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Sonntag, 11. Dezember 2016, 11:35

Moldark - Von Blut, der Nacht und dem Tod

- Von Blut, der Nacht und dem Tod

(OOC)
Hallo, liebe Rollenspieler und -spielerinnen!
Anbei findet ihr hier einige IC-Texte zu einem kleinen Rollenspiel-Projekt, welches noch in den Anfängen ist und alsbald aktiv bespielt werden soll...zumindest von mir :)
Man beachte die Jahresangaben zu Beginn der Texte.

Es gibt nun auch eine Projektvorstellung zu den hier präsentierten IC-Geschichten, die man hier findet:

Wer gerne Feedback geben möchte, so kann er dies hier tun: Feedback zu Moldark - Von Blut, der Nacht und dem Tod
Gerne darf man mich auch hier via PM oder im Game kontaktieren :)




Davons Wacht in Steinfälle, im Jahre 583 der 2. Ära...


Eine einzelne, halb herunter gebrannte Kerze auf einem hölzernen Beistelltisch schenkt den in dunklen Stein gehaltenen und ansonsten düsteren kargen Raum etwas Licht.
Es ist ruhig.
Viktor Brerodssons Blick ruht schon seit einer gefühlten Ewigkeit auf seines Vaters Gesicht, der vor ihm in einem einfachen Bett vor einigen Stunden sein Leben aushauchte.
Er hat ihn bei seinem letzten Gang begleitet, war an seiner Seite, als er ein letztes Mal die Augen schloss.
Brerod Jonassson war ein gebrochener, alter Mann.
Der Nord schlief gar friedlich hier in diesem kleinen, spärlich eingerichteten, Haus in Davons Wacht ein.
Hier, wo er fast die ganzen letzten Jahre von der Außenwelt zurückgezogen lebte, verbittert ob der Schicksalsschläge, die ihn und seine Familie im Laufe ihres Daseins trafen und der es dennoch auf stolze 94 Lebensjahre brachte.

Viktor richtet seinen Oberkörper auf und wendet seinen Blick ab von seinem toten Vater in die eine Ecke des Raumes, wo der Argonier Geht-ins-Wasser ebenso ruhig schon seit Stunden verweilt.
Ihre Blicke treffen sich, Worte werden nicht gewechselt.
Geht-ins-Wasser ist ein alter Freund der Beiden.
Warum sich sein Vater und er - zwei Nord - und der Echsenmann so gut verstanden, war Viktor nie so ganz klar.
Vielleicht weil Geht-ins-Wasser ebenso kein Mann vieler Worte war und weil auch er seine Heimat, den Schwarzmarsch, verliess, um hier in Steinfälle sein Glück zu versuchen.
Viel weiß Viktor nicht über ihn, aber es ist in Ordnung so.
Auf ihn war und ist Verlass, das hat er bereits mehrfach bewiesen.

Die kalten, knochigen Hände des toten Brerod ruhen auf einem alten Buch.
Ein schon leicht verschlissenes Buchband mit einigen Zeichen darauf hält die zahlreichen teils vergilbten Seiten zusammen.
Es ist ´das´ Buch...
Das Buch ihrer Familie.
Dort wird Viktor alles finden, was er wissen muss.
Er, der hier in der Hafenstadt Davons Wacht geboren wurde und seine Heimat nie sah.
Sein Vater hat nie viel über die Familie erzählt, hielt sich immer bedeckt.
Selbst das es dieses Buch überhaupt gibt, sollte Viktor erst kurz vor Brerods Tode erfahren.

Jetzt, auf dem Sterbebett aber verriet er ihm - dem Letzten der Ihren - die dunkle Stunde der Familie.
Er offenbarte ihm was vor hunderten von Jahren in einem kleinen verschneiten Dorf, im kalten Fürstentum Winterfeste der Provinz Himmelsrand passierte.

Und er erzählte von ihr, vom Schandfleck der Familie... Hjotrta .
"Nichts hat einen Wert, wenn man nicht dafür gekämpft hat."(zitiert von Enric Milnes aus ´Die Alik´r - Zweite Ära´)

"Niemals tut man so vollständig und so gut das Böse, als wenn man es mit gutem Gewissen tut." (Blaise Pascal, 1623 - 1662)

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Montag, 12. Dezember 2016, 19:54



Ein kleines Dorf im Fürstentum Winterfeste, im Jahre 221 der 2. Ära...


Tallak Torbansson ist ein kräftiger Nord, rothaarig und an die zwei Meter groß.
Als er ins Freie tritt atmet er tief ein, so als wolle er die kalte, aber klare Luft in sich aufsaugen.
Ein kurzer Blick gen Himmel, aus dem vor einigen Minuten begann Schnee herab zu fallen, dann wendet er sich dem jungen Velens Askorgesson, Sohn des Askorge, zu.
Velens, zwar noch ein junger, dafür aber ebenso kräftig gebauter Nord ist, zusammen mit seinem Bruder Stobarn und der Schwester Hjotrta, Gast bei den Torbanssons.
Tallak mag ihn.
Er erinnert ihn an sich selbst, als er noch jung und grün hinter den Ohren war, das Herz auf dem rechten Fleck.


"Es kommt neuer Schnee.", sagt Velens, der an die Seite Tallaks tritt und ebenso gen Himmel blickt.
"Ja. Wir müssen uns sputen. Der Neuschnee wird schnell alle Spuren verwischen. Und es wird rasch dunkel.", kommt es mit dunkler Stimme kühl von Tallak, der sich sodann in Bewegung setzt, den Bogen geschultert.
Velens folgt ihm und so stapfen die beiden durch den Schnee hinaus aus dem kleinen verschneiten Dorf eines ebenso kleinen Tals im Fürstentum Winterfeste.
Tallak wird es niemals öffentlich zeigen, aber er ist erfreut über Velens Bereitschaft ihn bei der Jagd zu begleiten.
Eine prächtige Gelegenheit seine Tochter Fanif anzupreisen und erste Bande eines möglichen Zusammenschlusses der Familien Torbansson und der von Velens zu knüpfen.
Es geht einen Hang hinauf, den die beiden Nord wortlos und trotz des tiefen Schnees zügig erklimmen.


Velens ist geübt mit dem Bogen, den er schon vor einigen Jahren zusammen mit seinem Vater selbst baute.
Es wird ihn mit Stolz erfüllen Tallak, dem Familienoberhaupt, seine Künste zu zeigen, so wie es ihn bereits Stolz machte, dass er ihn zu einer Jagd einlud.
Seine Geschwister, Stobarn und Hjotrta, hat er im Dorf gelassen.
Stobarn ist ein Jahr älter als er, aber nicht für die Jagd gemacht.
Er ist ein roher Saufbold, immer hinter den Röcken der Weiber hinter her und für jede Keilerei zu haben.
Und Hjotrta...seine ältere Schwester, die selbst ihn um fast einen Kopf überragt, gilt als launenhaft und stur.
Vater und Hjotrta; es vergeht kein Tag das sie nicht streiten.
Nicht zu vergessen sein jüngster Bruder, Storald, der sie auf ihrer Reise nicht begleitete und zu Hause in ihrem Heimatdorf nur einige Täler weiter bei den Eltern verweilt.
Er ist so gar nicht wie ein Nord, eher schüchtern und ruhig.
Das wird er ihm wohl noch austreiben müssen, denkt sich Velens mit einem leichten Grinsen im Gesicht, während er Tallak weiter folgt.
Aber er liebt sie alle, das ist sicher.


Tallak bleibt stehen, schaut sich um und blickt in das kleine Tal hinab, wo man nun in etwas Entfernung die vagen Umrisse der Dächer der Häuser des Dorfes, sowie einige Lichter erkennen kann.
Velens tut es ihm gleich.
Es dämmert und der Schneefall wird stärker.
"Nun, Sohn des Askorge..." Tallak wendet sich Velens zu. "Ich hörte, Ihr versteht Euch mit dem Bogen und Ihr seid ein guter Jäger."
Velens nickt knapp und lächelt dabei.
"Mein Vater lehrte es mich."
"Das ist gut, mein Junge. So sollte es auch sein."
"Es ehrt mich mit Euch jagen zu dürfen, Tallak Torbansson.", erwidert Velens gar etwas schüchtern.
"Es ist mir eine Freude. Euer Bruder zeigte kein Interesse."
"Ach, mein Bruder...", kommt es mit einem Grinsen von Velens "Dem steht es nicht nach der Jagd. Ein prall gefüllter Krug mit Met und Weiber, das ist es, wonach ihm der Sinn steht..."
Tallak grinst in seinen langen roten Bart.
"Und eure Schwester, Hjotrta, sie ist wahrlich zu einer Schönheit geworden. Ich sehe, wie sich die Männer nach ihr umdrehen."
"Das ist sie.", stimmt Velens mit einem Nicken zu. "Es wird bald dunkel und der Schnee wird stärker. Spuren von Wild werden wir nur schwer finden.", fügt er dann hinzu, sich dabei umschauend.
"Ja.", antwortet Tallak "Aber das macht nichts. Lasst uns über unsere Familien sprechen, Velens."
"Unsere Familien?"
"Die meine und die deine...ich denke, es ist an der Zeit über die Zukunft zu reden. Ich sehe, wie Ihr meiner Tochter Fanif hinterher schaut. Und sie hat nur Augen für Euch."
Velens ist etwas verlegen, dachte er doch, das es nicht so auffällig war.
Drei Tage sind sie bereits zu Gast bei den Torbanssons, ehe es bald weiter Heim gehen soll.
Und Fanif ist in der Tat eine rothaarige Schönheit.


"Ich...nun..", kommt es leicht stotternd aus Velens Mund, ehe ihn Tallak jäh unterbricht.
"Ihr müsst nicht gleich rot werden, Sohn des Askorge. Ich werde dem nicht im Wege stehen, auch, wenn Ihr und eure Familie ein wenig ´dunkel´ daher kommt.", führt Tallak mit einem spöttischem Unterton und einem herzhaften Lachen auf.
Er meint die für Nord eher nicht so typische dunkle Haarfarbe, über die Velens schon so manchen Witz hat hören müssen.
"Na, komm Velens Askorgesson. Lasst uns jagen...", fügt Tallak an und klopft Velens dabei auf die Schulter.
Weiter erzählend, teils lachend, setzen sie ihren Weg durch den Wald fort, während es, wie erwartet, immer stärker schneit.
Gerade will Tallak wieder etwas zum Besten geben, als er jäh stehen bleibt und wie zu einer Eissäule erstarrt.
Zunächst ist Velens zuerst irritiert, doch sieht er es dann auch...


Vor ihnen, nur ein paar Meter entfernt, liegt ein Körper am Boden, halb vom Schnee bedeckt.
Davor etwas Blut im Schnee, Schwert, ein Rucksack und ein zerbrochener Bogen ein paar Meter neben ihm.
Die beiden Nord spannen instinktiv ihre Körper an, blicken umher.
Es ist ruhig, kein Wind geht.
Die Sonne ist bereits unter gegangen und man sieht nicht mehr viel.
"Was...wer...ist das?", flüstert Velens leise.
Tallak nähert sich langsam und kniet neben dem Körper, den er sodann beäugt, während Velens die Umgebung im Blick behält.
"Verdammt! Das ist der alte Heder Jorgarkesson. Er war seit gestern auf der Jagd."
Tallak dreht den Leichnam, sodass er ihn besser sehen kann und schreckt dann auf.
Mit aufgerissenen Augen blickt er Velens an, der erschrocken ist über die Furcht, die er in dessen Gesicht zu erblicken glaubt.
"Tote Wanderer, Vampire..."
Velens kann nichts sagen, ist starr, als Tallak hoch springt und beginnt zu los zu laufen.


"Kommt! So kommt! Zurück...! Wir müssen zurück!", schreit er gen Velens, der ebenso seine Beine in die Hand nimmt.
"Nichts hat einen Wert, wenn man nicht dafür gekämpft hat."(zitiert von Enric Milnes aus ´Die Alik´r - Zweite Ära´)

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Mittwoch, 14. Dezember 2016, 10:40


Davons Wacht in Steinfälle, im Jahre 584 der 2. Ära...


Viktor Brerodsson steht an der steinernen Brüstung der Empore und blickt hinab zum Hafen, in dem gerade ein Schiff ausläuft.

Zwei Jahre ist es nun schon her, das sein Vater Brerod von ihm ging und ihn hier allein zurück ließ in dieser Hafenstadt, die sich Davons Wacht schimpft, die größte in Steinfälle.
Er, der Nord, der niemals in seinem Leben seine Heimat sah, wurde hier geboren, in der Region Morrowind, der Heimat der Dumner.
Seine Mutter Herild, auch eine Nord, lernte er nie kennen.
Sie starb bei seiner Geburt und so wurde Viktor nur von seinem Vater groß gezogen.
Einem Vater, der nie viel über die Familie erzählte und sich immer mehr vom Leben zurück zog.
Nur an diesem Buch hing er stets, las darin und schrieb dort so einiges hinein.
Ein Buch von dem Viktor erst kurz vor seinem Tode erfuhr...das Buch seiner Familie.

Viktor sieht dem Schiff hinterher, sieht wie die Segel gesetzt werden und wie es schnell Fahrt aufnimmt.
In ihm keimt zum ersten Mal der Wunsch diesen Ort, wo er sein bisheriges Leben verbracht hat, zu verlassen.
Dieses Schiff, das auf den Horizont zu steuert, scheint ein Zeichen zu sein.
Ein Zeichen aufzubrechen...

Seinen Beruf als Schuhmacher, den er nun schon seit vielen Jahren ausübt, macht ihm so gar keine Freude mehr.
Jetzt, wo er durch Studien aus dem Familienbuch des Vaters erfuhr, dass seine eigentliche Heimat nicht hier im Land der Dumner ist, ist er wie gefesselt immer mehr über sich und seine Vorfahren zu erfahren.
Insbesondere, da ihm klar wurde, dass er wohl der einzige und letzte der Seinen ist.
Auch erfuhr er aus den Aufzeichnungen des Vaters, dass Herild nicht seine erste Frau war.
In Ostmarsch hatte er bereits ein Weib und auch ein Kind, dass aber wohl nach nur ein paar Monaten schon verstarb.
War das der Grund seine Heimat zu verlassen?
So ganz wird er es wohl nie erfahren.

Als das Schiff am Horizont verschwindet wendet sich auch Viktor ab und macht sich auf den Weg zu seinem Haus.
Er wird mit dem Argonier Geht-ins-Wasser sprechen und erste Vorkehrungen treffen.
Es wird Zeit aufzubrechen.
Und es wird Zeit heraus zu finden, ob die Geschichten über Hjotrta, seiner Vorfahrin, wahr sind.
Ob es wahr ist, dass sie einer der ´Toten Wanderer´ ist und ob es stimmt, dass sie es war, die ihren eigenen Vater tötete und sein Blut trank.


Ja, es wird Zeit, dass sich Viktors Leben ändert.
Eine Reise steht an und es gilt nun erste Vorbereitungen zu treffen...
"Nichts hat einen Wert, wenn man nicht dafür gekämpft hat."(zitiert von Enric Milnes aus ´Die Alik´r - Zweite Ära´)

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Donnerstag, 15. Dezember 2016, 09:22

(OOC -Falls es mal unter geht,noch einmal der Hinweis, dass bei den Texten heftig in der Zeit gesprungen wird :) )



Ein kleines Dorf im Fürstentum Winterfeste, im Jahre 221 der 2. Ära...

Die zwei Nord rennen durch den tiefen Schnee des Waldes, den Abhang hinunter ins Tal, den sie noch kurze Zeit vorher erklommen haben.
Es ist bereits dunkel, aber in der Ferne können sie Lichtschein erkennen.
Velens Gedanken scheinen zu explodieren, während er Mühe hat Tallak Torbansson zu folgen, der trotz seiner Köpermasse ein schier ungeheures Tempo vorlegt.
Er hat noch nie einen der Toten Wanderer leibhaftig zu Gesicht bekommen, aber viel von ihnen gehört.
Die Toten Wanderer, so werden die Vampire hier in den umliegenden Tälern genannt.
Während er sich durch den Schnee kämpft ist er im Geiste bei seinen Geschwistern und er spürt zum ersten Mal echte Angst.
Sie nähern sich dem Dorf.
Und dann hört er es...Schreie, Todesschreie...

Der Lichtschein entpuppt sich als Feuer, welches sich in einigen Hütten und Gebäuden des verschneiten Dorfes ausbreitet.
Als Tallak und Velens im Dorf eintreffen, herrscht dort das pure Chaos.
Einige leblose Körper, teils ausgeweidet und in ihrem Blute liegend säumen den Dorfplatz, während aus allen Ecken diese markerschütternden Schreie ertönen.
Dunkle, hagere blasse Gestalten, meist nur in einfachen Leinen gehüllt huschen umher, stürzen sich auf fliehende Weiber und Kinder.
Einige Nordkrieger, wohl ob des Angriffs überrascht, kämpfen ohne Rüstung um ihr Leben und müssen sich teils einer Übermacht stellen.

Der Schnee färbt sich rot...

Tallak wirft seinen Bogen zur Seite, zieht sein Schwert, sowie sein Messer und rennt, wild schreiend und mit weit aufgerissenen Augen auf zwei Angreifer zu, die sich gerade in eine am Boden liegende Nordfrau verbissen haben, die mit Armen und Beinen strampelt und zuckt, aber ohne Chance ist.
Velens stoppt, zückt seinen Bogen, als er aus rechter Hand einen der Vampire mit unglaublicher Geschwindigkeit auf Tallak zu rennen sieht.
Tallak sieht ihn nicht kommen und so spannt Velens den Bogen, zielt, fixiert den Wanderer, atmet ein und schickt den Pfeil auf den Weg, der den Vampir im Hals trifft und Boden wirft.
Einer der Vampire über dem Nordweib schaut, auf als Tallak schon da ist.
Die Kreatur sieht die Klinge, die auf ihn zu rast und in diesem Moment seinen Kopf von den Schultern trennt.
Der Andere lässt von der Frau am Boden ab, springt zur Seite, um sich dann sofort auf Tallak zu stürzen.
Velens sieht, wie der Angreifer sich auf Tallak wirft, ihn förmlich anspringt und sich in seinem Hals verbeißt.
Er will ihm zur Hilfe eilen, spannt erneut den Bogen, als er jäh erstarrt, da sich der zuvor mit dem Pfeil niedergestreckte Unhold langsam wieder hoch rappelt und ihn ins Visier nimmt.

Velens mag es kaum glauben.
Sein Pfeil steckt noch in seinem Hals.
Des Vampirs Gesicht verformt sich zu einer Fratze mit messerscharfen Reißzähnen, als er beginnt auf Velens zuzulaufen.
Er legt an und trifft, abermals.
Der Vampir sackt zusammen, geht auf die Knie, rappelt sich aber abermals auf.
Velens legt einen weiteren Pfeil an, hat sein Ziel direkt vor sich und trifft ihn nun direkt ins Auge.
Die untote Kreatur fällt rücklings in den Schnee und bleibt dort regungslos liegen.
Tallak konnte indes den zweiten Angreifer abschütteln, ihn zu Boden werfen und sein Schwert in seinen Körper treiben.
Er blutet am Hals, blickt kurz zu der toten Frau am Boden, wendet sich dann aber dem Haupthaus zu, aus dem nun ein einzelner Vampir langsam hervor tritt.

Velens folgt ihm mit etwas Abstand, während um sie herum weiter Todessschreie ertönen und ums nackte Leben gekämpft wird.
Der einzelne Vampir bleibt einige Meter vor dem Haupthaus stehen und blickt ruhig gen Tallak, der sofort erkennt, dass es sich wohl um den Anführer handeln muss.
Er hat fast weiße Haut, graues, längeres Haar und golden glühende Augen, die Tallak mustern.
Torbansson umfasst seine Klingen noch fester, starrt den Grauhaarigen voller Hass an, als sich in diesem Moment von beiden Seiten mindestens vier Vampire auf ihn stürzen.
Velens ist starr vor Schreck, kann sich nicht rühren, als er sieht, wie die Angreifer ihre raubtierhaften Zähne in das Fleisch seines Freundes treiben und ihn zu Boden reißen.
Der Graue steht weiterhin ruhig da und lächelt leicht, während vor ihm Tallak Torbansson sein Leben aushaucht und sich seine Gefolgsleuten daran machen ihn auszuweiden.

Velens schreit auf, spannt den Bogen und richtet ihn auf den Grauen, der ihn augenblicklich fixiert.
Ihre Blicke treffen sich, Velens atmet tief ein, bereit den Pfeil auf den Weg zu schicken, als in diesem Moment neben dem Anführer eine Nordfrau auftaucht und sich neben ihn stellt.
Velens traut seinen Augen nicht.
Es ist Hjotrta, seine Schwester.
Sie steht da, ruhig, fast schon ein wenig schwankend.
Blut ist da am Hals und an ihrer Schulter.
Die Augenlider sind nur halb geöffnet, als ob sie betäubt sei.
Aber sie blickt ihn an, schaut Velens in die Augen.
Und ihr Blick sagt nichts, gar nichts...

Velens Askorgesson, Sohn des Askorge, kann den Blick nicht von ihr lassen und ihm wird klar, was passiert ist.
Er begreift, dass dies das Ende ist, hier in diesem verschneiten kleinen Dorf im Fürstentum Winterfeste.
Er senkt den Bogen, während sich hinter ihm weitere der Toten Wanderer rasch nähern.
Ein letzter Blick gen Hjotrta, dann wird er zu Boden gerissen...

Es schneit indes nicht mehr so stark, als die Todesschreie im Dorf langsam verstummen und es ruhig wird, während sich die Vampire über die Toten her machen, ihnen ihr Blut zu nehmen.


Auf des grauhaarigen Gesicht zeichnet sich weiterhin ein Lächeln ab, als er sich sodann gen Hjotrta wendet, sie anblickt und ihr die Hand reicht...
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Freitag, 16. Dezember 2016, 13:29


Davons Wacht in Steinfälle, im Jahre 585 der 2. Ära...



"Die Toten Wanderer..."
Leise flüstert Viktor Brerodsson diese Worte, der Letzte seines Blutes, zu sich selbst als er das alte Familienbuch seines verstorbenen Vaters zu klappt.
Die letzten Jahre hat er viel Zeit damit verbracht dieses Buch zu studieren.
Unzählige Seiten, teils ungeordnet und von verschiedenen, bereits verblichenen Angehörigen getätigte Notizen machten es nicht immer leicht eine Übersicht zu gewinnen.
Er weiß nun um Valurn Hrodvarsson und Alvina Henrikdottir, die Ersten ihrer Familie...zumindest seit es diese Aufzeichnungen gibt.
Er weiß um den frühen Kindheitstod der Tochter seines Vaters, in der Zeit wo er noch in Ostmarsch, der Heimat der Nord, lebte.
Er kam nie darüber weg, zerstörte die Ehe mit seinem ersten Weib und führte dazu die Heimat zu verlassen.

Das Buch offenbarte aber auch die schlimmen Ereignisse um einen Vampir-Clan, der vor hunderten von Jahren einst fast die Seinen völlig auslöschte und die als "die dunkle Stunde" in den Aufzeichnungen ihren Platz fand.
Damals, im Jahre 221 der 2. Ära, wo seine Nord-Vorfahren noch im Fürstentum Winterfeste lebten, und alle von diesen "Toten Wanderern" getötet wurden, bis auf den damals 15jährigen Storald, dem die Flucht gelang.
Er war der einzige Überlebende, und in diesen Stunden war er wie Viktor: der letzte seiner Art.

Die Toten Wanderer: die Nord in den verschneiten Tälern gaben ihnen diesen Namen.
Zwei Dörfer der Nord löschten sie damals aus.
Umherziehende Vampire, immer auf der Suche nach neuen Opfern.
Organisiert in einem Clan sind sie selten lange an einem Ort, streifen im Schutze der Dunkelheit der Nacht durch die Wälder und sind nur schwer zu finden.
Und es werden mehr, so sich stets neue Lebende infizieren und so wie sie werden.
Viktor hat versucht einiges über diese Untoten zu erfahren.
Aber es ist beileibe kein beliebtes Thema, schon mal gar nicht in einer Taverne oder in Gesellschaft.
Jeder weiß, dass es sie gibt, die Wiedergänger, die sich von dem Blut der Lebenden nähren.
Aber keiner will darüber sprechen.

Dennoch ist Viktor mehr als fasziniert von diesen Kreaturen, wo er doch durch die Aufzeichnungen erfuhr, dass eine Vorfahrin von ihm wohl eine von ihnen wurde.
Die Rede ist von Hjotrta .
Sie soll gar selbst ihren eigenen Vater getötet und sich sein Blut genommen haben.
Was, wenn es sie noch gibt?
Diese Frage geht Viktor einfach nicht mehr aus dem Kopf.
Es heißt, sie können nicht sterben, leben ewig.
Kann das stimmen?
Und wenn es so wäre, so muss es sie doch noch geben.

So oder so, Viktor ist sich sicher...es ist Zeit aufzubrechen.
Zeit, die Heimat, die er noch nie sah, zu bereisen.
Zeit für eine Reise in die Vergangenheit.
Hier, in Davons Wacht, hält ihn nichts mehr, seit Vater tot ist.
Nord gibt es hier nur wenige und mit den Dumner wurde er nie richtig warm.
Er hat alles vorbereitet, jede Münze zur Seite gelegt und Proviant für eine längere Reise eingekauft.
Das Pferd wartet gesattelt im Stall nur darauf, dass es los geht.

Viktor wird den Freund der Familie, den Argonier Geht-ins-Wasser, bitten sich während seiner Abwesenheit um das Haus zu kümmern.
Er wird ihm diesen Gefallen nicht abschlagen, da ist er sich sicher.
Jetzt muss er nur noch jemand finden, der ihn auf der Reise begleitet.
Er selbst ist für den Kampf nicht geeignet, wurde niemals im Umgang mit der Klinge oder dem Bogen geschult.
Eine starke und erfahrene Waffenhand an seiner Seite würde die Reise sicherer machen.

Viktor steckt sodann das Buch weg und macht sich auf den Weg zur Schenke "zum Fischgestank", die unten im Hafengebiet liegt.
Er bevorzugt diese Taverne und versteht sich zudem recht gut mit dem dortigen Brauer Hektor, den sie "den Fisch" nennen.
Er ist kein Dumner und in der Schenke treiben sich oft Seeleute herum, erzählen ihre Geschichten und saufen sich den Tag schön.
Hektor kennt viele.
Er will sich für ihn umhören, ob nicht ein passender Reisebegleiter aufzutreiben wäre.
Für genug Münzen kriegt man immer jemanden, hat er gesagt.

Viktor wird ihn aufsuchen und herausfinden, ob er Recht hat...
"Nichts hat einen Wert, wenn man nicht dafür gekämpft hat."(zitiert von Enric Milnes aus ´Die Alik´r - Zweite Ära´)

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Sonntag, 18. Dezember 2016, 13:03



Ein kleines Dorf im Fürstentum Winterfeste.
Der Sitz der Familie des Askorge Valurnsson.
Man schreibt das Jahr 221 der 2. Ära.



Es dämmert bereits.
Der Tag verabschiedet sich.
In dem Raum des Haupthauses des Dorfes der Nord ist es ruhig.
Nur die Holzscheite knistern im offenen Kamin, während sich die Flammen um sie herum winden und den Raum in ein Spiel aus Licht und Schatten tauchen.
Vor dem Kamin liegt Gunnar, ein großer dunkler Hund, und schläft friedlich.

Askorge Valurnsson sitzt auf dem Stuhl an dem großen Tisch, an dem sonst seine Familie Platz findet.
Er sitzt dort schon seit Stunden und blickt ins Leere.
Askorge ist ein großer Nord, der bereits einiges erlebt und hinter sich hat.
Viele Kämpfe hat er in seinen 64 Jahren ausgefochten, von denen er die meisten gewann.
Nun sitzt er hier, still und in sich gekehrt, wie ein Häufchen Elend...ein gebrochener Krieger.
Auf dem Tisch steht eine fast leere Flasche eines billigen Weines, daneben ein leerer Krug.
Die Stühle sind leer.
Nur sein Weib Risie Riosdottir ist noch hier.
Sie sitzt etwas abseits in einer Ecke auf einem kleinen hölzernen Hocker.
Ab und an wandert ihr trauriger Blick zu ihrem Mann.

Gesprochen wird nicht.

Schon seit Stunden...

Draußen schneit es wieder.
Und es ist kälter geworden.
Windböen lassen den Schnee gegen die Fenster wehen.

Immer noch Ruhe...

"Vielleicht..." Risie erhebt das Wort, welches die Stille jäh durch schneidet, wie die scharfe Klinge einer Kehle Feind.
Askorge blickt sie an, seine Augen sind leer.
"Vielleicht ´was´...?"
Risie zögert, sprich dann aber weiter.
"Vielleicht hat es sie nicht getroffen. Vielleicht waren sie noch gar nicht bei Tallak Torbansson. Waren noch auf dem Weg dorthin...und..."
"Weib, sie keine Närrin. Wir wissen, was passiert ist. Sie wären schon längst hier. Sie sind...tot.", unterbricht er sie. "So hoffe ich.", fügt er dann noch hinzu.
Riesies Augen weiten sich, füllen sich leicht mit Tränen.
Sie weiß, was Askorge damit meint.
Die Toten Wanderer, eine Ausgeburt des Reiches des Vergessens, töten nicht nur...sie holen sich auch die Lebenden und machen sie zu den Ihren, ihre Reihen zu stärken.
Bei der Vorstellung wird ihr ganz schlecht.
Sie wünscht sich so sehr ihre drei Kinder Velens, Stobarn und Hjotrta wohlauf zu wissen, sie in ihre Arme schließen zu können.
Askorge zeigt diese Gefühle nicht.
Er ist eben ein waschechter Nord, da schickt es sich nicht zu jammern, wie ein Weib.
Aber sie weiß, dass er genau so denkt,... weiß, was in ihm vor geht und welche Kämpfe er in sich austrägt.

Wieder Ruhe...

Es ist nun schon etwas über eine Woche her seit den Vorfällen im Dorf des Tallak Torbansson, nicht unweit von hier in einem der nächsten Täler.
Es sprach sich schnell rum.
Askorge ordnete höchste Bereitschaft an und man bereitete sich auf das Schlimmste vor.
Das Dorf ist auf der einen Seite direkt am Berghang gelegen und verfügt zu den anderen Seiten über einen Holzwall, der, im Gegensatz zum Dorf des Tallak Torbansson, Feinde im Angriffsfall sicher abwehren wird.
Die Vampire sind Jäger der Nacht, listig und schnell.
Ihre Stärke ist der Schatten, die Dunkelheit und die Überraschung.
Aber sie sind gewarnt, gut bewaffnet und bereit.
Sollen sie nur kommen.
Man wird sie adäquat empfangen und sie direkt in die dunklen Tiefen zurück schicken, aus denen sie hervor gekrochen kamen.
Sie werden sich an ihrem Wall aufreiben, wenn sie sich wirklich trauen sollten.

Schritte sind von draußen zu hören und die vor der schweren Holztür verharren.
Die Tür geht auf und Storald, ihr jüngster Spross und wohl jetzt einziger Nachkomme, steht in der Tür und schüttelt den Schnee von den Schultern, ehe er eintritt.

"Sohn, wärme Dich am Feuer."
Risie ist, wie jede Mutter besorgt und möchte ihn, gerade in diesen schweren Stunden, um sich wissen.
"Es ist ruhig draußen. Aber es geht ein starker Wind und bringt neuen Schnee.", entgegnet Storald, der gerade einmal 15 Jahre jung ist in Richtung seines Vaters, der kurz aufblickt und ihn fixiert.
Askorge nickt. "Tu, was deine Mutter sagt, Sohn."
"Ja, Vater."
Storald legt seine lederne Rüstung als, als genau in diesem Moment Rufe von draußen ertönen.
Die Drei horchen auf.
Askorge springt auf, Storald ist jäh angespannt und selbst Gunnar, der Hund, erhebt sich.
"Was zum..." Askorge eilt zur Tür, reißt sie auf.
Man hört jemand rufen: "Da ist jemand am Tor!"
"Am Tor?", fragt Storald mit großen Augen.
Risie steht nun neben ihrem Sohn, schaut besorgt.
Es mehren sich die Stimmen.
Askorge tritt nach draußen in die dunkle, kalte und verschneite Nacht.
Der kalte Wind pfeift ihm die Ohren und vereinzelte Böen lassen sein langes, strähniges Haar um seine breiten Schulter wehen.
"Was ist los?!", ruft er.

"Sie ist es! Sie ist am Tor!", kommt der Ruf zurück.
"Wer?"
"Hjotrta..! Hjotrta ist am Tor!"
Die Drei reißen allesamt die Augen weit auf, können im ersten Moment nicht glauben, was sie eben hörten.
"Öffnet das Tor!", ruft plötzlich eine weitere Stimme.
"Ja, lasst sie herein! Hjotrta ist zurück!", schreit ein anderer.

Askorge ist plötzlich der Schrecken ins Gesicht gefahren, als ihm klar wird, was da gerade passiert.

"Nein! Nicht! Lasst das Tor zu! Nein...!!"
Askorge Valurnsson rennt schreiend los in die Dunkelheit in Richtung des Tores, immer wieder diese Worte wiederholend, gefolgt von Gunnar.



"Sie ist zurück!", hört es Risie wieder aus der Ferne und weiß in dieser Sekunde, dass es zu spät ist...
"Nichts hat einen Wert, wenn man nicht dafür gekämpft hat."(zitiert von Enric Milnes aus ´Die Alik´r - Zweite Ära´)

"Niemals tut man so vollständig und so gut das Böse, als wenn man es mit gutem Gewissen tut." (Blaise Pascal, 1623 - 1662)

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Dienstag, 20. Dezember 2016, 10:42



Davons Wacht in Steinfälle, im Jahre 585 der 2. Ära...


Viktor Brerodsson schaut noch einmal über seine rechte Schulter, während er mit der Linken die Zügel seines Pferdes hält und es hinter der Rothaarigen und dem ´Zaubermann´ traben lässt.
Hinter ihm ist Davons Wacht, die Stadt, in der er sein bisheriges Leben verbracht hat.
Und nun reitet er mit diesen Zwei ins Ungewisse, mit dem Ziel Ostmarsch, der Heimat seiner Vorfahren.
Nur ein einziges Mal blickt er sich um, um dann wieder den Blick nach vorne zu richten.
Den Weg entlang in dieser öden und kargen Landschaft Steinfälles, in der scheinbar nichts zu wachsen und zu gedeihen scheint.
In der Ferne die Vulkane des Velothigebirges und des Aschberges, die immer wieder ihr heißes und glühendes Inneres hinaus spucken und über ihnen der stete Aschregen, der auf sie hernieder geht.
Hier reitet er nun, der Nord, und folgt seinen zwei Begleitern, die er eben erst in der Hafentaverne ´Zum Fischgestank´ kennenlernte und denen er scheinbar voller Vertrauen zu folgen scheint.
Der Rothaarigen, die größer und stärker ist als er selbst und dem Elfenmann mit der lockeren, gar teils scharfen Zunge, der Illusionen schafft, die ihn faszinieren, aber auch ängstigen...

*

Ein paar Stunden zuvor in der Schenke ´Zum Fischgestank´...

Viktor schaut auf.
Direkt vor ihm baut sich eine große Rothaarige auf, die ihn mit einem entschlossenen Blick fixiert.
Sie strotzt nur so vor Selbstbewusstsein, steht aufrecht da und drückt ihre Schultern nach hinten, sodass ihre Brüste noch eindrucksvoller zu wirken scheinen.
In der ersten Sekunde hat Viktor geglaubt, dass Hektor es wohl plötzlich zu ließ, dass sich hier die Hafen-Huren in der Taverne "Zum Fischgestank" zu Davons Wacht an die Gäste ran machen, ihre bezahlten Liebesdienste feilzubieten.
Aber als er die Rothaarige eingehend mustert und in ihr Gesicht blickt, wird ihm schnell klar, dass dies keine der Dirnen ist.
In der einen Hand erkennt er einen kleinen, zerknitterten Zettel, den sie scheinbar so fest umklammert, dass er wichtig sein muss.
"Viktor..?"
Ihr Blick wirkt fordernd, als sie zu ihm spricht.
"Viktor Brer...irgendwas...den ganzen Namen...", spricht sie und schaut noch einmal auf ihren Zettel "...kann ich nicht mehr erkennen. Ist verschmiert."
Vikotor schluckt kurz, dann nickt er.
Er hätte sie auch noch etwas zappeln lassen können, aber irgendwas in ihm ließ ihn nicken.
Er ärgert sich darüber, wird aber in diesem Moment auf den Elfenmann am Nebentisch aufmerksam, der zuvor einen Dumner beim Glücksspiel ausnahm und ihn daraufhin wutentbrannt die Schenke verlassen ließ.
Er ist in feinen Sachen gekleidet, nicht so wie er.
Und er mischt sich prompt ein, nein er plappert gar los...
Sollten dies etwa die Art von Leuten sein, die Hektor ihm für seine Reise besorgen wollte?
Viktor weiß gerade nicht wie ihm geschieht, als die Zwei schon neben ihm am Tisch sitzen...

*

Irgendwie ist er auch ein wenig stolz auf sich.
Er, der gelernte Schuhmacher, wagt sich in die Ferne auf den Spuren seiner Vergangenheit.
Das kann nicht Jeder von sich behaupten.
Nicht alle sind Helden, gar mächtige Streiter ohne Furcht, trotz des Nordblutes in ihm.
Er lässt kurz seinen Blick auf den kleinen Dolch schweifen, den er mit sich führt.
Ja, nicht gerade eine echte Waffe, wenn man sie mit der wuchtigen Zweihandaxt der rothaarigen Argun vergleicht.
"Ihr kennt den Weg?", will er wissen und ruft es nach vorn gen Argun, die das berittene Trio anführt.
"Ja, ich kenne ihn.", kommt es nur knapp zurück.
Argun ist auch eine Nord.
Nicht so wie er, nein, eine echte Nord.
Stark und im Umgang mit der Klinge geübt.
Sie wird ihn für einen Schwächling halten, dessen ist er sich gewiss.
Und der Andere, der ´Zaubermann´, wie Viktor ihn zu nennen pflegt...
Ein Elf, der, wenn man ihn nicht aufhält, ohne Unterlass wie ein Wasserfall redet.
Teils wirr, aber von gehobener Sprache.
Und er ist in der Lage Illusionen zu schaffen, gar Zaubereien, die ihn eher ängstigen.
Er hat es in der Taverne ein ums andere Mal bewiesen und es geschafft ihm gar das Verlangen nach dem billigen Wein des Hektor abspenstig zu machen.
Er nannte uns seinen Namen und selbst Argun musste schlucken, als er ihn aufsagte.
Viktor weiß nicht wie viele Namen es waren, aber es sind eindeutig zu viele.
Der Elfenmann ließ verlauten, dass es in Ordnung wäre, würde man ihn Faniriil nennen.
"Natürlich nur, wenn es sich nicht zu vermeiden ließe.", waren seine Worte.
Als Schausteller und Gaukler sei er unterwegs, würde Tamriel bereisen und das Volk, sowie den Pöbel unterhalten.
Seine lose Zunge, die gar manchmal eine gewisse Schärfe nicht verbergen kann, und die Fähigkeit Dinge erscheinen zu lassen, die gar nicht da sind, scheinen seine ´Waffe´ zu sein.
Viktor hofft, dass er ihm nicht den Verstand vernebelt und ist sich noch nicht sicher, ob er von Nutzen sein wird oder gar eine Gefahr darstellt.

"Na, habt Ihr schon Heimweh, Viktor?", ruft er etwas spöttisch nach hinten, kann aber dem Nord nur ein leichtes Lächeln entlocken.
"Wie weit wird es sein bis Ebenherz, Argun?"
"Wir werden einige Tage reiten, das ist sicher. So nichts dazwischen kommt..."
Die Nord scheint eine geübte Reiterin zu sein, während Viktor schon jetzt das Hinterteil schmerzt.
Er wird es nicht zeigen, das ist sicher.
Der Elf hätte nur seinen Spaß daran.
"Es kommt bald eine kleine Siedlung. Dort werden wir rasten.", ruft die Rothaarige nach hinten, während sie ihr Ross auf dem Weg hält.
Viktor nickt, während Fanirill nur ein knappes "Jaja..." übrig hat.
Erst ist Viktor noch unsicher gewesen, ob es die richtige Entscheidung war, aufzubrechen und diese Reise zu wagen.
Doch sein Ziel ist nun klar und umso weiter sie reiten, umso klarer wird es.
Er will, nein er muss wissen, ob es ´sie´ noch gibt.

Und er wird es herausfinden...
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Freitag, 23. Dezember 2016, 13:17


Fürstentum Winterfeste...
Man schreibt das Jahr 221 der 2. Ära...
Irgendwo in den schneebedeckten Wäldern...


Ein junger Nord kämpft sich durch die eisigen, mit Schnee bedeckten Wälder.
Er rennt, stolpert, rappelt sich wieder auf...und läuft weiter.
Rennt, so schnell es ihm in dem teils tiefen Schnee möglich ist.
Er trägt eine lederne Rüstung und führt ein Schwert mit sich.
Immer wieder blickt er sich voller Furcht um und ist außer Atem, hört aber nicht auf zu laufen.
An einem Abhang hält es ihn nicht mehr auf den Beinen.
Er taumelt, fällt und rollt im Schnee hinab bis er kurz vor einem Bach liegen bleibt.
Schnell rappelt er sich wieder hoch, blickt hinauf zur Anhöhe, ob da jemand kommt und durchwatet sodann, ohne zu zögern, den kleinen Bach mit seinem eiskalten Wasser.
Seine Klinge hat er bei seinem Sturz verloren.
Er sucht sie nicht, läuft einfach weiter.

Der junge Nord ist Storald Askorgesson, Sohn von Askorge, und er ist auf der Flucht.
Der erst 15jährige Storald sieht in seinem Geiste die entsetzlichen Bilder von den Geschehnissen der letzten Stunde, während er immer weiter durch die Wälder Winterfestes läuft und er weiß, dass sie ihn von nun an, bis zu seinem Tode, stets verfolgen werden.
Er hält kurz inne, verschnauft, atmet durch.
Sein Blick geht wieder zurück.
Folgt ihm jemand?
Hat ihn jemand gesehen?
Erst jetzt wird ihm gewahr, dass er seine Klinge nicht mehr bei sich trägt.
Er ärgert sich, flucht, doch die Furcht überwiegt.
Weiter, immer weiter...weg von dem Ort, weg von seinem Heim.
Seine Gedanken scheinen in seinem Kopf zu explodieren.
Alles dreht sich und er muss sich zusammen reißen, einen klaren Kopf zu behalten, will er, dass das hier gut ausgeht für ihn.
Er blinzelt in den Wald hinein, kann niemand sehen.
Aber sie sind schnell, sehr schnell.
Wird er sie kommen sehen?
Er rennt weiter.

Vor ihm liegt nun eine große offene Fläche, ein gefrorener See.
Storald zögert einen Moment, ehe er aus dem Schutz der Bäume hinaus tritt.
Man wird ihn über viele hundert Meter weit sehen können, wenn er den See überquert.
Aber er hat keine andere Wahl.
Und er darf nicht weiter zögern.
So schnell es ihm möglich ist läuft er ins offene Feld auf den See zu.
Er bekommt einfach diese Bilder nicht aus seinem Kopf.
Hjotrta, seine geliebte Schwester, ist eine von ´ihnen´ geworden.
Eine Bestie, nach dem Blut der Lebenden dürstend, die vor nichts zurück schreckt,...ein Vampir.
Nur einen Bruchteil einer Sekunde sah er in ihre Augen, trafen sich ihre Blicke.
Er erschrak ob der Kälte, die ihn da anstarrte.
Sie muss ihn gesehen haben, trotz seines Versteckes.
Es kann nicht anders sein und dennoch verharrte sie dort, über ihren Vater gebeugt, sein Blut an ihren Händen und im Gesicht...überall.
Sollte sie ihn etwa entkommen lassen?
Storald sollte sich verstecken, konnte aber alles sehen.
Seine Mutter traute ihm nicht zu seinen Mann im Kampfe zu stehen und wies ihn an.
"Nimm es und verstecke Dich, Sohn. Komm nicht heraus, gleich was passiert.", hat sie gesagt, als sie ihm das Buch der Familie in die Hand drückte und ihn mit sorgenvollen Augen anblickte, die sich mit Tränen füllten.
Und nun ist er hier und rennt um sein Leben, auf diesem zugefrorenen See...

Storald schafft es auf die andere Seite des Sees, wieder in die Wälder hinein.
Das offene Feld machte ihm noch mehr Angst, aber nun werden ihm die dichten, mit Schnee verhangenen Bäume Schutz vor etwaigen Verfolgern bieten.
Seine Gedanken sind wieder bei seinen Eltern.
Sie fanden den Tod, vor seinen Augen.
Askorge Valurnsson wurde gar von seiner eigenen Tochter nieder gestreckt.
Sie nahm ihm sein Blut, während andere über die Mutter her fielen und sie in Stücke rissen.
Er sah, wie ein Vater seine Klinge absetzte, als ihm gewahr wurde, dass sein eigen Fleisch und Blut vor ihm stand, ihn und seine Familie zu töten.
Dachte er etwa, sie würde ihn verschonen?
Oder war es einfach das Entsetzen, das ihn lähmte und ihn im Kampfe verzagen ließ?
Hjotrta, die geliebte Schwester, seine Tochter, blickte ihn nur kurz an und stürzte sich dann auf ihn.
Er wehrte sich nicht.

Storald blickt sich immer wieder um.
Er weiß gar nicht wie lange er schon auf der Flucht ist.
Das Gefühl für die Zeit ist ihm abhanden gekommen.
Das Buch, welches ihm die Mutter in die Hand gab, trägt er in einer ledernen Tasche am Körper.
Er wird darauf Acht geben, es mit seinem Leben verteidigen.
In diesem Moment, als er gerade wieder seinen Blick nach hinten wandern lässt, bricht unter ihm die Schneedecke ein.
Der Boden gibt nach, er tritt ins Leere und fällt.
Einige Meter stürzt er hinunter, schlägt dann auf einen kleinen Vorsprung auf.
Der Aufprall ist heftig, lässt ihn aufschreien und ein Geräusch verursachen, als ob soeben etwas gebrochen ist.
Er fällt weiter, trifft einen weiteren Vorsprung und landet dann schmerzverzehrt auf dem Rücken im tiefen Schnee.
Dort bleibt er liegen, regungslos.
Seine Augen werden schwer, blicken nach oben dorthin, vom wo er, diese vom Schnee verborgene Felsspalte, hinab fiel.
Er kann sich nicht rühren.
Irgendetwas ist bei dem Sturz kaputt gegangen.


Es ist plötzlich so ruhig, als Storald ohnmächtig wird...
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Mittwoch, 28. Dezember 2016, 10:00


Stadt Ebenherz, Steinfälle...
Im Jahre 585 der 2. Ära...
Nicht lange her...



Viktor Brerodsson, dem es erlaubt wurde die Nacht in einem der Zelte der Nord zu verbringen, die außerhalb der Stadtmauern zu Ebenherz lagern, kauert neben eben jenem Zelt und hält sich ein Stück Stoff an seine rechte Kopfseite.
Er jammert, nein wimmert fast ein wenig vor sich ob der Schmerzen, die er scheinbar hat.
An dem Stück Stoff, sowie an seinem Hemd auf Schulterhöhe, klebt etwas Blut.
Er wirkt ohne Frage sichtlich niedergeschlagen, so wie er da neben dem Zelt kauert, als ihn seine Weggefährten dort finden.
"Was ist passiert?", will die große rothaarige Nord Argun wissen, als sie ihn da so halb liegen sieht.

Noch vor gut einer halben Stunde war Viktor mit Darion und Argun in diesem Tempel, der im Herzen der Stadt Ebenherz liegt.
Darions Schwester Lilith war wohl in der Stadt unterwegs und der ´Zaubermann´ Faniriil, der Elf mit dem losen Mundwerk, pflegt zu dieser Zeit einige Argonier beim Glücksspiel auszunehmen, will man den Worten Arguns Glauben schenken.
Viktor selbst war auf der Suche nach Büchern über die Nachtwandler.
Oder wie seine Vorfahren sagten, über die Toten Wanderer.
So einige verschiedene Namen werden verwendet, wenn man über die Blutsaugenden Vampire spricht.
Das hat Viktor bereits gelernt.
Und nun sitzen sie hier in diesem Tempel der Dumner und sind gar sehr überrascht, dass man ihnen bei eben dieser Suche behilflich zu sein scheint, ihnen gar freundlich und offen begegnet.
Argun gefiel das gar nicht.
Grundsätzlich mag sie es wohl nicht sich lange in Gebäuden dieser Art aufzuhalten.
Darion scheint indes Gefallen an Argun gefunden zu haben, würde Viktor meinen.
Er begleitete sie auf der Jagd und so manches schmeichelnde ´Kompliment´ kam bereits über seine Lippen.
Das machen Nord nicht einfach so.
Das weiß selbst Viktor, der zwar als Nord geboren wurde, seine Heimat bisher aber noch nie sah.
"Noxiphile Sanguivorie...", liest er dann leise aus dem Buch, welches ihm einer der Akolythen brachte.
"Bei der Krankheit des Vampirismus handelt es sich nicht nur um eine einzelne Krankheit, sondern um viele...", ergänzt er dann, als Argun prompt ein "Dann ist es also doch eine Krankheit" hinterher schiebt.
Viktor wäre sicher völlig in diesem Buch versunken, wäre ihm nicht plötzlich eingefallen, dass er etwas in dem Zelt vergessen hatte und er sich sodann bei den Zwei entschuldigte, dies schnell zu holen.
Und so kam es, dass er ´ihn´ im Zelt überrascht hat...den Dieb, der dort im Zelt schon wartete.

"Lass mal sehen.", sagt Argun, die die blutende Kopfwunde an Viktors Kopf beäugt, während sich Lilith, die wieder zu der Gruppe gefunden hat, und Darion etwas umsehen.
"Ich fertige einen Verband. Es ist nichts Schlimmes, nur ein Kratzer... aber es sollte sich nicht entzünden."
Viktor nickt nur, während sein Schädel weiter brummt.
Ein dumpfer Gegenstand des Eindringlings hat ihm dies wohl zugefügt.
Aber er hat sich gewehrt, ehe er am Kopf getroffen wurde und zu Boden sank.
Mit seinem Messer, das er vornehmlich zum schälen von Äpfeln oder Brot nutzt, versetze er ihm einen Stich.
"Er muss bluten, ja", erklärte er etwas aufgeregt.
"Habe ihm am Arm oder an der Hand erwischt."
"Habt Ihr ihn gesehen, ihn erkannt?", will Darion wissen.
"Nicht wirklich. Die sehen doch alle gleich aus, die Dumner. Aber...eine lange Narbe quer durchs Gesicht. Ja, und langes Haar. Dürr und nicht groß...es ging alles sehr schnell."
"Und er stahl meine Tasche. Hört ihr? Meine Tasche...mein Buch ist darin. Das Buch meiner Ahnen."
Viktor ist aufgeregt.
Eine Nord, wohl eine derer, die sich hier vor den Stadtmauern aufhalten, nähert sich der Gruppe und blickt in die Runde. Ihr Blick ist eher abwertend.
Sie hat die Arme vor der Brust verschränkt und erklärt in wenigen und knappen Worten, dass man eine kleine, dürre Gestalt in Richtung des Stadttores hat laufen sehen.
Es fiel auf, da diese Person definitiv kein Nord war.
"Wir sollten sofort nach ihm suchen. Es wird schwer ihn in der Stadt zu finden, aber wenn wir länger warten, wird es sicher nicht leichter.", erklärt Lilith.

Die Stadt scheint plötzlich noch voller als sonst.
Es herrscht reges Treiben in den Gassen von Ebenherz.
Argun hat ihrem Wolf die Fährte aufnehmen lassen, klebt doch noch etwas Blut an Viktors Klinge.
Viel erwartet sich Viktor nicht davon, dessen Schädel nach wie vor schmerzt.
"Wie eine Nadel im Heuhaufen...wir sollten in der Taverne beginnen. Vielleicht haben wir Glück.", schlägt Darion vor.
Die Gruppe setzt ihren Weg zur ´Ebenholzflasche´, der hiesigen Taverne fort, in denen sie Tags zuvor noch Wein tranken.
Während Arguns Wolf vor der Tür warten muss, machen sich die Nord daran sich in der Schenke umzusehen.
Es ist laut, es wird getrunken, gesungen und getanzt.
Viktor blickt sich um.
Niemand zu erkennen der es sein könnte.
So schwer kann es doch nicht sein, einen Dumner mit einer Narbe durchs Gesicht zu finden.
Man verteilt sich in beiden Tavernenräumen, während Viktor an der Treppe Ausschau hält, die nach oben zu den Schlaf- und ebenso nach unten in die Kellerräume führt.
Da wird plötzlich ein Gesprächsfetzen an der Theke des Brauers Savel aufgeschnappt: "Sprich nicht so laut, Narr. Oder willst Du gar alle hier einladen, eh?" "Entschuldigt, Savel. ´Narbenfresse´ schickte mich her. Es gäbe Arbeit, sagte er..."
Ist das ein Hinweis?
Narbenfresse, so könnte man ihn gar nennen.
Argun und die beiden Nord-Geschwister beschließen dort abzuwarten, als in diesem Moment Viktor scheinbar nervös in der Türschwelle auftaucht und ihnen ein Zeichen gibt.
"Er könnte es gewesen sein...", erzählt er.
"Eben erst verließ einer die Taverne. Ich sah ihn nur von hinten. Aber es könnte passen."
"Dann los.", kommt es von Lilith.

Arguns Wolf schlägt an und springt sie förmlich an, als sie die Taverne verlassen.
"Was ist?", will Darion wissen.
"Er hat etwas gewittert. Wenn der Dieb hier vorbei kam, so haben wir nun eine Spur."
Der Wolf läuft los.
"Folgen wir ihm.", sagt Argun, die Reaktion der anderen gar nicht abwartet und los rennt.
Arguns Tierbegleiter ist nicht mehr zu halten.
Die Gruppe muss sich sputen ihm zu folgen.
Es geht gen Norden, raus aus der Stadt zu den Sümpfen der Argonier.
Dann nach Westen in Richtung des Hafens.
"Ich hoffe, wir können den Fähigkeiten eures Wolf vertrauen, Argun.", kommt es von Viktor, der sich immer mal wieder den Kopf hält.
Sie nähern sich dem kleinen Hafen, wo einige Kutter vor Anker liegen.
Wenige Dumner arbeiten an den Stegen.
Die Gruppe sieht sich weiter um.
Immer wieder kommt ein "Seht Ihr ihn?" in Richtung Viktor, der es aber immer verneinen muss.
Seine Gedanken kreisen indes um das Buch seiner Vorfahren, dort wo alles über ihn und seine Familie nieder geschrieben ist.
Die Münzen, die dort ebenfalls ruhen, scheinen ihn weniger zu interessieren, obgleich er, sollten sie weg sein, schlicht mittellos wäre.
Arguns Wolf schlägt bei einem der Dumner plötzlich an, rennt auf ihn zu und knurrt die Zähne.
"Halt!", kommt es von Argun, die ihrem vierbeinigen Gefährten folgt.

"Was wollt ihr von mir? Nehmt diese Bestie hinfort von mir!"
Der Dumner, der sich Surilen nennt, lässt eine Kiste fallen, die er trägt und hält die Hände abwehrend vor sich, während die anderen schnell aufschliessen und ihn prompt umstellen.
"Sachte, Dumner. Ich würde Euch raten keine Dummheiten zu machen.", warnt ihn Darion.
Der Dunkelelf wirkt erschrocken, macht große Augen und scheint gar verängstigt.
"Was wollt ihr?!"
"Der Wolf hat ihn gewittert. Er muss es sein. Erkennt Ihr ihn, Viktor?"
Viktor schüttelt den Kopf.
"Er hat auch nicht diese Narbe, sehr ihr?"
"Narbe? Sagtet ihr eben Narbe?", fragt Surilen, immer noch sichtlich eingeschüchtert.
"Was weißt Du? Sprich!", fordert Lilith.
"Den, den ihr sucht, will gleich mit seinem Kahn ablegen. Dort hinten...ihr solltet euch eilen, sonst ist er weg."
Surilen deutet auf den Steg der zur rechten Hand der Gruppe liegt, wo man dort genau in diesem Moment eine Gestalt erkennt, die wohl den Blick auf das Geschehen um Surilen gerichtet hat.
Und der jetzt beginnt zu flüchten.
"Da! Das ist er! Ja!", ruft Viktor voller Aufregung und deutet zu der fliehenden Gestalt.
"Ihm nach!"
Die Gruppe rennt los und lässt den verwirrten Surilen ohne weitere Beachtung zurück.

Der Dumner springt auf seinen Kutter und leint ihn los.
Als sich das Boot vom Steg entfernt treffen Viktors Weggefährten ein.
Viktor selbst kommt nicht so schnell nach.
Nach kurzem Zögern wagen die Nord den Sprung auf den Kahn.
"Wah..! Bleibt ab von mir, ihr Halunken!", zischt der dunkle Elf mit der Narbe und zückt einen Dolch.
Viktor schafft es nicht mehr an Bord und bleibt am Steg zurück von wo er das Geschehen voller Aufregung verfolgt.
Arguns Wolf ist an seiner Seite, ebenfalls noch an Land.
"Ergib Dich, Schuft! Elender Dieb!"
"Dieb?! Niemals! Runter von meinem Schiff!"
Der Dumner scheint zu allem bereit, richtet die Klinge gen Argun.
"Die Tasche, die Du gestohlen hast. Gib sie raus!", fordert Lilith.
"Was für eine Tasche? Lügner allesamt...!"
"Dort ist sie!", ruft Viktor vom Steg aus und deutet auf die lederne Umhängetasche, die an einem Mast baumelt.
"Also doch....", faucht Argun.
Von unter Deck ertönen plötzlich Geräusche, Stimmen.
Der Dieb scheint nicht alleine zu sein.
Zwei Argonier versuchen das kleine Gitter zu öffnen, um aufs Deck zu kommen.

....
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Spiffypurse« (23. Januar 2017, 11:19)


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Mittwoch, 28. Dezember 2016, 10:01

...


Das Narbengesicht verzieht das Gesicht zu einer hässlichen Fratze, als er zurück weicht ein paar hölzerne Stufen hinauf zum Oberdeck am Bug, dort, wo auch das Ruder ist.
Argun stürzt ihm nach, während Darion versucht die Echsenmänner unter Deck zu halten, die weiterhin alles daran setzen, das eiserne Gitter über ihnen zu öffnen, um sich in den Kampf zu stürzen.
"Obacht, Bruder!", ruft Lilith als in diesem Moment der Dieb das Ruder herum reißen kann, der kleine Kahn zu schaukeln beginnt und Darion Schwierigkeiten hat sein Gleichgewicht zu halten.
Argun wird in diesem Moment gewahr, dass sie sich nicht mehr an Land befinden und muss für einen Sekundenbruchteil inne halten ob ihrer Magen-Empfindlichkeit gegenüber dem Meer.
Dennoch ist sie sofort bei dem Dumner, der, trotz seines Messers in seiner Hand, sie mit weit geöffneten Augen anstarrt und beim erneuten zurückweichen rücklings zu Boden fällt.
Argun versetzt ihm einen Haken, packt ihn dann und wirft ihn hinunter aufs Deck, während sich der Kahn ob des unkontrollierten Ruders weiter auf dem Wasser hin und her windet.
Viktor und Arguns Wolf müssen indes vom Steg aus mit ansehen, wie sich die drei Weggefährten samt dem kleinem Schiff immer weiter von ihnen entfernen.
Lilith erkennt die Situation mit dem Ruder und sprintet los, während sich der Dumner unter Fluchen langsam hoch rappelt.
Da schaffen es die Argonier das eiserne Gitter zu öffnen, um aufs Deck zu springen, ihrem dunklen Elfenfreund zur Hilfe zu eilen.
Argun ist indes wieder bei dem Dieb angekommen, um ihn weiter in Schach zu halten, als sich Darion auf die Echsenmänner stürzt.
Es ist nicht bestätigt, ob Lilith geistesgegenwärtig handelt oder ob sie einfach nur unfähig ist, ein Schiffsruder zu bedienen, aber ihre scheinbar ungeschickten Versuche den kleinen Kutter in der Hektik des Kampfes wieder auf Kurs zu bringen, lassen den einen der Argonier das Gleichgewicht verlieren, zur Reling schleudern und ihn über Bord fallen.
Der andere schuppige Halunke schwingt seine Klinge gen Darion, während indes Argun wieder über dem Dumner steht und ihm noch eine verpasst.
Darion entpuppt sich als geübter Kämpfer, der scheinbar wenig Mühe hat den stümperhaft agierenden Argonier nieder zu strecken.
Lilith indes kämpft weiter mit dem Ruder und kann es nicht verhindern, dass sich das Schiff gar plötzlich denkbar schnell dem Steg nähert, wo Viktor und Arguns Wolf immer noch stehen und versuchen dem Geschehen zu folgen.
Viktors Tasche baumelt weiter an einem Mast und wird ob des schaukelnden Schiffes hin und her geschleudert.

"Oh nein..!!"
Lilith schreit auf als sie erkennt, wie schnell man sich dem Steg nähert.
"Runter hier!", ruft Darion Argun zu, die über dem am Boden liegenden Dumner steht und die Situation noch nicht erfasst hat.
Viktor reißt die Augen auf und weicht mit dem Wolf zurück, während sich das Boot zügig nähert.
"Was zum...!?", entfährt es Argun nur für diesen Moment als Darion zu ihr läuft, sie packt und sie mit von Bord ins Wasser zieht.
Lilith rudert weiter wie wild, muss aber ihre Unfähigkeit ein Schiff zu lenken einsehen, als sich der Dumner langsam wieder hoch rappelt.
Mit voller Breitseite kracht das Schiff in diesem Moment gegen den Steg.
Die Wucht des Aufpralls lässt Lilith schwanken, den Steg indes ein Stück auseinander und ein großes Loch in die Schiffswand reißen, das sich sofort mit Wasser füllt.
Selbst Viktor, der bereits einige Meter weiter weg in sicheren Abstand weilt, wird von dem Aufprall von den Füßen geholt und landet unsanft auf dem Holzboden des Stegs.
Während Darion und Argun sich zwischen den Trümmern und dem umhertreibenden Ladegut an die Stegüberreste retten, stürzt sich Lilth auf die ´Narbenfresse´ und kämpft verbissen mit ihm, bis ihr nichts mehr übrig bleibt, als nach der Tasche zu greifen und, diese über dem Kopf haltend, ins Wasser zu springen.
Lilith wird mitsamt der Tasche an den Steg gezogen, wo man nur noch zuschauen kann, wie der erbärmlich zugerichtete Dunmer auf den Überresten seines Schiffes Platz nimmt und so lange stoisch sitzend den Himmel betrachtet, bis sowohl er, als auch sein Schiff, vom unerbittlichen Sog in die Tiefe gezogen werden.


Diese Szenerie, kurz bevor das Wasser den Dieb verschluckt, entlockt Argun gar ein anerkennendes Nicken, wenngleich in diesem Moment in ihr ein Gefühl des Misstrauens zu keimen beginnt, ob der scheinbar stets unschuldig dreinblickende Viktor Brerodsson nicht doch etwas zu verbergen hat, das ein einfacher Dieb sein Leben für eine Tasche, oder einem Buch über eine Nord-Familie, zu riskieren scheint.
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Silvany Alvaris (31.12.2016), Naal (07.06.2017)

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Samstag, 31. Dezember 2016, 10:45


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Man schreibt das Jahr 221 der 2. Ära...
Irgendwo in den schneebedeckten Wäldern in einer Gebirgskette an der Grenze zum Fürstentum Pale...

Ein heftiger Schneesturm tobt an diesem Tag in der Gebirgskette im Fürstentum Winterfeste, welches zum Fürstentum Pale grenzt.
Man würde meinen, dass dieser Sturm jedwedes lebendes Geschöpf Tamriels in Unterschlüpfen drängen würde, aber an diesem Tage sind selbst die Toten nicht erpicht darauf sich im Freien aufzuhalten.
Der leicht verzweigte Zugang zu der vereisten Höhle, die von draußen ob des Sturmes kaum zu erkennen ist, lässt kaum Licht hinein.
Draußen tobt der Sturm, man hört den Wind pfeifen.
In der Höhle, dessen Wände nur aus Eis bestehen, ist es still...und dunkel.
Ein Lebender würde die Hand vor Augen nicht erkennen.
Aber in dieser Höhle gibt es keine Lebenden.

Hjotrta sitzt seit einer gefühlten Ewigkeit auf einer hölzernen Kiste, an der Eiswand gelehnt und blickt sich um.
Dabei ist ihr Körper und auch ihr Kopf ruhig, während ihre Augen umherwandern.
Die Dunkelheit macht ihr, und den anderen rund dreißig Vampiren, nichts aus.
Ihr Blick ist klar, jede Bewegung, sei sie noch zu gering, wird wahrgenommen.
Die anderen Nachtwandler sitzen in großer Mehrzahl fast letargisch in irgendwelchen Ecken der Höhle, teils alleine und verteilt, teils in Gruppen zusammengekauert, alsob man sich wärmen wolle...was ja nun gar keinen Sinn ergeben würde.
Bis auf ein paar verschiedene hölzerne Kisten, Kleidungsstücke, Taschen, sowie einige Klingen, die allesamt scheinbar wahllos umherligen, ist sonst nichts an ´Einrichtung´ zu erkennen.

In der einen Ecke sind drei Körper, zwei Nord-Männer und eine Frau, an den Füßen aufgehängt worden.
Unter ihnen sind Holztroge, die wohl als Auffangbecken für das Blut der Toten dienen sollen.
Man erkennt kleine Rinnsäle der roten Lebensflüssigkeit von den Körpern in eben diese Tröge fließen.
Die Vampire töten wohl nicht alle ihre Opfer sofort, nehmen einige mit, um sie erst später zu töten und auf dieses Weise ausbluten zu lasen.
Neben den Trögen sind einige leere Flaschen und Wasserbeutel zu sehen.
Dem Frauenkörper fehlt der Kopf.
Hjotrtra entdeckt ihn ein paar Meter weiter, halb vom Schnee bedeckt.
Es müssen Nord aus ihrem Dorf sein, aber sie erkennt sie nicht.
Nein, wenn man ehrlich ist, interessiert es sie einfach auch nicht.
Sie bewertet diese Dinge nicht, sie nimmt sie nur wahr.
In einer anderen Ecke liegen weitere tote Körper, von Schnee und Eis bedeckt, und wohl bereits länger tot.

"Das vergeht, ja...vergeht, hehe..."
Neben Hjotrta sitzt ein jämmerlicher Vertreter der Vampirspezies, füllt aus einem Trog Blut in Flaschen um und blickt sie aus kalten toten Augen an, als er sie in diesem Moment anspricht.
Hjotrta blickt ihn an, sagt nichts.
"Ihr werdet Euch dran g´wöhnen, ja...hehe...sie g´wöhnen sich alle dran, ja."
Der, der sie anspricht nennt sich Vilrim, ist dürr und von kleiner Statue.
Er ist stets leicht gebückt, hat keine Haare und sein fahles Gesicht sieht so aus, als ob es irgendjemand mal in ein Feuer gedrückt hätte, so ist es von Brandnarben übersät.
Eine äußerst hässliche Ausgeburt der Nacht, die die Angewohnheit hat, mit sich selbst zu sprechen, gar leicht hektische Bewegungen zu vollziehen und oft leise zu lachen.
Hjotrta blickt in verfaulte Zahnreihen, als er sie angrinst, wobei die scharfen Eckzähne fast schon wie neu eingesetzt und künstlich wirken, vergliche man sie mit den anderen.
Hjotrta bleibt weiterhin stumm.
Was soll sie auch sagen?
"Ja, der Anfang is nich leicht, ja...hehe...aba dann, dann woll´n sie plötzlich alles, ja...gierig wer´n sie, hehe..."
Vilrim spricht nun wieder mit sich selbst und wendet sich aufs Neue dem Flaschen-füllen zu.
"Sieben...nein, es werden sicha acht, ja...hehe."
Er setzt einen Korken auf eine soeben gefüllte Flasche und will sie gerade neben die anderen sechs stellen, als er wieder zu Hjotrta blickt und kurz zögert.
"Wollt Ihr...? Nehmt ruhig...wird Euch stärken, ja.", sagt er grinsend und hält ihr die Flasche mit dem Blut hin.
In diesem Moment tritt eine Gestalt aus einer der dunklen Ecken hervor und nähert sich den beiden.
Es ist der grauhaarige Anführer und er bleibt nur ein paar Schritte vor Hjotrta stehen.
Vilrim, der sofort die Flasche weg stellt, sein glatzköpfiges Haupt neigt und sich wieder dem Trog zuwendet, wird von dem Grauen nicht beachtet.
Er blickt Hjortra an, schenkt ihr ein Lächeln und reicht ihr, wieder, die Hand.
"Komm, Hjotrta."

Die Tochter des Askorge lässt sich von dem Grauhaarigen durch die Höhle führen, die größer ist, als man im ersten Moment zu meinen scheint.
"Haltet Euch besser von Vilrim fern, meine Liebe."
Die Stimme des Grauhaarigen ist sanft, ein schier krasser Gegensatz zu dem was er ist.
"Vilrim?"
"Die glatzköpfige Made, die Euch eben ansprach. Er ist schon lange bei uns, wohl stets treu, aber dennoch ein listiger kleiner Köter, der auch euer Blut nehmen würde, würde es zu seinen Vorteil sein."
Hjotrtra blickt sich um.
In diesem Teil der Eishöhle sieht sie einen kleinen Tisch, mehrere Stühle und einige Bücher.
Da die anderen Vampire sich hier nicht aufhalten, so ist dieser Bereich wohl dem Anführer vorbehalten.
"Mein Name ist Fjorig. Anführer des Elmerd-Clans."
Der Grauhaarige deutet eine leichte Verbeugung an und immer noch umspielt ein leichtes Lächeln sein Gesicht, welches im Vergleich zu Vilrims Glatzkopf noch sehr gut ´erhalten´ ist.
"Das hier ist nun eure Familie, euer neues Heim, Hjotrta."
Fjorig nähert sich ihr, bis sein Gesicht fast das ihre berührt.
"Ihr seid so schön, meine liebe Hjotrta.", fügt er hinzu, als er mit der einen Hand weich über ihre kalte Wange fährt und ein paar der dunklen Strähnen ihres langes Haares aus des Gesicht streicht.
Sie sagt nichts, blickt ihn nur an und fühlt sich gar magisch von ihm angezogen.
Eine Aura der Macht strahlt von ihm aus, der sich Hjotrta, in diesem Moment zumindest, nicht entziehen kann.


"Habt keine Sorge. Ich werde auf Euch achten, meine Gefährtin..."
"Nichts hat einen Wert, wenn man nicht dafür gekämpft hat."(zitiert von Enric Milnes aus ´Die Alik´r - Zweite Ära´)

"Niemals tut man so vollständig und so gut das Böse, als wenn man es mit gutem Gewissen tut." (Blaise Pascal, 1623 - 1662)

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Freitag, 6. Januar 2017, 13:34



Feste Kragenmoor, Steinfälle...
Im Jahre 585 der 2. Ära...


Viktor Brerodsson fasst sich an die rechte Kopfseite und kontrolliert, ob der von Argun angelegte Verband noch gut sitzt.
Sein Schädel brummt nach wie vor und er fragt sich, ob er nicht doch arg verweichlicht ist ob seines Lebens in Davons Wacht.
Warum nur hat ihn sein Vater nie den Umgang mit der Klinge gelehrt?
So wurde er Schuhmacher und das noch nicht einmal erfolgreich.
Er wünscht sich, das er in seiner eigentlichen Heimat, in Ostmarsch aufgewachsen wäre.
Dort, wo sein Vater einst mit seiner ersten Frau lebte, in den kalten, verschneiten Bergen und Tälern seiner Vorfahren.
Jetzt sitzt er wieder auf seinem Pferd und reitet in diesem Moment der hünenhaften rothaarigen Argun, sowie Darion hinterher, ebenfalls ein Nord.
Ein kurzer Blick geht noch einmal zurück, wo nur noch vage die Silhouetten der Dächer und Mauern von Ebenherz zu erkennen sind.
Es geht nun zur Feste Kragenmoor, das auf dem Weg gen Norden als nächste Etappe ausgemacht wurde.
In der Ferne hört man unentwegt das leise Grollen der Vulkane des Velothigebirges und des Aschberges.
Es geht eine leichte Brise, die aber dafür sorgt, dass der Aschenregen in andere Richtungen geblasen wird.
Darions Schwester ist noch in Ebenherz und wollte nachkommen und so reiten sie nun zu Dritt auf den einfachen Wegen Steinfälles.
Der ´Zaubermann´, der Elf mit den tausend Namen, ist nicht mehr aufgetaucht.
Es ist komisch, aber er wird ihn wohl doch irgendwie vermissen, obwohl seine freche Zunge ihn gar oft zur Weißglut brachte.
Viktor spürt indes wieder seinen Hintern und hofft, dass der Ritt diesmal nicht so lange währt.

"Haltet ein, Fremdlinge. So nennt den Grund dieses Tor zu passieren, den Grund eures Aufenthaltes hier in Kragenmoor."
Die Stimme des Dumner ist tief und voller Selbstsicherheit ob seiner scheinbar souveränen Stellung als Torwache der Feste, als er aus einer Gruppe von drei in Stahl gerüsteten Soldaten hervor tritt und den drei Reitern entgegen geht.
"Drei Nord, auf dem Weg gen Ostmarsch, suchen eine Bleibe für die Nacht.", wird ebenso klar geantwortet und mit einem "Wir kommen aus Ebenherz, bleiben nicht lang." ergänzt.
Das Reiter-Trio würde nicht auffallen, würde nicht Viktor wohl einer von ihnen sein.
Er, der zwischen Darion, mit seiner blinkenden und scheppernden Rüstung samt schwerer Klinge, sowie der großen, rothaarigen Argun mit ihrer Zweihandaxt, reitet und nur mit einfachen Leinen bekleidet ist.
Dessen Kopf ein Verband trägt, ein paar getrocknete Blutflecken den Stoff an seiner rechten Schulter zieren und der mit nichts weiter als mit einem einfachen Messer ´bewaffnet´ ist.
Der Dumner blickt etwas misstrauisch drein, lässt die Drei dann aber, nach kurzer Rücksprache mit den anderen zwei Wachsoldaten das Tor zur Feste passieren.
"Das lief doch super...", kommt es dann noch leise von Darion als sie in Kragenmoor einreiten..."

Viktor sitzt in einem der Gasträume des ´Fauchenden Guar´, einer der hiesigen Tavernen der Feste Kragenmoor in Steinfälle.
Vor ihm erkennt man auf dem Tisch eine Karaffe mit Wein, ein Kelch, sowie eines dieser Flugblätter einer gewissen Sendrasa Dralas, die hier zu Unmengen in der Feste verteilt sind.
Viktor kam gar nicht umher eines dieser Blätter zu nehmen.
"...Hört, hört...Kunst, die unter die Haut geht...", liest er die ersten Zeilen leise zu sich selbst.
Eine Hautstecherin bietet scheinbar ihre Dienste an, hier in dieser Feste, deren Bewohner der kleinen Häuser zum großen Teil doch schäbig und ärmlich wirken, insbesondere im Unteren Viertel.
Wenn sich die Möglichkeit ergeben sollte, würde er gerne mal dieser Frau Dralas bei ihrem Tun über die Schulter schauen.
Auch von einer Familie Mavroth, einem wohl hier angesehenen Haus, hat er in der Taverne gehört, so die Dunmer dann mal nicht in ihrer Sprache redeten, von der Viktor nun gar kein Wort versteht.
Ein großes Bankett wurde gar gefeiert, zu Ehren der Rückkehr des Sohnes des Hauses.
Zumindest war es das, was er verstanden hat.
Dieses Haus muss wohl in einem der größeren Gebäude der Feste ihren Sitz haben, nicht dort, wo der Pöbel im Dreck der Straßen des Unteren Viertels weilt.
Die Nacht hat er in einem kleinen Zimmer des ´Fauchenden Guar´ verbracht.
Er war überrascht, dass doch einige Zimmer, auch größere als das seine, belegt waren.
Damit hat er nicht gerechnet.
Ein einfaches Bett, ein Stuhl, ein Schrank, eine halb herunter gebrannte Kerze, aber auch kein Fenster...mehr konnte seine Bleibe für die Nacht nicht bieten.
Dafür war sie günstig und kostete nur wenige Münzen.
Was will er auch mehr als sich von den Strapazen des Ritts zu erholen?
Und seinen Verband ist er ebenso los, was ihn ungemein freut, da ihn die oft fragenden Blicke der Leute schon ein wenig nervte.

Jetzt sitzt er also in dem einen der Gasträume des ´Fauchenden Guars´ und ist dermaßen vertieft in dem Buch seiner Familie, dass er gar nicht mitbekommt, dass seine rothaarige Waffenhand Argun den Gastraum betritt und sich seinem Tisch nähert.
"Ah, Argun. Wie war eure Nacht im Freien?", sagt er dann, als er ihre Anwesenheit dann doch bemerkt und ergänzt "Ihr seid wirklich eine wahre Nordfrau. Ich muss gestehen, dass ich Euch dafür bewundere."
Ein leichtes Lächeln huscht in Arguns Gesicht, die aber dann die Arme vor ihrer Brust verschränkt und Viktor mit festem Blick fixiert.
"Nun, wann brechen wir dann auf, Viktor Brerodsson?"
Viktor schaut etwas verdutzt und legt das aufgeschlagene Buch auf dem Tisch ab.
"Aufbruch? Jetzt schon? Sind wir nicht gerade erst gekommen? Also ich.."
"Stottert nicht. Sprecht klar aus, was Ihr wollt."
"Ja. Also, ja...wir bleiben noch etwas. Wir sollten es nicht übereilen. Ein paar Stunden können wir noch hier in dieser Feste verweilen, denke ich."
Argun nickt stumm und mustert in diesem Moment nur kurz den rothaarigen Dunmer, der in der Tür steht und den man aber gar nicht hat reinkommen hören.
Er verweilt dann wohl in Türnähe und scheint die Leute des Raumes zu beäugen.
Argun wird ihn im Auge behalten.
"Was ist das?", fragt sie dann gen Viktor und deutet auf das Blatt Papier, das auf dem Tisch direkt neben dem Weinkelch liegt.
"Die liegen hier zu Hauf herum. Eine Haustecherin bietet ihre Dienste an."
"Eine Hautstecherin? Hier in Kragenmoor?"
"Ja, eine..." Viktor blickt noch einmal kurz auf das Dokument, welches eines an Text enthält "...Sendrasa Dralas, so ist ihr Name.", wird dann noch ergänzt.
Einige Tische weiter, etwas im Schatten, hebt sodann eine Dunmer den Kopf und blickt kurz in ihre Richtung.
Ihr Gesicht ist halb verhüllt mit einer Art halbseidenem Tuch und ihre Augen haben gar eine seltsam stechende Wirkung auf Viktor, als sich für einen Moment ihre Blicke treffen.
Argun nimmt den Blick der Dunmer wahr und zuckt nur mit den Schultern.
"Vielleicht ist sie gar nicht so weit weg, mein kleine Freund. Vielleicht saß sie bereits die ganze Zeit schon dort in der Ecke. Wenn Ihr also Interesse verspürt eure Haut ihren Künsten hinzugeben, so solltet Ihr ein paar Tische weiter gehen.", kommt es von Argun gen Viktor.
"Oh nein. So war es nicht gemeint. Mich würden aber ihre Fähigkeiten schon interessieren...", antwortet er und untermalt seine Worte mit einer abwehrenden Handgeste.

Argun schüttelt nur leicht, mit einem Hauch von Spott, den Kopf, als in diesem Moment weitere Dunmer den kleinen Gastraum betreten.
Während Argun sich an eine Wand anlehnt, blicken zwei der Dunmer erst einmal umher, wobei einer sich direkt der einen mit dem Tuch vor dem Mund zu wendet, scheinbar ein neuer Kunde von Sendrasa Dralas.
Viktor freut sich still, ergibt sich ihm wohl doch nun eine Gelegenheit der Dralas bei ihrem Tun über die Schulter zu schauen, denn er ist sich indes sicher, dass sie die Hautstecherin sein muss.
Der dürre rothaarige Dunmer, der zuvor bereits den Raum betrat, ist inzwischen ebenfalls an einer der steinernen Wände gelehnt, hat die Arme vor der Brust verschränkt und schaut sich weiter um, scheinbar das Geschehen und die Gäste beobachtend.
Da betritt eine weitere Person die Bühne, bleibt aber in der Tür stehen und schielt in Richtung Viktor und Argun.

Viktor kann es kaum glauben, aber dort steht der ´Zaubermann´ Faniriil und grinst sie an...




(Kleine OOC-Anmerkung: Die Texte um Viktor sind quasi Nacherzählungen von ausgespieltem Rollenspiel. Diese beruhen aber immer nur auf das, was man so behalten hat. Notizen mache ich mir nicht. Damit es keine Romane werden streiche oder kürze ich einiges ab bzw. fasse etwas zusammen. Falls ich da mal bei anderen Charakteren oder bei Situationen komplett daneben liege, so funkt mich bitte entweder über den Feedback-Thread oder per PM an.)

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Montag, 9. Januar 2017, 11:25



Man schreibt das Jahr 221 der 2. Ära...
Irgendwo in den eiskalten, schneebedeckten Wäldern an der Grenze zum Fürstentum Ostmarsch...



Storald Askorgesson, Sohn von Askorge, öffnet nur langsam, gar zögerlich seine Augen und blinzelt, auf dem Rücken liegend, in die Sonne.
Es erscheint ihm alles zunächst sehr schemenhaft, der wolkenverhangene Himmel aus denen ab und an die Sonne, so wie jetzt in diesem Moment, hervor lugt.
Vereinzelt fallen Schneeflocken aus den grauen Wolken, die sich sehr schnell am Himmel bewegen, als er nun auch Geräusche wahr nimmt.
Nicht nur der pfeifende Wind, sondern auch das knacken und knistern eines Lagerfeuers, sowie Stimmen.
Er dreht seinen Kopf und erkennt nur ein paar Schritte von ihm entfernt einige Nordmänner, die an einem Feuer sitzen, essen, trinken und reden, manchmal lachen.
Er selbst liegt, in eine Felldecke gewickelt, ebenso nahe des wärmenden Feuers.
Storalds Augen irren umher.
Er versucht sich einen Überblick zu verschaffen und ist gar ein wenig verwirrt.
Neben den Männern am Feuer stehen einige Pferde im Schnee, ein alter Holzkarren, sowie eine Kiste, Felle und Säcke.
Starker Wind lässt den Schnee ein ums andere Mal aufwirbeln, gepaart mit dem dazu passenden Pfeifen.
Storalds Kopf arbeitet auf Hochtouren.

Was ist geschehen?
Wo ist er hier?
Wer sind diese Männer?

Schwerfällig versucht er sich aufzurichten und merkt, dass er seine Beine nicht bewegen kann.
Nein, es ist nur eines.
Das Linke ist mit einer Art Seil und Ästen fixiert.
Scheinbar ist es gebrochen.
Seine rechten Rippen schmerzen wie wild und lassen ihn beim aufrichten einen leisen Aufschrei ob des Schmerzes seiner Kehle entlocken.
Die Männer am Feuer drehen sich zu ihm um, blicken ihn an.
"Bleib besser liegen, Junge.", kommt es knapp und nuschelnd von einem der Männer, einem kräftigen Nord mit dunkelrotem langen Haar und ebenso langen Bart, der gerade von einem Stück Fleisch eines Kaninchens abbeißt und darauf herum kaut.
"Hmm...", grummelt nur ein anderer und trinkt aus einer Flasche, während ein Dritter gar nichts sagt und sich wieder dem Feuer und einem weiteren Kaninchen zuwendet, welches er dort gerade am braten ist.
Storald erwidert die Blicke der Nord und denkt weiter darüber nach, was wohl geschehen sein mag.

Er erinnert sich an die furchtbaren Dinge, die im Dorf seiner Familie geschehen sind.
An seine Schwester Hjotrta, die wohl zu einer der Toten Wanderer wurde, und eigenhändig Askorge, ihren Vater, tötete.
Und an seine Flucht...
Ja, seine Flucht durch die Wälder Winterfels.
Und dann dieser...Sturz.
Das Eis gab nach, er übersah eine Spalte.
Aber wer sind diese Männer?
Storald schaut sich um.

"Wir fanden Dich viele Stunden von hier. Fast tot, vom Schnee bedeckt, in dieser Felsspalte.", sagt dann der, der am trinken ist und wohl Storalds fragenden Blick erkannt hat.
"Hast Glück gehabt. War Zufall, dass wir Dich fanden, Junge.", ergänzt er.
Storald sagt nichts, blickt ihn nur stumm an.
"Dem hats wohl nicht nur ein paar Knochen gebrochen...hat wohl auch seine Zunge verschluckt.", kommt es von dem mit dem Kaninchen.
"Was biste denn nur allein durch die Wälder gelaufen, Junge? Ohne Wasser, ohne Proviant und ohne Waffe, hm?"
"Ich, also ich...", stottert Storald nur.
"Ach, erzähl´s später, Kleiner. Kannst aber froh sein, dass Du dein Leben noch hast. Warst einige Tage weg. Das Bein ist hinüber, mehrmals gebrochen. Schnell rennen wirste damit nicht mehr."
Der junge Storald nickt nur knapp und blickt auf das linke Bein.
"Ein paar Knochenbrüche, aber das wird wieder."
"Wo, wo sind wir?", will Storald wissen.
"Ah, er kann doch sprechen.", witzelt der Rothaarige schmatzend.
"Als wir Dich fanden warst Du ohne Bewusstsein. Wir haben Dich auf dem Karren dort mitgenommen. Alleine kommst Du in dem Zustand nicht weit und wir sind auf dem Weg gen Ostmarsch, zu unseren Familien. Die Grenze ist nicht mehr fern, nur noch ein paar Tagesritte."
"Ostmarsch...", wiederholt Storald.
"Ja. Wir nehmen Dich mit. Dort wird man deine Wunden besser versorgen, als das wir es können. Dann kannst Du wieder zurück zu den Deinen."
"Wie ist eigentlich dein Name, Kleiner?
Storald blickt den Rothaarigen an, der gerade die Knochen des Kaninchens abnagt.
"Storald Askorgesson, Sohn von Askorge."
"Gut, Storald Askorgesson, Sohn von Askorge...dann seid willkommen und ruht noch ein wenig. Wir brechen bald auf."


"Habt Dank. Aber da wo ich her komme gibt es keinen mehr von den Meinen. Ich bin der Letzte...", spricht er dann und beschließt in diesem Moment seine untote Schwester Hjotrta aus seinen Gedanken zu verbannen.
"Nichts hat einen Wert, wenn man nicht dafür gekämpft hat."(zitiert von Enric Milnes aus ´Die Alik´r - Zweite Ära´)

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Freitag, 13. Januar 2017, 10:04



Irgendwo in den schneebedeckten Wäldern in einer Gebirgskette an der Grenze zum Fürstentum Pale...
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Der Schneesturm ist abgeebt, der Wind ist nun deutlich weniger stark, aber immer noch unangenehm und bisweilen böig.
Die Dunkelheit der Nacht, sowie der weiterhin starke Schneefall, lässt einen kaum die Hand vor den Augen erkennen und so ist die Gruppe der Vampire in den schneeverhangenen Wäldern der Gebirsgskette wahrlich schwer auszumachen.
Im Untot spielt die Zeit keine Rolle mehr und so hat Hjotrta das Gefühl dafür verloren wie lange der Vampir-Clan um den grauhaarigen Anführer Fjorig in dieser Höhle ausharrte.
Es müssen so einige Tage und Nächte gewesen sein.
Jetzt bewegt sich der Tross der Blutsauger - die Toten Wanderer - langsam durch den Schnee der Wälder, ohne Hektik oder Eile.
Man befindet sich in einer Gebirgskette, noch im Fürstentum Winterfels, die aber an Pale grenzt.
Pale soll noch mehr mit Eis bedeckt, noch kälter sein und allem Lebenden alles abverlangen.
Die Vampire tangiert das natürlich nicht.
Fjorig ist wohl der Meinung, dass gerade dieser Umstand ihnen noch mehr Schutz bietet und sie noch weniger gut aufspüren lässt.
Der Nachteil ist sicher die geringere Aussicht auf gute und zahlreiche Beute.

Die Gruppe der untoten Blutsauger, die sich den Namen Elmerd-Clan gegeben hat, besteht vornehmlich aus Nordleuten und umfasst so knapp an die dreissig Vampire.
Auch ein Indiz dafür, dass Fjorig und seine Getreuen vornehmlich in den Gebieten der Nord auf Jagd sind.
Neben Hjotrta gibt es auch einige andere Frauen, aber die Männer sind weit in der Überzahl.
Die Frauen haben meist feste Partner.
Einige allerdings mehrere, wobei Hjotrta noch nicht sicher weiß, wer sich dann wen teilt.
Auch ein paar Männer lassen sich als ´Paar´ zuordnen, so ihre Beobachtungen.
Sex spielt nach wie vor eine große Rolle, trotz ihres untoten Daseins, wie sie selbst bereits hat erfahren dürfen.
Im Leben hat sie noch keine Erfahrung mit dem anderen Geschlecht gemacht.
Es gab natürlich einige Nord aus dem Dorf, die sich nach ihr umschauten, aber einen richtigen Verehrer gab es nicht.
Fjorig, der grauhaarige Anführer hat sie als seine Gefährtin auserkoren und es dauerte wahrlich nicht lange, bis er sie in dieser Höhle, in dem kleinen nur für ihn vergebenen Bereich, das erste Mal verführte.
Er hat ab dem ersten Moment eine Faszination auf sie ausgeübt, der sie sich nicht entziehen konnte.
Das Liebesspiel mit ihm gefiel ihr und lässt den Wunsch auf mehr in ihr keimen.

Unter den Vampiren gibt es auch einen Argonier, sowie einen Dunmer.
Zwar wurde in ihrem Dorf ein ums andere Mal über die Toten Wanderer geflüstert, aber Hjotrta war nie so wirklich klar, dass eine jede lebende Rasse wohl zu einem der Nachtwandler wird werden können.
So, wie sich das Äußere auch bei ihr verändert, wenn sie sich länger nicht nährt, so werden die Schuppen des Echsenmannes weiß und bleich in ihrer Färbung.
Der Argonier, der sich "Geht-mit-dem-Blut" nennt, ist stets ganz hinten bei dem Vampir-Tross zu finden, so als wolle er die Gruppe von dort sichern.
Der Dunmer indes ist der, der voran geht und - mit teils großen Abstand - wohl die Lage auskundschaftet.
Seinen Namen kennt Hjotrta noch nicht.
Er ist klein und dürr, hat dunkles längeres Haar, welches glatt nach hinten gekämmt scheint.
Bis auf ein Flüstern mit Fjorig hat Hjotrta ihn noch nie sprechen hören, wobei er scheinbar immer alles und jeden zu beobachten scheint.
Somit ist er mutmaßlich der Auskundschafter des Elmerd-Clans und einer der wenigen, mit denen Fjorig sich bei seinen Entscheidungen austauscht.
Fjorig selbst kann Hjotrta noch nicht recht einschätzen, bis auf die Tatsache, dass er auf sie eine fast hypnotische Anziehungskraft ausübt.
Sie wird sicher noch einiges über ihn erfahren.
Und da gibt es dann ja noch diese glatzköpfige Made Vilrim, der stets um Fjorig - aber auch um sie - herum schleicht, vom Anführer aber kaum Beachtung, geschweige denn Respekt erfährt.
Über die Hierarchie innerhalb des Clans ist sich Hjotrta noch nicht sicher, aber es gibt eine, das ist klar.

Und so marschieren die Vampire durch die Nacht, den Schnee und nähern sich Schritt für Schritt der Grenze zum Fürstentum Pale.
Gesprochen wird nicht.
Einige von ihnen tragen Taschen und Säcke, wohl gefüllt mit den ´Blutflaschen´ ihrer Beute.
Das wird nicht sehr lange halten, das weiß Hjotrta.
Auch in ihr kommt bereits wieder dieses Gefühl hoch, dieser Hunger...oder ist es Durst?
Dieses Verlangen...
Fjorig wird sie sicher bald neuer Beute zuführen.
Aus irgendeinem Grund hat sie Vertrauen in ihm, obwohl ein anderes Gefühl ihr sagt, dass sie es nicht tun sollte.

Für einen kurzen Moment trifft ihr Blick auf den von Vilrim, der sie nur wieder schief angrinst, als sie nun hinabsteigen in ein weiteres schneebedecktes Tal.

Etwas sagt ihr in diesem Moment, dass er noch eine Rolle in ihrem untoten Dasein spielen wird...
"Nichts hat einen Wert, wenn man nicht dafür gekämpft hat."(zitiert von Enric Milnes aus ´Die Alik´r - Zweite Ära´)

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Dienstag, 17. Januar 2017, 12:00



Deshaan im Jahre 585 der 2. Ära...

Die hohen Stadtmauern von Gramfeste wirken durchaus imposant und Viktor Brerodsson ist sichtlich beeindruckt, was er aber versucht nicht zu zeigen.
Er hält die Zügel etwas fester und bringt sein Pferd zum Stehen.
Ein langer Ritt liegt hinter ihnen und vor dem kleinen Reitertross liegt nun Gramfeste, die Hauptstadt des Ebenherz-Paktes.
Der Dunmer Raviel, den ihnen an der Grenze zu Steinfälle über den Weg lief, hatte, wie es der Zufall will, den gleichen Weg und erklärte sich bereit sie hierher zu führen.
Er hielt sein Versprechen, obwohl Viktor inzwischen nicht mehr an derart Zufälle glauben mag.
Raviel sah er bereits in der Feste Kragenmoor, als er seine Haut dieser geheimnisvollen Haustecherin Sendrasa Dralas hingab.
Damals machte er sich keinen Kopf über diesen Raviel, aber als er plötzlich auf dem staubigen Weg in Steinfälle vor ihnen stand, mit diesem merkwürdigen Reittier, das doch gefährlich anmutet, erinnerte er sich an ihn.
Jetzt, vor den Toren Gramfestes, offenbart er aber seinen weiteren Nutzen für Viktor und seine Gefährten.
Nicht nur, dass er sich scheinbar gut in den Landen Deshaans auszukennen scheint und sie so sicher führte, so ist er es, der mit dem Ordinator am Tor spricht und dafür sorgt, dass man der Gruppe von Nord, samt dem Elfenmann Fanririil, Einlass gewährt.
Viktor hatte zuvor Zweifel, ob dies gelingen würde.
Nicht Jeden würde Einlass gewährt und man solle sich vorsehen Ärger zu machen, heißt es.
Die Ordinatoren verstehen keinen Spaß und zögern nicht Leute ´verschwinden´ zu lassen.
Als er an der Reihe ist und vom Ordinator durchsucht wird, ist in Viktor die Vorfreude, aber auch Sorge, auf Gramfeste zu spüren.


Viele Rittstunden zuvor...

"Na, wie ist es, Leute? Trinken wir einen, eh?"
Mit lauter, polternder Stimme steht der Nord Zackris vor der Gruppe um Viktor, Argun, Darion und dem Dunmer Raviel.
Man befindet sich in einer kleinen Taverne in einem ebenso kleinem Ort in Deshaan, nicht unweit der Grenze zu Steinfälle.
Der dürre Dunmer Raviel, der auf Reisen stets sein Gesicht zu verdecken pflegt, hat sie hierher geführt und man entschied, hier eine Rast einzulegen.
Der Besuch in der Taverne ließ da nicht lange auf sich warten.
Und jetzt steht dieser bärtige, muskelbepackte Nord vor ihnen, breitet die Arme aus, als ob er Alles und Jeden umarmen wolle, und verlangt nach Met.
"Ihr wollt einen ausgeben. Nur zu, mein bärtiger Nordmann.", kommt es nur knapp von Faniriil, der, wie immer, seinen gewohnt sarkastischen Ton in seinen Worte einwebt.
Zackris wird von den anderen beäugt, als dieser sich prompt aufmacht, zur Theke wandert und ein "Bleibt nur sitzen. Ich sorg fürs Met." der Gruppe zuruft.
Viktor ist sich unsicher, was er von diesem lauten Nordbär halten soll, der nur ´Zack´ gerufen werden will.
Diese Unsicherheit wird er auch später nicht ablegen, als Zackris sich ihnen gar anschließt, nachdem Viktor ihn seine Zeche gezahlt hat.
Ein stets leerer Geldbeutel, eine große Klappe und die Unbekümmertheit Schulden anzuhäufen bieten Potential für jede Menge Ärger.
Gleichwohl scheint er das Herz auf dem rechten Fleck zu haben und, sollten seine Behauptungen der Wahrheit entsprechen, geübt mit der Klinge sein.
Die rothaarige Argun indes beäugt scheinbar die Wahl Viktors den Nordmann sich der Reisegruppe anschließen zu lassen ebenso mit Skepsis, wie die Entscheidung darüber, sich dem Dunmer Raviel anzuvertrauen sie hier in den Landen Deshaans zu führen.

Viktor ist sich nicht mehr so sicher, ob Argun noch voll hinter ihm steht oder seine Entscheidungen in Frage stellt.
Obgleich sie stets erklärt, er solle sie treffen, wenn sie anstehen, denn er wäre der Boss.
So auch, als Viktor entschied nicht auf direktem Wege gen Norden zu reiten, da an den Grenzpässen zu Rift Patrouillen des Bündnisses in großer Anzahl anzutreffen wären, die nur darauf aus sind, Reisenden aufzulauern.
Man wurde gewarnt ob des Risikos, würde man diesen Weg wählen.
Und so entschied sich der einfache Schuster Viktor Brerodsson dafür gen Süden zu reiten.
Dort würde man in den Häfen einiger Städte Schiffe finden, die ihre Segel gen Norden setzen.
Ein Umweg, keine Frage.
Aber in Abwägung des Risikos von Soldaten des Bündnisses niedergemacht zu werden oder einen längeren Weg in Kauf zu nehmen, entschied er sich für die zweite Möglichkeit.
Faniriil gab natürlich seine passenden kritischen Worte zum Besten, zeigte aber keine Anzeichen, die Gruppe nicht weiter begleiten zu wollen.
Zum Glück hat er in der letzten Zeit auf seine Illusionen verzichtet, was Viktor als durchaus angenehm empfindet.
Und so ritt das kleine Tross gen Süden, gen Deshaan.
Darions Schwester Lilith wird nachkommen, so Darion.
Er hat sie nicht im Griff, denkt sich Viktor indes, als sich jetzt schon wieder sein Hintern meldet, der wohl nicht für das Reiten geschaffen ist.


Gramfeste, wieder später...

"Das ist wahrlich der Ort, den ich liebe.", ruft Zackris laut, als die Gruppe in Gramfeste die gut besuchte Taverne "Im Flammenden Nix" betritt und sich prompt einige Gäste umschauen.
"Nur sorgt diesmal nicht wieder für Ärger, wenn es um das Zahlen der Zeche geht,...so wie in der kleinen Taverne zuvor.", entgegnet Viktor.
"Ärger? Aber Viktor, mein Freund...was denkt Ihr nur.", antwortet Zackris und schreitet ohne Zögern zur Theke, dem Wirt ein Zeichen gebend.
Zackris fällt auf, keine Frage.
Und so wird er bereits von zwei Nordleuten, einem ´Pärchen´, das an einem der Tische ihren Met leert, scheinbar interessiert beäugt.

Viktor weiß in diesem Moment noch nicht, dass auch er diese zwei Nord kennenlernen wird...
"Nichts hat einen Wert, wenn man nicht dafür gekämpft hat."(zitiert von Enric Milnes aus ´Die Alik´r - Zweite Ära´)

"Niemals tut man so vollständig und so gut das Böse, als wenn man es mit gutem Gewissen tut." (Blaise Pascal, 1623 - 1662)

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Samstag, 21. Januar 2017, 09:46


Fürstentum Ostmarsch, ein kleines Dorf in der Nähe von Windhelm
Man schreibt das Jahr 223 der 2. Ära...


Storald Askorgesson, Sohn von Askorge und letzter noch Lebender seiner Blutlinie, sitzt an dem alten hölzernen Tisch und starrt auf die leere Seite des Familienbuches.
Nur ein paar Schritte entfernt lodern die Flammen in einem Kamin, bearbeiten ein paar Holzscheite und geben dem kleinen Raum eine angenehme Wärme.
Auf dem Tisch gibt eine halb herunter gebrannte Kerze ausreichend Licht.
Ebenso erkennt man dort weitere lose Pergamentseiten, ein kleines Tintenfässchen, sowie eine Feder, deren Kiel bereits dunkel gefärbt ist.
Storald fasst sich durch sein langes Barthaar und denkt nach, immer noch auf das aufgeschlagene Buch blickend.
Er befindet sich in einer einfachen Hütte eines kleinen Dorfes im Fürstentum Ostmarsch, nicht unweit der Stadt Windhelm.
Es ist nun bereits zwei Jahre her, seit ´es´ passierte.
Zwei Jahre sind keine kurze Zeit, aber sie vergingen wie im Fluge.

Immer wieder kommen Erinnerungen hoch an das, was damals in dem Dorf seiner Eltern passierte.
Das Familienbuch hat ihm seine Mutter in die Hand gedrückt, bevor er die Flucht antrat.
War es Feigheit einfach davon zu rennen?
Er war noch grün hinter den Ohren, gerade einmal fünfzehn Jahre alt.
Aber er war alt genug die Axt zu führen.
Er schämt sich dafür nicht mit ihnen in den Tod gegangen zu sein, nicht an ihrer Seite gekämpft zu haben.
Er ist ein Nord.
Ein Nord kämpft bis zum letzten Atemzug, voller Hingabe und mit Ehre im Leib.
Aber er floh, rannte weg, wie ein erbärmliches feiges Schwein.
Seine Mutter wies ihn an.
"Nimm es und verstecke Dich, Sohn. Komm nicht heraus, gleich was passiert.", hat sie gesagt, als sie ihm das Buch der Familie in die Hand drückte und ihn mit sorgenvollen Augen anblickte, die sich mit Tränen füllten.
Storald versucht zu verstehen.
Schon zwei Jahre lang versucht er es.

Wenn er stirbt, gibt es seine Blutlinie nicht mehr.
Seine Schwester, Hjotrta, ist nicht mehr eine der Ihren.
Er, Storald Askorgesson, ist der Letzte.
Seine Mutter hat wohl Recht gehabt.
Es ist an ihm dafür zu sorgen, dass die Familiengeschichte weiter geschrieben wird.
Trotz des Makels der Feigheit muss er dies akzeptieren und damit leben lernen.
Er spricht nicht darüber, hier in diesem kleinen Dorf und wenn, dann nur flüchtig, Details vermeidend.
Die Männer, die ihn bei seiner Flucht in dieser durch Eis und Schnee verdeckten Felsspalte fanden, erkannten schnell seine Lage und wussten, dass ihm etwas Schreckliches widerfuhr.
Sie stellten keine Fragen als sie ihn hier in das Dorf brachten, er versorgt wurde, sodass seine Wunden rasch heilten.
Nein, sie boten ihm sogar an zu bleiben.
So sind sie die Nord, halten zusammen.
Viel anderes blieb ihm nicht übrig und doch erfüllt es ihn mit Dankbarkeit ob dieses Angebotes, das er natürlich annahm.
Ein Neubeginn soll es werden.

Storald nimmt die Feder zur Hand und taucht sie in das Tintenfässchen.
Er hatte viel Zeit die Eintragungen in dem Familienbuch zu lesen.
Viel konnte er eh nicht machen.
Sein linkes Bein war mehrfach gebrochen und es wird nie wieder so, wie es mal war.
Er wird sein Leben lang hinken.
Aber er lebt und ist hier nun, nach zwei Jahren, endlich bereit die Geschichte der Familie fortzuschreiben.
So, wie es seine Vorfahren taten und alles in dieses Buch schrieben.
Jetzt ist es an ihm alles festzuhalten und es irgendwann, so es die Götter wollen, an seinen Sohn weiterzugeben.
Er setzt die Feder an und schreibt ein paar Sätze.
Die Gedanken sind für einen Moment wieder bei seiner Schwester, Hjotrta.
Soll er sie in seinen Aufzeichnungen erwähnen?
Soll er die Wahrheit schreiben?
Er zögert kurt, fasst sich wieder mit der freien Hand durch den Bart.
Dann folgt ein kurzes Nicken und er schreibt weiter.
Seine Nachfahren und alle, die das Buch lesen, sollen alles wissen und um den Fluch, der sich auf seine geliebte Schwester legte, vernehmen.
Was wohl aus ihr geworden ist?
Ob es sie noch gibt?
Ob sie in diesem Moment durch die Wälder streift und nach den Lebenden Ausschau hält, ihnen ihr Blut zu nehmen?

Storald setzt die Feder ab und liest noch einmal über die soeben verfassten Zeilen.
Die brennenden Holzscheite im Kamin knacken immer wieder und durchbrechen so die ansonsten anhaltende Stille.
Storald will gerade weiter schreiben, als in diesem Moment die Tür mit einem Knarren aufgeht und er aufschaut.
Angirek Fenrirsdottir, Tochter des Fenrirs, tritt herein.
In ihren Händen hält sie zwei Eimer, gefüllt mit Wasser.
Sie schenkt Storald ein Lächeln, als sich hinter ihr die schwere hölzerne Tür wieder schließt.
Storald lächelt zurück und ist sich in diesem Moment sicher, dass ein Neubeginn mit ihr an seiner Seite möglich ist.

Er schlägt das Buch zu und erhebt sich, sein Weib gebührend zu begrüßen.
"Nichts hat einen Wert, wenn man nicht dafür gekämpft hat."(zitiert von Enric Milnes aus ´Die Alik´r - Zweite Ära´)

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Dienstag, 24. Januar 2017, 17:41



Irgendwo in den schneebedeckten Wäldern im Fürstentum Pale. Man schreibt das Jahr 227 der 2. Ära...

Schwere Wolken haben sich vor den Nachthimmel gezogen und lassen die Nacht besonders dunkel sein.
Vermutlich wird es bald wieder schneien.
Irgendwo in den schneebedeckten Wäldern im Fürstentum Pale haben zwei Nordmänner ihre Raststatt im Windschutze eines kleinen Hanges aufgeschlagen.
Zwei Jägersleute, auf dem Rückweg in ihr Dorf, sitzen dort und essen von den zwei Kaninchen, die am Spieß über dem Feuer schmoren.
Sie sprechen nicht, kauen nur auf dem Fleisch ihrer Beute und starren in die Flammen.
Der Eine bemerkt sodann den Blick des Anderen, der auf den Trinkschlauch mit dem Met deutet, der neben ihm im am Boden liegt.
Schnell wird der Schlauch zugeworfen, immer noch ohne Worte zu wechseln.
Warum auch?
Jetzt war man schon ´zig Tage zusammen auf Jagd, da muss man sich nicht noch gekünstelt unterhalten.
Ihr Ausbeute war eher mager.
Einige Rehe konnten sie erlegen.
Die Tiere liegen etwas abseits auf einer einfachen Trage, in der Nähe des Pferdes, das diese sonst zieht.
Daneben finden sich einige Beutel, Trinkschläuche, der Sattel und die Bögen der Männer.
Die Nord zieht es heim.
Zwar sind sie die Eiseskälte gewohnt, aber die letzten Tage waren besonders kalt.

Gerade will der eine Nord sich ein weiteres Stück vom Fleisch des Kaninchens abschneiden, als er plötzlich aufblickt und hoch springt.
Der Zweite tut es ihm gleich, gar nicht wissend, was los ist.
Nur wenige Schritte vor ihnen steht eine Gestalt, ein Mann, im Schnee und blickt sie an.
Schlank, lange Haare, die im Wind wehen.
"Eh, wer da?!", ruft einer der Nord, die Hand bereits am Griff seiner Axt.
Der Unbekannte nähert sich und sie erkennen einen Mann mit fahler Haut, funkelnden Augen und langen grauen Haaren.
"Bei Barbas pelzigen Pfoten...was ist das?", spricht der andere Nordmann, als er ein Fleischstück ausspuckt und seine Klinge zieht.
Fjorig, der Graue, lächelt nur und rührt sich nicht.
"Wer oder was auch immer das ist...klug ist er wahrlich nicht, sich unseren Klingen alleine zu stellen und das ohne Waffe. Was für ein Narr."
Als Fjorig dann seinen Mund zu einem Lachen öffnet und seine Vampirzähne zu sehen sind, erkennen die Nord, ´was´ sich ihnen da entgegen stellt.
Was sie nicht erkennen sind die anderen Vampire, die sich von den Seiten, und über ihnen am Hang, lautlos heran schlichen und sich in diesem Moment ohhne Vorwarnung auf sie stürzen.
Die zwei Jäger haben keine Chance, werden von je mindestens drei Vampiren angefallen, die ihre raubtierhaften Zähne in deren Fleich treiben und sie zu Boden reißen, während Hjotrta neben Fjorig auftaucht und das Geschehen mit großen Augen verfolgt.
Fjorig sieht ihre Gier.
"Hjotrta...zögert nicht. Holt Euch eure Beute.", flüstert er ihr dann ins Ohr und sieht zufrieden, wie sie sich ebenso auf die Nord stürzt.


Einige Tage zuvor...

Einige Jahre ist es nun schon her, seit dieser Nacht, als Fjorig und seine Vampire ihr Dorf in Winterfeste überfiel und er sie zu einer der Ihren machte...zu einem Geschöpf der Nacht.
Sie selbst verlor recht schnell den Bezug zur Zeit, die keine Rolle mehr zu spielen scheint.
So mancher "Neu Geborener" trauert dem alten Leben hinterher, wird gar wahnsinnig ob des neuen Daseins als Blut trinkendes Ungeheuer oder sucht die Nähe der im Leben verbliebenen, um festzustellen, dass sie ihn nut jagen und töten würden.
Hjotrta hatte dies nie so empfunden.
Fast lethargisch hat sie sich Fjorig und dem, was kommt, hingegeben.
Er gab ihr ein Gefühl des Vertrauens, die sie nie zweifeln ließ, dass dies nicht der richtige Weg sei.
Nein, sie kam sogar recht schnell auf den Geschmack ihres neuen ´Lebens` und auf den Geschmack frischen Blutes.
Wie der glatzköpfige Vampir Vilrim, der unter Fjorig einen äußerst schweren Stand hat, es bereits mit den Worten "Ihr werdet Euch dran g´wöhnen, ja...sie g´wöhnen sich alle dran..." treffend anmerkte.
Rasch wurde sie seine Gefährtin, seine Liebhaberin und genießt seither einige Privilegien
Sie muss zugeben, dass sie zu ihm aufschaut, ihn sogar bewundert.
Fjorig, der Vampir, der bereits über viele unzählige Jahre schon auf Tamriels Boden weilt und so einiges gesehen hat.
Umso älter sie sind, umso mächtiger sollen sie sein.

Mit den meisten der anderen Vampire hat Hjotrta wenig Kontakt.
Seltsamerweise ist es Vilrim, mit dem sie am meisten spricht.
Sehr zum Unmut von Fjorig, der den dürren glatzköpfigen Blutsauger mit den vielen Brandnarben im fahlen Gesicht wie eine Made behandelt und der froh sein darf, dass sein kümmerliches Dasein nicht schon längst durch seine Hand beendet wurde.
Seine Nähe empfindet Hjotrta auch nicht als das eines sich einschleimenden Nichtsnutzes.
Sie wurde nicht ´eingewiesen´ ob etwaiger Regeln, die innerhalb des Clans herrschen, aber Vilrim war es, der ihr einiges an Ratschlägen mit auf den Weg gab.

Die Anderen beäugen sie aber voller Skepsis, wohl des Neides, da Fjorig sie als seine Gefährtin auserkoren hat, obgleich sie für Vampirverhältnisse doch gerade erst "neu geboren" wurde.
Es wird wohl noch Jahre dauern, bis sie Akzeptanz erfährt, die ihr zusteht.
Sei es drum, denkt sie sich.
Fjorig hält seine schützende Hand über sie und so lange dies so ist, wird es keiner der anderen wagen sich gegen sie zu stellen.
Der Dunmer unter ihnen ist indes weiter ein Rätsel für sie.
Er spricht fast nur mit Fjorig selbst und hält sich von den anderen fern.
Sie wagte, selbst nach fast sechs Jahren, immer noch nicht nach seinen Namen zu fragen.
Der Argonier, dessen Schuppen nahezu so weiß sind, wie der Schnee in Pale, ist ebenso fast immer nur abseits der anderen Vampire und spricht wenig.
Beide wirken fehl irgendwie am Platze in dem ansonsten von ehemaligen Nord geprägten Vampir-Clan.

Nur recht kurze Zeit, nachdem man die zwei Dörfer damals in Winterfeste überfiel, machte sich der Elmerd-Clan unter Fjorig auf in ein anderes Fürstentum.
So hielten sie es wohl immer.
Nicht auffallen, schnell zu schlagen und weiter ziehen.
Immer in Bewegung bleiben.
Es gibt eine fast gleich verlaufene Route durch die Nordländer, die man aber über viele Jahre hinweg immer wieder abschreitet und so überrascht es nicht, dass man in den Regionen feste Verstecke hat, die sich bereits zu früheren Zeiten als dienlich erwiesen.
Ab und an traf man während der letzten Jahre auf andere umherziehende Vampir-Clans.
Hjotrta fühlte in diesem Moment so etwas wie ein aufregendes Kribbeln, wohl interessiert zu sehen, was passieren würde.
Aber zu ihrer Enttäuschung passierte nichts.
Ein kurzes Grüßen, keine Worte und man zog einfach aneinander vorbei.
Fjorig will scheinbar ihre Nähe nicht, meidet sie gar.
Für einen Moment fragt sie sich, warum dies wohl so ist.

Hjotrta lernte schnell, wie es in den Reihen der Blutsauger zu geht.
Vereinzelte Vampire, die umher irrten, wurden vor die Wahl gestellt sich entweder Fjorig anzuschließen oder den wahren Tod zu finden.
Eine echte Wahl war dies natürlich nicht.
So wuchs der Clan langsam, aber stetig.
´Abgänge´ gab es bisher nicht zu beklagen.
Man war stets vorsichtig, nutzte den Schutz der Dunkelheit der Nacht und griff nur an, wenn man sicher war, in der Überzahl zu sein.
Was konnte da schon passieren?
Oder gab es doch eine Schwäche des Fjorig, die sie noch nicht kannte?

Es war einer dieser sehr kalten Nächte, die normalerweise die Lebenden des Nachts nicht nach draußen treibt, als sich der Dunmer nähert und wenige Schritte vor Fjorig und Hjotrta stehen bleibt.
"Was ist?", will Fjorig wissen.
Der Dunmer blickt kurz zu Hjotrta, dann zu seinem Fürsten.
"Zwei Nordmänner. Nicht weit von hier. Jägersleute, die am Feuer lagern."
Fjorig nickt.

"Gut. Lasst sie uns holen."
"Nichts hat einen Wert, wenn man nicht dafür gekämpft hat."(zitiert von Enric Milnes aus ´Die Alik´r - Zweite Ära´)

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Samstag, 28. Januar 2017, 07:52


Stadt Gramfeste in Deshaan im Jahre 585 der 2. Ära...

Viktor Brerodsson mag es kaum glauben und ist, für einen Moment, gar geschockt.
Seine ihm bisher treue Waffenhand Argun, auf die er sich verlassen konnte, und der Nord Darion, stehen hier in Gramfeste vor ihm und erklären, dass sie ihn verlassen und andere Wege bestreiten.
Jetzt, wo sie so weit schon geritten sind, zweifeln sie seine Entscheidungen an, die sie veranlassen diesen Schritt zu tun.
Argun, die Viktor mit seinen Münzen dafür zahlte ihn auf dem Weg gen Ostmarsch zu beschützen, lässt ihn in diesem Moment im Stich.
Das Gefühl, welches er schon vor einigen Tagen hatte, sollte sich also bewahrheiten.
Verbrüdert haben sie sich und sich verschworen gegen ihn, den Nord, der des Kampfes nicht fähig scheint und den man nicht selten bereits auslachte.
Er winkt ab, schenkt seinen Weggefährten nur ein knappes letztes Nicken und geht sodann seiner Wege.

Nachdenken muss er nun.

Sollte etwa Zackris, der Met-trinkende Maulheld, weiter helfen können?
Der Nord und Seefahrer Aswulf, den er hier traf, ward schon einige Tage nicht mehr in Gramfeste gesehen.
Was wird Raviel, der undurchsichtige Dunmer, noch für eine Rolle spielen?
Er führte sie sicher hier gen Gramfeste, hält sich aber seither wohl mehr unter seinesgleichen, so vermutet Viktor.
Wortkarg und scheinbar gerne im Hintergrund mag er ihn nicht recht beurteilen können.
Er wird sicher eigene Pläne verfolgen und ein Jeder weiß, dass die Grauzungen die Nord nicht mögen.
Warum sollte Raviel da anders sein?

Die anderen zwei Nordleute, Kjaren und seine Schwester Sylga, sind Viktor indes ein Graus.
Ja, die Nord sind laut, saufen Met wie Wasser und haben eine große Klappe am Leib.
Auch er selbst hat Nordblut in sich.
Aber im Gegensatz zu Zackris führt sich dieser Muskelberg Kjaren auf, als ob ihm die Welt gehöre...selbst hier in der Stadt der Dunkelelfen.
Und seine Schwester, deren Name Viktor stets entfällt, ist immer an seiner Seite, als ob sie ihrem saufenden Maulheld-Bruder, der jedem Weiberrock hinterher ist, den Rücken frei hält.
Vielleicht ist sie es, die die Fäden im Hintergrund spinnt und er, der den Schein des lauten und starken Nordmannes wahrt, der nur scheinbar sagt wo es lang geht.
Zackris will Viktor die ganze Zeit überzeugen, dass sie sie begleiten sollen.
Aber er will sie gar nicht dabei haben.
Sie lachen über ihn, nehmen ihn nicht ernst und würden ihn sicher bei erstbester Gelegenheit im Dreck liegen lassen.

Faniriil, der Elfenmann, ist ebenso wieder einmal verschwunden, hat aber eine Botschaft hinterlassen, an die er just in diesem Moment denken muss.
Es war gar merkwürdig, was sich da in den oberen Räumen der Taverne "Im Flammenden Nix" abspielte.
Viktor wusste gar nicht, wie ihm geschah, als ihn eine Stimme in seinem Kopf dazu bewegte Zackris und Aswulf an der Theke beim Met-trinken zu verlassen und sich nach oben zu begeben.
Und dort wartete bereits Fanririil.
Er wirkte verändert, ernster und sprach in seltsamen Worten, die Viktor nicht zu deuten wusste.
Als er ihm dann diesen `Gegenstand´ gab und daraufhin aus dem Fenster entschwand, war Viktor völlig verwirrt.
Er weiß nicht wirklich, was dieser ´Gegenstand´ kann, aber er wird es erst einmal für sich behalten und den anderen nichts davon berichten.
Ein Gefühl sagt ihm, dass es so richtig ist.
Aber Faniriil, der Elf mit dem langen Namen, ist wohl nicht der, der er vorgab zu sein.
Viktor ist sich sicher, dass sich ihre Wege wieder kreuzen werden und das auch dieser ´Gegenstand´ eine Rolle spielen wird.

Er würde aber nun eine neue Waffenhand brauchen, die an seiner Seite steht, das ist sicher.
Völlig in Gedanken schreitet Viktor des Weges in Gramfeste und übersieht dabei völlig den Argonier ´Wandelt´, den er erst vor einigen Stunden, zusammen mit seinem argonischen Begleiter ´Hicks´, als Führer durch die Sümpfe Schattenfenns hat gewinnen können.
Es lief so alles nach Plan, hätten Argun und Darion sie nicht im Stich gelassen.
Zwei argonische Führer, die sie sicher durch die gefährlichen Sümpfe geleiten und genug Klingen, um etwaige Angriffe umherstreifender Banditen oder Tiere abzuwehren.
Aber jetzt ist alles anders und Viktor wird mit Zackris sprechen müssen.
Es behagt ihm in diesem Moment gar nicht, dass er es wohl gar sein wird, dem er sein Leben anvertrauen wird müssen.
Dem Mann, der bisher nur eher Ärger und Aufsehen in den Tavernen verursachte.

Aber vielleicht wird ihn dieser bärtige Nordmann Zackris noch positiv überraschen.
Die nächsten Stunden und Tage werden es zeigen...
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Donnerstag, 2. Februar 2017, 09:15


Eine kleine verschneite Nordsiedlung im Fürstentum Ostmarsch im Jahre 280 der 2. Ära...

In der kleinen Nordhütte ist es ruhig.
Nur das Prasseln der Flammen im Kamin und das Knacken des brennenden Holzscheite durchbrechen diese Stille.
Hamist Storaldsson sitzt auf einem kleinen hölzernen Hocker an einem Bett und blickt in die Augen seines Vaters.
Es ist das Sterbebett des Storald Askorgesson.

Storald erwidert den Blick seines Sohnes, dessen ganzer Stolz er ist.
Er lächelt leicht, muss dann aber erneut husten.
Lange schon kämpft er mit einer Krankheit, die ihn als alten Nord nieder rang.
"Ruhig, Vater. Ruhe Dich aus. Streng Dich nicht an."
Hamist weiß, das seines Vaters letzten Stunden angebrochen sind.
Lange wird er nicht mehr unter ihnen weilen.

In einer Ecke steht Hamists Familie, seine Frau, seine Tochter Fride und sein Sohn Horige.
Sie sprechen nicht, halten sich zurück und gewähren den letzten Augenblicken des Sterbenden mit seinem einzigen Sohn.
74 Jahre ist er alt und er weiß, dass es nun an der Zeit ist los zu lassen.
Storald lächelt erneut und wendet den Kopf, den Blick nun auf das Familienbuch gerichtet, welches neben dem Bett auf einem Beistelltisch ruht.
Hamist bemerkt den Blick des Vaters und fixiert das Buch ebenso.
"Sohn...es ist nun das deine."
Hamist nickt und nimmt das Buch an sich.
"Verwahre es gut. Ich lehrte Dir das Lesen und Schreiben. Führe das fort, was mein Vater Askorge begann und schreibe unsere Geschichte weiter."
Die Stimme des Storald ist leise und schwach.
"Das werde ich, Vater."
Hamist drückt das Buch fest an sich, während er seinen Vater weiter ansieht.

Storald nickt knapp und blickt zur Decke.
Ein weiteres Lächeln umspielt sein altes Gesicht.
In seinen Gedanken lässt er noch einmal sein Leben Revue passieren.
Er sieht sich als kleinen Nord im Kreis seiner Familie im verschneiten Heimatdorf in Winterfeste aufwachsen.
Er sieht seine Eltern, seinen Vater Askorge und seine Geschwister.
In seinen Gedanken lächelt ihm seine Schwester Hjotrta zu, als sie noch lebte und bevor sie die Toten Wanderer holten.
Auch der Überfall der Vampire und die schrecklichen Ereignisse, die seine gesamte Familie auslöschte, laufen noch einmal wie in einem Film vor seinem geistigen Auge ab.
Er, der als 15jähriger Nord flüchtete, anstatt im Kampf an der Seite der Seinen in den Tod zu gehen...der Sturz in die eisige Felsspalte und der Moment, als ihn die Nord dieser Siedlung hier fanden und ihn hierher brachten.

Es war richtig, das zu tun, was ihm seine Mutter damals befahl.
Das Buch zu nehmen und zu flüchten.
Die Familie lebt weiter.
Sein Weib Angirek brachte ihren Sohn Hamist zur Welt, der selbst zu einem kräftigen Nord heran wuchs und seinerseits eine Familie gründete.

Ja, es war richtig.

Angirek starb schon vor einigen Jahren und es ist nun an der Zeit ihr zu folgen.
Storald greift nach der Hand seines Sohnes und umfasst sie.
"Sohn, kümmere Dich um die Familie. Ernähre sie gut. Beschütze sie. Und lass unsere Blutlinie nicht versiegen."
Hamist nickt.
Er weiß, es ist wohl soweit.
"Ja, Vater. So soll es sein."

Storald lächelt noch einmal und schließt dann seine Augen.
Er wird sie nicht mehr öffnen.
Seine Hand hält weiterhin die seines Sohnes...
"Nichts hat einen Wert, wenn man nicht dafür gekämpft hat."(zitiert von Enric Milnes aus ´Die Alik´r - Zweite Ära´)

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Spiffypurse« (6. Februar 2017, 14:27)


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Montag, 6. Februar 2017, 14:27


Irgendwo in einer Höhle im Fürstentum Weißlauf Man schreibt das Jahr 280 der 2. Ära...


"Das war falsch."

Hjotrta stemmt ihre Hände in die Hüfte und blickt ihren Anführer, den grauhaarigen Vampir Fjorig mit verengten Augen an.
In der kargen Steinhöhle, die, durch Bäume und Büsche versteckt, kaum zu entdecken ist, lecken die Vampire des Elmerd-Clans ihre Wunden.
Zumindest die, die noch übrig sind.
Fjorig hat es übertrieben, war zu leichtsinnig.
Die Gier hat ihn übermannt, der Blutrausch seine Gedanken vernebeln lassen.
"Wage nicht...", zischt Fjorig gen Hjotrta zurück und baut sich vor ihr auf.
"Wage nicht mir zu widersprechen, Weib!"
"Und was...wenn ich es doch tue?"
Die beiden Gefährten werfen sich Blicke voller Wut und Hass zu.
Es ist nicht das erste Mal, dass sie aneinander geraten.
Hjotrta war ihrem Herrn Fjorig über Jahre hinweg hörig und als seine Gefährtin hielt sie sich, so wie es von ihr erwartet wurde, zurück.
Jetzt aber ist es anders.

"Du solltest deine Zunge hüten, Hjotrta. Sonst schneide ich sie Dir womöglich heraus."
Fjorig kann sich kaum beherrschen.
Aber Hjotrta hält seinem Blick stand und rührt sich nicht.
Die anderen Vampire verfolgen das Geschehen voller Spannung.
Auch der glatzköpfige und mit Brandnarben übersäte Vilrim hockt in gebückter Haltung in einer dunklen Ecke der Höhle und beäugt den Disput des Clanführers und seiner Gefährtin.
"Schau, was Du angerichtet hast."
Hjotrta deutet auf den erbärmlichen Rest ihres Clans, der in diesem dunklen Versteck kauert.
"Elende Würmer und Maden, nicht fähig Befehle zu befolgen. Und Du willst wahrlich mir die Schuld für deren Versagen anhängen?"
Fjorig hat kein Einsehen.

Einige Jahre sind sie bereits im Fürstentum Weißlauf unterwegs.
Und sie machten ohne Frage einige Beute, konnten gar die ´Familie´ weiter vergrößern.
Aber sie hätten bereits vor einiger Zeit schon weiter ziehen müssen, so, wie sie es immer taten.
Aber Fjorig wurde gierig und befahl weitere Angriffe auf kleine Siedlungen.
Dumm sind sie nicht, die Lebenden.
Hjotrta hatte ihn gewarnt.
Selbst der mysteriöse Dunmer-Kundschafter schien das begriffen zu haben.
Aber auch seine Worte konnten ihn nicht davon abbringen.
Und so tappten sie in ihre Falle.

Es sollte andersherum sein.
´Sie´, die Toten Wanderer, stellen Fallen, nutzen die Überraschung eines Hinterhaltes und jagen die Beute.
Die Nord haben es umgedreht.
Wir törichte Bauern tappten die Vampire in ihre Falle, getrieben von der Gier nach Blut.
Hjotrta hat es kommen sehen, aber Fjorig war blind und taub ob ihrer Warnungen.
Der dürre Vilrim hielt sich immer zurück, aber Hjotrta konnte erkennen, dass auch er ihrer Meinung war.
Fjorig behandelte ihn wie den letzten Dreck, so wie sie ihre Untergebenen immer behandelten.
Aber Vilrim ist nicht dumm.
Er beobachtet und scheint auf irgend etwas zu warten.

Nachdem nun ihr Clan bereits einige Male zuschlugen, organisierten sich die Nord und bildeten eine Wehr.
Sie nahmen ihre Spur auf, drehten den Spieß um.
Fjorig wurde unvorsichtig und so war es ein Leichtes ihnen durch die tiefen Wälder Weißlaufs zu folgen.
Und als der Dunmer die kleine Gruppe Nord-Jäger in diesem Tal erspähte, konnte Fjorig sich nicht zügeln und befahl sie zu holen.
Aber die Jägersleute warteten schon.
Und nicht nur sie.
Sie waren weit in der Überzahl und griffen ohne zu Zögern an, bereit ihr Leben zu geben den Blutsaugern ein Ende zu bereiten.
Hjotrta sah das erste Mal diesen überraschen Ausdruck in Fjorigs Gesicht, als die Nordkrieger aus ihren Verstecken auf sie zustürmten.
Oder war es gar ein Anflug von Entsetzen?
Ein erbitterter Kampf entbrannte.
Eine Schlacht der Toten gegen die Lebenden, in diesem kleinen Tal in den Wäldern von Weißlauf.

Hjotrta sah wie die Vampire fielen.
Die Nord waren gut vorbereitet und setzten Feuer ein.
Auch der Argonier unter ihnen fand in diesem Tal sein Ende, als eine Handvoll Nord ihn niederrangen und seinen Echsenkopf von seinen Schultern trennten.
Und da sah Hjotrta, wie der fast erstarrte Fjorig den Rückzug anordnete.
Einige stellten sich den Nord noch in den Weg und ebneten ihnen somit die Möglichkeit in die Dunkelheit zu entfliehen.
Hjotrta kannte dieses Gefühl schon lange nicht mehr.
Auf der Flucht zu sein.
Die Beute machte Jagd auf die Jäger.

Und nun kauern sie hier in ihrem Versteck, in einer kleinen Höhle.
Es sind nicht mehr viele.
Fjorig steht nach wie vor Hjotrta gegenüber und blickt sie voller Wut an.
Er kommt nun noch näher an sie heran und spricht dann leise, voller Überzeugung.
"Wage es nicht noch einmal. Nicht vor den anderen. Niemals."
Seine Augen funkeln wie wild, aber Hjotrta hält seinem Blick stand.
Sie wird nicht mehr zurück weichen.
Sie kann es auch gar nicht mehr.
Als er sich dann abwendet wird ihr klar, dass es für einen von ihnen beiden nicht gut ausgehen wird.

Es ist der Anfang vom Ende...

...und das erkennt auch Vilrim, dessen Mundwinkel sich leicht anheben, während er weiter in seiner Ecke kauert.
"Nichts hat einen Wert, wenn man nicht dafür gekämpft hat."(zitiert von Enric Milnes aus ´Die Alik´r - Zweite Ära´)

"Niemals tut man so vollständig und so gut das Böse, als wenn man es mit gutem Gewissen tut." (Blaise Pascal, 1623 - 1662)

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Llynya (06.02.2017)