Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: The Elder Scrolls Online Rollenspiel-Community Forum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Margra

Gelehrter

  • »Margra« ist weiblich
  • »Margra« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 837

Gilde: Bärenbanner; Die Hüter Tiefwaldens (ehemalig)

Allianz: Ebenherz-Pakt

  • Nachricht senden

21

Dienstag, 19. August 2014, 11:03

[21. Eintrag - Iryanara Windpfeil – Westküste Valenwalds - Sommer 582 der Zweiten Ära]

Zitat

Ein paar Stunden später, jenseits eines einfachen Lagers ...

Erleichterung. Pure Erleichterung, die eine zentnerschwere Sorge vom Herzen der Bosmer fortbrechen ließ.
Das war alles, was Iryanara spürte, als sie ihr Haupt vor dem Waldelf neigte, der sich ihr und ihren Gefährten genähert und sie in allem Respekt begrüßt hatte. Es war Eliorn, ein Vertrauter aus alten Zeiten, als sie noch gemeinsam an den westlichen Küsten gekämpft hatten. Gut vier oder fünf Jahre musste es her sein, trotz allem hatte er sich kaum verändert. Nur, dass er jetzt unter dem Banner einer altmerischen Königin kämpfte …
Der goldene Adler – das Wappen des Dominions – erglühte inmitten seines Harnisches unter einem Sonnenstrahl, der seinen Pfad durch das dichte Blattwerk der höheren Küste fand. Im Rücken des Soldaten wartete ein Trupp von etwa zwei Dutzend Mer und Iryanaras Augen machten unter ihnen gar eine Handvoll Hochelfen aus, die nicht unbedingt glücklich aussahen, sich jedoch dem Befehl mit der ihnen innewohnenden Würde unterwarfen.
Was blieb ihnen auch andres übrig?

„Der Segen des Grüns mit Euch, Eliorn aus Waldheim. Ich hätte nicht erwartet, euch hier anzutreffen, dennoch ist es ein gutes Zeichen“, erhob Iryanara die Stimme und es war ein knappes Lächeln, das sie von ihrem Gegenüber erntete. Allerdings bedeutete er ihr auch mit einer raschen Geste, dass damit der Höflichkeit wohl genüge getan sein musste. Nicht einmal die Vorstellung ihrer Gefährten wartete er ab, sondern engte vielmehr seine Augen, als er fest zu der Bogenschützin aufsah, die ihn um einen halben Kopf überragte.

„Ihr seid nicht mehr Teil meiner Einheit, Iryanara, dennoch rate ich euch davon ab, euren Weg fortzusetzen. Den direkten Angriff der Maormer haben wir durch eine rechtzeitige Warnung im Norden an einem verlassenen Außenposten verhindern können, aber einzelne Gruppen der Schlangenliebhaber ziehen noch vor der Küste oder gar auf den Stränden entlang. Wir werden uns darum kümmern.
Ihr hingegen werdet den Bericht nach Waldheim bringen. Von dort aus könnt ihr eure Reise – wohin auch immer sie führen mag – fortsetzen.“
Seine Stimme war die eines Mer, der es gewohnt war, Befehle zu erteilen, und Iryanara erwischte sich dabei, dass sie ihre Schultern instinktiv straffte und gar bereits die Hand ausstreckte nach der in einem Behälter gesicherten Botschaft. Kaum, dass sich ihre Finger darum geschlossen hatten, fuhr der Bosmer auch schon fort:
„Mir würde es genügen, ihr würdet schlicht Kunde der Entwarnung bringen, aber die Altmer bestehen auf die Schrift. Sollen sie glücklich damit werden. Y'ffre sei mit euch und ebenfalls alle Ahnen.“

Zu einem barschen Salut bettete er die Hand auf sein Herz und neigte – wie es die Höflichkeit selbst ihm gebot – sein Haupt etwas tiefer vor Esseleth Mallestel. Offenbar erkannten seine Augen die Insignien einer Priesterin des Auri-El. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, schlichtweg zu seinem Trupp zurück zu kehren, um den Marsch an der Küste entlang fortzusetzen.

Iryanara atmete tief ein.
„Es scheint ...dass das Glück auf unsrer Seite war“, murmelte sie leise, auch wenn ein kurzer Schmerz sie durchzuckte, als sie an die Fischer dachte, denen das Schicksal weniger hold gewesen war. Trotz allem ...Es hätte sehr viel schlimmer kommen können. Das wusste sie allzu gut.
„Gehen wir nach Waldheim.“
"True honor need not be named."
- Talia at-Marimah, Ash'abah, Alik'r -

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Firnormon (20.08.2014)

Esseleth

Denker

Beiträge: 192

Gilde: Die Hüter Tiefwaldens

Allianz: Aldmeri-Dominion

  • Nachricht senden

22

Mittwoch, 20. August 2014, 14:19

[22. Eintrag - Siebter Tag - Probleme in Waldheim - Esseleth Mallestel]

Zitat


Esseleth war überrascht als sie die ersten Blicke auf Waldheim werfen konnten. Sie hatte etwas Anderes erwartet - mehr ... Bäume. Doch es wirkte fast wie eine altmerische Stadt. Das war nicht unangenehm für Esseleth. Ganz im Gegenteil war sie erleichtert über die feste Straße unter ihren Füßen und die Aussicht auf feste Wände, in denen keine Käfer sich ihren Weg durch die Rinde bahnten. Doch lag dieser Anblick vermutlich an der Seite, an der sie die Siedlung betreten hatten. Denn kaum hatten sie die ersten Häuser hinter sich gelassen, deutete Iryanara auf riesige Baumriesen, in denen man ... Wohnungen? ... erkennen konnte. Esseleth blickte fasziniert und erstaunt hinauf. So etwas hatte sie noch nie gesehen - und noch viel mehr hatte sie nicht gesehen.

Denn was von den altmerischen Bauten am Anfang verdeckt war, war eine ihr vollkommen fremde Welt. Keine Schilder aus Holz wiesen den Weg, sondern Felle. Gestelle aus Knochen standen hier und dort und so vieles war ihr fremd. Esseleth fühlte sich orientierungslos und dennoch war sie begeistert. Es lag eine Kunstfertigkeit in allem, die sie so noch nie gesehen hatte. Immer wieder blieb die Altmer stehen und verlangsamte das Vorankommen der kleinen Gruppe, die sich auf den Weg zur nächsten Taverne gemacht hatte, um ein wenig Kraft nach der beschwerlichen Reise zu schöpfen.

Eigentlich gab es noch etwas Wichtiges, was sie mit Kila und den weiteren Weg besprechen wollten. Aber kaum waren sie in die Gaststätte eingekehrt wurden sie auch schon von einem Khajiit, nun ja, man könnte sagen "gefunden". Mit zielsicherem Spürsinn hatte er die Reisenden ausgemacht und wollte ihnen etwas von seinem Gebäck andrehen. Esseleth hielt sich zurück, auch wenn sie ebenso neugierig war. Doch von einem Khajiit Essen kaufen? Nein, das wollte sie nach Möglichkeit verhindern. Aber wäre nicht ein kleines Stück Gebäck etwas, das man ...? Nein! Sei nicht töricht, Esseleth. Es ist ein Khajiit! Du wirst dich am Ende nur ärgern, sofern du es überhaupt überlebst. Amüsant war dieser Dar'fach aber durchaus.

Weitaus weniger erfreulich war eine ganze Gruppe an Gesindel, die behaupteten, dass dies alles ihnen gehörte - Dunmer, Argonier, Orsimer. Es war ein merkwürdiges Sammelsurium an ortsfremden Sonderlingen, bei denen sich Esseleth fragte, seit wann die Richtlinien des Dominions so schwammig geworden waren, um solche Risiken überhaupt in das Land offiziell zu lassen? Nicht nur, dass es sonderbare Fremdlinge waren, sie behaupteten auch noch, dass Waldheim neutraler Boden sei. Vielleicht hätten sie bei ihrer Einreise sich doch mehr über die Eigenheiten des Dominions erkundigen sollen. Dann wären sie auch nicht an die Bosmer in Esseleths Begleitung geraten, denn diese waren zu recht aufgebracht - und Esseleth tat alles in ihrer Macht stehende, um Malderiel und Iryanara zu unterstützen.

Viel konnte sie jedoch nicht machen als den Rücken den beiden Bosmern freizuhalten und hinter ihnen zu stehen. Es war einfach zu viel von diesem Pack vor Ort. Einen direkten Streit wollte Esseleth da nicht heraufbeschwören, egal wie sehr dieser Orsimer sie provozierte und beleidigte. Darüber stand Esseleth. Sie war eine Altmer. Was kümmerte es einen gewaltigen Baum, wenn ihn ein Wildschwein streift? Nein, mit so etwas musste sich Esseleth weder abgeben, noch war dieses Gesindel den Ärger wert, den Esseleth verspürte. Sollten sich die hiesigen Wachen darum kümmern. Dieses Gezücht würde ja sehen, wer nun in einer Traumwelt lebte. Esseleth sicherlich nicht.

Mit zügigen Schritten steuerte Esseleth auf den nächsten altmerischen Wachsoldaten zu, den sie ausfindig machen konnte. Nur um sicher zu gehen, dass nicht weitere Ärgernisse passieren, achtete sie darauf, dass ihr Amulett des Auri-El deutlich zu sehen war. Es war Zeit für eine Meldung.
Esseleth Mallestel
"War leaves its trail | in moonlight so pale | its shadows they flow |in rivers, in rivers
So put on my mask | I'll go where they ask | so I might once again see the Roses of May
.""

Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Margra (20.08.2014), Firnormon (20.08.2014)

Larendia

Novize

  • »Larendia« ist weiblich

Beiträge: 12

Gilde: Die Hüter Tiefwaldens

Allianz: Aldmeri-Dominion

  • Nachricht senden

23

Freitag, 22. August 2014, 18:46

[23. Eintrag - Orsimer - Malderiel]

Zitat

Und wieder sind wir unserem Ziel ein Stück näher gekommen. Waldheim, eine kurze Zeit des Erholens, ehe es weiter geht, tiefer in die schöne Wildnis Valenwaldes. Unsere Aufgabe hier war schnell erledigt, umso mehr Zeit noch einige Besorgungen zu machen, die Sehne meines Bogens sollte erneuert werden, ebenso wie ich nichts gegen ein paar mehr Pfeile hätte. Doch ehe ich dies erledigen kann, muss ich diese Wut unter Kontrolle bringen. Noch immer fließt sie brennend durch meine Adern.

Ein netter Abend sollte es in der Taverne sein, noch ein wenig Zivilisation für unsere Priesterin, früh genug wird sie sich Blasen laufen, die Unwegsamkeiten Valenwalds kennenlernen. Und eine dreckige Grünhaut will mir genau diesen entspannten Abend verderben? Nicht genug, dass eine Echse freudig Kräuter auf den Tischen ausbreiten musste, nein, ein dummer Orsimer meinte sich auch noch einmischen zu müssen. hat es gar gewagt diesen Ort als SEINEN zu bezeichnen. Über all dies hätte ich vielleicht noch hinweg sehen können, irgendwie, doch es zu wagen mich zu beleidigen? Inmitten einer bosmerischen Schenke? Sein Glück, dass Iryanara mich zurückgehalten hat, sonst würde sein Kopf nun als mein ganz persönlicher Kelch herhalten.

Je mehr ich daran denke, desto heißer kehrt die Wut zurück, was ist nur los? Seit wann lasse ich mich derart leicht aus der Fassung bringen? Und dann auch noch derart offensichtlich? Ich kann kaum bestreiten, dass ich es darauf angelegt habe angegriffen zu werden. Vielleicht ist mir das ständige Schaukeln des Schiffes doch nicht so gut bekommen wie ich dachte. Derartiges wird mir nicht nochmal passieren, das ist keine Option.

Margra

Gelehrter

  • »Margra« ist weiblich
  • »Margra« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 837

Gilde: Bärenbanner; Die Hüter Tiefwaldens (ehemalig)

Allianz: Ebenherz-Pakt

  • Nachricht senden

24

Samstag, 23. August 2014, 11:48

[24. Eintrag - Iryanara Windpfeil – Waldheim - Sommer 582 der Zweiten Ära]
~Nach dem (vorläufigen) Abschied von Kila Aluwe~

Zitat

'Und wieder einmal lässt du jemanden zurück …'
Die Stimme flüsterte in ihrem Innersten und sie konnte sie nicht zum Schweigen bringen, auch nicht, als sie sich in die Stille zurück zog und ihren Rücken gegen die Wurzeln eines zum Himmel ragenden Baumes lehnte. Iryanara schloss ihre Augen. Es war zwecklos die eignen Gedanken zu etwas zwingen zu wollen, denn je mehr sie die Zweifel in sich vergraben wollte, umso heller loderten sie auf. Die Ruhe war keine Verbündete; nein, sie goss vielmehr Öl in die Flammen und ließ diese in ihrem Innersten aufstreben. Was wäre, wenn …? Ihr Blick wanderte wieder in Richtung des Ortes, an welchem sie Kila zurücklassen würden – vorerst. Ja, was wäre, wenn sie einander nicht …?

Ein helles Lachen durchbrach die Stille und auch die Gedankengänge der Bosmer, die sich etwas aufrichtete und ihren blassgrünen Blick in Richtung des Lautes huschen ließ. Unwillkürlich musste sie dann tatsächlich schmunzeln, denn in ihrer Nähe spielten einige bosmerische Kinder ein Spiel, das ihr aus der eignen Kindheit noch allzu vertraut war. Erinnerungen an eben jenes durchdrangen sie ...
Zu Beginn teilte man sich stets in zwei Gruppen auf und warf einen beschnitzten Knochen, um herauszufinden, wer den etwa faustgroßen Ball, den zu erlangen und möglichst lange zu behalten das Ziel war, zuerst an sich nehmen durfte. Über Wurzeln, Äste und Ranken verlief dann die Jagd – stets hinter jenem her, der den Ball in seinen Händen hielt und diesen an seine 'gewählten Gefährten' weiter werfen durfte. Regeln gab es hierbei nur die notwendigsten … und nicht selten kehrte ein jedes Kind verschrammt und verdreckt, aber auch erschöpft und glücklich nach Hause zurück. Iryanara war selbst ein solches Mädchen gewesen und hatte auch als Mutter dabei zugesehen, wie ihre eigne Tochter spielerisch ihre Grenzen und ihre Geschicklichkeit zur Jagd entdeckt hatte.

An all dem schien sich von Generation zu Generation nichts zu ändern und die Bogenschützin sah den Kindern ihres Volkes nur allzu gerne zu, sah mit Freude die Lebendigkeit, die sie antrieb. Das ehrliche Kinderlachen, die pure Lebensfreude und die Wildheit – all das war es, was sie auf den Inseln von Sommersend vermisst hatte. Gewiss, sie hatte dort Kinder gesehen – wenn auch ausgesprochen selten – doch jene hatten sich hauptsächlich zum Spielen hinreißen lassen, so sie sich unbeobachtet wähnten. Je älter sie wurden, umso seltener wurden diese Momente und umso starrer die Strukturen, denen sie sich unterwarfen.
So sehr sie versucht hatte, die Heimat Esseleths so anzunehmen wie sie eben war … so sehr hatte sie ihr in vielerlei Hinsicht auch widerstrebt. Fremd hatte sie sich gefühlt und in einigen Momenten auch befremdet, ganz gleich, wie sehr sie Sommersend zu schätzen gelernt hatte, und ganz gleich, dass sie auch andre Seiten der altmerischen Gesellschaft kennenlernen hatte dürfen.

Trotz allem: Dies war ihre Heimat und der Ort, an dem ihr Herz schlug. Das Lachen der Kinder steckte sie an, wischte die Sorgen und Ängste fort und brachte ihre Augen zum Erstrahlen. Und so war es nicht weiter verwunderlich, dass sie wie ein Pfeil von der Bogensehne schnellte, als ein Wurf eines Jungen ins Leere ging und der Ball tatsächlich gen Boden stürzte. Mit einer Hand fing Iryanara diesen und lehnte den Kopf in den Nacken, um herausfordernd ihre Braue zu heben und ihre Finger fester um die feste fellüberzogene Kugel zu schließen.
Die jungen Bosmer verstanden sofort. So leicht würde die hochgewachsene und kräftige Frau, die Iryanara innerhalb ihres Volkes war, den Ball nicht wieder hergeben. Sie würden ihn sich schon holen müssen! Und die ersten kleinen Häscher ließen nicht lange auf sich warten!

Ein Ruck ging durch den Leib Iryanaras und sie setzte ihren Fuß auf eine der Wurzeln, die sich am Stamme eines Baumes empor rankten, um mit dem nächsten Schritt auch schon auf eine weitere zu springen und den zugreifenden Händen ihrer Jäger zu entgehen. Moos spürte sie unter ihren Füßen, Äste streiften ihre Arme und ihr langes verfilztes Haar, das wie lebendige Schatten um sie wogte, derweil die bronzenen Blätter darinnen dann und wann aufblitzten. Der Wind flüsterte über ihre Haut und durch die Blätter, durch die sie immer weiter empor strebte. Gewandt wie eine jagende Raubkatze floh sie vor den Kindern und konnte sie dennoch nicht einen Moment lang wirklich abschütteln. Lachen und aufgeregte Jagdrufe folgten ihr und peitschten sie zu noch höherer Geschwindigkeit an. Dass sie dabei die Tiefe unter sich vergaß – das geschah ganz von selbst.
Ihr Herz pochte ihr bis zum Halse und ihre Atemzüge gingen schwerer, als sie letztlich endlich den Ball zu einem Mädchen mit tiefrotem Haar warf und diese mit einem stolzen Grinsen auffing, wonach sie alle gejagt hatten. Und ehe man sich versah … huschten die Kinder auch schon ihrer Gefährtin nach, derweil Iryanara auf einem der Äste verblieb und sich einige der wirren Haarsträhnen aus dem Gesicht wischte. Langsam kam sie zur Ruhe.

Von Neuem huschte ihr Blick noch einmal durch die Zweige der riesigen Bäume an der Küste von Grünschatten, zurück zu jenem Ort, an dem Kila die nächsten Wochen bleiben würde. Sie Sorge blieb ihr, aber sie war durch das kurze Aufleben an der Seite der Kinder ihres Volkes blasser geworden. Waldheim und Valenwald würden auf die Freundin achtgeben und ihr vielleicht neue Pfade eröffnen, die sie jenseits ihrer Pflicht an der Priesterin und Herrin, die Esseleth Mallestel nun einmal war, vielleicht leichter würde erkennen können.
„Du sagtest einst, dass du Valenwald sehen und erleben wolltest, meine Freundin … ich hoffe – und Y'ffre möge diesen Wunsch segnen – dass du einen Platz für dich hier finden kannst“, flüsterte sie die Worte und richtete sich dann auf.

Deutlich langsamer, als sie empor geschnellt war, stieg sie nun über die Äste und Ranken herab, bis ihre Füße wieder auf dem Waldesgrund aufkamen. Es war Zeit zurück zu kehren und alles für die Weiterreise vorzubereiten.
Malabal Tor wartete.
Und alles in Iryanara brannte darauf, ganz und gar heimzukehren.
"True honor need not be named."
- Talia at-Marimah, Ash'abah, Alik'r -

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Firnormon (28.08.2014)

Margra

Gelehrter

  • »Margra« ist weiblich
  • »Margra« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 837

Gilde: Bärenbanner; Die Hüter Tiefwaldens (ehemalig)

Allianz: Ebenherz-Pakt

  • Nachricht senden

25

Sonntag, 24. August 2014, 17:29

[25. Eintrag - Iryanara Windpfeil – Waldheim - Sommer 582 der Zweiten Ära]


Zitat

Harscher als es nötig gewesen wäre, zurrte die Waldelfe ihr Bündel zusammen und befestigte dieses an dem Rucksack aus robustem Leder, den sie nebst des Köchers, ihres Bogens und ihrer Waffen mit sich tragen würde. Obschon sie ein jedes Werkzeug, die Felle und auch die Klingen gerade erst überprüft hatte, waren doch ihre Gedanken immer wieder abgeschweift. Nein. Abgeschweift wäre das falsche Wort dafür … Immer wieder erlebte sie das soeben geschehene Gespräch von Neuem, hörte die aufgebrachten Stimmen, sah den Khajiit aufbegehren gegen die altmerische Priesterin, die sie nach Valenwald begleitet hatte.
Es hatte passieren müssen. Und wäre es nicht am heutigen Abend geschehen, dann gewiss in naher Zukunft – vielleicht in einem noch unpassenderen Moment. Irgendwann hatte es einfach zu diesem simplen Missverstehen des Andren kommen müssen.

Tief atmete Iryanara ein.
Sie selbst hatte einen Weg gefunden, mit der Natur Esseleths umzugehen und sie in gewissen Zügen gar verstehen zu können. Das bedeutete nicht, dass ihr Innerstes nicht zusammen zuckte, wenn die Hochelfe so überzeugt von edlem Blut sprach, vom Wert der einzelnen Völker und von der Verantwortung, die die Ahnen in die Hände und Herzen der Altmer gebettet hätten. Verantwortung – ein Wort, das viele von Esseleths Volk wohl vielmehr mit gewaltsamer Unterjochung oder bestenfalls Verachtung 'niederer' Kulturen gleichsetzten, um ganz nach ihrem Willen und ihren Werten eine Form des 'Zusammenlebens' durchzusetzen.
Die Priesterin des Auri-El wusste wenig von der Welt. Sie wusste viel zu wenig von der Grausamkeit und von all dem, was jene geprägt hatte über die Jahre und Jahrzehnte, die mit den Altmern zusammen gelebt und zusammen gefochten hatten. Gewiss waren ihre Worte naiv .. idealistisch, bisweilen wirkten sie so weltfern, dass man sie belächeln könnte, doch ihre Überzeugtheit und ihr Ernst waren es, die ihr die offene Feindschaft andrer einbrachte, ohne, dass Esseleth diese verstehen könnte.
Wie denn auch? Das hier war nicht ihre Welt. Und die Bücher, die sie kannte, wurden von ausgewählten Persönlichkeiten ihres Volkes geschrieben und hernach noch sorgfältig von erlesenen Lehrmeistern ausgewählt. Zumindest war es wohl bisher so gewesen. Die Dinge hatten sich gravierend geändert.

Ein Wunder war es wahrlich nicht gewesen, dass J'Nor und Esseleth Mallestel aneinander geraten waren. Iryanara hatte es schon vom ersten Moment an geahnt, vielleicht gar befürchtet. Trotz allem war es nicht so leicht sich auf eine Seite zu stellen … Der Khajiit aus dem Norden Elsweyrs mochte in vielen Punkten recht haben, aber das machte Esseleths Gedankengänge nicht weniger glaubwürdig oder wahrhaftig.
Letzten Endes hatte ihre kleine Schwester – Iryanara musste sanft lächeln – es ja bereits ausgesprochen. Sie alle würden lernen müssen, an einem jeden Tag, den sie zusammen reisten und unter dem Adlerbanner kämpfen würden. Y'ffre, das Grün, die Ahnen und die Monde mochten geben, dass ihnen die Zeit dafür gewährt bliebe. Für ihren Teil würde sie dafür kämpfen – ganz gleich, was es kosten möge.

Mit einem weitren tiefen Atemzug wendete sie sich um und näherte sich der hochelfischen Priesterin, um dieser schlichtweg die Hand auf den Rücken zu legen. Wie immer waren ihre rauen Finger dabei ausgesprochen vorsichtig, als würde sie sie jederzeit wieder zurückziehen können.
„Es wird Zeit.“
Das war alles, was sie sagte, als sie zu der über einen Kopf größeren Mer aufsah.
"True honor need not be named."
- Talia at-Marimah, Ash'abah, Alik'r -

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Firnormon (28.08.2014)

Larendia

Novize

  • »Larendia« ist weiblich

Beiträge: 12

Gilde: Die Hüter Tiefwaldens

Allianz: Aldmeri-Dominion

  • Nachricht senden

26

Dienstag, 26. August 2014, 20:41

[26. Eintrag - Wut - Malderiel]

Zitat


Unsanft schnürte die Mer zum unzähligsten Male ihre Beutel zusammen, befestigte diese ruppig neben den Wurfmessern an dem ledernen Gürtel. Für den Moment wollte sie niemanden sehen, abermals mischte sich diese Wut in ihre Adern, vermischt mit Enttäuschung und purer Verletztheit. Natürlich war es vorbestimmt gewesen, dass sich Esseleth und J'Nor irgendwann würden streiten müssen, Missverständnisse die Stimmung erhitzen würden, doch derart? Ja, sie konnte den Khajiit verstehen, seine Haltung gegenüber den Altmer. Keine Frage, dass die Ausführungen der Priesterin über edles Blut und den Wert der Völker ein schlag in das Gesicht des Khajiit gewesen sein mussten. All das war nachvollziehbar, selbst Malderiel hatte hin und wieder Probleme mit den Ausführungen der Priesterin. Doch sie konnte darüber hinweg sehen, konnte versuchen zu sehen was hinter alledem steckte und genau das hätte die Bosmer auch von J'Nor erwartet. Eine gemeinsame Vergangenheit, gemeinsame Erfahrungen, hätte ihn all dies nicht zeigen müssen, dass hinter Worten nicht immer das steckte was man zuerst glauben mochte? Dass Unwissen, nein das Selektieren von Wissen, der Grund für die Worte der Priesterin waren und nicht eine bösartige Absicht? Zu allem Überfluss hatte der Khajiit Malderiel in seiner Wut mit Worten verletzt und dies, so war sie sich sicher, mit Absicht.

Dann war er gegangen und der versuch Esseleth ein wenig mehr Einblick in die Welt zu geben war vielleicht lobenswert gewesen, doch die Priesterin musste es sehen, erfahren wie es war. Worte allein änderten nur selten eine Überzeugung. Und noch viel mehr, musste die Altmer lernen die Worte vor anderen Völkern mit etwas mehr Bedacht zu wählen, gerade in solch hitzigen Zeiten, gerade wenn sie alle aufeinander angewiesen waren und sich vertrauen mussten. Für derlei Streitigkeiten war kein Platz, keine Zeit und vor allem nicht die Sicherheit.
Weshalb mussten sie sich wie kleine Kinder streiten? Ja, es war Teil einer Entwicklung, eines gegenseitigen Verstehens, doch nicht auf diese Weise. Nicht so, dass sie gezwungen werden könnte sich zwischen die Fronten zu werfen.

Ein unterdrücktes Grollen stieg die Kehle der Bosmer hinauf, abermals diese brennende Wut. nein, vielmehr brannten alle Gefühle wie ein Feuer in dem kleinen Körper und so sehr sie auch versuchte sich zu beruhigen, es ging nur langsam vonstatten. Bald würden sie aufbrechen, sie musste sich unbedingt wieder unter Kontrolle bringen. Grob band die Bosmer ihre Haare im Nacken zusammen, schulterte Bogen und Köcher. Es wurde Zeit aufzubrechen...was war nur los mit ihr?

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Firnormon (28.08.2014)

Esseleth

Denker

Beiträge: 192

Gilde: Die Hüter Tiefwaldens

Allianz: Aldmeri-Dominion

  • Nachricht senden

27

Mittwoch, 27. August 2014, 10:32

[27. Eintrag - Neunter Tag - Edles Blut - Esseleth Mallestel]

Zitat


Waldheim lag unter Esseleth. Die Altmer hatte ihre Hände auf dem Rücken verschränkt, während sie von jenem Baum herabschaute, in dem sie in ihrer Zeit hier untergekommen waren. Die leichte Höhenangst überkam sie wieder - jene, die sie bisher gut verborgen gehalten hatte. Nein, das sollte niemand merken. Es war nur altmerische Disziplin nötig - Selbstbeherrschung und Kontrolle.

Esseleth hatte während den letzten Vorbereitungen noch einmal diesen Moment für sich gebraucht. Noch immer fühlte sie sich aufgewühlt. Noch immer fühlte sie sich missverstanden. Sie war arrogant. Sie war rassistisch. Sie war nicht diplomatisch. Sie war uneinsichtig. Sie war selbstgerecht. Wie sehr sie diese Vorwürfe leid war, wie sehr sie doch schmerzten und wie hilflos sich Esseleth ihnen gegenüber fühlte.

Auf Sommersend war dies alles einfacher. Doch hier? Da konnte sie reden, da konnte sie argumentieren, wie sie wollte. Es war egal. Sie konnte es noch so sehr erklären, doch sie hielten sich an Wörtern fest. Sollte sie aus falscher Bescheidenheit lügen? Es war edles Blut, das sie trug. Das hatte noch nicht einmal etwas mit Glauben zu tun. Selbst wenn man nicht an die Ahnen glaubte, so war unbestritten, dass sie mächtig waren. Dieses Blut floss in ihren Adern und da konnte man drehen und wenden wie man wollte, es war wie die Welt war.

Die Frage war nur, was man daraus machte. Setzte man dieses Geschenk für sich oder für Andere ein? Nutzte man diese Gabe aus? Stand man zu seinen Pflichten? Kam man seiner Verantwortung nach? Dies waren die Fragen, die jeder Altmer sich stellen sollte - und doch waren es so wenige, die sich dies fragten. Ja, Esseleth war stolz auf ihr Blut. Sie war stolz auf ihre Aufgabe und sie war stolz auf ihre Pflicht. Denn sie wollte für Andere sein und sich um sie kümmern.

Esseleth hatte das Gefühl, dass sie all das abbekam, was andere Altmer hier draußen verbrochen hatten. Es war auch einfacher, jene Altmer zur Rechenschaft zu ziehen, die in Griffreichweite war. Jene Altmer, die nicht herzlos einfach ganze Siedlungen verbrannte, die nicht einfach das Schwert erhob, um unliebsame Gedanken zu köpfen. Das war sie nicht - und dennoch musste sie dafür gerade stehen. Je größer das Licht war, desto größer war der Schatten, den es warf. Diesen Schatten galt es zu bekämpfen und ihm entgegen zu treten.

Das war ihre Aufgabe. Sie war Priesterin ihres Volkes. Wenn einer von ihnen irrte, war es ihr Fehler, denn sie hatte ihn nicht auf den richtigen Pfad führen können. Doch sie sollte sie all jene erreichen? Wie sollte sie gegen Neid ankämpfen, nur weil ihr Blut nun einmal tatsächlich edler war? Es war doch noch nicht einmal so, dass es Esseleth anderen Völkern vorwarf! Sie fühlten sich erniedrigt, aber dies war nie ihre Absicht. Sie würde auf dem Schlachtfeld nicht zwischen Altmer, Bosmer oder Khajiit unterscheiden. Ja, hatte sie nicht die Khajiit auf dem Schiff mit genau der gleichen einfühlsamen Art geheilt? Sie war keine Unmer.

Mit einem tiefen Durchatmen riss sich Esseleth von dem wuselnden Anblick des Lebens in Waldheim unter ihr und drehte sich wieder zu dem kleinen Haus inmitten des Baumes. Sie trat ein und machte sich daran, ihre Sachen endgültig zu packen. Sie fühlte sich verletzt, sie fühlte sich verwirrt und sie fühlte sich fremd. All diese Vorwürfe, all diese Stiche und all die Erwartungen an sie versuchten, sie herabzudrücken. Doch sie weigerte sich. Sie stand aufrecht, wie eine wahre und würdige Altmer. Trotzdem fühlte sie sich ... allein.

Da legte sich Iryanaras Hand vorsichtig auf ihren Rücken und die Altmer verspannte sich. In jenem Moment wusste sie, dass dieser Gedanke falsch war, den sie gerade gedacht hatte. Sie glaubte daran, dass ihr Blut edel war. Sie glaubte an die Güte, die tief in ihrem Volk schlummerte und nur geweckt werden müsste. Sie glaubte an den Herrschaftsanspruch und den Auftrag ihres Volkes. Das alles war nicht falsch. Doch dass sie allein war, das stimmte nicht. Das gab sie zu.

Esseleth schaute von ihrem Packen auf und blickte über ihre Schulter zu Iryanara und ihr Mundwinkel zuckte sogar: "Ich weiß. Danke dir. Ich bin bereit." Selten sah man die Altmer lächeln, doch in diesem Moment konnte man es - egal, wie schwer ihre Gedanken auf ihr lasteten. Denn in diesem Augenblick fühlte sich die Last auf ihren Schultern leichter an und sie war dankbar.
Esseleth Mallestel
"War leaves its trail | in moonlight so pale | its shadows they flow |in rivers, in rivers
So put on my mask | I'll go where they ask | so I might once again see the Roses of May
.""

Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Golli (27.08.2014), Firnormon (28.08.2014)

Margra

Gelehrter

  • »Margra« ist weiblich
  • »Margra« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 837

Gilde: Bärenbanner; Die Hüter Tiefwaldens (ehemalig)

Allianz: Ebenherz-Pakt

  • Nachricht senden

28

Mittwoch, 27. August 2014, 23:15

[28. Eintrag - Iryanara Windpfeil – Waldheim - Sommer 582 der Zweiten Ära]
~Aufbruchsstimmung~

Zitat

„Ich hatte gehofft, es bliebe noch die Zeit, einen Becher Jagga zu trinken und gemeinsam zu essen – um der alten Zeiten willen“, brummte Eliorn, jener Bosmer aus Waldheim, dem sie erst vor wenigen Tagen begegnet waren. Noch immer trug er die Rüstung des Dominions, die entsprechenden Waffen und auch sein langes Haar war nach wie vor zurückgebunden mit einem knöchernen Ring, der im Nacken schwach zu erkennen war. Seine Augen ruhten eine ganze Weile auf Iryanara, ehe sie weiter wanderten zu Malderiel, J'Nor und auch zu Esseleth, vor der er seinen Kopf minimal neigte. Offenbar hatte er seine Erfahrungen mit Hochelfen gemacht und war nicht aus auf Ärger oder aber auch nur die minimalsten Missverständnisse.
„Trotz allem verstehe ich, dass ihr möglichst bald aufbrechen müsst. Die Säuberung des Strandes hat mehr Zeit in Anspruch genommen, als wir uns wahrscheinlich alle erhofft hatten. Möge das Grün die Leiber der Maormer mit Wurzeln und Dornen durchdringen, sobald sie es wieder wagen einen Fuß an Land zu bringen.“

Ein Lächeln umzuckte die Mundwinkel Iryanaras, als der alte Freund ihr seine Hand auf die Schulter legte und diese drückte. Mit gewisser Wärme erwiderte sie diese Geste und atmete tief ein, um die aufsteigende Beklommenheit nieder zu ringen. Auch ihr hätte es besser gefallen, hätten sie die Zeit, Waldheim einfach … zu genießen oder aber auf alte Zeiten anzustoßen. Nicht, dass jene unbedingt immer nur besser gewesen sein mochten, aber die Erinnerungen und geknüpften Freundschaften waren dennoch eine Menge wert.
„Ihr werdet sie für eine Weile das Fürchten gelehrt haben, Eliorn. Es müsste sich eine ganze Menge verändert haben, wenn es nicht so wäre ...“, erwiderte sie ihm und schloss ihre Hand fest um die Schulter ihres Gegenübers.

„Gewiss doch, alte Freundin, aber wenn es eines gibt, dessen man sich sicher sein kann, dann, dass die Bäume Valenwaldes nie aufhören zu wachsen und dass Maormer wie lästige Zecken niemals so ganz unsere Küsten loslassen.“ Ein Grollen lag in seiner Stimme, als er letztlich einen Schritt zurück trat und die Hand auf sein Herz bettete, um sich von den Gefährten zu verabschieden, die kaum unähnlicher hätten sein können. Obschon die Wissbegierde in seinen Augen blitzte, hielt er sich dennoch zurück. Dies war nicht der Ort und auch nicht die Zeit.
„Gebt gut aufeinander acht und wandert in der Nähe von Meereshort – so ihr euch der Stadt denn nähert – besser nicht auf den Straßen. Weder den Alten noch den Neuen. Man weiß nie, ob dort noch Schlangenbrut herumkreucht. Das Grün seie mit Euch und gebt gut aufeinander acht, denn ich bestehe darauf, bei unserem nächsten Treffen alte Freundschaften und neue Bekanntschaften mit Jagga und Braten zu feiern.“

Die Herzlichkeit Eliorns weckte ein weitres Lächeln auf Iryanaras Lippen und sie deutete einen Salut an – ganz wie in alten Zeiten – ehe sie an ihm vorbei trat und ihn dabei anrempelte.
„Hoffe vielleicht nicht zu sehr darauf, denn der Jagga würde auf deine Kosten gehen … Das Grün auch mit dir, alter Freund, bis wir einander erneut begegnen.“

Es war das Glucksen eines Waldelfen, das ihr folgte, als sie Waldheim verließ. Und es war ein Laut, der der Seele verdammt gut tat. Immerhin lag von nun an ein weiter Weg vor ihnen.
"True honor need not be named."
- Talia at-Marimah, Ash'abah, Alik'r -

Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Firnormon (28.08.2014), Esseleth (28.08.2014)

Esseleth

Denker

Beiträge: 192

Gilde: Die Hüter Tiefwaldens

Allianz: Aldmeri-Dominion

  • Nachricht senden

29

Donnerstag, 28. August 2014, 11:02

[29. Eintrag - Zehnter Tag - Vergebung - Esseleth Mallestel]

Zitat

"Ich kann Elerya nicht vergeben ..."

Es war ein langes Gespräch gewesen - ein merkwürdiges Gespräch. Was als eine lockere, wenn auch für Esseleth peinliche Unterhaltung begonnen hatte, entwickelte sich zu einem Streit, der sich gewaschen hatte. Esseleth und Malderiel keiften sich an - Iryanara stand dazwischen. Für einen Moment dachte Esseleth sogar, dass Malderiel sich auf sie stürzen würde, um die bosmerischen Reißzähne oder ihre Klauen in sie zu schlagen. Sollte sie ruhig! Als ob sich Esseleth von dieser Bosmer den Mund verbieten würde, wie sie es sich angemaßt hatte zu sagen! Was bildete sie sich überhaupt ein? Das ging Esseleth genauso etwas an!

Doch was war richtig und was war falsch? War es von Iryanara richtig gewesen, es geheim zu halten? Hatte Iryanara sie beide getäuscht oder hatte Iryanara sie beide geschützt? War es richtig gewesen, was Elerya Iryanara angetan hatte? Nein! Nichts davon war richtig! Oder war es doch das kleinere Übel gewesen? Hätte Esseleth nicht das gleiche Opfer begangen? Nein! Es gab immer eine Wahl!

Unruhig wälzte sich Esseleth im Schlaf in der Höhle unter den funkelnden Ahnenlichtern, wie Iryanara sie genannt hatte. Das Gespräch ließ die Altmer einfach nicht los. Zwar war sie zumindest mit Iryanara zu einer Einigung gekommen und sie trug ihr nichts nach. Da hatten die beiden schon ganz andere Streitgespräche überstanden und hinter sich. Auch mit Malderiel hatte sich Esseleth im Stillen friedlich für die Nacht getrennt. Aber eigentlich hätte Esseleth auch Elerya nichts nachtragen dürfen. Doch Esseleth konnte nicht anders. Sie verabscheute jene Bosmer zutiefst und sie trug es ihr nach - alles! Egal, wie unfair es war!

Aber wie konnte Esseleth überhaupt hoffen, dass Iryanara Vergebung finden könnte für ihre Taten im Krieg, wenn Esseleth auch Elerya nicht vergeben konnte? Was war notwendig, um dieses Gefühl zu ändern? War Esseleth zu Vergebung überhaupt fähig? Oder kam die altmerische Priesterin hier an ihre moralischen Grenzen? Denn es war mit zweierlei Maß gemessen - das stand außer Frage und Esseleth wusste das sehr wohl. Sie wollte ihre Augen davor verschließen, sie wollte es sich schönreden oder wegdefinieren. Doch das konnte sie in diesem Fall nicht.

Wer hatte recht und wer hatte unrecht? Was war falsch und was war richtig? Wieso machte der Krieg alles nur so kompliziert, wo es in Esseleths Welt bisher ein so schön geordnetes Schwarz und Weiß gab? Esseleth fuhr sich mit der Hand über ihr Gesicht. Auf dem Schiff war die Wunde verheilt, die der bosmerische Dorn gezogen hatte. Keine Narbe war übrig geblieben im Gesicht der Altmer - aber auf ihrer Seele brannte diese Wunde jetzt, als ob der Dorn noch tief in ihr steckte.
Esseleth Mallestel
"War leaves its trail | in moonlight so pale | its shadows they flow |in rivers, in rivers
So put on my mask | I'll go where they ask | so I might once again see the Roses of May
.""

Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Margra (28.08.2014), Firnormon (29.08.2014)

Larendia

Novize

  • »Larendia« ist weiblich

Beiträge: 12

Gilde: Die Hüter Tiefwaldens

Allianz: Aldmeri-Dominion

  • Nachricht senden

30

Freitag, 29. August 2014, 10:22

[30. Eintrag - Vertrauen - Malderiel]

Zitat


Verrat, Lüge, Misstrauen. Diese und viele andere Worte waberten schwer durch den Geist der Bosmer. Die Wut war, dank J'Nor, mittlerweile verraucht, doch noch immer plagte die Schwere das Gemüt. Wie hatte ihre eigene Schwester ihr derart wichtige Informationen verheimlichen können? Informationen über eine Freundin, eine gefühlte Mutter. Langsam kreiste das flache Stück Metall zwischen den Fingern, die grünen Augen starr darauf gerichtet.

Iryanara hatte zugelassen, dass ihre eigene Schwester Vertrauen aufbaute, sie in dem Glauben gelassen dieses Vertrauen sei gerechtfertigt, auch als dies bereits nicht mehr der Fall gewesen war. Und aus welchem Grund? "Um mich zu schützen.", murmelte die Mer zum wiederholten Male, einem Mantra gleich. 'Sehe ich denn so schwach, so beschützenswert aus? Ist ihr nicht bewusst, welch tiefe Wunden sie durch ihre Tat gerissen hat?' Malderiel ließ die Finger über das schmale, aus Leder geflochtene Band gleiten. Sie wird sich erklären müssen, mehr als nur Schweigen oder eine Entschuldigung bringen, das erwartete die Mer von ihrer Schwester. Das Vertrauen war verletzt, der Glaube an die enge Bindung wankte bedrohlich.

Und dann war da noch Elerya. Deren Verrat grub sich tief in die Eingeweide der Bosmer, ließ diese mal um Mal erschaudern. Verrat an ihr, Verrat an der Schwester, an allem was Elerya bisher für Malderiel verkörpert hatte. Dass die Mer dies jemals vergeben würde lag fernab jeder Vorstellungskraft. Der erste Impuls war gewesen der alten Freundin die Gedärme aus dem Körper zu reißen, doch auch dieser Drang hatte sich dank des Khajiits langsam gelegt. Überhaupt schien der Kater in diesen Momenten jemand zu sein, der die Bosmer auf den Boden zurückholte, ihr klare Sicht schenkte. So war es schon immer gewesen. Für den Augenblick deutete sich Dankbarkeit in den Zügen Malderiels ab, verschwand jedoch ebenso schnell wieder. Sie würde Elerya finden, früher oder später und dann würde auch diese sich erklären müssen...allzu leicht würde es die Weberin nicht haben.

Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Esseleth (29.08.2014), Firnormon (29.08.2014)

Margra

Gelehrter

  • »Margra« ist weiblich
  • »Margra« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 837

Gilde: Bärenbanner; Die Hüter Tiefwaldens (ehemalig)

Allianz: Ebenherz-Pakt

  • Nachricht senden

31

Samstag, 30. August 2014, 01:56

[31. Eintrag - Iryanara Windpfeil – Umland von Meereshort - Sommer 582 der Zweiten Ära]
~Ein weitrer Abschnitt der Reise ...~

Zitat

Der Weg gen Norden war ungefähr genau so unangenehm wie die Waldelfe ihn in Erinnerung und sich am Morgen vor dem Aufbruch ausgemalt hatte. Schon vor einem Jahrzehnt, als sie noch mit Eliorn gemeinsam die Westküste des Valenwaldes verteidigt hatte, war das nicht anders gewesen. Die ständige Luftfeuchtigkeit, verbunden mit den Mooren und Morasten, die Waldheim großflächig umhüllten … ebenso wie auch Meereshort, dem sie sich nun näherten, waren der ideale Lebensraum für wahrscheinlich jede Art von stechenden und beißenden Insekten, die sie immer wieder umsurrten und sich auf ihrem Fleisch niederließen. Zwar bereitete es ihr ein jedes Mal Genugtuung, wenn sie eines der Biester erwischte, trotz allem erwischte sie sich immer häufiger dabei, dass sie den Khajiit, der sie begleitete, beinah schon um den Schweif beneidete. Dieser ruckte immer wieder auf, wenn die Insekten zu aufdringlich wurden.
Wenigstens hielten die Stiefel den Marsch durch den Schlamm aus, der sie immer entlang der kleinen Bäche und stillen Flussarme führte.

Meereshort ließen sie zu ihrer Linken. Meereshort mit seinen von den Angriffen teils geschwärzten und teils beschädigten Mauern, in welchen endlich einmal Ruhe eingekehrt war. Seit jeher hatten die Maormer die Küsten Valenwaldes angegriffen – diese Stadt allerdings begehrten sie scheinbar genug, um auch größere Offensiven zu wagen. Das Wirken des Schleiererbes … hatte sie nur aggressiver werden lassen.
Ein Grund mehr diesen Ort rasch hinter sich zu lassen und über die Felsen etwas höher zu steigen.

Die Zahl der Insekten nahm ab, so dass sie die Zeit fanden, dann und wann kurz innezuhalten. So wie Malderiel dem Khajiit einige Besonderheiten Valenwaldes wies und erklärte, so war es an Iryanara, sich Esseleth zuzuwenden und leise Worte an diese zu richten. Es waren die vorbeihuschenden Tiere und manch eine besonders auffällige Blüte, die ihre Aufmerksamkeit ernteten, insbesondere jene fleischfressenden Pflanzen, vor denen die Waldelfe bereits allzu oft gewarnt hatte. Ein Zufall war es gewiss nicht, dass gerade jene die größte Farbpracht und Schönheit aufwiesen.
Letztlich harrten sie an einem der Felsen aus, um sich in dessen Schatten nieder zu lassen, zu rasten.

„...ein lautes Beutetier, das wir gewiss mit Wein und einem Badezuber anlocken könnten ...“, drang die Stimme ihrer jüngeren Schwester an Iryanaras Ohr und sie konnte nicht anders, als zu schmunzeln, als nach einigen Wimpernschlägen auch Esseleth begriff, dass sie wohl oder übel gemeint sein musste. Wie so oft schon reckte die altmerische Priesterin ihr Kinn hoch empor, um stolz zu erwidern:
„So laut nun auch wieder nicht.“
Arrogant mochte es klingen – ganz ohne jeden Zweifel – aber auch nicht so sehr, wie es klingen könnte oder wie die Stimme der hochelfischen Priesterin geklungen hatte, als sie sich kennen lernten.

Iryanara ihrerseits verspürte Erleichterung darüber, dass das eisige Schweigen zwischen Malderiel und Esseleth .. und auch ihr selbst endlich einmal brach. Der Marsch hatte also doch sein Gutes gehabt. Mit weiterhin amüsiert funkelnden Augen gewährte sie sich noch einige Atemzüge des Innehaltens, ehe sie sich aufrichtete, um die Gruppe weiter zu führen …
~*~

Ein von Efeu und Wurzeln umranktes Tor aus Stein war es, das sie passierten, um über die Reste einer gepflasterten Straße hin gen Westen letztlich von Neuem in die Wildnis Valenwaldes einzutauchen. Es dauerte nicht lange, bis sie jedes Anzeichen von dem, was Esseleth Zivilisation nennen würde, hinter sich gelassen hatten. Dafür offenbarten sich den bosmerischen Augen zwischen den Wurzeln und Ranken ganz eigne Pfade, die im Verborgenen weiter führten und nur selten von Fremden beschritten wurden, um zu den Grenzen von Grünschatten und Malabal Tor zu gelangen.

Es war einer dieser Orte, der Iryanara vertraut sein sollte bis ins Mark … und der sie doch plötzlich innehalten ließ. Die Hand hob sie, um der Gruppe zu signalisieren innezuhalten. Etwas ließ einen Schauer über ihren Rücken fließen. Etwas stimmte hier nicht! Ihre Nasenflügel blähten sich, als würden sie wittern wollen und das taten sie auch, denn es war der Geruch von Blut und Tod, den sie wahrnehmen konnte. Ein Geruch, der einer Waldelfe nicht unangenehm war, der sie aber gerade aus irgendeinem Grund alarmierte.
Vorsichtiger als zuvor bewegte sie sich vorwärts, ihren Bogen in der Hand und einen Pfeil bereits auf die Sehne gelegt, um im Zweifelsfalle nur noch die Waffe empor reißen zu müssen.

Was sie auf einer kleinen Lichtung fanden, war der Kadaver eines Bären, der von gewaltigen Klauenhieben getötet worden war. Ebenfalls waren Brocken des Fleisches heraus gerissen worden von einem ebenso gewaltigen Kiefer …
„Spuren eines Senche ..“, raunte die Stimme J'Nors hinter ihr und die Haltung des Khajiit wirkte angespannt.

Iryanara nickte kaum merklich.
„Ziehen wir uns zurück und überlassen ihm seine Beute. Er beobachtet uns wahrscheinlich ohnehin.“
Es sollte sie nicht beunruhigen, die Beute eines der Raubtiere von Valenwald zu finden – das tat es aber seltsamerweise. Ein Seitenblick zu Esseleth verriet ihr, dass es der Altmer wenig anders erging, aber jene war auch fremd in der Wildnis. Sie war keine Bosmer. Entschlossen straffte Iryanara die Schultern, als sie Schritt um Schritt zurück trat.

Sie hatte kaum damit angefangen, als sich der Tiger, dessen Beute sie gefunden hatten, aus den Schatten des Unterholzes löste und sich ihnen mit majestätischen Regungen voller Anmut näherte. Einem Bosmer bis zu den Schultern reichend ragte er auf und schrägte seinen Kopf, um einen jeden der Gruppe aus gelblichen Augen zu mustern. Es war ein wilder Blick, in dessen Zentrum ein Zorn loderte, der Iryanara noch weiter zurück weichen ließ. Den Bogen senkte sie und atmete tief ein, als irgend etwas an den Augen des Senche sie erbeben ließ. Das Herz pochte ihr lautstark in den Ohren. Normalerweise überließen sich die Jäger des Valenwaldes ihre Beute, ließen sich in Ruhe ...dieser aber schien Interesse an der Gruppe zu haben, insbesondere an Malderiel, die sich vor Esseleth geschoben hatte.

Etwas stimmte nicht.
Lautlos setzte der Senche eine Pranke vor die andre und näherte sich der Bosmer, deren Geruch er tief in sich aufzunehmen schien. Geschmeidige Muskelstränge drängten sich durch sein Fell. Und sie ruckten nicht einmal verdächtig auf, als sich der Tiger plötzlich gänzlich aufrichtete und seine Klauen sich schlichtweg in die Schulter Malderiels schlugen. Mit einem tiefen Grollen fletschte er die Zähne, die so dann nach dem Bogen der Mer schnappten, um ihr diesen zu entreißen, ehe er sie unter sich begraben wollte, was ihm mit seinem massigen Leib wohl kaum schwer fallen sollte.

Iryanara hatte kaum Zeit ihre Augen aufzureißen, ehe sie ihre Schwester auch schon zu Boden gehen sah! Dann übernahmen die Instinkte die Kontrolle und der Bogen wurde wieder empor gerissen.
Niemals würde sie zulassen, dass das Vieh Malderiel zerfetzte! Was es sie auch kosten mochte … und so sehr sich die Furcht um die Schwester in ihr Innerstes fraß.
"True honor need not be named."
- Talia at-Marimah, Ash'abah, Alik'r -

Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Esseleth (30.08.2014), Firnormon (30.08.2014)

Esseleth

Denker

Beiträge: 192

Gilde: Die Hüter Tiefwaldens

Allianz: Aldmeri-Dominion

  • Nachricht senden

32

Sonntag, 31. August 2014, 12:59

[32. Eintrag - Elfter Tag - Der wilde Senche - Esseleth Mallestel]

Zitat

"Vorsichtig tragen!", Esseleth beäugte den Khajiit misstrauisch, als er die verletzte Malderiel auf die Schulter hob. Sie traute J'Nor immer noch nicht, besonders nach dem Streit, der letztens zwischen ihnen entbrannt war. Aber sie musste ihm vertrauen! Was blieb Esseleth auch Anderes übrig?

Der gewaltige Senche-Tiger, der sie auf ihrem weiteren Weg angefallen hatte, lag tot im Gras. Verfluchte Bosmer! Wieso stellte sie sich auch noch vor Esseleth? Klar, ihr Versprechen ... Esseleth schnaubte. Das sollte aber nicht darin enden, dass sie wirklich ihr Leben aufs Spiel setzte. Das war Iryanaras Schwester.

Esseleth sammelte rasch ihren Schild und ihr Schwert zusammen. Wirklich viel hatte sie nicht machen können, als der Senche auf Malderiel sprang. Sie hatte ihn versucht abzulenken, doch das hatte alles nichts geholfen. Die Altmer ärgerte sich über ihre fehlende Kampferfahrung und dass sie nichts, aber auch wirklich nichts dazu beigetragen hatte, um Malderiel vor dem Senche zu bewahren - zumindest glaubte sie das. Aber der Pfeil Iryanaras, die Klauen J'Nors und natürlich auch die Messer Malderiels waren weitaus effektiver gewesen, als ihr klägliches Schlagen auf den großen Tiger und ihren Versuch, den Senche mit provokanten Geräuschen von Malderiel zu locken.

Was wenn ...? Nein, darüber durfte sie nicht nachdenken. Konzentration, Esseleth! Wieso aber fiel es ihr so schwer, sich zu konzentrieren? Sonst gelang es ihr doch auch? So unzählige Verwundete hatte sie schon behandelt. Sie hatte Krankheiten gelindert, sie hatte Gliedmaßen geheilt und Altmer, Bosmer und Khajiit gerettet. Sie war stolz auf ihre ruhige Hand, wenn sie nähen oder etwas schneiden musste. Doch wieso zitterte sie gerade? War es noch das Adrenalin des Kampfes? Nein, vermutlich nicht.

Doch dann erkannte es Esseleth, als sie zu Iryanara schaute. Sie wusste nicht, ob es ihr nur leichter fiel, die Sorge um ihre Schwester in Iryanaras Blick zu erkennen oder ob die Bosmer es in diesem Moment tatsächlich nicht verbarg. Doch es war ganz natürlich, dass Iryanara sich sorgte, genauso, wie sie sich offenkundig zusammenriss. Denn dafür war Iryanara zu erfahren, als dass sie darüber ihren Kopf verlor. Aber Esseleth selbst? Da lag das Problem begraben.

Dies hier war nicht irgendeine Mer oder irgendein Khajiit. Dies hier war Iryanaras Schwester und sie war auch Esseleth ans Herz gewachsen. Das war es, was die Altmer unsicher werden ließ und ihre Konzentration erschwerte. Denk an das, was Neryeris dir beigebracht hatte, Esseleth! Gerade wenn es dir nahe stehende sind, musst du dich um so mehr konzentrieren! Denn dies sind die schwersten Behandlungen. Esseleth musste sich einfach nur zusammenreißen. Es half weder Malderiel noch Iryanara etwas, wenn sie nun verzweifelte. Esseleth musste stark sein.

Der Wasserfall, an dem Iryanara rasten wollte, musste nicht mehr fern sein. Malderiel musste bis dahin durchhalten. Nur noch bis dahin! Dann konnte sich Esseleth um die tiefe Schulterwunde kümmern. Sie betete nur, dass sie im entscheidenden Moment ihre ruhige Hand und einen klaren Verstand wieder zur Verfügung hatte. Daher war das Wichtigste für Esseleth gerade: nicht in Panik geraten!
Esseleth Mallestel
"War leaves its trail | in moonlight so pale | its shadows they flow |in rivers, in rivers
So put on my mask | I'll go where they ask | so I might once again see the Roses of May
.""

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Margra (31.08.2014)

Larendia

Novize

  • »Larendia« ist weiblich

Beiträge: 12

Gilde: Die Hüter Tiefwaldens

Allianz: Aldmeri-Dominion

  • Nachricht senden

33

Montag, 1. September 2014, 12:27

[33. Eintrag - Wildnis - Malderiel]

Zitat


Das Schweigen lastete schwer auf den Schultern. Doch es war eine Situation, die sich die Mer bewusst ausgesucht hatte. Sie brauchte die drückende Ruhe um wieder zu sich zu finden, den Schmerz in ihrem Innersten vorerst zu vergraben. So folgte sie der Gruppe schweigend in gewissem Abstand.

Die Schritte der schnaufenden Altmer waren zu laut, bohrten sich in das Gehör der Bosmer, bis es sie zu nerven begann. Einige bissige Kommentare schluckte Malderiel herunter. Schmatzend bewegten sie sich durch den Sumpf um Meereshort, wohl eine der unruhigsten Städte in ganz Valenwald. Flüchtig nur streifte der Blick die beschädigten Mauern. Die Wildnis, das war es wo sie hingehörte, Städten konnte sie nun wirklich nichts abgewinnen. Zu den lauten Geräuschen Esseleths gesellten sich nun auch altbekannte, blutsaugende Gäste. Die Nerven der Bosmer wurden weiter strapaziert, immer wieder wedelte sie die hartnäckigen Insekten weg. Jene Wut, die sie in den letzten Tagen so häufig verspürt hatte, stieg wieder in ihr auf. Nur schwerlich konnte die Mer diese hinunterschlucken. Sie würde sich dringend um diese unbekannte Wut kümmern müssen...sobald Zeit dafür war.

Rehe waren es, die Iryanara innehalten ließen, den Blick Esseleths fesselten. Einst stand sie ebenso vor der wilden Schönheit dieser Welt, vor all dem Unbekannten, den freien Geschöpfen. So gern sie Esseleth diesen Moment gelassen hätte, sie mussten weiter, in der Nacht wäre die Reise mit der Priesterin um einiges gefährlicher. So riss die Stimme Malderiels barsch durch das Surren der Insekten.

Das schwüle Wetter setzte der Bosmer langsam zu, obwohl es eigentlich Gewohnheit hätte sein müssen. "Dies ist nicht mein Tag.", murrte Malderiel leise. Nein, der war es wahrlich nicht. Dennoch ließ sie sich nicht davon abhalten J'Nor die Schönheit des Valenwaldes zu zeigen. Bunt blühende Wildblumen, sich im Unterholz versteckende Waldtiere und nicht zuletzt verblassende Spuren bosmerischer Jäger zeigte sie dem Khajiit, in der Hoffnung ihn ein wenig mehr für das Land und vor allem dessen Bewohner begeistern zu können.

Ohne es zu merken hatte sich die Laune der Bosmer gebessert, trieb sie gar zu einem leichten Schmunzeln ob Esseleths Versuch leise zu sein an. Neckend erhob sie schließlich die Stimme gen der Priesterin und wie so oft dauerte es eine Weile, bis diese bemerkte, dass sie gemeint war. Für den Moment war es wie vor dem Streit.

Nachdem sie eine Kurze Rast eingelegt hatten ging es weiter in die Tiefen des Waldes hinein. Trügerisch die Ruhe, überall konnten die Jäger lauern. Noch ehe die Schwester ihre Hand hob stockte auch Malderiel, hob witternd die Nase. Der Geruch von Blut war ihr so vertraut wie sonst kein anderer. Doch etwas an dieser Szenerie stimmte nicht. Jemand, oder eher etwas, hatte einen Bären erbeutet, ihn regelrecht auseinandergerissen. "Senche..", vernahm sie die beruhigende Stimme J'Nors. Nun, ein Jäger, wie sie, sie würden ihm seine Beute lassen und er im Gegenzug...

Majestätisch löste sich das Tier aus dem Unterholz, trottete scheinbar gemächlich der Gruppe entgegen und doch lag in den Augen des Senche etwas, das eine Gänsehaut über den Rücken Malderiels trieb. Langsam schob sich die Bosmer vor Esseleth, bedeutete ihr das Schwert sinken zu lassen und still zu sein. Witternd streifte die Kreatur derweil umher, beäugte ein jeden von ihnen, bis der Blick schließlich auf Malderiel hängen blieb. Es schien, als würde er den Geruch der Mer nur allzu intensiv einsaugen während die Muskeln das Tier näher zu ihr trugen.

Es passierte schnell, ohne Vorwarnung. Einzig eine minimale Veränderung in den Augen des Tieres. Es hatte sie als Opfer ausgewählt, sprang von enormer Kraft getragen der Bosmer entgegen. Der Bogen fiel, das Messer wurde gezogen. Der letzte, nicht von Instinkten getriebene Gedanke galt der Sicherheit der altmerischen Priesterin dicht hinter sich.

Margra

Gelehrter

  • »Margra« ist weiblich
  • »Margra« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 837

Gilde: Bärenbanner; Die Hüter Tiefwaldens (ehemalig)

Allianz: Ebenherz-Pakt

  • Nachricht senden

34

Dienstag, 2. September 2014, 10:28

[34. Eintrag - J'Nor – Nördlich von Meereshort - Sommer 582 der Zweiten Ära]

Zitat

Der Kampf ist vorüber.
Die noch immer gebleckten Zähne des Senche – so lang wie die ganze Pranke von diesem – tragen ein ewiges und blutiges Grinsen in sich. Dieser würde es am Liebsten schlichtweg aus dem Kiefer brechen, aber dafür ist jetzt keine Zeit. J'Nor hat die kleine Mer auf seine Arme gehoben, um sie fort zu bringen von hier.
Dunkle Monde … besser gleich, als noch weitre Atemzüge an diesem Ort zu verweilen, der nach Blutdurst, Wahnsinn und Tod stinkt.

Kühle Gischt ist das erste, das dieser wahrnimmt, als er durch die Furt watet, die zu der kleinen Halbinsel führt, auf der Iryanara die Nacht über rasten will. Kühle Gischt, die Zorn und Schuld in seiner Brust wenigstens ein Stück weit beruhigen und Blut aus seinem Fell tropfen lassen. Trotz allem weiß J'Nor um seinen Irrtum, ja? Ja, dieser weiß, dass er zu lange gezögert hat, zu lange glaubte, der Lage Herr werden zu können. Gegen den Wahnsinn des Senche allerdings, diesen ungeheuren Jagdtrieb und die blinde Tollwut, die in den gelben Augen geglüht hatte, hätte niemand jenseits von Waffengewalt etwas ausrichten können.
Dennoch war dieser nicht bereit gewesen, eine so majestätische Seele einfach zu schlachten. J'Nor weiß um den Preis, den dies hatte. Dieser trägt ihn in seinen Armen.

Jode und Jone mögen hell über der Kleinen leuchten, die wir Wildherz nennen und die J'Nor nun auf die hellen Blüten und das Moos neben den Wasserfällen bettet.
Furchtlos war sie. Mutig genug, sich vor die Goldhaut zu werfen, die unseresgleichen doch nichts als Verachtung entgegen bringt. Doch wo war die altmerische Überlegenheit, als wir sie hätten brauchen können?
Pah, dieser weiß, dass sie nicht existiert. Ob edles Blut oder nicht – beides fließt wie Wasser aus Leibern, wenn diese erst einmal aufgeschnitten wurden.

Bleibt zu hoffen, dass die Priesterin mehr vom Heilen versteht, als vom Schleichen oder Kämpfen.
"True honor need not be named."
- Talia at-Marimah, Ash'abah, Alik'r -

Margra

Gelehrter

  • »Margra« ist weiblich
  • »Margra« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 837

Gilde: Bärenbanner; Die Hüter Tiefwaldens (ehemalig)

Allianz: Ebenherz-Pakt

  • Nachricht senden

35

Mittwoch, 3. September 2014, 17:59

[34. Eintrag - Iryanara Windpfeil – Nördlich von Meereshort - Sommer 582 der Zweiten Ära]
Nach der Behandlung von Malderiels Wunde...

Zitat

„Aasfresser.“
Nur dieses eine Wort raunte Iryanara zurück zu Esseleth, nachdem sie zur Stätte des Kampfes zurück gekehrt waren. Noch immer waren die Spuren dessen, was geschehen war, nicht zu übersehen. Jedoch waren auch Frischere hinzugekommen in den wohl gut und gerne beiden Stunden, in welchen sie Malderiels Wunden versorgt hatten.
Den Bogen in der einen Hand bettete sie die Fingerkuppen der Andren auf den Grund und in schmale Spuren, die diesen zeichneten. Die Konturen zog sie nach und engte ihre Augen, als sie den deutlichen Schleifspuren ins Unterholz mit ihrem blassgrünen Blick folgte. Erst hernach kehrte er zu Esseleth zurück, nicht ohne die Blässe der altmerischen Priesterin und deren Erschöpfung zu bemerken. Es wurde Zeit, dass sie zur Ruhe kamen.
„Wahrscheinlich ein halbes Dutzend, die den Senche fort geschleift haben, um sich an dessen Fleisch satt zu fressen. Eine willkommene und leichte Beute, denn sie wurde nicht einmal bewacht.“

Mit geruhsamen Schritten trat sie an Esseleth heran und bettete behutsam die Hand an den Unterarm der Mer, die sich wirklich tapfer schlug dafür, dass ihr Valenwald wohl kaum fremder sein könnte. Nur für einen Atemzug, vielleicht auch zwei verweilten ihre Finger, ehe sie sich auch schon wieder senkten.
„Ich werde dich zum Lager zurück begleiten, ehe ich dem Fluss ein Stück weiter folgen werde, um einen der größeren Fische zu erwischen, die sich im ruhigeren Wasser zwischen den Felsen verbergen. Meine Schwester wird Hunger haben, wenn sie wieder aufwacht. Großen Hunger – immerhin ist sie eine Bosmer und sie ist meine Schwester.“
Noch immer sprach Erleichterung aus ihrer Stimme, die Erleichterung einer großen Schwester, die schon mit schlimmerem gerechnet hatte. All das Blut, das Malderiel verloren hatte, und das wenige, was sie zwischen den Rüstungsfetzen von der Verletzung hatte ausmachen können, hatte sie das schlimmste vermuten lassen. Der Angriff des Senche war kraftvoll gewesen, aber er hatte wohl schlimmer ausgesehen, als er es gewesen war. Die Rüstung der Mer hatte das schlimmste abgefangen und hatte es irgendwie ausgehalten.
Zum Glück.

Den Bogen etwas fester umfassend und die Muster des Griffes nachzeichnend straffte Iryanara ihre Schultern und wendete den Blick von Esseleth ab, um ihn in Richtung der Wasserfälle schweifen zu lassen. Einen Atemzug später machte sie sich auch schon auf den Weg – wohl schlicht erwartend, dass die Priesterin ihr folgen würde. Wie sehr sich doch ihre Rollen hier im Herzen des Valenwaldes verschoben hatten. Das war es, was sie für den Moment durchzuckte.
Dann hielt sie noch einmal inne. Die blassgrünen Augen loderten kurz auf, als sie Esseleth im letzten Abendlicht streiften.

„Ihr wart heute sehr tapfer – ihr beide.“
Das war alles, was sie sagte.
"True honor need not be named."
- Talia at-Marimah, Ash'abah, Alik'r -

Esseleth

Denker

Beiträge: 192

Gilde: Die Hüter Tiefwaldens

Allianz: Aldmeri-Dominion

  • Nachricht senden

36

Donnerstag, 4. September 2014, 09:43

[35. Eintrag - Elfter Tag - Wahnsinn und Heilung - Esseleth Mallestel]

Zitat

Panik keimte in Esseleth. Sie spürte sie sehr deutlich - zu deutlich für ihren Geschmack. Noch war ihre Hand ruhig, doch würde sie es auch beim Nähen von Malderiels Wunde bleiben? Aber es war nicht nur Panik, die ihr zu schaffen machte. Es war auch die Wut über J'Nors Verhalten. Nein, Esseleth, Konzentration. Das darf dich nun nicht aus der Ruhe bringen.

Die Altmer schloss die Augen und zählte innerlich bis fünf. Diese Zeit gestand sie sich ein, sich aufzuregen und dann sollten diese Gedanken sie nicht mehr ablenken. Eins. Esseleth maßte es sich schließlich auch nicht an, einem Offizier den Mund auf dem Schlachtfeld zu verbieten oder ihn zu maßregeln für seinen Ton. Zwei. Was maßte sich also dieser Khajiit an, sie so anzugehen, wenn sie ihre Arbeit als Heilerin machte und zielgerichtet nur an die Wunde Malderiels dachte? Drei. Sollte sie ihm Mondzucker ums Maul schmieren und ihn mit Höflichkeiten überschütten, während Malderiel verblutete? Vier. Esseleth kannte seinen Blick, wenn sie einmal wieder in ihrer eigenen Welt von Etikette und Höflichkeit lebte, aber hier im Angesicht des Todes sollte sie dann erst noch an ihren Ton denken - Heuchler! Fünf. Genug. Esseleth dachte nicht mehr an den Khajiit. Sie hatte seine Existenz schlicht ausgeblendet.

Mit Iryanaras Hilfe nähte sie die tiefe Wunde, die der Senche in Malderiels Schulter geschlagen hatte. Die Bosmer hielt sich tapfer und blieb wach. Das war ein gutes Zeichen. Der Blutverlust dürfte nicht all zu groß sein. Iryanara und auch Malderiel versuchten, die Situation durch Scherze aufzulockern. Das war gut. Esseleth selbst konnte es in diesem Moment nicht. Iryanara sollte Malderiel Geschichten erzählen, um sie abzulenken. Denn ein Betäubungsmittel wollte sie der Bosmer nicht verabreichen. Das konnten sie sich hier im gefährlichen Valenwald kaum leisten. Malderiel musste schnell wieder auf den Beinen sein. Durch den Schmerz musste sie also durch. Sie war stark. Das würde ihr gelingen!

Das letzte Stück Faden fand seinen Weg und Esseleth löste die Nadel. Der Druckverband mit der Salbe darunter würde hoffentlich die Blutung stoppen und dem Körper dabei helfen, sich wieder zu regenerieren. Jetzt brauchte Malderiel erst einmal Zeit und Erholung - und Esseleth brauchte ihre Ruhe. Sie musste hier weg - weg von diesem Khajiit. Sonst vergaß sie sich noch! Sie war das Problem hier? Weit gefehlt! Sie konnte darüber stehen in solchen Momenten. Aber er? Esseleth erhob sich und folgte Iryanara schnaubend.

Obwohl sie auch selbst den ein oder anderen trockenen und scherzhaften Kommentar während der Versorgung von Malderiels Wunde gebracht hatte, so verspürte sie keine Heiterkeit. Es war Werkzeug gewesen, um die Situation und die beiden Schwestern zu entspannen. Nichts, was sie selbst fühlte. Die Altmer war überaus still, während sie zu dem Senche zurückgingen.

Als sie die Leiche nicht mehr fanden, presste sie ihre Lippen fest zusammen: "Dann sollten wir aufpassen, wenn es Aasfresser waren. Wenn das Fleisch vergiftet oder korrumpiert war, wenn der Wahnsinn in diesem saß, dann könnte es sein, dass wir all zu bald weitere wahnsinnige Jäger auf unserer Spur haben. Mir gefällt es zwar nicht, dich allein jagen zu lassen, doch es ist besser. Auch wenn ich nicht zu diesem Khajiit zurück will. Aber ich wäre dir keine Hilfe und ich muss mir Malderiels Wunde anschauen. Langsam werde ich unruhig, was den Senche in den Wahnsinn getrieben hat. Ich will im Auge behalten, ob Malderiel selbst Anzeichen von Tollwut zeigt - oder was-auch-immer den Senche befallen hat."

Esseleth folgte Iryanara und atmete tief durch: "Malderiel war tapfer - nicht ich. Ich war nur stur." Mit diesen Worten folgte sie der Bosmer wieder still und hing ihren Gedanken nach. Sollte sie J'Nor ansprechen oder es einfach auf sich beruhen lassen? Vermutlich war Letzteres besser ... für alle. Noch einen Streit mochte diese Gruppe in diesem Moment nicht vertragen.
Esseleth Mallestel
"War leaves its trail | in moonlight so pale | its shadows they flow |in rivers, in rivers
So put on my mask | I'll go where they ask | so I might once again see the Roses of May
.""

Esseleth

Denker

Beiträge: 192

Gilde: Die Hüter Tiefwaldens

Allianz: Aldmeri-Dominion

  • Nachricht senden

37

Freitag, 5. September 2014, 09:19

[36. Eintrag - Zwölfter Tag - Ruhe nach dem Sturm - Esseleth Mallestel]

Zitat

Iryanara und Esseleth hatten sich gestritten. Das war nicht zu überhören gewesen und auch nichts Neues. Zwar hatte der Wasserfall so Einiges überdeckt, doch dass die beiden Elfenfrauen einmal wieder lautstark und ohne Rücksicht auf Verluste ihre Meinungen ausgetauscht hatten, konnten J'Nor und Malderiel recht gut hören - wenn auch vielleicht nicht die genauen Einzelheiten. Das Ganze gipfelte in einem "Dann geh doch!". Danach wurde es bald wieder stiller und den Rest verschluckte der Wasserfall endgültig. Um so verwunderlicher mochte es gewesen sein, wie friedlich am nächsten Morgen Esseleth wieder gewesen war - sie machte auch keine Anstalten zu gehen. Vielleicht brauchten die beiden dieses Anschreien immer einmal wieder.

Weder Esseleth noch Iryanara verloren ein Wort über diesen Streit. Glaubten beide etwa, dass man nichts gehört hätte? Oder wollten sie einfach das Thema nicht darauf kommen lassen. Genug Ablenkung gab es immerhin. Denn Esseleth musste erst einmal überprüfen, wie es um Malderiel stand und ob sie den weiteren Weg sicher zurücklegen konnte. Fieber hatte die Bosmer, aber Esseleth vermutete, dass einer Weiterreise nichts wirklich im Wege stand. Sie konnten es sich auch nicht leisten, noch länger zu warten.

Immer noch sorgte sich Esseleth, was die Ursache des wahnsinnigen Senches gewesen war und ob die Aasfresser sich nicht daran hatten anstecken können. Um das Fieber Malderiels zu senken hatte Esseleth einen Trank vorgeschlagen, den sie sogar bei sich führte. Gerne verabreichte sie ihn nicht, denn sie kannte mittlerweile Malderiel gut genug - oder meinte, sie gut genug zu kennen. Der Trank heilte nichts, sondern linderte nur die Symptome und Esseleth befürchtete, dass Malderiel dann übermütig werden könnte. Um so schlimmer würde es dann danach wieder werden, aber immerhin wären sie dann vielleicht schon in Tiefwalden und Malderiel konnte sich dort unter der Hand ihrer Mutter erholen.

Doch die Untersuchung von Malderiels Wunde wurde durch ein wildes Tier und dessen Jägerin - eine Bosmer - unterbrochen, die beide über den Wasserfall ins Wasser platschten. Die Altmer bemühte sich, in der Heimatsprache der Bosmer zu reden. Wer wusste, ob sie überhaupt die altmerische Sprache verstand? Zwar fiel es Esseleth schwer und sie brauchte dabei immer einmal wieder länger, doch es war auch eine gute Übung. Esseleth wollte gut vorbereitet sein, wenn sie in Tiefwalden ankamen. Dort würde sie kein Altmerisch sprechen wollen - sie war dort Gast und wollte ihren Respekt zeigen.

Die Bosmer hieß Maelyn und Esseleth erkannte durchaus das typisch ungestüme Wesen der Bosmer in ihr. Sie war jung. Das erkannte Esseleth auch an vielen Äußerungen und einer gewissen vorlauten Art, die Esseleth hin und wieder ein wenig irritierte. Zum Glück nahm sich Iryanara der jungen Bosmer an, was Esseleth auch nicht verwunderte. Iryanara war gut mit Kindern, Jugendlichen und wohl auch jungen Erwachsenen. Das hatte Esseleth auf ihrer Reise schon häufig bemerkt. Iryanara erkannte es selbst wohl nicht, doch sie war wahrlich eine Mutter ihres Volkes - eine Eigenschaft, die Esseleth tatsächlich überaus respektierte und schätzte. Daher ließ Esseleth Iryanara auch in aller Ruhe mit Maelyn reden, während Esseleth Malderiels Wunde versorgte. Gegen Ende half Iryanara ihr sogar dabei und Malderiel unterhielt sich mit Maelyn.

Wie es schien war die junge Bosmer ausgerissen - das vermutete Esseleth zumindest. Sie war äußerst spärlich mit Informationen über ihre Herkunft und die beiden älteren Bosmer mussten ihr viele Sachen erst aus der Nase ziehen. Doch bald schien es beschlossene Sache, dass Maelyn sie begleiten würde. Wie lange? Das würden sie sehen. Doch Esseleth ahnte, dass Iryanaras Beschützerinstinkt schon eingesetzt hatte. All zu leicht würde es diese junge Bosmer nicht haben und Esseleth vermutete, dass auch Malderiel da nicht so schnell locker lassen würde. Ob Maelyn wusste, auf was sie sich da eingelassen hatte und in was sie da gestolpert war? Vermutlich nicht.

Esseleth vergewisserte sich, dass J'Nors Wunde auch keine Gefahr darstellte. Auch hier mochte es wirken, dass die Altmer weitaus ruhiger oder zumindest bemühter wirkte, als noch die letzten Tage. Vielleicht hatte der Streit zwischen Iryanara und Esseleth damit zu tun. Vielleicht war die Altmer aber auch wirklich nicht ganz so schlimm und uneinsichtig. Vielleicht war sie auch nur schlicht ein Kind ihres Volkes und dies war nun einmal nicht einfach. All das konnte gut sein, aber was genau die Erklärung war? Das würde man wohl nur schwerlich herausfinden. Denn zum Thema war das alles nicht mehr geworden - sehr zur Erleichterung Esseleths. Möglicherweise hatte der Wasserfall doch seinen schützenden Mantel darüber gelegt. Ja, das war es sicherlich.

Eine Sache beschäftigte Esseleth aber noch: Was wollte Malderiel mit ihr bereden und wieso hatte sie ihr das während des Versorgung geflüstert? Sollten Iryanara oder J'Nor nichts davon mitbekommen? Die Altmer atmete tief durch bei dem Gedanken. Doch vor Tiefwalden würde sie sowieso nicht erfahren, worum es ging. Also musste sie sich gedulden.
Esseleth Mallestel
"War leaves its trail | in moonlight so pale | its shadows they flow |in rivers, in rivers
So put on my mask | I'll go where they ask | so I might once again see the Roses of May
.""

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Margra (05.09.2014)

Margra

Gelehrter

  • »Margra« ist weiblich
  • »Margra« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 837

Gilde: Bärenbanner; Die Hüter Tiefwaldens (ehemalig)

Allianz: Ebenherz-Pakt

  • Nachricht senden

38

Samstag, 6. September 2014, 22:06

[37. Eintrag - Iryanara Windpfeil – Malabal Tor - Sommer 582 der Zweiten Ära]
Eine Handvoll Tage später ...

Zitat

„Es ist kaum noch eine Tagesreise“, raunte die Waldelfe leise, als sie am Rande eines Flusses innehielten und sie sich gemeinsam mit Esseleth ein Stück weit zurück gezogen hatte. Von den Felsen, auf denen sie standen, hatten sie zumindest einen leidlich guten Blick über ihr Umfeld – wenn man es denn so nennen konnte, denn Malabal Tor war ungleich verwilderter als die Lande um Waldheim es gewesen waren.
Mit jedem Schritt waren sie tiefer in eine Welt eingetreten, die Esseleth wahrscheinlich nicht hätte fremder sein können, derweil Iryanara Stück um Stück in die vertraute Heimat zurück kehrte. Je näher sie dem Ort ihrer Geburt kamen, umso beherzter war sie voran geschritten, als könnte sie es gar nicht mehr erwarten, endlich wieder daheim zu sein. Wer könnte es ihr verdenken?

Zwischen Wurzeln, gewaltiger als Mauern altmerischer Häuser, und verwobenen Ästen hatte ihr Weg hindurch geführt, an wilden Bächen und ihrem lebendigen Raunen sowie kleineren Siedlungen im Herzen des Grüns vorbei. Vier Tage waren vergangen, seit sie am Wasserfall an der Grenze von Grünschatten und Malabal Tor aus aufgebrochen waren, und es war erstaunlich, wie gut sie voran gekommen waren, und das trotz einer weiteren Reisegefährtin, einer verwundeten Schwester - im Stillen dankte Iryanara Y'ffre, dem Grün, dass es Malderiel so gut ging - und einer hochelfischen Priesterin.
Wahrscheinlich hätte Iryanara es niemals ausgesprochen, aber sie war durchaus überrascht, wie rasch sich Esseleth Mallestel den äußeren Umständen anpasste oder zumindest versuchte, sich mit diesen zu arrangieren. Sie hatte ganz Anderes erwartet und ihre Schwester wohl ebenfalls. Jedoch waren selbst die viel zu lauten Schritte der Altmer mittlerweile zu leiseren geworden. Nicht, dass man die Priesterin nicht noch weit durch den Wald hörte … Aber etwas hatte sich verändert an Esseleth.
Es waren nicht nur diese äußeren Veränderungen.

Manches Mal hatten sie innegehalten, weil die hochelfische Weggefährtin schlichtweg im Wald ausharrte, um sich umzusehen, als würde sie die Eindrücke in sich bewahren wollen. Kein Wort wurde darüber verloren, dennoch erkannte Iryanara unter der Erschöpfung und dem Fremdsein Esseleths auch eine gewisse Faszination an der Schönheit, die sich jenseits der gewaltigen Bäume, Wurzeln, wilden Ranken und Dornen verbarg.
Valenwald mochte gefährlich sein, von der Wildnis durchdrungen und vom Grün durchpulst. Aber gerade diese wilde Schönheit war es auch, die ihn ausmachte. In seinem Herzen lebten die Bosmer erst auf – und auch an Iryanara ging dies nicht spurlos vorbei.
Gemeinsam mit der jungen Frau namens Maelyn hatte sie gejagt, hatte ihr einige Spuren in Malabal Tors Dickicht gezeigt und war mit ihr über die Wurzeln zu einem der höheren Felsen empor geklettert, um bei einem Sonnenaufgang dort zu verweilen und der Jüngeren ein gutes Stück ihrer Heimat zu zeigen, Baumkronen, über die die ersten Strahlen der Sonne streiften, während über ihnen noch weit höhere Bäume aufragten.

Und nun stand sie hier, Seite an Seite mit einer altmerischen Priesterin, mit der sie über das Meer gekommen war, um zurück zu kehren. Tief atmete sie ein. Ihr Herz pochte kraftvoll, als sie ihre Hand ausstreckte und auf einen kleinen Flusslauf deutete, der sich rasch im Grün verlor.
„Ein Stück weit noch an jenem Fluss entlang und hinter den Felsen, die du dort aufragen siehst … dort liegt meine Heimat in der Nähe von Tiefwalden.“
"True honor need not be named."
- Talia at-Marimah, Ash'abah, Alik'r -

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Esseleth (06.09.2014)

Esseleth

Denker

Beiträge: 192

Gilde: Die Hüter Tiefwaldens

Allianz: Aldmeri-Dominion

  • Nachricht senden

39

Sonntag, 7. September 2014, 19:26

[38. Eintrag - Letzter Tag - Das Ziel ist in Sicht - Esseleth Mallestel]

Zitat

Die Reise wurde anstrengender für Esseleth. Mehr und mehr setzte ihr das Klima zu. Für diese Leuchtfeuchtigkeit war sie nicht gemacht. Das Tragen der ungewohnten Lederrüstung verbesserte das alles nicht. Doch wenn Esseleth eines hatte, dann einen unglaublichen Sturkopf. Das hielt ihre Schultern und ihren Kopf so aufrecht, wie es für eine Altmer würdig war. Sie war keine schwache Adelstochter, sie war keine verweichlichte Altmer! Streng genommen war sie das zwar, doch sie weigerte sich, das einzugestehen oder dies zu zeigen. Sie würde ihrem Volk hier alle Ehre machen!

Auch wollte sie eigentlich nicht zeigen, wie sie immer einmal wieder stehen blieb, um fasziniert eine jener gefährlichen Fresspflanzen aus der Entfernung zu betrachten. Mit staunenden Augen betrachtete sie die Ranken, die Baumriesen, die Insektenvielfalt - und selbst in den Geräuschen des Valenwaldes meinte sie, eine Melodie vernehmen zu können. Es war eine eigene Schönheit, die hier herrschte. Das kannte Esseleth so nicht und es beeindruckte sie. So wenig sie das auch zeigen wollte, dies war nichts, was sie verbergen konnte. Was war auch Schlimmes dabei?

Immer wieder trat Esseleth zu Malderiel, um - vermutlich zu deren Verdruss - nach ihrer Wunde zu sehen. Es hatte schon fast etwas bemutterndes, wie die Heilerin sich um die Bosmer kümmerte. Aber das lag wohl auch zu einem nicht geringen Teil daran, dass sie sich selbst die Schuld daran gab. Immerhin hatte sich Malderiel zwischen sie und den Senche gestellt. Wenn die Bosmer nicht gewesen wäre, dann hätte Esseleth diese Wunde abbekommen und wer weiß, ob sie dies überlebt hätte. Malderiel war deutlich zäher als Esseleth - das wusste diese auch.

Trotz allem brauchte Esseleth immer häufiger eine Pause. Denn auch wenn der Sturkopf ihr tatsächlich einiges an Kraft und Ausdauer gab, dies hielt nicht ewig. Sie gab es nie zu, sondern versuchte stets andere Gründe zu finden - mal war es das Wechseln von Malderiels Verband, dann war es das Auffüllen ihres Trinkschlauches, später war es ihr Schild, der verrutscht war und den sie wieder in der Halterung richtig zurren musste.

Die Altmer war durchaus kreativ bei ihren Ausflüchten, die aber nicht unbedingt subtil waren. Vielleicht wusste Esseleth auch eigentlich selbst, dass sehr deutlich war, dass dies alles nur vorgeschobene Gründe waren. Doch was sollte eine altmerische Adlige im Valenwald anders machen - jenseits ihrer Welt? Sollte sie hier wirklich eine solche Schwäche und Blöße eingestehen? Das verbot ihr die Erziehung und die starre Etikette ihres Volkes.

Um so erleichterter war Esseleth als Iryanara stehen blieb und auf den Flusslauf deutete. Sogar ein erschöpftes und stolzes Lächeln schob sich in aller Öffentlichkeit durch die sonst so feste altmerische Maske, die für gewöhnlich kaum eine Gefühlsregung offenbaren wollte. Es war nämlich nicht nur dieser Moment der Erholung, sondern auch ein Gedanke: Bald sind wir da!

Von neuer Kraft beflügelt dadurch atmete Esseleth tief durch: "Dann sollten wir die Gelegenheit nutzen. Malderiel braucht Ruhe." Nein, nicht Malderiel war es, die Ruhe brauchte - auch wenn Esseleth tatsächlich auch an Iryanaras Schwester dachte und sich um sie sorgte. Nur eine Ausflucht war es also nicht, sondern auch zu einem gewissen Teil ehrlich gemeint.

Esseleth stapfte voran - aber am Ende ihrer Kräfte mochte die altmerische Gelehrte vielleicht schon von weitem von den Einwohnern Tiefwaldens gehört werden. Immerhin müssten sie sich so nicht ankündigen. Man sollte auch das Positive darin sehen.
Esseleth Mallestel
"War leaves its trail | in moonlight so pale | its shadows they flow |in rivers, in rivers
So put on my mask | I'll go where they ask | so I might once again see the Roses of May
.""

Hylea

Denker

  • »Hylea« ist weiblich

Beiträge: 411

Gilde: Misthaven

Allianz: Dolchsturz-Bündnis

  • Nachricht senden

40

Montag, 8. September 2014, 19:43

Maelyn - 1. Eintrag - Und wie sie vom Himmel fiel...

Zitat

Als sich diese steife Altmer und Iryanara entfernten, nutze Maelyn die Zeit sich selber für einen kurzen Moment von der Gruppe davon zu stehlen. Kaum hörbar sauste sie außer Sichtweite, um dann behende auf eine der großen Wurzeln zu springen und sich von dort aus an den alles überragenden Bäumen immer weiter in die Höhe zu arbeiten. Ihre weichen mittlerweile sehr durchgelaufenen dünnen Ledersohlen sowie die nackte Fußspitze fanden stetig ihren Weg, ihre Finger, welche aus ebenso schlichten Lederhandschuhen hinausschauten, fanden an den knorrigen bemosten Ästen sowie den herunter hängenden Lianen halt.

Und in dem Dunkel des dichten Waldes erklang ein leises Kichern, dann ein gelöstes Lachen als die junge Jägerin sich springend und hangelnd über die Bäume und Steine bewegte, den Lagerort der Gruppe in einiger Entfernung umkreisend. Es war schon merkwürdig gewesen wie sie in die Gruppe gestolpert war, naja, man musste es schon fast fallen nennen. Sie war schon viele Tage alleine unterwegs gewesen, am Anfang war sie allen Gesichtern ausgewichen aus Angst, dass sie sie oder ihre Familie kennen mögen und direkt zurück geschliffen hätten nach Waldheim. Immer versteckt im Dickicht, geschlafen hatte sie unter großen moosigen Baumwurzeln, um dann im Schutz der Bäume weiter ihren Weg zu nehmen. Später hat sie die Einsamkeit begonnen zu schätzen da sie so ihren Gedanken ungestört nachhängen konnte. Ihr Ziel war es weiter auf den Kontinent zu kommen. Sie hatte nur Geschichten gehört von jenem was jenseits der Grenzen des Waldes wartet. Große Männer mit Bärten, Sümpfe aus denen die Argonier stammen, Festungen der Orks sowie Schlösser und Städte der Menschen. All dies hatte sie sich vorgenommen zu sehen. Und sie würde es sehen und dann in vielen, vielen Jahren würde sie zurückkehren und so wie Iryanara sagen können "Ja, ich sah es".

Und nun hatte das Grün ihr, die sie so verloren im Schatten reiste, eine Möglichkeit gegeben weiter zu lernen und Tiefwalden zu sehen. Sie hatte mit der älteren Iryanara am morgen gejagt - und konnte ihr zeigen, dass sie nicht so ein Tollpatsch war wie ihr erstes Aufeinanderplatschen hätte vermuten lassen können - und mit ihr den Sonnenaufgang über den mächtigen Bäumen von dem beginnenden Malabal Tor beobachtet. Diese eine Unternehmung zeigte ihr wieder einmal wie unglaublich viel sie noch zu lernen hatte. Wenn sie anfing darüber nachzudenken schwirrte ihr der Kopf. Aber das Grün hatte ihr Personen gesendet, die willens waren sie zu lehren und ihr nicht nur zu sagen wie unerfahren sie doch war wie....nein, sie würde nicht mal mehr seinen vermaledeiten Namen denken. Soll er doch von der nächst besten fleischfressenden Pflanze verschluckt werden. Dann hatte er wenigstens noch einen Nutzen für das Grün.

Sie schob die Gedanken beiseite und versuchte sie mit Gedanken über ihren neuen Reisegefährten zu füllen - oder sollte sie besser Aufpasser sagen? Iryanara, die weise Lehrerin. Malderiel, die sture Kämpferin. J'Nor, der eigensinnige Fels in der Brandung und Esseleth, die hochnäsige Priesterin die aber wohl wirklich Interesse am Valenwald hatte und eine enge Freundschaft mit Iryanara. Maelyn strengte sich wirklich an die Altmer zu...mögen oder zumindest irgendwie freundlich zu ihr zu sein aber zu offen waren noch ihre Wunden und hatte sie nicht auch gedacht, dass er sich wirklich und wahrhaftig für den Wald und ihr Volk interessiert? Und ja, interessiert hatte er sich fürwahr, nur auf welche Weise...

Über das stete Waldgeräusch legten sich von Tropfen zu Tropfen die Geräusche des beginnenden warmen Regens, der die Blätter betupfte. Das Klopfen der Tropfen wurde mehr und mehr. Maelyn reckte das Gesicht zum Himmel und ließ das Wasser über ihre Stirn rinnen, all ihre Gedanken wegwaschen während die Luft erfüllt war von dem moosigen frischen Geruch welcher jeder Regen im Wald hinterließ. Sie reckte die Arme gen Himmel und lachte während sie fröhlich im Kreis hüpfte. Das Grün zeigte ihr den Weg der neuen Erfahrungen und der Reinigung. Und es war gut.

Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Margra (08.09.2014), Esseleth (08.09.2014)