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Jassillia

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Gilde: Die gekreuzten Klingen

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Samstag, 12. Januar 2019, 16:30



Nach dem intensiven Gespräch mit Bruder Corentin, suchte Jassillia ihr Arbeitszimmer auf. Dort hatte ein Dolch den Brief des Hauptmannes noch immer in der Tischplatte fixiert. Daneben lag der Stapel der eingereichten Packlisten.
Über beides beugte sie sich, die gerüsteten Hände auf den Tisch gestützt. Schweigend ließ sie die letzten Stunden Revue passieren.
So mochten Minuten vergehen, in denen sie die Augen geschlossen hielt, kontrollierter Atem ihre Lungen und die teure Rüstung füllte.

"Du hast Dich mit der Falschen angelegt!", flüsterte sie leise und verbissen. "Niemand, wahrlich niemand wird mir meinen Orden nehmen, mein Handeln, meine Reiter!".
Worte, in denen sie die Packlisten vom Tisch fegte und mit wehendem Umhang ihr Arbeitszimmer verließ, noch immer hatte sie keine Zeit gefunden, Rüstung, Wams und eben jenen abzulegen.
"HOLT DIE KARREN!" donnerte es plötzlich durchs Gemäuer "SCHMÜCKT SIE MIT LÖWE UND DEM ZEICHEN DES HAUSES MURAILLE!"

Und so sollte es geschehen, dass noch des Nachts und in Eiseskälte die Karren für die Reise vorbereitet wurden und sie nach getaner Arbeit deutlich machten, dass hinter diesen Zeichen mehr als nur ein Name stand.
Danach ließ sie Melisande, Servan und Fennar zu sich rufen.

Etwas war in der Ordensmeisterin zerbrochen und wenn es nur ihr altes, chaotisches Handeln war.
Nun wurde es endlich Zeit ihren Gemahl über all das zu unterrichten..


Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegsnebeln...

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Mittwoch, 16. Januar 2019, 07:13



Aufbruch Richtung Dolchsturz


Reisetagebuch: 16ter Tag des Monats Morgenstern

Ankunft in Aldfelden
In Aldfelden bestätigte man uns das Abschlachten von fünf Soldaten, die im Auftrag eines Hauptmannes aus Dolchsturz die Seherin Rava wegen angeblicher Hexerei und Ketzerei festsetzen sollten. Die blutigen Überreste jener Männer in Uniform des Bündnisses hatte man in den umliegenden Bäumen gefunden.
Täter soll laut den Meinungen von Bürgern und Soldaten in Aldfelden Rava selbst gewesen sein.
Es fiel auf, dass man uns von Seiten der Soldaten zum Teil mit skeptischem Blick gegenüber trat.
Die Reiter wurden aufgrund der brisanten Lage angewiesen Ärger und Aufsehen zu vermeiden.

Das Pflastern von Toten in den letzten Tagen wird zum bitteren Beigeschmack schon zu Beginn unserer Reise.

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Donnerstag, 17. Januar 2019, 06:52



Tagebuch-Eintrag des Knappen Forester


Wir sind wieder auf Reisen, ich bin sehr gespannt darauf wie es wird!
Ich meine es wird hoffentlich ein großartiges Abenteuer und so, das wäre wirklich toll. Ich bin total unruhig deswegen und kann sogar nicht wirklich schlafen, ich bin dabei auch gerade nicht müde. Ich frage mich ob wir so ähnliche Sachen erleben wie in meinen Buch, ich weiß was drinnen steht, ist nur erfunden, es wäre aber trotzdem toll.

Ich bin dabei auch froh das wir mit Karren und allen unterwegs sind, es ist doch angenehmer mit mehr Platz und Sachen zu reisen. Wenn wir mit nur leichten Gepäck gereist wären, hätte der Platz wohl kaum für mein Buch und mein neues Notizbuch gereicht. Ich weiß ich mache damit voll Emelyne und Liniphia nach, die haben glaube ich auch ihre dabei, aber ich fand es eine total gute Idee und wollte es auch machen. Ich geb mir sogar voll die Mühe mit den Schreiben und allen.
Ich meine es wäre voll schade um das Buch wenn ich einfach nur rumschieren würde.
Aber wie oft ich dazukomme wirklich Einträge zu machen weiß ich nicht, es gibt nämlich viel zu tun. Neben den Zeltaufbauen, was voll schwer ist, muss ich mich noch um mein Pferd und das von der Ordensmeisterin kümmern.
Mein Pferd ist irgendwie nett, ich habe zwar keine Ahnung wie es heißt oder ob es männlein oda weiblein ist, aber ich mag es trotzdem, wenn es auch manchmal voll Zickig ist und auch albern. Immer wenn ich es satteln will, schmeißt es mir mindestens einmal die Satteldecke um die Ohren. Die Pferde der anderen sind da gut erzogen und machen keine Faxen, gestern ist es sogar durch das Zeltlager gewandert, weil ich es nicht ordentlich angebunden habe. Ich hoffe das hat niemand gesehen, sonst gibt es wieder ärger. Zum Glück ist nichts schlimmes passiert. Der Magnus, der ist in letzter Zeit total streng mit mir, ich weiß gar nicht warum. Ich frage mich warum er eigentlich so sehr Nüsse mag, dass er es sogar im Namen trägt.
Er hat mich während des Rittes andauernt angeschaut und total mit ernsten Blick beobachtet während ich das Banner tragen durfte. Es hat mich voll Stolz gemacht, es tragen zu dürfen. Die Ordensmeisterin hat sogar gesagt, dass ich meine Arbeit gut gemacht habe! Das war toll, auch wenn das Banner schwer und unhandlich war, weil ich auch noch die Zügel halten musste vom Pferd.
Aber ich hab es trotzdem geschafft. Ich hoffe es gibt wieder, wie früher an der Goldküste Übungskämpfe, die haben immer Spaß gemacht und für Kurzweile gesorgt und sind mir lieber als rumzusitzen. Vielleicht finde ich jemanden, ich habe zwar noch nicht mein Schwert von der Ordensmeisterin bekommen, aber das muss ich mir erst sicher verdienen und so.
Wenn Zeit ist, finde ich vielleicht jemanden sogar morgen, ich frag einfach mal rum.
Wenn nicht und wir noch etwas bleiben, dann darf ich vielleicht sogar mit den anderen ausreiten. Ich hoffe die Ordensmeisterin gibt mir die Erlaubnis dazu, vielleicht erleben wir dann sogar ein Abenteuer oder irgendetwas spannendes. Vielleicht finden wir sogar was, wie eine Festungsruine oder eine Höhle zum Erkunden!
Aber das wäre dann sicher viel zu Gefährlich um da, dann alleine rein zu gehen.
Es wäre trotzdem spannend, vielleicht dann nur ein paar Schritte reingehen oder so! Und es wäre auch voll die gute Reitübungen, wenn wir mal einfach etwas durch die Gegend reiten, auch etwas schneller als immer dieses Lauftempo in der Gruppe und die Gegend erkunden macht sicher Spaß! Es sieht ein bisschen aus wie bei mir zu Hause, auch wenn es hier viel kälter ist.
Ich bin extrem aufgeregt wegen der Reise und allem! Vielleicht kann ich sogar morgen mal dieses Dorf oder die Stadt kurz erkunden, wenn ich mit allen meinen Aufgaben fertig bin und wir morgen nicht ausreiten oder ich jemanden für einen Übungskampf finde.
Nun sollte ich wirklich schlafen, ansonsten bin ich morgen wieder so müde.

< Gedanken eines jungen Mannes, während sich aus dem Süden gut zwei Hand voll berittene Soldaten Richtung Aldfelden näherten. >

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Celebringil (17.01.2019)

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Donnerstag, 17. Januar 2019, 23:34



Ein gefährliches Spiel beginnt..


< Noch ehe die Soldaten aus Dolchsturz Aldfelden erreichten, tauchte ein Bote dort auf. Er bestand darauf, seine Nachricht persönlich und einzig und allein an die Ordensmeisterin zu überbringen. Auffällig war, dass der Bote keineswegs den weit verbreiteten Stadtboten angehörte, sondern der Kleidung nach ein Vertreter der Magiergilde war. Er wirkte sehr ernst und förmlich und brach unmittelbar nach der Übergabe des Briefes mit einem respektvollen, doch knappen Abschiedsgruß wieder auf.

Der Brief stammte von Namir al-Rashid. Trotz des Umstandes, dass er ein Schreiberling ist, neigte seine Schrift schon immer dazu, ein wenig kritzelig zu wirken. Dieses mal aber zeigte sich die Federführung noch unsauberer, die Nachricht offensichtlich in großer Eile verfasst.

So nahm Jassillia den Brief zur Hand und nach einer einhergehenden Verwunderung um diesen Boten, las sie jene Worte und mit jeder gelesenen Zeile verhärteten sich ihre Gesichtszüge.>

Hochgeschätzte Ordensmeisterin,

aufgrund der Dringlichkeit und akut drohenden Gefahr komme ich geradewegs zum Thema: Eure Jagd nach dem Rattenmeister ist längst nicht mehr Eure persönliche Angelegenheit. Sie hat Ausmaße angenommen, die weit über das hinaus gehen, was wir uns bisher vorstellen konnten. Euer gesamter Orden schwebt ebenso in Gefahr wie das Haus der Wissenschaft!

Versucht, mehr über einen Hauptmann namens Caspar Delorn herauszufinden. Er scheint bei alledem eine wichtige Rolle zu spielen. Er wird alles daran setzen, Eurem Orden Verrat und Ketzerei anzuhängen, als Vorwand, den Orden zu zerschlagen und Euch ins Gefängnis zu bringen. Dort wird es dann ein leichtes sein, Euch unauffällig verschwinden zu lassen.

Es gab in Wegesruh einen Versuch, mich umzubringen. Ein als Unfall getarnter Anschlag, dem ich nur mit viel Glück entrinnen konnte. Ich will und kann hier nicht auf Einzelheiten eingehen, nur so viel: ich habe jetzt eine Leibwache an meiner Seite, einen Kampfmagier, der ein wachsames Auge auf mich haben wird. Madame Barneau wird ihren Einfluss nutzen und die zuständigen Behörden in Wegesruh informieren, daß es Versuche geben könnte, das Haus der Wissenschaft aufgrund falscher Behauptungen und Anschuldigungen schließen zu lassen. Ich selbst werde in Kürze Wegesruh für unbestimmte Zeit verlassen und mich einer Expedition anschließen. Ich kann Euch nur eindringlich warnen: Eure Feinde warten nur darauf, daß Ihr einen Fehler macht, der letztlich das Ende für den Orden, das Forscherhaus, und unser aller Leben bedeutet!

Das Haus der Wissenschaft steht weiter treu an der Seite des Ordens, doch die derzeitige Bedrohung zwingt mich dazu, von weiteren Nachforschungen zum Rattenmeister abzusehen. Lasst Euch nicht von Rachegfühlen leiten, sondern geht mit größter Vorsicht vor! Das hier ist kein offener Kampf, der Frandar do Hunding ehren würde. Das hier ist ein brandgefährliches Intrigenspiel voller Täuschung und Verrat!


mögen die Götter uns beistehen
Namir al-Rashid

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Montag, 21. Januar 2019, 08:15

Ankunft in Dolchsturz




Drei Tage nach dem Aufenthalt in Aldfelden näherte sich die Reiter den Stadttoren von Dolchsturz. Offensichtlich hatte es weder einen Kampf noch Festnahmen gegeben. Mit Leutnant von Hohenlauf, der die 20 Soldaten in den Norden gebracht hatte, fand man offensichtlich einen wichtigen wie benötigten Verbündeten.
Unbeschadet und sämtlicher Reiter bestückt, ließ man die Pferde und Karren vor den Toren und unter Wachschutz stehen, die erst später in die Stadt gebracht wurden. Man wollte offensichtlich kein großes Aufheben um die Ankunft machen, schien die Lage ohnehin angespannt genug.



Schon kurz nach einem entsprechenden Gruß an die Wachsoldaten erfuhr man, dass der Vater von Emelyne Varnberg festgesetzt wurde. Hauptmann Delorn ließ ausrichten, dass er die Ordensmeisterin und auch Emelyne zu sprechen wünscht. Man nahm diesen Befehl entgegen, doch wurde kein gezielter Zeitpunkt genannt. Entsprechend legte man es wohl darauf an und ließ den Hauptmann warten, hatte er im ersten Schreiben eine Frist von 14 Tagen gesetzt und jene war noch nicht abgelaufen.
Zeit, um weitere Informationen über diesen Mann zu sammeln.
Ein gewagtes Unterfangen, begann man auf dem Marktplatz Hetze gegen Fremdländer und auch den Orden zu betreiben. Selbst vor den Toren der Stadt sollten wohl solche Hetztiraden zum Besten gegeben werden.
Schutz wurde nun in den beiden kleinen Stadthäusern der Familien Honesta und Muraille gesucht, wie vorrangig in der Kathedrale. Sämtlichen Reitern wurde untersagt, sich groß in der Stadt zu zeigen, fehlende Informationen sollten im Stillen und von nur Wenigen eingeholt werden.

Auch Namir erhielt eine Antwort auf sein Schreiben.

Werter Namir,

meine Warnung, die ich an Euch richten wollte, kam leider zu spät.
Es tut mir aufrichtig leid, dass Ihr in einer Art in diesen Fall verwickelt wurdet, die man hatte nicht vorhersehen können. So hoffe ich, dass Ihr Euch bester Gesundheit erfreut und der Schutz an Eurer Seite nun Euer Leben bewahren wird.
Ich danke Euch von ganzem Herzen für Eure Mühen und Anstrengungen und wünsche Euch auf Eurer Expedition viel Erfolg. Ebenso kann und werde ich es nicht mehr verantworten, dass Unschuldige in Gefahr geraten. So möge den Einen Wissen und Forschung gegeben sein, den Anderen der Kampf um Gerechtigkeit.

Mein Segen auf Euren Reisen sei Euch gewiss.

Jassillia Muraille


Einen Tag später sollte man ein vertrauenswürdiges Mitglied innerhalb der Wachen aufsuchen. Ebenso erhielt die Ordensmeisterin den Hinweis, sich mit einer bisher noch unbekannten Person in der Kathedrale zu treffen. Müde, gezeichneter Schatten unter ihren Augen, blieb sie so an Emelynes Seite und wartete am Ort der Besinnung auf jenen, der da kommen sollte, an einer Stätte, an der sie ihr halbes Leben verbracht hatte.

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Dienstag, 22. Januar 2019, 23:42

Eine ungewöhnliche Begegnung


So sollte die Stunde der Begegnung erwachen.
Inmitten der Predigt und wie mitgeteilt, auf der rechten Empore, trafen er und sie aufeinander. Sie, gerüstet und bewaffnet, natürlich trug sie das Zeichen des Ordens. Er, mit prächtig grauem Bart, gekleidet einer Mönchsrobe.
Zunächst schien der Mann keine Notiz von der Ordensmeisterin zu nehmen und sich ganz auf den Prediger zu konzentrieren. Auf einen Gruß oder eine Ansprache seitens Jassillia ging er nicht ein. Erst nach einiger Zeit wandte er seine Aufmerksamkeit vom Prediger ab, der einige Fuß unter den beiden mit seinen Worten begann. Sein Blick, den er dann einen Moment lang auf die kleine Frau legte, sprach Spott und Tadel.

"Euer unbedarftes Verhalten hat leider unnötig viel Aufmerksamkeit ausgelöst. Wie dem auch sei. Die Zeit wird äußerst knapp. Madame Barneau lässt Euch Folgendes ausrichten..

Emelyne, die Tochter von Claudia von Varnberg, wurde am 1. Tag des Morgenstern geboren. Ein "Neujahrskind". Claudia von Varnberg hat kurz vor ihrem Verschwinden intensive Nachforschungen betrieben und einen Zusammenhang gesucht zwischen Neujahrskindern, Dwemern, und dem Rattenmeister. Der Grund für das Verschwinden von Claudia von Varnberg wurde nie gänzlich geklärt.
Und noch etwas solltet Ihr wissen, Hauptmann Caspar Delorn reitet einmal wöchentlich in die Wälder von Daenia. Folgt dem Pfad von Dolchsturz nach Deleynsmühl. Reitet ab der zweiten Brücke Richtung Norden, bis Ihr die Ruinen von Baelkind erreicht und dort wieder auf einen Pfad stoßt. Folgt dem Pfad immer weiter nach Norden, vorbei am Lager der Wyrdinnen. Ihr werdet auf eine verlassene Hütte stoßen. Dort werdet Ihr weitere Antworten finden.

Vermeidet während Eurer Reise unnötige Konflikte. Die Wyrdinnen werden Euch meiden, und die Rotkrähen werden keine ernstzunehmenden Gegner für Euch sein. Doch jedes unnötige Scharmützel weckt nur noch mehr Aufmerksamkeit. Brecht am besten unmittelbar auf. Den Überraschungsmoment habt Ihr ja bereits verloren, also bleibt Euch nur noch, dem Feind so wenig Zeit zu lassen, wie möglich. Jede Stunde, die Ihr verstreichen lasst, wird Eurem Feind Gelegenheit geben, den entscheidenden Schlag gegen Euch auszuführen.

Den Segen der Götter mit Euch."


Ein Treffen, wie sie es von Grund auf hasste. Informationen, die sie stutzig werden ließen.
Was in aller Götter Namen hatte Madame Barneau damit zu tun, Namirs Mäzenin, Gönnerin und Schweigende, wenn es um ihr wirkliches Dasein ging, so zumindest die Aussage Namirs. Woher wusste sie von alledem, wieso hatte Namir im letzten Gespräch nichts davon erwähnt?
Wusste er überhaupt, was sie wusste?
Der seltsame Unfall auf Namir stand plötzlich in einem ganz anderen Licht. War er darum so plötzlich verschwunden? Irgendwie hatte es den bitteren Beigeschmack der Feigheit oder war er dazu gezwungen worden, um nicht tiefer in diese Sache einzutauchen und aufzudecken, was unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit verborgen bleiben sollte?

Mit einem knappen Nicken verabschiedete sich der Mönch, wenn es denn überhaupt einer war und ließ Jassillia zurück, ohne weiter auf sie einzugehen. Niemand kannte ihn, niemand wusste, wer er ist.

So blickte sie auf die Türe, durch die der Fremde die Kathedrale wieder verlassen hatte, die Worte des Predigers hörte sie nicht. Gedanken rasten durch ihren Kopf, Möglichkeiten einer tiefgreifenden Verschwörung, Geplänkel von Macht und Intrigen. Fragen über Fragen.

Wenig später wurde ihr durch Bruder Corentin mitgeteilt, dass auch Branroux nun mit zwei ihrer Männer an der Sache dran war. Man selbst aber brach nicht auf, es roch nach Falle und Hinterhalt.
Nur einer sollte den Hauptmann im Auge behalten, ein Mann..der Schatten.

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