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Viola Valerius

ESO-Rollenspiel Journalistin

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Mittwoch, 14. November 2018, 20:58

ESO Community Spotlight – Maya fängt die Charaktere und Kreaturen von ESO ein


Maya haucht The Elder Scrolls Online mit farbenfrohen, detaillierten Porträts ihrer Lieblingscharaktere und -kreaturen ein. Lest in unserem neuesten Community-Spotlight, was sie inspiriert und wie sie vorgeht!



Du liebst es, ESO-Charaktere sehr sorgfältig einzufangen – was inspiriert dich, diese verschiedenen Persönlichkeiten darzustellen?

Ich male jetzt mindestens schon ein Jahrzehnt lang NSCs der The Elder Scrolls-Reihe. Als ich erste Erfahrungen gesammelt hatte, waren es dann vor allem ihre Persönlichkeiten, die mich inspiriert haben. Mich treibt einfach die Herausforderung, sie zum Leben zu erwecken, an. Manchmal hinterlässt ein Charakter emotional solch einen Eindruck bei mir, dass ich das alles in seinen Ausdruck übertragen muss.

Lass mich dir von meiner Interpretation von Darien Gautier erzählen: Der Kerl ist lebensfroh, er ist galant (woran sein Paps schuld ist), sarkastisch, ein ziemlicher Casanova und einfach der Kumpel, den man im Kampf an seiner Seite haben will. Ich hatte das Gefühl, egal wie schlimm es wird, er hält mir den Rücken frei oder hat ein paar aufmunternde Worte für mich. Ich glaube, ich konnte das in dem Porträt rüberbringen.




Darien Gautier und Razum-dar


Wie würdest du deinen Kunststil beschreiben?

Ach herrje! So insgesamt? Meine Freunde haben immer gesagt, egal, was ich zeichne, es hat immer etwas, das „unbestreitbar meins“ ist. Allerdings habe ich nicht den Hauch einer Ahnung, was das eigentlich bedeutet. Ich schätze, mein Stil ist ein bisschen Tetsuya Nomura und ein klein wenig Burne Hogarth. Von ihnen habe ich gelernt, seit ich ein Teenager bin.

Ich mische eine eher technische Linienführung mit verwischteren Linien, sodass etwas Realistisches, aber auch fantastisch Überlagertes entsteht. Ich mach das jetzt seit 20 Jahren, und vielleicht kann ich nach weiteren 20 Jahren dazu etwas Greifbareres sagen. Hehe!


Wann hast du angefangen, ESO zu spielen? Erzähl uns von deinem Lieblingscharakter!

Ach, da werde ich ganz nostalgisch. Ich erinnere mich noch daran, wie meine Frau und ich fast schon lächerlich arg aufgeregt waren, als wir hörten, dass unsere Lieblingsserie ein MMO werden würde. Sobald die Gelegenheit dazu da war, haben wir zwei Ausgaben vorbestellt. Wir waren frisch verheiratet, kampierten bei meinen Großeltern und saßen an alten Rechenknechten mit Modemeinwahl. Ich denke, damit ist klar, dass wir ESO seit der Beta spielen und seitdem nicht mehr davon weggekommen sind.

Mein Lieblingscharakter? Es gibt so viele, dass es schwierig ist, nur einen zu nennen, also … Dann muss ich sagen: König Emeric! Ich kann von seiner Scharfsinnigkeit und seinem morbiden Humor nicht genug bekommen. Hut ab vor den Schreiberlingen. Den Kerl liebe ich. Ich mag es, wenn ein König für sein Volk da ist und trotz seines Ranges demütig bleibt. Und seine Verschrobenheit kann ich gut nachempfinden. Einen unbequemen Stuhl habe ich auch [Lachen vom Band einfügen]. Zu guter Letzt ist die Vertonung mit Bill Nighy das Sahnehäubchen auf dem beeindruckenden Händlerkönig-Kuchen. Das passte wunderbar zusammen. Brillanter Charakter.




Queen Ayrenn und Mayas eigener Charakter, Tulsein


Du hast auch einige der einzigartigen Kreaturen Tamriels dargestellt, beispielsweise einen Welwa und einen Bantamguar. Weshalb hast du gerade die beiden Tierchen ausgesucht?

Ach, was soll ich sagen, seufz. Ich weiß, der Bantamguar wurde zur putzigsten Kreatur Tamriels erklärt, und da muss ich einfach zustimmen. Ich weiß noch, wie ich an meinem ersten Tag in der Beta in Khenartis Rast war. Da sah ich meinen ersten Bantamguar, der an der Küste lang spurtete, und ich weiß noch ganz genau, wie ich in Richtung meiner Frau kreischte „DER IST SOOOOO SÜÜÜÜÜÜÜẞ!“ Kann gut sein, dass sie einen Trommelfellschaden davongetragen hat. Dem Bantamguar bin ich bestimmt zehn Minuten hinterhergerannt und habe gemosert, „Ich hätte lieber diese kleine Kartoffel als Begleiter anstatt dieses Affen.“

Ich hoffe, ich habe eines Tages eine ganze Herde Bantamguare in meinem Heim.

Was den Welwa betrifft – den mag meine Frau am liebsten, also habe ich ihr aus Liebe den Halloween-Welwa gemalt. Ich finde sie echt niedlich und so lebhaft. Meiner Meinung nach ist ihr Verhalten hündischer als das der Hunde! Wahrscheinlich war das nicht das letzte Mal, dass ich einen Welwa illustriert habe.




Bantam Guar und Welwa – zum Niederknien


Wie genau läuft das ab, von der Idee bis zur Fertigstellung?

Puh, da gibt es so viel!

Zunächst einmal kommt mir eine Idee in den Sinn. Die kann überall herkommen: ein Gespräch, etwas, das ich gesehen, gehört oder auch geträumt habe. Als Nächstes bringe ich es mit dem Tablet auf die digitale Leinwand. Ich mache nicht wirklich Skizzen oder so. Ich zeichne einfach frei drauf los und korrigiere dann, bis es richtig aussieht – oder so nah wie möglich an dem ist, was ich mir im Kopf vorgestellt habe.

Sobald das alles erledigt ist und ich zufrieden bin, ziehe ich die Linien sauber nach und füge die Deckfarben hinzu. (An dem Punkt stelle ich es entweder fertig oder werfe es in den hoffnungslos überfüllten „In Arbeit“-Ordner!)

Fertigstellen bedeutet dann, dass ich die ganzen Farbwerte festlege. Da beginne ich meist mit der Haut. Das mache ich bei meinen Kunstwerken am liebsten. Manchmal verliere ich mich stundenlang in kleinen Details. Das ist wie eine Therapie.

Dann gehe ich bestimmt noch ein Dutzend Mal über das verfeinerte Bild drüber, retuschiere hier was, passe dort ein paar Werte an und vielleicht füge ich auch NOCH EIN DETAIL hinzu.

Ganz zum Schluss schärfe ich das ganze Bild und lege einen Photoshop-Action-Filter drüber, was mir gerade so in die Hände fällt. Und dann, voila! Fertig.


Welchen Ratschlag hast du für Künstlerkollegen, die mit dem Gedanken spielen, ein paar ihrer liebsten ESO-Charaktere zu zeichnen?

Mir ist immer wichtig, dass sich ihre Persönlichkeit in ihrem Auftreten wiederspiegelt. Quen zum Beispiel erinnert mich an ein Kätzchen. Edel, sanft, aber auch etwas vorlaut – und ihre Klauen sind wie Nadeln. Ihr würde ich eine schüchterne Kopfhaltung geben, ein leichtes Lächeln, bekümmerte Augen, aber vielleicht mit kleinen Pupillen, als wollte sie dich gleich anspringen, weil du das Andenken an ihren Vater verletzt hast.

Es kann helfen, Fotos von berühmten Leuten durchzusehen, um Gesichtsmerkmale interessanter zu gestalten. Bei meinem neuesten Porträt von Königin Ayrenn fanden ganz unterschwellig Nase und Mund von Cate Blanchett sowie Nicole Kidmans Wangenknochen und Augenbrauen Verwendung. Ich meine, das ist Fantasy. Sei verrückt!

Ergab das jetzt irgendeinen Sinn? Haha. Hauch dem Charakter Leben ein! Das ist das Ziel. Biete etwas, das wir noch nicht im Spiel gesehen haben.


Wo finden die Leute deine Arbeiten?

In meiner deviantArt-Galerie bekommt man am besten einen breiten Überblick über mein Werk. Da findet man sich gut zurecht und es werden auch gleich meine schlüpfrigeren Arbeiten rausgefiltert, falls man damit nichts anfangen kann.

Dann gibt es natürlich noch meine Facebook-Seite. Dort geht es mehr um den Entstehungsprozess, um das, was gerade in Arbeit ist, Tricks, Kritzeleien, sowas alles.

Am einfachsten ist vielleicht mein Twitter-Konto, aber auch da überwiegt ESO!



Ein ganz großes Dankeschön an Maya, dass sie uns an ihrer Arbeit und ihrer Geschichte hat teilhaben lassen! Wenn ihr ihre Porträts mögt, findet ihr mehr davon unter den Links.

Falls ihr etwas Tolles gesehen oder selbst hergestellt habt, das mit The Elder Scrolls Online zu tun hat, möchten auch wir es sehen! Dann zeigen wir es vielleicht auch dem Rest der ESO-Community. Sagt Bescheid via Twitter @TESOnline_DE, Instagram, Tumblr, oder Facebook!

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Jassillia (14.11.2018), Bastet (14.11.2018), Margra (15.11.2018), Dradclaw (15.11.2018), Venduril (15.11.2018), Adlersang (15.11.2018), Dunkelhell (19.11.2018)