Sie sind nicht angemeldet.

  • »Spiffypurse« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 210

Gilde: Moldark

Allianz: Ebenherz-Pakt

  • Nachricht senden

41

Freitag, 9. März 2018, 11:33


Wir schreiben das Jahr 521 der 2. Ära.
Steinfälle...


Das war ein großer Fehler.
Brerod Jonassson kauert auf dem vom Asche getränkten Boden im steinernen und felsigen Nirgendwo von Steinfälle.
Er hat schon viele Fehler in seinem Leben gemacht, aber dieser - da ist er sich in diesem Augenblick sicher - wird wohl sein letzter sein.
Sein Haupt ist vorne über gebeugt, seine Arme hinter dem Rücken verschränkt, während er dort so auf den Knien kauernd scheinbar seinem Ende ins Auge blickt.
Sein Leben war mit dem Tode seiner kleinen Tochter Hjofa bereits zerbrochen und so stand der Entschluss schnell fest sich der Reisegruppe anzuschließen, die eines Tages ihre Nordsiedlung passierten.
Das ist nun schon einige Wochen her, so genau weiß er das gar nicht mehr.
Havirunn, der rothaarige und kräftige gebaute Nord, führte die kleine Gruppe an und erzählte natürlich nichts davon, dass es sie hier in das Land ihrer Feinde, in das Land der ´Grauen´, führen würde.
Das Versuchung des Goldes war wohl zu groß.

Brerods Gedanken scheinen zu explodieren.
Sein Leben läuft wie ein schlechtes Theaterstück vor ihm ab.
Er denkt an Hjofa, an seine Frau, seinen Vater...aber auch an Herild, die gut aussehende Rothaarige, die neben ihm kauert und ebenso um ihr Leben fürchtet.
Schüchtern traute er sich lange nicht sie anzusprechen, sie, die damals in Riften zu der Gruppe dazu stieß.
Doch er tat es dann doch, als sie bereits die Grenze gen Steinfälle überquerten.
Und sie waren sich von Beginn an sympathisch, die Chemie stimmt....ja, es passt einfach.
Eine gemeinsame Zukunft soll ihnen aber wohl nicht vergönnt sein und dennoch mag Brerod die wenigen Augenblicke nicht missen, die er mit ihr hatte, die ihn gar sein totes Kind und sein bisheriges Leben für den Moment vergessen ließ.

Hajamor, ein eher dürrer Nord, kniete auch neben ihnen.
Während es Brerod tunlichst vermied den Kopf zu heben und es Herild ebenso zuflüsterte, ist Hajamor der Typ von Nord, der sein Maul nicht halten kann.
Nein, er hat sich nicht im Griff und fiel ein ums andere Mal während der Reise auf, als er andere provozierte.
Er kauert nun neben ihnen und Brerod sieht aus den Augenwinkeln, wie es in Hajamor innerlich kocht.
Er spürt, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis er explodiert.

Havirunn, der Anführer war auch von dieser Art, nur konnte er sich besser beherrschen, wenn es hart auf hart kommt.
Brerod hätte es ahnen müssen, dass diese Reise nicht gut ausgeht, spätestens als sie das Land der Dunmer betraten.
Die Gier nach dem glänzenden Gold hatte schon so vielen den Tod gebracht.
Aber er selbst war ein Narr, dass er ihm einfach folgte, wie ein kleines Kind dem Vater.
Ein Kind, dass von nichts weiß und nur hinterher läuft in der Hoffnung, der Vater würde ihn schon beschützen.
Die Grauzungen ließen sie passieren, schienen zunächst freundlich, gar einladend.
Was sagte Havirunn ihnen immer? - "Prägt es euch ein, ihr Narren: den Dunmern kann man nicht trauen."
Die Aussicht auf den Glanz des Goldes ließ ihn derart blenden, sodass er selber seinen eigenen mahnenden Worten nicht mehr zuhören wollte.
So war es eigentlich keine Überraschung, dass die Dunmer, die sie so scheinbar friedlich ab der Grenze ins Landesinnere begleiteten, von einer Minute auf die andere ihre Meinung änderten und beschlossen die Reisegruppe abzuschlachten.

Brerod will aber dem goldgierigen Havirunn keine Vorwürfe machen.
Er folgte eben jenem vermeintlichen Traum vom Reichtum, während er selbst seines eigenen Schicksals Schmied ist.
Er hätte auch die Gruppe verlassen können.
So kauert er nun dort und wagt einen kurzen Blick aufwärts zu dem Dunmer, der ruhig an ihm vorbei geht, den abgeschnitten Kopf von Havirunn in der Linken und eine blutgetränkte Klinge in der Rechten.
Nur die Drei hier Knienden leben noch, alle anderen sind nicht mehr.
Der grimmig drein blickende Dunmer, von dem dennoch eine seltsam ruhige Ausstrahlung ausgeht, wirft Havirunns Haupt achtlos in den Aschboden, der sodann ein paar Schritte weiter rollt und nicht weit von Hajamor liegen bleibt.
Das war´s.
Der innerlich kochende Hajamor schreit auf, springt hoch und will sich ohne jede Waffe auf den einen Dunmer stürzen.
Was für ein Idiot.
Er schafft es nicht einmal einen Schritt nach vorne, als bereits hinter ihm ein anderer der Grauzungen auftaucht, um blitzschnell seine Klinge Hajamors Kehle durchtrennen zu lassen.
Der Nord geht röchelnd zu Boden.
Für einen Moment scheint ihn Havirunn anzustarren, als Hajamor direkt neben seinem Kopf in der Asche von Steinfälle in nur wenigen Minuten sein Leben aushaucht.

Brerod und Herild haben Mühe Ruhe zu bewahren.
Weiterhin sind ihre Häupter gesenkt.
Die Dunmer sollen sehen, dass sie sich ihnen ergeben und sie mit nur einem Hieb ihre Köpfe neben dem von Havirunn befördern können.
Es vergehen Sekunden, Minuten, die wie eine Ewigkeit vergehen.
Die Dunmer sprechen miteinander, lachen aber nicht.
Worauf warten sie nur?
Plötzlich kommen zwei von hinten heran, fesseln sie.
Ein Ruck und sie sind auf den Beinen
Das sieht nun nicht mehr so aus, als würden sie sie töten wollen.
Zumindest vorerst nicht.
Sie werden gestoßen und angetrieben weiter zu gehen.
Die Gruppe der Dunkelelfen macht sich daran aufzubrechen und die zwei Nord sollen mit.
Vielleicht gefällt ihnen der Gedanke, dass sie sich so unterwürfig zeigen?
Die Dunmer sind bekannt für die Sklaverei.
Und so geht es weiter ins Landesinnere Steinfälles hinein, in eine ungewisse Zukunft.
Zwei Nord, Brerod und Herild, als Gefangene der Grauzungen.

Zurück bleiben tote Nord, die schon bald von der Asche der der Vulkane des Velothigebirges und des Aschberges bedeckt sein werden...


(Fortsetzung folgt...)
"Niemals tut man so vollständig und so gut das Böse, als wenn man es mit gutem Gewissen tut." (Blaise Pascal, 1623 - 1662)

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Jassillia (11.03.2018)