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Sturmfaust

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Freitag, 3. November 2017, 12:55

Ijah, das Projekt hat etwas Überhand genommen, aber irgendwie fand ich es interessant, die kaiserliche Armeestruktur mit der ihres großen Vorbildes zu vereinbaren.
Herausgekommen ist das hier: Ein sehr groß geratenes Stück Headcanon, denn viele Quellen zur Pre-Tiberschen Armee gibt es nicht. Aber immerhin: alles was ich an Lore finden konnte, flossen in das geschriebene ein (wie etwa alle Einsätze der Legion unter den verschiedenen Kaisern - alles Kanon mit kleinen Ergänzungen).
Also: mit Vorsicht zu genießen, aber ein großes Stück Lore für jeden Kaiserlichen Char ;)

P.S.: der Zweite Band ist schon und er Mache, und dank recht kurzer Remanendynastie auch kürzer als der Text hier
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Die kaiserliche Legion - Geschichte, Aufbau, Wirken
Publiziert im Jahr 576
Von
Kaiserliche Historikerin Ijulia Sapirus der Arkanen Universität,
Eduard von Hohenheim, Professor und Gelehrter der Universität von Gwylim
Und Praetoriani Optio Centuriae Aventus Tienni (Sturmfaust), kaiserlicher Kampfmagier in der Kaisergarde Kaiser Leovic des Ersten, Korrespondent der Universität von Gwylim


Vorwort

Die kaiserliche Legion ist bereits mehr als 3000 Jahre alt, wenngleich es auch Epochen gab, in der sie als aufgelöst oder nicht existent galt. Seit ihrer Entstehung in den frühen Tagen der cyro-nordisch, nedischen Rebellion von Alessia, unterlag die Legion zahlreichen Veränderungen. Diese lange Geschichte, wenngleich interessant, würde wohl ganze Bibliotheken füllen (wie sie es in den Archiven der Arkanen Universität tut), weshalb wir sie hier auf die für cyrodiilische Bürger und Legionäre des Kaiserreiches wissenswerten Informationen herunter gebrochen haben.
Dieser erste Teil behandelt die Zeit von der Entstehung während des Alessianischen Sklavenaufstandes bis zum Ende des Alessianischen Kaiserreiches.
Über die letzten 3000 Jahre ging vieles Wissen der ersten Menschen Cyrodiils verloren, doch hoffen wir, aus Aufzeichnungen der Kaiserlichen Archive alles rekonstruieren zu können.

1. Ursprünge der Legion


Das genaue Gründungsdatum der Legion ist heute nicht mehr auszumachen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie nie eines hatte. Die ersten Tage der freien Alessianer waren chaotisch, doch irgendwann muss diesem Chaos das erste Gebilde einer Armee entstiegen sein. Man könnte also das Jahr 242 der ersten Ära als Gründungsjahr bezeichnen, jenes schicksalbehaftete Jahr, welches den Beginn der nedischen Revolution in Cyrodiil sah.
Der wichtigste Bestandteil der ersten Legionen war der Hoblit. Wenngleich die Einheit eines Hobliten heute weniger verbreitet ist, so kennt doch jeder Kadett der Offiziersakadmie seine Funktion und Bewaffnung auswendig. Ein Hoblit ist für gewöhnlich mit einem Speer und einem großen Rundschild (oft besitzt er auch ein Ersatzschwert) ausgerüstet, und in eine leichte Lederplattenrüstung gekleidet.
Der Stil heutiger Lederhelme der Legion ist wohl denen der ersten Legionäre entsprungen. Wieso die Wahl der Hauptwaffe auf einen Speer fiel, ist heute nicht mehr bekannt. Wir dürfen aber annehmen, dass das wenige Metall, welches die rebellierenden Sklaven zur Verfügung hatten, sicher nicht für genug Schwerter reichte, wohl aber für Speerspitzen.
Die Hobliten wurden in der sogenannten Phalanx oder Decemten organisiert, eine Gruppe aus 10 Soldaten die im Kampf Schulter-an-Schulter vorrückten. Dabei schützten sie mit ihrem Schild teils sich selbst, teils den Nebenmann und verkanteten die Rundschilde zu einer langen Schildwand.
Diese Formation war eine vollkommen neue Entwicklung. Zwar ist die Anlehnung an die ayleidischen Lanzer offensichtlich, dennoch besticht die Phalanx mit Einzigartigkeit. Sie verhinderte, dass die feindliche Reiterei die eigenen Reihen durchdringen konnte und machte es Infanterie schwer an die eigene heran zu gelangen. Somit blieb den Ayleiden nur der effektive Angriff mit Magie und Artillerie - doch auch hier fanden die Alessianer eine Lösung.
Ebenso revolutionär wie die Phalanx war der Gedanke, einen Krieger und Magier in einer Einheit zusammen zu führen. Sicher hatten, vor allem die Elfen, schon lange Magie im Kampf eingesetzt, aber noch nie waren sie auf Ideen gekommen, Dinge wie Kampfteleportation, Chamäleonwände oder magische Artillerie in dem Maße einzusetzen, wie es die Alessianer taten.

2. Von der Revolutions- zur Bürgerarmee


Mit der Ausrufung des Alessianischen Kaiserreiches wurde die Legion quasi über Nacht von einer Revolutions- zu einer Bürgerarmee.
Die Alessianische Legion wuchs in der Folge auf eine Stärke zwischen 3.000 und 6.000 Soldaten an.
Die Legion (von den "Auserwählten") beschrieb Anfangs den gesamten Militärapparat der Alessianer. Die kleinste Einheit bildete dabei die Decemte, die Zehnschaft, diese wurden in Centurien (Hundertschaften), diese wiederrum in die manipuli milia (Tausendschaften/Manipel) gegliedert.
Den Hundertschaften standen dabei Zenturios (Centurions) vor, den Manipeln Tribune (tribuni militium) und der Phalanx der Legat (legatus, der "Auserwählte"). Letzterer wurde vom Kaiser eingesetzt oder eben "auserwählt" die Legion zu führen. Dieser bekleidete für gewöhnlich auf 3 bis 4 Jahre sein Amt, konnte vom Kaiser jedoch auch durchaus erneut eingesetzt werden. Oft wurde der Legat aus den Tribunen einer Legion gewählt, der vorherige Legat wurde dann zum Tribunen "degradiert".
Viele Centurions behalfen sich bei der Kommandur ihrer Hundertschaft mit einem sogenannten Optio (von optional, der optionale/zweite Centurion), der meist ein sehr junger wenn auch viel versprechender Legionär/Hoblit war. Dieser Posten wurde später fest in die Rangstruktur der Legion aufgenommen.
Man kann hier davon ausgehen, dass das Wort und die Bedeutung von Miliz von der Einheit der Milae abzuleiten ist. Dahingehend ist es wahrscheinlich, dass die Alessianische Legion anfangs aus einer Tausendschaft Hobliten bestand. Diese Anzahl muss jedoch schnell gestiegen sein, schon früh findet sich der Begriff Legion als eine Übergeordnete Struktur, was impliziert, dass es mehrere Tausendschaften geben musste.
In der Anfangszeit des Alessianischen Kaiserreichs war jeder vom 18. bis zum 46. Lebensjahr zum Militärdienst verpflichtet - sie wurden also eingezogen, so die Kaiserin/der Kaiser in den Krieg zog. Schon die ersten Legionäre mussten ihre Ausrüstung selber stellen, daher unterteilte man die Hobliten in drei Kategorien basierend auf ihrem Vermögen. Die vermögenden Soldaten hatten die, vorhin beschriebene, Vollausrüstung des Hobliten, während sich die Angehörigen der anderen Vermögensklassen oft nicht die Vollausrüstung besaßen.
Im Kampf setzte man das Drei-Reihen-Manipel System ein:
Die erste Reihe bildeten die Hobliten der 1. (Vermögens-)Klasse, die zweite Reihe die der zweiten Klasse und die dritte Reihe die der dritten Klasse. Diese Organisation hatte zur Ursache, dass die Oberschicht der alessianischen Gesellschaft viel Geld in die Entwicklung besserer Waffen und vor allem Rüstungen zu investieren, damit sie im Kampf besser geschützt wären.
Jedem Manipel wurde eine Hundertschaft equites (Kavallerie) zur Seite gestellt. Die equites bildeten die oberste Schicht der alessianischen Bürgerschaft. Sie waren so vermögend, sich Pferde und teils Plattenrüstungen (wenngleich diese Plattenrüstungen nach heutigem Standart recht primitiv wirken müssen) leisten zu können.
Die vorher bereits angesprochenen Kampfmagier waren eine Seltenheit auf dem Schlachtfeld, zwar wurden sie in der sogn. Schattenlegion (die trotz ihres Namens nicht so organisiert war wie die Legion und deren Kampfmagier lange nicht an die Tausendschaften reichten) organisiert, diese agierte jedoch meist in der Nähe des Kaisers.
Der Kaiser selbst unterhielt sich eine persönliche Leibgarde: die Prätorianer bzw. Praetoriani abgeleitet von Praetorium, dem Zelt eines Generals, denn die ersten Prätorianer waren die Garde von Alessia und Pelinal, welche während der Rebellion in Zelten verkehrten. Die Prätorianergarde wuchs über die Jahre zu einem Kader von über 1000 Soldaten an, welcher ähnlich einer Tausendschaft der Legion aufgebaut war. Jedoch war jeder Rang der Prätorianer dem nächst höheren Rang der Alessianischen Legion gleichgestellt. So war ein Praetoriani Centurion einem tribunus übergeordnet um im Notfall ein Manipel übernehmen zu können. Den Praetoriani wurde dann der Sufix des in der Legion gleichgestellten Ranges angefügt (Optio -> Praetoriani Optio centuriae). Die Prätorianer rekrutierten einmal in den Reihen der vielversprechensten Kadetten der Armee, den größten Teil ihres Kaders rekrutierten sie jedoch aus den loyalsten und besten Veteranen der Armee. Sie erhielten einen höheren Sold als der normale Legionär, hatten bessere Chancen auf eine Laufbahn in der Legion und hatten in der Regel eine deutlich kürzere Dienstzeit waren dafür jedoch auch in Friedenszeiten im Dienst und wurden als Garde des Kaisers wie auch als Wache des Weißgoldturmes und Sicherungstruppe in der Kaiserstadt eingesetzt.
Frei nach dem Motto:
"I am definitely a mad man with a box!"

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Freitag, 3. November 2017, 12:56

2.1 - Die Legionen auf dem Schlachtfeld


In den 200 Jahren nach der Revolution hatte sich die Legion bewährt und soweit vergrößert, dass die ursprünglich einzelne Legion geteilt wurde. Schon wenige Jahrzehnte nach Alessians Revolution finden sich Angaben zu einer Zweiten Legion.
Von da an hatte jede Legion 6000 Hobliten und 600 Equites, häufig führten sie aber auch leicht gerüstete Infanteristen mit - quasi die ersten "Auxiliaren".

Im Jahr 478 der ersten Ära musste die Legion zum ersten Mal gegen die Brüder im Westen ausziehen. Nach dem Tod des Königs von Skingrad, erbte sein ältester Sohn die Krone und wollte das Königreich dem Kaiserreich im Osten anschließen. Die Bevölkerung jedoch rebellierte unter Rislav dem Rechtschaffenden, seinem jüngeren Bruder, und usurpierte den Thron. Kaiser Gorieus belagerte daraufhin Skingrad höchstpersönlich und als er die folgende Schlacht gegen den zahlenmäßig weit unterlegenen Feind schon gewonnen sah, verfolgte er die flüchtenden Skingrader durch den Goldgraben (jener Bereich zwischen den beiden Stadtbezirken Skingrads in der die Goldstraße verläuft). Dieser füllte sich mit Hunderten seiner Legionären welche daraufhin von einem Pfeilhagel eingedeckt und auf fast Dreiviertel ihrer Anzahl dezimiert wurden.
Der Kaiser, blind vor Wut, verfolgte Rislavs Armee in die dichten Wälder des südlichen colovianischen Hochlandes, wo seine Legionen endgültig die Formation auflösen mussten. Im dichten Wald war es unmöglich große Phalanxen aufzustellen. Die vereinten Streitkräfte von Kvatch und Skingrad isolierten die Centurien mit ihrer Kavallerie und machten mit der auf weite Ebenen ausgelegten Armee kurzen Prozess.

Siegreich war die Legion hingegen in Himmelsrand. Während dem Annexionsfeldzug des südlichen Himmelrands von 478-479 lockten die Legionen ihre Gegner auf weite Flächen um sie dann anzugreifen. Man hatte aus dem Fehler in Colovia gelernt und wollte sicher stellen, dass die auf der Ebene nahezu unbesiegbare Phalanx auch unbesiegbar blieb.
In 482 beging Kaiser Gorieus seinen größten Fehler. Erneut geblendet von der Macht seiner großen Armee, griff er die Direnni von Hochfels an. Die Hochelfen drängten die Allessianischen Legionen in mehreren gewagten Manövern tief in die Glenumbra Moore, was zur Schlacht im Glenumbra Moor führte sollte. Die Legionen wurden eingekesselt und vernichtend geschlagen. Kaum mehr als die Hälfte der Legionäre soll aus diesem Feldzug zurückgekehrt sein.

3. Post-Gorieus'sche Reformation


Gorieus' Sohn und Enkel sollten weißere Männer als ihr Vater und Großvater werden und so wurde die geschwächte Armee während ihrer Herrschaft reformiert und ausgebaut.
Die ehemals unangefochtene Phalanx-Manipel-Formation wurde zugunsten der flexibleren Treffentaktik aufgegeben.
Die Treffentaktik brach auch erstmals die Infanteriearten nach Vermögensklasse auf.
Nun Unterschied man vier Infanterieklassen:
  • Velites - ehemals Leichtbewaffnete Hilfstruppen waren diese ebenso leicht ausgerüstet. Sie waren üblicherweise sehr junge Bürger die sich kaum die Mindestausrüstung leisten konnten.
  • Hastati - ehemals Hobliten, stellte dieser Infanterietrupp mit Gladius und Schild aber leichter Lederrüstung das erste Treffen.
  • Principes - ehemals Hobliten (welche zuvor die erste Reihe bildeten, deshalb die „Ersten“), waren sie mit Lanze/Speer, Gladius und einem großen Turmschild bewaffnet. Im Gegensatz zu den Hastati trugen sie jedoch eine Plattenrüstung.
  • Triarer - Sie stellten die Elitetruppe der Infanterie dar. Grundsätzlich waren sie wie die Principes ausgerüstet, doch hatte diese eine höhere Qualität. Altgediente Veteranen belegten diese Prestigeträchtige Position im dritten Treffen und stellten somit die Reserve für den Notfall.

Im Kampf wurde die Legion in die sogenannten Treffen eingeteilt und bestand aus etwa 9000 Soldaten, aufgeteilt in 30 Manipel. Wie die Bezeichnung bereits andeutet, teilte man so die Truppen nach der Reihenfolge mit dem Feindkontakt ein.
Ein Treffen wurde in je 10 Manipel mit je 2 Zenturien unterteilt, welche eine Stärke von 160 Mann aufwiesen.
Das dritte Treffen, die Triarer Reserve, hatte Zenturien mit 60 Mann Stärke.
Ein Treffen wurde von einem Tribun geführt.
Der Optio, vormals ein eher inoffizieller Zweiter Offizier, wurde schließlich fester Bestandteil der Rangstruktur.

Das erste, inoffizielle Treffen bildeten die Plänkler (Velites). Sie griffen noch vor dem eigentlichen ersten Treffen an und versuchten die feindliche Formation durch Geplänkel aufzubrechen.
Das erste Treffen bestand aus den Hastati, das zweite aus den Principes.
Das dritte Treffen der Triarer bildete sowohl Reserve für die Hauptfront als auch einen taktischen Körper für die Flanken. Durch die neue Treffentaktik war es möglich, das dritte Treffen jederzeit während der Schlacht an die Flanken zu schieben um etwa feindliche Überflügelungsangriffe zu unterbinden oder selbst in die Flanken des Feindes zu stürmen.
Auf dem Feld waren die Manipel schachbrettartig aufgestellt, somit konnte z.B. ein Manipel des zweiten Treffens schnell vorrücken und das erste Treffen verstärken.

Nach Gorieus spricht man erstmals vom Legionär als Berufssoldat. Dieser hatte eine Pflichtdienstzeit von 20 Jahren zu verrichten, seine Ausrüstung musste er selber stellen (dadurch wurde die Legion zu einer Armee der monetären Elite). Zu Beginn seiner Karriere stand ein einmonatiges Initiationstraining welches allein dem Körper galt. Die Rekruten sollten genormt werden: gleiche Marschgeschwindigkeit, Ausdauer und Kraft. Erst dann folgten zwei weitere Monate mit Waffenübungen. Erst wurde der generelle Umgang mit dem Gladius und Schild geübt, später Zweikampf und Formationsübungen. Die Ausbildung wurde mit dem Treueschwur auf den Kaiser beendet.
Bis auf die Velites bestand die alessianische Legion ab der Mitte des 6. Jahrhunderts ausschließlich aus diesen Berufssoldaten.
Frei nach dem Motto:
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Freitag, 3. November 2017, 12:58

4. Die Hestr'ischen Feldzüge


Es brauchte einige Jahrhunderte bevor die Legion wieder Feldzüge durchführen würde, wie sie es unter Gorieus getan hatte. Zwar war der Alessianische Orden daran interessiert seinen monotheistischen, radikalen Glauben zu verbreiten, doch blieb es militärisch bei kaum mehr als ein paar Grenzstreitigkeiten mit Himmelsrand und Hammerfall. Doch allein die Existenz einer solch mächtigen Armee verhinderte das Einfallen anderer Reiche.

Mit Kaiserin Hestra kam 1029 eine große Förderin der Legion und Eroberin an die Macht. Sie begann einen Feldzug in Hochfels der jedoch mit der Vernichtung des vampirischen Kriegsfürsten König Styriche begann. Als die Bretonen des Königreiches Immerfort die gewaltige Armee des Südens sahen, nahmen sie sofort Hestras Anschlussangebot an. Viele Bretonische Reiche sollten so in die Hand der Alessianer kommen, nur Wegesruh und Dolchsturz wagten den Kampf.
Die Schlacht bei Wegesruh Anfang 1030 war eine herbe Niederlage für die Bretonen - ihre Reiterei zerschellte regelrecht an den Reihen der Kaiserlichen, einer Mauer gleichend.
Die zweite Schlacht der Glenumbra Moore sollte, im Gegensatz zur ersten, ein großer Sieg für die Alessianer werden. Die neue Manipelformation erwies sich als recht anpassungsfähig in unwegsamen Terrain.
Nachdem sich Kaiserin Hestra Hochfels unterworfen hatte, wandte sie ihrem Blick auf das Reik. Die dort lebenden Stämme überfielen immer wieder ihre neuen Untertanen im Nordwesten und auch Falkenring, welches bereits seit Gorieus im Kaiserreich war, war ein häufiges Ziel der Räuber.
Auch im Druadach Gebirge zeigte sich die Überlegenheit der Legion: die Reikkönige hatten schlecht ausgerüstete unorganisierte Armeen die von den Legionen schnell eingekesselt und zur Unterwerfung gezwungen oder geradezu ausgelöscht wurden.
Hestra stieß während ihres Feldzuges auf nur einen Feldherrn, der ihrer Armee etwas entgegen setzen konnte: der rote Adler, oder Faolan in der Sprache der Reik, scharte die Überreste der gefallenen Reikheere um sich und began einen ehrlosen wenngleich effektiven Guerillakrieg gegen die Legionen. Bei Nacht griffen sie die Lager an und steckten diese in Brand, bei Tag setzten sie den marschierenden Legionen in kurzen Übergriffen zu und wenn es zur Schlacht kam standen die ausgezehrten Legionäre einem an Moral überlegenen Feind gegenüber.
Hier lernte die Alessianische Armee auch wertvolle Lektionen in Sachen Guerillakriegsführung. Die stetig nachrückenden, meist aus kaum trainierten Verpflichteten bestehenden Freiwilligenlegionen wurden mit leichterer Ausrüstung und farblich angepassten Kleidungsstücken und Zelten ausgestattet. Ganze Zenturien der Kampfmagier hielten nachts über eine Chamäleonwand über die in kleine Schluchten gezwängten Lager aufrecht, die die Schlucht als massiven Fels erschienen ließ.
Es dauerte einige Monate bis die Festung des roten Adlers entdeckt wurde, doch dann marschierte die Legion mit ganzer Macht auf: fast 20000 Legionäre standen gegen weniger als 1000 der Barbaren, diese kämpften jedoch wie 5000. Das Ende der Schlacht besiegelte den Untergang von Faolan und seinen Gefährten zum Preis von fast 2000 Alessianern.
Dem Reikfeldzug entstieg eine dezimierte wenngleich unglaublich erfahrene Armee, sowohl auf weiter Fläche wie in unwegsamen Terrain bewandert.

Die Kaiserin war allerdings nicht nur eine große Kriegerin, sie ließ auch ein ausgeprägtes Straßennetz in ihrem Kaiserreich errichten, welches zwar auch wirtschaftliches Wachstum brachte, in erster Linie aber der schnellen Truppenbewegung dienen sollte.

Den erfolgreichen Jahren Hestras folgten tausend Jahre erzwungene Stabilität des Reiches durch Alessianischen Orden und die in den Provinzen die Bevölkerung unterdrückenden Legionen, doch mit der Thrassische Seuche 2200 erlitt auch die Legion schwere Verluste. Als mit der colovianischen Flotte aller Flaggen, der auch viele Schiffe der Imperialen Flotte angehörten, gleich drei Legionen im Krieg gegen die Thras fielen, standen die Alessianer geschwächt wie noch nie da. Kaum hundert Jahre später erhoben sich die Bretonen und wenig später auch die Reik gegen die Alessianer und vertrieben die Legionen der Südländer.
Als schließlich 2321 der Krieg der Rechtschaffenheit ausbrach, der Versuch der Colovianer den zunehmend radikaleren Osten zu entmachten, sah sich die Legion einer besser ausgerüsteten und teils besser ausgebildeten Armee gegenüber. Es sollten dennoch mehr als zehn Jahre vergehen bis die Colovianer und ihre bretonischen Verbündeten das Kaiserreich in die Knie zwangen. In der Folge beschränkten sich die Alessianer auf das Nibenaytal, die Legion wurde aufgelöst und gegen kleine Armeen der einzelnen Städte eingetauscht.
Es sollte noch einmal 400 Jahre dauern bis sich eine neue Legion, diesmal unter den Colovianern erheben würde.
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Donnerstag, 8. März 2018, 00:39

Steine im Sumpf, Teil 1 – Monumente vergangener Zeiten

von Schreibt-alles-mit, ehrenwertes Mitglied des Ordens der Feder, Magister für argonische Kultur, 2Ä 579


Der Sumpf ist ein ewiger Wandel. Über Jahre formen sich die ganze Landschaften und es legt sich eine neue Schicht Schlamm wie Schuppen über die alte. Ein altes Jel-Sprichwort, dass sich nur schlecht in eine Sprache übertragen lässt, die Schuppenlose verstehen, sagt in etwa: "Wenn der Sumpf eine sich häutende Schlange wäre, würden mit jeder Haut eine unbekannte Kultur freigelegt." Zwar haben die Sümpfe viele Völker kommen und gehen sehen, doch blieben davon kaum eines mehrere Jahrhunderte. Einzig wir Saxhleel besiedeln die Marsche seit Jahrtausenden, noch bevor die ersten Menschen oder Elfen das Land betraten.

Die Anfänge der Dämmerung, als die et'Ada auf Mundus wandelten, liegen in Dunkelheit. Zeit und Magie hat erst gegen Ende der Dämmerung die Formen angenommen, die wir heute kennen. Nur wenige Hinterlassenschaften aus dieser Urzeit haben sich bis heute erhalten. Die bekannteste Struktur dieser Zeit ist zweifellos Turm Adamantias, doch fern von den Blicken der Ehlnofey, in den Sümpfen erklommen andere Bauwerke den Himmel: Während die Vorfahren der Menschen und Mer das Land mit Krieg überzogen, errichteten die Ur-Saxhleel etliche, steinerne Xanmeere im Gebiet, das nun den Namen Argonien trägt. Hei-Halai, Ten-Maur-Wok, Chid-Moska.... Die Orte, an denen man die ersten großen Taten unseres Volkes noch bewundern kann, sind so zahlreich wie die Schuppen eines Wamasu.

Der bekannteste Xanmeer ist sicherlich der große Xanmeer von Zischmir. Durch seine Nutzung bis in heutige Zeit ist er gleichzeitig eines der besterhaltenen Exemplaren und ist nicht, wie viele andere Bauten, wie etwa Ixtaxh-thtithil-meht bei Lilmoth, im Schlamm versunken. Seit Äonen kommen Saxhleel aus ganz Argonien und darüber hinaus nach Zischmir um die Prüfungen des Hist, die nach dem Schlüpftag und der Namenszeremonie, das wichtigste Ereignis im Leben eines Saxhleels sind zu absolvieren. Dazu sind rund um den Komplex die Plätze für die verschiedenen Prüfungen angelegt: Eine Arena für den Kampf, ein Spielfeld für Teeba-Hatsei, Orte der Mediation..... Der Xanmeer selbst erhebt sich auf einem gewaltigen Fundament in der Mitte der Anlage. Während auf der untersten Plattform die Händler ihre Stände und die Pilger ihre Zelte aufbauen, dürfen die Stufen zur Spitze nicht von Fremden erklommen werden.

Nicht fern von Zischmir liegt ein weitaus größerer Komplex. Auch wenn die Steine durch stellenweise durch die Feuchtigkeit abgebröckelt sind und die Pflanzen beginnen die Anlage zu überwuchern, bringt schon die schiere Größe Chid-Moskas den Betrachter zum Staunen. Von den Türmen und Aufgängen starren steinerne Gesichter jeden Abenteurer an, der es wagt, die Ruinen zu erkunden. Doch wer glaubt, die Anlage sei nur oberirdisch angelegt, der sieht den schlafenden Wamasu in der Höhle nicht. Unter dem großen Xanmeer ist der Zugang zu einem weitläufigen Kammersystem, das sich unter ganz Chid-Moska zieht. Von den gewaltigen aus dem Fels geschlagenen Kammern ist eine exzellent erhalten und zeugt von der meisterlichen Baukunst unserer Vorfahren.

Das die alten Stätten immer auch ein Ort der Anbetung Sithis waren, wird nirgends so deutlich wie in Hei-Healai. Kein Xanmeer säumt diesen Ort östlich von Sturmfeste, nur ein kleiner Schrein mit dem zerstörten Abbild eines Saxhleels – möglicherweise einer der alten Könige – und ein verschüttetes Ballspielfeld sind als steinerne Überreste des einstigen Uxiths auszumachen. Was den Ort aber einzigartig macht, erkennt man erst, wenn man sich zwischen den Felsen im Westen hindurchzwängt und einen steinernen Reptilienkopf von der Größe einer kleinen Schlammhütte entdeckt. Mit seinen leeren Augen und weit aufgerissener Schnauze scheint es, als wollte es alle Eindringlinge mit einem Haps verschlingen, wie einen Döbel. Wie Zähne reihen sich spitze Felsen in der Mundhöhle aneinander und lassen jeden Besucher die Schuppen erbleichen. Der steinerne Wächter schützt den Zugang zu einem unterirdischen Gang, der geradewegs in das Tal von Mazzatun führt.

Maazatun, die Rätselstadt, die Stadt der Abtrünnigen.... Der Komplex im Dschungel der Dunkelforstausläufer trägt viele Namen, doch keiner trifft das wahre Wesen der Stätte. Zu gerne hätte ich diese Stadt mit eigenen Augen gesehen, doch ist der Stamm der Xit-Xaht, der die Stadt bewohnt, Fremden überaus argwöhnisch, ja feindlich, gesinnt. Thtachalhleel und Lukiul müssen gar um ihr Leben fürchten. Als mit dem Dämmersturz die anderen Saxhleel Hammer und Meißel niederlegten und fortan ihre Häuser aus dem wandelbaren Schlamm bauten, hielten die Xit-Xath und ihr Hist an den alten Traditionen fest. Bis heute wächst Mazzatun Stück für Stück. Die wenigen Zeichnungen und Beschreibungen der Reisenden, die es schaften in die Stadt und wieder heil heraus zu kommen, deuten darauf hin, dass die Muster und Verzierungen bis hin zu den Details noch denen vor Jahrtausenden gleichen. Jedes dieser Details ist noch in den Erinnerungen des Hists lebendig, der sie an seine Anhänger weitergibt. So bleibt bei ihnen eine Tradition lebendig, die im Rest Argoniens vergangen, aber keinesfalls vergessen ist.
Soll Euer Projekt in der Liste erscheinen, schreibt eine PM mit den Infos an @Vilvyth.

Holt Euch außerdem Euer tägliches Lore-Häppchen.

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »ddr.Peryite« (13. August 2018, 14:12)


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Dienstag, 3. April 2018, 15:26

Über das Pantheon reiikmanorum und die Sichtweiße der sogenannten Reikmannen auf ihre eigene Geschichte

Publiziert im Jahr 574
Von Aventus Emrys Tienni , Student der Arkanen Universität zum kaiserlichen Kampfmagier

Hùicirn, Alra nn Cedran - Cedran áif Cedranach, Cedran áif Umaach
Hùicirn, der Jägersvater, Vater von Vätern und Vater von Müttern auch: Vater der Vaterlosen, Vater der Mutterlosen
Hùircine ist der Vater aller Reik, derjenige, der ihnen die Jagd beibrachte und der sie im Tode zu sich nimmt. Er gilt als hart aber gerecht: Die Starken werden obsiegen, die Schwachen werden zur Beute. Gleichzeitig aber nimmt er sich den vater- und mutterlosen Reik an.


Driabill, Uma áif Cedranach, Uma áif Umaach
Driabill, Mutter von Vätern, Mutter von Müttern
Driabill ist die Konkubine oder zweite Frau Hùicirnes, die Göttin der Schöheit, der Wollust und der Vereinigung von "Ihm und Ihr".


Namria, Nepos áif Macach nn Edra
Prinz der Söhne und Töchter, Göttin der Finsternis
Namria ist die erste Frau Hùicirnes, steht aber im Pantheon hinter Driabill. Sie will aus dem Schatten heraus ihre Konkurrentin töten, dennoch behütet sie die Heimstatt und die Kinder - gleichermaßen fordert sie allerdings auch das Opfer von Leben (besonders von schwachen Kindern). In vereinzelten Stämmen wird sie durch die gutherzige Amra ersetzt.


Amra, Göttin der Heimstatt
Als dritte Frau Hùicirnes kümmert sie sich um die Heimstatt und die Familie. Wird gemeinhin als gute Schwester Namrias oder Schwester Driabills angesehen.


As'kai, Vater von Anfang und Ende, Gott der Toten
Ein Reikmanne, der der Legende nach im Leben tausende heilte und weitere tausend tötete. Als er starb, machte Hùicirn ihn zum Fährtenleser und Lotsen der Jagdgründe.


Sheor nn Shor, die ungleichen Brüder
Shor und Sheor werden manchmal als der selbe Gott, manchmal als zwei angesehen. Sie spiegeln den nordischen Shor und bretonischen Sheor wieder. So soll sich Sheor von Shor in der Nacht der Tränen abgewandt und ermordet haben. Kyna, Shors Gemahlin, wurde daraufhin von Sheor belogen, der Hùicirn als Mörder seines Bruders hinstellte.


Kyna, Edra áif Hùicirn, Lottach vid Macach nn Edra
Tochter des Hùicirn, Feind von Tochter und Sohn
Kyna soll ihre 'Geschwister' (Götter wie Reik) verraten haben und sich gemeinsam mit Shor den Nord zugewandt haben. Sie lässt ihren Geschwistern keinen fruchtbaren Regen zukommen, weshalb im Reik fast nichts gedeit.


Ald'ruin, Darva
Ald'ruin, (das) Ende
Die Reikmannen verlieren nicht viele Worte über den Weltenfressern. Sie glauben, wenn Nirn stirbt werden sie in das Reich Hùicirns übergehen, daher (so sagen sie) haben sie keine Angst vor ihm.


Malacht, der Orkkönig
Der Kriegergott und Gott der Verstoßenen gilt als Verbündeter Hircines. Auch hält er alle Schwüre die er ausspricht.


Faolan, der Gottkönig
Der König mit göttlicher Macht, der eines Tages zurück kehren soll und das Reik in eine neue Ära des Wohlstands führen soll.


Draurdach, der Dachgeber
Der reikische Name für das Druadach Gebirge sowie die damit verbundene Gottheit. Er gibt ihnen Schutz vor den kalten Winden Kynas.


Meraudach, der Zerstörer
Meraudach ist neidisch auf die 'Häuser' seines Bruders Draurdach und versucht sie oft durch Feuersbrunsten, Erdbeben oder Fluten zu zerstören.


Molabdach, der Gott der Beute, Sklaven und Vergewaltigung
Er tobt am Ende eines Krieges und nimmt sich was er begehrt. Er unterdrückt die Sklaven und Gefangenen und fordert dafür immer wieder ein Opfer dieser. Wer jedoch aus eigenem Willen zu seinem Sklaven/Diener wird, der erhält von ihm das Geschenk der Vampyren.
Frei nach dem Motto:
"I am definitely a mad man with a box!"

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Jassillia (16.04.2018)

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Dienstag, 3. April 2018, 15:27

Über das Pantheon reiikmanorum und die Sichtweiße der sogenannten Reikmannen auf ihre eigene Geschichte, Teil 2

Die Geschichte der sogn. Reikmannen aus der Perspektive ihres Volkes
Hùicirn wird unter den Reik nicht als der größte. Mächtigste oder ursprünglichste Gott gesehen, sondern als der, der ihre Vorfahren aus Ald’mora (Atmora) führte. Demnach bemerkten die Vorfahren der Reik, welche vor allem Jäger waren, dass das Wild auf Ald’mora langsam verschwand, als die Winter immer kälter wurden. Als sie sich jedoch weigerten, die Landwirtschaft als Hauptnahrungsquelle zu verwenden, wie es die meisten Atmoraner taten, riefen sie den himmlischen Wolf, den Bären, den Hirsch und den Fuchs an. Und so offenbarte sich ihnen Hùicirn.

Dieser versprach ihnen, sie in ein Land der Jagd zu führen und so folgten sie ihm nach Süden.
Als sie das Land der Falmer erreichten, griffen die Elfen die Reik an, doch Hùicirn behütete sie und brachte sie in die sogenannten Jagdlande. Heute vermutet man, dass dies die Gebiete des heutigen östlichen Wrothgars, südlichen Haafingar, West- und Ost-Reiks, Weißlaufs und Falkenrings umschloss.
Dort siedelten die Reik und verteilten sich in Clans. Die Reik kannten keine Kriege, nur die Jagd und so war ihr Leben relativ friedlich.
Bis eines Tages andere Nede aus dem Norden kamen. Sie wollten ebenfalls in den Jagdlanden siedeln, doch Hùicirn erlaubte dies nicht und so vertrieben die Reik sie mit Waffengewalt nach Westen und Süden.

Dann kamen die letzten Menschen von Ald‘mora. Sie führten Krieg gegen die Elfen und die Reik empfanden sie als Freunde – bis zur Nacht der Tränen. Nachdem die Ald’moraner erst zurück nach Ald’mora geflohen waren, führte sie Ysgramor zurück. Diesmal jedoch, waren sie feindlich gesinnt: sie dachten, die Reik hätten sie verraten, als sie ihnen im Kampf gegen die Elfen nicht zu Hilfe kamen.

Die Nord siedelten zuerst in den anderen Gebieten Himmelsrands, doch schon bald entbrannten die ersten Kriege zwischen den beiden Völkern. Die Reikmannen, die noch nie wirklich Krieg geführt hatten, wurden daher langsam und immer weiter in das Reik zurückgedrängt.
Dann kamen die Drachen und versklavten die Nord, doch Hùicirn sprach ein letztes Mal zu den Reikmannen und befahl ihnen, sich in das Reik zurück zu ziehen, wo er und Draurdach sie behüten würden. Und so blieben die Reik vor den Drachen größtenteils verschont.

Als die lange Zeit der Drachenherrschaft in Himmelsrand vorüber war, wagten sich die Reik wieder aus dem Schutz Draurdachs heraus, doch fanden sie ihre alte Heimat von den Nord besiedelt vor. Diese betrachteten die Reik noch immer als ihre Feinde und so entbrannte erneut ein Krieg, bis sich die Reikmannen schließlich wieder in das Reik zurückziehen mussten und später von den Nord unterworfen wurden.
Der Überlieferungen der Reik nach, war es nicht eine Wilde Jagd der Bosmer die König Borgas 1Ä 369 tötete, sondern die „Große Jagd“ von Hùicirn, der sein Volk von der Nordherrschaft befreien wollte.

Nachdem das Reich der Nord zusammenbrach, eroberten die Reik, die mittlerweile das Kriegshandwerk von Malacht gelernt hatten, Teile des alten Jagdlandes zurück. In der Folgezeit zerstritten sich die Clans jedoch über die Frage, welcher von ihnen die Reikmannen nach außen hin führen sollte.

Der Krieg unter den Reikmannen erstreckte sich über viele hundert Jahre, bis nur noch zehn große Stämme übrig waren. In diesem Moment der Schwäche startete das Alessianische Kaiserreich einen Feldzug im Reik.
Während diesem erhob sich der Faolan, ein Art Heldengott und das erste Dornenherz, der einen langen und erbitterten Krieg gegen die Alessianer führte, jedoch am Ende besiegt wurde.

Erst mit dem Zerfall des Ersten Kaiserreiches konnte sich das Reik von der Vorherrschaft dessen befreien, nur um von Reman I. wenig später wieder unterjocht zu werden.
Es folgte die Teilung des Reiks in Ost und West. Erstmals wurden Teile des Reiks verschiedenen Provinzgouvernören des Reiches unterstellt, doch die Reikmannen rebellierten weiter – ohne Erfolg.
Man schaltete die Akavirische Drachengarde ein, die neben dem Jarl von Markarath auch einige Stammesführer der Reikmannen als Geiseln nahm um den Frieden zu gewährleisten.

Als schließlich das Zweite Kaiserreich fiel, war die Teilung der Reikischen Gebiete nicht wieder zu heilen. Die Reik im Westen hatten ihre Bräuche zu großen Teilen aufgegeben und sich der bretonischen Zivilisation unterworfen, während andere in den Osten geflohen waren. Das östliche Reik machte sich den folgenden himmelsrandischen Erbfolgekrieg zu Nutze und vereinte sich unter einem sogenannten Deshpot.
Das vereinte Reik vertrieb die Truppen des Königs Svatr aus dem Land und etablierte so zum ersten Mal seit über 3000 Jahren ein wirklich unabhängiges Reik, welches aber schon bald wieder in Teilstämme zerfallen sollte.

Wieder vergingen einige Jahrzehnte bis sich der Stamm unter Durcorach dem Schwarzen Drachen durchsetzen konnte und das Reik wieder vereinte. Diesmal schuf er eine Armee der vereinten Stämme und marschierte gegen die alten Feinde der Reikmannen. Er eroberte Falkenring, dann die cyrodiilischen Herzlande und rief sich zum Kaiser Cyrodiils aus. Anschließend wandte er seinen Blick auf die Bangkorai und das Wrothgar, die beide Teile des alten westlichen Reikes besetzt hielten und zog 2Ä 541 gegen sie in den Krieg. Er eroberte Immerfort und wurde erst vor Dolchsturz von eine Bündnis aller bretonischen Fürstentümer geschlagen.

Sein Blut regiert noch heute das Kaiserreich und mit der ihm gegebenen Macht, wird Leovic áif Durcorach sicher eines Tages auch über die verlorenen Jagdlande der Reikmannen herrschen.

----

Dieses Stück Headcanon basiert im wesentlichen auf den folgenden Lorebüchern
  • http://en.uesp.net/wiki/Lore:The_Improved_Emperor%27s_Guide_to_Tamriel/Bangkorai
  • http://en.uesp.net/wiki/Lore:The_Legend_of_Red_Eagle
  • http://en.uesp.net/wiki/Lore:Pocket_Guide_to_the_Empire,_1st_Edition/High_Rock
  • http://en.uesp.net/wiki/Lore:Travails_and_Triumphs_of_a_Monarch
  • http://en.uesp.net/wiki/Lore:Aspects_of_Lord_Hircine

Lediglich die Namen und Aspekte der Götter sowie die Geschichte der Reik bis zum erscheinen des Alessianischen Kaiserreiches basieren auf meiner Interpretation bzw. der Interpretation verschiedener Autoren:

Einige Elemente der verwendeten Reikischen Sprache entstammen der Feder von Hrafnir in der Imperial Library:
  • https://www.imperial-library.info/content/hrafnirs-languages-nordic#Reachspeech
Frei nach dem Motto:
"I am definitely a mad man with a box!"

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Sonntag, 29. April 2018, 01:55

Über die Seelentrinität, duale Differenzierung der Seelen, ethische Bewertung von Seelensteinen

Ein Konvolut mystizistisch-metaphysischer Hypothesen und Fragmente


von Dalathar, Hexer der Magiergilde, Magiergilde Davons Wacht, 2Ä 575

Teil 1

Über die Seelentrinität


Vorab sei gesagt, dass diese Zusammenstellung in der jetzigen Form nicht als ein Gesamtwerk entstanden und auch nicht so zu betrachten ist, sondern ein Produkt hypothetischen Denkens über Jahre verteilt darstellt, wann immer mich der Eifer ergriff, an diesem monumentalen Thema der Schule der Mystik zu forschen und zu theoretisieren. Manche dieser Texte sind nicht viel mehr als das Ergebnis einer nächtlichen Schlaflosigkeit und daher bloß der kopierte Inhalt eines zerknitterten Schmierblatts, man möge mir also die teils fehlende Systematik und die sowieso kaum vorhandene Gliederung dieser fragmentalen Textabschnitte verzeihen. Dennoch denke ich, dass ich hiermit einen gewissen Teil zu der immerwährenden Debatte über die Funktion und Differenzierung von Seelen beitragen kann und denke, dass einige Ansätze sich als ersprießlich für die arkane Forschung darstellen.

Was sind Seelen? Als mir diese Frage von einem frischen Aspiranten gestellt wurde, musste ich kurzzeitig stutzen. Natürlich wäre eine einfache Antwort schnell gegeben, Seelen sind gewissermaßen unser Antrieb (Animus) und das, was alle Mer, Betmer, Nemer und Tiere (selbst gewisse Pflanzen, wenn wir es ganz weit treiben wollen), die nicht durch fremde Hand belebt werden und die auf Nirn existieren gemein haben; das ist ein Gemeinplatz. Doch als ich so darüber nachdachte bemerkte ich, dass diese Erklärung nicht genügt. Also wollte ich meine eigenen Erkenntnisse und Hypothesen, die sich während des Mysik-Studiums ergaben in ihrer Gedrungenheit aufschreiben.
Vielmehr glaube ich allerdings herausgefunden zu haben, dass die Seele an sich ein weitaus abstrakteres Konstrukt ist als jenes, was wir in Seelensteinen fangen können. Die Seele als Entität sui generis steht in einem Supervenienzverhältnis ihren Eigenschaften gegenüber, die sich wiederum in eine grobe Trinität differenzieren lassen. Diese Dependenz der Eigenschaften von ihrer ontologisch übergeordneten Idee, also der metaphysischen Realität im (für uns Sterbliche) intelligiblen Sinn wirft natürlich mehr Fragen als Antworten auf, wenn man davon absehen will, dass der abstraktere Begriff der Seele schlechthin einer simplen Emergenz ihrer Teilaspekte entspringt, doch dann hätte man nicht viel mehr gewonnen als ich in der simplen Antwort an den Aspiranten darstellte.
Woraus also nun die Trinität besteht, das lässt sich einfach niederschreiben, ist allerdings so essenziell für die Konstruktion der Substanz der Idee der Seele, dass ich sie hier zum einfachen Verständnis aufzählen und erst danach in mereologischen Kontext bringen werde.

Der erste Part ist der wohl essenziellste und beinhaltet den nonkognitiven Sinn der Leibesbewegung, den wir hier die Kinetik nennen wollen. Die Kinetik der Seele ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass der Körper, also die physische Masse, welche sie umschließt bewegt werden kann und dass sich der Körper, welcher als Gefäß der Seele in Mundus dient durch beeindruckende Systeme wie den Stoffwechsel, die Ausdauer, das Blut etc. als Autopoiesis verhält. Demnach sorgt die Kinetik also dafür, dass die organische Grundlage für die beiden weiteren Bestandteile des Animus überhaupt eine wahrnehmbare und mächtigere Form erhalten – Denn was wäre der Animus ohne eine Inkarnation, welche ihr ein Gesicht verleiht?

Darauffolgend existiert der zweite Part, welcher sich spezieller, deswegen aber nicht weniger substantiell verhält. Der Kinetik steht die Magicka gegenüber, also das magische Potenzial einer jeden Entität, gleich ob sich diese dessen bewusst ist oder sie gar nutzt (oder auch nicht nutzt). Die Magicka, welche zu einem gewissen Teil in jeder Seele gespeichert wird verhält sich nun als ein sonderbarer Part der Trinität, da sie wohl dazu im Stande ist, die Welt um uns herum auf verschiedene Art zu beeinflussen, dabei aber ein exaktes Gegenstück zu der Kinetik darstellt. Denn während unsere kinetische Kraft weitestgehend an die Naturgesetze von Mundus gebunden ist, vermag die Magicka dieserlei Gesetzmäßigkeiten durch ihr Wirken völlig zu annullieren (Anmerkung: Natürlich ist die Magicka selbst bloß das Werkzeug, isoliert von den anderen beiden Teilen wird bloße Magicka einen begrenzten Einfluss auf ihre Umgebung haben). Die Magicka ist darüber hinaus auch der direkteste Zugriff auf den eigenen Animus, denn wann immer Magie gewirkt wird, zehrt es an der eigenen Magicka, die sich erst, wie verlorenes Blut im Körper durch den kinetischen Part, regenerieren muss.

Nun soll der letzte Teil der sein, auf den wir wohl am wenigsten direkten Zugriff haben, weil er uns nur sehr begrenzt zugänglich ist. Dem letzten, aber wohl wichtigsten Drittel sind die anderen beiden unterworfen, denn ohne dieses wären wir zwar belebt und wir könnten Magie wirken, aber wir wären nicht viel mehr als eine Pflanze, die eine ganz bestimmte Funktion erfüllt und darüber hinaus nicht imstande ist, Werke höherer Leistung zu vollbringen. Die letzte Eigenschaft des Animus ist also die Entelechie, welche die anderen unter sich vereint und sie wie eine Hülle unter dem Körper umschließt und den Animus gleich einem Subsystem zusammenhält. Nun fällt die genaue Definition etwas schwierig; grob gesehen beinhaltet sie unsere kognitiven Funktionen, unseren Charakter, unsere Vorlieben, Abneigungen, Emotionen, Wünsche und Ängste, grob gesagt all das, was an uns weder magisch noch körperlich bestimmt ist. Sie hat dabei die Macht, für Veränderung in den anderen beiden Eigenschaften (genauso, wie diese wiederum sich untereinander beeinflussen können) zu sorgen; entscheidet sich die Entelechie, der höchste, vollendete Teil dafür, seinen Körper zu pflegen und zu stärken, dann erweitert er das kinetische Potenzial, ebenso wie es sich reziprok mit der Magicka verhält, die genau wie das kinetische Potenzial durch Übungen erweitert werden kann.


Jetzt, da die Einzelteile der Trinität geklärt sind wollen wir jene im mereologischen Kontext zu seiner Gesamtheit betrachten. Wenn wir von „der Seele“ sprechen, dann meinen wir all diese drei Subeigenschaften, die vereint das intrinsische Konzept ergeben. Doch wie superverniert nun die Gesamtheit über die Teile? Warum können wir nicht der Seele eine Eigenschaft hinzufügen, ohne, dass sich zugleich die bereits bestehenden zwangsweise verändern müssten?
Die Antwort liegt gewissermaßen in der Frage – Es ist schlicht nicht möglich. Die drei Eigenschaften des Animus bilden Teileigenschaften eines Gesamtsystems, in das man nicht eingreifen kann, ohne die Zusammenarbeit der einzelnen Komponenten notwendigerweise zu verändern. Fügt man in einem seit Jahrhunderten laufenden Animunculus ein zusätzliches Zahnrad an beliebiger Stelle ein, dann wird es entweder zu einer völlig anderen Reaktion im Gesamtsystem kommen, oder, selbst wenn es einfach nur angrenzend an den Rest eingesetzt wird, es wird Energie benötigen um sich einfach nur drehen zu können und damit das System dennoch auf kleinste Weise beeinflussen. Die Subtraktion einer Teileigenschaft wäre natürlich noch viel gravierender – Man müsste die Seele als solche verändern, so wie wir sie betrachten und so, wie sie aktuell existiert, um die Magicka, oder eben die Entelechie aus ihr heraus zu nehmen, aber notwendig würde sich dadurch auch der Animus verändern, da die Trinität dem Gesamtsystem unterliegt, aber nicht dreiteilig isoliert voneinander existiert (was sich bereits an simplen Kausalzusammenhängen zeigt: sonst hätte die Magicka nicht die Macht, bei extensiver Nutzung unser kinetisches Potenzial zu schwächen und vice versa).
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Sonntag, 29. April 2018, 02:00

Über die Seelentrinität, duale Differenzierung der Seelen, ethische Bewertung von Seelensteinen
Ein Konvolut mystizistisch-metaphysischer Hypothesen und Fragmente
von Dalathar, Hexer der Magiergilde, Magiergilde Davons Wacht, 2Ä 575


Teil 2

Über die duale Differenzierung der Seelen

Das Konzept weißer und schwarzer Seelen erscheint auf die erste Betrachtung hin als intuitiv einleuchtend. Als weiße Seelen verstehen wir natürlich im gemeinen Kontext nicht bildlich weiße Seelen, also Anima, die besonders hell und rein sind, sondern den Werkgegenstand in der Schule der Mystik, mit dem man die Seelen „niederer“ Entitäten von denen „höherer“ abgrenzen kann. Dabei ist allein schon diese Abgrenzung ein wenig schwammig und bei näherer Betrachtung ergeben sich einige Probleme und Dilemmata, die ich noch erörtern und abhandeln werde.
Weiße Seelen – und hier macht es sich die Schule der Mystik gewissermaßen einfach – umfassen alle Anima, welche zu niederen Kreaturen gehören, also zu jenen, die nicht zu den Mer oder Nemer gezählt werden können. Schwarze Seelen dagegen umfassen alles darüber, alles „intelligente“ Leben, also die Seele, wie sie schon vorher von mir definiert wurde.

Allerdings stellt sich nun die hohe Frage, wie diese Abstufung (denn selbst weiße Seelen werden unterteilt) mit der Seelengröße korreliert, denn das man für eine gewisse Seelengröße einen Seelenstein passender Wertigkeit benötigt ist ein Fakt, keine Hypothese. Damit definiert bereits die Gesetzmäßigkeit, dass es tatsächlich verschiedene Seelenvariationen gibt, die einer hierarchischen Abstufung unterliegen. Nun determiniert also der richtige Seelenstein die Seelengröße und mit der Seelengrößer einher (und das muss nun einfach angenommen werden angesichts des magischen Potenzials (Magicka)) geht auch der Umfang der Seele an sich, also ihre Fähigkeiten, Kapazitäten, die Möglichkeiten der einzelnen Teileigenschaften zur Entfaltung ihrerselbst. So wird die Seele einer Ratte vielleicht genügen, um die Verzauberung des nützlichen Staubmagneten für ein paar Wochen wieder aufzuladen, doch um die mächtige Verzauberung in einem Nachtholzstab erneut komplett aufzufüllen bedarf es wohl mindestens des Animus eines Ogers.

Was unterscheidet nun eine Ratte von einem Oger? Nach dem ersten Lesen natürlich eine mäßig intelligente Frage, aber im Kontext der Seelenthematik eine interessante. Das auffälligste ist natürlich die Größe. Eine Ratte wird kaum die Macht haben, den Panzer eines Schröters bloß durch die Kraft seines Fußes zu zertrümmern, während der Oger keinerlei Probleme mit dieser Herausforderung hat. Dementsprechend muss es also schon hier Differenzen geben, denn wären Ratte und Oger mit der gleichen Seele ausgestattet, dann wäre die Ratte entweder unverhältnismäßig stark für ihre Größe (und damit wohl der Albtraum jedes Lagerbesitzers, wenn eine Rattenplage nicht bloß die Reissäcke anknabbert, sondern sie gleich mit ihrer Diebesbande aus dem Lagerhaus trägt) oder der Oger absolut schwach (was ein amüsantes wenn auch kurzes Bild abgeben würde, weil der große Körper dann wohl eher eine Behinderung wäre und der Oger zu einem frühen Tod verdammt würde, da er sich kaum bewegen kann). Nun geht natürlich die körperliche Bewegungskraft auf die kinetische Eigenschaft des Animus zurück, entsprechend können wir also schon hier festhalten: die Seelengrößer unterscheidet sich bereits darin, dass der kinetische Part bei körperlich unterschiedlich starken Tieren auch unterschiedlich groß ist. Doch reicht das aus, um eine Seele, die interdependente Eigenschaftssysteme besitzt gleich viel größer zu machen?
Die Antwort, die ich als Hypothese stellen würde wäre natürlich eine Verneinung. Gerade in der Benutzung von Seelensteinen, also in der Nutzung des zuvor eingefangenen Morphotypen würde es wenig Sinn ergeben, wenn eine Seele, die sich vorzüglich durch ihre Körperkraft von ihrem kleineren Konterpart unterscheidet mehr Magicka für eine Verzauberung zur Verfügung stellt.
Daraus lässt sich nun also gesetzt den Fall, dass es keine sehr wunderliche Umwandlung von kinetischem Potenzial in Magicka gibt schließen, dass jenes in einem relativen Verhältnis zu diesem bei der Seelengröße stehen muss. Daraus darf allerdings nun nicht die voreilige Folgerung gezogen werden, dass damit das magische Potenzial eines Ogers sogar größer als das eines Dunmers ist, weil ersterer eine größere Kinetik als zweiterer besitzt, obgleich man doch weiß, dass zweiterer den ersteren in einem Magieduell ohne Zweifel besiegen würde.

Denn genauso – und das bestätigt meine Hypothese, dass die Trinität ein geschlossenes System reziproker Einflüsse ist – hat die Entelechie einen Einfluss auf die Ausprägung der Magicka, unter welche auch die „Intelligenz“, bzw. der Verstand fällt, der gerne benutzt wird, um schwarze von weißen Seelen abzugrenzen. Tatsächlich lässt sich durch das Verhältnis von Entelechie-Magicka-Kinetik sehr gut feststellen, wie die Seelengröße beschaffen ist. Die Entelechie, also die Vollendung der Seele mit allen weiteren nötigen mentalen Aspekten der Entität, welche von ihr besessen wird, hat den größten und mächtigsten Einfluss auf die Magicka. Dabei ist allerdings hitzig umstritten, ob sie selbst einen Teil der Magicka birgt und ob sie damit nicht direkt in die anderen beiden Teileigenschaften mit einfließt, oder ob sie schlicht gleich einem Katalysator dient, welcher rohe, normalerweise ungenutzte Magicka durch einen intrinsischen Prozess in raffiniertere Magicka umwandelt. Möglich wäre auch, dass je stärker die Entelechie des Animus ausgeprägt ist, sie einen entsprechend größeren Hort für Magicka besitzt.

Jenes Dilemma, das sich allerdings nun daraus ergibt ist das Dilemma der Abstufung der Seelen. Angenommen ein Mensch wird zum Lykanthropen, der sich selbst ins Exil verbannt und dort verwildert. Seine Intelligenz, sein Verstand, sein Bewusstsein, also all seine kognitiven Fähigkeiten nehmen sukzessive ab, womit er mehr zu einem Tier denn zu einem Menschen wird. Daraus ergibt sich nun die Frage: Ist seine Seele noch immer die schwarze Seele von vorher mit einer verdorrten dritten Teileigenschaft, oder ist sie zu einer weißen Seele abgestuft worden, eben weil dieser Mann in seiner animalischen Umgebung nicht mehr seiner selbst, seines Charakters, seines Intellekts und seiner eigentlichen Fähigkeiten bewusst ist? Wäre ersteres der Fall, dann wäre er potenziell wohl heilbar und eine Rückkehr in den Urzustand seiner Seele sicherlich möglich. Zweiteres würde dazu führen, dass dann tatsächlich der Begriff der Seele geändert worden wäre, aber, da sie in Supervenienz zu ihren Eigenschaften steht, nicht ohne eine prägnante Änderung in ihren Teileigenschaften, was eine Rückkehr in den Urzustand wohl unmöglich macht. Also ist die Frage nach der Ab- oder auch Hochstufung von Seelengrößen ein gewisses Dilemma, weil wir uns anhand des Beispiels dieses Korrumpierungsfalls nicht sicher sein können, ob die Entelechie noch vorhanden ist und bloß unterdrückt wird, womit die Seele noch schwarz wäre, oder ob sich durch eine starke Zurückbildung ihrer die Seelenart sogar ändern kann. Sicherlich wären Experimente unglaublich interessant, die Seelengröße eines Skeevers dadurch vergrößern zu wollen, dass man ihn bedeutend intelligenter macht – Aber vermutlich übersteigt solch ein Experiment die Lebensdauer eines gewöhnlichen Skeevers um Längen, ebenso wie die Geduld der meisten Forscher.
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Sonntag, 29. April 2018, 02:03

Über die Seelentrinität, duale Differenzierung der Seelen, ethische Bewertung von Seelensteinen
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Teil 3

Über die ethische Bewertung von Seelensteinen

Da es in den Texten unter anderem um die Benutzung von Seelensteinen geht und in diesem Zusammenhang schon die eine oder andere ethische Diskussion entbrannt ist, werde ich bündig meine ethische Position zu der Nutzung von Seelensteinen darstellen. Aufbauend auf meiner Seelentrinitätstheorie will ich darlegen, wieso die Nutzung von Seelensteine ethisch keinerlei Bedenken darstellt und Diskussionen dieses Thema betreffend eigentlich höchst überflüssig sind.
Ausgehend von meiner Theorie, die sich durch einzelne Fallbeispiele und Überlegungen als recht sinnreich und passend erwiesen hat, kann nachgewiesen werden, dass bei der Nutzung von Seelensteinen geringerer Größe keine Seele wirklichen Schaden erleidet. Die geringeren Animusgrößen gehören zu nonintelligenten Entitäten, die bei ihrem Tod und bei dem Einfangen ihres Animus in einen Seelenstein genauso viel von dem verstehen, was gerade geschieht, wie wenn man ihnen ein Buch vor die Füße wirft. Ihre dritte Eigenschaft ist maßgeblich kaum ausgeprägt, was in Korrelation mit ihrer ersten Eigenschaft dafür sorgt, dass sie ein geringes magisches Potenzial aufweisen, aber auch nur eine sehr geringe Auffassungsgabe besitzen, was um sie herum überhaupt geschieht.

Nun gehen die meisten Gegner der Seelensteinnutzung ja von dem Einfangen größerer Seelen, wenn nicht sogar schwarzer Seelen aus. Und ich werde mir vielleicht einige Feinde machen, wenn ich grundsätzlich sage, dass selbst das Einfangen schwarzer Seelen an sich keine ethische Falschheit darstellt. Ja, ich würde sogar Hexenmeister Elinyon zustimmen, wenn er sagt: „Es sei sogar eine Verschwendung von Ressourcen, die Seele eines Verstorbenen frei entschwinden zu lassen.“

Abgesehen von dem Akt, der nötig ist, um an eine schwarze Seele zu gelangen und der natürlich (wie bereits in einigen ethischen Schriften bewiesen) moralisch falsch ist, wäre der Akt selbst gemäß der Situation, eine schwarze Seele mit all ihren drei Eigenschaften sei einfach so entstanden, ohne dass dafür eine lebende Person ihres nirnischen Seins beraubt werden müsse keinesfalls moralisch verwerflich. Ich schließe mich also dem Utilitarismus des Hexenmeisters ohne Umschweife an, wenn ich sage, dass es eine Verschwendung wäre, das magische Potenzial einfach so entfleuchen zu lassen. Begründen kann man dies recht gut mit der Annahme, dass einzig und allein in einem Seelenstein die Magicka einer Seele eingefangen wird, der Rest allerdings ungehindert seinen Weg in das Nachleben geht. Damit wäre die Magicka als zweite Teileigenschaft wenig bedeutend für eine Seele auf dem Weg in ihre Losgebundenheit von allem Sterblichen.

Bloß wenn bewiesen werden kann, dass die schwarze Seele in einem Seelenstein vollumfänglich eingesperrt wird und dementsprechend auch wieder ohne Probleme hervorgerufen werden kann (was bisher meines Wissens nach nicht möglich war, da man auf diese Weise auch einstmals sterbliche Personen problemlos über den Tod befragen könnte, was aber, auch wieder meinem Wissen unterworfen, ebenfalls noch niemandem wirklich geglückt ist) wäre erwiesen, dass die Nutzung der Magicka aus Seelensteinen tatsächlich moralisch bedenklich wäre. Dies gilt allerdings auch bloß für schwarze Seelen – Wenn man anfängt die Nutzung weißer Seelen moralisch zu hinterfragen, dann sollte man auch anfangen zu hinterfragen, ob man sein Gewissen mit dem Konsum von Tierfleisch vereinbaren kann. Die Ermordung des Tieres wird für einige da moralisch hinterfragbarer als das eigentliche Einsperren ihrer Seelenmagicka in den Seelenstein sein.

Um abschließend meine These zu untermauern, dass ich nicht der einzige Mystiker bin, der davon überzeugt ist, dass eine Seele nicht in ihrer Ganzheit eingesperrt wird, sondern nur ihre Magicka, zitiere ich nochmals den Hexenmeister Elinyon: „Für diese Magier entfleucht einem Wesen bei seinem biologischen Tod ein Funken, ein nicht greifbares Element, das dann unwiederbringlich verloren ist.“
In diesem Fall wäre der von ihm so bezeichnete ‚Funken‘ die Entelechie.
>> Manieren machen uns zu Menschen. <<

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Sonntag, 22. Juli 2018, 08:30

Gesellschaft aus der Sklaverei - Herausbildung der Klassen- und Familienstrukturen in den postnedischen Gesellschaften

Niederschrift eines Vortrags von Vanesé Laurent, 2Ä 586


Als ich seinerseits noch an der Universität von Gwylim studierte, traf ich eines Tages auf einen kaiserlichen Gelehrten, der sich mit der Politikgeschichte und Adelsstruktur Cyrodiils auseinandersetzte. In einem Gespräch über sein Themengebiet, entdeckte ich viele Parallelen und es entbrannte schnell eine Diskussion darüber, wie ähnlich die colovianisch-kaiserlich und die glenumbranisch-bretonische Kultur doch seien. Er war der Auffassung, dass besonders die Gesellschaftsstrukturen der Bewohner Cyrodiils und Hochfels ähnlich seien. Damit war er keineswegs im Unrecht.

Betrachtet man beide Kulturkreise genauer, stellt man schnell fest, dass bei keinem Volk Tamriels mit Ausnahme des altmerischen selbst, die Klassengesellschaft so fest in den Köpfen der Bewohner verankert ist. Sowohl in der kaiserlichen als auch in der bretonischen Gesellschaft hat sich in der Frühzeit eine adelige Schicht herausgebildet, die als Elite über dem einfachen Volk steht.

Vergleicht man die Geschichte dieser Volker, so ist es kein Wunder, dass diese Herausbildung gerade bei diesen beiden Völkern zustatten kam: Beide lebten für Jahrhunderte unter der Oberherrschaft der Elfen, bis sie sich in den ersten Jahrhunderten der Ersten Ära von dieser Ketten lösten und eine eigene Verwaltung aufbauten. Die Anführer der Rebellion gegen die Elfen waren es schließlich, die in der befreiten Gesellschaft die Verwaltungsaufgaben übernahmen und sich so als Adel etablierten.

Wie allseits bekannt ist, waren es die Menschen Cyrodiils, die sich zuerst vom ayleidischen Joch befreiten und aus denen später die Kaiserlichen hervorgingen. Zu jener Zeit kann man allerdings noch lange nicht von einem einheitlichen Volk reden. Die Sklaven, die sich im Jahre 242 dem Aufstand gegen ihre elfischen Herren anschlossen, stammten vielmehr aus unterschiedlichen Stämmen, die ursprünglich das Gebiet von Kargstein bis zum Rande der Schwarzmarsche besiedelten. Viele dieser Stämme, wie die Kothri, die Al-Hared oder die Keptu, besaßen eigene Sprachen und Rituale, jedoch vermischten sie sich zunehmens in der Sklaverei der Ayleiden und lebten auch nach ihrer Befreiung weiterhin miteinander. Als die Aufständischen, die vom Narfinsel-Schisma geschwächten Städte der Wildelfen eine nach der anderen eroberten und schließlich den Herrscher des Weißgoldtums stürtzen, rief sich ihre Anführerin Alessia zur Kaiserin aus – und trat damit in die Tradition des ayleidischen Königtums.

Als der Alessianische Orden sich im vierten Jahrhundert durchsetzte, wurde das ayleïdische Erbe, auch innerhalb der Verwaltungsstruktur des jungen Kaiserreichs für Jahrhunderte eliminiert. Im Gegensatz zum radikalen Nibenay hatte sich die gesellschaftliche Struktur der Elfen jedoch in den colovianischen Königreichen nicht nur bewahrt, sondern sich gar weiter ausdifferenziert. Unter dem König taten sich mehrere Ebenen der Verwaltung hervor, die sich gleichzeitig die Bevölkerung selbst unterteilten: Diejenigen, die direkt unter dem König standen, knüpften Familienbanden zu anderen direkten Vasallen des Königs und separierten sich von den Familien mit wenig oder keinem Land. So bildete sich ein Hoch- und ein Niederadel, das Patriziat, heraus.

Mit dem Aufstieg der Remanen verbreitete sich das coloviansiche Patriziat wieder über das Herzland bis in den Süden. Als das Reich unter der Expansionspolitik wuchs und ein umfassender Verwaltungsapparat aufgebaut wurde um das Kernland und die neu geschaffenen Provinzen zu verwalten, wurden viele Bürger des Reiches in den Adelsstand erhoben. Als prominentes Beispiel möchte ich an dieser Stelle nur Kantus Jeril anführen, der einer einfachen Familie entstammte, doch für seinen Heldenmut im Kampf gegen die Tsaesci zum ersten Grafen von Chorrol ernannt wurde.

Stellen wir aber unsere eigentliche Frage: Welche Rolle spielt die Familie in der heutigen kaiserlichen Gesellschaft? So fällt die Antwort doch ernüchternd aus: Wie in allen Kulturen, nimmt die enge Familie – Eltern, Geschwister und Kinder – die wichtigste Rolle ein. In Handwerks- oder Bauernfamilien ist es meist der Familienkern, der gemeinsam den Lebensunterhalt in Werkstatt oder auf dem Feld verdient. In den Patrizierfamilien wiederum, rückt die Familie erst dann in den Fokus, falls es darum geht, wer den Titel eines verstorbenen Verwandten erbt, oder, wer die höhere Mitgift für die Heirat mit einer Tochter des Adelshauses stellt.

Werfen wir nun aber unseren Blick in den Nordosten Tamriels, nach Hochfels, der Heimat des stolzen bretonischen Volkes. Lange Zeit stand die menschliche Bevölkerung der grünen Lande unter der Oberhoheit des altmerischen Direnni-Klans. Nach der Schlacht im Glenumbramoor, wurde der Klan soweit geschwächt, dass er über große Teile des Landes nur noch eine De-Jure-Hoheit verfügte. Als das sechste Jahrhundert der Ära anbrach, hatte der Klan in den Aufständen der Menschen sein Territorium auf dem Festland verloren und die Bretonen ihre eigenen Familien in die dirennische Feudalherrschaft eingesetzt.

Im Gegensatz zum Herzen Tamriels, entastand auf dem Gebiet des ehemaligen Direnni-Reiches kein menschliches Großreich, sondern kleinere Stadtstaaten, deren Herrscher sich in der Folgezeit Könige, Grafen oder Herzöge nannten. Keinesfalls darf man aber annehmen, dass all die Titulierungen selbst gewählt waren: Ausgerechnet das Juwel der Iliac-Bucht, Wegesruh, welches durch seine Lage am Masconsichen Handelsweg in weniger als drei Jahrhunderten auf die Größe Dolchsturz anwuchs, hatte lange Zeit keinen getitelten Herrscher. De facto wurde die Stadt allerdings um die Jahrtausendwende von der Händlerfamilie der Gardners verwaltet. Im Jahre 1100 ist eine Delegation der Camoran-Dynastie aus Valenwald zu Besuch in Wegesruh verzeichnet. Da kurze Zeit darauf, die Schriftzeugnisse Farangel Gardner den ersten König von Wegesruh nennen, ist anzunehmen, dass er von ebendieser Delegation das Recht auf den Königstitel zugestanden bekam. Dies ist ein nur ein exemplarischer Beweis für die ambivalente Beziehung der Bretonen zu ihren merischen Vettern: Versuchte man zum einen sich von den ehemaligen Oberherren abzugrenzen, tat man sich doch keinen Zwang an, seine Herrschaft durch die Elfen zu legitimieren.

Ironischerweise setzte sich ebenfalls der merische Gedanke über die Wichtigkeit der Abstammung in den Köpfen der neuen bretonischen Adelsklasse fest. Schon bald wurden bei der Partnerwahl Personen aus gutem Hause bevorzugt und der Adel separierte sich. Zu keiner Zeit jedoch war die Elite der Gesellschaft jedoch vollkommen vom einfachen Volk getrennt. Den mit der Vertreibung der Elfen etablierte sich in den bretonischen Landen die Ritterorden, die jedem, der mit einem Schwert umzugehen vermochte, die Möglichkeit bot, in den niederen Adel aufgenommen zu werden. Dieser Schwertadel bildet seitdem den starken Arm Hochfels'.

Noch in der heutigen Zeit betonen die Familien des Hochadels stets ihre Abstammung von jenen Frauen und Männern, die gegen die Elfenherrschaft rebellierten. So hat es sich zur guten Sitte entwickelt, dass man sich stets auf ruhmreiche Vorfahren, seien es tapfere Ritter oder weise Regenten, zurückführt. Jeder junge Bretone kann wie ein Gedicht stets die Taten seiner Ahnen vor ihm aufzählen und sieht als als Pflicht an, den Namen der vorherigen Generationen nicht in den Dreck zu ziehen.Der Respekt vor der Blutsbande zeigt sich teils nur subtil im Alltag, doch ist er allgegenwärtig. Ob sich ein Kind aus der einfachen Gesellschaft als Sohn oder Tochter eines Handwerkers vorstellt oder ein Abkömmling des Adels den Titel eines Prinzen oder Erbgrafen trägt: Sie empfinden es als Stolz, Teil ihrer Familie zu sein.
Soll Euer Projekt in der Liste erscheinen, schreibt eine PM mit den Infos an @Vilvyth.

Holt Euch außerdem Euer tägliches Lore-Häppchen.

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Dienstag, 9. Oktober 2018, 18:04

Dieser Text wird, wenn man ihn ins RP mit einbinden möchte, hauptsächlich in theologischen Sammelbändern auf Sommersend und Auridon zu finden sein.

ARGUMENTUM CARCEREM LORKHAN

Theologisches Fragment von Dalerios Athar, 2Ä 585

LKHAN. Dies sind die fünf Buchstaben, die jeder Bruder und jede Schwester unserer Sippe in dieser Anordnung verdammen sollte und wird und das völlig zurecht. Der ewige Trickster, gefallene Fürst der Ketten und verurteilte Verräter-Gott ist eine Schande für alle die, die sich noch irgendgeartet zu den Mer von Nirn zählen. Nebst dem ausführlichen Abriss, der den Angehörigen unserer Kultur längst bekannt sein sollte, den ich allerdings dennoch als nötig für die jüngeren Generationen erachte, werde ich noch einmal das Argument des Kerkers aufbereiten, dupliziern und mit meiner persönlichen Note versehen, damit es für die Nachwelt erhalten bleibt und unser Volk nie vergisst, wem es das aufgezwungene Leid und die ewige Agonie zu verdanken hat.
Einst waren wir alle Götter. Das müssen wir zugeben, wir, die uns auf Adamant, Gold und Marmor erhoben haben müssen eingestehen, dass selbst die menschlichen Völker mit uns gemeinsame Urvorfahren teilen, auch wenn diese Verwandtschaft seit den Tiefen der Merethischen Ära nur noch eine kleine Obsidianscherbe in der nebelverhüllten Höhle der Vergangenheit ist. Denn anders als die Menschen, deren Kulturen und Zivilisationen in dieser Zeit verrohten, der Barbarei anheim fielen und einer generellen Profanierung ihrer frühesten Abstammung unterlagen, wahrten unsere Urahnen von Alt-Ehlnofey das Erbe der et'Ada. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn aus ihr ergibt sich, was unser Volk auch heute noch zu dem rechtmäßig spirituellen Führer von Mundus erhebt. Es ist diese Unterscheidung, das Abkehren der Menschen von den et'Ada und die Degeneration und Mutation der restlichen Mer-Völker, welche bloß noch die Altmer, die das Erbe ihrer weltlichen Ahnen der Aldmer wahren und verehren zu den stoischen Heroen einer niemals in Vergessenheit geratenen Geschichte voller göttlicher Traurigkeit und urtümlich himmlischem Zorn werden lässt. Doch wisset, dass wir, nur weil wir unser Leid erkennen, unsere Bürde sehen, nicht schwach sind; denn nur jene, die wissen wo ihr Schmerz liegt, können ein Mittel zu seiner Linderung finden. Von jenen, die nicht einmal wissen, dass dieser Schmerz existiert - nun, da bleibt bloß zu schreiben, dass sie taub sein müssen, dass ihre Nerven verkümmert sind, nicht unbedingt ihrer Physis, doch die ihrer intelligiblen Fähigkeiten zum Begreifen der Welt um sie herum, zur Entwicklung eines Sinns für den Monismus durch den sie sich Tag für Tag bewegen. Denn eine Kreatur, die es im Angesichte ihrer schwindenden Zeit nicht wagt, einen Blick in den klaren Himmel zu werfen und die Dinge zu hinterfragen lebt das Leben eines möglicherweise glücklichen, aber mindestens in gleichem Maße primitiven Schweins.

Somit muss also verdeutlicht werden, dass wir die ersten Leidenden unter Gleichen sind. Wir alle, die wir hier auf Nirn existieren sind Leidende, doch nur wir Altmer haben die größte Kenntnis darüber, worin dieses Leid besteht. Die stumpfsinnigeren Völker begreifen es nicht, denn sie haben das, was wir als unser Leid verstehen zu einer gottlosen Selbstverständlichkeit verkommen lassen und im Angesichte ihrer trauernden Götter, die sich trotz falscher Namen, die ihnen gegeben werden, trotz der Schläge und Abwendungen, die sie erfahren müssen noch immer wie die unermüdlichen Väter und Mütter um ihre Kinder kümmern ein offenes Sakrileg verübt. Sei es drum - wie hartnäckig sich Dummheit und Unbelehrbarkeit zeigen bekommen unsere Truppen an der Front des Allianzkrieges zu spüren und der dortige Konflikt mit all den verirrten Kombatanten ist Sache von Politikern und Generälen.

Unser Leid ist darauf zurückzuführen, dass die Existenz, die wir aufgebürdet bekamen aus Lug und Trug entstand. Die Schöpfung, der erste Atemzug des Lebens, das Fortbestehen feinster Organismen ebenso wie gröberer Werke basiert auf einer Täuschung, derer wir uns stets bewusst sein müssen und die zu vergessen einen Sog heraufbeschwört, der in die dunklen Tiefen von Veloths schandhaftem Erbe reißt. Lorkhan, der "Sohn" Padomays und von seinem immerwährenden Drang nach Veränderung und stetem Chaos durchdrungen war es einst, der unsere Ahnen betrog und sie mit einer ungesehenen List in einen Schöpfungsprozess verwickelte, aus dem das kosmische Produkt entstand, das wir Mundus nennen. Doch Lorkhan verfolgte keine hehren Ziele, denn andernfalls wäre es nicht notwendig gewesen, unsere mächtigen Götter zu betrügen - Es war sein Ansinnen, Mundus zu erschaffen, auf einem Fundament geschwächter und betrogener et'Ada. Bei der Schöpfung opferten viele ihre eigene Kraft, denn sie glaubten daran, ein Paradies sondergleichen zu erschaffen. Doch als die Ebene der Existenz in ihrer Urform konstruiert wurde, sahen die et'Ada, die sich nicht für ihre Schöpfung aufgaben, was aus der mythischen Konstruktion, die sie erdachten, wahrlich geworden wart. Eine chaotische Ebene, ohne Gesetze, die Zeit floss in unvorhersehbaren Wegen, Verfall und Tod war überall vorzufinden, in jeder kleinsten Schöpfung, ganz im Gegensatz zu der Unsterblichkeit, die alle et'Ada kannten. Lorkhan wurde zum Herren der Ketten für alle, die auf Nirn wandelten, denn er formte Mundus zum Hause Sithis', ganz nach padomaischem Vorbild, fort von dem versprochenen anuischen Konzepten. Magnus, der Architekt von Mundus, war entsetzt über diesen Anblick und reiste zurück nach Aetherius. Nicht alle folgten ihm; einige opferten ihre alten Formen, um in dem Körper der Spezies, die wir Ehlnofey nennen fortzubestehen, wobei einige von ihnen wiederum dem Beispiel Y'ffres folgten und sich opferten, um für die Stabilität der Natur zu sorgen, den Schaden und die Fehler zu begrenzen, die durch Lorkhans Betrug entstanden. Und wir können ihnen dankbar dafür sein, diesen aufopferungsvollen Urahnen, dafür, dass ein Ball, wenn wir ihn loslassen, fällt und dann rollt; nicht auszudenken, von welcherart Unsicherheit der Alltag geprägt wäre, gäbe es keine Naturgesetze, die unsere Umgebung zu einem fundamentalen Grad vorhersehbar werden lassen. Die größten der Aedra, darunter Auri-El, der Gottkönig, wie auch Trinimac, sein mächtigster Ritter, versammelten sich auf dem Apex das Adamant-Turms, der von ihnen eigenhändig erschaffen wurde, um die Geschicke von Mundus zu besprechen. Um umzukehren, war es zu spät; zu viele der et'Ada hatten sich, eine weitaus bessere, himmlischere Version von Nirn im Blick, geopfert und der Schöpfungsprozess war zu weit vorangeschritten. Lorkhan, der nun offen die Armeen der Menschen anführte und mit ihnen bis nach Altmora einfiel, um auch die letzten verbliebenen, wahren Nachkommen der et'Ada auszulöschen wurde bei einem tiefen Vorstoß schließlich von Auri-El und Trinimac aufgehalten. Jener brachte ihn zur Strecke, erschlug ihn als größter aller Krieger vor seiner eigenen Armee. Auri-El wollte Lorkhan gänzlich vernichten, doch als der große König merkte, dass man das Herz Lorkhans nicht zerstören konnte, schoss er es mit einem Pfeil weit über die Küsten Altmoras hinaus, wo es irgendwo tief in den Weiten der Meere versinken sollte, begraben bei den Fischen und gehütet durch die Schrecken der Tiefsee.

Doch jetzt, mit diesem aufgefrischten Wissen, erinnert euch, welche Rolle Lorkhan für uns, für das Volk der Altmer auch heute noch einnimmt. Lorkhan ist die am stärksten korrumpierte Form jeder bekannten padomaischen Entität. Er brachte eine Änderung in die Phase der Existenz, die solcherlei schlechten Dinge wie Leid, Tod und Chaos erst erschuf. Durch sein Wirken, durch die Begrenzungen und schmachvolle Herabstufung des Epizentrums unserer Ahnenlinie legte uns Lorkhan Ketten an, eiserne Ketten, ohne die wir heute alle in den goldenen Hallen von Aetherius existieren könnten, dicht bei unseren Göttern. Gleich welch Gutes uns hier auf Nirn widerfährt, im aedrischen Reich besäßen wir ein konstantes Gefühl dieses Guten, ohne die Limitierungen und Ketten, die Lorkhan uns aufzwang. Wir sind durch ihn zu einer zeitlich begrenzten Frist des Daseins verdammt worden, mit Nirn als sein ganz eigener, persönlicher Kerker. Er, der Wärter, die Daedra, die unberechenbaren Gefahren dort, die Aedra, unsere einzige Hoffnung auf den Ausbruch. So sollte es das ultimative Ziel des altmerischen Volkes sein, eines Tages die uns auferlegten Ketten zu sprengen und auf anderen Wegen als den des Todes die Heimkehr nach Aetherius anzutreten. Vergesst nicht das größte Übel, schlimmer und heimtückischer als die daedrischen Prinzen selbst: Lorkhan. Auch wenn erstere weltlicher erscheinen mögen, gerade zu der aktuellen Zeit, bitte ich darum, den großen Verrat, nur weil er uns bloß durch vergilbte Seiten überliefert wird, nicht zu vergessen. Dies ist unser Leid, das Leid die Verbindung zu unseren wahren Ahnen verloren zu haben, das Leid, dass unser Volk im Verlauf der Geschichte immer mehr Schwächung erfahren musste, bis es zu einer Sippe wurde, die komparativ mit allen anderen sterblichen Völkern ist. Wir sollten uns nicht freiwillig mit niederträchtiger Akzeptanz über das durch LKHAN herbeigeführte Schicksal begünstigen - Wir dürfen allerdings auch nicht in ein apathisches Ressentiment verfallen, noch in überwallende Perhorreszenz gegenüber dem Trickster Lorkhan. Die Geschehnisse um uns herum sind im Wandel und so sage ich, dass wir den Weg zurück nach Aetherius, das frühzeitliche Erbe des alten Trinimacs verteidigend, als einen Kampf gegen unsere Ketten ansehen sollten. Es ist an jedem Sapiarchen, Magister, Aspiranten, sogar an den Justiziaren des Thalmor einen Weg zu finden, der uns wieder zu den et'Ada formt, die wir einst waren. Dies ist das wahre, große Ziel des altmerischen Volkes.
>> Manieren machen uns zu Menschen. <<

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ddr.Peryite (14.10.2018)

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