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Montag, 15. Februar 2016, 09:09

Kind der Wildnis

Der Schnee fühlt sich weich an, wie feinster Pulver. Jeder Schritt sackte mit einem dumpfen Plopp tief in den Schnee hinein. Was ihr nichts ausmachte, denn das Fell, dass sie sich frisch um ihre Stiefel gebunden hatte wärmte ihre Füße für lange Zeit. Wie idyllisch dass hier doch alles ist, das schimmernde, goldgelbe Sonnenspiel dass sich in den vielen Eiszapfen verfängt. Jeder Tropfen wenn die Zapfen zu schmilzen beginnen gibt helle, verzauberte Klänge. Nicht weit hört sie eine Herde Mammuts, respektvoll neigt sie den Kopf für diese imposanten Tiere, wenn sie auch noch in so weiter ferne sind, und sie ohnehin nicht sehen können. Am Fuße des Hügels duckt sie sich katzenhaft und sieht mit wachsamen Auge nach vorne. Sie hat ihr Ziel erreicht. Sie liebte die Jagd. Ihr Gang wiegt wie Schilf umher, eins mit der Landschaft um sie herum. Sie rückt nochmal den Riemen ihres Köchers zurecht, während sich die schmale, feingliedrige Hand in die Gürteltasche schiebt, um nach dem Blasrohr zu greifen. Dröhnendes Lachen ertönt. Dröhnendes, dunkles und dreckiges Lachen. Die Illusion ihres Traumes erlischt, und so öffnet sie wieder ihre Augen. Die Wimpern verkleben durch die Tränen, fühlen sich schwer und mühsam an. Sie blinzelt dem wenigen Sonnenlicht entgegen, dass in den Raum hineinscheint. Ein Raum, wie sie ihn schon bei Jorin kannte. Die Wände aus altem, knarzendem Holz. Brotkrumen, Dreck, kleine Spinnen füllen die Fugen zwischen den Holzdielen. Trotz des Kaminfeuers hat der Raum eine bedrängende Kälte.
Sie hat viel gesehen, für selbstverständlich genommen, dennoch nimmt das Wissen an solche Geschehnisse nicht diese unheilvolle und bedrängende Kälte. Die rubinroten Augen des Dunmers fixieren sie noch immer. Sie hat es zu verdrängen versucht, zu ignorieren. Doch sie kann sich dem nicht gänzlichst entziehen. Seine Haut stinkt nach Körperölen und schweren Düften, sowie nach dem vielen Blut und Schweiß vieler Sklaven. Sie will ihre Hand erheben, um sich durch die rabenschwarzen Haare zu fahren, ein Gefühl der Leichtigkeit entwickeln. Schwer wiegt dabei das Eisen ihrer Armschienen. Die Füße sind schon so zerschunden, dass sie sie nicht menr bewegen will. Der Dunmer schwärmte, er habe einst auch so ein Mädchen wie sie gehabt. Eins das unberührt war wie sie. Sie verstand es nicht. Diese Welt, gemacht aus Stein, Schweiß und Sklavenleben.


Tage vergehn, Tage die sich wie eine ganze Ära anfühlten. Eine Ära, dessen Begriff sie nichtmal kannte. Lärm war nahe des Hauses zu hören. Lärm von Kriegern, solche die einst angekettet an die Gruben herangeführt wurden, um dort für ihre Meister zu kämpfen. Ohne Gnade und ohne Regeln. Bis dahin kannte sie dies nur aus der Entfernung, und von Erzählungen. 500 Münzen will Sarzathell für sie bekommen. Sie kannte ebenso wenig den Begriff. Ob es wohl Kräuter oder bestimmte Felle sind, mit denen man handelt?

Die Tür wurde eingeschlagen. Dort standen sie. Soviel Metall an einem Menschen hatte sie noch nie gesehn. Die Klingen waren so scharf und glatt, ihre Haut spiegelte sich gar darin. Es machte ihr irgendwie Angst, so duckte sie sich weiter in die Ecke hinein, hinter den Kisten. Die Grausamkeit der Wildnis kannte sie, aber das hier war ihr gänzlichst fremd. Sie umzingelten diesen Dunmer. Unfassbar, aber diese rubinroten, finsteren Augen kannten tatsächlich so etwas wie Furcht. Sie weiteten sich immer mehr, bis sie kugelrund wurden. Eine dunkle Frau, von dunklerer Haut als sie es hat näherte sich den Kisten. Auch ihre Begleitung, hatte dieses Lederbraun, das samtig und weich wirkte. Sie bemerkte sie und streckte ihr die Hand aus. Sie brauchte keine Angst haben. Skeptisch dem Fremden gegenüber schüttelte sie den Kopf. Was auch immer sie im Schilde führten, der Natur wohlgesonnen war es sicher nicht. Und ob sie es bei ihnen besser hatte? Klingen, so lang wie ein Arm, Messer, hingen an ihren Gürteln herunter.
Auch ihre Begleitung versuchte es. Wie kann so etwas in Metall gehüllt Gutes bringen? Selbst einen Bären im Winterschlaf würden sie mit diesem Lärm wachkriegen, eine Herde Mammuts ganz zu schweigen.
Nun bemerkte sie eine Dritte. Die Haare sind zu Zöpfen geflochten, so schwarz wie ihre. Stolz und kühn wirkte sie in ihrer Rüstung, ein Stolz der nicht zu bändigen war. Statt einer Hand streckte sie ihr ein Brotlaib entgegen. Sie dachte nach. Was soll das werden? Holt man sich so Sklaven? Allerdings knurrte ihr Magen bereits, sie hatte schon seit Tagen nichts mehr gegessen. Überlegend sah sie so immer wieder vom Brotlaib zu ihrem Mund herüber, und wieder zurück. Sie verstand es. Ohne Worte nahm sie sich selbst einen Bissen, und kaute gemächlich darauf herum, bis sie ihr wieder den Laib entgegenstreckte.

Die Kruste war schon recht hart, doch das störte sie nicht. Sie riss es auf, um an das Innere zu gelangen, das sich weich auf der Zunge anfühlte. Bissen für Bissen kaute sie und schluckte es geräuschvoll herunter. Sie schoben nun die Kisten beisammen, während ein Orsimer, dessen Gesicht wie ein Narbennest aussah sich um den Dunmer kümmern wollte. Sie verstand nun worum es ging. Eine wolhtuende Genugtuung machte sich in ihr breit. Sie stelle sich vor, wie ihr Meister Jorin ihm seinen Wölfen dem Fraß vorwerfen würde. Wie sich die Mäuler immer tiefer und tiefer in die weichen Innereien schoben, während das Blut ihr anmutiges, und silbernes Fell benetzte. Doch das passierte hier nicht. Statt Zähne sah man Unmengen an Metall. Man wollte sie befreien, und versuchte herauszufinden wo der Schlüssel ihrer Fesseln steckte. Irgendwann rückte er damit heraus. Doch, es gab nur einen Schlüssel, für die Fußfesseln, jedoch nicht für ihre Armschienen.
Sie boten an ihnen zu folgen, sich um sie kümmern. Neue Meister, dachte sie. Ist gut. Den Begriff Freiheit verstand sie nicht. Natürlich, auch bei Jorin konnte sie sich frei bewegen, dennoch hatte sie Aufgaben und Pflichten. Dinge die sie an ihn gebunden hatten. Was ist schon dabei, dachte sie sich.
Also folgte sie der Gruppe, hinaus aus dem Haus. Die Kiste, in der sie steckte wurde zurückgelassen. Die nackten Füße machten ein schwappendes Geräusch auf den Steintreppen. Sie freute sich danach wieder die Erde zwischen den Zehen fühlen zu können.

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Feuersucherin (15.02.2016), Gragosh gro-Donneraxt (16.02.2016), Danheel (24.02.2016)

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Montag, 15. Februar 2016, 10:46

Es vergingen bereits einige Wochen, seit sie sich der Gruppe angeschlossen hatte. Durchaus hatte sie eine andere Wahl, die ihr zu diesem Zeitpunkt wenig bewusst war. Wohin sollte sie auch? Vieles erschien ihr hier so fremd. Die Art hier zu leben erschien ihr schwer und unbegreiflich. Immer wieder zeigte Ephaelon ihr goldene, schimmernde kleine Scheiben mit denen mal hier wohl bezahlte. Sie erinnerte sich noch, als Jorin sie immer alleine ließ um aus der Ferne ihre Erzeugnisse mit anderen Dingen die sie brauchten zu tauschen. Hätte er diese kleinen Scheiben gehabt, hätte sie sie bestimmt gesehen, dachte sie sich. Oder es war so selten, dass sie sich nicht mehr daran erinnern konnte.
Ephaelon bat sie wie die Tage zuvor schon nach unten zu kommen. Jeden Morgen fragte er sie wie es ihr geht, wie sie geschlafen hat. Sie befühlte immer wieder ihre Stirn, war sie krank? Solch seltsame Fragen war sie schlichtweg nicht gewohnt.
Sie wollte schon ansetzen abzulehnen, jedoch machte sich wieder ihr Magen bemerkbar und knurrte ungehalten vor Leere. Wieder würden sie alle anstarren, daran musste sie sich wohl gewöhnen. Schweinefleisch im Eintopf gab es wieder. Sie atmete tief durch und begann zu essen. Jedes Mal war es so. Jedes Mal wenn sie zu essen begann, starrten alle zu ihr herüber. Schlürfend, und mit einer Geräuschkulisse einers Horkers aß sie ihren Eintopf bis auf die letzten Reste auf. Der mit Eintopf bedeckte Innenraum der Schale löffelte sie dann mit dem Zeigefinger aus den sie zwischen durch immer wieder ableckte. Ab und an nahm sie auch gleich die Zunge, so ging es wesentlich schneller. Satt und zufrieden lehnte sie sich gegen die Stuhllehne und sah sich um. Wie still hier alle aßen, als wollen sie verhindern andere beim Essen zu stören. Und wie sauber ihre Kleidung war. Mussten sie nicht arbeiten, wurde sie nicht auch durch das Essen beschmutzt? Sie verstand nicht die Wichtigkeit darin.

Auf den Markt soll es gehn. Von den anderen sah man nicht viel, wie zerstreut waren sie alle in ihre Ecken verkrochen. So nahm sie Ephaelon mit. Neue Kleidung brauchte sie. Sie vermisste bereits ihre Felle. Ob sie hier auch jagen könnte? Unmöglich bei soviel Stein. Sie entschied sich zu schweigen während sie über den Marktplatz gingen. Immer wieder wurde sie gefragt, welche Dinge ihr gefielen. Wozu? Hauptsache sie hielt warm, und dämmte den Regen ein wenig damit sie nicht nass wurde. Welche Wichtigkeit sollten die Farben shcon haben? Wenn manche auch wunderschön waren. In ihren Augen diente es keinem ihr bekannten Zweck.

Wenige Stunden später waren sie wieder in der Taverne. Es ging mittlerweile des Abends zu.
Sie wusste insgeheim dass es dann immer voller war. Mit enganliegenden Armen folgte sie ihm herunter. Nein, diesmal wolle sie sich weigern ier zu essen. Im Schutze seines Rückens sah sie sich um. Soviel unterschiedliche Menschen hier ein und ausgingen. Sie bemerkt wie Ephaleon zwei Männer ansteuerte. Wie perfekt wirkten sie. Die Farben ihrer Kleider und Haare harmonierten miteinander, als wären sie so auf die Welt gekommen. Still und so dezent wie möglich stellte sie sich ein Stück weit hinter Ephaelon. Sie begannen sich zu unterhalten, auch sie wurde vorgestellt. Wie freundlich beide wirkten, und sie nicht eine Sekunde anstarrten. Ob ihrer Kleidung, ihrer Manieren oder anderes. Sie fühlte sich auf eine unbestimmte Art akzeptiert, und ein Stück weit sicherer. Nach einer Weile bemerkte sie wie sich Ephaelon selbstzufrieden entfernte, und sie mit den beiden stehenließ. Verunsichert sah sie sich hilfesuchend nach ihm um, doch war er zwischen all den Menschenmengen wie verschollen.
Dann bemerkte sie zwei Blicke, zwei wirklich schöner Augen die sie erwartungsvoll ansahen. Was sollte sie nun tun? Offenbar verstand sie es nicht und wartete, bis die beiden irgendetwas von sich gaben. Der dunklere von den beiden stellte sich als ein Traumdeuter vor, oder war es Traumwandler? Es klang mystisch, was sie auf Anhieb mochte. Mystisch sah auch er aus. Das Gesicht wie perfekt geformt mit pechschwarzem Haar umrandet. Die Augen des Mannes faszinierten sie besonders. Nichtmal Jorin hatte so ein blau, so kristallen wie Eiszapfen im Morgenschimmer der Sonne. Irgendwann verabschiedeten sich die beiden Herren. Erleichtert suchte sie den Schankraum wieder nach Ephaelon ab. Wut stieg bald in ihr hoch als ihr seine Aktion wieder einfiel. Das wollte sie nicht auf sich ruhen lassen und verließ selbst mit einem Entschluss die Taverne. So leise sie nur konnte.

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Jendred (15.02.2016), Morlana (15.02.2016)

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Montag, 15. Februar 2016, 16:41

Ephaleon bemerkte davon scheinbar nichts, oder ließ es sich nicht anmerken. Sie stahl im vorbeigehn einen Gemüsebrocken aus einem halbleerstehenden Teller und trat heraus. Es war schon fast dunkel, ebenso kannte sie wenig der Wege die durch diesen Ort führten. Jedoch wusste sie, dass es nicht unweit der Taverne einen Schweinehirten gab. Sie sah sich immer wieder um, und versuchte mit dem was Jorin ihr einst beibrachte das Leben von Tieren zu entdecken. Tatsächlich krabbelten doch einige kleine Insekten und Würmer durch die vielen Steinplatten. Sie konnte es kaum glauben. Dennoch ging sie weiter und erforschte bis sie endlich eine kleine Koppel erreichte. Lärm hörte man aus dem Schweinestall. eine Weile beobachtete sie, bevor sie das Törchen der kleinen Koppel einen Spaltweit öffnete und ein Tier mittels des Essens herauslockte. Der ein oder andere sah sie, zerlumpte Kleidung zierte diese Menschen, wenn auch ein wenig irritiert schenkten sie ihr ncht große Beachtung. An der Taverne angekommen schob sie die Türe auf und lugte hinein. Nicht unweit der Türe standen auch hier noch Tische, zu ihrem Glück verlassen und mit wenigen Essensresten liegengelassen. Der Blick folgte sogleich zum Wirt herüber bis sie sich etwas der Reste stahl. Damit tappste sie leise bis fast lautlos die Treppen hinauf, sich dabei sorgend dass der Eber ihr auch hier noch folgte. Hier kannte sie sich ein wenig besser aus, soweit dass sie wusste wo er sein Zimmer hatte. Praktisch ist so eine späte Stunde, dass sie hier unbemerkt herumtappsen konnte, mitsamt dem Eber. Als sie ihn in seinem Zimmer zurückließ suchte sie nun ihres auf, und legte sich schlafen. Sichtlich zufrieden. Wer dachte schon wirklich daran, mit einer Sklavin Scherze zu treiben? Nicht mit ihr!

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Montag, 15. Februar 2016, 21:37

Achtung: Fäkalsprache.
Wer sowas nicht lesen möchte,
sollte ab hier nicht weiterlesen.



So gut hatte sie schon lang nicht mehr geschlafen. Vielleicht war das Stadtleben doch nicht so schlecht, oder die gute Luft beim Schweinehirten tat ihr so gut. Sie hatte es noch bildlich vor den Augen, wie sie den Eber aus der Koppel lockte. Auch den Geruch des Stalls, so gut, als wäre sie noch ebend dort. Grelle Sonnenstrahlen schienen mittlerweile in das kleine Gästezimmer hinein, so dass sie unweigerlich wach wurde. Schwapp! Sie bewegte ihren Kopf beim wachwerden, doch bei jeder Bewegung machte es dieses Schwappgeräusch. Ebenso waren ihre Haare seltsam feucht. Hatte sie gebadet? Unmöglich. Sie fuhr sich durch die dünnen Haare. Als sie die Hand vor das Gesicht hielt sah sie einen dünnen, bräunlichen Film auf ihren Fingerkuppen. Langsam dämmerte es ihr. Sie hob den Kopf vom Kissen weg und stubste prüfend hinein. Schon zwischen den Gewebesträngen quoll es bräunlich hervor. Dem Duft nach eindeutig die Hinterlassenschaften eines Schweines. Sie fluchte dumpf auf und dachte erstmal eine Weile nach. Wie dumm dass sie so einen festen Schlaf hatte. Hat er doch tatsächlich ihr Kopfkissen damit befüllt.
Zu späterer Stunde ging sie, allerdings frisch gewaschen in den Schankraum hinein. Nein, sie würde sich nichts anmerken lassen. Egal was er sagte. Langsam kamen ihr auch Bedenken. Ob sie nun zu weit ging und der Gruppe verwiesen wurde? Als hatte er mit ihr gerechnet stand er bereits unten am Kamin. Er erwähnte etwas von einem Truthahn in seinem Zimmer, und dass dieser doch tatsächlich jede Menge Hinterlassenhscaften quer durch das Zimmer verteilte. Irritiert und stirnrunzelnd sah sie zu ihm auf. Sie war sich sicher, dass es kein Truthahn war. Währenddessen musterte er ihre Mimik eingehend. Wie dumm, wenn man so laut dachte, dass man es mit bloßem Blick schon erkennen kann. Dennoch nahm er es ihr nicht übel. Dafür revangiert hatte er ja bereits. Auch dass er ihr mit dem stehenlassen im Enddeffekt etwas Gutes tun wollte verstand sie nun.

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Samstag, 26. März 2016, 11:31

Fasziniert von dem, was man hier Leben nennt sitzt sie in der Schenke. Überwiegend Weingeruch steigt in ihre Nase, während sie an ihrem Hühnchen herumzupfte. Schon seit einer Ewigkeit sitzt sie hier, fällt es ihr schwer die vielen Stunden für Schlaf zu nutzen wie die anderen. Noch immer wird sie seit der frühen Morgendämmerung wach, wie schon zu Jorin´s Zeiten. Kopfschmerzen bereitet ihr diese Sache, gleichfalls ist sie überrascht zu was sie alles fähig ist, und das allein durch Worte. Was Worte allein auslösen können. Ephaelon ist sie noch immer unendlich dankbar für alles, selbst wenn er erschöpft ist hatte er stets ein Ohr für sie. Sie sollte ihm Dankbarkeit zollen, noch immer. Schuldig fühlt sie sich gleichfalls was sie getan hat. Voller Zorn hat sie ein Treffen mit Seryn ausgemacht, aus Zorn weil er sie wieder bremste. Wie ein kleines Kind das nicht flügge werden darf, schottete er sie in ihrem Tatendrang ein, selbst in Angelegenheiten die sie allein betrafen. Als ob die ganze Welt gegen sie wäre. Die Linke rutschte wieder herunter, und wanderte in ihre Gürteltasche. Liebevoll strich sie über ihren Anhänger, über die zarten Zweige des Baumes, über den dünnen, goldenen Reif um den Baum herum. Ob das alleine reicht um herauszufinden, wo ihr Ursprung liegt? Seryn wird es sicher wissen. Ihm vertraut sie, irgendwie.
Dennoch brachte Ephaelon sie dazu ihn zu verraten. Seine Quellen und was er tat und sagte aufzudecken.

Am liebsten würde sie schreien. Von soviel umgeben die für sie da waren und dann wiederum nicht. Soviel um sie herum und doch allein. Wodurch? Allein durch nichts als Worte. Worte die zerstören und verletzen was sie hatte und noch haben könnte.

Am nächsten Tag schon stand der Aufbruch an. Das moppsige Pferd dass sie aus eines der Stallungen stibitzt hatte, sattelte sie mit Hilfe des Stallburschen. Sie prüfte nochmals ihr wenig Hab und Gut und wartete auf die anderen. Die, wieder, noch immer schliefen.....Schnarchnasen! ...dachte sie sich. Nervös befestigte sie das Kurzschwert an ihrem Gürtelknauf, zittrig strich sie über die scharfe Scheide. Alles in ihrem Inneren sträubte sich dagegen, dennoch trieb sie die Dankbarkeit dazu an. Wenn auch der Zorn über jenes Volk dass sich über das Leid von Menschen und Echsenleben ergötzte.

Einige viele Tage ging die Reise. Es fühlte sich an, als ob sie alles zurückließ und niemals wieder kommen würde. Eigentlich doch mehr ein Wunsch, nicht mehr zurückzukommen, und mitanzusehen was sie aus Seryn´s Taten gemacht hat. Spärliche kleine Zelte hatten sie bei sich, und staunend bemerkte sie wie trotz der Tageshitze hier in der Wüste die Nächte furchtbar kalt wurden. Fröstelnd wartete sie jede Nacht bis sie ankamen. Umso näher ihr Ziel heranrückte, umso weniger Schlaf konnte sie sich gönnen. Doch die andern schliefen, als wäre es das Selbstverständlichste. Magrash, Zaida.....Keldar. Dunkle Haut, die man in der Finsternis der Nacht kaum sehen konnte. Irgendwo abseits wird Morcorog sein, der rießige Orc der schon mehr ein Monster war. Alleine dem Anblick nach, zusammen mit den Ketten die ihn stets begleiteten. Er wirkte damit nicht wirklich frei, und doch war er es.

Ab und an stahl sie sich aus den Zelten heraus und übte. Jeden Zauber den sie seit Kindestagen an kannte, jede Bewegung die ihr Ephaelon beibrachte. Es wird schon irgendwie gutgehn, dachte sie sich.

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Mittwoch, 20. April 2016, 23:07

Der Schnee knirschte unter ihren Füßen als sie zum kleinen Haus stapfte. Die Haut an den Händen fühlte sich rauh an, und spannte leicht, vom langen Halten und Ziehen der Zügel. Smilla brauchte eine Weile um vorwärts zu kommen, so dass sie langsamer wurde und sich ihrem Tempo anpasste. Eivor störte es ohnehin nicht. Die ein wenig moppelige Scheckenstute war ohnehin so faul, dass man sich schon darüber wunderte dass sie überhaupt vorwärts kam. Am Brunnen angekommen, machte sie von dem Sattel und den Zügeln los. Das rauhe, und borstiganfühlende Seil zog sie hoch um ihr den vollen Wassereimer zu reichen. Es kam ihr jedes Mal kürzer vor, wenn sie den Weg von Hjornstein bis nach Kyneshain passierte. Oder umgekehrt. Wobei sie sicher jedes Mal länger brauchten. Dank sei Eivor....
Das Haus und die Veranda wieder zu sehen, schmerzte sie jedoch mehr als das, was sich alles in Hjornstein zugetragen hatte. Vor was lief sie eigentlich davon? War es damals vor Skal´s Tod, dass sie Zuflucht in dem kleinen, beschaulichen Dorf suchte, oder nun umgekehrt? Den Gedanken, ihn nicht mehr bei sich zu haben stach sie wie tausend kleine Nadeln. Dass er nicht mehr wie selbstverständlich da war und ihr in allen Belangen zuhörte, wie man es von einem Vater kennt. Das Glück, dass sie als ehemalige Sklavin ein klein wenig Familie fand, eine Zugehörigkeit, eine Zuflucht, ein Zuhause. Lange haben sie beide gebraucht, um zu begreifen was sie füreinander waren. Lange haben sie sich selbst vorgelogen, sie wären doch nur Nachbarn die wie selbstverständlich auf sich aufpassen würden. Doch hat sie ihn gehegt, wie eine Tochter ihren alten Vater im Ruhestand pflegen würde. Hat er doch alle jungen Männer in ihrer Nähe skeptisch und argwöhnisch beäugt, verhielten sie sich auch nur einen Bruchteil nicht korrekt ihr gegenüber. Es war jemand für sie da, und stand auch für sie ein. Egal was passierte, egal was sie tat. Ihr fielen nun die zwei Dunmer ein, dessen Köpfe sie auf nordischer Manier auf durchtrennte, und auf einen Holzpfahl steckte. Das Zeichen über sie gesiegt zu haben, einen Sklavenhändler weniger.
Sicher bereitete ihm dies Sorgen, dass sie so etwas tat. Aber er verstand sie, mehr als sie es sich je gewünscht hatte.

Smilla kuschelte sich nun an die Decke auf der Veranda, während Helvi putzmunter in kleinen Schneehaufen tobte. Sie mied die Priesterinnen vorerst, wenn sie sich auch freuten sie wieder zusehn. Sie wollte mit keinem Reden, nichtmal ein Wort. Die alte, knarrende Holztüre wurde aufgestoßen, die Beutel und Kisten hineingetragen. Sie versuchte den Teppich nun unsanft beiseite zu stoßen, um an die KLappe in den Keller heranzukommen. Dumm, dass ihre Zehen noch immer so schnell hier einfrierten. Auf der Stelle hüpfend versuchte sie sich ein wenig mitsamt den Zehen aufzuwärmen, und entledigte sich dabei ihrer Lederstiefel. Dabei ging sie nun im Raum umher, und besah sich fröstelnd das Mobiliar. Zufrieden. Wie versprochen, haben die Priesterinnen alles an persöhnlichen Gegenständen weggeräumt. Die dunklen, kleinen Hände tasteten nach einer alten Decke, in diese sie sich einkuschelte. Vor dem Kamin verharrte sie, und machte ihre Armbewegung, um kleine, magische Glutfunken zu bilden, die sich tänzelnd zu einem kleinen, wärmenden Kaminfeuer zu vereinen. Gebannt beobachtete sie sie. Alte Erinnerungen kamen hoch. Damals, als das Chaos ihre Angst vor Feuer entfachte inmitten dem Land der Zerstörung. Den Geruch des Todes dort kannte sie noch zu gut. Die vielen Dunmer und Meuchelmörder, die sie immer mehr einkreisten, bis auch Morcorog und Magrash ihr nicht mehr aus dem Feuer helfen konnten.
Der Geruch an Holz erinnerte sie an Dolchsturz, und die Begegnungen mit Lestard. Wie sie süßen Wein hasste, seit sie ihn kannte. Nichts war giftiger und verderblicher als dieser Mann. UNgläubig schüttelte sie den Kopf. Zwangen sie sie doch tatsächlich einen Trank aus seinen Händen zu trinken, und wollten sie doch tatsächlich dass sie sich von einem Lehrer seiner Seite habe lehren lassen das Feuer zu kontrollieren.
Einen Schlussstrich ziehen musste sie. Sie hatte keine andere Möglichkeit damals. Hatte sie nicht doch jedesmal auch eine andere Wahl, andere Möglichkeiten? Ob es das alles ändern würde?

Naegrys und Basmah waren es, die sie damals fast ungläubig auslachte. Sie war sich so sicher, keine oder kaum Gefühle zu besitzen. So abgestumpft zu sein, dass Wut und Liebe nie möglich wären. Beide wirkten, als wüssten sie sehr wohl, dass auch sie eines Tages eines besseren belehrt wurde. Auch nach Naegrys sah sie kaum einen anderen Ausweg, kaum eine andere Wahl der Dinge. Dolchsturz war groß und doch suchte sie sich den SÖldnerbund aus, bei diesem sie eine Arbeit begann. Sie war einfache Arbeit und einfache Lebensumstände gewohnt. Es machte ihr eigentlich nichts aus. Elisa wusste es aber. Sie wusste, dass sie mehr vom Leben erwartete, und verlangte. Nur ein einziger kleiner Hinweis, und sie kam in schwere Grübeleien. Sie musste unweigerlich schmunzeln. Wie konnte Elisa erahnen, wo sie hinmusste? War es doch nur ein Angebot und Vorschlag von vielen, jedoch eine Möglichkeit, die viele anderen Wege ermöglichte. Erst sollte es nach Riften gehen, dort wo sie ihr Arbeitszimmer hatte. Dann jedoch weiter bis nach Windhelm. Die ersten Tage und Woche an Windhelm und Ostmarsch erinnerte sie sich zu gut. Es war sicher nicht schön, und alles andere als an das Gefühl daheim angekommen zu sein. Schneesturm herrschte zu der Zeit, und die Versuche eine einfache Arbeit zu finden waren gerade zu erbärmlich. Erbärmlich weil es keiner dieser stolzen und ehrbaren Nord glauben konnte, dass diese kleine Person hart arbeiten konnte. Doch sie hielt stur durch und bekam sogar zwei. Es war sicher nicht das gelbe vom Ei, aber sie arbeitete sich immer mehr hoch. Sieben Tage die Woche, ohne Unterlass und Pausen. Während sie tagsüber in der Taverne bediente und fegte, so heizte sie des abends die großen Kessel der Metkellerei ein. Jede Münze kam in einen alten, großen Kartoffelsack, und immer am Ende jeder Woche zählte sie alle MÜnzen zusammen.

Skal war damals ein Nord unter vielen. Auch nicht sehr auffällig, und alt. Sie war zu sehr auf die Arbeit konzentriert, der Typ Mensch für Konversationen war sie ohnehin nie.
Auch die anderen schenkte sie nur soweit Beachtung wie es die Arbeit erforderte. Soviele, die sie kennenlernte, soviele Namen. An fast alle hatte sie Erinnerungen, positive, wie auch negative. Svala, war eine Erheiterung, ein nordischer Sonnenschein, der nie aufhörte zu strahlen. Sie schaffte es wirklich immer, sie zum lachen zu bringen. Egal wie. Kopfschüttelnd, sah sie nun auf ihre beiden Messer hinab. Ja, behandle deine Messer nie schlecht in Anwesenheit eines nordischen Schmiedes. Die Standpauke Svala´s wird sie selbst in zwanzig Jahren nie vergessen.
"Bartwichse". Da war es. Den Spitznamen für den sie Skal lange verfluchte. Tage und Wochen versuchte sie ihn zu ignorieren, selbst Kaut-auf-Holz versuchte vergeblich ihm diesen Spitznamen abzugewöhnen. Doch lege dich nie mit der Sturheit eines Nord an. Bis er sie offiziell als Tochter in die Familie aufnahm, wurde sie den Namen nie los. Und peinlich war ihm das kein Stück. Nichtmal in Ivarstatt, wo sie einst versuchte Anschluss zu finden, vor allem wo sie einst versuchte zu feiern. Den Spitznamen Leibwächter hätte sie ihm geben sollen. Die Sturheit in Person weichte er ihr nicht von der Seite und begleitete sie sogar bis nach Windhelm zurück.
Ob er wirklich mit sich kämpfen musste Friedensbewahrer der Taverne zu sein? Sie glaubte es damals schon nicht. Es war ein alter, einsamer Mann. Und er mochte offenbar ihre Gesellschaft. Anders als Skarin. Mit Schrecken musste sie immer zu zu dem Tisch am Ende des Raumes sehen, wenn er sich wieder zu säufte. Die Ähnlichkeit zu ihrem Meister war dabei verblüffend groß, bis auf das Alter. Nein, ein Angsthase war sie nicht mehr und ging jedesmal an seinen Tisch um ihm nachzuschenken, so er wollte.

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Mittwoch, 20. April 2016, 23:07

Mit Genugtuung brachte sie ihm bei, dass Flammen auch ganz anders entstehen können als durch Feuerstein und Zunder. Und dass sie auch unterschiedlich groß sind. Die Aktion war es ihr wert. Immerhin, sah er sie danach mit ganz anderen Augen als vorher. Es war zu lustig, wie der imposante, große Krieger meinte furchteinflößend auszusehn, während er mit seiner nicht winzigen Faust die kleine Kerzenflamme löschte. Waren es eine oder zwei Sätze die er nach hinten eilte, als sie ihm eine wesentlich größere Flamme wie von Zauberhand präsentierte?
Ob sie hätte das auch bei Rhorlak machen sollen? Nein, er hätte einen von unzähligen Argumenten übrig, wieso das wie auch vieles andere was sie tat so falsch oder unbedeutend war. Hätte sie nur auf Skal gehört und sich nach jemand anderem umgesehn.
Wäre, sie nur mit Skal mitgegangen. So gäbe es all diesen Zwist und Streitereien nicht. Brachte er ihr doch soviel Stolz bei, oder dachte es. Und doch ließ sie es zu so behandelt zu werden. Nun ja, es war ein Dorf nicht nur eines sondern ein nordisches. Anders als in Windhelm konnte sie hier keine Toleranz erwarten, weder vor Fremdländern, noch was ihre Magie betraf. Anders dazu war Svala. Soviel anders. Außer auf der Jagd. Gutgläubig dachte sie, sie würde wie auch andere mit Pfeil und Bogen jagen gehen. Nein, das Reh musste shcon von der Axt halb zerstümmelt werden....
Die Finger streichten nun über das Holz des Esstisches, weiter über eine noch dunkelgefärbte Stelle. Die Lippen verzieht sie und schloss eilig die Augenlider zu, um gegen die Tränen anzukämpfen. HIer lag seine Axt, als sie durch die Türe vorbei an dem leblosen Körper passierte. Er lebte noch, als sie im Hausinnern ankam. Dabei saß er vor dem Kamin und schluchzte wie ein kleines Kind. Oder mehr wie ein Vater und alter Mann, der nicht mehr für sein kleines Mädchen da sein konnte. Das Kurzschwert des Plünderers steckte dabei noch in seiner Seite. Es war seinem damaligen Schwert so ähnlich dass sie erst dachte er habe sich das selbst angetan. So sehnte er sich lange schon nach dem Tod. Selbst sein Tod war sich der Tatsache so sicher.

Aber als es soweit war, wollte er nicht sterben. Er wollte noch leben, und jeden Moment mit ihr und ihrem Zuhause genießen. Ob es das Holz hacken war, dass er ihr beibrachte, das aufstellen und bauen des Hundeschuppens oder anderes. Die beiden Hündinnen merken augenscheinlich ziemlich schnell, dass etwas mit ihrer Herrin nicht stimme. Warme, große Fellknäuel drücken sich an ihre Seite und lecken aufmunternd ihre Tränen von den Wangen, als sie auf den Boden sank. Dort in ihren Mantel eingekuschelt fröhnte sie noch alten Erinnerungen nach. Alten schönen, wie auch traurigen. Wacholderbeerenmet. ZUfrieden griff sie nachdem Trinkschlauch und nahm sich einen Schluck. Wacholderbeerenmet, herb und anders als normaler Met. Aber genau das, wenn sie an das schöne Zuhause zurückdenken will, dass sie einst mit Skal hier gefunden hatte. Geborgenheit, Schutz, und Liebe. Soviel väterliche Liebe, wie sie es sich hätte nie erträumen lassen können.
Wohin sie es auch immer trieb, wohin sie auch je weiterreisen würde. Diesen Ort würde sie immer Zuhause nennen, und immer wieder hierher zurückkehren...















OOC:

Wenn leider auch ein wenig spät, so dass er es nicht mehr lesen kann/wird. Aber danke Unholy_Confessions für das tolle RP auf nordischem Boden. Es fehlte nie an Tiefgrund, Spannung oder Humor. Gäbe es für dich ein Sovngarde, so wünsche ich dir eine rießige Methalle voller Wacholderbeerenmet. =)

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CriticalAcclaim (23.04.2016)

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Samstag, 23. April 2016, 18:58



Es ist eine Weile vergangen, in der sie nicht unfleißig geworden ist. Während Smilla ihre Mutterschaft mit ihren Welpen genoss, so übte Melisande von den frühen bis späten Abendstunden an ihrer selbstgemachten Übungspuppe, mit dem ehemaligen Schwert und Schild ihres Nordvaters. Seinen Helm aufzusetzen, war ihr dann jedoch doch ein wenig zu peinlich...

Ihre Waldstreifzüge nahm sie wieder auf, es wirkt als ob ein wenig Leben oder Lebensfreude in die kleine Frau einkehrt. Zumindest bis die Sonne untergeht, denn dann greift man der Trauer und dem Frust nicht unterzugehen zu dem trauten Wacholderbeerenmet um in alten und schönen Zeiten zu schwelgen. Sie mied auch weiterhin jede Menschenseele, selbst die Priesterinnen an dem Hain, sahen sie selten und wenn nur aus weiter Ferne.
Doch seit sie den Altmer, der oft vor den Toren WIndhelm´s meditiert sichtete, scheint sich etwas zu regen. Manche sahen wie sie Zelte packte, sowie einige EInmachgläser und Trinkschläuche zusammenpackte. Mit dem nun mittlerweile Rudel an Hunden übte sie einiges in dem Wald, so als habe sie etwas vor.

Seit heute des morgens wurde sie wieder statt der heimischen Ruhe die rastlose Seele. Das Pferd wurde nicht nur gestriegel auch ein Sattel wurde vorbereitet. Doch nicht nur das, auch ein zweites, etwas größeres Pferd wurde soweit fertig gemacht. Satteltaschen und Decken stapelten sich fast. Nach den Vorbereitungen saß sie nun ein vorerst letztes Mal auf der Veranda, nippte gedankenverloren an dem Metkrug. " Er achte schon, dass ich mich nicht verliere. Was bildet er sich ein, will er mein Gewissen sein?" kopfschüttelnd sieht sie in die Ferne. Ihr erstes Ziel hatte sie schon für sich festgelegt. Riften sollte es sein. Dort, war sie einst mit Skal unterwegs, gemeinsam mit Luez und Nuez. Damals war die Welt noch halbwegs in Ordnung. Nun nicht mehr, doch was schadet es in alten Erinnerungen zu schwelgen? Was kümmert es, wenn sie auf ihrer Reise ein wenig Abenteuer genoss? Sie konnte wann immer sie wollte hierher zurückkehren. Hier, wo Skal ihr einst ein Zuhause, eine Zuflucht gab. Und es gab niemandem dem sie Rechenschaft schuldig war, wielange sie wegblieb. Niemand, dem sie auch Rechenschaft schuldig war, wem die aufgespießten Köpfe gehören würden. Oder doch? Der Abgrund an dem sie steht, ist sicher sehr tief, auch gibt es wenig Auswege um an diesem vorbeizukommen. Doch tief, heisst auch viel Platz, nicht wahr?




Spoiler Spoiler

Unser erstes Ziel steht. Wir brechen zu weit los und werden ohne Planung entspannt umherreisen. Wer mag kann uns gerne anschreiben und dazustoßen.
IDs: @ Blaihr, @Phoenixx317

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9

Montag, 25. April 2016, 17:47




Gewöhnlicher und entspannter die Reise begann, könnte es kaum laufen. Sie unterhielten sich, plauderten über belanglosen sowie fern in der Vegangenheit liegende Wahrheiten und Halbwahrheiten. Die Flora und Fauna kannte sie gut, Himmelsrand war noch immer ein Zuhause für sie, ein besseres hätte sie sich nie wünschen können. Jeden Morgen an dem sie schon Stunden vor Yrochim wach wurde, ließ sie den Blick über die in Morgentau verhangene Landschaft schweifen. Sie genoss die Wärme der Frühlingssonne, auch die Wärme und Geborgenheit ihrer Hunde. Sechs waren es nun, neben Helvi und der frischgebackenen Mama Smilla kamen noch Norn, Snaer, Kauni und Kalevi hinzu. Sie suchte die Namen nach nordischem Brauch aus, nicht ohne eine fehlende Bedeutung. Kalevi bewies sich hier schon bei seiner Geburt als kleiner Held, denn sie musste das arme Würmchen immer wieder ohrfeigen und wachrütteln damit er nicht vergisst sein kleines Herzchen schlagen zu lassen. Immer wieder setzte es aus, eine halbe Ewigkeit dauerte es bis er begriff dass ihn niemand gehen lassen würde. Kauni war schon als Welpe bildschön mit ihrem schneeweißen Fell. Reines weiß wie frisch gefallener Schnee. Die hellblauen Augen waren dabei noch ein wenig verschlossen. Erst vor einigen Wochen öffneten sie sich wie die der anderen und zeigten auch hier ihre Schönheit. Snaer hingegen übertraf Helvi in ihrer Agilität. Ein tausendmal schnellerer Wirbelwind als sie es bisher je war. Aber Helvi war ja auch immer ihre Kämpferin. Das, was sie selbst nicht wahr. Wohl niemals sein würde? Norn wirkte ihr irgendwie vertraut. Schicksal bedeutete ihr Name. Ob sie auch ein Schicksal einst verbinden würde?



Yrochim konnte mit den vielen Tieren nicht wirklich viel anfangen, aber das machte ihr nichts aus. Sie genoss die Ruhe, auch dass er mit der Fragerei ein wenig sparsam war. Manche Fragen taten noch zu sehr in der Seele weh...


Alsbald errreichten sie Riften, nachdem sie Stunden zuvor einen Zwischenhalt an einem beschaulichen Pferdehof hielten. Die Taverne kannte sie bereits als Elisa noch ihre Lehrerin war. Damals, sie erinnerte sich sehr gut, und an ihr Arbeitszimmer in der Magiergilde. Vertrauen fiel ihr schon damals sehr schwer, so dass sie mit Informationen über ihre Talente stets sparsam war. Vielleicht, lief vieles anders ab, wenn sie damals mehr Vertrauen zeigte. So konnte Elisa ihr nur in der einen Sache helfen, doch es brachte einiges. Sie gab ihr mehr Sicherheit und Selbstvertrauen im Umgang mit dem Feuer. Sie konnte es vorher nie glauben dass sie solch hohen Wände wirken konnte, und von solcher Dauer. Schmunzelnd befühlte sie die silberne Haarnadel, die sie noch immer verborgen in ihrem Lederbeutel trug. Sicher, der Zauber ist fort, doch die Erinnerungen sind für die Ewigkeit.

Die Pferde wurden nun versorgt, und die Taverne angesteuert. Der verdorrte Baum. Skal sah sie einst schon damals, da kannten sie sich noch nciht. Auch Amalthea. Sie hielt sie einst für eine Wyrd, oder Reikmannin, so wie sie herumlief.

Yrochim zog sich bald zum Meditieren zurück, so dass sie sich erstmals unters Volk mischte. Dass sie hier nicht viele Einheimische fand, verwunderte sie nicht. War auch Riften wie Windhelm eine Großstadt. Jedoch überraschend viele Dunmer wimmelten, fast an jeder Ecke konnte sie welche zählen. Sie stellte sich still an das Holzgeländer der Veranda und lauschte, schnappte Wortfetzen auf. Sie musste immer wieder überlegen, in welche Kategorien sie dieses Volk stecken sollte. In diese wie Luez und Nuez, oder die wie es einst Sarzathell war. Sie musste sich eingestehn, dass ihr letzteres leichter fiel. Doch es waren auch Wesen wie sie, die auch Trauer, Angst, und Wünsche wie Träume besaßen. In Momenten wie diesen war sie dem herben Geschmack des Bieres dankbar. Es heilte die Wunden ihrer Seele, in dem es sich wie betäubt anfühlte. Die Augenlider geschlossen sinnierte sie eine Weile, dann steuerte sie eines der Tische an. Alles oder nichts. Heute und die nächsten Tage wollte sie nicht nachdenken, über gar nichts. Ganz egal welchem Volk, welcher Gruppe ein jeder angehörte sprach sie die Umherstehenden an. Es war ihr auch egal, dass sie statt Met und Bier einen Becher mit Tee trank. Inmitten von Aschehäutern, die in ihrem Stolz und ihrer Arroganz kaum zu übertreffen waren. Es war auch ihr recht egal, dass es nicht mehr die Taverne war, sondern ein für dunmerische Verhältnisse "bescheidenes" Anwesen. Sie musste sich auch eingestehn, dass so manche Tatsachen sie mit diesem Volk verband. Fremdländisch auf Himmelsrand. Oder das Siegel "nicht willkommen, und dennoch da."



So ging sie, mit der Ausrede, sie musste nach ihren Hunden sehen hinaus in die kalte Nachtluft. Bitterer Schmerz wie tausend Stiche, als ihr Kyneshain in den Sinn kam. Der einzige Ort auf Erden an dem sie immer willkommen war. Der einzige Ort der ihr Sicherheit und Geborgenheit gab, aber an diesem ihr geliebter Vater ermordert wurde, nur weil er für sie diesen Ort schützen wollte. Zwei Krüge Bier später schlief sie dann für eine weitere Nacht in der Ferne ein...




OOC zu dem Aufenthalt:

Spoiler Spoiler

Aktuell sind wir in Riften seit gestern nachmittags, und bleiben dort in etwa eine Woche vorerst. Wer also in Riften ist, und dazustoßen mag, einfach anschreiben. Danach geht es nach Morrorwind weiter, nächster großer Halt wird Deshaan sein.

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Blaihr« (25. April 2016, 21:40)


10

Sonntag, 1. Mai 2016, 11:30



Ihre Finger glitten durch das nasse, und dichte saftige Gras dass zu dieser Jahreszeit zu sprießen beginnt. Die Wärme der Sonne legt sich wie ein stetiger Schutz auf ihren Rücken bis hin zum Nacken. Kinderlachen hört sie, helles und glückliches Kinderlachen. Vor ihr lag Kynhild lachend im Gras, ihre Wehr daneben. Daneben erkennt sie Rhorlak, wie er ihr wohl wieder Kampfunterricht gibt oder ein ernstes, belehrendes Wörtchen mit ihr spricht. Wer weiss. Wohlwollend beobachtet sie beide, wie sie zufrieden und angekommen wirken. Angekommen in ihrem Zuhause. Der Geruch von Vieh und frisch gedüngtem Acker, das Lachen der Kuchenbäckerin das sich mit der lauten Stimme Olaf´s vermischte. Wohlwollend und zufrieden beobachtet sie sie, während all die schönen und lebendigen Dinge der Natur sie umgeben. Sie selbst wird nicht gesehn, wie ein stiller Beobachter steht sie da. Die Erhabenheit der Thane schreitet dabei stolz und wachsam durch die schmalen Wege des Dorfes, die Fröhlichkeit und Besonnenheit Svenja´s. Dennoch stand sie selbst nicht alleine da. Die Wärme der Sonne an ihrem Rücken die sie nur des Nachts verließ, die frische Frühlingsluft die sie umgab sowie all das Leben der Natur stand auch auf ihrer Seite. Spürbar mit jeder Faser ihres Körpers und Sinne.



Idyllisch, ein bescheidenes Zuhause mit der Wärme der Sonne die jeden beim heranwachsen begleitet. Nicht nur Nordkinder, auch die Blüten und das Leben das der Frühling mit sich bringt. Nur das Kratzen des Jutestoffes ihres Kissens passte nicht so richtig in das Bild. Sie blinzelt, als sie langsam ihre Augenlider öffnet. Sie hatte nur geträumt. Doch in ihrem Traum Frieden gefunden, Frieden mit dem was passierte und sie nun zurückließ. Es war gut so wie es war. Gut für sie und die anderen. Sie würde ihr Versprechen ihrem Vater gegenüber einhalten, nur diesen Ort musste sie erst noch finden. Rhulgir hatte Recht. Sie waren ihr sicher dankbar, nur hatten sie nicht die Worte und Mittel es ihr mitzuteilen. Auch ihre eigenen Taten und Worte konnte sie nicht ungeschehen machen, aber Frieden und Glück konnte sie ihnen aus der Ferne dennoch wünschen. Sie erhob sich, und merkte wie ihr Schädel wieder brummte. Wollte sie diesmal nicht ausnahmsweise beim Wasser bleiben? Frea hatte eine sture Art ihr das Trinken nahezulegen. Jedesmal schaffte sie es ihr wieder einen weiteren Krug unterzujubeln.

Zufrieden legten sich ihre Hunde um sie herum, während sie selbst noch über ihre weiteren Pläne sinnierte und sich über Frea´s Tagebuch ergötzte....


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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Blaihr« (1. Mai 2016, 11:35)


11

Sonntag, 1. Mai 2016, 12:02






Ein letztes Mal musste sie ihre Reserven und Vorräte wieder auffüllen, bevor es weiterging. Eigentlich hatte sie schon heute morgen vor abzureisen, doch wie es so ist, kommt stetig etwas dazwischen. Sie hatte schon einige Seelensteine in ihrem Beutel sicher verstaut, und wollte sich stets auf den Rückweg machen. Wie Skal es ihr einst riet, hielt sie Abstand zu den Lagern der Reikmannen. Immer wieder führte sie ihr Ritual durch, um sicherzugehn diesen Abstand auch zu wahren. Der Raubvogel kreiste noch immer unmittelbar vor ihr und behielt für sie die Sicht aus überschaubarer Höhe. Den harten und kalten Felsen im Rücken, schloß sie nun die Augen, während ihre Hände neben der blutigen, brennenden Schale ruhten. Einige Krieger sah sie, Söldner vielleicht die hier nach etwas suchten. Sie waren sehr überschaubar. Sie versuchte tiefer zu sehen, um ihre Rüstungen oder mögliche Enblems zu erkennen. Dabei wurden sie unweigerlich aufmerksam, was sich hier nahte. Die Hand an Schwert wie Bogen ruhend folgten skeptische Blicke, bis einer den Arm nach dem imposanten Vogel ausstreckte. Er versuchte offenbar das Gefieder zu befühlen, verzaubert von der Natur. Einem anderen wurde es zu bunt, so dass sie nur noch sah wie zielstrebig ein Pfeil auf sie zuschoss. Scheppern ertönt, als ihre Hand unachtsam die Ritualsschale beiseite fegt. War sie doch ein wenig beflügelt, dass die Natur auch einen Krieger verzaubern und in ihren Bann nehmen kann. Die Finger umschlossen nun die Erde in die sie sich krallten, die Augenlider presste sie geradezu konzentriert nieder. Wenn auch getroffen, versuchte sie den Vogel vom Geschehen wegzulosten, soweit außer SIchtweite.


Ihre Wünsche und Träume durften sie nicht von ihrem Tun ablenken, Kyne würde dies nicht gutheißen. Auf leisen Sohlen ortete sie ihn, warf sich hastig in den schmalen Felsspalt an diesem der Vogel ruhte. Hier war er sicher. Die Stimmen, die laut und bellend neben ihr am Fels vorbeizogen wurden dabei immer leiser, bis sie endlich verstummten.





Begleitet von ihrer Familie mit den kalten Fellnasen suchte sie nochmals den Markt auf. Die Riemen der Schneiderin hatte sie bereits, es fehlten nur noch kleine Dinge für die Notfälle. Sparsam und ordentlichst wurde alles genau nach einer Liste abgearbeitet, auch die letzten Meldungen entgegengenommen. Sie überprüfte noch ihre Karte, sowie die aufgemalten Punkte. Sie haderte noch immer mit sich, ob sie auch wirklich alle einweihen sollte. Frea schien mit ihrem Vorhaben kein Problem zu haben, doch sie wusste das Yrochim sie notfalls mit allen Mitteln hindern wollte, sollte sie keine Gnade walten lassen. Vielleicht, sollte sie welche finden würde sie sie nur soweit foltern wie sie es sonst mit ihren Sklaven, mit ihrem Besitz machten?` Der Tod war für sie doch viel zu gnädig.



Konnte sie auch Wulfgar einweihen, der noch immer dachte dass jene Ruine die sie ihm auf der Karte zeigte, sehr wahrscheinlich keine Schätze beinhaltete?
Sie besah sich nochmals die Karte, und markierte ihre hoffentlich nächste Raststätte. Es war noch weit bis nach Deshaan. Sicher würden sie eine Woche unterwegs sein, bis sie dort ankommen würden.



Wieso auch nicht, spülte sie nach getaner Arbeit und gepackten Satteltaschen die wirren Gedanken mit Bier fort...

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12

Sonntag, 8. Mai 2016, 23:01



Liegend, reist es sich doch am besten. So sagt man. Ob es sturzbetrunkene Nord waren, die diese Weisheit von sich gaben? Und vor dem Betrunkensein oder doch eher danach? Der Reim aus Windhelm fällt ihr dabei immer wieder ein, " Met, Met, Met...." trällert sie halbschief vor sich her, während sie versucht so gut wie möglich nicht auf ihre Stute zu kotzen. Frea hing schon ohnehin wie eine Metleiche im Sattel, die Frage die sich nun jedoch stellt:

Wann tut sie es nicht?


Sie schien sehr froh zu sein, dass sie endlich des frühen Morgens in Narsis ankamen, Kragenmoor war ihr schon zuwieder hier würde es auch nicht besser gehn doch sie hatte noch so einiges vor was auf eine längere Rast schließen lässt.....




Teil 2 folgt...

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13

Montag, 16. Mai 2016, 18:20

Sie dachte noch immer über Kyne´s Zorn nach, den sie wieder gefordert hat. Auch über ihre Dummheit Frea in Gefahr gebracht zu haben. In der Tat, niemand hat das alte Nordweib darum gebeten den ganzen Tag durchzusaufen. In der Tat, hat auch niemand das alte Nordweib gebeten beim Versuch nicht zu kotzen, so laute Geräusche von sich zu geben, als würde eine Kuh gerade kalben. Dennoch konnte sie ihr nichts übel nehmen. Sie war für sie da, auf ihre Art. Und sie trauerte wie sie, nur eben- auf ihre Art. Das sie beide ab und an aneinandergerieten war auch nicht verwunderlich. Sie vermissten denselben Menschen, aber doch war eben dieser Mensch für sie beide nicht derselbe. Andere Erinnerungen, andere Bindung, andere Zeiten. Das alles prägten sie und das Bild das sie von diesem geliebten Menschen hatten.

Der Hass der sich vor langer Zeit bildete war noch immer da. Sie hatte Pläne, Pläne die ihr ganz klar sagten sich an das Gesetz zu halten, Pläne die sie hindern sollten sich selbst und andere die sie liebte in Gefahr zu bringen. Diese Pläne besagten nicht, eine Netchkuh wütend auf einen Sklavenjäger und seine Begleitung zu hetzen, wenn sie noch nicht einmal einen Auftrag dafür hatte. Kyne wurde sehr zornig, denn sie verwendete nicht wie üblich Feuer, sondern Geschenke der Natur, die sie achtlos für ihren eigenen Nutzen verwendete. Auf den strömenden Regen, der ihr ein Schnippchen schlug und sie verriet in dem sie in ihrem eigenen Zauber ausrutschte folgten auch Blitze und letztendlich Hagel. Es brachte sie zum Nachdenken, was sie auch für den Rest des Weges bis nach Gramfeste fortsetzte. Die Echse, wie ach Yrochim sind ohnehin abwesend, gehen ihren eigenen Dingen nach. Nur Frea, Carla, der Neue und ihre Hunde begleiteten sie bis nach Gramfeste.

Doch sie freute sich. Neue und alte bekannte Gesichter die sie hoffentlich von vielem ablenkten. Sie freute sich Carla wieder zusehen. Von damals kannte sie sie noch als sie umherzogen. Eine Begleitung nahm sie mit, Fjalk. Doch nun, sollte sie erstmals ruhen.

Morgen ist auch noch ein Tag...


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14

Montag, 16. Mai 2016, 21:11


Wie ruhig und friedlich alle schliefen. Sie stahl sich aus dem Lager an diesem sie rasteten. Etwas lag ihr quer im Magen, dass sie nicht losließ. In Nebel getauchte Landschaft lag nun vor ihr. die ledernen, schweren Stiefel stapften dabei behutsam durch die sumpfige Landschaft. Warm und Feucht fühlte sich der Nebel auf der Haut an, das Wams das ihr Skal vor langer Zeit nahelegte, ließ sie auf ihrem Schlafplatz ruhen. Nur ihren Gürtel nahm sie mit, der locker um das spärliche Leinenhemd hing das ihren Körper bedeckte. Die rabenschwarzen wirkten in dem Nebel verborgen fast wie schwere Krähenfedern.
Doch ungesehen war sie nicht, oder ungehört? Ihr Rudel folgte ihr wenig später auf leisen Pfoten, treu ihrer Herrin ergeben. Sie erinnerte sich immer wieder an die Worte ihres Meisters, damals. An seine Weissagungen und Lehren, wie man es schaffe ein Tier zu lenken, ohne ihm vollkommen seinen Willen zu nehmen. Eins sein mit dem Tier, doch man müsse aufpassen, dass man sich nicht darin verliert und es als Medium verwendet. Denn das, endet oft mit dem Tod. Auch schossen ihr die Notizen in den Kopf, die sie immer wieder in den letzten Wochen durchblätterte, die ihr Anwen einst gab. Ihr Meister schon, hat es versucht und ist gescheitert. Auch sie versuchte es einst, und musste aufgeben. Aufgeben wie so vieles. Wohin brachte sie die Reise nur? War es klug weiterzureisen? War es klug fortzugehn?





Sie kniete sich auf dem sumpfigen und feuchtwarmen Boden hin. Es sollte eigentlich ein wohliges Gefühl bei ihr versachen, wie es Wärme bei Menschen oft tut. Doch tut es dies nicht. Dort sitzend betrachtete sie wieder die Landschaft, wie auch den Himmel. Ein Raubvogel, welchen sie shcon in den wärmeren Gefilden Himmelsrands bemerkte sah sie am Horizont seine Kreise ziehen. Das Ritual kannte sie gut genug, um nicht mehr groß nachdenken zu müssen. Das Häufchen Federn, Knochen und fruchtbare Erde die von Leben zeugt sammelten sich in einer Mulde vor ihr zusammen. Von dunklem Rot landet Tropfen für Tropfen ihres Blutes auf die kleine Ansammlung. Der rote Striemen an ihrem Unterarm leuchtet dabei signalrot auf ihrer dunklen Haut. Silben fließen über ihre Lippen, flüsternd die sich im Nebelhauch verlieren. Wie in Trance sitzt sie da und bannt sich den Weg zu ihm. Hoch am Horizont. Ein sanftmütiges, und zufriedenes Lächeln zeugt davon dass sie ihr Ziel erreicht hat. Sie genießt das, was ihn ausmacht. Den König der Lüfte. Aus seinen tiefgelben sieht sie hinab zu ihren Hunden, die noch immer neben dem noch sitzenden Körper liegen. Immer mehr genießt sie die Luft hier, wie sie jede einzelne seiner Federn streift. Warme und kalte Luft an ihm wie ein Strom vorbeischwimmt, sofern Luft denn überhaupt schwimmen mag. Fast drei Meter misst seine volle Breite wenn er beide Flügel wie ein Riese der Lüfte ausbreitet. Goldbraun ist sein Gefieder, wäre sie ein Vogel, so würde sie in der Tat ein Adler sein wollen. Sie hatte nchtmal eine Jagd geplant nicht hier. Sie wollte einfach nur für einen Moment alles vergessen und hinter sich lassen. Die Ruhe und den Frieden finden, nach diesem sie shcon lange suchte.



Der Körper mit den rabenschwarzen Haaren das an das Gefieder einer Krähe erinnert liegt nun mittlerweile, da er nach vorne gekippt ist. Winselnd stupsen die Hunde den Körper ihrer Herrin immer wieder an. Die Zeit verstreicht immer mehr, Zeit in der sie nicht zurückgekommen ist, oder nicht zurückgeschafft hat? Das Leinenhemd klebt nun klamm an ihrem Körper, der Gürtel mit den vielen Beutelchen rutschte in den Schlamm hinein. Ob es der Neben ist, der das Licht so sehr verändert, oder schlichtweg Dreck und Erde Morrorwinds. Aber ein dunkler, leicht bläulicher Film zeichnet mittlerweile ihre Haut ab, dessen Körper sich nach wie vor keinen Milimeter mehr rührt...


Schlaflos. Schon wieder.
Der Morgen dämmerte noch nicht hell genug, als daß die alte Nordfrau vom Sonnenlicht geweckt werden könnte. Nein, wieder lag sie schlaflos auf ihrem Fell. Der brennende Nachgeschmack von Met stößt ihr auf. Sodbrennen plagt sie aber nicht nur ansatzweise wie all die bösen Träume und quälenden Gedanken von ihrem Bruder Skal, den sie Wochen zuvor verlor. Das alte Nordweib konnte dem Druck nicht standhalten und rappelte sich auf. Doch etwas stimmt nicht. Keine Hunde und keine Nichte zu sehen. Eilig sucht sie den Spuren auf dem Boden. Nüchtern von allen Sorgen klemmt sie sich ihr Schwert unter den Arm und eilt in den dichten Wald.

Da lag er nun, der Körper der jungen Frau, die von ihrem Bruder Skal zur Tochter getauft wurde. Tausend Gedanken schossen ihr durch den Kopf: Was war passiert? Warum war es passiert? Wie konnte sie nur? Wie geht es weiter?
Bitterlich weinend hegt sie den kalten Körper sitzend im Arm. Ja, sie kannte sie noch nicht so lange, um Klartext mit ihr zu sprechen, doch liebte sie die junge Frau wie eine Tante nunmal ihre Nichte liebt. Sicher zerbrach sie unter der Last vom Tod ihres Vaters. Frea ging es ähnlich schlecht, doch nun beide Menschen verloren zu haben, brachte sie an den Rand der Verzweiflung. So tauchte der Adler auf. Die Kommunikation und die Körpersprache mit ihm schockierten. Das Ritualschälchen bringt den letzten Beweis dafür, daß Melisande Skalstochter ihr erdrückendes Leben aufgegeben hat.

"Das bedeutet gar nichts! Du wirst immer meine Nichte und Skals geliebte Tochter bleiben!" schreit sie. Nein, sie kann sich nicht mehr zurückhalten. Alle unterdrückten Gefühle kommen hoch. Alles, was ihr auf dem Herzen lag, hört sich der blöde Vogel nun an. Daß sie so weit weg fliegen könne wie sie will, es aber nichts am gemeinsamen Dasein der Familie ändern wird. Daß Frea bis in alle Ewigkeit ihren Humpen erheben wird, um auf sie zu trinken. Und daß sie froh ist, daß sie nicht tot ist, weil sie in Erwägung zieht ihr selbst den Hals umzudrehen.

Eine Schande. Wie konnte eine Nord von ihrem Alter nur so bittere Tränen weinen? Ein letztes Mal fährt sie mit den Fingern über die blaugewordenen Lippen Melisandes, gibt ihr einen Kuss auf die Stirn und holt dann Decken, um sie darin einzuwickeln. Begleitet von Melisandes Hunden und ihrer gefiederten Nichte, macht sich die alte Nordfrau sofort auf die Rückreise nach Himmelsrand. Dort wird sie die Asche vom Körper ihrer Nichte neben der von Skal begraben. Dort wird sie als Frea "Bärenschwester" und "Hundemutter" bekannt werden. Dort wird sie ihrer gefiederten Nichte den Familienring umbinden. Auf daß sie ihn, wenn die Zeit kommt, stolz an den Pforten Sovngardes vorführt, um in Gestalt einer Nordtochter gemeinsam mit ihrem Vater Skal und ihrer Tante Frea die Unendlichkeit zu verbringen.





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CriticalAcclaim (16.05.2016)