wollte nicht mehr respektlos sein, ohne das nicht mal zu wollen. Sie wollte die anderen besser verstehen. Sie wollte dazugehören, es richtig machen. Sie überlegte noch im Laufe der Schifffahrt, ob sie dafür sogar ihre "freien Tage" hergeben wollte, aber entschied sich dafür, auch wenn ihr genauso danach war einfach mal abzuschalten, weg von allen Regeln und Begrenzungen. Das war ihr aber wichtiger. Sie würde es tun, da Farian auch noch Zeit für sie hatte. Gut, dass er wenigstens noch da war... sie wüsste sonst nicht was sie tun würde.

Garimar und Zoe, spielten der Argonierin Akihva einen bösen Streich auf dem Schiff, ihr dummes Gerede, veranlasste die Argonierin fast dazu von selbigen zu springen. Weshalb? Weil der Frau das lieber war als von "all" den Vampiren hier, inklusive sie selbst, angeblich, gefressen zu werden – der blöde Streich hatte sie tatsächlich glauben lassen, alle hier wären Vampire. Sie hatte sich dieses mal sogar an die Ordensmeisterin gewand, damit sie das regelt. Garimar hatte sich zwar davor schon entschuldigt, aber Zoe? Würde sie sicher nicht tun. Jedenfalls hatte es Wungrane Mühe gekostet, das geradezurücken, Akihva davon abzubringen dummes zu tun. Sie hatte der Ordensmeisterin geschrieben, sich Mühe gegeben, dennoch konnte diese es letzten Endes nicht genug lesen, und fragte nach. Das Ergebnis auch enttäuschend... in vielem so streng, aber wenn jemand Streiche spielte, die andere fast das Leben kosteten, war das in Ordnung? Gleichzeitig, merkte sie, wie die Ordensmeisterin sie nach wie vor nicht für voll nahm. Hätte diese ihr bei der Krankheit nicht ein kleines Geschenk gemacht, hätte sie auch ernsthaft geglaubt, sie hasst sie abgrundtief. So war sie sich nicht mehr ganz so sicher. Trotzdem, bekam sie nun immer einen halben Krampf in ihrer Nähe, Angespanntheit, Aufgewühltheit, jetzt wo so so gut wie gesund war, jetzt wo man sie wieder fertigmachen durfte... auch wenn das übertrieben war, von dem was Farian sagte. Niemand machte sie einfach grundlos fertig, hinter allem würde etwas stecken, hatte einen Grund. Sie konnte derzeit aber nur sehen, dass man ihr zeigen wollte wo sie hingehört, ganz unten, und das Gefühl setzte ihr zu, dass sie so viel weniger wert war als die anderen, ihre Meinung im Grunde egal war und sie auch zupackende Luft hätte sein können.

Der Weg vom Schiff, der Weg nach Sturzlauf. Akihva schob eine Art rollendes Faß etwas vor sich her, was sie nicht auf dem Karren packen wollte, weil ein Umkippen nicht gut wäre. Wungrane wollte ihr wenigstens den Berg hoch helfen, also fragte sie brav um Erlaubnis... abgelehnt, nur weil die Frau nicht darum gebeten hatte? Hatte Jassillia kein Mitgefühl? Nur weil die Hilfe die sie angeboten hatte abgelehnt wurde, durfte sie nicht helfen, oder das wenigstens anbieten? Zweifel an der Ordensmeisterin, gegen sie, türmte sich immer mehr auf: Wie man nicht weitergesucht hatte, als man Yara nicht gleich fand. Wie sie unbedingt wollte, dass sie ihren Platz kannte, nur weil sie dachte sie höre sonst in der Not nicht. Wie sie andere Ansichten nicht zu akzeptieren schien, immer recht hatte. Wie sie kleine Vergehen strafte, und große ungestraft ließ. Und an dem Abend sollte noch zwei Punkte dazukommen:

In Sturzlauf angekommen, sollte man lagern, aber ehe sie und Farian dies taten, untersuchten sie noch etwas, was sie sahen: Ein Pferd allein auf dem Marktplatz von Sturzlauf rumstehend, ohne irgendwo angeleint zu sein. Das kam ihr komisch vor, Farian wollte es sich ansehen und sie fragte ihn, ob sie mit dürfte, was er erlaubte. Ein Pferd mit blutiger Tasche fanden sie. Als sie aber berichten sollte, wie ihr Mentor es sagte, verstand sie langsam die Welt nicht mehr. Sie durfte nicht stören, wegen den Einzelgesprächen, die wohl schon im Gange waren. Man nahm sie nicht mal für so voll, dass man sie für etwas potentiell wichtiges anhörte, unterbrechen ließ...
Da blieb ihr nichts weiter übrig als es wenigstens den anderen zu sagen, und diese verschafften ihr erst Gehör: Auf die Kosten einer sehr wütenden Ordensmeisterin! Nachdem sie angeschrien worden war, nachdem sie mit Farian zurück war, selbst der angeschrien wurde, ritt Jassillia Muraille sogar davon, mit den Worten, dass man sie hier dann wohl nicht mehr bräuchte. Scheinbar gab es dann schon öfter, so wie ein Kommentar von Farian vermuten ließ. Wungrane verstand nichts mehr. Was war geschehen? Was hatte sie angestellt? Wieso war die Frau so eingeschnappt, beleidigt, sauer oder verletzt? Was hatten sie ihr denn alle getan? Oder nur sie? Nein diesmal sogar ihr Mentor Farian, wieso auch immer.

Sie hoffte von Farian Erklärung, aber am Fluss wo er stand, begriff sie schnell, dass selbst er nun mal Ruhe brauchte, er vielleicht sogar sauer war, unter seiner immerwährenden Ruhe. Sie ließ ihn, und dann kamen die Erklärungen von Hochmeister Udwin Eusebius, als er alle antreten ließ, zu einer Standpauke. Er erklärte, dass man nicht mehr hätte vom Lager weg gehen sollen, da ja die Einzelgespräche anstanden, man zur Verfügung sein sollte, und es doch logisch wäre, dass das deshalb ab Ankunft galt, weil man bei den ganzen Recken sonst Tage bräuchte – als hätten es die zehn Minuten mehr oder weniger gemacht, wenn sie erst andere dran nahm, selbst wenn Farian dann nicht von anfang an dabei war. Die Logik verstand sie nicht. Sie erfuhr, dass Farian sich selbst hätte abmelden müssen, sie erfuhr, dass er ihr gar nicht das Einverständnis zum mitkommen hätte geben durfen... und sie erfuhr, dass, in dem Glauben ihm wäre seine Position zu Kopf gestiegen, sie nicht mehr unterichten sollte, das von nun an bei Dendu allein liegen sollte...
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"Wenn die Winde des Wandels wehen, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen."
-Chinesisches Sprichwort

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Meavy (17.03.2018)

40

Sonntag, 15. Oktober 2017, 03:25

Eskalation, die letzte Fahrt:
(Teil 3: 14.10.2017)

"Nein!", kam es prompt ohne auch nur nachzudenken. Ein Aufrur in ihrem Geist entflammte. Das konnten sie nicht machen! Der einzige im Orden, der ihr wirklich noch etwas erklärte, der ihr wirklich so half, dass sie verstand, der sie nahm, wie sie war und sie wahrlich führte. Den wollten sie ihr nun auch noch nehmen? Nachdem Wulfgar weg war, nachdem Yara weg war... jetzt auch noch Farian?! Nein! "Akzeptiert es, oder geht", war die wortwörtliche Antwort des Hochmeisters auf ihren Ausruf. Wieder dieses gnadenlose Unverständniss. Wussten der Mann überhaupt was er ihr gerade antat? Bildlich gesprochen, nahm er einem Hilfsbedürftigen seinen letzten Halt im Orden, Farian war ihr letzter Halt gewesen, nach dem ganzen Wegfallen der anderen, ihr Glaube es "hier" noch schaffen zu können, trotz aller Widrigkeiten, trotz alles Unverständnisses, trotz der ganzen machthaberischen und kaltherzigen Befehlskette. So fiel Wungrane nicht körperlich, aber mental hart, und dieser Schmerz erschütterte ihr Wesen. Die Worte Farians, dass sie es gut sein lassen soll, bei ihrem Ausruf, nahm sie nur halben Ohres war. Was half ihr das? Wenn nur noch Dendu sie unterichten würde... das konnte sie nicht. Sie konnte bei dieser nicht lernen, nicht so wie sie es brauchte. Wulfgar hatte ihr damals gesagt, sie müsste sich dafür nicht aufgeben. Bei Farian konnte sie das glauben, Dendu... würde sie gewaltsam formen, brechen, sie wäre nicht mehr sie selbst und sie würde nicht verstehen, nur hören. Sie wäre nicht mehr, als ein andere Art von Sklave. Sie glaubte nicht, dass das der Weg Stendarrs war. Das schoss ihr kurz durch den Kopf, während ihre Beine sie mit der verliebenen Kraft des Tages davontrugen. Sie war hier nicht richtig, das war kein wirklicher Stendarr Orden, das war nur reines Militär gegen Böses, aber ohne Mitgefühl, oder nur dann, wenn es gerade in den Kram passte. Wieder lag sie falsch, alles vergebens, keine Fragen, keine Antworten... Laufen.

So lief Wungrane... niemand rief nach ihr, niemand hielt sie auf, niemand kam hinter ihr her. Sie lief und lief und als ihr noch leicht angeschlagener Körper zu Schnaufen beganng, ging sie am Flusslauf entlang, setzte sich an einem Wasserfall und weinte, weinte und weinte. Da blieb sie dann aber nicht. Als ihre Tränen versiegten, suchte sich eine ruhige Ecke, und setzte sich dort nieder, wohl vom Hören wissend, dass Kluftspitz gefährlich war, sie viel mehr tun müsste, wenn sie überleben wollte. Der Schmerz ließ langsam nach, über die Erkenntnis was das alles hieß; die Stille, kein tröstendes Wort, keine reichende Hand: Sie war wieder allein. Sie hatte nichts mehr. Sie wurde wieder ausgenutzt. Sie hatte dort nicht Stendarr gedient, nur einer schlechten und erbarmungslosen Befehlskette, fehlerhaften Wesen, wenn vielleicht auch mit guten Absichten. Aller Schmerz den sie verspürte, überreizte. Eine weiterer Hammerschlag des Schicksals. Ein Teil von ihr war damit gebrochen, und wie ein kaputtes Schiff, schlug sie Leck.. ihre wenigen Wünsche, ihre große Hoffnung, ihre spärlichen Träume, gingen langsam unter. Die Lebensflamme auf diesem Schiff, hielt sich auf einen der Trümmer, wurde aber von den Gezeiten von spritzendem Wasser und starkem Wind kleiner udn kleiner, bis kaum merh als ein Funke blieb, von dem fraglich war, dass er das Leben ein mal wieder so entfachen könnte, wie früher, erst recht wenn das Schiff nicht repariert wird, die mögliche Flamme schützen konnte.

Ein Rabe der vor ihr in den Fluss fällt, holt sie in die Gegenwart. Nun, Vögel können schon mal sterben, tschüss Vogel. Dann ist das Wasser unruhig. Hm? Dann kommt eine Art Hydra mit roten Augen. Wird diese sie töten? Sollte sie sich nochmal aufraffen zu kämpfen? Wird sie dann nach Sovengarde kommen? Will sie das überhaupt? Über ihr scheitern erzählen? Über das grausame Schicksal, das ihr Leben darstellt? Über die Falschheit in allem? Nein, eigentlich nicht... Schwärze... ist ihr gerade willkommen. Einen Moment tut es ihr Leid, um alle die, die ihr so sinnlos geholfen haben und hofften, dass aus ihr etwas wird. Doch selbst dieses Schlangenwesen will sie nicht, verspottet sie nur lachend und geht wieder im Wasser unter, ehe ein Rabe wieder aus dem Wasser auftaucht und gen Himmel fliegt. Nicht mal der Tod will sie mehr... aber irgendwann müsste er sie holen, wenn sie einfach nur hier bleibt... mit der dumpfen Leere, der sie von diesem Schmerz befreit. Eine Weile schaut sie in die Luft. Vielleicht kommt der Tod nochmal zurück, überlegt es sich gleich anders? Ein Blitzschlag aus dem dunklen Himmel der sie trifft? Die Berge da wirken geradezu so, als könnten sie das. Nein? Sie legt sich schließlich hin und sieht von dort aus das Wasser an. Er wird sie holen, früher oder später.... "Stendarr erlöse mich, selbst dir kann ich nicht von Nutzen sein, es tut mir Leid... danke für alles."

Sie schließt die Augen nicht. Irgendwann geht ihr Blick vom Wasser zur Wassserhyazinthe. Diese starrt sie dann eine gefühlte Ewigkeit an. Irgendwann geht ihr Blick auch zu den Fackelkäfern, wie sie leuchtenden Lebens herumschwirren, und irgendwann geht ihr Blick wieder zum Fluss, als das erste Sonnenlicht wieder darauf fällt. Kleine Schönheiten Nirns... ihr Magen knurrt, doch sie ignoriert ihn. Die kleinen Flimmerein von Leben und Schönheit, reichen gerade nicht, um ihr einen Sinn zu geben, da zu sein...oder? Das funkelnde Wasser wird weiter angestarrt, dass ihre Augen vom wenigen Blinzeln brennen, intressiert sie ebenso wenig, wie der Durst, den sie mit dem Wasser vor sich jederzeit stillen könnte. Sie ist gekentert.
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-Chinesisches Sprichwort

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