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Sturmfaust

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Freitag, 3. November 2017, 12:55

Ijah, das Projekt hat etwas Überhand genommen, aber irgendwie fand ich es interessant, die kaiserliche Armeestruktur mit der ihres großen Vorbildes zu vereinbaren.
Herausgekommen ist das hier: Ein sehr groß geratenes Stück Headcanon, denn viele Quellen zur Pre-Tiberschen Armee gibt es nicht. Aber immerhin: alles was ich an Lore finden konnte, flossen in das geschriebene ein (wie etwa alle Einsätze der Legion unter den verschiedenen Kaisern - alles Kanon mit kleinen Ergänzungen).
Also: mit Vorsicht zu genießen, aber ein großes Stück Lore für jeden Kaiserlichen Char ;)

P.S.: der Zweite Band ist schon und er Mache, und dank recht kurzer Remanendynastie auch kürzer als der Text hier
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Die kaiserliche Legion - Geschichte, Aufbau, Wirken
Publiziert im Jahr 576
Von
Kaiserliche Historikerin Ijulia Sapirus der Arkanen Universität,
Eduard von Hohenheim, Professor und Gelehrter der Universität von Gwylim
Und Praetoriani Optio Centuriae Aventus Tienni (Sturmfaust), kaiserlicher Kampfmagier in der Kaisergarde Kaiser Leovic des Ersten, Korrespondent der Universität von Gwylim


Vorwort

Die kaiserliche Legion ist bereits mehr als 3000 Jahre alt, wenngleich es auch Epochen gab, in der sie als aufgelöst oder nicht existent galt. Seit ihrer Entstehung in den frühen Tagen der cyro-nordisch, nedischen Rebellion von Alessia, unterlag die Legion zahlreichen Veränderungen. Diese lange Geschichte, wenngleich interessant, würde wohl ganze Bibliotheken füllen (wie sie es in den Archiven der Arkanen Universität tut), weshalb wir sie hier auf die für cyrodiilische Bürger und Legionäre des Kaiserreiches wissenswerten Informationen herunter gebrochen haben.
Dieser erste Teil behandelt die Zeit von der Entstehung während des Alessianischen Sklavenaufstandes bis zum Ende des Alessianischen Kaiserreiches.
Über die letzten 3000 Jahre ging vieles Wissen der ersten Menschen Cyrodiils verloren, doch hoffen wir, aus Aufzeichnungen der Kaiserlichen Archive alles rekonstruieren zu können.

1. Ursprünge der Legion


Das genaue Gründungsdatum der Legion ist heute nicht mehr auszumachen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie nie eines hatte. Die ersten Tage der freien Alessianer waren chaotisch, doch irgendwann muss diesem Chaos das erste Gebilde einer Armee entstiegen sein. Man könnte also das Jahr 242 der ersten Ära als Gründungsjahr bezeichnen, jenes schicksalbehaftete Jahr, welches den Beginn der nedischen Revolution in Cyrodiil sah.
Der wichtigste Bestandteil der ersten Legionen war der Hoblit. Wenngleich die Einheit eines Hobliten heute weniger verbreitet ist, so kennt doch jeder Kadett der Offiziersakadmie seine Funktion und Bewaffnung auswendig. Ein Hoblit ist für gewöhnlich mit einem Speer und einem großen Rundschild (oft besitzt er auch ein Ersatzschwert) ausgerüstet, und in eine leichte Lederplattenrüstung gekleidet.
Der Stil heutiger Lederhelme der Legion ist wohl denen der ersten Legionäre entsprungen. Wieso die Wahl der Hauptwaffe auf einen Speer fiel, ist heute nicht mehr bekannt. Wir dürfen aber annehmen, dass das wenige Metall, welches die rebellierenden Sklaven zur Verfügung hatten, sicher nicht für genug Schwerter reichte, wohl aber für Speerspitzen.
Die Hobliten wurden in der sogenannten Phalanx oder Decemten organisiert, eine Gruppe aus 10 Soldaten die im Kampf Schulter-an-Schulter vorrückten. Dabei schützten sie mit ihrem Schild teils sich selbst, teils den Nebenmann und verkanteten die Rundschilde zu einer langen Schildwand.
Diese Formation war eine vollkommen neue Entwicklung. Zwar ist die Anlehnung an die ayleidischen Lanzer offensichtlich, dennoch besticht die Phalanx mit Einzigartigkeit. Sie verhinderte, dass die feindliche Reiterei die eigenen Reihen durchdringen konnte und machte es Infanterie schwer an die eigene heran zu gelangen. Somit blieb den Ayleiden nur der effektive Angriff mit Magie und Artillerie - doch auch hier fanden die Alessianer eine Lösung.
Ebenso revolutionär wie die Phalanx war der Gedanke, einen Krieger und Magier in einer Einheit zusammen zu führen. Sicher hatten, vor allem die Elfen, schon lange Magie im Kampf eingesetzt, aber noch nie waren sie auf Ideen gekommen, Dinge wie Kampfteleportation, Chamäleonwände oder magische Artillerie in dem Maße einzusetzen, wie es die Alessianer taten.

2. Von der Revolutions- zur Bürgerarmee


Mit der Ausrufung des Alessianischen Kaiserreiches wurde die Legion quasi über Nacht von einer Revolutions- zu einer Bürgerarmee.
Die Alessianische Legion wuchs in der Folge auf eine Stärke zwischen 3.000 und 6.000 Soldaten an.
Die Legion (von den "Auserwählten") beschrieb Anfangs den gesamten Militärapparat der Alessianer. Die kleinste Einheit bildete dabei die Decemte, die Zehnschaft, diese wurden in Centurien (Hundertschaften), diese wiederrum in die manipuli milia (Tausendschaften/Manipel) gegliedert.
Den Hundertschaften standen dabei Zenturios (Centurions) vor, den Manipeln Tribune (tribuni militium) und der Phalanx der Legat (legatus, der "Auserwählte"). Letzterer wurde vom Kaiser eingesetzt oder eben "auserwählt" die Legion zu führen. Dieser bekleidete für gewöhnlich auf 3 bis 4 Jahre sein Amt, konnte vom Kaiser jedoch auch durchaus erneut eingesetzt werden. Oft wurde der Legat aus den Tribunen einer Legion gewählt, der vorherige Legat wurde dann zum Tribunen "degradiert".
Viele Centurions behalfen sich bei der Kommandur ihrer Hundertschaft mit einem sogenannten Optio (von optional, der optionale/zweite Centurion), der meist ein sehr junger wenn auch viel versprechender Legionär/Hoblit war. Dieser Posten wurde später fest in die Rangstruktur der Legion aufgenommen.
Man kann hier davon ausgehen, dass das Wort und die Bedeutung von Miliz von der Einheit der Milae abzuleiten ist. Dahingehend ist es wahrscheinlich, dass die Alessianische Legion anfangs aus einer Tausendschaft Hobliten bestand. Diese Anzahl muss jedoch schnell gestiegen sein, schon früh findet sich der Begriff Legion als eine Übergeordnete Struktur, was impliziert, dass es mehrere Tausendschaften geben musste.
In der Anfangszeit des Alessianischen Kaiserreichs war jeder vom 18. bis zum 46. Lebensjahr zum Militärdienst verpflichtet - sie wurden also eingezogen, so die Kaiserin/der Kaiser in den Krieg zog. Schon die ersten Legionäre mussten ihre Ausrüstung selber stellen, daher unterteilte man die Hobliten in drei Kategorien basierend auf ihrem Vermögen. Die vermögenden Soldaten hatten die, vorhin beschriebene, Vollausrüstung des Hobliten, während sich die Angehörigen der anderen Vermögensklassen oft nicht die Vollausrüstung besaßen.
Im Kampf setzte man das Drei-Reihen-Manipel System ein:
Die erste Reihe bildeten die Hobliten der 1. (Vermögens-)Klasse, die zweite Reihe die der zweiten Klasse und die dritte Reihe die der dritten Klasse. Diese Organisation hatte zur Ursache, dass die Oberschicht der alessianischen Gesellschaft viel Geld in die Entwicklung besserer Waffen und vor allem Rüstungen zu investieren, damit sie im Kampf besser geschützt wären.
Jedem Manipel wurde eine Hundertschaft equites (Kavallerie) zur Seite gestellt. Die equites bildeten die oberste Schicht der alessianischen Bürgerschaft. Sie waren so vermögend, sich Pferde und teils Plattenrüstungen (wenngleich diese Plattenrüstungen nach heutigem Standart recht primitiv wirken müssen) leisten zu können.
Die vorher bereits angesprochenen Kampfmagier waren eine Seltenheit auf dem Schlachtfeld, zwar wurden sie in der sogn. Schattenlegion (die trotz ihres Namens nicht so organisiert war wie die Legion und deren Kampfmagier lange nicht an die Tausendschaften reichten) organisiert, diese agierte jedoch meist in der Nähe des Kaisers.
Der Kaiser selbst unterhielt sich eine persönliche Leibgarde: die Prätorianer bzw. Praetoriani abgeleitet von Praetorium, dem Zelt eines Generals, denn die ersten Prätorianer waren die Garde von Alessia und Pelinal, welche während der Rebellion in Zelten verkehrten. Die Prätorianergarde wuchs über die Jahre zu einem Kader von über 1000 Soldaten an, welcher ähnlich einer Tausendschaft der Legion aufgebaut war. Jedoch war jeder Rang der Prätorianer dem nächst höheren Rang der Alessianischen Legion gleichgestellt. So war ein Praetoriani Centurion einem tribunus übergeordnet um im Notfall ein Manipel übernehmen zu können. Den Praetoriani wurde dann der Sufix des in der Legion gleichgestellten Ranges angefügt (Optio -> Praetoriani Optio centuriae). Die Prätorianer rekrutierten einmal in den Reihen der vielversprechensten Kadetten der Armee, den größten Teil ihres Kaders rekrutierten sie jedoch aus den loyalsten und besten Veteranen der Armee. Sie erhielten einen höheren Sold als der normale Legionär, hatten bessere Chancen auf eine Laufbahn in der Legion und hatten in der Regel eine deutlich kürzere Dienstzeit waren dafür jedoch auch in Friedenszeiten im Dienst und wurden als Garde des Kaisers wie auch als Wache des Weißgoldturmes und Sicherungstruppe in der Kaiserstadt eingesetzt.
Frei nach dem Motto:
"I am definitely a mad man with a box!"
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Freitag, 3. November 2017, 12:56

2.1 - Die Legionen auf dem Schlachtfeld


In den 200 Jahren nach der Revolution hatte sich die Legion bewährt und soweit vergrößert, dass die ursprünglich einzelne Legion geteilt wurde. Schon wenige Jahrzehnte nach Alessians Revolution finden sich Angaben zu einer Zweiten Legion.
Von da an hatte jede Legion 6000 Hobliten und 600 Equites, häufig führten sie aber auch leicht gerüstete Infanteristen mit - quasi die ersten "Auxiliaren".

Im Jahr 478 der ersten Ära musste die Legion zum ersten Mal gegen die Brüder im Westen ausziehen. Nach dem Tod des Königs von Skingrad, erbte sein ältester Sohn die Krone und wollte das Königreich dem Kaiserreich im Osten anschließen. Die Bevölkerung jedoch rebellierte unter Rislav dem Rechtschaffenden, seinem jüngeren Bruder, und usurpierte den Thron. Kaiser Gorieus belagerte daraufhin Skingrad höchstpersönlich und als er die folgende Schlacht gegen den zahlenmäßig weit unterlegenen Feind schon gewonnen sah, verfolgte er die flüchtenden Skingrader durch den Goldgraben (jener Bereich zwischen den beiden Stadtbezirken Skingrads in der die Goldstraße verläuft). Dieser füllte sich mit Hunderten seiner Legionären welche daraufhin von einem Pfeilhagel eingedeckt und auf fast Dreiviertel ihrer Anzahl dezimiert wurden.
Der Kaiser, blind vor Wut, verfolgte Rislavs Armee in die dichten Wälder des südlichen colovianischen Hochlandes, wo seine Legionen endgültig die Formation auflösen mussten. Im dichten Wald war es unmöglich große Phalanxen aufzustellen. Die vereinten Streitkräfte von Kvatch und Skingrad isolierten die Centurien mit ihrer Kavallerie und machten mit der auf weite Ebenen ausgelegten Armee kurzen Prozess.

Siegreich war die Legion hingegen in Himmelsrand. Während dem Annexionsfeldzug des südlichen Himmelrands von 478-479 lockten die Legionen ihre Gegner auf weite Flächen um sie dann anzugreifen. Man hatte aus dem Fehler in Colovia gelernt und wollte sicher stellen, dass die auf der Ebene nahezu unbesiegbare Phalanx auch unbesiegbar blieb.
In 482 beging Kaiser Gorieus seinen größten Fehler. Erneut geblendet von der Macht seiner großen Armee, griff er die Direnni von Hochfels an. Die Hochelfen drängten die Allessianischen Legionen in mehreren gewagten Manövern tief in die Glenumbra Moore, was zur Schlacht im Glenumbra Moor führte sollte. Die Legionen wurden eingekesselt und vernichtend geschlagen. Kaum mehr als die Hälfte der Legionäre soll aus diesem Feldzug zurückgekehrt sein.

3. Post-Gorieus'sche Reformation


Gorieus' Sohn und Enkel sollten weißere Männer als ihr Vater und Großvater werden und so wurde die geschwächte Armee während ihrer Herrschaft reformiert und ausgebaut.
Die ehemals unangefochtene Phalanx-Manipel-Formation wurde zugunsten der flexibleren Treffentaktik aufgegeben.
Die Treffentaktik brach auch erstmals die Infanteriearten nach Vermögensklasse auf.
Nun Unterschied man vier Infanterieklassen:
  • Velites - ehemals Leichtbewaffnete Hilfstruppen waren diese ebenso leicht ausgerüstet. Sie waren üblicherweise sehr junge Bürger die sich kaum die Mindestausrüstung leisten konnten.
  • Hastati - ehemals Hobliten, stellte dieser Infanterietrupp mit Gladius und Schild aber leichter Lederrüstung das erste Treffen.
  • Principes - ehemals Hobliten (welche zuvor die erste Reihe bildeten, deshalb die „Ersten“), waren sie mit Lanze/Speer, Gladius und einem großen Turmschild bewaffnet. Im Gegensatz zu den Hastati trugen sie jedoch eine Plattenrüstung.
  • Triarer - Sie stellten die Elitetruppe der Infanterie dar. Grundsätzlich waren sie wie die Principes ausgerüstet, doch hatte diese eine höhere Qualität. Altgediente Veteranen belegten diese Prestigeträchtige Position im dritten Treffen und stellten somit die Reserve für den Notfall.

Im Kampf wurde die Legion in die sogenannten Treffen eingeteilt und bestand aus etwa 9000 Soldaten, aufgeteilt in 30 Manipel. Wie die Bezeichnung bereits andeutet, teilte man so die Truppen nach der Reihenfolge mit dem Feindkontakt ein.
Ein Treffen wurde in je 10 Manipel mit je 2 Zenturien unterteilt, welche eine Stärke von 160 Mann aufwiesen.
Das dritte Treffen, die Triarer Reserve, hatte Zenturien mit 60 Mann Stärke.
Ein Treffen wurde von einem Tribun geführt.
Der Optio, vormals ein eher inoffizieller Zweiter Offizier, wurde schließlich fester Bestandteil der Rangstruktur.

Das erste, inoffizielle Treffen bildeten die Plänkler (Velites). Sie griffen noch vor dem eigentlichen ersten Treffen an und versuchten die feindliche Formation durch Geplänkel aufzubrechen.
Das erste Treffen bestand aus den Hastati, das zweite aus den Principes.
Das dritte Treffen der Triarer bildete sowohl Reserve für die Hauptfront als auch einen taktischen Körper für die Flanken. Durch die neue Treffentaktik war es möglich, das dritte Treffen jederzeit während der Schlacht an die Flanken zu schieben um etwa feindliche Überflügelungsangriffe zu unterbinden oder selbst in die Flanken des Feindes zu stürmen.
Auf dem Feld waren die Manipel schachbrettartig aufgestellt, somit konnte z.B. ein Manipel des zweiten Treffens schnell vorrücken und das erste Treffen verstärken.

Nach Gorieus spricht man erstmals vom Legionär als Berufssoldat. Dieser hatte eine Pflichtdienstzeit von 20 Jahren zu verrichten, seine Ausrüstung musste er selber stellen (dadurch wurde die Legion zu einer Armee der monetären Elite). Zu Beginn seiner Karriere stand ein einmonatiges Initiationstraining welches allein dem Körper galt. Die Rekruten sollten genormt werden: gleiche Marschgeschwindigkeit, Ausdauer und Kraft. Erst dann folgten zwei weitere Monate mit Waffenübungen. Erst wurde der generelle Umgang mit dem Gladius und Schild geübt, später Zweikampf und Formationsübungen. Die Ausbildung wurde mit dem Treueschwur auf den Kaiser beendet.
Bis auf die Velites bestand die alessianische Legion ab der Mitte des 6. Jahrhunderts ausschließlich aus diesen Berufssoldaten.
Frei nach dem Motto:
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Freitag, 3. November 2017, 12:58

4. Die Hestr'ischen Feldzüge


Es brauchte einige Jahrhunderte bevor die Legion wieder Feldzüge durchführen würde, wie sie es unter Gorieus getan hatte. Zwar war der Alessianische Orden daran interessiert seinen monotheistischen, radikalen Glauben zu verbreiten, doch blieb es militärisch bei kaum mehr als ein paar Grenzstreitigkeiten mit Himmelsrand und Hammerfall. Doch allein die Existenz einer solch mächtigen Armee verhinderte das Einfallen anderer Reiche.

Mit Kaiserin Hestra kam 1029 eine große Förderin der Legion und Eroberin an die Macht. Sie begann einen Feldzug in Hochfels der jedoch mit der Vernichtung des vampirischen Kriegsfürsten König Styriche begann. Als die Bretonen des Königreiches Immerfort die gewaltige Armee des Südens sahen, nahmen sie sofort Hestras Anschlussangebot an. Viele Bretonische Reiche sollten so in die Hand der Alessianer kommen, nur Wegesruh und Dolchsturz wagten den Kampf.
Die Schlacht bei Wegesruh Anfang 1030 war eine herbe Niederlage für die Bretonen - ihre Reiterei zerschellte regelrecht an den Reihen der Kaiserlichen, einer Mauer gleichend.
Die zweite Schlacht der Glenumbra Moore sollte, im Gegensatz zur ersten, ein großer Sieg für die Alessianer werden. Die neue Manipelformation erwies sich als recht anpassungsfähig in unwegsamen Terrain.
Nachdem sich Kaiserin Hestra Hochfels unterworfen hatte, wandte sie ihrem Blick auf das Reik. Die dort lebenden Stämme überfielen immer wieder ihre neuen Untertanen im Nordwesten und auch Falkenring, welches bereits seit Gorieus im Kaiserreich war, war ein häufiges Ziel der Räuber.
Auch im Druadach Gebirge zeigte sich die Überlegenheit der Legion: die Reikkönige hatten schlecht ausgerüstete unorganisierte Armeen die von den Legionen schnell eingekesselt und zur Unterwerfung gezwungen oder geradezu ausgelöscht wurden.
Hestra stieß während ihres Feldzuges auf nur einen Feldherrn, der ihrer Armee etwas entgegen setzen konnte: der rote Adler, oder Faolan in der Sprache der Reik, scharte die Überreste der gefallenen Reikheere um sich und began einen ehrlosen wenngleich effektiven Guerillakrieg gegen die Legionen. Bei Nacht griffen sie die Lager an und steckten diese in Brand, bei Tag setzten sie den marschierenden Legionen in kurzen Übergriffen zu und wenn es zur Schlacht kam standen die ausgezehrten Legionäre einem an Moral überlegenen Feind gegenüber.
Hier lernte die Alessianische Armee auch wertvolle Lektionen in Sachen Guerillakriegsführung. Die stetig nachrückenden, meist aus kaum trainierten Verpflichteten bestehenden Freiwilligenlegionen wurden mit leichterer Ausrüstung und farblich angepassten Kleidungsstücken und Zelten ausgestattet. Ganze Zenturien der Kampfmagier hielten nachts über eine Chamäleonwand über die in kleine Schluchten gezwängten Lager aufrecht, die die Schlucht als massiven Fels erschienen ließ.
Es dauerte einige Monate bis die Festung des roten Adlers entdeckt wurde, doch dann marschierte die Legion mit ganzer Macht auf: fast 20000 Legionäre standen gegen weniger als 1000 der Barbaren, diese kämpften jedoch wie 5000. Das Ende der Schlacht besiegelte den Untergang von Faolan und seinen Gefährten zum Preis von fast 2000 Alessianern.
Dem Reikfeldzug entstieg eine dezimierte wenngleich unglaublich erfahrene Armee, sowohl auf weiter Fläche wie in unwegsamen Terrain bewandert.

Die Kaiserin war allerdings nicht nur eine große Kriegerin, sie ließ auch ein ausgeprägtes Straßennetz in ihrem Kaiserreich errichten, welches zwar auch wirtschaftliches Wachstum brachte, in erster Linie aber der schnellen Truppenbewegung dienen sollte.

Den erfolgreichen Jahren Hestras folgten tausend Jahre erzwungene Stabilität des Reiches durch Alessianischen Orden und die in den Provinzen die Bevölkerung unterdrückenden Legionen, doch mit der Thrassische Seuche 2200 erlitt auch die Legion schwere Verluste. Als mit der colovianischen Flotte aller Flaggen, der auch viele Schiffe der Imperialen Flotte angehörten, gleich drei Legionen im Krieg gegen die Thras fielen, standen die Alessianer geschwächt wie noch nie da. Kaum hundert Jahre später erhoben sich die Bretonen und wenig später auch die Reik gegen die Alessianer und vertrieben die Legionen der Südländer.
Als schließlich 2321 der Krieg der Rechtschaffenheit ausbrach, der Versuch der Colovianer den zunehmend radikaleren Osten zu entmachten, sah sich die Legion einer besser ausgerüsteten und teils besser ausgebildeten Armee gegenüber. Es sollten dennoch mehr als zehn Jahre vergehen bis die Colovianer und ihre bretonischen Verbündeten das Kaiserreich in die Knie zwangen. In der Folge beschränkten sich die Alessianer auf das Nibenaytal, die Legion wurde aufgelöst und gegen kleine Armeen der einzelnen Städte eingetauscht.
Es sollte noch einmal 400 Jahre dauern bis sich eine neue Legion, diesmal unter den Colovianern erheben würde.
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