Sie sind nicht angemeldet.

Jassillia

Geselle

  • »Jassillia« ist weiblich
  • »Jassillia« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 78

Gilde: Die gekreuzten Klingen

Allianz: Dolchsturz-Bündnis

  • Nachricht senden

21

Samstag, 23. September 2017, 17:07



Morgaine

Die Luft des Waldes gab ihr Sicherheit und Raum für neue Lösungen. Jeden Schritt, jede Annäherung würde sie riechen wie hören. Dafür war sie dem Fluch schon dankbar, gerade jetzt noch. Wenn sie sich so sicher war, nichts zu erfahren, wieso starrte jene Ania sie immer noch dermaßen penetrant an, dass es mittlerweile selbst anderen auffiel?

Aus Thondaar würde sie nichts herausbekommen, dessen war sie sich sicher. Wenn er auch manchmal das Verhalten einer streunenden Katze an den Tag legte, so hielt er bisher sein Wort. Gut, Rhorlak tat dies einst auch.
Kopfschüttelnd verwarf sie den Gedanken. Ein wenig Beständigkeit wäre wirklich nicht verkehrt. Einen bodenständigen Ort der Zuflucht für sie. Hoffnung, dass Valen jenen Zauber soweit schaffte, dass sie von ihrer eigenen Zuflucht auch wieder an jenen Ort, an dem sie waren wieder zurückfand. Was, wenn es nicht klappte? War sie dann gezwungen ein neues Zuhause zu finden? Ausgerechnet auf Hochfels? Es ist nicht so, dass sie jenes Volk dort hasste. Eher so, dass sie sich selbst für soviel Ähnlichkeiten zwischen ihr und dem Volk hasste. Zuviel Übereinstimmungen. Rhorlak ahnte oder wusste es offenbar. Skal war es stets egal. Für ihn hatte sie mehr Eier als es jeder Nord hier hatte.
So oder so, sie gab Valen sein Wort und nur deswegen reiste sie hier wie eine Verirrte mit dem Orden umher. Sammelte Reagenzien und traf nebenher weitere Vorbereitungen. Selbst Schuld. Andersherum, wäre sie noch in jenem Rudel, und würde in ihrem trauten Heim in Riften bleiben. Jene Beständigkeit in den Sand gesetzt!

So sammelte sie noch mehr Holz, um es der Magd für das Feuer zu bringen, schaute sich hier und da essenswerte Kräuter wie Pilze ein. Gegen Hilfsbereitschaft konnte doch niemand etwas sagen, so machte sie sich so gut wie möglich nützlich. Nützlich genug um das Misstrauen mancher ihr gegenüber zum Erlischen zu bringen. Hoffentlich!
Die Drohung gegenüber Ania tat ihr im Nachhinein leid, und so hoffte sie dass es nicht vor Thondaar und seinen Leuten herauskam. Andere auseinanderzubringen, und die Versuche des Vorankommens diesen Trupps zu hindern, war nie ihre Absicht. Doch gerade jetzt, wo sie sich am Leben wieder erfreute und eine Zukunft für sich in Aussicht hatte, wolle sie nicht den Tod durch die Wachen Ostmarsch´s für sich ereilen lassen. Jetzt, wo es wieder manche Lichtblicke gab.
Nur alles zu geben, um besser voranzukommen, schneller die Nähe Ostmarsch´s hinter sich zu lassen. Dann dürfte sie wieder durchatmen können. So sammelte sie weiter mehr Holz , Naturalien ehe sie Farian aufsuchen würde, um ihm ein gemeinsames Jagen für die täglichen Mahlzeiten vorzuschlagen. So tat sie wieder etwas, und hatte auch noch einen angenehmen wie guten Zeugen für ihre guten Taten.

Zugegebenermaßen: Gerne tat sie es überraschenderweise wirklich!

* * *

Moosbedeckte Hügel säumten eine geräumige Lichtung im tiefsten, grünsten Wald. Geräusche einer Schmiede hörte sie, Lärm der auf Tüchtigkeit und einen warmen Ort nahe einer Schmiede deutete. Sie schaute in den Ofen, und befühlte das Brot ob es bereits durchgebacken war. Ein Summen verließ ihre Lippen, ihre Füße suchten sich den Weg zwischen Hühnern, Vieh und die Streu des Hofes, bis hin zum Schweinestall. Sie prüfte die Trockenheit ihrer Schürze, bis sie ihre Hände an dieser sauber streifte.
Ein beschaulicher Ort der sie Geborgenheit fühlen ließ und sie an die Geborgenheit ihres Heimes in Kyneshain erinnerte. Sie müsste erneut eines der Schweine schlachten, die Vorräte gingen zur Neige. Ein Gedanke, den sie zu gut kannte und ihr zu vertraut war. Sie sah über die Schulter, und nahm die Umrisse der Magd Eodaine war, die ihr mit einem Weidenkorb beladen frische Äpfel brachte. Kirchenglocken der Kathedrale ertönten, bis sie die schwere Türe der Scheune aufschob. Servan war bereits dort und suchte offenbar in der angrenzenden Ecke seiner Schmiede nach neuen Eisenbarren.

Verdammte Axt! Spielte ihr Valen einen Streich? Weder kannte sie die Magd dermaßen gut um sich von ihr Äpfel bringen zu lassen, noch kannte sie irgendeine Form von Kirchenglocken hier auf Himmelsrand. Und mit diesem Servan dermaßen freundschaftlich einen Hof zu teilen schon gar nicht! Bei Shor´s haarigen Eiern, irgendwer musste ihr hier einen Streich spielen! Sie schob die dünne Wolldecke ihres Lagers beiseite und genoss die nüchterne Kälte während der Nachthimmel über ihr lag. Sie erahnte das Herbstlaub, der ihr gewohnt und vertraut die Landschaft säumte. Alle schliefen noch, und niemand erahnte was sie da nur geträumt hatte…

* * *

Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegsnebeln...

Jassillia

Geselle

  • »Jassillia« ist weiblich
  • »Jassillia« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 78

Gilde: Die gekreuzten Klingen

Allianz: Dolchsturz-Bündnis

  • Nachricht senden

22

Samstag, 23. September 2017, 17:15



Farian


Auf dem Balkon stehend, die Arme verschränkt wie so meist, stand der junge Späher und hing seinen Gedanken nach. Hatte er sich doch zwischendurch selbst ertappt wie er die Art seines Vaters annahm. Auch dachte er darüber nach wieso er in letzter Zeit, speziell seit der Übernahme Wungranes, solch einen massiven Zorn im Inneren fühlte, den er stets zu verbergen suchte, nicht immer mit Erfolg. Dieser Magier hatte Hand an seinen Schützling gelegt, ganz gleich ob magischer Natur oder nicht und das entlockte ihm Stirnrunzeln und einige böse Blicke in den Himmel "Ich werde dir eigenhändig einen Pfeil zwischen die Augen jagen" murrte er leise. Er schüttelte den Kopf, nein er durfte nicht in Hass oder Rachegefühle verfallen.

Nun wanderten seine Gedanken weiter hin zu Wungrane, auf der einen Seite versuchte er sie so gut es geht vor Fehlern zu bewahren und zu schützen auf der anderen Seite wusste er, dass man Fehler machen muss um daraus zu lernen. Er bereute nicht, dass man sie zu seiner Schülerin gemacht hatte zumindest für den Moment, allerdings gab es noch einiges zu tun, was sie anbelangte, doch er wollte sich dieser Herausforderung stellen, ganz egal wie schwer das werden würde.
Er stand eine ganze Weile reglos da, kein Muskel bewegte sich, er schien nicht einmal zu blinzeln. Neue Gedanken schossen durch seinen Kopf und sie betrafen Morgaine, Kalef und den Rest der Truppe, die sich ihnen angeschlossen hatten. Morgaine gab ihm mehr und mehr Rätsel auf und er traute ihr nicht wirklich, was wollte sie wirklich hier, ebenso Kalef, was trieb einen Argonier dazu sich einfach so anzuschließen? Auch bei ihm wurde er langsam aber sicher misstrauisch, zumindest misstrauischer als er es bisher war. Er würde weiter beobachten und das ganz genau so wie es seine Art war und so verschloss er seine Gedanken und sein Innerstes und kehrte zur normalen Tagesordnung zurück. Niemand würde jemals erfahren, was er wirklich plante und was er bereit war zu tun um für die Sicherheit der Streiter in der Gruppe zu sorgen, die er schon so lange mehr Familie als alles andere nannte.

* * *

Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegsnebeln...

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Deikan (25.09.2017)

Jassillia

Geselle

  • »Jassillia« ist weiblich
  • »Jassillia« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 78

Gilde: Die gekreuzten Klingen

Allianz: Dolchsturz-Bündnis

  • Nachricht senden

23

Samstag, 23. September 2017, 17:37



Jassillia

Das zum Teil vernarbte Gesicht in den kalten Wind der Ostmarsch gereckt, streichelte eine Hand über den Hals eines treuen Pferdes. Ein seit Jahren währendes Bündnis zwischen einem Schlachtross und seiner Reiterin, welches sich in den Stunden des Zwielichtes in Form jenes Bildes präsentierte.
Gedanken krochen wie Schlangen durch ihren Geist. Worte über Sheogorath, die sie seit gestern Abend nicht mehr losgelassen hatten. Offensichtlich beschäftigte sie diese Vorstellung weitaus mehr, als ihr gut tun würde.
Kalef grub sich mit seinen Krallen und Zähnen in dieses Gedankengut. Wer war dieser Argonier überhaupt, der oftmals abwesend schien und mal in Ohnmacht und mal in einen tiefen Schlaf fiel. Warum in aller Götter Namen ging ihm seine Magicka verloren? Welche der Daedra stand hinter diesem Machwerk um blutende Schuppen und seinen seltsamen Stab. Wahrscheinlich hätte sie ihn längst erschlagen müssen. Erneut ein verquertes Spiel eines wahnsinnigen Gottes nur um sie zu prüfen und seine wahre Freude an ihrem Versagen zu haben?
Nun war Kalef in den Fängen der Magiergilde. Sie würden schon herausfinden, was mit diesem Argonier los war und Gnade ihm Stendarr, hatte er sie belogen und hinters Licht geführt.
Wut kroch in der Ordensmeisterin hoch. Wut auch über Wungrane, die es noch immer nicht verstanden hatte, wie man respektvoll und verantwortungsvoll mit Vorgesetzten umzugehen hatte. Wenn es ihr wahrlich wichtiger war mit jenen loszuziehen, die nicht zum Orden gehörten, dann würde sie ihr persönlich die Tore hinaus in jene Freiheit öffnen. Anscheinend hatten noch nicht alle verstanden, wie gefährlich die Lage hier in Himmelsrand war. Man wurde mit Argwohn beobachtet, mit Hass und Zweifel um ihr Vorhaben. Da folgte man nicht einfach irgendeinem sprechenden Drecksvieh. Wie dumm konnte man nur sein.
Selbst Garimar schien es nicht zu verstehen. Ein Bauchgefühl kroch in ihr hoch, welches sie an andere Männer erinnerte, die sie aus dem Anwesen geschickt oder sie es freiwillig verlassen hatten. Naiv, zu viel Druck im Schritt, den Fokus auf Wichtiges verloren, von den armen Opfern der eigenen Fehler magisch angezogen, wie Schmeißfliegen von verwesendem Fleisch.

Über all dem stand das Vorhaben in Sachen Terebren, ein Magier, der zu ihrem persönlichen Ziel geworden war. Im Gegensatz zu ihrem Mann hatte sie ein gänzlich anderes Bild von ihm. Ein armer Wicht, der gewiss einiges an Machtpotenzial besaß, der sich aber dem natürlichen Verhalten einiger Schwarm- und Rottentiere annahm und auch Wungrane, dem geistig-mental schwächsten Glied in den Reihen des Ordens.
Bisher war man einzig und alleine deutlichen Warnungen begegnet, wann auch natürlich Verletzungen die Folge gewesen waren, es hätte aber schlimmer kommen können.
Terebren war schlau, ohne Frage. Noch ehe man seine Spur verfolgen konnte, hatte er jene verwischt, aber warum brauchte er Hjalti überhaupt und warum stand er als Berater an dessen Seite? Die Möglichkeit lag nahe, dass Hjalti selbst zum Spielball des Bösen geworden war. Wulfgar hatte berichtet, dass keine Regungen verdächtiger Art von Donnerheim und Bjangard ausgingen, ein Hinweis darauf, dass man weiter im Verborgenen handeln würde. Eine Stätte eines neuen Kultes? Nur Land zu besitzen, dürfte kaum im Interesse dieses Magier sein. Da musste mehr im Hintergrund geplant sein.

Planen. Ja, das mussten nun auch jene, die sich mit den Tagen in Himmelsrand zusammengerottet hatten. Wenn gleich Morgaine ein Biest war, würde Jassillia ihr Können nutzen wollen. Er griff mit Tieren an? Warum drehte man den Spieß nicht einfach um? Ein Punkt, den es zu besprechen galt.
Zur Sprache müsste auch diese Dunmer kommen, scheinbar zugehörend der Kriegergilde. Doch hatte sie wahrlich Neutralität offenbart? Bisher krochen arge Zweifel in der Ordensmeisterin hoch und das Gefühl, dass sich ein Strick um die Ordensreiter zieht. Bilder von Folter blitzten auf, in jedem dreckigen Dunmergesicht ein Grinsen um Freude am Leid, am Quälen und am Töten.

* * *



"Versucht sie hier aufzuhalten! Denn wenn das nicht gelingt, werden alle sterben.
Ihr braucht Euch aber nicht unter Druck zu fühlen."


„Warum gehst Du nicht alleine?“..
Worte, die sie plötzlich aus ihrem tiefsten Inneren vernahm und die sich bis hoch in ihren Geist schlichen. Stimmlose Worte, die sie immer wieder hörte und die sie erfolgreich, wenn auch oft mit Widerwillen ins Abseits befördert hatte. Warum mochte sie eigentlich so gerne Käse und das in den unterschiedlichsten Variationen? Überbacken, geschmolzen und selbst vor einigen Jahren mit dem harzigen Geschmack von Tannennadeln verfeinert.
„Meine Güte... ordne Deine Gedanken“, murmelte sie, während sie die rechte Wange an die weichen Nüstern ihres Pferdes legte. Für den Augenblick hatte sie das Gefühl, dass der Wahnsinn in ihr Nahrung und Heimat findet. Zum ersten mal? Bei Weitem nicht.

Nun aber war es erst einmal Zeit das morgendliche Mahl einzunehmen. Kaffee, Brot und ihren geliebten Käse.

----
Quelle des Bildes:
https://www.pinterest.de/pin/475059460673060336/
Rechte liegen nicht bei mir.

Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegsnebeln...

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Deikan (25.09.2017)

Jassillia

Geselle

  • »Jassillia« ist weiblich
  • »Jassillia« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 78

Gilde: Die gekreuzten Klingen

Allianz: Dolchsturz-Bündnis

  • Nachricht senden

24

Sonntag, 1. Oktober 2017, 12:16


Das Erwachen der Kriegstrommeln..


Einen Sack Flöhe zu hüten, wäre wohl einfacher gewesen, doch wen wunderte es, dass Misstrauen, Chaos und Unmut vorherrschten, prallten in diesen Tagen und Wochen auffallend viele wie unterschiedliche Charaktere und Ansichten aufeinander. Wer der Auffassung gewesen war, dass dieses Unterfangen einfach werden würde, der wurde hier eines Besseren belehrt. Zu viele auf zu engem Raum, zu viel Met, Lüsternheiten, zu viele fremde Ohren und Augen - eine explosive Mischung, welches hin zur Androhung geführt hatte, dass man bei erneutem Ärger dieser Gefilde verbannt werden würde. Eine Schmach, die der Ordensmeisterin schwer zu schaffen machte. Konnte sie diese Androhung verstehen? Oh ja, das konnte sie.
Die Enttäuschung darüber zeichnete sich mit den Tagen auch in ihrem Gesicht ab, denn jegliches Lächeln war verschwunden, Schatten ruhten unter ihren Augen. Oftmals harschte sie laute Worte, die man von ihr so nur selten gewohnt war, stand hier immerhin ihr Lebenswerk auf dem Spiel.






So schien es nicht verwunderlich, dass ihr Unterbewusstsein immer wieder am Bewusstsein nagte und sich Worte in ihre Gedanken fraßen, nach diesem Unterfangen gänzlich andere Wege zu gehen und den jungen Orden aufzulösen. Welche Wege aber sollten es sein? Es gab keinen anderen als zu jagen. Vielleicht waren es aber auch Versuche der Dunkelheit, sich ihrer habhaft zu machen um sie an weiterem Handeln zu hindern? Bisher konnte sie diesem Gedanken verbissen widerstehen. Mit ein Grund war gewiss die Tatsache, dass sich noch niemand aus diesem Zusammenschluss entfernt hatte. Ein zartes Samenkorn, welches mit Vertrauen und Zuversicht genährt werden musste, um einen starken Stamm zu bilden, entfachend der Kampfkraft in Form einer explodierenden Krone, doch schien die Gratwanderung zwischen eigenem Dünken und Handeln und den Gesetzen der hiesigen Gefilde immer riskanter zu werden.

Nun aber galt es vorerst Ruhe in dieses Chaos zu bringen. Der schlimme Vorfall in Riften um Kalef und das Drama in der Magiergilde waren die eine Sache, die Mengen an fremden Ohren und Augen im Gasthaus eine andere. So wurden die Klingen in einer Nacht-und Nebelaktion vor die Tore Riften beordert, um nun dort in einem provisorisch errichteten Lager unterzukommen. Wer keine Wache hielt, musste sich um die kostbaren Pferde kümmern, Essen zubereiten, Wasser besorgen und sich Gedanken um den bevorstehenden Angriff machen, der Rest hatte zu ruhen. Eine klar definierte Aufteilung und die Erklärung dafür, dass sich nur wenige Zelte zeigten - zu wenige um alle unterzubringen.



Eine aber fehlte.
Schweren Herzens hatte man Ettarius aufgrund ihrer Verletzungen und der seltsamen Amnesie in der Magiergilde zurücklassen müssen. In diesem Zustand durfte man sie nicht mit in den Kampf nehmen, konnte sie für sich selbst und für andere zur Gefahr werden, doch hatte man versprochen, sie wieder abzuholen. Es gab doch noch so vieles zu klären. Schmerzlich vermisste hier jemand die Ruhe nach guten Gesprächen.

* * *

So würde es heute nun endlich Richtung Donnerheim gehen. Einem Gebiet, in dem verwestes Getier das Land mit seinen stinkenden Säften tränkte und immer wieder patrouillierende Skampen gesichtet wurden. Dreckige, boshafte und gefährliche Biester, die dieses Unterfangen in arge Bedrängnis bringen konnten. Überlebende aus Donnerheim erzählten von Untoten und mindestens einem Totenbeschwörer. Ein Wissen, welches nun auch die Kriegergilde auf den Plan gerufen hatte. So gab es lange und immer wiederkehrende Gespräche mit Wulfgar, dem Kommandanten Eisenfuß und Vertretern anderweitiger Gruppierungen.
Gespräche, denen sich Jassillia mittlerweile fern hielt, galt es sich der Taktik des Einnehmen Donnerheims zu widmen. Ihre fehlende Gabe der Diplomatie spielten hier mitunter eine doch große Rolle. Ebenso galt es auszuwählen, wer mit in den Kampf ziehen würde und wer nicht. Mentale Drehtüren und Schüler wie anderweitig Unerfahrene hatten in diesem Vorhaben nichts zu suchen.

Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegsnebeln...

Es haben sich bereits 3 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Deikan (01.10.2017), Bonnylie (01.10.2017), Thondaar (01.10.2017)

Jassillia

Geselle

  • »Jassillia« ist weiblich
  • »Jassillia« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 78

Gilde: Die gekreuzten Klingen

Allianz: Dolchsturz-Bündnis

  • Nachricht senden

25

Sonntag, 8. Oktober 2017, 09:33


Zeit des Abschieds

Der Kampf war vorbei. Donnerheim hatte endlich seinen wahren Herren wieder.
Wieder ein Sieg, erneut erschöpfte und müde Knochen und abermals neue Gefährten, die man hatte kennenlernen dürfen. All die letzten Wochen der Strapazen hallten in Gedanken und Körper wider und so verwunderte es nicht, dass manche der Siegesfeier fernblieben, um sich zu erholen oder den Erschöpften zur Seite zu stehen. Andere saßen am Tage nach der Befreiung Donnerheims bei Speis` und Trank zusammen, lachten und freuten sich einfach des errungenen Sieges über daedrisches Pack.



Wulfgar ließ es sich nicht nehmen, jedem Einzelnen persönlich zu danken. Die Auswahl seiner Geschenke zauberten manchen ein Schmunzeln und anderen einen Blick der Verwunderung ins Gesicht. Er kannte sie, jeden Einzelnen und offensichtlich besser als man vielleicht vermutet hatte.



* * *

Der Abschied fiel schwer, äußerst schwer, wusste man nun um die lange Heimreise zurück nach Kreuzgrat. Man ließ die derbe und doch wundervoll ehrliche Art dieses Landes und seines Volkes zurück. Warum? Weil man es musste.
Die Stimmung schien ein Stück weit gedrückter, hatte man nach erstem Missmut und Ärger das erfahren, was letztendlich für die Gebote der Götter stand und für das Gute im Herzen, so unterschiedlich der Glauben in seiner Darlegung und im Leben dessen auch sein mochte.

* * *

Als weinte der Himmel seine kältesten Tränen, brach in den Stunden der Reise der erste Wintersturm über die Reiter herein. Eisige Splitter wurden durch heulende Winde in die Augen jener getrieben, die in ihrer Heimreise nicht nur Ettarius fürs Erste in der Magiergilde zurücklassen mussten, sondern auch widerlichen Toden durch Vampire begegneten, ohne dass sie etwas hätten tun können. Ob die Bluttrinker sich versteckt hielten oder ob man einfach nur zu spät gekommen war? Eine Frage, die nicht beantwortet werden konnte.
Die Stimmung blieb angespannt, mussten die treuen Pferde über vereiste Brücken und massive Schneeverwehungen geführt werden. Der rapide Temperatursturz wäre noch zu verkraften gewesen, hätten sich die schneidenden Winde nicht noch durch Rüstung und Gambeson gefressen, trotz wärmender Umhänge und Felle. Die Sicht führte kaum drei Fuß in die Ferne. Bärte und Mähnen vereisten und selbst das Metall erfuhr einen glitzernden Nebel der Eiseskälte. In einer Schrecksekunde, in denen Gefahr bestand, dass es den dünnen Magus schlicht von einer Brücke wehen sollte, packte Thondaar beherzt zu und rettete dem Magier wohl so sein Leben.

* * *

So sollte man durchgefroren und mit zitternden Gliedern Windhelm erreichen. Das Gebälk der Taverne ächzte gequält unter dem Atemzug eines ersten wahrlichen Winterabends und doch begrüßte sie die gebeutelten Reiter mit wohliger Wärme der brennenden Feuer. Eine aber fehlte mit den Stunden und das war Ania. Eigentlich war sie nur mit der Ordensmeisterin in den Stallungen gewesen um restliche Satteltaschen aus dem Wust an Leder rauszusuchen. Von dort sollte die Nord nicht mehr zurückkehren. Sie fehlte, wie eines der älteren und erfahrenen Schlachtrösser..

Warum nur wurde der Abschied noch schwerer gemacht, als er ohnehin schon war?

Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegsnebeln...

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Deikan (08.10.2017)

Jassillia

Geselle

  • »Jassillia« ist weiblich
  • »Jassillia« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 78

Gilde: Die gekreuzten Klingen

Allianz: Dolchsturz-Bündnis

  • Nachricht senden

26

Dienstag, 10. Oktober 2017, 07:32



Es geht nach Hause!


Volle Bramsegel, ein starker Wind und blauer Himmel. Mit 25 Knoten schiebt sich ein Dreimaster durch die Weiten des Meeres. Das Bilden großer Wellen beginnt. Kämme brechen sich und hinterlassen größere weiße Schaumflächen. Die Gischt benetzt Haut und Haar mit feinen Perlen salzigen Wassers.
Mit diesen Voraussetzungen von Wind und See brechen Seemann und Ordensreiter wie Verbündete Richtung Heimat auf.

Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegsnebeln...

Jassillia

Geselle

  • »Jassillia« ist weiblich
  • »Jassillia« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 78

Gilde: Die gekreuzten Klingen

Allianz: Dolchsturz-Bündnis

  • Nachricht senden

27

Dienstag, 10. Oktober 2017, 16:00


Albtraum einer Novizin


Kalt rann der Schweiß ihre Schläfen hinab, die Brust ward erschüttert durch immer wiederkehrendes Zucken ihrerselbst und ihre zerschnittenen Hände rangen nach dem blutigen Leinen, das ihr schon tagelang am Leib klebte. Kühl und unerbittlich starrten ihre trüben, von geplatzten Äderchen durchzogenen blassblauen Iriden empor, an die stümperhaft gezogenen, schiefen Dachschrägen jenes ungenutzten Stalls, in dem sie eingesperrt und festgehalten wurde.
Das Holz war morsch, feucht und setzte an einigen Stellen Schimmel an. Genauso verdorben roch es auch, die Luft war erfüllt von Hass und Schmerzen, stillen Schreien des stummen Widerstandes, um sich der Schmach, jenen Peinigern Genugtuung zu erfüllen, zu entziehen. Ein stramm gebundenes Stück Zwillich reizte seit Tagen die leicht aufgerissenen Mundwinkel der damals 20-jährigen heruntergekommenen, verbitterten und im Konsum der Drogen versunkenen Novizin, die zu diesem Zeitpunkt alles andere war, als ein Streiter der Gerechtigkeit. Völlige Apathie tränkte den Ausdruck jener Augen, die das Menschliche schier verloren hatten und nur offen gehalten wurden durch analgetische Narkotika, die das Bewusstsein der Frau unter Qual beibehielten.

Ihre Haut offenbarte einen aschfahlen, schier pergamentähnlichen Unterton, der vom konstanten Blutverlust herrührte, als auch den klirrend kalten Nächten des Abendsterns, die ihren Atem schier an ihren Lippen zu erfrieren suchten. Nur schemenhaft, gar verzerrt und gedämpft drangen dunkle Männerstimmen von draußen zu ihr, doch glich ihr Geist einer vernebelten Masse, die ihre Ohren betäubte, die Bewegung ihrer Gliedmaßen tilgte und ihre Wahrnehmung völlig verzerren ließ.

G e l ä c h t e r.

Es war Gelächter, Gelächter von nichtigen Personen, die sich jedoch Jemandem verschrieben hatten, der ihr den Weg zum Tod ebnen wollte, so schmerzhaft und abgrundtief ekelhaft, wie es sonst nur die Manifestationen der Verderbnis zu tun pflegten. Purer, unbeirrter Hass, gepaart mit der süßen Frucht der Rache und dem unerschütterlichen Lebenswillen, der, wenn auch nicht zu Gunsten ihres Lebens aufblühte, aber um das eines anderen auszulöschen, ließ in dem geschundenen Leibe jene Kraft aufkommen, um den Versuch, den erneuten Versuch eines Befreien zu starten.

Sie rüttelte wie vom Wahn besessen an ihren gefesselten Hand– und Fußgelenken, deren Wundschorf dadurch aufplatzte, abrieb und dem Blut erneut die Tore öffnete. Zügig breitete sich eine Blutlache aus, in der sie, dachte sie, als baldige Leiche ihr Ende finden sollte. Sie rang mit sich und den Fesseln, der strammen Mundfessel, die unter ihren willkürlichen Ausrastern erneut die Mundwinkel aufriss.

Der Geschmack von Blut widerte sie an, doch ließ sie es zu, schmeckte, war es doch das einzige, was seit Tagen überhaupt an Geschmack in ihren Mundraum floss.

S t i l l e.

Sowohl drinnen, als auch draußen.
Obwohl in ihr nicht das Gefühl aufkam, eine Träne zu verlieren, rannen eben jene ihre Schläfen hinab, vereinten sich alsbald mit dem Blut, welches ebenfalls seitlich an ihrem Antlitz abfloss. Schritte näherten sich ihr, dumpf und schwer. Sie sah, wie das Licht einer Fackel den Stall erhellte, die Silhouette eines Gerüsteten näher trat, bis sie das Antlitz wahrnahm. Ein Antlitz, welches sie in ihren Träumen heimsuchte, selbst zu Tage stets aufzutauchen vermochte, wenn sie in Gedanken abdriftete. Verschmitzt, ganz unscheinbar, hob sich ein wahrlich schmales, kaum erkenntliches Schmunzeln auf die wohlgeformten, dünnen Lippen des Mannes, und sogar wagte er es, die Hand zu heben, um ihr zärtlich, ja gar väterlich über ihre vernarbte Wange zu streicheln.

Schlagartig wölbte sich Alenarias Magen, ihr Atem wurde flacher, das Gefühl des Ekels vermochte ihr die Luft abzuschneiden. Der Mann beugte sich hinab, provokant setzte er seine Lippen nah genug an ihr Ohr.

"Es hätte alles anders kommen können, Alenaria, … ich wasche meine Hände in Unschuld."

Worte, die in ihrem vernebelten Geist widerhallten, als wäre es zu grotesk, um verstehen zu wollen.
Sie wollte nach ihm greifen, beißen, spucken, ihren Groll entladen, ihren Zorn entfalten und aufgehen im absoluten Wahn, um ihn, diesen einen Mann, tot zu sehen. Ohne einen weiteren Blick zu vergeuden, stiefelte er unter dem Geräusch schwerer Kette hinaus, das Licht verschwand, obwohl es nicht einmal richtig zugegen war.

Ein letzter Befehl, der draußen von ihm geäußert wurde, drang zu ihr hindurch…

"Zündet den Stall an. Ich will es meilenweit brennen sehen."

...bis sie endgültig das Bewusstsein verlor.

Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegsnebeln...

Es haben sich bereits 3 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Corentin (10.10.2017), Spiffypurse (10.10.2017), Deikan (10.10.2017)

Jassillia

Geselle

  • »Jassillia« ist weiblich
  • »Jassillia« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 78

Gilde: Die gekreuzten Klingen

Allianz: Dolchsturz-Bündnis

  • Nachricht senden

28

Sonntag, 15. Oktober 2017, 09:56



Das Anbrechen einer neuen Zeit?

Im harten Galopp preschten noch in der Nacht zwei Reiter Richtung Kreuzgrat. Man gönnte den Tieren ihre kurzen Pausen, tränkte sie, ehe es weiter nach Hause ging. Es waren die Ordensmeisterin und ihr Gemahl, die wie zwei Schatten durch die Nacht ritten. Mit jedem donnernden Hufschlag reinigten sich die Gedanken der Dienerin Stendarr - Anmaßung, Undank und Respektlosigkeiten, denen sie nun lange genug begegnet war, ließ sie hinter sich.
Oh nein, sie machte sich keine Sorgen, wusste sie um ihre Vertreter, die noch jene nach Hause führen würden, die gewillt waren zu folgen. Der Keim der Nachsichtigkeit aber wurde mit jedem weiteren Hufschlag im Keim erstickt, bis er vor den Toren des Ordensgemäuer gänzlich verschwunden war.
Sofort ließ sie nach dem Waffenmeister rufen.

In Sturzlauf nahmen nun andere den Platz der Führung ein. Es waren der Hochmeister und Dendu, die an diesem Abend der weglaufenden Wungrane nur nach sah, ohne sie aufzuhalten. „Aha, die Spreu trennt sich vom Weizen“, so die schlichten Worte der Nord, die sich genau über dieses Verhalten in keinster Weise wunderte.
Ein Umwenden und ein Verharren auf der Brücke und so ließ sie den Blick über jene Personen wandern, die noch aßen, sich um die Tiere kümmerten oder auch den Schlaf gesucht hatten und sie spürte zu deutlich, dass es nun für manche recht unbequem werden würde.

Einer, der still und schweigend am Rand des Lagers verharrte, war in diesen Stunden Vahngar, der Sohn Jassillias und sein Blick wirkte auffallend ernst.

Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegsnebeln...

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Deikan (15.10.2017)

Jassillia

Geselle

  • »Jassillia« ist weiblich
  • »Jassillia« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 78

Gilde: Die gekreuzten Klingen

Allianz: Dolchsturz-Bündnis

  • Nachricht senden

29

Samstag, 21. Oktober 2017, 11:42



Dolchsturz.
Sie suchte sich ausschließlich Männer, die gewillt waren, mit ihr harte Übungskämpfe durchzuführen und das im Schatten der Kathedrale. So, wie sie es in alten Zeiten schon immer getan hatte und natürlich gab es jene, die sich einen Spaß daraus machen wollten, jene Frau mit einem Grinsen des Sieges in die Knie zu zwingen. Hin und wieder passierte es so, hin und wieder ging auch sie aus den Runden der harten Schläge als Siegerin hervor. Doch was war das Ziel dieser Kämpfe?

* * *

"Vergangene, negative Ereignisse kannst Du nicht mehr ändern oder ungeschehen machen, selbst das, was ich gerade sage, ist schon vergangen. Was Dir aber offen steht, ist, das alles in einem anderen Licht zu sehen. Das heißt, es ist nur wichtig, wie Du damit umgehst. Das Schlimmste an abschlägigen Ereignissen wäre die Tatsache, dass Du Dich von ihnen lähmen lässt. Wenn Du erkannt hast, dass Rückschläge nur dazu da sind, um Dich stärker zu machen, hast Du eine wichtige Weisheit des Lebens erkannt. Gute und auch schlechte Zeiten gehören zum Leben, doch man selbst bestimmt, welche Seite überwiegt. Fehler sind wichtige Begleiter auf Deinem Wege und Erfahrung ist Lernen aus Fehlern. Viele solcher hemmenden Ereignisse treffen gleichzeitig ein, weil sie in einem Zusammenhang stehen, man kann schon sagen, dass sie sich gegenseitig anziehen, wie die Versöhnung nach einem Streit. Sei dankbar um jede Erfahrung, selbst die schlechtesten, denn sie geben Dir die Möglichkeit, mit erweitertem Blick weiter Deiner Wege zu gehen."

* * *

Ihre eigenen Worten hallten in ihren Gedanken nach. Worte, die sie ihren Schülern immer wieder nahe gebracht hat. Sie war nass geschwitzt, die Muskeln schmerzten und erste Verbände zierten ihre Hände, die immer wieder neu in die Handschuhe gepackt wurden um nach ihren Waffen zu greifen.

* * *

"Böswillige und schlechte Bemerkungen von anderen sollten Dich nicht beeindrucken und beeinflussen. Trotzdem solltest Du Dich selten mit Personen umgeben, die niederringendes Gedankengut mit sich führen, abwertend, in einer Opferrolle lebend, negativ und in den Abgrund ziehend. Für Deine Lehren ist es wichtig, mit welchen Personen Du Dich umgibst. Personen, die Dich aufregen und ich weiß, jeder von uns kennt solche Begegnungen, soll man nicht als Feinde, sondern als Beteiligten betrachten um zu lernen, wie in einem Übungskampf. Man sollte Gegner zu Lehrern machen. Zu lernen, damit umzugehen und auch zu erkennen, wie man es nicht tun sollte. Es ist notwendig zu erkennen, wie jene, mit denen man es zu tun hat, wirklich sind. Dies erspart Dir Momente der Überraschung, die Dich schwächen könnten. Doch tritt nie auf jene, die Dich verletzten, wenn sie am Boden liegen und um Hilfe bitten, sondern reiche ihnen erneut die Hand. Es mag auch sein, dass sie Dir nicht den Respekt und die Gnade entgegenbringen, wie Du ihnen, doch bleib beharrlich in Deinem Bestreben. Auch hier wirst Du Dir gewahr, dass es kein einfacher Weg ist und er oft Momente des Schmerzes bergen kann."

* * *

Gedanken, unbedachte Momente, ein brachialer Schlag eines Streithammers auf ihren Schild, der ihr für den Moment den Atem und die Sinne raubten und sie in die Knie gingen ließen. Erneut verloren, ein Grinsen des Siegers, während sie Blut spuckte.

* * *

"Sei mutig und denke niemals über den Schmerz nach, den Worte und Taten Dir jene zufügten, die den wahren Weg noch nicht erkannt haben. Sei mutig Dich selbst zu beurteilen und über Dich zu richten, doch begehe nie den Fehler, Dich erneut davon lähmen zu lassen. Sieh es als Prüfung, die Du bestehen musst. Mach Dich nicht von der Meinung anderer abhängig, doch lausche und erkenne, wäge ab. Stehe für das ein, wofür Du lebst und was Deine Berufung ist. Du bist das Wort und die Waffe Deiner Götter, Du bist aber auch deren Gnade und die Demut."

* * *

Verschwitzt, stinkend nach Schweiß und behaftend getrockneten Blutes verharrte sie nach erneuten Kämpfen in der Kathedrale, das verhüllte Antlitz tief gesenkt, die Hände sorgsam verbunden. Es mochte in diesen Tagen schwer für den Mann an ihrer Seite sein, doch er wusste um den Kampf, den sie abseits ihrer Hallen nicht nur mit ihren Waffen führte, sondern auch mit sich selbst. Er war da, wenn sie ihn brauchte, und er ließ sie in Ruhe, wenn ein erneutes Schlagen von Metall dringlich wurde, wie auch die stillen Gebete, so lange sie auch andauern sollten.
In diesen Stunden und schweigenden Momenten, von unzähligen Kerzen einer besonderen Stätte beschienen, legte manch ein Priester den Blick auf die Gerüstete, die abseits in den Bänken kniete und an keinem Gespräch interessiert war.
Erinnerungen an früher tauchten vor ihrem geistigen Auge auf. Erinnerungen an Messen, Predigten und Lehren, die ihr in ihrem Werdegang begegnet waren und die sie für sich als wahrhaftig erkannt hatte.

* * *

"Du bist wahrlich nicht immer gut. Du machst kleine wie große Fehler und verfehlst Dich.
Du sündigst und sonderst Dich ab von Deinen Wegen. Die Buße hilft Dir in Dir in diesen Zeiten, indem sie Dich einlädt. Reflektiere Dein Handeln, verzeihe und versöhne und suche so die kleinen Schritte der Veränderung. Doch bedenke, die Buße ist mehr als ein Schmerz und das Wehklagen über das Vergangene, denn das Erkennen des verlorenen Zustandes soll nicht Verzweiflung hervorrufen, sondern Hinwendung zu den Geboten der Götter, Hinwendung zu Deinem Glauben.
Die wahre Buße geht mit einer wirklichen Veränderung einher. Buße ist nicht nur der mehr oder weniger starke Wunsch nicht verloren zu gehen und deshalb eben Dein Leben ändern zu müssen. Personen, die so denken, sind in ihren Entschlüssen viel zu oft sehr wankelmütig. Sie schaffen es nicht ihr Vorhaben der Veränderung durchzubringen, bis dasselbe auch wirklich zur Vollendung kommt. Die wahre Buße beinhaltet eine Traurigkeit und oft scheitern hier jene Büßer. Es schmerzt seine Verfehlung zu erkennen und sich ihrer zu stellen.
Nur, alleine mit dem Vergießen von Tränen, ist keine wahre Buße getan. Du wirst jene erkennen, die immer wieder vor Dich treten werden und immer wieder ihre Tränen weinen, immer wieder mit den selben Sünden und immer wieder mit sich beten lassen wollen. Erkenne ihren Egoismus, erkenne ihr wahres Dasein der Selbstsucht. Sie weinen über ihre Vergehen und doch tun sie keine echte Buße. Sie vergeuden Deine Zeit als Kleriker und halten Dich von jenen fern, die wirklich Deine Hilfe benötigen. Es sind Personen, die nicht gewillt sind, eine echte Entscheidung zu fällen ihre Vergehen zu unterlassen, oftmals leben sie im Schatten Deiner selbst um der Heuchelei zu frönen. Von diesen Personen nehme Abstand, denn ihre erbetene Hilfe zeugt oftmals vom Werk jener, die Dich als Gefahr sehen und daran arbeiten, dass Du Deinen Weg verlässt und sollte dieses geschehen, ist Dein Werk vertan. Du wirst gescheitert sein, die Dunkelheit obsiegt."

* * *

Sie schlief viel, sie kämpfte noch mehr, doch die Stunden des Nachsinnen überwiegten. Noch aber war sie nicht bereit nach Kreuzgrat zurückzukehren. In jener Zeit hatten die Alten nun die Führung übernommen und sortieren gnadenlos aus. Order, Ordnung und Befehle - eine harte Front, die sich Reisenden und Bittstellern in diesen Tagen bot, besonders dann, wenn Respekt ein Fremdwort schien.

Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegsnebeln...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Jassillia« (21. Oktober 2017, 12:51)


Jassillia

Geselle

  • »Jassillia« ist weiblich
  • »Jassillia« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 78

Gilde: Die gekreuzten Klingen

Allianz: Dolchsturz-Bündnis

  • Nachricht senden

30

Freitag, 27. Oktober 2017, 10:11



Auf nach Hause im Jagdgalopp!

"Ein Brief! Eine Nachricht!", gehetzt und mit wehender Novizenrobe verließ ein junger Mann die Kathedrale von Dolchsturz und lief zu jenen, die vor wenigen Augenblicken selbiges Gemäuer verlassen hatten. Viele Tage hatten sie dort verbracht. Stunden um Stunden, in denen vor allem eine kleine Frau ihrer stillen Kontemplation nachgegangen war.
Ein simples Kuvert wurde der Reiterin nach oben hinauf gereicht. Eine Nachricht, bestehend aus Zeichnungen und einigen Seiten an Niedergeschriebenem.
Ein Lächeln des Dankes und ein sachtes Senken des verhüllten Hauptes, hatte sie mittlerweile ihren Helm angelegt, dann riss sie das Kuvert an einer Seite auf, um an den Inhalt zu gelangen. Es war ein Brief von ihrem alten Freund und Bruder Corentin. Eine Tatsache, die sie Ignace sofort mitteilte und dieser nur schmunzelte, ob der Freude in ihrer stets rauen Stimme.

Trotzdem die beiden Reiter im Aufbruch standen, ließ sie sich Zeit um jedes Wort zu lesen. Ein leises "hmmm" und ein missmutiges "hrrmpf" ließen ihren Mann nun doch neugierig werden.
"Was schreibt er?", so die Frage des Magus.
"Seid nicht so neugierig!", ein kurzer Blick in seine Richtung und schon erblickt sie das Rollen seiner Augen. Ein erstes Schmunzeln entflammte im vernarbten Gesicht seiner Gemahlin.
"Das hier solltet Ihr Euch mal ansehen und..auch lesen."
Nun erst reichte sie ihm die beiden Zeichnungen..




.. ehe Geschriebenes folgte.

"Es wurde ohnehin Zeit nach Hause zurückzukehren und nun erst recht!"

Sie grinste, ehe ein Schnalzen ihrer Zunge die Ohren ihres Pferdes aufstellen ließ. Ein Schenkeldruck und schon schnaubte das leicht gerüstete und schwere Ross in Vorfreude auf Kommendes. Dann preschten die beiden los, ein Paar in Einheit um Treue und Respekt zueinander. Ross und Reiterin, die schon so manchen schmerzhaften Kampf erlebt hatten. "AUF WAS WARTET IHR?!", ein Lachen gedämpft unter dem Helm, aus dem Visier ein Blitzen brauner Augen als wäre der Jagdtrieb neu erwacht..
..und schon waren die beiden Richtung Stadttore verschwunden.
Manch ein Händler warf der forschen Reiterin einen faulen Apfel hinterher, andere, die sie schon kannten, schüttelten nur schmunzelnd den Kopf. "Sie lernt es nie!"

So dauerte es nicht lange, bis das ungleiche Paar im Galopp Richtung Kreuzgrat unterwegs war und den Zeitpunkt der Rast die Pferde bestimmen ließen. Hufe donnerten über Feldweg und Gestein, wehende Mähnen und flatternde Schabracken ließen schon von Weitem vermuten, dass man es eilig und ja, wohl auch Freude am Reiten hatte. Immer wieder wechselte die Führung und mal lag der dünne Magus vorne und mal jene Frau, von der man sich erzählte, dass sie ihrem Mann alles vom Teller stiebitzen würde. Hach ja, man erzählte sich ja so einiges und irgendwie liebte sie solche Gerüchte.

* * *

Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegsnebeln...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Jassillia« (27. Oktober 2017, 10:18)


Jassillia

Geselle

  • »Jassillia« ist weiblich
  • »Jassillia« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 78

Gilde: Die gekreuzten Klingen

Allianz: Dolchsturz-Bündnis

  • Nachricht senden

31

Samstag, 28. Oktober 2017, 07:34

Im Anwesen selbst geht in dieser Zeit alles seinen normalen Weg, auch wenn es nach dem Vorfall in Sturzlauf deutlich ruhiger wurde.



Ein erfolgreicher Geschäftsabschluss konnte nach Tagen des Handelns und nach Zustimmung beiderseitiger Bedingungen von Honesta und dem Ork Pendrakhan ibn Isa ibn Abd al-Muttalieb Al Abbas, dem Oberhaupt des Klan der Abbassiten unterzeichnet werden. Erneut ein Erfolg in Sachen wichtiger Handelsbeziehungen, die hier einen guten Anfang nahmen.

Wichtig war der Alten auch die Sicherheit um Corentin und seinem gebrechlichen Geleit Jules, besonders der Tatsache verschuldet, dass man in Wegesruh auf Magier und zwielichtig wirkendes Vorhaben gestoßen war, die ein nun verdecktes Handeln in Sachen Informationsbeschaffung nach sich zogen. Erste Aufträge in dieser Hinsicht wurden durch sie erteilt.
Dass in diesen Tagen zwei Magier mit Namen Arenil und Anwen das Anwesen aufsuchten um Morgaine zu besuchen - ein Wink der Götter?
Zumindest offenbarte sich eine weitere Quelle um an eventuelle Informationen zu gelangen. Hier würde Mantieca nun ein Gespräch mit Morgaine suchen; jener Frau, die sich momentan mit der Gesindevorsteherin Eodaine um Garten und Küche kümmerte.

((Verlinkte Infos bitte ignorieren))

Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegsnebeln...

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Deikan (28.10.2017)

Jassillia

Geselle

  • »Jassillia« ist weiblich
  • »Jassillia« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 78

Gilde: Die gekreuzten Klingen

Allianz: Dolchsturz-Bündnis

  • Nachricht senden

32

Samstag, 18. November 2017, 14:14



Die Reiter ziehen aus


Es wurde kalt und so, wie der auffrischende Wind über das Land um Kreuzgrat wehte, verließen gerüstete Reiter auf ihren treuen Pferden das Ordensgemäuer - immer mal wieder, ohne Regelmäßigkeit und zu unterschiedlichen Tageszeiten. Manche zeigten sich mit dem Wams der zwei Klingen bestückt, andere wiederum schlicht gekleidet. Sie wurden in Aldfelden gesichtet und auch in Dolchsturz.
Reisenden und Händlern, die dieses Gemäuer südwestlich von Kreuzgrat kannten, mochte der verstärkte Wachschutz auf dem Wehrgang auffallen.
Stand man in gewissem Sinne in Alarmbereitschaft?
"Nichts Besonderes", eine einfache Antwort der Waschweiber auf eine möglicherweise gestellte Frage, was denn dort los sei.. "Die stehen doch laufend unter Beschuss."

In erfolgreichen Händlerkreisen, die als Partner Muraille, Honesta und Lothaire wissen, sah diese Sache aber schon ganz anders aus. Hier wisperte man in diesen Tagen den Namen Hermaeus Mora. Bücher wurden in Sicherheit gebracht und manch ein Wachschutz verstärkt. Grund mochte mitunter sein, dass es in Aldfelden und Dolchsturz zu widerlichen Handlungen gekommen war. So hatte man einem Chronisten und einem Händler sämtliche Erinnerung geraubt. Wie sabbernde Neugeborene waren sie nicht mal mehr in der Lage Worte zu sprechen. Alles, was sie einst ausgemacht hatte, war verloren. Zurück blieben fleischliche Hüllen.
Zusätzlich hierzu war es zum Kampf mit einem Schergen des wissbegierigen Daedraprinzen gekommen, bei dem auch dem Nord Thyvir Erinnerungen geraubt worden waren.

Wer steckte als Drahtzieher dahinter und wer waren diese beiden Männer, die dem Handeln zum Opfer gefallen waren um an Wissen zu gelangen, an Vermögen, an Artefakte, völlig gleich zu welchem Preis?

Fragen über Fragen, die es nun zu beantworten galt. In diesem Bezug kam es auch zu Gesprächen mit Bruder Corentin, Raak Taz und Zoe Abendstern die weitreichende Informationen beinhalteten, deren Tragweite nur bedingt abzuschätzen waren. Lunatis Frostwinter, die Akademie Twyllagea, das Haus der Wissenschaft und in dieser Hinsicht Pater Jules, der in den Fokus des Sicherheitsgebaren durch den Orden geriet - all das waren Geschehnisse und Begebenheiten, die hinter verschlossenen Toren behandelt wurden. Gerüchte, ein Funken Wahrheit?
So aber standen die nächsten Reiter bereit um auszuziehen.

An der Wand des Arbeitszimmers der Ordensmeisterin prangten dabei in diesen Stunden mehrere Zeichnungen. Eine davon zeigte einen Sucher des Wissens aus der daedrischen Ebene Apocrypha, die andere wies eine schrille wie dekadente Gestalt, geschmückt mit Gold unterschiedlichster Symbolik und einem auffallenden Ohrring..

Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegsnebeln...

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Deikan (18.11.2017)

Jassillia

Geselle

  • »Jassillia« ist weiblich
  • »Jassillia« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 78

Gilde: Die gekreuzten Klingen

Allianz: Dolchsturz-Bündnis

  • Nachricht senden

33

Freitag, 8. Dezember 2017, 17:02



Glitzernde Schneeflocken fielen vom Himmel.
Als würde man die Welt mit einer zarten Puderzuckerschicht bedecken, zeigte sich das Land um Kreuzgrat in einer friedlichen Komposition von Ruhe und dem stummen Fall der eisigen Gebilde. So zart und so zerbrechlich und doch so kalt wie der Tod selbst. Kalt war auch der Leichnam der jungen Soraya. Eine junge Frau von 16 Wintern, die zum Opfer geworden war. Kein Magier und auch kein Priester hatte sie mehr retten können. Der Körper des pulsierenden Lebenssaftes im großen Maße beraubt, hatte daedrisches Werk sie auf widerwärtige Weise am Leben gehalten. So lange, bis sich die wahre Gehässigkeit in Form des Dahinsiechen offenbart hatte. Ihre junge Seele in die hinterste Ecke getrieben, fehlten jegliche Hoffnung, Zuversicht und der Wille zum Leben. Ein kleiner Funke der Liebe war das, was übrig geblieben war, bis sie ihre letzte Ruhestätte finden sollte.

*

Glitzernde Schneeflocken fielen vom Himmel.
Als würde man die Welt mit einer zarten Puderzuckerschicht bedecken, zeigte sich das Land um Kreuzgrat in einer friedlichen Komposition von Ruhe und dem stummen Fall der eisigen Gebilde. So zart und so zerbrechlich wie die schwarzen Bänder, die die Banner der Familien Muraille und Honesta zierten, wie auch das Wappen des Ordens.
Man trauerte. Feuer brannten auf den Wehrtürmen und leckten mit ihren züngelnden Spitzen nach den fallenden Flocken, um sie in einem flüsternden Zischen zu vernichten. Flüsternd auch die gehässige Stimme im Geist der sterbenden Soraya. Ein Lachen - böse und kalt. Eine Offenbarung dessen, was man zu vernichten gewillt war. Das war der Grund, warum es diesen Orden überhaupt gab.

*

Glitzernde Schneeflocken fielen vom Himmel.
Als würde man die Welt mit einer zarten Puderzuckerschicht bedecken, zeigte sich das Land um Kreuzgrat in einer friedlichen Komposition von Ruhe und dem stummen Fall der eisigen Gebilde. So zart und so zerbrechlich und doch so kalt wie der Tod selbst, dem man in den letzten Wochen immer wieder begegnet war und auch weiterhin begegnen würde.

*

Glitzernde Schneeflocken fielen vom Himmel.
Als würde man die Welt mit einer zarten Puderzuckerschicht bedecken, zeigte sich das Land um Kreuzgrat in einer friedlichen Komposition von Ruhe und dem stummen Fall der eisigen Gebilde. So zart und so zerbrechlich wie die Erinnerungen jener Personen, die im Falle Hermaeus Mora den Lebenden entrissen worden waren. Einen ersten Kampf hatte man siegreich hinter sich bringen können, doch hatte besonders Dendu einen hohen Preis dafür gezahlt. Auch ihr hatte man Erinnerungen geraubt. Ein Gedanke, der eines ihrer Kinder als nicht mehr existent zurückgelassen hatte. Vergessen die Stunden des ersten Schreis, vernichtet die Momente des zärtlichen Miteinanders, Haut an Haut von Mutter und Kind.

*

Glitzernde Schneeflocken fielen vom Himmel.
Als würde man die Welt mit einer zarten Puderzuckerschicht bedecken, zeigte sich das Land um Kreuzgrat in einer friedlichen Komposition von Ruhe und dem stummen Fall der eisigen Gebilde. So zart und so zerbrechlich und doch so kalt wie der Tod selbst. Den Tod würden auch die Schergen und Diener eines weiteren daedrischen Fürsten finden. Im besten Falle gebannt, auf ewig im schwer gesicherten Reliquiarium vor weiterem Handeln verborgen. Die Ordensreiter zeigten sich bereit, die Waffen verzaubert, der Glaube stark.

*

Glitzernde Schneeflocken fielen vom Himmel.
Als würde man die Welt mit einer zarten Puderzuckerschicht bedecken, zeigte sich das Land um Kreuzgrat in einer friedlichen Komposition von Ruhe und dem stummen Fall der eisigen Gebilde. So zart und so zerbrechlich wie das Leben selbst..

Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegsnebeln...

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Spiffypurse (08.12.2017)

Jassillia

Geselle

  • »Jassillia« ist weiblich
  • »Jassillia« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 78

Gilde: Die gekreuzten Klingen

Allianz: Dolchsturz-Bündnis

  • Nachricht senden

34

Samstag, 9. Dezember 2017, 11:35



Briefwechsel


An Zoe Abendstern, Orden der Gekreuzten Klingen.

Lange ist es her, das wir uns das letzte Mal sahen, meine alte Freundin. Ich vermisse die langen Gespräche, bei einer guten Tasse grünen Rachenputzertee.
Ich hoffe, mein Schreiben erreicht Euch bei bester Gesundheit.
Der Grund dieses Briefes ist aber leider ein Ernster. Ich erbitte euren Rat bei einer Angelegenheit, wo ich unsicher bin, wie ich weiter verfahren soll.
Ein bretonischer Student der Magiergilde, Matthieu Dubois, wohl in Studien über den Vampirismus vertieft, reiste zur Feste Amol, hier in Ostmarsch, und verschwand spurlos. Zur Aufklärung entsandten wir unsere Magierin Arniera, aus unserem Hause zu Windhelm, ebenso gen Amol. Auch sie kehrte nicht zurück. Der dortige Nord-Kommandant verstärkte die Sicherheitsvorkehrungen, auch auf Grund weiterer verschwundener Leute und einigen Todesfällen. Kurzfristig eingesetzte Suchtrupps führten zu keinem Ergebnis. Über eine eigens für mich zur Verfügung gestellte Kurierin, die Bosmer Tarae, stehe ich mit dem Kommandanten in Amol in Kontakt und erwwarte baldige Nachrichten.
Bevor ich die Magier- oder Kriegergilde offiziell um Rat ersuche und womöglich etwas los trete, was sich am Ende als Nichtigkeit heraus stellt, dachte ich, es wäre klug den Euren einzuholen. Wohlwissend um Eure Erfahrung oder Beziehungen zu denen, die etwaig helfen könnten.

Was würdet Ihr mir raten, wie ich weiter verfahren sollte?
In Hoffnung auf eine baldige Antwort...

Magus zu Ehr!

Alain Perrick, Magus der Magiergilde zu Windhelm

~~~


< Aus Kreuzgrat erreicht Perrick eine Nachricht. Leder mag hier ein Schriftstück schützen, versiegelt eines Wappens. Ein Glockenpanzer vor zwei gekreuzten Klingen zeigt sich in rotem Siegellack. Gebrochen des Siegels und entrollt des Pergaments wird er Folgendes lesen können. >

Der Segen der Herrlichkeiten sei mit Euch, Magus Perrick,

Euer Schreiben wurde an mich weitergereicht um vielleicht Klärung und Hilfe zu verschaffen.
Aufgrund der Tatsache, dass offensichtlich mehrere Personen verschwunden sind, sollte es Eure Pflicht sein, die Gilden und Wacheinheiten offiziell mit einzubeziehen.
Selbst das Gerücht, dass Personen verschwinden, stellt oftmals einen Funken Wahrheit dar und es ist unser aller Pflicht, solchen Gerüchten nachzugehen, schützend Leib und Leben.
Bei weiteren Fragen, die aufkommen sollten, stehen wir Euch natürlich gerne zur Verfügung.

Stendarrs Gnade sei mit Euch

Klerikerin Jassillia Muraille
- Ordensmeisterin der Gekreuzten Klingen -

~~~


An
Klerikerin Jassillia Muraille,

Ordensmeisterin der Gekreuzten Klingen.

Zwar hätte mich eine persönliche Nachricht meiner alten Freundin Zoe umso mehr erfreut, und dennoch erfüllt es mich mit Zuversicht Eure Nachricht in Händen
halten zu können. Ebenso ist es wohl ein Wink des Schicksals, dass gerade jetzt eine erste Aufklärungsdelegation der Magiergilde Himmelswacht eben von Amol nach
Windhelm zurückkehrte. Sie bringen, das kann ich Euch mitteilen, Neuigkeiten mit, wohl aber auch einen Toten.
Ich hatte noch keine Gelegenheit mit ihnen zu sprechen, werde es aber umgehend nachholen.

Die Bosmer Tarae, die mir als zuverlässige und schnelle Kurierin zugeteilt worden war, ist scheinbar auch verschwunden. Die Magier aus Himmelswacht machten bereits Andeutungen hierzu. Es erscheint alles doch seltsam und es gibt wohl noch einiges zu erforschen und aufzuklären. Ich selbst verweile weiterhin in der Magiergilde zu Windhelm, wo Ihr mich jederzeit erreichen, oder aufsuchen könnt.
Sollte ich weitere Informationen erhalten, werde ich sie Euch umgehend weiterleiten.

Alain Perrick, Magus der Magiergilde zu Windhelm

~~~


< Erneut erreicht den Magus ein Schreiben, verfasst durch die Ordensmeisterin. Die Schrift zeigt sich schwungvoll und sauber gesetzt. >

Werter Magus Perrick,

der Tod scheint in diesen Tagen über die Gefilde zu ziehen, wie kaltes Schneegestöber.

Leider ist es uns nicht möglich, Euch persönlich aufzusuchen. Abgesehen von der Entfernung halten uns Vorfälle um Hermaeus Mora in unserer Heimat fest, die mittlerweile die Magiergilde, so auch andere Institutionen erreichen dürften. Vielleicht aber gibt es Verbindungen, die beide Fälle einen. Hier sollten wir einen regen Informationsaustausch anstreben. Seht Euch in diesem Atemzug als willkommenen Gast in unseren Gemäuern.
Da die Ordensreiter vor einem erneuten Aufbruch stehen, um dunkle Schergen und Dienerschaften auszumachen und sie im besten Falle zu vernichten, lasst mich frühzeitig wissen, wann und ob Ihr ein Treffen anstreben möchtet.

Dass sich Zoe Abendstern in diesem Bezug nicht gemeldet hat, mag zu entschuldigen sein, da die Entscheidungsgewalt in Sachen Beistand und Hilfe nicht in ihrer Hand liegt, zumindest nicht, was den Orden betrifft. Hegt keinen Groll gegen sie, ihr Bestreben bestand aus einem Hilfegesuch, an mich gerichtet.
In Erwartung wichtiger Informationen.

Gesegnete Grüße

Ordensmeisterin Jassillia Muraille, im Dienste Stendarr

Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegsnebeln...

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Spiffypurse (09.12.2017)