Sie sind nicht angemeldet.

Dradclaw

Geselle

  • »Dradclaw« ist männlich
  • »Dradclaw« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 115

Gilde: Rollenspielgilde

Allianz: Unentschlossen

  • Nachricht senden

1

Sonntag, 4. August 2019, 19:21

Oghma Aldmeris

[ooc: Es gilt, dass dieses Werk aus rein (sogar hochgradig!) subjektiver Perspektive geschrieben ist und damit ooc keine echten Lorefakten verkaufen möchte. Man darf es darüber hinaus allerdings gern ic aufgreifen, Passagen zitieren oder es in irgendeiner Weise vertiefen und verwenden. Noch ist es zudem nicht fertiggestellt. Wenn die Muße wieder kommt... :rolleyes: ]


Oghma Aldmeris
2Ä586, fertiggestellt im ehrgebietenden Schatten des alinorischen Palasts
Gebilligt durch die Hindalatus-Abteilung des Thalmor zu Alinor
Verfasst von Inquisitor Jhyralor Vorthoc

Inhalt:

1. Einleitung

2. Das aldmerische Erbe

2.1 Göttliche Grundsätze

2.2 Mythohistorie

2.3 Das historische Erbe

3. Von den Schwächen der Völker

3.1 Von den Schwächen der Dunmer

3.2 Von den Schwächen der Bosmer [wip]

3.3 Von den Schwächen der Orsimer [wip]

3.4 Von den Schwächen der Ayleiden [wip]

3.5 Von den Schwächen der Bretonen [wip]

3.6 Von den Schwächen der Kaiserlichen [wip]

3.7 Von den Schwächen der Rothwardonen [wip]

3.8 Von den Schwächen der Khajiit [wip]

3.9 Von den Schwächen der Argonier [wip]

4. Von der Lehre aus den Schwächen der Völker [wip]

5. Die daedrischen Axiome [wip]

6. Von der Zukunft des Erbes - Eine Skizzierung [wip]
>> Manieren machen uns zu Menschen. <<

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Dradclaw« (4. August 2019, 20:34)


Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Rhavar (23.09.2019)

Dradclaw

Geselle

  • »Dradclaw« ist männlich
  • »Dradclaw« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 115

Gilde: Rollenspielgilde

Allianz: Unentschlossen

  • Nachricht senden

2

Sonntag, 4. August 2019, 19:24

1. Einleitung

"Tränen sind die beste Antwort auf die Entzweiung." - Der hohe Ritter Auri-Els, Trinimac

Wir, das Volk der Altmer, haben uns dazu entschieden ein Erbe zu vertreten, das in seinen sakrosankten Prinzipien alle vier Ecksteine eines soziopolitisch-religiösen Gebäudes aus schimmerndem Gold stellt. Keine der übrigen Rassen, denen wir gemeinhin den vagen Begriff eines 'Volkes' zugestehen, wird mit erhobenem Kinn und einem inbrünstig brennenden Gefühl von beflügelndem Stolz auf sein Erbe zurückblicken können. Sie sind von reprimierenden Schwächen befallen, welche den Aufstieg zu Hochkulturen verhindern.

Es ist wenig verwunderlich, dass diese Einleitung daher mit einer Abgrenzung unserer Gesellschaft gegenüber den anderen Lebensformen auf Tamriel beginnt. Ein großer Teil unseres Erbes ist das Bedürfnis nach Abgrenzung. Das Streben danach, die Primalität - und mehr noch, die Primitivität - anderer Völker zu übersteigen, die sich von ihren Urschöpfern abwandten, ist Teil unserer Kultur und es ist keine Schwäche daran, sich diesen Umstand einzugestehen.

Götter erheben sich durch drei wesentliche Aspekte: Macht, wertgeschätzte Taten, physische Absenz. All dies in Abgrenzung zu Sterblichen - Erreicht ein Sterblicher alle drei Aspekte, in seiner Person vereint, so wird er ascendieren und sich notwendigerweise von den Sterblichen, die schwächer sind als er selbst, abspalten. Von diesen Sterblichen bekommt er den Gottstatus zuerkannt, den er nicht hätte, gäbe es keine signifikant große Menge an Schwäche unter ihm. Wären alle Götter, wäre es keiner; es ist dem Begriff inhärent, dass er sich abgrenzen muss.

Wir Altmer versuchen gern, diesen Umstand zu verschleiern. Es ist ein Symptom einer tiefen, völkischen Depression, dass viele den Begriff der "Ahnen" dem der "Götter" vorziehen, auch wenn nichts Falsches daran ist. Die Götter sind unsere Ahnen, doch Ahnen aus einer nebulösen Zeit. Die Götter sind auch die Ahnen der Menschen; doch hier muss unterschieden werden, dass die Menschen durch ihre Taten und ihren hohen Verrat jeden Anspruch auf einen göttlichen Segen verloren. Sie sind das schwarze Schaf einer Familie und, dem von den Direnni geschaffenen Beispiel folgend, bloß noch als niedere, gottlose Dienerklasse in einem altmerischen Weltbild zu verstehen.

Doch wir können einen Trost aus dieser Erkenntnis ziehen: Wir, die Altmer, sind die Götter unter den Sterblichen. Wir zeichnen uns durch alle drei Aspekte in hohem Maße aus. Unsere göttliche, von Magnus verkörperte Macht, die Magicka, ist denen der restlichen Völker zweifelsfrei überlegen.

Auch die wenigen Beispiele altmerischer Herrschaft über die niederen Völker zeigen wertgeschätzte Taten. Die Bretonen halten noch heute an einem System der Aristokratie fest, das ihnen durch uns in die Wiege gelegt wurde und zugleich ihre gesellschaftliche Schätzung erfährt.

Eine physische Absenz mag wohl unser größtes Problem sein - Ihr skalierter Grad bestimmt letztlich, wie sehr ein Gott ein Gott sein kann. Unser isolationistischer und teils protektionistischer Pfad sommersendischer Gesellschaft ist das größte Maß, mit dem wir an den dritten Aspekt heranreichen. Und ich gehe weit genug zu sagen, dass eine kosmopolitische Herrschaft unter altmerischer Führung das erstrebenswerteste Ideal dieser Zeit ist und der Gottstatus unserer Rasse selbst den anderen Völkern bei einem Sieg im Herzland letztlich mit gleißend schmerzender Erleuchtung bewusst würde, im Blute des Dolchstoßes vergangener Ahnungslosigkeit kochend.

Es ist gar nur eine Frage der Zeit, bis sich die Paternitätspolitik unserer Königin auszahlen und eine neue, Tamriel einende Ordnung entstehen wird, die Kriege marginalisiert und letztlich ausrotten wird. Doch all das hat einen Preis. Den Preis der konsequenten Achtung unseres Erbes. Er ist es, der uns rein halten wird, der das Blut alter Göttlichkeit in unseren Adern in rauschender Bewegung leitet. Das Erbe muss um jeden Preis fortgeführt und sublimiert werden, mit Mitteln der Aednavorith und Eugenik, mit religiöser Rückführung auf die Genese unserer Rasse, mit ständigem Ausdruck unserer gottgeschenkten Prinzipien in Gesellschaft und Gesetz.

Unsere oberste Pflicht reicht sich daher mit unserer Ehre als ein Volk die Hand, wenn es darum geht, das gottgeschaffene Erbe der Urväter und -Mütter zu heiligen.

Hier rührt der Titel dieses Werks her. Die Genese unserer Rasse als solche beginnt in Aldmeris. Dies ist der Versuch eines Oghma des aldmerischen Erbes in strenger Ergebenheit an Xarxes, Hüter des Wissens und der Ahnen.


Appendix: Kein von einem Sterblichen verfasstes Werk kann dem göttlichen Schreiber und der gesamten aldmerischen Geschichte, die sich über viele Jahrtausende spannt gerecht werden. Das Buch, das hierfür existieren müsste, besäße unzählbare Seiten und sein Inhalt könnte in keiner bekannten Lebzeit geschrieben werden, da diese Geschichte noch lang nicht ihr letztes Kapitel erreicht hat - möge sie es nie sehen.

Daher ist dieses Werk als eine Annäherung in solch kompakter Form zu verstehen, dass es auch Rekruten des Thalmor in die Hand nehmen und für Studien benutzen können, ebenso, wie es als Literatur für das heimische Wohn- und Arbeitszimmer gedacht ist. Das aldmerische Erbe ist nicht nur eine Wissenschaft oder eine Historie, sondern unser aller Lebensgrundlage. Diesem Ziel, das ungreifbare für den alltäglichen Gebrauch greifbar zu machen habe ich mich verschrieben.

Denn nur, wer die Grundlagen begreift, kann sie leben; nur wer sie lebt, weiß den Kurs, den unsere Vorfahren vorgaben, zu bewahren.
>> Manieren machen uns zu Menschen. <<

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Dradclaw« (4. August 2019, 20:07)


Dradclaw

Geselle

  • »Dradclaw« ist männlich
  • »Dradclaw« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 115

Gilde: Rollenspielgilde

Allianz: Unentschlossen

  • Nachricht senden

3

Sonntag, 4. August 2019, 19:25

2. Das aldmerische Erbe


Doch woraus besteht dieses Erbe? Aus den gottgegebenen Gesetzen, fürwahr. Dort drängt sich jedoch die Existenz eines ehrlichen Problems auf. Ein Problem, das auch die Richter der Quoren betrifft - denn sie verkörpern es selbst. Gesetze, wie sie existieren, besitzen zwei Charakteristika: Ein Ideal und eine Praxis.

Das Ideal ist das wahre Geschenk unserer Götter. Es ist das erhebende Absolut, das in reinster Vollkommenheit als objektifiziertes Alaxon in den glänzenden Palästen Aetherius' residiert und von dem wir, als Sterbliche, in seiner ultimativen Form abgeschnitten sind. Es gäbe nicht die volkstümliche Sprache von dem "Pfad des Alaxon", wenn ein jeder diesen Pfad bis zu seinem Ende beschreiten könnte und Alaxon die Trivialität einfachster Elemente unseres Lebens einnähme. Stattdessen müssen wir auf die Praxis schauen.

Die Praxis ist das angewandte und durch den sterblichen Verstand deformierte, interpretierte und situationsbedingt angepasste Ideal. Es kann nicht anders sein; denn die Götter predigen, doch wir sind zu schwach, ihre Predigten bis zu ihrem Apogäum zu leben.

Aus der uns bewussten Schwäche, die dem Alaxon widerstrebt, deformieren wir ihre Grundsätze und hüllen uns in die trügerischen und quietschbunt gefärbten Kleider eines absurden Frömmigkeitswettbewerbs, welcher die gelebten Ideale dem Paradoxon der Überformung unterzieht, ohne ihre einfachste Basis als Fundament des hohen Turms anzuerkennen. Wer darüber debattiert, ob die Farbe der Glyzine oder die der Aurialis Magnus am ehesten zu schmeicheln weiß, der sollte sich zunächst besinnen, ob er dessen Grundsätze verinnerlichte. So ergeht es auch der Jurisdiktion. Wollen wir die Gesetze der Götter anwenden, müssen wir uns ihre Grundsätze vergegenwärtigen.
>> Manieren machen uns zu Menschen. <<

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Dradclaw« (4. August 2019, 19:33)


Dradclaw

Geselle

  • »Dradclaw« ist männlich
  • »Dradclaw« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 115

Gilde: Rollenspielgilde

Allianz: Unentschlossen

  • Nachricht senden

4

Sonntag, 4. August 2019, 19:31

2.1 Göttliche Grundsätze



Suna ye sunnabe.



Auri-El


"Die Feste Mitte und ihr Einfluss in unserem Leben sorgt für unser Wohlergehen. Gewährt mir die Beständigkeit der Göttlichen, Auri-El. Verlasst mich nie."

Unser Gottkönig, der Apologet, Herr über Zeit und Ordnung. Er, der uns die Bürde des Seins erleichtert. Der stoische Navigator unseres Volkes, herrschend mit Kompass und Licht. Ohne seinen Schein wären unsere Ahnen blind, ohne seine Berührung erführe das Land Kargheit, ohne seine Beständigkeit gäbe es kein Gewahrnis.

Lernt von Auri-El die Beständigkeit Eurer Person. Lernt, dass Ihr das Fundament Eures Lebens auf den Schultern der Götter bauen sollt. Vergegenwärtigt, unter wessen Lichtkegel Ihr in dieser Welt steht und wisset, dass Ihr der kläglichen Finsternis anheimfallen werdet, so Ihr aus seinem Glanz tretet. Auri-El ist das Heim, das Euch den Schutz vor dem düsteren Sturm bietet. Mit ihm ist alles, ohne ihn ist nichts.


Trinimac


"Beim Firmament und der Festen Mitte! Ich schwöre, mein Volk zu beschützen. Ich schwöre dies bei der Klinge von Trinimac und erbitte seine Hilfe."

Wächter, Krieger, unerbittlicher Henker. Mahnung. Der mächtigste Krieger, der je einen Abdruck in den Schlamm dieser Welt setzte. Eine strahlende Gestalt militanten Könnens und ein in Ehre gefallener Ritter, für dessen tragisches Vermächtnis er sich opferte. Bis zuletzt bewies er den Mut und die Aufopferungsbereitschaft, die von jedem Soldaten zu verlangen ist.

Lernt von Trinimac, dass wir für unser Volk kämpfen müssen. Lernt, dass wir den Menschenhorden die Stirn zu bieten haben, sobald sie drohen unser Heim wie ein Schwarm Fleischfliegen auszusaugen. Tragt seine kriegerischen Lehren, die Ordnung eines disziplinierten und standhaften Kämpfers in Euren entflammten Herzen. Beachtet sein heroisches Opfer zur eindeutigen Entblößung der verführerischen Daedra. Lasst niemals die Finsternis den Schein Eurer blitzenden Schneide vertreiben; seid die Paragon eiserner Entschlossenheit, welche die Parias von Mundus mit Eifer und Blut vertreiben.


Magnus


"Der ewige Schein des großen Magiers schenkt uns das Geheimnis der Magicka. Ich gelobe, es nicht zu verschwenden! Ich gelobe es, denn ich knie in Ehrfurcht vor dieser Gabe."

Magier, Ritual, Lehrmeister eines ganzen Volkes. Nur durch Magnus vermögen wir den Wind bei ungünstigem Kurs in die richtige Bahn zu lenken. Wir sind ihm zu Dank für das Werkzeug verpflichtet, welches die Präzision eines Pfeils und die Wucht eines Hammers vereint. Er ist derjenige, der diese Welt nicht verließ, ohne seinen Kindern in weiser Voraussicht eine Unmenge an Möglichkeiten zu offenbaren.

Lernt von Magnus, dass Ihr die Magie als göttliches Geschenk zu ehren habt. Bewahrt sie vor Schindluder und apostatischer Anwendung, denn es ist Blasphemie an dem göttlichen Ansinnen selbst, wenn Ihr sie benutzt, um mit unheiligen Kräften zu paktieren. Lernt, verantwortungsvoll mit jener Macht umzugehen. Sein Geschenk ist eine beidseitige Klinge und wer sie nicht mit dem nötigen Respekt zu führen weiß, wird durch ihre Anwendung bestraft.


Mara


"Fünferlei Segen auf die Verlorenen und Liebeskranken. Das Herz treibt das Blut, das uns über den Aurbis hinweg verbindet. Möge ihre Gunst mir stets hold sein."

Mutter, Geliebte, Hüterin von Feuer und Herd. Treue Frau an der Seite von Auri-El. Sie, die Herrin über das geheiligte Familienband und die Loyalität zu dem, was das liebende Gemüt begehrt. Ohne ihren wärmenden Blick würden unsere Herzen kalt. Ohne ihre Aufmunterung in schwarzer Stunde würden wir verzweifeln. Sollten wir in verzagter Stunde zu fallen drohen, dann werden ihre Arme sich gleich Flügeln weit ausbreiten und unseren Sturz abfangen.

Lernt von Mara das heilige Band der Liebe und Familie zu schätzen. Schließt ihre Güte nie aus Euren Herzen aus, denn sie wird Euch das Heimgefühl eines wärmenden Kamins bringen. Bedenkt, was Euch wichtig ist und lernt, nebst Eurer Familie Euer Volk zu lieben, denn es gewährt den Schutz und die Sicherheit, nach der sich das gesunde Herz sehnt.


Y'ffre


"Im Namen des Geschichtenerzählers stehe ich auf den Knochen der Welt. Ich atme ein das Versprechen und die Macht des Naturgesetzes, und ich atme aus meinen Dank."

Sänger, Geist des Jetzt, Herr über Wald und Wiesen. Er, der uns die Konsistenz des Seins gibt, der Former und Herr der Gesetze, ohne den wir jeden Tag als schreckliche Unsicherheit verleben müssten. Auri-El formt den Rahmen, den Fluss von Vergangenheit und Zukunft, doch Y'ffre beeinflusst das Jetzt. So verschränkt wie diese Mächte sind, so sehr ist der grüne Gott mit dieser Welt verwoben. Unter seinen Fingern wird sie erträglich, Dürre wandelt zu Fruchtbarkeit, Fleisch und Obst werden genüsslich.

Lernt von Y'ffre die Natur und seine Gesetzmäßigkeiten zu schätzen und zu ehren. Seid ihm dankbar, dass er das Jetzt für uns begreifbar und berechenbar gestaltet, das zu Gleichförmigkeit und Gegensatz wird, was sonst Chaos und ständige Veränderung wäre. Haltet das von ihm geschaffene Erbe dieser Welt in Ehren. Zieht sie nicht unnötig in Mitleidenschaft, rodet keine Wälder aus Jux, legt keine Flüsse ohne guten Sinn trocken.


Stendarr


"Dreifaltig ist die Meisterschaft von Stendarr. Ich lasse das Horn in seinem Namen erklingen. Möge sein Schild mich immer vor Schaden beschützen."

Richter, Beschützer, Barmherziger. Apologet der Menschheit. Die Gerechtigkeit Stendarrs' ist ein Segen für die Schwachen und Schutzlosen, die der Macht der Herrschenden gnadenlos ausgeliefert wären. Sie sollen in seinen Tempeln Zuflucht erhalten, selbst die Ausgestoßenen der Gesellschaft, die Aprax, Häretiker und Ketzer werden vor seinen Toren nicht warten müssen. Hier erfahren sie Gerechtigkeit durch Gutmütigkeit.

Von Stendarr lernen wir, dass unser Handeln nicht von übermäßiger Gefühlskälte sein darf. Mitgefühl, Nachsicht, Herrschaft durch Besonnenheit und Recht spiegeln wieder, was er schenkte. Gleichzeitig dürfen wir nicht vernachlässigen, dass er das Schild der Menschheit ist. Dass er dennoch nebst Auri-El existieren kann zeigt, dass auch der Feind letztlich ein Gnadenmaß erwarten kann, das gerecht ist. Auch den Menschen haben wir ein Mindestmaß an Nachsicht zu gewähren; und sei es bloß, damit sich unser Handeln nicht in Barbareien verformt, die uns von dem Edelmut und der überlegenen Stärke ablenken.


Xarxes


"Bei Fünf und Drei! Ich spreche die geheimen Worte an Ihn, Der Wacht. Möge jeder meiner Tage würdig sein, in einen seiner Folianten einzugehen."

Der Alterslose, Führer der Ahnen, Bewahrer verborgenen Wissens. Er, in dessen Chroniken wir alle eingehen, mit jedem Tag, an dem wir atmen und gehen. Unter der göttlichen Schreibfeder Xarxes' werden unsere Taten für die Ewigkeit protokolliert und niedergeschrieben. Er ist es, der uns den Trost gewährt, dass selbst das kleinste Leben in unserem Volke den großen Eintrag in seinem endlosen Werk erhält.

Xarxes lehrt die Sinnhaftigkeit des Lebens. Seine Feder wird erst abgesetzt, so ein Volksbruder oder eine Volksschwester den Weg nach Aetherius beschreitet und das letzte Kapitel der Phase des Autorseins vollendet. Der schwere Umschlag des Lebens öffnet und schließt sich unter dem wissenden Schreiber. So sollte ein jeder seine Taten beobachten und betrachten, sie rückwirken lassen, daraus lernen; sodass sein eigenes Werk nicht mit den Worten einer traurigen Tragödie, sondern mit der Beflügelung eines Heldenepos endet.


Syrabann


"Der Hexenmeisterfürst der Göttlichen, die uralte Quelle der Weisheit der Zauberer. Vom Lehrling seid gesegnet und vom Lehrling seid gepriesen. Ehre sei dem Hexenmeistergott und dem geheiligten Ring."

Hexenmeisterfürst, Gott der Lehrlinge, Stiller des Wissensdurstes. Wo Magnus das Werkzeug schuf, ist Syrabann allen Handwerkslehrlingen der vorbildhafte und strenge Meister, der sie in seinem verworrensten Wirken unterweist. Intelligenz, Geschick und allbei der nötige Mut zu seiner Anwendung stellen das verkörperte Gottesbild. Nie soll der Einzige verschlossen sein gegenüber neuen Pfaden und dem Wissen, das sich links und rechts am Wegesrand versteckt hält.

Lernt von Syrabann den Wissensdurst, lernt, dass Euer Leben bis zum Flattern des letzten Atemzugs das eines Schülers ist. Werdet Euch der Fakten gewahr und handelt nach ihnen, denn das Wissen, das sich der Schüler aneignet, ebnet ihm den Weg zum Aufstieg. Keiner von Euch ist allwissend und allmächtig, allein das ist eine erste Erkenntnis, die Syrabanns Wissen offenbart. Deswegen werdet Ihr die Lebensspanne Novizen in seinem heiligen Dienst sein, verschrieben der Aufgabe der Wissensmehrung und -Wahrung.
>> Manieren machen uns zu Menschen. <<

Dradclaw

Geselle

  • »Dradclaw« ist männlich
  • »Dradclaw« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 115

Gilde: Rollenspielgilde

Allianz: Unentschlossen

  • Nachricht senden

5

Sonntag, 4. August 2019, 19:37

2.2 Mythohistorie


Nou aldmeris mathmeldi admia aurane gandra sepredia av relleis ye brelyeis ye varlais.

Die Aldmer hatten viele Widrigkeiten zu überwinden. Es war die Reise eines ganzen Volkes über raue See in stürmischer Vorzeit, welche unsere Ahnen aus dem verlorenen Aldmeris nach Sommersend führte. Ihre Reise geschah nicht aus irgendeinem Grund. Es war das niederträchtige Menschenvolk. Sie brachten den Kampf in unser friedliches Land und schufen zerklüftetes Chaos, wo einst friedvolle Ordnung das Zepter hielt.

Seit diesen Urtagen schwelt das Blut Padomays in ihren Adern. Und schon damals bot der Gottkönig Auri-El mit dem entschlossenen Ritter an seiner Seite der menschlichen Masse, von niemand geringerem als dem großen Betrüger in den Krieg geführt die Stirn. Lorkhan.

Größter aller Feinde, Untergangstrommel, Urverräter. Solange das Herz Lorkhans schlägt, sollte es keinen Frieden geben. Auri-El wusste es. Trinimac, als auserwählter Champion von Auri-El, stellte sich Lorkhan und besiegte ihn vor dem Anblick der eigenen Truppen. Der Menschenschwarm musste mit ansehen, wie ihr schmächtiger Gottoffizier inmitten des Schlachtgetümmels fiel. Niedergerstreckt, kniend, wurde ihm das Herz durch Trinimacs eisernen Handschuh entrissen. Der leblose Körper fiel.

Doch es konnte nicht zerstört werden - Wieder einmal hinterging Lorkhan die Pläne der Götter. Eine glanzvolle Zukunft sollte nicht gestattet sein, nicht, solang die Horde der Menschen frei kämpfen konnte. Sie verbannten das Herz, versteckten es, tief auf dem Meeresgrund. Eine Flutwelle aus Rage und Furor erhob sich in massive Höhen, türmte sich auf, warf einen gigantischen Schatten voraus. Sie verschluckte das Land und unsere Ahnen wurden unter dem großen Torinaan zu ihrer Reise gezwungen.

Das Land, das sie entdeckten, tauften sie Auridon. Die Küste, an der sie anlandeten, tauften sie die Landung der Neunbug. Und die erste Stadt, die sie errichteten, sollte den Namen Ersthalt tragen. Doch das Land, das sie besiedeln wollten, war nicht immer von solch edelmütiger Harmonie, in der es heute gedeiht.

Urtümliche Wesen, riesenhafte Feen. Das Land Auridons schien verwunschen durch unberührtes Wildleben und es war Hochfürst Torinaan, der dieses Land allen widersprechenden Umständen zum Trotze befriedete und kolonisierte. Alle, die sich den Aldmer in den Weg stellten, wurden vernichtet. Er ließ sich nicht von der jungen Vergangenheit niederwerfen. In ihm schlug das Herz eines Entdeckers, eines Eroberers und eines Anführers. Sie fochten gemeinsam, Seite an Seite, in unzähligen Schlachten und Kriegen gegen die Krecken und waren immerzu siegreich. Es schien, als solle die Geschichte auf diesem neuen Kontinent, auf Tamriel, eine gute werden.

Doch dann geschah es: Etliche Jahrtausende darauf rebellierten Gruppen aus dem eigenen Volk. Es brauchte nicht mehr die Menschheit, welche den Krieg und den Konflikt in die Heimat brachte - es genügte die bloße Schwäche des fragilen Verstandes und die verruchten Verführungen daedrischer Verunglimpfung der Ordnung reichten aus. In die goldene Antizipation der Zukunft woben sich schwarze Stränge; es rumorte im Kessel der Einigkeit.

Manche sprengten das Eisen, das ihre Ordnung war, rissen Löcher in die Wand und brachen mit der Proklamation eines Schismas auf - unter dem Pochen auf eine intellektuelle, höhergestellte Freiheit, dem Glauben zu folgen, der von einem vermeintlichen Propheten in einem lächerlichen Gossentheater vorgegaukelt ward; unter der schweinisch animalischen Stümperphilosophie, das ihnen das primitive Leben im Wald genüge; unter dem blinden Gefolgsam der Verdorbenheit des nunmehr durch daedrische Dogmen gefallenen Gottes.

Seither gaben sie sich alle neue Namen, um ihre Abspaltung zu den Vorfahren zu verdeutlichen, als haben sie je Ungnade oder Schmach erleiden müssen, die nicht dem höheren Wohl des Volkes diente. Chimer, Bosmer, Orsimer. Je weiter sie sich von ihren Urvätern und -Müttern entfernen, desto stärker verblassen die Geschenke, die sie den stolzen Aldmer verliehen. Zurecht. Wer die guten Intentionen der Aldmer mit dem heißen Schmiedeeisen der Revolution verunglimpft, der ist keinen vergebenden Blick mehr wert.
>> Manieren machen uns zu Menschen. <<

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Dradclaw« (4. August 2019, 19:47)


Dradclaw

Geselle

  • »Dradclaw« ist männlich
  • »Dradclaw« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 115

Gilde: Rollenspielgilde

Allianz: Unentschlossen

  • Nachricht senden

6

Sonntag, 4. August 2019, 19:45

2.3 Das historische Erbe



Nun müssen wir schauen, was die Mythohistorie für das aldmerische Erbe bedeutet, um es leben, verkörpern und in Devotion an unsere Ahnen ehren zu können. Schon immer waren die in Adamant schimmernden Krieger und Feldherren der Aldmer begnadete Kämpfer. Es ist ihre Präzision, die sich mit dem scharfen Verstand die Hand reicht. Doch ob all der Meisterung in vielerlei Formen der Kriegsführung darf nicht in Vergessenheit geraten, was uns davon abhielt zu verrohen.

Wir sind kein Volk, welches das Massaker und den Blutdurst eines Berserkers seinen Soldaten anerzieht. Schon in der Vergangenheit, sei es durch das reine Gewährenlassen der Herausbildung der Chimer, sei es durch ausgebliebene Barbarei an den Menschenvölkern - obgleich jeder Grund bestünde - zeigte sich, dass unser Volk den Zorn, aber nicht die kopflose Vergeltung kennt.

Ein Welwa ohne Kopf verdurstet. So sollten wir uns niemals von der Selbstdisziplin und der Besonnenheit abspalten. Mitgefühl ist, bei all der berechtigten Verachtung gegenüber den niederen Kulturen, eine unserer größten Stärken. So, wie die Götter auf Mundus schauen, so haben wir auf die Völker unter uns zu sehen; mit angemessener Überlegenheit, doch ohne Grausamkeit. Es ist keine Demonstration der Stärke, wenn der Riese den Skeever zertritt.


Barra agea ry sou karan.

Mehr noch waren wir seit jeher Denker und Philosophen. Ein Erbe das uns, mit dem uralten Wissen der Schöpfung gesegnet, zu dieser Hochkultur verhalf, wie sie sich auf Sommersend ausbreitete. Wir nahmen die Bräuche und die Überlieferungen der Aldmer auf, diese hielten die Ehlnofey in Ehren, welche selbst wandelnde et'Ada waren.

Es ist überdeutlich; durch die Weitergabe des alten Gedankenguts und des Wissens, das noch von den Aedra selbst stammt, können wir uns die Größe beibehalten, die seit dem Verrat Lorkhans überdauert. Lasset das Wissen sämtliche Bereiche der Gesellschaft durchdringen. Wir urteilen über einen Bruder oder eine Schwester, indem wir dessen Ideen und Geist anerkennen oder ablehnen.

Dummheit und Impulsivität sollte gar mit vernichtender Ablehnung gestraft werden; sie sind die Negationen unseres erhabenen Intellekts, sie sind die Scheuklappen in einem wuchernden Paradies. Nur die Jugend und der Narr stiften absichtliche Kontroversen, um für eine kurze Zeit in einem zweifelhaften Ruhmeslicht zu baden und den Blick des Adlers auf sich zu spüren - weiß er doch, der droben über den Dingen schwebt und für den hitziger Zwist nicht viel mehr als das Geplärre kleiner Würmer ist, dass jene Unstimmigkeiten von kurzlebiger Dauer sind.

Es wäre für ihn von einer weit eklatanteren Natur, würde der Streitsüchtige sich mit den seinigen verbünden und Türme bauen, die er auch in der Höhe umfliegen müsste. Tatsächlich bauten wir damals, geeint unter geteilter Vision, hohe und wertvolle Türme, die noch heute nicht unerheblich für das Geschehen dieser Welt sind.

Dass wir aufhörten, hohe Gebilde mit Bedeutung zu verwirklichen - nicht nur wörtlich, sondern auch metaphorisch gesprochen - ist ein Symptom dieser post-schismatischen Zeit. Eines, das gilt geheilt zu werden, möchten wir an die Erhabenheit unserer Ahnherren anknüpfen.

Unser wahres Erbe diktiert uns einen religiösen Zusammenhalt, der tief in der Gesellschaft verwurzelt sein muss. Dieser Glauben konstituiert sich durch eine tief verwurzelte Hingabe an unsere aedrischen Ahnen. Mit ihm ist es wie mit einer Fensterscheibe im Haus des Geistes; wird sie durch Ketzerei verunreinigt und beschmutzt, so wird es Dunkel im Innern.

Also muss auch das Glaubensgerüst stetig gepflegt und verteidigt werden, denn es existieren zahllose Mächte, die versuchen, es tagtäglich niederzureißen und uns dieser Stütze zu berauben. Wir dürfen nicht zulassen, dass jemand wie Veloth der Verführer jemals wieder sein fauliges Gedankengut verbreitet. Es darf keinen dritten Exodus durch die manipulative Intervention daedrischer Mächte geben, wie sie einst schändliche Fürsten einfädelten.

Lernen wir aus den Fehlgriffen und den schmachvollen Zeiten vergangener Ereignisse und ziehen wir die notwendigen Konsequenzen. Die Etablierung einer göttlichen Strafbehörde, welche das kirchliche Gesetz untrennbar mit allen restlichen Gesetzesarten verwebt ist daher nur stringent - doch belassen wir es nicht dabei. Die Idee der vollendeten Freiheit unter der Maxime hegemonial aedrischer Postulate muss bis in jeden Haushalt auf Sommersend vordringen.

Es ist eine höchst individuelle Angelegenheit, die göttlichen Grundsätze zu internalisieren und doch führt sie zu einer hohen Emergenz unseres Volkes, das letzthin kollektiv dem Alaxon so nah wie selten kommen könnte. Nur allzu starke Querdenker, Apostaten, Häretiker und Aprax sind Sandkörner im Auge der göttlichen Vision.

Das Streben nach Perfektion, der scheinende Gang auf dem Pfad des Alaxon, ist ein Ausdruck unseres historischen Erbes. Die Aedra verkörpern nicht weniger als Perfektion - gäbe es nur sie, befreit von verräterischen Kräften, die Aurbis wie parasitäre Würmer säumen, so lebten wir in dem strahlenden Reich Aetherius.

Dort ist die Perfektion verortet, ein Quell von Macht, Erleuchtung und Harmonie im Ebenbild eines goldenen Himmels. Es ist eine Perfektion, die wir zu erreichen streben sollten; das allerhöchste Ziel des Pfads zum Alaxon ist daher die Wiedervereinigung mit unseren Urahnen. Doch damit ist es nicht getan. Mag der Alaxon auch wie schimmernder Aetherquarz am Ende der harmonischen Allee leuchten, so ist es lockend, eine Abkürzung zu nehmen.

Wer jedoch den Weg nicht vollends geht, den es zum wahrhaftigen Aufstieg benötigt, wird ihn nie erfahren. Und doch glänzen die Methoden zur Aszension im Angesichte ihres Ziels wie sonnengeblasenes Glas - Nachkommen, die der Anforderung des Alaxon nicht entsprechen, müssen entsorgt werden, ebenso wie es gilt Schwächen und Fehlbarkeiten in jeder Situation und Lebenslage rigoros zu bekämpfen.

Es ist bezeichnend, dass die Menschen ihre Entschuldigung für Fehlertoleranz von dem Wort für ihre eigene Spezies herleiten - "Menschlichkeit" ist für sie nichts anderes als die beschämende Apologie für die Fehler und Abweichungen an ihren defektiven Idealen. Solcherlei Toleranz hat im Angesicht des steten Strebens keinen Platz.

Jeder Verstoß, welcher der Perfektion widerstrebt bedarf einer Sanktionierung. Gleich, ob diese dem Rückschritt angemessen bloß in der Missachtung der Volksgeschwister avancieren oder durch die strenge Hand des Thalmor auferlegt werden. Eine Gesellschaft, die Fehlertoleranz als irgendeinen Ausdruck göttlicher Paradoxie predigt, schießt sich damit völlig eigenständig in die zweck- und trieblose Askese.

Denn der Grat zwischen Toleranz kleinster Vergehen und schwerwiegender Inkonsequenz ist schmal und die angrenzenden Gipfel bezeichnen sich gern als Faulheit, Blendwerk und Apathie.

Die Perfektion ist allerdings mehr als die Abwesenheit von Fehlern - Perfektion ist nicht, zu atmen, weil darin kein Fehler erkannt werden kann. Der Alaxon fordert demgemäß aktive Taten, denen es nicht an Perfektion mangelt. Manche Taten sind besser als andere, reichen daher höher an die erstrebte Perfektion heran, andere hingegen führen zu Rückschritten.

Die Calian ist ein hoher Ausdruck für Perfektion in unserem Volk. Und in einem Volk, das konsequent, fehlerlos und befreit von Schwäche lebt, würde ein jeder eine Calian tragen. Dass dem nicht so ist, zeigt, dass auch unser Volk von Fehlern geplagt wird und der Kampf gegen sie zur Durchsetzung des aldmerischen Erbes kontinuierlich ist.
>> Manieren machen uns zu Menschen. <<

Dradclaw

Geselle

  • »Dradclaw« ist männlich
  • »Dradclaw« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 115

Gilde: Rollenspielgilde

Allianz: Unentschlossen

  • Nachricht senden

7

Sonntag, 4. August 2019, 19:50

3. Von den Schwächen der Völker


Va garlas agea, gravia ye goria, lattia mallari av malatu.

Die geschmacklose Wahrheit, dass die Völker Tamriels von ein und demselben Gottesvolk abstammen, wird gerne verdrängt. Für manche ist es das bloße beharren darauf, dass die Altmer grundverschieden von allem, was sonst existiert, sind.

Für andere, die ihren pathetischen und inhaltslosen Reden in neuester Prosa lauthals Form verleihen, sind die restlichen Völker kaum eine Betrachtung wert; entweder sollten sie vollends ausgegrenzt oder ignoriert werden, meist läuft es Hand in Hand.

Führt man eine Unterhaltung mit Ephem, so bezeichnen sie unsereins gerne als arrogant, rassistisch und steif. Mich lehrten die Tage in Cyrodiil, dass diese Fehleinschätzungen in dem vollumfänglichen Unverständnis unserer Geschichte, Gesellschaft und Kultur begründet liegen. Durch eine lang anhaltende Isolation wuchsen wir innerhalb eines hermetischen Zeitalters zu einer geistigen Kraft heran, die in dieser Dimension ihresgleichen sucht.

Es ist jedoch ein Nebeneffekt, dass keinerlei unserer Errungenschaften ein stabiles Fundament in fremden Kulturen errichten konnte, solang sie bloß um sich selbst zirkulierte. Also müssen wir verstehen, dass in unserer Abwesenheit andere einflussreiche Kräfte unsere einstigen Brüder und Schwestern so abartig stark fehlleiteten, dass sich ein überschäumender Pluralismus an Irrglauben, Unzweckmäßigkeiten und Phantasmen herausbildete.

Er gereichte dazu, dass unsere merischen Verwandten schwarze Haut bekamen, sie an Körpergröße verloren, an einschränkendem Temperament zunahmen, dass ihnen Hauer aus dem Kiefer wuchsen und sie Phynasters Gaben verlernten.

Man darf ihnen nicht böse sein; sie wissen und wussten es nicht besser, sind indoktriniert und verdorben durch Mächte, die wir bekämpfen und zu ihrer Kommandantur wurden. Und dennoch soll dieser Umstand nicht davon ablenken, dass Schwächen in all diesen Völkern existieren.

Ihre Anfälligkeit für üble Illusionen vorweg, haben sich Reihen an Missbildungen und Deformationen ergeben, welche uns eine Lehre durch die Betrachtung der Fehler in den hässlichen und dunklen Höhlen der Fremdheit sein sollen. Denn dort, wie unsere alten Geschwister wussten, leuchtet das Gold der Wahrheit. Und in der Wahrheit liegt das Wissen.
>> Manieren machen uns zu Menschen. <<

Dradclaw

Geselle

  • »Dradclaw« ist männlich
  • »Dradclaw« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 115

Gilde: Rollenspielgilde

Allianz: Unentschlossen

  • Nachricht senden

8

Sonntag, 4. August 2019, 19:58

3.1 Von den Schwächen der Dunmer


Die Dunkelelfen, Verfluchte, Glücklose und Erzverräter. Es ist schwierig, ihre Verfehlungen und Missetaten aus einem neutralen Licht zu beschauen, was zweifellos notwendig ist, um eine wahre Lehre daraus zu ziehen. Die Geschichte ihrer Verfehlungen beginnt, wie bei den meisten makelverseuchten Mer, mit dem zweiten Exodus.

Veloth, ihr verehrter Prophet, war der erste Chimer, der beeinflusst durch einen daedrischen Fürsten viele seiner Merbrüder mit in den von ihm gerissenen Abgrund führte. Von Boethiah besessen, schmiedete er mit ihm einen Pakt, der den Untergang Trinimacs, dem gelobten Gottkrieger, besiegelte. Nur aus dem Hinterhalt und mit der Hilfe Mephalas konnte Boethiah den Sieg erringen und die Anhänger seiner Lehren derartig einer Illusion erliegend desillusionieren, dass sie den Fortgang der Chimer nicht mehr verhinderten. Doch dies war bloß der Anfang der großen Verräterserie, welche die Dunmer ihre Geschichte nennen.

Auf ihrer Suche nach einem neuen Land, das sie später Resdayn nennen sollten, erlagen sie mehr und mehr einer verfluchten Anbetung daedrischer Fürsten. Sie ordneten den Stimmen, die sie hörten und ihnen zuflüsterten die Bezeichnung "guter" Daedra zu und ließen sich gleichzeitig dazu hinreißen, die vermutlichen Feinde ihrer "guten" Daedra ebenso als ihre Feinde anzuerkennen, unwissend, dass sie damit zu Schachfiguren in einem immerwährenden Krieg der Kräfte Oblivions um die Herrschaft über die Bewohner Nirns wurden. Unhinterfragt akzeptierten sie, was ihnen die dunklen Mächte vorpredigten.

Unvorbereitet wie sie waren, von kleiner Zahl und schwächlich durch die Reise, stießen sie in Resdayn angekommen auf den Widerstand seiner Bewohner. Orks, Nedier und Dwemer wurden zu ihren neuen Gegnern. Und anders, als es die Aldmer vermochten Sommersend zu kolonisieren, entzog sich dieses unwirsche Land mit seinen Bewohnern dem Griff der Chimer. Andauernde Schlachten kosteten die Chimer ihre nicht einmal existente Hoch-Zeit und es kam der Moment, da sie von dem barbarischen Volk der Nord unterworfen wurden.

Erst mit dem Kriechen vor ihren Stiefelspitzen konnten sie im Hintergrund einen Aufstand organisieren, der ihnen gelang; zu einem hohen Preis. Die Dwemer, jene hochentwickelte Rasse, verbündete sich mit den Chimer, doch bloß, um keine dreihundert Jahre später einem Verrat zu unterliegen. Die hinterhältigen Chimer attackierten die dwemerischen Kräfte mit dem Segen ihrer unheiligen Götter und riefen Führer in dieser kriegsgezeichneten Zeit aus, welche später zu ihrem Tribunal werden sollten, zu ihren "lebenden Göttern", die alles andere als das sind.

Mehr noch - als sei es eine Sucht, Verrat und Heuchelei zu begehen, brachen die Chimer den Pakt mit einem ihrer daedrischen Lügenfürsten und wurden dafür verflucht. Ihre dunkle Hautfarbe sollte sie für ewig daran erinnern, was für ein Volk von verdammten und lügenbesessenen Abscheulichkeiten sie sind. Dunmer war der Name, den sie sich nun gaben, in Einsicht ihrer Niedertracht. Die einzigen Profiteure, die willentlich die Verfluchung ihres ganzen Volkes in Kauf nahmen, war das selbsterkorene Tribunal.

"Götter", die durch Intrigen zu Macht kamen und nunmehr den Glauben aufrecht erhalten müssen, indem sie Gesteinsbrocken über ihrer Stadt schweben lassen, um ihr zu drohen, sollte sie vom Glauben abfallen; die eigenbrötlicher Arbeit nachgehen und sich nicht um ihr Volk sorgen; die verwirrt und desorientiert in Palästen sitzen und sich als Mutter des Volkes ausgeben, während sie nicht einmal selbst die gleiche Hautfarbe der Niedertracht tragen.

Diese Geschichte der Dunmer ist das Mahnmal und eine horrende Warnung an die Anbetung und Paktierung mit daedrischen Kräften. Sie sind trügerisch, können bekannte Gestalten annehmen, verführen und leiten letztlich nur in die Knechtschaft und Unfreiheit. Ironisch, dass die Dunmer diesen Umstand selbst durch eine ausgeprägte Sklavenkultur kompensieren müssen; fast, als haben sie Jahrtausende der Schmach nie wirklich akzeptiert. Die Unterteilung von Kräften, die sich in ihrer Vollständigkeit dem Zugriff eines sterblichen Verstands entziehen vorzunehmen und zu behaupten, es gäbe gute und schlechte Daedra, ist ein umfassend großer Fehler.

Es kann nur gut und sicher sein, wenn jede daedrische Kraft, die zu intervenieren versucht abgewehrt wird, weil wir uns nie ihrer Intentionen oder Vorhaben bewusst sein können, weil selbst die für den gesunden Verstand "gut" erscheinenden Daedra äußerst destruktive Absichten pflegen können, weil wir nicht wissen, was die Kräfte Oblivions mit unserer Welt vorhaben. So, wie Molag Bal offen sein Gesicht zeigt, so könnte auch eine Azura oder eine Meridia die düstersten Absichten hegen und endlose Pein, Fruchtlosigkeit und Verdorrtheit über uns bringen wollen. Möglicherweise hat sich das Volk der Dunmer zu einer sterblichen Armee daedrischen Einflusses geschmiedet, allein durch Verrat und einer abscheulich stark desintegrativen Moral.

Ihre Kultur spiegelt das Wesen wieder. Adelshäuser, welche im ständigen Konflikt untereinander stehen, offen die Armeen im eigenen Land fechten lassen und gar einen ganzen Mordapparat billigen, der ihnen allen zugutekommt um Frevel und Verrat in den eigenen Reihen zu begehen. Es ist beinahe unmöglich, die Absurdität dieser dort als normal und "kulturell" verstandener Umstände in adäquate Worte zu fassen.

Sie haben sich eine Gesellschaft geschaffen, die List und Tücke über wahren Intellekt und Perfektion stellt. Zwietracht ist omnipräsent und der Kampf um Machterhalt ist in martialisch gefochtenen Methoden degeneriert, die nichts als Kontingenz und ewigwährender Unsicherheit stiften.

Um ihre brüchige Gesellschaft zu stabilisieren und annähernd etwas herzustellen, dass sie im Kontrast zu einem Feindbild eint, nahmen sie sich ihre geographischen Nachbarn herbei. Besonders die Argonier waren, aufgrund ihrer primitiven Lebensweise und der schwächlichen Zersplitterung in eine kleinteilige Stammeskultur beliebte Opfer für etliche Dekaden ruchloser Sklavenjagd. Kaum befanden sie sich im Besitz ihrer Unterwerfer, wurden sie zu großen Teilen auf Plantagen zur Feldarbeit unter Androhung von Peitschenschlägen und anderen Strafen gezwungen.

Teils ist dieser Umstand heute noch zu finden; nicht alle Häuser halten sich an die Direktive ihres gegründeten Pakts und schon gar nicht sind ihm alle beigetreten. Dafür mangelt es dieser gespaltenen Kultur an Einigkeit und einem gemeinsam formulierten Ziel. Egoismus, Egotismus und Egozentrismus in adlig korrumpierter Abhorreszenz sind dort wertvolle und oft erfolgreiche Persönlichkeitsideale für individuelle Mer genauso wie für ganze Häuser. Wer besser morden und hintergehen kann, gewinnt; ganz nach den Leitprinzipien von Boethiah und Mephala.

Wir dürfen, auf dem weiteren Weg und unter der Wahrung des aldmerischen Erbes, niemals dem Zwietracht und den Intrigen verfallen. Es ist unsere Pflicht, geeint eine Vision zu verfolgen und Dispute nie zu Intrigen werden zu lassen, die einander schaden, Misstrauen fördern und letzthin gar Mord bedeuten können.

Daedrische Einflüsse sind unter jedem Blickwinkel zu verdammen, gleich welcher Fürst sein düsteres Antlitz präsentiert, denn ihr Handeln hat zu oft bewiesen, dass die Intentionen eine nebulöse Aura umgeben, nicht berechenbar sind und ihr Interesse an Interventionen zu bekämpfen ist. Die Dunmer sollen uns das größte Mahnmal für ein Volk, das unter dem Einfluss von Daedra lebt, sein.
>> Manieren machen uns zu Menschen. <<