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Margra

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Mittwoch, 10. September 2014, 11:52

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich dem Problem nun nicht ganz folgen kann.

Die Beispiele von Esseleth finde ich auch nicht überspitzt, da ich in keinster Weise mehr verstehe, warum man einerseits Worte wie cool / yolo / okay nicht in seinem Rollenspiel haben will, sie gar als No-Go in einer Welt wie dieser bezeichnet, sie dann aber ic behandelt, obschon sie im Sprachwortschatz des andren ohnehin nicht existieren sollten nach der Rollenspielansicht, die vertreten wird.
Mag für manche Leute charmanter sein, als ein OOC-Wisper, hat aber mit IC-Spiel überhaupt gar nichts zu tun und würde bei mir persönlich für herzlich wenig Begeisterung sorgen - was, das betone ich, meine Meinung ist.
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Daglafor

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Mittwoch, 10. September 2014, 13:06

@Esseleth
Ja, aber dafür ziehst du es schon wieder ins Extrem damit es Sinn macht. Das wieder herum unterstellt eine konzentrierte Suche nach Fehlern des Gegenübers, quasi ein eigenes Spiel das darauf ausgelegt ist, anderen ihre Fehler vorhalten zu können. Es besteht aber ein extremer Unterscheid ob man offensichtliche Tippfehler maßregelt oder gar Sätze dahingehend umdeutet, dass man sie auch ja falsch verstehen kann, oder ob man auf Slang im Rollenspiel mit Unverständnis reagiert.

@Margra
Auf die Gefahr mich zu wiederholen, aber der Anspruch an atmosphärische Formulierung kommt daher, dass man sich ja das stimmungsvolle Rollenspiel des Gegenübers nicht denken will, während der andere schreibt, wie er möchte. Just die Problematik das ein Wort wie "yolo" im Sprachschatz des Charakters nicht existiert würde ja IC die Problematik auslösen. Ebenso, als wenn jemand in einem Gespräch in der freien Wildbahn des wirklichen Lebens vor dir steht und sagt: "Ja und gestern waren wir im Kino und haben nach dem Wrzmrsmrz noch etwas nugugugugba, bis Klaus dann meinte, wir nörzenörzeuiui bis wir lavlglag!"

Ich mag mich irren, aber es kommt mir weiterhin ein wenig so vor als würdest du damit aussagen, wenn jemand sehr einfallsreiche Reden führt, sehr stimmige Emotes formuliert etc. ist das toll, wenn jemand da irgendwas zusammenschreibt, dann muss man das IC verwandeln und sich toll denken. Da stellt sich für mich irgendwie die Frage: Warum sich Mühe geben?

Ich für meinen Teil freue mich darüber wenn mein Gegenüber mir im Rollenspiel erklärt:

"Und als sie im blutigen Rot des Morgengrauens den Hügel stürmten, brachen ihre Reihen an unseren in der Nacht hastig aufgestellten Palisaden und wir ließen unsere letzten, verbliebenen Kräfte in unsere Schwertarme fließen, damit diese Schlächter in ihrem Blut ersaufen"

anstatt

"Und am Morgen kam dann ihr Schlachtzug zu uns hoch, aber die Pali hatten wir schon fertig und so haben wir sie dann weggebombt."

Auch wenn ich mir b als a denken kann. Und wenn ich dann IC frage was zum Daedra "weggebombt" heißen soll und dadurch zum schlimmen Menschen werde, ja dann ist das wohl so.




@Gragosh
Meine Signatur kenne ich durchaus. Wenn jemand ständig die jetzt von Margra aufgezählten Begriffe etwa im Spiel verwenden würde, oder einen von Smilies durchzogenen Chat für sein RP bevorzugen, oder Superhelden-, Oberfürsten-, Sonstwas Rollenspiel betreibt, würde ich die Person auch meiden und ihn/ihr seinem/ihren Spiel überlassen mit jenen, die darauf abfahren. Ich empfehle sogar Gilden weiter, mit denen ich selbst eigentlich gar nichts zu tun habe, wenn ich meine, gewisse Leute, die deren Vorstellungen teilen, würden sich da wohl fühlen (nein, dass ist keine Anspielung auf deine oder irgend eine andere Gilde hier, war aber bei HDRO oft der Fall). Nur das hier kein Rollenspeilevent, sondern eine Diskussion die eigentlich ein produktives Ziel anstrebt, nämlich die verschiedenen Vorstellungen miteinander abzugleichen um so die Kooperationsmöglichkeiten auszuweiten. Wenn man die mit dem Vorsatz angeht "Wenn jemand nicht meiner Ansicht ist, gehe ich dem aus dem Weg", kann man sich die Kalorien fürs Tippen sparen und Diskussionen generell meiden.


Wir drehen uns hier aber zusehens im Kreis, darum stelle ich mal eines fest. Es geht keineswegs darum, irgendwelche Hexenjagden auf sprachliche Fehlgriffe auszurufen oder jeden zu nötigen, jeden einzelnen Satz vor dem Return-drücken von zwei Germanistik-Professoren absegnen zu lassen. In keinster Weise war das ein Aufruf zur Ächtung sprachlicher Fehlgriffe und konsequenten, umgehenden Ausgrenzung oder Herabwürdigung entsprechender Spieler oder sonstwas. Und ich finde es wirklich schade, dass jedes Thema das sich mit Ansprüchen und Vertiefungen der Thematik Rollenspiel als solches auseinandersetzt immer erst anfangs als schön empfunden wird, aber letztlich wieder in eben dieser Interpretationsschublade enden muss.


Mag daran liegen, dass sich das Thema wohl nun erschöpft hat?!


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Mittwoch, 10. September 2014, 13:12

Nein, Daglafor, das steht da bei mir nicht.
Dort steht: Wenn jemand schon das Wort "yolo" in seiner IC-Rede nutzt, mache ich nichts besser, indem ich das auch noch als IC-existent betrachte und ein Paradoxon diskutiere, das ich aber eigentlich gar nicht im Rollenspiel haben will. Darauf kann ich ooc hinweisen - höflich versteht sich - oder aber tief einatmen und das Rollenspiel meiden, ohne großen Terz zu machen, wenn es mir dauerhaft sprachlich keine Freude macht.

Und die reale Sprachentwicklung zu diskutieren, in welcher vorausgesetzt wird, dass die andren Sprachen nachvollziehbar existieren, ist schlichtweg in einer fantastischen Welt ohne diese Nachvollziehbarkeit seltsam und unmachbar.

Womit ich dann wieder zu meiner Ausgangsaussage komme:
Passende Sprache in einer Rollenspielwelt ist nichts andres als der persönliche Geschmack, der nur in der eignen Kleingruppe Gleichdenkender funktioniert, niemals aber übergreifend. Und das ist vollkommen okay so, genau so okay, wie die Tatsache, dass der eine gerne traurige Geschichten mag und der andre Sachbücher. Es ist auch okay, dass einer es dann doch IC diskutieren möchte, wohingegen ein andrer das aber gar nicht toll findet. Nur zu behaupten, dass das eine bessere Lösung wäre weil mehr IC ist so nicht ganz korrekt.
Leben und leben lassen und akzeptieren, dass nicht jeder die Herangehensweise von einem selbst gut findet, nicht wahr?
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Mittwoch, 10. September 2014, 13:41

Das ist sogar die Kernaussage des Ganzen.

Ebenso wie die IC-Reaktion letztlich ja auf das Gleiche ausgerichtet ist wie das OOC-Anflüstern, nämlich einen Hinweis zu geben, dass sowas dem atmospährischen Klima nicht eben als zuträglich empfunden wird. Es ist schlicht eine Frage der Methodik, sonst nichts. "yolo" ist natürlich auch ein recht extremes Beispiel, denn wenn das jemand im Rollenspiel anwendet, würde ich in der Regel davon ausgehen, dass der eh gerade nur witzig sein will, aber das es sich schon nicht mehr um einen Fauxpas handelt.

Sprachentwicklung nachvollziehen zu können ist eben was für Pedanten, wie ich es sagte. Allerdings grundsätzlich halte ich keinen Standpunkt für generell falsch oder richtig, sondern immer für eine entsprechende Tendenz. Die Frage die halt letztlich die ganze Diskussion ausmacht ist eben die, ob der einzelne Teilnehmende ein Rollenspiel möchte in dem der Satz: "Jo Bitch, lass uns noch'n Drink schlürfen und dann mal auf dem Pferd nach Wegesruh cruisen!" - voll okay ist, oder nicht? Und wenn nicht, was er/sie denn für gut und angebracht hält. Um NICHTS anderes geht es.

Das mit der Kleingruppe Gleichdenkender finde ich diskutabel. Wenn man ins Detail geht, vielleicht. Bei Akzenten jetzt etwa scheinen die Ansichten da ja auseinander zu driften, was ich schon sehr interessant fand. Im Groben aber denke ich da wie Esseleth, dass halt die meisten Spieler vom Bauchgefühl her schon wissen, welche Form Sprache ins RP passt und welche nicht und dabei in der Regel recht gleich funktionieren. Wenn man eben auf die Irrationalität mancher Begriffe aufgrund der fehlenden Bezüge in der entsprechenden Welt hinweist, ist es für viele Spieler auch erstmal einfach einleuchtend. Meist verwendet man sie eben deswegen, weil man einfach vom normalen Alltag her daran so gewöhnt ist, dass man die Herleitung nicht hinterfragt und es einem sowieso nicht auffällt.

Aber vielleicht will man das ja? Vielleicht möchte man ja gerne noch ein wenig atmosphärischer spielen? Vielleicht findet man es ja gut, wenn man das Gefühl hat, dass die eigene Sprache sich nahtlos und so kompromissfrei wie möglich in die gewählte Spielumgebung einfügt? Vielleicht empfindet ja manch einer die Hinweise auf seine eigenen Fehlgriffe als hilfreich, statt als persönlichen Angriff und Anprangerung der eigenen Unzulänglichkeit?

Ohne dich oder irgendwen da persönlich anzusprechen, ich habe immer wieder das Gefühl, dass Diskussionen eher als Abgleich der eigenen Errungenschaften betrachtet werden, wo man prüft wie der eigene Marktwert gerade ist und dann die Messer wetzt, wenn man sich irgendwo nicht ganz vorne dabei empfindet. Schade irgendwie. Wie gesagt, allein die unterschiedlichen Ansichten zu Akzenten fand ich hier sehr interessant, auch wenn man da nicht auf einen gemeinsamen Nenner kam. Und die Abgleiche der Vorstellungen waren sogar zeitweise produktiv.


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Krim (11.09.2014)

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Mittwoch, 10. September 2014, 13:49

Und wer entscheidet, was atmosphärisch und atmosphärischer ist?
Da könnte ich bei einigen NPCs aber gleich mit dem Rotstift anfangen, den Ausdruck oder die mangelnde Einheitlichkeit zu bemängeln. Die sind aber definitiv Teil der Welt.
(Und ja, ich meine die englische Version)

Am Ende ist es nur der Spieler mit seiner vollkommen subjektiven Einstellung, wenn wir über ein gewisses Maß hinausgehen. Bei Yolo / nice / cool mag es jedem einleuchten, beim Training tut es das schon hier in der Diskussion nicht mehr. Und es gibt viele Worte, bei denen man anfangen könnte zu diskutieren, ob das nun Atmosphäre bringt oder jemand es als doof empfindet.
Und genau DAS ist der Punkt, den ich immer wieder anspreche. Ein generelles Empfinden gibt es in meinen Augen nicht und die Gruppenbildung der Übereinstimmung halte ich für ganz normal.
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Esseleth (10.09.2014)

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Mittwoch, 10. September 2014, 15:29

Ja jeder für sich, davon rede ich doch?!?

Und eben diese Sichtweisen aufzunehmen und zu besprechen ist Inhalt einer Diskussion. Ich meine, die Aussage "danach darf man Qualität von Rollenspiel nicht bewerten" kam von Dir, nicht von mir. Ich gebe keine allgemeinen Richtlinien vor, oder siehst du das irgendwo? Mir gehts nur darum zu schauen, wie andere das so sehen und eigene Standpunkte dazulegen. Aber das sind Standpunkte, Ansichten, Meinungen und so auch formuliert. Grundsätze schaffen kann ich nicht und versuche es auch gar nicht.

Eine Diskussion aber eben anzugehen einfach nur mit der Kernaussage: "Jeder hat halt seine Meinung und gut" ist meines Erachtens völlig sinnfrei.

Man stelle sich eine Gesprächsrunde vor zum Thema Frauenrechte, Teilnehmer Josef, Peter, Klaus und Walter. Also, wie siehts aus?

Josef: "Frauen an die Macht!"
Peter: "Frauen an den Herd!"
Klaus: "Frauen weg vom Steuer!"
Walter: "Geschlechterrollen sind sexistisch, wir sind alle Menschen!"

Super. Vier Meinungen, Diskussion beendet. Sehr ergiebig, dann können jetzt alle zusammen einen trinken gehen.


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Mittwoch, 10. September 2014, 17:45

Uhh...heißes Eisen. Ich gebe trotzdem meinen Senf dazu auf die Gefahr mich noch Unbeliebter zu machen :whistling:

Also...wenn mein Gegenüber im RP einen Schreibfehler von mir gern als fälschliche Aussprache meines Charakters auslegen möchte. Das also somit ins das RP Gespräch mit einbeziehen will, ist das kein Grund für mich das als Provokation zu sehen. Darauf lasse ich dann meinen Char reagieren...warum auch nicht ?
Natürlich ist eine OOC Whisper Nachricht an den Provokateur auch in Ordnung..wie etwa : Mein Charakter ist Altmer und die versprechen sich nie. Sollte mir das erneut passieren, gehe bitte IC nicht darauf ein.
Andernfalls etwa so...

Charakter A: "Ich denke, den kRämer
sollten wir noch einmal aufsuchen."

Charakter B: "Das denke ich auch, aber wieso betont Ihr den Krämer so
merkwürdig?"



würde bedeuten...



Charakter A: " Vergebt mir wenn
meine Worte für eure feinen Ohren zu laut klingen mögen....


und die Situation ist doch RP konform
gelöst ?


oder ...



Charakter A: "Ich denke, den Krämer
sollten noch einmal aufsuchen."

Charakter B: "Das denke ich auch. Aber wen meint Ihr nun? Euch? Mich? Uns?
Die Anderen?"



würde einer meiner Charaktere
beantworten mit....



Charakter A: " uhh..verzeiht...ich
bin etwas Müde. Wir..., ja...ich meinte natürlich wir


und sicher...ich heuchel Euch hier vor wie Harmonisch und Tolerant ich mit meinen Mit- Rp´lern verfahre. Aber auch bei mir stehen welche in der Ignore Liste :D


P.S.: Dagalfor....Mario Barth war nur wieder mein verdammter Sarkasmus, ich kann das einfach nicht lassen. Natürlich wäre ein Vergleich mit Shakespeare und deiner Person naheliegender :thumbsup:











































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Esseleth

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48

Mittwoch, 10. September 2014, 18:14

Zitat

und die Situation ist doch RP konform gelöst ?
Nein. Worum es hier geht, ist eine Sache, die der Charakter so normalerweise nicht gesagt hätte. Damit ist es OOC - sogar im wörtlichsten Sinne: out of character. Das ist für gewöhnlich erkennbar. Ich denke, darüber sind wir uns alle doch einig, oder? Es ist eine inkonsistente Charakterdarstellung. Wenn ich mich nun darauf beziehe, beziehe ich mich auf etwas, das eigentlich nicht existieren sollte oder dürfte. Dessen ist man sich als langjähriger Rollenspieler in diesem Moment eigentlich sehr bewusst.

Ich blende dies daher schlicht aus, weil das für mich mit RP nichts zu tun hat. Es ist ein Riss in der Welt, es ist ein Paradoxon (wie Margra auch schon sagte), es ist nichts, womit ich spiele. Ich gehe auch nicht auf die Hechtrolle eines anderen Charakters ein, wenn der aus Versehen zweimal hintereinander eine Richtungstaste gedrückt hat. Oder ich gehe nicht darauf ein, wenn jemand im RP gerade in sein Inventar schaut und die Tasche in der Engine herausholt. Wieso? Weil es nicht zur Charakterdarstellung gehört und das ist vollkommen klar. Ich muss darauf nicht eingehen und in meinen Augen sollte ich das auch nicht, weil das nichts mit Atmosphäre oder Stimmigkeit der Welt zu tun hat.

Daher ist es für mich schlechter Stil und kein Rollenspiel. Wenn jemand gerade angerufen wird und afk geht mitten im Gespräch, werde ich dem Charakter danach auch keinen Spruch reindrücken, dass er ja eben ganz schön abwesend gewirkt hat, außer er emotet es selbst so, um eine Erklärung zu haben - und selbst dann gehe ich für gewöhnlich nicht darauf ein, weil ich genau weiß "Ah, das ist die IC-Erklärung für den OOC-Moment". Da will ich doch gar nicht drauf eingehen, weil das mit dem Charakter nichts zu tun hat.

Man erzeugt den geringstmöglichen Schaden an der Immersion durch die uralte Waffe des Rollenspielers mit Fingerspitzengefühl: Ausblenden. Ja, mir ist Charakterkonsistenz wichtig und solche Dinge haben damit nichts zu tun. Ich werde mir keine Ausreden mit meinem Charakter suchen, wenn ich mich möglicherweise gerade vertippt habe. Das ist OOC.

Das war jetzt aber mein letzter Versuch der Erklärung. Wenn diese Beispiele und Erklärungen alle nichts geholfen haben, dann gebe ich es auf.
Esseleth Mallestel
"War leaves its trail | in moonlight so pale | its shadows they flow |in rivers, in rivers
So put on my mask | I'll go where they ask | so I might once again see the Roses of May
.""

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49

Mittwoch, 10. September 2014, 18:44

Wenn die Gemüter sich erregt haben hilft immer Everyone´s Friend.
Lasst uns Freunde sein, auch wenn die Ansichten einmal auseinander gehen.

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Firnormon (10.09.2014)

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Mittwoch, 10. September 2014, 19:32

Ich glaube, wir sind hier an einem Punkt angelangt, der nichts mehr mit der Sprache im RP direkt zu tun hat, sondern mit der Abgrenzung OOC/IC. Und auch hier gibt es keine klaren Regeln und jeder handhabt das anders. Ich würde persönlich niemals OOC Ereignisse oder Dinge IC erwähnen, habe es aber auch erlebt, dass einige RPler das so handhaben. Für mich wären z.B. Versprecher klar OOC (solange nicht kontinuierlich verwendet) und würden daher IC nicht auftauchen. Daher kann ich IC auch nicht darauf reagieren. Genauso ist es auch, wenn mir jemand OOC Ereignisse in IC Form verpackt erzählt. Das ignoriere ich dann meistens, weil ich es merkwürdig finde.

Allerdings habe ich ja schon vorangestellt, jeder handhabt das ein wenig anders, und daher werden wir hier nie einen Konsens finden. Es gibt keine SL, die hier bestimmen kann und kein klares Regelwerk. Von daher kann auch eine Diskussion niemals vollends abgeschlossen werden, sondern nur dem Austausch der Meinung dienen. Im besten Fall erweitert man seinen Horizont für andere Aspekte der Herangehensweise oder schärft seinen Blick für mögliche Fehler. Eine Lösung aller Probleme hingegen oder auch nur ein halbwegs schwammiges konklusives Fazit wird es vermutlich nie geben ;) Weil auf 100 Leute die Lesben-Dämonen-Vampir-Elfen scheiße finden, gibt es einen, der sie toll und ganz okay findet. Und überzeugt den mal vom Gegenteil :D

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Vexaris

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51

Dienstag, 30. September 2014, 18:15

Ich spiele mal Threadnekromant.
Mich interessiert die Frage, wie andere Rollenspieler mit (Alt)Griechisch und Latein im Rollenspiel umgehen. Vielleicht betrifft das im unmittelbaren Sinne erstmal die gebildeteren Charaktere, im Mittelbaren aber all jene anderen, welche manche Wörter nicht verstehen und daher um Erklärung bitten. Wobei es natürlich auch relativ simpel Anfangen kann, wie zum Beispiel bei Wörtern wie Egoismus (ego (lat.) - ich) oder Arroganz (arrogare (lat.) - für sich in Anspruch nehmen).
In der deutschen und englischen Sprache gibt es viele Wörter, welche aus dem Latein oder dem (Alt)Griechischem entlehnt sind, und auch in ES gibt es Wörter, welche aus diesen Sprachen gebildet wurden, wie die Vampir- und Werwolfkrankheit(en): Lykanthropie bzw. die Krankheit Sanies Lupinus bei den Werwölfen, bei den Vampiren Noxiphilic Sanguivoria, Porphyric Hemophilia und Sanguinare Vampiris. Diese Bezeichnungen stammen aller Wahrscheinlichkeit nach aus den gebildeten Schichten, und diese müssen ja auch wissen, was diese Worte bedeuten und woher sie kommen.

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52

Dienstag, 30. September 2014, 18:29

Viel lustiger wird das doch bei der Windelmeisterin - eh der Meisterin der Incunabeln. 8o

Aber ich glaub, ich versteh Deine Frage nicht ganz, Vex. Geht es darum, ob man sich mit einem gebildeten Charakter neue Worte dieser Art ausdenkt und zusammenbastelt, sie in einem Übermaß verwendet, ob man sie, wenn sie nicht zum alltäglichen Wortschatz gehören, für den Charakter nachschlägt oder wie wir allgemein zur Verwendung von lateinischen bzw. altgriechischen Fremdworten stehen?

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Golli (30.09.2014)

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Dienstag, 30. September 2014, 19:26

Mich interessiert die Frage, wie andere Rollenspieler mit (Alt)Griechisch und Latein im Rollenspiel umgehen.

Ist doch eine sehr eindeutige Frage? ;)

Ich persönlich finde es eine sehr praktische und einfache Lösung, um alte Sprachen darzustellen. Jedenfalls weitaus einfacher, als sich irgendwelche Fantasie-Worte auszudenken, die man dann [ic] und [ooc] erklären muss. Leider habe ich (zumindest in WoW) ausnahmslos die Erfahrung gemacht, dass sich viele RP´ler daran gestört haben. Seitdem lasse ich es lieber bleiben. Würde jemand lateinische/altgriechische Worte benutzen und das als alte Sprache Tamriels auslegen, wäre das für mich absolut kein Problem.

Vexaris

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54

Dienstag, 30. September 2014, 21:21

Viel lustiger wird das doch bei der Windelmeisterin - eh der Meisterin der Incunabeln. 8o

Aber ich glaub, ich versteh Deine Frage nicht ganz, Vex. Geht es darum, ob man sich mit einem gebildeten Charakter neue Worte dieser Art ausdenkt und zusammenbastelt, sie in einem Übermaß verwendet, ob man sie, wenn sie nicht zum alltäglichen Wortschatz gehören, für den Charakter nachschlägt oder wie wir allgemein zur Verwendung von lateinischen bzw. altgriechischen Fremdworten stehen?

Es geht schlicht um die Verwendung von Fremdwörtern im deutschen und englischen Wortschatz - egal ob so selten verwendet wie Okkasionalismus oder so häufig wie Egoist -, außerdem nebensächlich der Verweis darauf, dass es Latein und (Alt)Griechisch in irgendeiner Form in Tamriel gibt, auch wenn diese nicht erklärt wird. Die Beispiele waren die genannten Krankheiten und ich könnte außerdem noch die Animunculi der Dwemer benennen.
Beispiel:
Ein Charakter verwendet in irgendeinem Kontext das Wort 'Okkasionalismus'. Ein anderer anwesender Charakter versteht das Wort nicht. Der erste Sprecher erklärt daraufhin, dass das Wort von 'occasio', heißt, Gelegenheit, stammt - wie seht ihr das von rollenspielerischer Seite aus? Meta-Play? In Ordnung? Oder vollkommen egal?

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55

Mittwoch, 1. Oktober 2014, 10:18

Wo fang ich an? Erstmal ich würde nicht sagen, dass es Latein oder Griechisch in irgendeiner Form in Tamriel gibt. Beide Sprachen haben sich in unserer Welt als Wissenschafts- und Gelehrtensprachen etabliert. Wir sind es gewohnt, dass in wissenschaftlichen Texten Krankheiten und Blumen mit langen lateinischen (bzw. griechischen) Namen tituliert werden, was dem Laien seine Kinderlähmung ist dem Arzt seine Poliomyelitis. Da die Elder Scrolls sehr oft und gern mit unzuverlässigen Erzählern arbeiten, ist es für den Spieler wichtig, den Hintergrund eines Dokumentes irgendwie erahnen zu können. Eine Methode um dies zu vermitteln, ist der Schreibstil. Wenn ein Dokument über Werwölfe beispielsweise als "wissenschaftlich" dargestellt werden soll, wird statt des Werwolffluchs von der Lykantropie gesprochen. Das heißt nicht, dass irgendwo in der Entwicklung Tamriels der griechischen Kultur eine besondere Achtung zukam, was dann wiederum zur Übernahme ihrer Sprache unter den Gebildeten Tamriels führte, es ist schlicht und schnöde eine Darstellungskonvention, die dem Spieler sagen soll: Text eines Gelehrten.

Bezüglich Deines Beispiels würde ich an Stelle des ersten Charakters einfach sagen, was das nicht verstandene Wort bedeutet und nicht anfangen es abzuleiten. (Wie in einer normalen Unterhaltung auch.) Es ist nicht wichtig für das Gespräch, wo das Wort herkommt, wie es sich zusammensetzt oder wie es sich entwickelt hat, dem Gesprächspartner fehlt einfach ein Baustein, um der Unterhaltung weiter folgen zu können und den sollte man ihm liefern. Falls Du - wieder auf der darstellerischen Ebene - durch diesen Zwischenfall den Bildungsgrad Deines Charakters betonen möchtest, würde ich mir an dieser Stelle eine Art phantastischen Diskurs zu diesem Wort ausdenken und darüber dann eine Weile schnabbeln. (Dieser Ausdruck wurde in der Universität von Xy unter dem werten Magister Z geprägt. Er bezeichnete damit .... ) Mit anderen Worten; eine Parodie auf den Erklärdrang gebildeter Leute starten, was dann für alle lustig ist. Eine Wortherleitung finden kann, dank google, jeder selbst, das muss man im Rollenspiel nicht machen.

Neben der eigentlichen Frage, die Du mit Deinem Beispiel verdeutlichen wolltest, wirft es aber noch eine andere auf und zwar die Problematik des Fachbegriffs: Meinst du einen Okkasionalismus der Linguistik oder den Okkasinoalismus der Philosophie? Die meisten dieser hübschen Wörter, die so gerne unbedacht in den Raum geworfen werden, haben einen ganzen Diskurs-Rattenschwanz an sich hängen. Das eigentliche Problem ist nicht die Übersetzung des Wortes, sondern die Erklärung des zumeist weltfremden Inhaltes, der mit ihm ausgedrückt wird. Okkasionalismus setzt entweder voraus, dass sich in Tamriel irgendwer mit Linguistik beschäftigt oder die Vorstellung eines allwissenden Gottes existiert. Beides sicherlich spannende Themen, die man auch in Tamriel irgendwie verwenden kann aber das geht ohne Fachbegriff wesentlich besser. Ich würde daher allgemein davon absehen, zu viele Fremdworte unbedacht durch die Gegend zu schleudern (Mit "unbedacht" meine ich, dass man sie verwendet, weil sie einem als Spieler geläufig und normal erscheinen und sie einem halt so rausrutschen.) und vor allem Exoten eher vermeiden - ausgenommen natürlich, dass Du damit sehr gezielt etwas darstellen möchtest.

Latein oder Griechisch zu benutzen um alte Sprachen darzustellen - also von verschollenen Völkern zB - finde ich dagegen nicht gut. Da spart man sich und anderen viel Ärger, wenn man einfach normal schreibt und einen Schrift-Font verwendet, den man nicht auf Anhieb lesen kann.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Anska« (1. Oktober 2014, 12:29)


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Mittwoch, 1. Oktober 2014, 10:56

Anska hat es tatsächlich schon sehr schön dargestellt. Danke dir erstmal dafür.

Ich für meinen Teil finde es nicht schlimm, wenn mal so ein "Fachbegriff" ins Rollenspiel kommt, wenn allerdings Spieler beginnen daran die Qualität eines Gelehrten festzumachen oder aber beginnen in ihre Sätze möglichst viele dieser Worte zu packen, dann finde ich es nur noch ätzend. Nicht nur, weil ich es allgemein nicht mag, Sprache derartig zu verfachworten, dass die Hälfte aller Mitspieler erst einmal googeln muss, was das Gegenüber eigentlich sagen will, sondern auch, weil viele Leute versuchen mit diesen Worten "intelligent" zu wirken, dann aber ausgesprochen seltsame Kontexte erschaffen.
Hinzu kommt, dass ich manchmal das Gefühl habe, dass es den ein oder andren Spieler gibt, der sich damit gerne profiliert, und die Qualität jener herabwürdigt, die mit einem andren Ansatz an Gelehrtenspiel herangehen. Einmal ganz blöde formuliert: Wir schreiben eh nicht im Rollenspiel tamrielisch oder altmerisch oder bosmerisch, insofern kommt der Fachbegriff der Sprachentwicklung unserer Charakter ohnehin schon dabei raus, wenn wir im Kopfe ohnehin die Übertragung geschehen lassen, dass wir in unserer Sprache reden, aber der Charakter in seiner Sprache spricht.

Allerdings ist ein dann und wann geschickt gesetztes "akademisches" Wort sicher sehr angenehm für die Atmosphäre und würde mir Freude bereiten; nur ein Kriterium für authentisches Rollenspiel sollte es nicht werden.
Eine Sprachherleitung hingegen fände ich ausgesprochen unschön, da man keine Sprachwissenschaft oder Sprachentwicklung Tamriels nachvollziehen kann, und in dem Bereich habe ich wohl einfach keine Fantasie und Freude an leeren "Schwachsinnshülsenerklärungen", insbesondere, wenn meinem Charakter dann ein andrer begegnet und erklärt, dass das aber allgemeingültig unter Gelehrten so bekannt seie und mein Charakter tendenziell wohl ungebildet sein müsse, weil ich ooc vorher keine einheitliche Wortentwicklung mitgestaltet habe für die Verwendung in Elder Scrolls Online und diese wiederum meinem Charakter nicht einbläute. Es kann also ein zweischneidiges Schwert sein.
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57

Mittwoch, 1. Oktober 2014, 14:18

Gut, die Ableitung von Fremdwörtern scheint damit also erklärt. Ich persönlich finde es aber irgendwie schwierig, Fachwörter, welche in Tamriel auftauchen und lateinischen und/oder griechischem Ursprunges sind, einfach als "so reden die Gelehrten halt" abzuwinken. Natürlich kann es ein reines Stilmittel sein, aber im Rollenspiel sind Stilmittel IC nicht verwendbar (wenn auch OOC erkennbar). Das heißt, wenn z.B. jemand fragt, was Noxiphilic Sanguivoria eigentlich bedeutet - wie antworten? Oder was bedeutet Animunculus? An sich wäre dies eine genauso gestellte Frage, wie jene, was Demokratie übersetzt heißt. Die Bedeutung solcher Wörter in den anderen Sprachen muss ja in irgendeiner Weise übersetzbar sein, da die ursprünglichen Namensgeber ansonsten gar nicht auf die Wörter gekommen wären und die Krankheit in etwa 'Nachtliebende Blutverschlingung" heißen müsste.
Es geht mir nicht um Profilierug oder dergleichen. Es ist schlicht eine Thematik, welche mich interessiert, weil mein Charakter immer mal wieder Fremdwörter verwendet, sich aber derzeit in einem Kreis bewegt, in dem die meisten diese Wörter nicht verstehen. Das Interesse an der Frage kam mir auf, als sie zuletzt gefragt wurde, was 'Studienobjekt' bedeutet und ich sie es damit erklären ließ, dass 'studere' 'streben' usw. bedeutet. Ich hatte daraufhin ein kurzes OOC-Gespräch aus dem Grunde, welchen Margra und Anska erwähnten, dass es manche wohl als nicht den feinsten Stil sehen - das ist aber an sich eher mein Fehler, da ich persönlich auch gerne OOC solche Wörter nach der Grundbedeutung aufdrösele und dann ableite (Anska kennt das bereits von mir, da ich immer mal wieder die Namen seiner Charaktere derart bearbeite, weil es ihn und mich amüsiert).
Bezüglich der Verwendung von 'Okkasionalismus': Das war eher nur ein Beispiel und ich persönlich kannte es bisher nur im Kontext der Linguistik. Im Bereich der Philosophie oder Theologie habe ich es noch nicht gehört oder gelesen (wobei Theologie auch kein Interessensgebiet meinerseits ist).

Also, bisheriges Fazit: Korrekte Verwendung von Fremdwörtern: Ja, Aufdröselung der Wortbedeutung: Nein. Zumindest von Seiten der beiden vorheriger Poster aus und derjenigen, welche sich bei diesen beiden bedankt haben. Celebringil schien ja eine andere Meinung zu haben. Habe ich das richtig aufgefasst?

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58

Mittwoch, 1. Oktober 2014, 15:13

Die Fragen nach einer Übersetzung und einer Bedeutung zielen aber nicht auf dieselbe Antwort ab. Die Übersetzung fragt nach dem Wort in einer anderen Sprache, die Bedeutung nach dem Sinninhalt. Die Übersetzung von "apple" ist "Apfel" die Bedeutung "eine etwa faustgroße Frucht von grünlicher bis rötlicher Färbung, mit festem Fruchtfleisch und einem länglichen Kerngehäuse, welche einen süßlichen bis säuerlichen Geschmack besitzt". Genauso wirst Du, wenn Du im Lexikon die Demokratie nachschlägst, erst die Etymologie, dann eine kurze Erläuterung finden. Das erste ist die Übersetzung, das zweite die Bedeutung. Oder um es anders auszudrücken: apple und Apfel sind beides Signifikante eines Signifikates , welches sie beide bezeichnen. Die Frage nach der Bedeutung zielt auf das Signifikat ab, die nach der Übersetzung auf einen anderen Signifikanten.

Worte auf ihre ursprüngliche Bedeutung zurückzuführen ist zwar lustig und wie Du weißt, mach ich es auch sehr gerne, allerdings erschöpft sich der Sinninhalt eines Wortes nicht in seiner bloßen Übersetzung. Schöne Beispiele dafür sind sogenannte unübersetzbare Worte wie das japanische mono no aware oder das portugiesische Saudade. Wenn Dich in Bezug auf diese beiden Worte, jemand nach der Bedeutung fragen würde, müsstest Du auch anfangen zu erklären, weil das Deutsche für beide keine Entsprechung kennt. Auch das Beispiel mit dem Okkasinoalismus zielte auf diesen Punkt ab; nämlich dass die wörtliche Übersetzung immer noch keinen eigentlichen Sinn vermittelt, auch wenn sie vielleicht einen Hinweis darauf geben kann. (Der philosophische Okkasionalismus macht übrigens in Zusammenhang mit der Godhead Theorie gerade für Tamriel viel Freude.)

Wenn jemand Isker fragen würde, was Animunculus bedeutet, würde er wohl sagen, dass damit von den Dwemer hergestellte Apparate (oder Dinge) bezeichnet werden, die Tier oder Menschengestalt besitzen und in der Lage sind, sich selbst zu bewegen sowie einfache Arbeiten zu verrichten. Genau wie es für das Studienobjekt reicht zu sagen, dass es etwas ist, mit dem man sich sehr eingehend beschäftigt. Vielleicht kannst Du sogar ein passendes Beispiel aus dem Leben Deines Gesprächspartners finden.

So, ich hoffe, das war nicht zu theoretisch und einigermaßen verständlich. :huh:

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Vexaris

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59

Mittwoch, 1. Oktober 2014, 15:43

Gut, das war eine sprachliche Ungenauigkeit meinerseits. Ich meinte, was antworten, wenn jemand fragt, was eines der genannten Worte heißt, meine, die Übersetzung.

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Esseleth

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60

Mittwoch, 1. Oktober 2014, 15:57

Meist wollen die Leute aber keine Übersetzung, sondern eine Erklärung. Es langt doch, wenn man es erklärt. Außerdem kann man viel mehr und schöneres RP aus einer Erklärung als aus einer Übersetzung ziehen.

Ganz davon ab, dass wir hier nun einmal keinen absolut stimmigen Linguistik-Hintergrund auf Tamriel haben - wie auch schon erwähnt -, wenn man zu sehr auf die Details eingeht, dann macht man mehr kaputt. Es werden zu viele Risse in der Welt dann deutlich, die schädlich für die Immersion sind und das ist ziemlich unnötig in diesem Fall. Kamera draufhalten und "alles" aufzunehmen ist im RP selten eine wirklich gute Idee.

Wir benutzen eine Sprache als Medium, die nicht exakt diese Sprache abbildet. Man kann damit spielen, man kann das auch nutzen, aber es sollte nicht zum Selbstzweck werden und wenn man zu detailverliebt bei diesem Thema wird, sollte man sehr vorsichtig werden. Ich bin sprachinteressiert. Ich habe das studiert. Trotzdem muss ich das nicht auch noch ins Rollenspiel ziehen.

Daher rate ich ebenso, wie schon weiter oben geschrieben wurde, zum Parodieren und nicht zum Imitieren von solchen Herleitungen. Aber selbst da würde ich einen Bogen drum machen. Wenn ich einen Gelehrten als Charakter spielen will, gibt es zig stimmungsvollere Möglichkeiten, das rüberzubringen, als mit dem Etymologie-Hammer zu kommen - denn Etymologie ist einfach schwierig bis unmöglich darstellbar in TESO. Dann lieber an die Dinge halten, die man darstellen kann. Wenn jemand mir plötzlich in TESO mit einer Herleitung aus dem Lateinischen oder Griechischen kommen würde, würde das meine Immersion ziemlich zerreißen.
Esseleth Mallestel
"War leaves its trail | in moonlight so pale | its shadows they flow |in rivers, in rivers
So put on my mask | I'll go where they ask | so I might once again see the Roses of May
.""

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