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Oswin

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Mittwoch, 13. Juli 2016, 16:56

Malleus

Feuer


Irgendwo tief im Wald

Die Krallen des Skampen der an seiner linken Schulter sass schnitten ihm tief in die Nackenmuskeln und Blut quoll hervor. Mit einem schmerzverzerrten Brüllen packte er den Wicht am Schädel und riss ihn von sich. Am rostroten Himmel über ihm kreisten geflügelte Zwielichte und gewaltige Feuerbälle schossen über ihren Köpfen entlang. Ein Khajiit in schwarzer Kutte und mit abnorm langen Krallen und Zähnen stürmte fauchend auf ihn zu und sprang. Mit seiner glühenden Klinge durchbohrte er die sich auf ihn stürzende Bestie; sofort roch es nach verbranntem Fell. Malleus zog seine Klinge aus dem leblosen Körper der nun neben ihm lag und bedeckte seine Augen als das gleissende Licht des in Flammen stehenden Khajiit ihn blendete. "Malleus, Vorsicht!" Er konnte hören wie jemand seinen Namen schrie und wirbelte herum, als ihm schon das Feuer aus dem Schlund eines Daedroth entgegenschlug und ihn verschlang.

Schweissgebadet und keuchend schoss er in seinem Bett hoch und hatte die Augen weit aufgerissen. Alles um ihn herum war still, nur sein hämmernder Herzschlag und erschöpftes Schnaufen durchschnitten die kalte Nachtluft. Seufzend vergrub er sein Gesicht in den Handflächen und versuchte sich zu beruhigen. Malleus griff unwillkürlich nach der Flasche neben seinem Bett, stand auf und verliess seine Hütte. Den weichen Waldboden unter den Füssen zu spüren würde ihn auf andere Gedanken bringen, ganz sicher. Der Boden war feucht und herrlich frisch. Über ihm wippten die Eichenblätter im Wind als würde ein kleiner Kobold an ihnen herumspielen. In Gedanken versunken hob Malleus die Flasche an seine Lippen und nahm einen tiefen Zug des scharfen, brennenden Getränks. Mit geschlossenen Augen legte er seinen Kopf in den Nacken und liess den starken Alkohol seine Kehle hinunterfliessen um danach tief durchzuatmen. Die frische Luft half immer gegen Albträume.

Never half-ass two things. Whole-ass one thing.
- Ron Swanson

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Morlana (18.05.2017)

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Montag, 25. Juli 2016, 15:28

Schweiss


Morgens hinter der Hütte...

"Die Stärke eurer Arme, eurer Beine und eures Rückens ist es, was den Mann neben euch am Leben hält!" Die Worte hallten heute noch in seinen Ohren, als hätte er sie erst gestern gehört. Mit diesem Satz hatte sein körperliches Training begonnen, das er bis heute, neunzehn Jahre später, durchführte. Kraft, Schnelligkeit, Flexibilität, Gleichgewicht... er vergoss mit seinen Kameraden so manche Liter Schweiss, Tränen und Blut. Nur zu gut erinnerte er sich an die langen Märsche, bei denen sie in der Gruppe Baumstämme tragen mussten um vor Ort daraus ein semipermanentes Lager zu errichten. Das Training war Routine. Routine war einfach, sie hielt einen Mann am Laufen, am Leben. Routine war gut.

Er stand vom Waldboden auf und klopfte sich den Dreck ab. Der Schweiss lief ihm von der Stirn und Blätter klebten an seinem Körper. Ermattet trottete er von seiner Hütte hinunter zum Bach um sich zu waschen. Als er sich hinkniete um mit seinen Händen Wasser zu schöpfen fiel sein Blick auf sie. Harte, furchige, abgenutzte Hände die Stahl, Holz, Dreck, Schweiss, Blut und Feuer kannten. An seinen Knöcheln erkannte er gut, wie oft er sie sich blutig geschlagen hatte. An den Fingerkuppen sah er die vielen kleinen Narben die er sich im Training zugezogen hatte. Wie jeder, der den Umgang mit Waffen lernte, hatte auch er anfangs noch nicht begriffen wie wichtig es war, auf seine Hände zu achten. Und wie jeder Anfänger lernte er auf schmerzhafte Art und Weise, die Parierstange seines Schwertes richtig zu halten.

Er tauchte seine Hände ins Wasser, welches sich kurz rot-braun färbte, ehe er damit begann sich zu waschen.

Never half-ass two things. Whole-ass one thing.
- Ron Swanson

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Montag, 5. September 2016, 15:03

Donner


"Tajarsi, hilf mir mal eb...", er verstummte, als er sah, wie sich die Pfeilspitze durch den Hals des Spähers bohrte, dessen Schulter er gerade hielt. Malleus Gesicht war mit Khajiitblut besudelt und er blinzelte perplex, für einen Moment unfähig zu verarbeiten was gerade passiert war. Als sein Kamerad röchelnd zu Boden ging und an seinem eigenen Blut erstickte, erkannte er den kruden Pfeil. "Alarm!" brüllte der junge Colovianer aus voller Kehle und ging hinter einem der Wagen vor weiteren Projektilen in Deckung. Sofort wappneten sich die zwei Duzend Soldaten der Lagerwache. Ihre Kompanie sollte die hiesigen Barbaren nach Übergriffen auf die nahen Weiler und Höfe befrieden, doch es schien als wäre das gescheitert.

Auf drei Seiten hatten sie steile Felswände zum Schutz, doch Frontal boten lediglich einige Karren Deckung. Ein paar Legionäre begannen damit unter den Schilden der anderen improvisierte Barrikaden aus Kisten und Fässern aufzubauen um sich zu verschanzen. Wie wilde Tiere johlten und schrien die Barbaren der Jerall-Berge als sie heranrückten und mit ihren primitiven Waffen fuchtelten. Die Legionäre in der ersten Reihe blockten eine weitere Pfeilsalve mit ihren Schilden ab, während die zweite Reihe den Gruss erwiderten und die erste Reihe Wilder niederstreckten. Der Himmel verdunkelte sich von Minute zu Minute und ein Gewitter braute sich zusammen. Einer der Barbaren kletterte auf einen grossen Felsen und begann damit seine Heckenmagie zu wirken. Es entbrannte ein verzweifelter Kampf den die Legionäre auf lange Sicht verlieren würden, trotz überlegener Taktik und Ausrüstung. Langsam aber sicher fiel ein Mann nach dem anderen, ob Mensch oder Mer.
Malleus schweissgebadetes Gesicht zog sich in Falten bevor es sich aufhellte, als er erkannte, dass das Grollen in der Ferne kein Gewitter war. Das Echo von donnernden Hufen rollte durch die Berge und kündigte das Eintreffen der Reiterei an. In diesem Moment der Erleichterung vernachlässigte Malleus seine Verteidigung. Ein stechender Schmerz durchzog seine Schulter, als ein grüner Lichtblitz sich durch seine Schulter brannte und er zu Boden ging.

Ein Blitz erhellte die Nacht und Malleus schrak hoch, als gleichzeitig ein Donnerknall die Stille der Nacht durchbrach. Sein Herz raste und er sah sich nervös um. Gewaltige Regentropfen prasselten gegen das bunte Glas der Fenster. Er sass noch immer im bequemen Sessel im Gasthof, neben sich auf dem Tisch der leere Bierkrug und die Überreste des Abendessens. Sein Blick fiel auf das schwächelnde Feuer im Kamin vor sich und legte ein Scheit nach. Er muss wohl eingenickt sein.


Never half-ass two things. Whole-ass one thing.
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Faurin (05.09.2016), Morlana (18.05.2017)

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Donnerstag, 18. Mai 2017, 14:01

Dreck


Sein Atem ging stossartig, die Lungen schrien nach einer Pause und ein Gemisch aus Regen und Schweiss lief ihm in die Augen. Ein junger Ast der ihm ins Gesicht schlug klärte seinen Blick und er schwang sich über einen gestürzten Baum der ihm im Weg lag. Nun konnte er neben dem Salz Blut schmecken. Das Moos, das den Boden dieses Waldstücks bedeckte, federte seine Schritte ab und erleichterte ihm die Sprünge. Er war bei Leibe kein Bosmer, aber immerhin war er noch etwas flinker als die beiden Orks hinter ihm. Im Nachhinein hätte er ihrem Komplizen vielleicht besser nicht den Dolch unter den Brustkorb gerammt, als der sich an seinen Habseligkeiten zu schaffen machte. Aber das Paket war zu wichtig.

Malleus konnte spüren wie seine Beine langsam den Dienst versagten, während hinter ihm die Orks durchs Gestrüpp brachen. "Sture Bastarde..." Zum Glück waren ihnen mittlerweile die Pfeile ausgegangen und sie schienen keine Magicka zu beherrschen. Nach einem grösseren Schritt um einen Absatz zu nehmen gab sein rechtes Knie nach und er fiel beinahe hin. "Du wirst das nicht mehr lange durchhalten, alter Mann", schalt er sich innerlich. Er wischte sich wieder über die Augen und erkannte im letzten Moment, dass er direkt auf einen Vorsprung zuhielt. Sofort bremste er ab, rutschte und fiel in den Dreck. Beinahe wäre er in eine Senke zwischen zwei Moränen gestürzt. Sie war nur einige Meter tief, aber es reichte um sich zumindest die Beine zu brechen.

Dreckverschmiert und im Gesicht blutend rappelte er sich auf und suchte festen Stand. Hoffentlich waren die beiden Orks so träge wie sie hartnäckig waren. Sie kamen näher. Zwischen ihnen lagen nun keine zehn Meter mehr. Malleus zückte sein Schwert und erwartete sie. Die beiden Hünen preschten auf ihn zu. Der kleinere der beiden Orsimer rutschte aus und stürzte wie Malleus. Der andere Ork rannte auf den Colovianer zu und schwang wild seinen Kolben. Die Wucht der schweren Waffe, der schmierige Untergrund und das Aufeinandertreffen der Wut des Orks und Malleus Müdigkeit sorgten für ein merkwürdiges Bild. Malleus ging unter dem Aufprall des Kolbens unfreiwillig in die Knie, der Ork wurde vom Schwert an der Hand getroffen und geriet ebenfalls ins Rutschen. Der Schwung des Orks liess ihn straucheln und er segelte über die Kante der Senke, nachdem der Kaiserliche das Knie des Orsimers mit dem Magen blockte und nach hinten fiel.

Malleus lag auf dem Rücken und wollte gerade aufstehen und nach dem Schwert greifen, als ein harter Lederstiefel gegen die Parierstange der Waffe trat. Das Schwert segelte davon und zwischen dem Kaiserlichen und dem Ork entbrannte ein Handgemenge, das der Ork früher oder später für sich entscheiden würde, das wusste Malleus. Der Hüne war grösser, stärker und jünger als er selbst. Der Stahl eines Dolches blitzte auf und Schmerz durchfuhr Malleus Arm, als er geschnitten wurde. Der Colovianer packte das Handgelenk des Orks mit von Wut und Schmerz verkniffenem Gesicht und starrte ihm tief in die Augen. Wortlos bewegte er die Lippen, worauf der zornige Blick des Orks aufweichte und seine Pupillen sich weiteten. Rauch und der Geruch von verbranntem Fleisch durchzog plötzlich die klare Waldluft. Schreiend liess der Ork von Malleus ab und griff sich an die Stelle seines Arms, an der gerade verkohltes Fleisch abflockte. So geschwächt konnte der junge Ork keine Gegenwehr mehr leisten und wurde von Malleus überwältigt.
Als die Schreie verstummt waren und das Zucken aufgehört hatte, erhob sich Malleus und atmete tief durch. Der Regen kühlte seine Haut und er horchte in den Wald hinein, doch alles was er hörte war das Rauschen des Waldes. Er starrte in das, was vom Orkgesicht übrig geblieben war, dann wandte er sich ab. Nun musste er nur noch sein Schwert finden und sehen was die Knilche dabei hatten.

Hoffentlich war das Paket noch ganz...

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Morlana (18.05.2017)

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Montag, 22. Mai 2017, 16:20

Ruhe


Müde schlug Malleus die Augen auf, als die Sonne durch das Fenster auf sein Gesicht schien. Mit der Hand schirmte er das Licht ab und verharrte so. Irgendetwas war anders. Er griff sich an die Stirn und konstatierte: trocken und bettwarm. Er fühlte sich ausgeruht und nicht aufgewühlt wie sonst. Hatte er wirklich einfach in Ruhe schlafen können, ohne dass er irgendeinen Mist zusammengeträumt hatte? Erst als er gemütlich seine Hände auf dem Bauch falten wollte, stellte er fest, dass er den rechten Arm nicht heben konnte, und der Platz bereits besetzt war.

Mit gerunzelter Stirn hob er die Decke und sah nach rechts. Es dauerte einen Moment als er den blonden Schopf sah, aber sein Blick hellte sich ein wenig auf und verzog sich gar zu einem zufriedenen Grinsen, als es ihm dämmerte. Durch seine Regung wurde sie ebenfalls wach und sah ihn aus verschlafenen Augen an. Malleus fuhr ihr mit der Hand durchs Haar und entzog sich ihr behutsam. Er ging zum Fenster und sah hinunter auf den Hafen, wo das Schiff der "kleinen" Nord vor Anker lag. So hoch wie die Sonne bereits stand, musste sie seit über zwei Stunden aufgegangen sein.

Als er am Fenster stand, gab sie eine spitze Bemerkung über seinen Hintern von sich, die ihn Schmunzeln liess. Wie sein Blick aber auf dem Deck des Schiffes lag, wurde dieser wieder neutraler, ernster. "Ich hab versprochen, dass ich dich zurückbringe."

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Morlana (22.05.2017), Dradclaw (22.05.2017)

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Dienstag, 6. Juni 2017, 11:42

Bedenken


Im Velothi Gebirge

Die Asche rieselte dicht vom Himmel und beschränkte seine Sicht als wäre er im tiefsten Schneesturm in Himmelsrand. Die Welt war grau, die Luft dick und es herrschte Stille. Die dicke Ascheschicht auf dem Boden dämpfte seine Schritte, als er seiner Beute an den Ausläufern der Berge nachstellte. Er war Gast, er wollte etwas beitragen. Aber das, was sie ihm anboten konnte er nicht annehmen.

Was war das für ein Ort? Eine Akademie, sagten sie. Und sie schien es auch zu sein. Aber er hatte noch nie erlebt, dass in so einer Einrichtung dermassen wenig Disziplin herrschte. Und offenbar auch massives Desinteresse seitens der Verantwortlichen an ihren Schützlingen. Es wirkte schon ein wenig so, als wären diese Konflikte gewollt. Malleus bückte sich nach ein paar Spuren in der Asche, sie waren jedoch schwierig zu lesen, weil sie sofort wieder gefüllt wurden. Schüler die sich gegenseitig piesackten und ärgerten, das kannte er. Aber Leute, die alt genug waren selbst Kinder zu haben und für die Gleiche Sache arbeiteten, die sich offenbar dermassen hassten, dass sie einander umbringen wollten? Und keiner Unternahm etwas dagegen? Dunmer hatten bösartige Gepflogenheiten, aber das? Unwillkürlich schüttelte der Colovianer den Kopf, worauf ihm die Asche von der Kapuze rieselte. Schüler die nervlich am Ende waren und sich versuchten mit irgendwelchen Substanzen über Wasser zu halten? Gerede über merkwürdige Schlupfwinkel? Das Treffen bei dem über irgendwelche Probleme mit Taschendimensionen von Oblivion, Daedra und Problemen die daraus entstanden war jetzt für Magier nicht weiter unüblich, gerade bei... privaten Akademien. Aber dass er, als Aussenstehender, selbst bei hohem Besuch einfach geduldet wurde, machte ihn stutzig. Sollte er verschwinden? Man konnte ihm nun wirklich nicht erzählen, dass er nicht bemerkt worden wäre. Ausserdem hätte er ja sogar auf diese komische Expedition ins Kriegsgebiet gehen sollen!

Er blickte ein Kliff hinunter und verzog ein wenig das Gesicht, hängte sich den Bogen um und machte sich daran runterzuklettern. Diese Biester waren erstaunlich flink und geländegängig. Immerhin schienen die Gardisten oder Wachen oder wie sie sich auch immer nannten einigermassen normal zu sein. Und alle, die etwas zu sagen hatten und mit denen er Kontakt hatte, wollten ihn einstellen. Selbst Sklaven wurden ihm dafür angeboten. Und das nur weil die Schüler ihn als etwas darstellten, was er nicht war? Das konnte doch nicht sein. Es waren zwei verdammte Pfeile! Er war Bote. Und nach dem Treffen mit diesen anderen Leuten hatte er nicht das Bedürfnis in eine Situation zu geraten wo man auch noch auf die Idee kommen könnte, ihn als Opfer zu benutzen. Da hatte ihm einmal definitiv gereicht. Oder war er das schon? Immerhin war er der N'wah und das liess man ihn auch deutlich spüren. Ausserdem gab es in dem Gemäuer offenbar Leute die ohne mit der Wimper zu zucken jemanden ausbluten lassen würden. Er nahm den Bogen wieder vom Rücken und zückte einen Pfeil. Langsam atmen. Tief atmen. Seine Beute lag vor ihm. Er liess den Pfeil los, der schoss durch den Ascheregen und prallte an der Schädelplatte des Kagouti ab. "Scheisse." Das Tier wandte ihm den Kopf zu und war ganz offensichtlich sauer auf ihn. Bogen weg, nimm die Beine in die Hand, alter Mann. Der Kagouti röhrte auf und stürmte auf ihn zu. Er zog seine Waffen. Er war Bote, nicht Beute.

Am nächsten Morgen sollte es Kagouti in der Vorratskammer geben. Er musste etwas beitragen.

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Morlana (06.06.2017), Mythal (24.07.2017)

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Dienstag, 13. Juni 2017, 16:27

Widerstand


Als die ersten Anker fielen waren sie mobilisiert worden. Die Kaiserstadt war so gut wie gefallen und schon beinahe in der Hand der Daedra. Hunderte schwere Stiefel marschierten im Gleichschritt über die Strassen der Herzlande. Eine Walze aus Stahl bahnte sich ihren Weg zum Zentrum des Reiches einem ungleichen Kampf entgegen, darüber flog das rote Banner der Legion. Die Mauern waren in Sichtweite, das Chaos erkennbar, Rauch und der Gestank von Tod, Verderben und Oblivion lag wie ein Leichentuch über der Stadt. Der Weissgoldturm ragte wie ein Dolch dem übernatürlichen Sturm über der Stadt entgegen.



Die Kolonne fächerte sich auf und nahm Formation ein, als sie die Stadt erreichten und erkannten wie der Feind auf sie zu kam. Vom Skampen über Dremora bis zu geflügeltem Zwielicht war alles vertreten. Die Worte des Zenturios hallten wie ein Echo in Malleus Kopf nach, als er mit seinen Kameraden in den ersten Reihen einen Schildwall bildete: "Die Schuppen eines Drachen sind undurchdringlich." Hinter ihnen bauten sich die Nahkämpfer und Bogenschützen auf. "Seine Klauen reissen tiefe Wunden wenn er sich auf seine Beute stürzt." In der letzten Reihe befand sich die kleinste Gruppe. "Das Drachenfeuer verzehrt alles." Egal in welcher Reihe er stand, jeder Soldat trug die Zeichen der kaiserlichen Legion und der Schattenlegion. Die Männer in der vordersten Reihe schlossen die Augen und einen kurzen Augenblick später begann ein Spiel auf ihren Waffen. Sie liefen fahl an, begannen zu knistern oder zu glühen. Der Feind war schon bald in Reichweite.



Der Kampf war von Anfang an verloren. Obwohl sie zunächst standhalten konnten, wichen sie immer wieder zurück. Ihre Abteilung war einem Ansturm wie diesem einfach nicht gewachsen. Wäre der Rest ihrer Legion hier, hätten sie vielleicht etwas ausrichten können, doch da sie ihre Kräfte so stark dehnen mussten, war daran nicht zu denken. Sie erfuhren gerade am eigenen Leib, was der Stadt und ihren zahlreichen Verteidigern widerfahren war. Der faulige Geruch des Daedra mit dem er sich gerade anlegte, schlug Malleus entgegen und er musste sich beinahe übergeben. Die Kontrahenten die sich gegenseitig beharkten wechselten ständig und dem Colovianer zerriss es beinahe das Herz als er den ersten anscheinend kränklichen Legionär, der offenbar mit den Daedra kollaborierte niederstrecken musste. Die Woge aus Feuer, Eis, Blut und Stahl entfernte sich im Schritttempo von der Stadt. Sowohl sie selbst als auch die Daedra liessen Federn, mit dem Unterschied, dass diese Monster ihre Verluste ersetzen konnten.



Blutend, die Rüstung zerbeult, demoralisiert und mit Brandwunden humpelten Malleus und der Rothwardone, den er stützte, durch die Wälder des Nibenaytals dem Fluss entlang nach Süden. Als dem Rothwardonen die Beine endgültig den Dienst versagten wurden sie beide unter lautem Scheppern zu Boden gerissen. Ghanifajs Atmung war flach und stossartig, seine Augen aufgerissen und panisch. Er konnte nicht mehr sprechen und röchelte wüst. "Scheisse, du nicht auch noch..." Malleus öffnete so schnell wie möglich die Riemen an der Rüstung des Rothwardonen. Als er den Panzer abnahm und sich den Körper des anderen Mannes ansah, wurde ihm das Ausmass der Verwundungen bewusst. "Du Ochse hast bisher überlebt, hör jetzt nicht auf." Er versuchte mit den wenigen Mitteln, die ihm zur Verfügung standen - im Grunde nicht mehr als Stofffetzen und Lederriemen - sein Möglichstes um seinen Kameraden am Leben zu halten, aber eigentlich kämpfte Malleus gegen die Zeit.

Sie konnten nicht gewinnen.

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Morlana (13.06.2017), Lunatis (13.06.2017), Mythal (24.07.2017)

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Montag, 24. Juli 2017, 13:37

Leid


Sie sassen in der Abendsonne auf der Treppe die zur Haustür führte und Malleus hatte seine Arme eng um sie geschlungen. Sein Kinn lag auf dem Scheitel ihres rabenschwarzen Haares und seine Hand strich ihr zärtlich über den Rücken. Der fragile Körper der kleinen Frau wirkte fast zerbrechlich in seiner schützenden Umarmung. Ihre noble Blässe bildete einen starken Kontrast zu seiner wettergegerbten Haut. Um sie herum herrschte absolute Stille und die Zeit schien einen Moment still zu stehen.

Malleus liefen stumme Tränen über das Gesicht und die Trauer schüttelte ihn. Er presste Pelenas leblosen Körper an sich, als könne er sie so wieder zu sich zurückholen. Das kleine Haus brannte noch immer und nun gaben die Balken langsam nach. Stöhnend ergab sich das beschädigte Holz der Last und das Dach fiel in sich zusammen. Er zuckte zusammen und nahm sie auf die Arme als ein Balken zu Boden krachte und trug sie von den Flammen fort. Er stand vor dem Flammenmeer mit ihr auf den Armen, als würde sie bloss schlafen.

Malleus trug sie zur Wiese hinter dem Haus und legte sie vorsichtig ab. Mit einem Blick ins Leere ging er in den Schuppen und nahm sich die Schaufel, mit der er schon so oft den Garten bearbeitet hatte. Vorsichtig entfernte er die Grasnarbe in kleinen Quadraten um sie am Ende wieder platzieren zu können. Malleus wusste nicht, wie lange er brauchte, bis er mit dem Schaufeln fertig war und sie schweren Herzens begraben hatte. Aber jede Schaufel voll Erde mit der er das Grab füllte, fühlte sich für ihn an wie ein Stich ins Herz.

Er stand noch lange an Pelenas Grab. In seiner Hand hielt er ihren Anhänger mit Dibellas blutverschmierter Blume. Mit einem Mal wandelte sich die Trauer in seinem Gesicht in brennenden Hass. Sein Kiefer mahlte und sein Blut kochte. Ohne nachzudenken ging er in den Schuppen und packte die Axt von Pelenas Vater.

Jeder hinterliess Spuren. Er würde diese Hurensöhne finden. Und er würde sie nach Oblivion jagen.

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