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Jassillia

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Gilde: Die gekreuzten Klingen

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Samstag, 12. Januar 2019, 16:30



Nach dem intensiven Gespräch mit Bruder Corentin, suchte Jassillia ihr Arbeitszimmer auf. Dort hatte ein Dolch den Brief des Hauptmannes noch immer in der Tischplatte fixiert. Daneben lag der Stapel der eingereichten Packlisten.
Über beides beugte sie sich, die gerüsteten Hände auf den Tisch gestützt. Schweigend ließ sie die letzten Stunden Revue passieren.
So mochten Minuten vergehen, in denen sie die Augen geschlossen hielt, kontrollierter Atem ihre Lungen und die teure Rüstung füllte.

"Du hast Dich mit der Falschen angelegt!", flüsterte sie leise und verbissen. "Niemand, wahrlich niemand wird mir meinen Orden nehmen, mein Handeln, meine Reiter!".
Worte, in denen sie die Packlisten vom Tisch fegte und mit wehendem Umhang ihr Arbeitszimmer verließ, noch immer hatte sie keine Zeit gefunden, Rüstung, Wams und eben jenen abzulegen.
"HOLT DIE KARREN!" donnerte es plötzlich durchs Gemäuer "SCHMÜCKT SIE MIT LÖWE UND DEM ZEICHEN DES HAUSES MURAILLE!"

Und so sollte es geschehen, dass noch des Nachts und in Eiseskälte die Karren für die Reise vorbereitet wurden und sie nach getaner Arbeit deutlich machten, dass hinter diesen Zeichen mehr als nur ein Name stand.
Danach ließ sie Melisande, Servan und Fennar zu sich rufen.

Etwas war in der Ordensmeisterin zerbrochen und wenn es nur ihr altes, chaotisches Handeln war.
Nun wurde es endlich Zeit ihren Gemahl über all das zu unterrichten..


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Mittwoch, 16. Januar 2019, 07:13



Aufbruch Richtung Dolchsturz


Reisetagebuch: 16ter Tag des Monats Morgenstern

Ankunft in Aldfelden
In Aldfelden bestätigte man uns das Abschlachten von fünf Soldaten, die im Auftrag eines Hauptmannes aus Dolchsturz die Seherin Rava wegen angeblicher Hexerei und Ketzerei festsetzen sollten. Die blutigen Überreste jener Männer in Uniform des Bündnisses hatte man in den umliegenden Bäumen gefunden.
Täter soll laut den Meinungen von Bürgern und Soldaten in Aldfelden Rava selbst gewesen sein.
Es fiel auf, dass man uns von Seiten der Soldaten zum Teil mit skeptischem Blick gegenüber trat.
Die Reiter wurden aufgrund der brisanten Lage angewiesen Ärger und Aufsehen zu vermeiden.

Das Pflastern von Toten in den letzten Tagen wird zum bitteren Beigeschmack schon zu Beginn unserer Reise.

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Donnerstag, 17. Januar 2019, 06:52



Tagebuch-Eintrag des Knappen Forester


Wir sind wieder auf Reisen, ich bin sehr gespannt darauf wie es wird!
Ich meine es wird hoffentlich ein großartiges Abenteuer und so, das wäre wirklich toll. Ich bin total unruhig deswegen und kann sogar nicht wirklich schlafen, ich bin dabei auch gerade nicht müde. Ich frage mich ob wir so ähnliche Sachen erleben wie in meinen Buch, ich weiß was drinnen steht, ist nur erfunden, es wäre aber trotzdem toll.

Ich bin dabei auch froh das wir mit Karren und allen unterwegs sind, es ist doch angenehmer mit mehr Platz und Sachen zu reisen. Wenn wir mit nur leichten Gepäck gereist wären, hätte der Platz wohl kaum für mein Buch und mein neues Notizbuch gereicht. Ich weiß ich mache damit voll Emelyne und Liniphia nach, die haben glaube ich auch ihre dabei, aber ich fand es eine total gute Idee und wollte es auch machen. Ich geb mir sogar voll die Mühe mit den Schreiben und allen.
Ich meine es wäre voll schade um das Buch wenn ich einfach nur rumschieren würde.
Aber wie oft ich dazukomme wirklich Einträge zu machen weiß ich nicht, es gibt nämlich viel zu tun. Neben den Zeltaufbauen, was voll schwer ist, muss ich mich noch um mein Pferd und das von der Ordensmeisterin kümmern.
Mein Pferd ist irgendwie nett, ich habe zwar keine Ahnung wie es heißt oder ob es männlein oda weiblein ist, aber ich mag es trotzdem, wenn es auch manchmal voll Zickig ist und auch albern. Immer wenn ich es satteln will, schmeißt es mir mindestens einmal die Satteldecke um die Ohren. Die Pferde der anderen sind da gut erzogen und machen keine Faxen, gestern ist es sogar durch das Zeltlager gewandert, weil ich es nicht ordentlich angebunden habe. Ich hoffe das hat niemand gesehen, sonst gibt es wieder ärger. Zum Glück ist nichts schlimmes passiert. Der Magnus, der ist in letzter Zeit total streng mit mir, ich weiß gar nicht warum. Ich frage mich warum er eigentlich so sehr Nüsse mag, dass er es sogar im Namen trägt.
Er hat mich während des Rittes andauernt angeschaut und total mit ernsten Blick beobachtet während ich das Banner tragen durfte. Es hat mich voll Stolz gemacht, es tragen zu dürfen. Die Ordensmeisterin hat sogar gesagt, dass ich meine Arbeit gut gemacht habe! Das war toll, auch wenn das Banner schwer und unhandlich war, weil ich auch noch die Zügel halten musste vom Pferd.
Aber ich hab es trotzdem geschafft. Ich hoffe es gibt wieder, wie früher an der Goldküste Übungskämpfe, die haben immer Spaß gemacht und für Kurzweile gesorgt und sind mir lieber als rumzusitzen. Vielleicht finde ich jemanden, ich habe zwar noch nicht mein Schwert von der Ordensmeisterin bekommen, aber das muss ich mir erst sicher verdienen und so.
Wenn Zeit ist, finde ich vielleicht jemanden sogar morgen, ich frag einfach mal rum.
Wenn nicht und wir noch etwas bleiben, dann darf ich vielleicht sogar mit den anderen ausreiten. Ich hoffe die Ordensmeisterin gibt mir die Erlaubnis dazu, vielleicht erleben wir dann sogar ein Abenteuer oder irgendetwas spannendes. Vielleicht finden wir sogar was, wie eine Festungsruine oder eine Höhle zum Erkunden!
Aber das wäre dann sicher viel zu Gefährlich um da, dann alleine rein zu gehen.
Es wäre trotzdem spannend, vielleicht dann nur ein paar Schritte reingehen oder so! Und es wäre auch voll die gute Reitübungen, wenn wir mal einfach etwas durch die Gegend reiten, auch etwas schneller als immer dieses Lauftempo in der Gruppe und die Gegend erkunden macht sicher Spaß! Es sieht ein bisschen aus wie bei mir zu Hause, auch wenn es hier viel kälter ist.
Ich bin extrem aufgeregt wegen der Reise und allem! Vielleicht kann ich sogar morgen mal dieses Dorf oder die Stadt kurz erkunden, wenn ich mit allen meinen Aufgaben fertig bin und wir morgen nicht ausreiten oder ich jemanden für einen Übungskampf finde.
Nun sollte ich wirklich schlafen, ansonsten bin ich morgen wieder so müde.

< Gedanken eines jungen Mannes, während sich aus dem Süden gut zwei Hand voll berittene Soldaten Richtung Aldfelden näherten. >

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Donnerstag, 17. Januar 2019, 23:34



Ein gefährliches Spiel beginnt..


< Noch ehe die Soldaten aus Dolchsturz Aldfelden erreichten, tauchte ein Bote dort auf. Er bestand darauf, seine Nachricht persönlich und einzig und allein an die Ordensmeisterin zu überbringen. Auffällig war, dass der Bote keineswegs den weit verbreiteten Stadtboten angehörte, sondern der Kleidung nach ein Vertreter der Magiergilde war. Er wirkte sehr ernst und förmlich und brach unmittelbar nach der Übergabe des Briefes mit einem respektvollen, doch knappen Abschiedsgruß wieder auf.

Der Brief stammte von Namir al-Rashid. Trotz des Umstandes, dass er ein Schreiberling ist, neigte seine Schrift schon immer dazu, ein wenig kritzelig zu wirken. Dieses mal aber zeigte sich die Federführung noch unsauberer, die Nachricht offensichtlich in großer Eile verfasst.

So nahm Jassillia den Brief zur Hand und nach einer einhergehenden Verwunderung um diesen Boten, las sie jene Worte und mit jeder gelesenen Zeile verhärteten sich ihre Gesichtszüge.>

Hochgeschätzte Ordensmeisterin,

aufgrund der Dringlichkeit und akut drohenden Gefahr komme ich geradewegs zum Thema: Eure Jagd nach dem Rattenmeister ist längst nicht mehr Eure persönliche Angelegenheit. Sie hat Ausmaße angenommen, die weit über das hinaus gehen, was wir uns bisher vorstellen konnten. Euer gesamter Orden schwebt ebenso in Gefahr wie das Haus der Wissenschaft!

Versucht, mehr über einen Hauptmann namens Caspar Delorn herauszufinden. Er scheint bei alledem eine wichtige Rolle zu spielen. Er wird alles daran setzen, Eurem Orden Verrat und Ketzerei anzuhängen, als Vorwand, den Orden zu zerschlagen und Euch ins Gefängnis zu bringen. Dort wird es dann ein leichtes sein, Euch unauffällig verschwinden zu lassen.

Es gab in Wegesruh einen Versuch, mich umzubringen. Ein als Unfall getarnter Anschlag, dem ich nur mit viel Glück entrinnen konnte. Ich will und kann hier nicht auf Einzelheiten eingehen, nur so viel: ich habe jetzt eine Leibwache an meiner Seite, einen Kampfmagier, der ein wachsames Auge auf mich haben wird. Madame Barneau wird ihren Einfluss nutzen und die zuständigen Behörden in Wegesruh informieren, daß es Versuche geben könnte, das Haus der Wissenschaft aufgrund falscher Behauptungen und Anschuldigungen schließen zu lassen. Ich selbst werde in Kürze Wegesruh für unbestimmte Zeit verlassen und mich einer Expedition anschließen. Ich kann Euch nur eindringlich warnen: Eure Feinde warten nur darauf, daß Ihr einen Fehler macht, der letztlich das Ende für den Orden, das Forscherhaus, und unser aller Leben bedeutet!

Das Haus der Wissenschaft steht weiter treu an der Seite des Ordens, doch die derzeitige Bedrohung zwingt mich dazu, von weiteren Nachforschungen zum Rattenmeister abzusehen. Lasst Euch nicht von Rachegfühlen leiten, sondern geht mit größter Vorsicht vor! Das hier ist kein offener Kampf, der Frandar do Hunding ehren würde. Das hier ist ein brandgefährliches Intrigenspiel voller Täuschung und Verrat!


mögen die Götter uns beistehen
Namir al-Rashid

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Montag, 21. Januar 2019, 08:15

Ankunft in Dolchsturz




Drei Tage nach dem Aufenthalt in Aldfelden näherte sich die Reiter den Stadttoren von Dolchsturz. Offensichtlich hatte es weder einen Kampf noch Festnahmen gegeben. Mit Leutnant von Hohenlauf, der die 20 Soldaten in den Norden gebracht hatte, fand man offensichtlich einen wichtigen wie benötigten Verbündeten.
Unbeschadet und sämtlicher Reiter bestückt, ließ man die Pferde und Karren vor den Toren und unter Wachschutz stehen, die erst später in die Stadt gebracht wurden. Man wollte offensichtlich kein großes Aufheben um die Ankunft machen, schien die Lage ohnehin angespannt genug.



Schon kurz nach einem entsprechenden Gruß an die Wachsoldaten erfuhr man, dass der Vater von Emelyne Varnberg festgesetzt wurde. Hauptmann Delorn ließ ausrichten, dass er die Ordensmeisterin und auch Emelyne zu sprechen wünscht. Man nahm diesen Befehl entgegen, doch wurde kein gezielter Zeitpunkt genannt. Entsprechend legte man es wohl darauf an und ließ den Hauptmann warten, hatte er im ersten Schreiben eine Frist von 14 Tagen gesetzt und jene war noch nicht abgelaufen.
Zeit, um weitere Informationen über diesen Mann zu sammeln.
Ein gewagtes Unterfangen, begann man auf dem Marktplatz Hetze gegen Fremdländer und auch den Orden zu betreiben. Selbst vor den Toren der Stadt sollten wohl solche Hetztiraden zum Besten gegeben werden.
Schutz wurde nun in den beiden kleinen Stadthäusern der Familien Honesta und Muraille gesucht, wie vorrangig in der Kathedrale. Sämtlichen Reitern wurde untersagt, sich groß in der Stadt zu zeigen, fehlende Informationen sollten im Stillen und von nur Wenigen eingeholt werden.

Auch Namir erhielt eine Antwort auf sein Schreiben.

Werter Namir,

meine Warnung, die ich an Euch richten wollte, kam leider zu spät.
Es tut mir aufrichtig leid, dass Ihr in einer Art in diesen Fall verwickelt wurdet, die man hatte nicht vorhersehen können. So hoffe ich, dass Ihr Euch bester Gesundheit erfreut und der Schutz an Eurer Seite nun Euer Leben bewahren wird.
Ich danke Euch von ganzem Herzen für Eure Mühen und Anstrengungen und wünsche Euch auf Eurer Expedition viel Erfolg. Ebenso kann und werde ich es nicht mehr verantworten, dass Unschuldige in Gefahr geraten. So möge den Einen Wissen und Forschung gegeben sein, den Anderen der Kampf um Gerechtigkeit.

Mein Segen auf Euren Reisen sei Euch gewiss.

Jassillia Muraille


Einen Tag später sollte man ein vertrauenswürdiges Mitglied innerhalb der Wachen aufsuchen. Ebenso erhielt die Ordensmeisterin den Hinweis, sich mit einer bisher noch unbekannten Person in der Kathedrale zu treffen. Müde, gezeichneter Schatten unter ihren Augen, blieb sie so an Emelynes Seite und wartete am Ort der Besinnung auf jenen, der da kommen sollte, an einer Stätte, an der sie ihr halbes Leben verbracht hatte.

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Dienstag, 22. Januar 2019, 23:42

Eine ungewöhnliche Begegnung


So sollte die Stunde der Begegnung erwachen.
Inmitten der Predigt und wie mitgeteilt, auf der rechten Empore, trafen er und sie aufeinander. Sie, gerüstet und bewaffnet, natürlich trug sie das Zeichen des Ordens. Er, mit prächtig grauem Bart, gekleidet einer Mönchsrobe.
Zunächst schien der Mann keine Notiz von der Ordensmeisterin zu nehmen und sich ganz auf den Prediger zu konzentrieren. Auf einen Gruß oder eine Ansprache seitens Jassillia ging er nicht ein. Erst nach einiger Zeit wandte er seine Aufmerksamkeit vom Prediger ab, der einige Fuß unter den beiden mit seinen Worten begann. Sein Blick, den er dann einen Moment lang auf die kleine Frau legte, sprach Spott und Tadel.

"Euer unbedarftes Verhalten hat leider unnötig viel Aufmerksamkeit ausgelöst. Wie dem auch sei. Die Zeit wird äußerst knapp. Madame Barneau lässt Euch Folgendes ausrichten..

Emelyne, die Tochter von Claudia von Varnberg, wurde am 1. Tag des Morgenstern geboren. Ein "Neujahrskind". Claudia von Varnberg hat kurz vor ihrem Verschwinden intensive Nachforschungen betrieben und einen Zusammenhang gesucht zwischen Neujahrskindern, Dwemern, und dem Rattenmeister. Der Grund für das Verschwinden von Claudia von Varnberg wurde nie gänzlich geklärt.
Und noch etwas solltet Ihr wissen, Hauptmann Caspar Delorn reitet einmal wöchentlich in die Wälder von Daenia. Folgt dem Pfad von Dolchsturz nach Deleynsmühl. Reitet ab der zweiten Brücke Richtung Norden, bis Ihr die Ruinen von Baelkind erreicht und dort wieder auf einen Pfad stoßt. Folgt dem Pfad immer weiter nach Norden, vorbei am Lager der Wyrdinnen. Ihr werdet auf eine verlassene Hütte stoßen. Dort werdet Ihr weitere Antworten finden.

Vermeidet während Eurer Reise unnötige Konflikte. Die Wyrdinnen werden Euch meiden, und die Rotkrähen werden keine ernstzunehmenden Gegner für Euch sein. Doch jedes unnötige Scharmützel weckt nur noch mehr Aufmerksamkeit. Brecht am besten unmittelbar auf. Den Überraschungsmoment habt Ihr ja bereits verloren, also bleibt Euch nur noch, dem Feind so wenig Zeit zu lassen, wie möglich. Jede Stunde, die Ihr verstreichen lasst, wird Eurem Feind Gelegenheit geben, den entscheidenden Schlag gegen Euch auszuführen.

Den Segen der Götter mit Euch."


Ein Treffen, wie sie es von Grund auf hasste. Informationen, die sie stutzig werden ließen.
Was in aller Götter Namen hatte Madame Barneau damit zu tun, Namirs Mäzenin, Gönnerin und Schweigende, wenn es um ihr wirkliches Dasein ging, so zumindest die Aussage Namirs. Woher wusste sie von alledem, wieso hatte Namir im letzten Gespräch nichts davon erwähnt?
Wusste er überhaupt, was sie wusste?
Der seltsame Unfall auf Namir stand plötzlich in einem ganz anderen Licht. War er darum so plötzlich verschwunden? Irgendwie hatte es den bitteren Beigeschmack der Feigheit oder war er dazu gezwungen worden, um nicht tiefer in diese Sache einzutauchen und aufzudecken, was unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit verborgen bleiben sollte?

Mit einem knappen Nicken verabschiedete sich der Mönch, wenn es denn überhaupt einer war und ließ Jassillia zurück, ohne weiter auf sie einzugehen. Niemand kannte ihn, niemand wusste, wer er ist.

So blickte sie auf die Türe, durch die der Fremde die Kathedrale wieder verlassen hatte, die Worte des Predigers hörte sie nicht. Gedanken rasten durch ihren Kopf, Möglichkeiten einer tiefgreifenden Verschwörung, Geplänkel von Macht und Intrigen. Fragen über Fragen.

Wenig später wurde ihr durch Bruder Corentin mitgeteilt, dass auch Branroux nun mit zwei ihrer Männer an der Sache dran war. Man selbst aber brach nicht auf, es roch nach Falle und Hinterhalt.
Nur einer sollte den Hauptmann im Auge behalten, ein Mann..der Schatten.

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Donnerstag, 24. Januar 2019, 08:27



Genickbruch eines Hauptmanns

Eine Hütte, ein Kellergewölbe, tote Menschen, das Füllen steinerner Becken mit Blut und Informationen..

Erster Eintrag
Die Welt ist im Wandel. Ich kann es spüren...riechen und schmecken. Kinder singen erneut das Lied. Die Zeit ist reif, auch wenn ich Geduld beweisen muss. Ich kann warten. Andere nicht. Werde sie beobachten. Ich werde den Herrn nicht enttäuschen, nicht so wie einst Walterus.

Zweiter Eintrag
Ich war heute inkognito in der Magiergilde. Ich habe es gesehen, sie gesehen. Endlich habe ich es gefunden. Sie war sozusagen vor meiner Nase. Das Neujahrskind, geboren an der Schwelle zwischen Altem und Neuem, als die Sterne richtig standen, zwischen Leben und Tod, Licht und Schatten, der Schlüssel für die Siegel. Sie ist fast erwachsen. Eine hübsche und liebliche Erscheinung. So zart. Immerzu freundlich. Das genaue Gegenteil des Herrn. Ich denke mir, dass ich in einem anderen Leben sicher um sie geworben hätte. Aber das ist nicht mein Schicksal. Und nicht ihres. Sie ist es, auf die er all Jahrhunderte gewartet hat, nach der all seine Diener suchten. Die Suche hat ein Ende gefunden. Ich hole sie.

Dritter Eintrag
Die Nachricht kam plötzlich. „Sie ist fort. Durch ein Portal gegangen. Roland Ulane hat sie fortgeschickt.“ Ulane, dieser alte Dreckskerl. Er weiß doch mehr, als ich dachte. Ich bin unvorsichtig geworden. Aber es ist noch lange nicht zu spät. Ich versuche einfach, das ganze als Herausforderung zu sehen. Vielleicht sollte ich daran arbeiten, den alten Knilch loszuwerden. Sonst macht er noch mehr Ärger.

Vierter Eintrag
Kreuzgrat. Sie wurde nach Kreuzgrat geschickt. Zum Orden der Gekreuzte Klingen. Das ist nicht gut. Gar nicht gut. Ist es Schicksal, dass sie gerade dort von Ulane versteckt wird? Sicher nicht. Aber nach allem, was ich in Erfahrung bringen konnte, scheint weder sie selber noch der Orden um ihre wahre Bedeutung zu wissen, ihrem Schicksal, das sie zu erfüllen hat. Sie glaubt, sie wäre dort, um Artefakte zu untersuchen. Was für ein Naivchen. Auch wenn die Zeit gegen mich ist, muss ich Geduld beweisen. Es ist noch lange nicht zu spät.

Fünfter Eintrag
Ich habe heute wieder mit ihm gesprochen, Er, der viele Namen trägt, die tausendäugige Spinne, der Schatten im Dunkeln, Herr über Fliegen, Ratten und Gewürm, Meister der Schmerzen. Es war wie immer...eine unbeschreibliche Erfahrung. Die Qualen, die man leidet, wenn man jedes Wort hört, jede Silbe. Ich habe geweint. Geweint, als es vorbei war. Kein Gefühl ist so gut wie jenes, wenn man ihn nicht mehr spürt. Wie eine neue Geburt.
Er gab mir zu verstehen, dass ich weiterhin geduldig sein solle. Alles verliefe weiter nach Plan, jeder Schritt, den das Neujahrskind macht, sei von ihm vorherbestimmt, wie ein Puppenspieler, der die Fäden kontrolliert. Ich werde warten.

Sechster Eintrag
Sie haben sich auf eine lange Reise vorbereitet. Wer weiß, wo es sie überall hinführt? Wenn es stimmt, was ich erfahren konnte, suchen sie jedoch nach ganz anderen Dingen, schlagen sich mit anderen Problemen herum. Das ist gut. Diese naiven Diener der Acht sind wirklich in ihrer Beschränktheit kaum zu überbieten.

Siebenter Eintrag
Es ist viel Zeit vergangen. Ich habe lange nichts mehr vom Neujahrskind und dem Orden gehört. Aber nun habe ich Nachricht erhalten, dass sie in Anvil sind. Das ist weit weg. Angeblich hat Muraille dort nach dem „Rattenmeister“ gefragt, traf sich dort mit einem alten Seebären. Das ist nicht gut. Nach zwanzig Jahren scheint das Weib wieder hellhörig zu werden. Warum hat Walterus sie nicht umgebracht, dieser Verräter? Ich werde nicht dieselben Fehler machen. Mich kann sie nicht um den Finger wickeln. Sie muss beseitigt werden. Früher oder später werden sie alle wieder nach Glenumbra zurückkehren müssen. Es reist sich nicht gut im Winter, selbst die Nord wissen das.

Achter Eintrag
Sie sind wieder zurück, aber sie schnüffeln weiter herum. Man sagte mir, dass sie in Windlauf gewesen sind. Das ist gut und schlecht zugleich. Aber ich werde es zu meinem Vorteil nutzen. In Aldfelden haben sie mit einem ehemaligen Agenten des Paktes gesprochen. Er ist von den Spionen des Königs schon vor längerer Zeit als nicht mehr relevant eingestuft worden. Ich werde dafür sorgen, dass dies als Fehler anerkannt werden wird. Er, der Agent, der mit dem Orden der Muraille paktiert. Sie, die unzählige Fremdlinge um sich schart und in fremde Länder reist, dort schnüffelt und Ärger anzieht. Sie macht es einem wirklich leicht.

Neunter Eintrag
Ich habe den ehemaligen Agenten, einen widerlichen Trunkenbold, eingefangen. Er ist ein ekelerregender Wurm, wird jedoch meinen Zwecken dienlich sein. Ich werde es so aussehen lassen, dass er weiterhin aktiv war, einen Fehler machte und von einem anderen Agent, Jassillia Muraille, kalt gestellt werden musste. Das ganze würze ich noch mit Fremdenfeindlichkeit. Das Misstrauen der Menschen ist rasch damit zu heraufzubeschwören. Eine kleine Warnung gebe ich ihm für sie noch mit.
Und selbst wenn alles aufliegt: Das ganze muss nur so lange halten, bis ich die kleine Varnberg in meinen Fingern habe. Und dem Ruf des Ordens wird selbst bei einer Richtigstellung immer etwas anhaften, so lange sie bestehen. Ruiniere einen Menschen, indem du ihm einer Ungeheuerlichkeit beschuldigst.

Zehnter Eintrag
Ich habe in einer Ladung edler Stoffe, die Heinrich von Varnberg aus Morrowind erhalten hat, ein gefälschtes Dokument versteckt. „Geheime“ Briefe aus dem Hause Hlaalu. Die Soldaten haben beim Überprüfen der Ware den Brief gefunden. Und schon war der Gute in einer Zelle. Das wird mir hoffentlich Zugriff auf das Neujahrskind gewähren. Der Major darf den Brief nur nicht zu früh sehen. Er könnte die Fälschung entlarven. Es muss nun schnell gehen.
Wenn ich den Major doch nur auch beseitigen könnte...
Aber bald ist es soweit. Ich werde vollbringen, was Walterus nicht konnte. Da, wo er scheiterte und sich für die falsche Seite entschied, werde ich Treue zeigen und Erfolg haben. Ich werde nicht wahnsinnig wie er.
Ich kann des Meisters Ruf hören, sein Lied. Die Siegel werden brüchig, das Gefängnis schwach. In Chgaluteft hat es begonnen. Doch braucht es das Kind, seine Braut, der Schlüssel, um ihn zu befreien.
Schlüssel schließen auf, schließen zu, schließen auf, schließen zu.
Wenn ich doch nur wüsste, wo die anderen Siegel sind.



Nun musste es schnell gehen und ein Großteil der Reiter brach Richtung Schloss auf..

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Samstag, 26. Januar 2019, 07:47



Von offizieller Stelle her verkündete man schon am frühen Vormittag auf dem Platz vor dem Stadtausgang im Osten von den Ereignissen der letzten Nacht. Wenngleich tot, wurden Delorn und seine Komplizen des Hochverrats beschuldigt. Man ließ verkünden, dass die Verräter durch die Gekreuzten Klingen nicht nur aufgedeckt, sondern auch ausgeschaltet worden waren. Sämtliche Anklagen gegen den Orden sowie Baron Heinrich von Varnberg würden sofort fallen gelassen. Wer sie weiter beschuldigte, mache sich selber des Verrates schuldig.

Die Menge nahm diese Nachricht größtenteils positiv auf. Man hört viele sagen, dass sie es gleich gewusst hätten, dass der Hauptmann ein eigenartiger Kerl gewesen sei, genau wie seine Männer und dass der Orden niemals Krone oder Bündnis verraten würde. Nur hier und da äußerten sich manche doch ein wenig skeptisch oder verunsichert. Manch einer wusste nicht mehr, was er glauben solle. Wie es schien, blieb selbst bei einer Rehabilitation hinterher immer ein klein wenig hängen.

Das Vermächtnis des Hauptmanns.

Auch Jassillia war skeptisch, nicht den eigenen Orden betrachtend, sondern was die ganze Situation an sich betraf. Während man sich nun um den Baron und Ferrum kümmerte und auf die Rückkehr des Leutnants wartete, nahm sie die Akte des Rattenmeisters zur Hand.
Natürlich war ihr bewusst, dass dies nur der Anfang einer widerlichen Sache war. Dabei schienen erkannte Folter und Qualen wie die Abartigkeit des Wesens vieler Namen sie weniger zu berühren, als die Vermutung, dass hohe Adelige mit in diesen Fall involviert waren.
Anders war der Erfolg Delorns bisher nicht zu erklären. Ein Gespräch mit Corentin hatte sie in diesem Verdacht nur bestätigt.

Hier war sie auf die Ergebnisse der Suche durch Amelie Branroux mehr als gespannt, über Corentin hatte sie ein persönliches Gespräch erbeten. Wer weiß, wie groß das gesponnene Netz des Hauptmanns wahrlich gewebt worden war. Informationen, die wichtig waren, würde man in wenigen Tagen erneut aufbrechen und sich weiter auf die Suche machen. Es war eine unumstößliche Tatsache, dass Delorn überall seine Maulwürfe sitzen hatte.
Hier kam ihr auch Barneau wieder in den Sinn, laut Baldrun eine Frau mit weitreichenden Kontakten, die sich offensichtlich viel zu gerne im Hintergrund aufhält.
Und doch hatte sie über Delorns Hütte Bescheid gewusst. Ob sie vielleicht zu den mächtigen Verbündeten gehörte, von denen Rava gesprochen hatte, oder nur ein weiteres Rad im tickenden Uhrwerk des Bösen war?
Der erste Erfolg schmeckte jedoch bitter und er roch nach weiteren Ratten.


- Vorgetäuschte Auslieferung einer Gesuchten -

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Sonntag, 10. Februar 2019, 11:23



Eine interessante Begegnung


Zwei Jahre hatte sie Amelie nicht gesehen und heute sollte man erneut aufeinandertreffen. Auf sie und auf ihr Geleit.
Ob es eine Fügung der Götter war oder schlichtweg das Reiten auf gleichen Wegen, letztendlich spielte es keine Rolle.
Amelie Branroux, Mutter eines Sohnes, angefeindet und gefangen in den auferlegten Pflichten durch ihren Lehnsherr. Schon damals hatte Jassillia die junge Frau als ernst und mit einer gewissen Härte kennengelernt. Eine Baronin, die laut eigenen Worten keinen Wert auf ihren Stand legte, es sei denn, dass er ihr von Nutzen sein könnte, und doch das Gebaren einer kontrollierenden Hofdame an den Tag legte und so gar nicht zu Amelie passte.


Mithilfe erfahrener Männer führte sie Soldaten in den Krieg, erfuhr den Schmerz der Verluste, trug offen das Zeichen Stendarrs und doch offenbarten sich Hass und Verachtung. Amelie glich einem wundervollen Königreich, umgeben von steinernen Mauern und dornigem Gebüsch. Ein stets bohrender Blick - Wachtürmen gleich, eine starre Haltung - das Fundament ihres Gemäuers, welches vielleicht tief im Inneren einer Ruine gleich kam.
Für Jassillia wirkte es einer Maske gleich, die man aufrecht erhalten musste. Doch aus welchem Grund? Ging es darum, Ansehen zu erlangen? Wurde sie in jene Rolle gepresst, verdrängend das wahre Ich?
Man vernahm ihre Worte, doch wirkten sie auf die Ordensmeisterin studiert, nur einen Hauch weit aus tiefstem Inneren überzeugt.


So ganz anders Amelies Bruder, ein Ethnologe mit den Namen Nelear oder Alesdair, wie man es eben bevorzugte, vom ersten Namen hielt er offensichtlich nicht viel. Jassillia fand ihn nicht minder interessant, so auch seine Ansichten und das auffallend neutrale Empfinden zu jenen, die eben nicht den Löwen auf der Brust trugen.
Er zeigte sich in herzlicher Art ungehobelt und doch angenehm und er beantwortete Fragen, die man ihm in Sachen Vvardenfell stellte, ausführlich und erklärend.


Ein Gedanke flammte auf, dass Amelie genau solch eine Person an ihrer Seite wissen sollte, die sie vielleicht hin und wieder zu einem Lachen bringt. Es würde ihrem Herzen sicher gut tun.

Radley Matriane, ein Mann mit einem viel zu gepflegten Schnauzbart, nicht minder rau und herzlich wie Alesdair. Ein Weiterer stieß hinzu, ein Brummbär, den man nicht direkt einschätzen konnte.

Eine interessante Begegnung, so ihre letzten Gedanken, ehe der Weg nach Wegesruh angestrebt wurde.
Zumindest wollte man von nun an in Kontakt bleiben und das nicht nur aufgrund eines erbetenen Kontaktes zu einem Dunmer.

Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegsnebeln...

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Mittwoch, 13. März 2019, 08:51


Masken & Intrigen


Seit dem Fall um Delorn wollte Jassillia wissen, wer diese Frau Barneau ist, Namirs Gönnerin, die offensichtlich mehr über den Rattenmeister wusste, als ihr lieb war. Wie sonst hätte sie um dieses Versteck der Folterung wissen können.
Schon allein aufgrund dieser Tatsache stand sie auf Jassillias Liste der Beobachtung und so kam man der Einladung viel zu gerne nach.

Das Lächeln, einen Deut zu freundlich. Kleidung und Frisur - einfach zu perfekt. Gegensätzlicher hätten diese beiden Frauen einfach nicht sein können und recht schnell wurde der Ordensmeisterin klar, dass sie vor einer Person stand, die handeln lässt, verdeckt durch den Mantel der Verschwiegenheit und Gerissenheit wie Intrigen.
Oh, das war jemand, so ganz nach ihrem Geschmack und sie achtete auf jedes Wort, jede Geste, jedes Lächeln dieser Noblen.

Barneau, die Schlange, die im Stillen agiert - Jassillia, der Stier, der Türen ohne Anklopfen eintritt. Warum ihr gerade dieser Vergleich in den Sinn kam? Sie wischte jene Bilder zur Seite.

Die Vermutung aber, dass sich Barneau ein Bild über den Orden, speziell über die Führung machen wollte, wurde mit der Dauer des Gespräches immer deutlicher. Auch wollte sie selbst wissen, was man von ihr hält. Natürlich wollte sie das, galt es einschätzen, inwieweit ihr der Orden in die Quere kommen oder wie man ihn im besten Fall nutzen könnte.

Man sprach über Namir, über Delorn und über Abutemal. Selbst das Schreiben der Rothwardonen wurde Barneau gereicht, jene Antwort auf Jassillias Gesuch hin, mehr über die Sperrung des Hafens in Wegesruh zu erfahren, von der man aber offensichtlich nichts wusste. Seltsam, hatte Namir doch ganz anderes berichtet. Dass hier eine Lüge im Raum stand, durch wen auch immer ausgesprochen, wurde schlicht ignoriert. Es passte aber zu dem, was sie erwartet hatte.

Mit dem Wissen, dass Barneau ebenfalls hinter dem Rattenmeister her war, im Speziellen hinter einem Mann, der ihm dienlich war, verließ man das Heim einer Frau, die dem Orden einen Katalog zukommen lassen wollte, gespickt mit Artefakten.
Etwas, was Jassillia innerlich schmunzeln ließ und doch erneut aufmerken. Darum also die ganzen Expeditionen. Darum die Verbindungen, die es zu schützen galt und auch das Verschweigen mancher Tatsachen, das Nutzen von Namirs Sucht nach Büchern und Wissen. Selbst die Möglichkeit, dass Namir doch in den Orden eintreten könnte, wissend um die wahrlich umfangreiche Bibliothek und das Reliquiarium der gesicherten Artefakte, ein Schachzug jener, der sie zum Abschied noch einen langen Blick schenkte?

Als Freundinnen trennten sich ihre Wege nicht, denn eher als potenzielle Rivalinnen in Sachen Jagd nach dem Bösen und deren Artefakte?

Die kommende Zeit würde es wohl aufzeigen.

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Mittwoch, 3. April 2019, 07:41


Erzählung von Arthradev von Grainsberg


Der Kreis schließt sich


Marcus Cassius Flavus, Opfer seiner eigenen Selbst, hat sich und all jenen, welchen er einst die Treue geschworen hat, verraten.
Mit seiner letzten Tat als Mensch, welch‘ einem Verzweiflungsakt glich, ist er einem Pakt mit dem Wurmkult eingegangen. Seine Seele im Austausch gegen die Unsterblichkeit. Zu wandeln auf Erden Tamriels, mit einer unglaublichen Macht, um ein Chaoswerk zu entfachen, um seine eigene Welt zu kreieren.

Doch der Handel mit dem schwarzen Fürsten hat weit größere Konsequenzen nach sich gezogen, als denn Marcus Cassius jemals geahnt hätte. Zwar erlangte er die Unsterblichkeit auf den Erden der Welt, doch verfiel sein Leib der Verderbnis. Immer mehr verlor er das Ebenbild der Menschheit und wurde zu einem Geschöpf des Chaos, zu einem verlorenem Anhänger der Daedra. Was einst mit den Legionären der Legion Zero geschah, hat auch Marcus Cassius eingeholt.
Eine Rettung gab es für Marcus Cassius nicht mehr, denn ist einmal der Handschlag besiegelt, das Geschenk übergeben worden, ist die Seele des Menschen verloren. Von seiner eigenen Habgier geleitet, verlor er letztendlich den reinen Gedanken.
Welche genauen Weggründe hinter seinem Handeln steckten, bleiben verborgen. Es sind Spekulationen, einzig allein Mutmaßungen. Der Gedanke, dass Marcus Cassius von Macht besessen sei, wäre nicht abwegig, und dennoch bleibt die Wahrheit verborgen.

Warum zeigte er sich den Streitern und forderte gar den Orden auf? Ohne eine wirkliche Deckung, ohne Unterstützung hat er sich blind dem Feind gestellt. In einem Wirrwarr aus verdrehten Gedanken, Erinnerungsfetzen und seltsamen Monologen erzählte er die Geschichte, doch in einem anderen Licht, als sie je zuvor wiedergegeben wurde. Tatsächlich hätte er sie fortgeführt und noch mehr Erzählungen preisgegeben, doch durch das Handeln des Ordens wurde sein Kapitulieren von Gedanken und Erinnerungen gebrochen. Der Kampf gegen den einstigen Optio zeigte noch einmal wie versumpft die Geschichte um den Zenturio von Grainsberg ist. Während der Sieg gegen Marcus Cassius dem Orden gehörte, verlor er jedoch weitere Anhaltspunkte um Arthradev von Grainsberg.

Die Geschichte neigt sich dem Ende, das Kapitel um den gestürzten Zenturio, dem dreibeinigen Schakal, der Prediger aus Cyrodiil, der Protektor, Rädelsführer der Flammenwehr, ist dabei sich zu schließen. Viele Jahre sind seit dem letzten Treffen des Ordens und dem Zenturio verstrichen. Damals noch standen sie gemeinsam im umkämpften Heimatland, und während der Orden den Rückzug anordnete, verneinte der Zenturio jegliche Abkehr und blieb mit den Überlebenden seiner Einheit zurück um den Kampf fortzuführen.
Viele Ereignisse in dieser Zeit blieben undokumentiert, und die Heimatkämpfe in Cyrodiil erlangten eine höhere Sphäre von Gewalt, Elend und Verzweiflung. Welche Mittel sind uns recht, welchen Weg sind wir bereit einzuschlagen, welchen Handel einzuwilligen, welchen Pakt zu besiegeln um das zu schützen, was uns lieb und teuer, was uns einzig allein geblieben ist. Gebunden an dem Eid, der größten Heiligkeit selbst.


Es ist kein Märchen mehr, dass sich Arthradev tatsächlich mit dem Wurmkult eingelassen hat. Konnte er ahnen welchen Schrecken diese Kultisten über das Land bringen würden? Zumindest schien es nicht der Fall zu sein. Er scharte Menschen um sich, versprengte Legionäre, Verbrecher und Diebe und selbst die berüchtigten Sträflinge, die ihre Chance als Straflegionäre erhalten haben, reihten sich in seine Mannschaft ein. In den aktiven Kriegsjahren um Cyrodiil erlangte Arthradev so manchen Sieg, doch war es nur eine Frage der Zeit bis auch sein Widerstand vernichtet wurde, und die Einheit dem Feind erlag. Fortan sollte ein anderer Krieg geführt werden, der durch den Untergrund neue Siege einbringen sollte. Bündnisse mussten geschlossen werden, neue Handelswege ermöglicht, um Truppen zu rekrutieren, Güter sicherzustellen und Waffen sowie Sold ausgeben zu können. Und während in den Anfängen die Operationen glückten, die Missionen erfolgreich waren, veränderte sich die Struktur, das Geflecht um den Zenturio. Andere Menschen waren es gewesen, die mehr die Kontrolle übernahmen, und im Stillen ihr eigenes Bestreben vorantrieben. Meuterei, eine Gewaltübernahme innerhalb der Centurie. Der Einfluss des Wurmkultes wurde größer.
Der Zenturio forderte Widerstand, es ist bekannt, dass er gegen die Meuterei ankämpfte, Vernunft säen wollte. Doch was geschah? Es fehlen Erinnerungen, es fehlen Informationen.

Die Zeit verflog weiter, und während der Krieg um Cyrodiil tobte, die drei Bündnisse sich bekriegten, verblasste das Ebenbild der Kaiserlichen Legion endgültig. Die Untergrundbewegung von Arthradev verfolgte längst ganz andere Ziele, und von dem Zenturio selbst fehlte jegliche Spur. Seltsamerweise wurde die Geschichte des Zenturio immer mehr mit Ablehnung und Hass verurteilt. Es gab viele Aussagen, die von Verrat zeugten, und gar der Verschreibung der Daedra. Doch was ist geschehen, dass der einst gerechte Arthradev so tief gefallen ist, und von der Bildfläche verschwand?
Für den Orden, der den Zenturio nie vergessen hat, sollte sich jedoch schon bald eine verdrehte Fantasie offenbaren, deren Ziel es war Verwirrung und Verzweiflung zu pflanzen und wohl mit Erfolg. Unschuldige wurden Opfer einer höheren Machenschaft, und besonders eine junge Frau geriet in das Fadenkreuz des Chaos, Alenaria Fennar. Warum ausgerechnet sie, und nicht die Ordensmeisterin selbst, blieb am Anfang schleierhaft. Doch immer deutlicher wurde es, dass es zwischen dem Zenturio und Alenaria eine Bindung gegeben hat. Sie war mehr als nur eine junge Frau für Arthradev, und ebenso war für Alenaria Arthradev nicht nur ein Zenturio, nicht nur ein Kamerad vergangener Zeiten. Eine verdrehte Geschichte wurde niedergeschrieben, die davon zeugen sollte, dass der Zenturio eine Tochter habe, dessen Name Alenaria, und in die Geschichte als Aurora eingegangen war. Der Zorn, die Verachtung, die den Zenturio über die folgenden Jahre geißeln sollte, wurde auf die junge Frau abgegeben. Auch hier blieb so manche Frage bis heute unbeantwortet, und Jene, die wohl Licht in das Dunkle bringen könnten, sind entweder getötet worden oder sind verschollen.

Tristan Fableseeker, ein seltsamer Recke der den Orden aufsuchte, um sich dort einzufinden. Von einer chaotischen Präsenz besessen, die den Anfang der verdrehten Fantasie strickte, erhielt die Freiheit. Er folgte der jungen Frau Alenaria, und schon bald entpuppte er sich als ein Soldat von Arthradev. Mit nur wenigen Informationen half er dem Orden und stellte der jungen Frau jeher eine große Hilfe dar. Mit allen Mitteln versuchte er die Rettung des Zenturio voranzutreiben, und doch wurde sein Schatten größer. Immer öfters zeigte er ein auffälliges Verhalten, und wusste von Informationen, die vorher nicht ausgesprochen worden sind. In einer anderen Erzählung wurde vor dem Märchensucher gewarnt, in einer dritten Offenbarung hieß es, der Märchenerzähler gehöre zum engeren Kreis von Arthradev. Doch am Ende existiert nur eine einzige Wahrheit, doch wie heißt sie?

Arkanjos, Laif Balin, Aldrian von Alzay, Marcus Cassius, sie alle waren letztendlich Soldaten der Kaiserlichen Armee, und sie alle hatten etwas mit Arthradev zu tun? Jüngste Offenbarungen von Tristan sollten bestätigten, dass Arkanjos, Laif Balin, Aldrian von Alzay zusammen mit Arthradev gekämpft haben, jene aber einem grausigen Tod erlangten. Sie sollten zu einem engeren Kreis von Arthradev angehört haben. Die gleiche Vergangenheit, die gleiche Karriere, die gleiche Überzeugung für den Eid, der geschworen wurde, zu sterben. Ihre Rückkehr als so genannte Konstrukte war erschreckend, und doch machte es durchaus Sinn, wenn der Gedanke der schwarzen Seelensteine des Wurmkultes mit in die Waagschale geworfen wurden. Sie alle sollten zurückkehren, eine zweite Chance erhalten, auf dass sie gemeinsam, Seite an Seite, kämpfen und siegen sollten. Doch verlief alles anders als geplant…

Welch‘ eine Ironie war es gewesen, dass die erschaffenen Konstrukte sich gegen ihre Schöpfer gerichtet haben. Eine dritte Fraktion, die weder gut noch böse, weder für Arthradev noch für die Daedra arbeitete, zumindest schien es so, und sollte es sich am Ende tatsächlich bewahrheiteten?

In Goldküste stießen sie auf den Orden, und recht schnell wurde ihre Erscheinung mit dem Kampf niedergeschmettert. Unter der damaligen Führung von Ignace und Jassillia wurden die Konstrukte besiegt, besiegte Legionäre auf offenem Feld hingerichtet. Die feste Überzeugung keine Gefangenen zu machen, zeugte zwar auf der einen Seite von dem unabdingbaren Glauben des Ordens, auf der anderen Seite begruben sie selbst eine mögliche Hinführung zum Zenturio.
Die Geschichte ist dem Ende nahe, und die wenigen Seiten, welche noch folgen werden, lassen immer mehr den Glaube zu, dass die Hoffnung erloschen ist. Der Zenturio, wahrscheinlich in einer Gefangenschaft, bleibt verschollen. Das Leben wird seinen Lauf nehmen, und so wie vergangene Tage in den Erinnerungen verblassen, wird eine neue Sonne wieder aufsteigen, und mit ihr ein neuer Tag erwachen. Die Untergrundbewegung scheint zerschlagen, und einzelne, nur noch dünne Fäden der Daedra haben an Gewicht verloren.
Während der Kampf um Cyordiil noch tobt, ist es eher aussichtslos dort einzufahren um nach den letzten Quellen zu suchen. Doch sollen sie sich am Ende bewahrheiten oder sich nur als ausgetrocknete Gruben entpuppen? „Wenn dieser Krieg eines Tages vorbei sein sollte, dann werde ich…“

Vor vielen Jahren, in einer privaten Unterhaltung mit Jassilia, hat der Zenturio einst etwas Persönliches preisgegeben, doch was war es noch? Was hat er, vor vielen Jahren in dem Anwesen der Honesta Jassilia von seinen inneren Wünschen erzählt?
Würde sie sich daran erinnern ?

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Sonntag, 28. April 2019, 08:45



Kampf auf Leben und mit dem Tod


Weit entfernt von Städten und Organisationen, gepuderten Nasen, Lügen und Intrigen, lag ein Teil der Reiter im Dreck, eingedrungen in eine Höhle, die nach Tod und Verwesung stank.
Schon die ersten Schritte in die schwach erleuchtete Zuflucht jener frisch Abgeschlachteten, die eines Angriff überwältigt worden waren, glichen einer Herausforderung, besonders für die Jüngsten des Ordens. Schonungslos wurde das Werk der Wiederbelebten auf den Tisch gebracht.
Auf manch einem Antlitz der Toten hatte sich der Schrecken des letzten Atemzugs eingebrannt. Das Fehlen von Leben in diesen schlaffen Körpern unterstrich das Vorherrschen von Tod und Verderb.
Man watete in Blut und Gedärm. Man ging wortwörtlich über Leichen, wie jener, der hinter all diesem Geschehen stand - nur eben jeder auf seine Weise.

Dieser Kampf sollte zum Ende einer langen Reise führen, war man seit fast einem Jahr einem verschollenen Bruder auf der Spur. Man hatte Sieg und Niederlage erlebt, daedrisches Gezücht unschädlich machen können und doch schien der Gegner immer einen Schritt voraus.



Für dieses Vorhaben hatten sich die Diener der Acht getrennt auf den Weg gemacht. Ein Teil schob sich über enge Pfade ins Gebirge, ein Teil blieb im Lager zurück. Die Wege über Späher abgesichert, sollten sie im Notfall nachrücken.



Es sollte ein Kampf stattfinden, über den man sich im Nachhinein ausschwieg. Es spielte offensichtlich keine Rolle, was geschehen war. Es galt der Erfolg im Namen von Ehre und Gerechtigkeit, im Dienste an den acht Herrlichkeiten.
Dass dieser Kampf seinen Tribut gefordert hatte, offenbarten die Verletzten, die einige Zeit später im Lager versorgt wurden.
Schwer hatte es die Späherin Melisande erwischt und auch den Krieger Servan. Die blutunterlaufenen und gestauchten Handgelenke der Ordensmeisterin waren nur ein Bruchteil dessen, was ihren beiden Reitern passiert war.

Erschöpft, mentaler und körperlicher Kräfte beraubt und mit drei Personen mehr an der Seite, konnte man nun aber endlich die Akte um Bruder Arthradev schließen.

Heute würde es dann zurück nach Belkarth gehen. Ruhe war nötig, um sich den Verletzten zu widmen.

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