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Dolchsturz-Bündnis [Plot] Schattenspiel

Celebringil

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Donnerstag, 3. Oktober 2019, 15:55

[Plot] Schattenspiel




Vorgeschichte

Im Jahre 587, Ende des Monats Zweitsaat, kam es in Schildwacht zu einem abscheulichen Verbrechen, welches weit über die Stadtgrenzen hinaus Aufsehen erregte. Sämtliche Mitglieder des Handelshauses Abutemal wurden während eines Familientreffens von einer unbekannten Gruppe Kultisten mit Jarrinwurzel vergiftet. Die Überlebenden, Bedienstete und Wachen, wurden allesamt brutal ermordet, das Haus Abutemal vollständig ausgelöscht.

Prinz Silann Ashere, ein enger Freund und Verbündeter der Familie, schwor bittere Rache und wollte nicht eher ruhen, bis die Mörder ausfindig gemacht waren. Auch Namir al-Rashid, der zu jener Zeit für das Haus Abutemal arbeitete und ein vertrauensvolles Verhältnis zum Familienoberhaupt Rashid bin Temal al Alik´r hatte, wollte Gerechtigkeit und schloss sich zusammen mit seinem Forscherkollegen Ghin Korcisis dem Prinzen an.

Nachforschungen deckten ein altes Familiengeheimnis auf: Amir al-Shayan sowie dessen Sohn Murat, enge Freunde und Verbündete des Hauses Abutemal, hatten sich vor langer Zeit mit Kultisten eingelassen und sie unterstützt. Temal bin Mansour, Vater von Rashid, kam der Familie al-Shayan auf die Schliche, stellte die beiden zur Rede und tötete schließlich im Streit Amir und Murat. Zeuge des Verbrechens war der nur wenige Sommer alte Harkiim al-Shayan, der etliche Jahre später seinen Rachefeldzug gegen Abutemal begann und Drahtzieher des brutalen Familienmordes war.

Alarmiert durch die mögliche Teilnahme eines alten Kultes an der Ermordung der Familie, wurde der Orden der Gekreuzten Klingen hinzugezogen. Was folgte, war eine erbitterte Jagd nach Harkiim al-Shayan. Schließlich gelang es der Gruppe rund um Prinz Silann, Harkiim in Koeglin ausfindig zu machen. Doch Differenzen und unterschiedliche Ansichten führten zum Streit, und Prinz Silann, seine Gemahlin Jamina, Namir al-Rashid, sowie Ghin Korcisis mussten kurz vor ihrem Ziel auf die Unterstützung des Ordens verzichten. Damit schien die Jagd nach Harkiim gescheitert. Denn mit gerade einmal vier Leuten einem Mörder und Betrüger sowie einer ganzen Mannschaft von mordlüsternen Seeleuten gegenüber zu treten, war reiner Selbstmord.

Zu ihrer Überraschung machten die Gefährten an Harkiim´s geheimem Stützpunkt nahe Koeglin eine grausige Entdeckung. Auf einem verlassenen Schiff, deren Mannschaft spurlos verschwunden war, fanden sich nur noch die Überreste von Gefangenen und Sklaven - und der abgetrennte Kopf von Harkiim, an dessen Stirn ein Zettel angebracht war: "Keine Zeugen".

Damit mochte Harkiim seine gerechte Strafe ereilt haben. Dennoch blieben zahlreiche Fragen und Zweifel. Mochten Prinz Silann Ashere, Namir al-Rashid vom Haus der Wissenschaft, und Ignace und Jassillia Muraille vom Orden der Gekreuzten Klingen auch unterschiedliche Ansichten vertreten und ihre eigenen Theorien verfolgen, in einem Punkt waren sich alle einig: Harkiim al-Shayan konnte seine Rache an Abutemal unmöglich alleine geplant haben. War er am Ende selbst manipuliert und schließlich verraten worden? Gab es jemanden, der aus den Schatten heraus die Fäden zog und seine ganz eigenen Ziele verfolgte ... ?




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Jassillia (04.10.2019), Silann (06.10.2019)

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Donnerstag, 3. Oktober 2019, 15:58



Die Ruhe nach dem Sturm

Ein Brief von Namir al-Rashid an den Prinzen Silann Ashere in Schildwacht.

Zitat

Ruptga mit Euch, Prinz Silann

Wie Ihr wisst, treffen wir zur Zeit Vorbereitungen für die Expedition nach Enduum. Ich weiß es sehr zu schätzen, daß Euer engster Vertrauter Isra al-Abin uns begleiten wird. Er ist unzweifelhaft ein hervorragender Kämpfer und wird Euer Haus ehrenhaft vertreten.

Als unsere Expeditionsausrüstung auf unser Schiff verladen wurde, nutzte ich die Gelegenheit, mich ein wenig unter den Seeleuten umzuhören, vor allem bei jenen, deren Schiff kurz zuvor aus Schildwacht angereist war. Seeleute sind mindestens ebenso fantasievoll wie Waschweiber, wenn es um Gerüchte und Neuigkeiten geht. Doch mit der Zeit lernt man ein wenig zu unterscheiden, was nur frei erfunden ist, und was ein Stück weit der Wahrheit entspricht.

Um es frei heraus zu schreiben: es gibt nichts, was in irgendeiner Weise auf einen düsteren Kult oder eine neue Mordserie hinweist, schon gar nicht in Schildwacht. Eine solche Geschichte wäre von den Seefrauen und -männern sofort mit Begeisterung aufgegriffen worden.

Vielleicht haben sich die Kultisten irgendwo tief in das Herz der Alik´ r zurückgezogen. Wenn erfahrene Rothwardonen unter ihnen sind, werden wir sie niemals aufspüren. Vielleicht verhalten sie sich nach den letzten Ereignissen auch ruhig und warten, bis sich die Aufregung gelegt hat. Wir müssen allerdings auch in Betracht ziehen, daß es diesen Kult gar nicht gibt, und wir können das Kapitel Harkiim endgültig abschließen.

Meiner Einschätzung nach scheint es das Beste, zunächst abzuwarten, wachsam zu bleiben, und den Orden der Gekreuzten Klingen um Rat zu fragen, sobald sie von ihrer Reise zurückgekehrt sind.


möge Ruptga Euch leiten
Namir al-Rashid

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Freitag, 1. November 2019, 11:06

Beunruhigende Gerüchte

Für gewöhnlich freute sich Namir al-Rashid, nach Schildwacht zu reisen, mochte der Grund für seine Reise auch noch so unangenehm sein. Daher folgte der Forschungsreisende allzu gern der Bitte von Isra al Abin, ihn und Prinz Silann in der Hauptstadt der Rothwardonen aufzusuchen. Zwar war Namir über die äußerst knappe Nachricht verwundert, ebenso darüber, daß Isra keinen näheren Grund für das Treffen nannte, doch allzu große Sorgen machte sich Namir nicht.

Bereits am Hafen von Wegesruh bekam der Forschungsreisende eher zufällig mit, wie sich einige Seeleute über angebliche Unruhen in Schildwacht und Bergama austauschten. Streitereien zwischen den Anhängern der Ahnen und der Kronen waren nichts ungewöhnliches und wirkten für Aussenstehende zuweilen weitaus dramatischer, als sie es eigentlich waren. Während der Seereise nach Schildwacht gab es jedoch weitere Geschichten über Konflikte zwischen Ahnen und Kronen, und Namir dämmerte zunehmend, daß es sich um mehr als nur reines Seemannsgarn handeln musste. Als eine rothwardonische Matrosin gar behauptete, jemand versuche, die Kronen zu einen und sich geschlossen gegen die Ahnen zu erheben, wurde es Namir zu bunt. Er wollte von diesem Unsinn nichts mehr hören und vertiefte sich für den Rest der Reise in Fachliteratur, die er bei Seereisen stets bei sich hatte. Isra al Abin hatte sicher eine plausible Erklärung für dieses Geschwätz. Und doch blieb ein nagender Zweifel.

Zum ersten Mal in seinem Leben hatte Namir al-Rashid während seiner Reise nach Schildwacht ein ungutes Gefühl ...

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Sonntag, 10. November 2019, 14:50

Schatten über Schildwacht

Ein Brief erreicht den Orden der Gekreuzten Klingen in Kreuzgrat, mit dem ausdrücklichen Hinweis, daß das Schreiben nur an die Ordensmeisterin oder eine ihr nahe stehende Person übergeben werden darf.

Zitat

Hochgeschätzte Ordensmeisterin,
leider habe ich noch keine Antwort auf mein letztes Schreiben erhalten. Ich hoffe, Ihr und Eure Ordenskrieger seid inzwischen wohlbehalten zurück in Kreuzgrat, und mein Brief ist einfach nur in der täglichen Ordensarbeit untergegangen. Umso unangenehmer ist es mir, Euch bei Eurer knapp bemessenen Zeit erneut ein Schreiben zukommen zu lassen, noch dazu, wo mein Anliegen -jedenfalls meiner Einschätzung nach- für Euch kaum von Belang sein dürfte.

Möglicherweise habt Ihr bereits Gerüchte vernommen, daß die Spannungen zwischen Kronen und Ahnherren in Schildwacht in letzter Zeit wieder zugenommen haben. Ich habe vor wenigen Tagen zusammen mit Ghin Korcisis auf Bitten von Isra al Abin Schildwacht aufgesucht. Nach einem ausführlichen Bericht von Isra und einigen weiteren Gefährten deutet sich immer mehr eine politische Verschwörung gegen König Fahara´jad an. Im Haus Ashere vertritt man die Auffassung, daß es nicht allein um Politik gehe, sondern etwas anderes dahinter stecke. In einem zweiten Schreiben habe ich alle bisherigen Erkenntnisse zusammengefasst und würde eine persönliche Einschätzung Eurerseits sehr begrüßen. Mir ist bewusst, daß eine solche Einschätzung allein anhand eines Briefes schwierig ist. Ich vertraue auf Eure und die Erfahrung Eurer Ordensmitglieder, beurteilen zu können, ob es hier "nur" um Politik oder doch um mehr geht.


mögen die Acht Euch leiten
Namir al-Rashid



Folgender Brief ist dem ersten Schreiben an den Orden beigefügt. An das Haus Ashere wurde der gleiche Brief geschickt.

Zitat

Eine (soweit möglich) chronologische Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse, von denen wir annehmen müssen, daß sie im Zusammenhang stehen mit einer möglichen Verschwörung gegen König Fahara´jad, einschließlich der Ergebnisse meiner Nachforschungen.

Harkiim al-Shayan wird laut verschiedener Zeugenaussagen vor etlichen Monaten regelmäßig von einem unbekannten Rothwardonen aufgesucht. Selbst engste Vertraute werden von den Gesprächen zwischen Harkiim und dem Rothwardonen ausgeschlossen. Harkiim will es plötzlich nicht mehr dabei belassen, seinen alten Feind Rashid vom Hause Abutemal regelmäßig zu betrügen. Er plant einen blutigen Rachefeldzug. Teile seiner sonst so treu ergebenen Mannschaft (mindestens 5 Leute) weigern sich und verlassen Harkiim. Von den 5 Frauen und Männern sind inzwischen alle tot. Und alle starben durch Unfälle oder Ereignisse, die in ihrem Milieu nicht ungewöhnlich sind (einer ist ohne Zeugen betrunken ins Meer gefallen, ein weiterer wird bei einer Messerstecherei getötet und ausgeraubt, und so weiter).

Das Haus Abutemal wird durch Harkiim in einem grausigen Blutbad regelrecht vernichtet. Selbst unter den Verbrechern von Schildwacht gilt der Mord als Abscheulichkeit. Niemand hätte es gewagt, einem so ehrwürdigen Haus ein solches Ende zu bereiten. Wir waren uns ja schon lange darin einig, daß Harkiim das Verbrechen nicht alleine begangen haben kann. Er mag eine gewisse Bauernschläue gehabt haben, doch war er weder gerissen noch abgehärtet genug, solch ein Verbrechen von sich aus zu begehen. Es ist offensichtlich, daß der unbekannte Rothwardone hier eine Schlüsselrolle gespielt haben muss.

Harkiim wird -ohne erkennbaren Grund- plötzlich von seinen eigenen Leuten hingerichtet. Für mich gibt es nur eine plausible Erklärung: der Banditenanführer hat seine eigenen Leute betrogen, und es ist irgendwie ans Licht gekommen. Womöglich ist Harkiim sogar verraten worden, weil er nicht länger von Nutzen war. Immerhin war Harkiim berüchtigt dafür, sich stets jener Seite anzuschließen, die ihm persönlich den größten Vorteil und die meisten Münzen brachte. Bei einer Gefangennahme durch Prinz Silann hätte Harkiim sicher die Seiten gewechselt, um sein eigenes Leben zu retten - und hätte damit womöglich so manches Geheimnis verraten.

Wenige Wochen später kommt Aleyha, Gemahlin des reichen Kamelhändlers Casim, bei einem tragischen Unfall am Hafen von Schildwacht ums Leben. Ich war zunächst geneigt, den Vorfall tatsächlich als Unfall abzutun. Bis ich schließlich auf etwas interessantes gestossen bin. Noch am gleichen Tag, an dem Aleyha starb, hatte Casim nichts wichtigeres zu tun, als seine finanzielle Unterstützung für politisch aktive Ahnherren mit sofortiger Wirkung zu streichen. Die offizielle Begründung war, daß die Münzen für eine besonders ehrenvolle Beerdigung Aleyhas gespart werden sollten. Ich habe versucht, mit Casim ins Gespräch zu kommen, doch sowohl er als auch seine Tochter Salima al-Maysun verweigerten mir jede Auskunft. Es war unübersehbar, daß die beiden mehr wussten, jedoch Angst hatten, offen zu reden.

Wieder etwas später stirbt Tahir al-Rami bei einem Brand in der Bibliothek seines Hauses. Ein schwerer Schlag für die Ahnherren, da Tahir sich politisch sehr aktiv für ein Miteinander zwischen Ahnherren und Kronen einsetzte. Das Familie al-Rami hat Schildwacht inzwischen verlassen und verweigert jede Kontaktaufnahme, wenn es um den Tod von Tahir geht.

Es gibt noch einen weiteren Tod, der in der Öffentlichkeit kein nennenswertes Aufsehen erregte. Marik el-Demir, ein weiterer einflussreicher Ahnherr, starb vor wenigen Wochen an Altersschwäche. So jedenfalls die offizielle Verlautbarung. Ich konnte herausfinden, daß der zuständige Medicus erhebliche Zweifel hatte, jedoch aus Respekt vor der Familie keinen Skandal auslösen wollte und seine Zweifel für sich behielt. Marik wurde zusehends schwächer, hatte bis zu seinem Tod immer öfter Schwächeanfälle, hustete gegen Ende Blut und klagte über Fieber und Schwindel.

Die gleichen Symptome zeigen sich auch bei Jamina Ashere, Gemahlin von Prinz Ashere. Den Göttern sei Dank konnte ein Medicus rechtzeitig eine schleichende Vergiftung feststellen und das Leben von Jamina retten. Wenngleich die Prinzessin immer noch krank in ihrem Bett liegt und auf absehbare Zeit genesen muss. Prinzessin Jamina ist politisch nicht aktiv, doch dürfte der Kummer um seine Gemahlin den Prinzen so sehr beschäftigen, daß er anderweitig abgelenkt ist.

Als wohlhabendes Handelshaus hätte Abutemal kein Interesse an einer Veränderung der politischen Situation in Schildwacht gehabt - und wäre zu einflussreich gewesen, um sich dagegen zu stellen. Harkiim al-Shayan hatte ebenfalls Einfluss und wählte stets die Seite, die ihm die meisten Münzen einbrachte. Also war er auch politisch unzuverlässig. Der wohlhabende Kamelhändler Casim, Tahir al-Rami, und Marik el-Demir unterstützten die Sache der Ahnherren und waren politisch äußerst bedeutsam. Das Haus Ashere ist politisch neutral, doch wie das Haus Abutemal ebenfalls nicht an politischen Veränderungen interessiert und zu einflussreich. Von einem Zufall kann hier nicht mehr die Rede sein. Auffällig ist auch die Vorgehensweise. Niemand wurde "offensichtlich" ermordet, immer waren es Unfälle oder Ereignisse, die sich plausibel erklären ließen.

Meiner Einschätzung nach steht es völlig ausser Frage, daß wir es mit einer politischen Verschwörung einiger besonders strenggläubiger Kronen zu tun haben. Und immer wieder wird ein unbekannter, charismatischer Rothwardone erwähnt, den kaum jemand zu Gesicht bekommt, und der nach unseren bisherigen Hinweisen die Kronen zu einen versucht. Unser derzeit größtes Dilemma: wir haben bisher nur Zeugenaussagen und Hinweise, doch keine konkreten Beweise. Es ist wie ein Kampf gegen einen Geist. Wir sehen ihn, wir spüren seine Hiebe, und doch wir können ihn nicht fassen. Unter diesen Umständen König Fahara´jad zu warnen, erscheint mir zwecklos.

Wir müssen so rasch wie möglich die wahre Identität des Rothwardonen herausfinden. Je früher wir der Schlange den Kopf abschlagen, desto größer die Möglichkeit, einen Umsturz zu verhindern. Abschließend sei angemerkt, daß ich die Annahme des Hauses Ashere, hinter all dem stecke ein Kult, für abwegig halte. Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, welcher Kult einen Vorteil aus dem Sturz von König Fahara´jad ziehen sollte. Zugleich macht mir der Zeitpunkt eines möglichen Umsturzes erhebliche Sorgen. Wenn der König inmitten des Krieges der Drei Banner jetzt durch einen Führer der Kronen ersetzt wird, wird Schildwacht höchstwahrscheinlich nicht länger Teil des Bündnisses sein wollen. Noch verheerender wären die Konsequenzen bei einem Bürgerkrieg in Schildwacht.

Ich hoffe sehr, daß die Meinung der Ordensritter und weitere Informationen, die die Gefährten in Schildwacht womöglich noch sammeln können, mehr Licht ins Dunkel bringen.


möge Ruptga uns einen klaren Blick schenken, auf daß wir unsere Feinde erkennen und ihre schändlichen Pläne rechtzeitig vereiteln können
Namir al-Rashid

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Silann (12.11.2019)

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Donnerstag, 14. November 2019, 10:42



Das Spiel beginnt

Immer dichter wurden die Hinweise, daß ein charismatischer Rothwardone alles daran setzte, die Kronen zu einen, um einen Umsturz gegen König Fahara´jad anzuführen. Keiner wusste so recht, wer dahinter steckte. Keiner wusste zu sagen, wie er wirklich aussah (abgesehen von einer sehr vagen Beschreibung). Und niemand konnte sagen, ob es hier "nur" um eine politische Intrige ging, oder womöglich weitaus mehr dahinter steckte. Was blieb, waren kaum mehr als Indizien und der Name "Schakal", mit dem der selbsternannte neue Kronen-Anführer stets betitelt wurde. Zu wenig, um König Fahara´jad vor der drohenden Gefahr überzeugend warnen zu können.

Doch die Häuser Ashere und al Bergama waren keineswegs bereit, die Hände tatenlos in den Schoss zu legen. In einer Zusammenkunft wurden Überlegungen angestellt und Pläne geschmiedet, um den Schakal aus den Schatten zu locken. Geheime Orte wurden als Treffpunkte festgelegt, unauffällige Worte als Warnhinweise an Eingeweihte festgelegt, ein Versteck als toter Briefkasten bestimmt. Gerüchte sollten gezielt verbreitet werden, um die Einigkeit der Kronen zu stören und den Schakal zu verunsichern. Sogar eine vermeintliche Überläuferin in der Familie al Bergama wurde bestimmt, die sich als Anhängerin der Kronen ausgeben und so versuchen sollte, in den innersten Zirkel der Verschwörer zu gelangen.

Der Schakal hatte schon viel zu lange ungestört das Spiel bestimmt. Es war endlich an der Zeit, dem selbsternannten Anführer der Kronen die Stirn zu bieten und Schildwacht zu verteidigen ...

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Silann (14.11.2019)

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Sonntag, 17. November 2019, 13:13

Kleine Erfolge

Gezielt gestreute Gerüchte über angebliche bretonische Händler, die auf den Markt von Schildwacht drängen wollten, begannen ihre Wirkung zu zeigen. Unter den Kronen fragten sich die Unentschlossenen und Zögerlichen, ob nicht womöglich etwas dran sei an den Geschichten. Vielleicht wollten einige bretonische Händler nach dem Tod des Hauses Abutemal ja tatsächlich ihren Einfluss in Schildwacht stärken. Mochte König Fahara´jad in seiner Politik auch zu nachlässig und liberal sein, der König und die Ahnherren standen den Kronen im Zweifelsfall immer noch näher als machtgierige Bretonen. Die Zahl derer, die einen Sturz des Königs befürworteten, geriet erstmals ins Stocken, nahm schließlich sogar leicht ab.

Vielleicht war das mit ein Grund, warum Mirya bint Tuan al Bergama vergleichsweise leichtes Spiel hatte, als es darum ging, sich als überzeugte Anhängerin der Kronen auszugeben, die nur zu gern bereit war, ihre eigene Familie auszuspionieren und sie sogar zu verraten. Nach anfänglichem Zögern waren erst die einfachen Bürger, schließlich sogar ein Adelshaus der Kronen bereit, ihr Glauben zu schenken. Es gab sogar Andeutungen, Mirya habe womöglich das Interesse des Schakals geweckt - dem neuen selbsternannten Anführer der Kronen.

Doch es gab auch einen Rückschlag im Kampf gegen den Schakal. Denn unter den besonders konservativen Kronen bewirkten die Gerüchte um bretonische Händler das genaue Gegenteil. War dies nicht der Beweis, daß König Fahara´jad mit zu schwacher Hand regierte? Daß er die Hauptstadt der Rothwardonen offensichtlich nicht länger unter Kontrolle hatte? Nun galt es erst recht, den König durch einen starken Anführer zu ersetzen, der die Interessen des Wüstenvolkes zu vertreten wusste und nicht zu einer Marionette von Großkönig Emeric wurde.

Es schien, als gäbe es unter den Kronen eine Patt-Situation in der Frage, ob sie sich einem Umsturz anschließen oder den König verteidigen würden. Die Lage in Schildwacht wurde ruhiger. Doch es war eine trügerische, angespannte Ruhe ...

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Silann (17.11.2019)

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Donnerstag, 28. November 2019, 10:58

Die Schlinge zieht sich zu

Salima al-Maysun, Tochter des Kamelhändlers Casim, hatte in der Vergangenheit mehrfach tatenlos zusehen müssen, wie ihr Vater vom Schakal massiv unter Druck gesetzt und bedroht wurde. Casim solle seine Unterstützung für die Ahnherren einstellen, und seiner Familie werde nichts passieren. Der angebliche Unfalltod von Aleyha zeigte nur zu deutlich, daß der Schakal es ernst meinte.

Umso leichter fiel es Salima, sich heimlich dem Hause Ashere und al Bergama anzuvertrauen und die beiden Häuser bei der Jagd nach dem Schakal zu unterstützen. Ob Wagemut oder Torheit, doch nachdem der selbsternannte Anführer der Kronen einmal mehr Casim bedroht hatte, folgte seine Tochter dem Schakal heimlich - und konnte so eines seiner Verstecke ausmachen. Allzu bereitwillig teilte die junge Rothwardonin ihr Wissen mit Prinz SIlann und seinen Gefährten. Wenige Tage später zogen Salima, Sadir, und Isra gemeinsam los, um ein abgelegen in der Wüste liegendes Anwesen zu untersuchen.

Alles deutete darauf hin, daß kurz zuvor jemand hier gewesen sein musste. Die drei durchsuchten ausgiebig das kleine Anwesen. Während Salima und Isra nichts von Interesse finden konnten, was sie irgendwie weitergebracht hätte, entdeckte Sadir die Überreste einer verbrannten Notiz. Wortfetzen und einige Zahlen legten den Verdacht nahe, daß hier die Koordinaten für einen Treffpunkt niedergeschrieben wurden. Damit waren die Gefährten dem Schakal nicht nur dichter auf den Fersen als je zuvor, sie hatten sogar einen Hinweis auf ein weiteres, womöglich wesentlich bedeutsameres Versteck.

Sadir blieb jedoch misstrauisch gegenüber der Tochter des Kamelhändlers und behielt sein Wissen vorerst für sich. Erst später, als Salima sich von den anderen beiden getrennt hatte, offenbarte Sadir seinen Fund gegenüber Isra. Es wurde Zeit für eine Zusammenkunft der Häuser Ashere und al Bergama, um das weitere Vorgehen zu besprechen und Neuigkeiten auszutauschen. Und dann -hoffentlich- den Schakal endgültig zu stellen.

Doch bereits am nächsten Morgen gab es erneut schlechte Nachrichten ...

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Silann (28.11.2019)

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Freitag, 3. Januar 2020, 23:24

Die Falle

Die Koordinaten, die Isra und Sadir im Versteck des Schakals gefunden hatten, waren womöglich die letzte Gelegenheit, den Anführer der Kronen ausfindig zu machen und ihn aufzuhalten. Die Gefährten trafen Vorbereitungen, eine Expedition vorzutäuschen und so möglichst unauffällig zu den Koordinaten zu reisen - ein unbedeutender Wegschrein inmitten der Wüste. Namir nutzte die Zeit, Bruder Corentin und dem Orden der Gekreuzten Klingen von den Ereignissen in Schildwacht zu berichten. Sowohl die Ordensritter als auch der Mönch zeigten sich beunruhigt. Sie glaubten nicht an eine politische Intrige, sondern vermuteten etwas weitaus größeres dahinter. Es wurde vereinbart, daß Bruder Corentin nach Schildwacht reisen und sich den Gefährten anschließen würde.

Nach einer ereignislosen Reise am Wegschrein angekommen, entdeckte die Gruppe rasch ein einfaches magisches Portal. Versehentlich ausgelöst, fanden sich alle bis auf Sadir auf einem verlassenen altmerischen Anwesen wieder. Magie, altmerische Architektur ... es wurde immer deutlicher, daß hinter all dem kein Anhänger der Kronen stehen konnte. Aber wer dann?

Kaum hatten die Gefährten das Herrenhaus des Anwesens betreten, nahm der Schrecken seinen Lauf. Die Eingangstüren fielen krachend hinter ihnen zu, und ein schwerer Schließmechanismus verriegelte die Türen ... Sie waren geradewegs in die bisher gefährlichste Falle des Schakals gelaufen.

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Corentin (04.01.2020), Silann (11.01.2020)

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Freitag, 10. Januar 2020, 13:47

Auf Messers Schneide

Für einen Fremdländer, der dieser Tage nach Schildwacht reiste, mochte in der Hauptstadt der Rothwardonen das immer gleiche bunte Treiben stattfinden. Doch wer genauer hinsah, merkte allzu rasch, daß in der Stadt etwas vor sich ging. Ungewöhnlich viele Wachen machten ihre Rundgänge in den Strassen und Gassen, aufmerksamer als sonst. Händler und Arbeiter schauten sich immer wieder angespannt um. Bettler schienen weniger um Münzen zu bitten denn nach irgendetwas nervös Ausschau zu halten. Mägde huschten eilig zurück in ihre Häuser, sobald sie ihre Einkäufe auf dem Markt erledigt hatten. Viele Bewohner der Stadt waren auffallend gut bewaffnet. Unter den Ahnherren und Kronen gab es nicht wie sonst üblich kleinere Streitgespräche. Es schien fast, als würden sie sich meiden, ohne sich dabei aus den Augen zu lassen.

Kaum jemand schenkte dem jungen bretonischen Mönch Aufmerksamkeit, als er mit einer Gruppe reichlich erschöpft wirkender Rothwardonen durch die Stadt und in ein kleines Haus lief. Bruder Corentin war zusammen mit Namir al-Rashid, Prinz Silann Ashere, Naniisa, Sadir und Nael bin Tuan al Bergama nur knapp einer raffinierten Falle des Schakals entkommen. Sie hatten sich in einem kleinen Versteck zurückgezogen und stellten fieberhaft Überlegungen an, wie sie weiter vorgehen wollten. Nach allem, was sie bisher erlebt hatten, schien der Schakal ihnen stets einen Schritt voraus zu sein. Den selbsternannten Anführer der Kronen jetzt noch aufzuhalten und somit einen Bürgerkrieg abzuwenden, schien geradezu unmöglich.

Es gab nur noch eine letzte kleine Hoffnung. Mirya und Sadir hatten mit ihrer Rolle als Verräter offenbar Erfolg. Der Schakal schien auf ihren Täuschungsversuch hereingefallen zu sein und hielt die beiden für Überläufer, die sich der Sache der Kronen anschließen wollten. Während der Abwesenheit der anderen Gefährten hatte Mirya eine Nachricht erhalten - eine Einladung zum "inneren Zirkel" der Aufrührer gegen König Fahara´jad. Koordinaten gaben an, wo Mirya und Sadir erscheinen und sich mit dem "inneren Zirkel" treffen sollten. Der Nachricht nach zu urteilen schien der Schakal nicht davon auszugehen, daß Prinz Silann und die übrigen Gefährten seine Falle überlebt hatten. Solange der Schakal nicht wusste, daß er im Irrtum war, hatten sie vielleicht noch eine letzte Möglichkeit, ihn zu überraschen und letztlich aufzuhalten. Doch es gab auch immer mehr Zweifel, daß es hier "nur" um einen Konflikt Kronen gegen Ahnherren ging. Bruder Corentin hatte überzeugende Argumente vorgebracht, die den Verdacht nahe legten, daß die Kronen möglicherweise vom Schakal getäuscht und verraten worden waren.

Die Gefährten machten sich bereit, Mirya und Sadir zum Treffen zu begleiten - und verdrängten dabei den Gedanken, daß dies womöglich eine weitere Falle sein könnte. Sie wussten nur zu gut, es war keineswegs selbstverständlich, daß sie nach Schildwacht zurückkehren würden. Währenddessen verliess am Hafen eine kleine Gruppe schwer bewaffneter Ordensritter aus Kreuzgrat ein soeben eingelaufenes Schiff, um sich mit Bruder Corentin zu treffen.

Und die Kronen warteten auf das entscheidende Signal von ihrem Anführer, bereit, einen fürchterlichen Bürgerkrieg zu entfesseln ...

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Silann (11.01.2020), Corentin (12.01.2020)

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Donnerstag, 16. Januar 2020, 15:58

Die Meisterin der Täuschungen

Es war bereits später Nachmittag, als eine ungewöhnliche Gruppe in Schildwacht eintraf und reichlich Aufmerksamkeit erregte: einige Rothwardonen, die in Begleitung fremdländischer Pilger waren, daneben zwei weitere Personen, offenbar Gefangene. Einige aus der Gruppe waren verwundet, andere wirkten erschöpft, wieder andere sahen geradezu siegessicher und stolz aus. Einem der Gefangenen, einem Rothwardonen, war die Oberbekleidung abgerissen worden, so daß jeder in der Nähe die Tätowierung auf der Brust des Gefangenen deutlich erkennen konnte. Jeder Gläubige, der die Tätowierung erblickte und das Symbol erkannte, wurde von Schrecken und gerechtem Zorn erfüllt.

Die Gruppe marschierte geradewegs zum Palast des Königs, wo sie nach einem kurzen Gespräch in den Palast eingelassen wurde. Unter den Wachen des Palastes herrschte schon kurz darauf Unruhe und Hektik. Die beiden Gefangenen wurden in schwere Ketten gelegt, ihre Münder verbunden, so daß sie nicht sprechen konnten. Eine Gruppe von 6 Wachen eskortierte in Begleitung zweier Magier die Gefangenen ins Verlies, wo sie in weit voneinander getrennten Einzelzellen gesperrt und unablässig bewacht wurden. Niemandem wurde Zutritt erlaubt, nichts durfte an die beiden weitergegeben werden.

In der Stadt machten die Neuigkeiten indessen wie ein Lauffeuer die Runde: der Schakal war gefasst! Mitglieder der Häuser Ashere und al-Bergama sowie einige Fremdländer, die dem Orden der Gekreuzten Klingen angehörten, hatten den selbsternannten Anführer der Kronen mitsamt zwei seiner engsten Verbündeten in einem Versteck aufgespürt und nach heftigem Kampf gestellt, wobei einer der Verbündeten getötet wurde. Das allein hätte den drohenden Bürgerkrieg wohl erst recht in Gang gesetzt, wäre nicht zugleich die ganze bittere Wahrheit ans Licht gekommen. Denn die Tätowierung auf der Brust des Schakals war eine geschlossene Eisenfaust, um die sich eine Schlange wand. Die Kronen wendeten sich bei den Neuigkeiten entsetzt ab, verfluchten den Schakal, und schämten sich für ihre Blindheit. Zu späteren Zeiten auf die Ereignisse angesprochen, behaupteten viele Kronen, nichts von alledem zu wissen, oder gaben vor, sich dem Schakal niemals angeschlossen zu haben.

Nach und nach wurde das ganze Ausmaß des Schreckens bekannt. Der Verbrecher Harkiim und seine Bande wurden vom Schakal zum Mord am Haus Abutemal angestiftet, wohl wissend, daß Prinz Silann bittere Rache schwören und Jagd auf Harkiim machen würde. Ein gezielter Schachzug, um so vom eigentlichen Drahtzieher abzulenken. Als Harkiim für den Schakal und seine Mitverschwörer nicht länger von Bedeutung war, wurden seine Leute kurzerhand gegen ihren eigenen Anführer aufgehetzt, und Harkiim musste durch die Hand seiner Leute sein Leben lassen.

Danach galt es, diverse einflussreiche Personen aus dem Kreis der Ahnherren aus dem Weg zu räumen, und zwar so, daß es stets wie ein Unfall wirkte. Je später klar werden würde, was vor sich ging, desto größer der Vorteil für den Schakal. Zugleich wurden die Kronen geeint mit dem Versprechen, König Fahara´jad zu stürzen und den Kronen endlich wieder zu alter Stärke zu verhelfen. Doch in Wahrheit verfolgten die Verschwörer rund um den Schakal ein ganz anderes Ziel - Schildwacht in einen grausamen Bürgerkrieg zu stürzen, ausgelöst durch lange im Voraus geplante Intrigen. Die Hauptstadt der Rothwardonen sollte im Blut ertrinken - einzig und allein, um Boethiah, die Meisterin der Täuschungen, zu ehren.

Die Häuser Ashere und al-Bergama genossen seit ihrem Sieg gegen den Schakal besonderes Ansehen im Königshaus, und sogar den Fremdländern vom Orden der Gekreuzten Klingen und dem Mönch zollte König Fahara´jad seinen Respekt. Unter den Bürgern der Stadt wurden die Ereignisse jedoch rasch verdrängt. Niemand, nicht einmal unter den Ahnherren, wollte zugeben, daß ein Teil der Rothwardonen in Schildwacht vorübergehend den betrügerischen Schmeicheleien eines Boethiah-Anhängers erlegen gewesen war.



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Silann (16.01.2020), DerDualist (16.01.2020), Corentin (16.01.2020), Enayla La Sorcière (18.01.2020)