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Morlana

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Mittwoch, 21. Juni 2017, 17:18

18. Tag des Mittjahres - Nachhilfe
Jinx und ich haben Niriik heute bei ihren Beschwörungsübungen zugesehen und sie hat wieder diesen Klippenläufer gerufen. Als er auftauchte, hatte er allerdings Papier im Schnabel - das war wirklich eigenartig. Sie sagte, dass sie irgendwie immer den Gleichen beschwört, aber ich glaube sowas kann man gar nicht. Ich habe ihr dann vorgeschlagen, noch einen weiteren zu beschwören, um zu testen, ob es denn wirklich immer der Gleiche ist. Als sie es versuchte, wurde sie von ihrem Zauber zurückgeworfen und das kleine Tier hat Geräusche gemacht, die irgendwie spöttisch klangen.



Jinx hat die Theorie geäußert, dass Niriik eigentlich ein Reiseportal geöffnet habe, aber das würde ja auch bedeuten, dass der Klippenläufer dann immer freiwillig hindurch treten würde, und außerdem würde Niriik es dann jedes Mal am gleichen Ort erschaffen, ohne das zu beabsichtigen. Jinx sagte noch, dass man das ja testen könnte und selbst hindurch geht, aber ich habe ihr davon abgeraten. Wenn Niriik diesen Zauber nicht beherrscht, könnte sie es ja sonstwo geöffnet haben und am Ende stürzt noch jemand aus hunderten von Metern zu Tode. Nicht, dass das nicht im Sinne der Familie wäre, aber tote Adepten sind sicher keine gut Propaganda für unsere Tarnung. Die Sache kam mir komisch vor und ich habe ihr vorgeschlagen, mit Meister Dalathar darüber zu sprechen - er weiß sicher, was es damit auf sich hat.


19. Tag des Mittjahres - Beschwörung die Dritte
Heute fand die dritte Unterrichtsstunde des Beschwörungskurses statt und wir sollten alle ein fleischfressendes Tier beschwören, das von Dalathar beherrscht wurde, sobald die Beschwörung abgeschlossen war, damit wir die Kontrolle nach und nach übernehmen konnten. Mavis beschwor wieder eine Schnecke - eine giftige Seeschnecke dieses Mal und ich glaube, Meister Athar wurde richtig sauer. Vielleicht weil sie so klein und unscheinbar war. Es war wirklich etwas langweilig, als sie in das Wasserglas plumpste, das Mavis eigens dafür mitgebracht hatte.

Dann war Niriik an der Reihe und sie beschwor wieder den Klippenläufer. Als es zum Zeitpunkt der Beschwörung in ihrem Rucksack puffte, wurde sie vom Meister zur Rede gestellt, weil er wohl annahm, dass sie ihn zum Narren halten würde. Aber Niriik hat scheinbar nicht getrickst und irgendetwas scheint mit dieser Art der Beschwörung, die sie gewirkt hat, nicht zu stimmen. Das Tier schien sie jedenfalls so zu mögen, dass sie nichteinmal einen Beherrschungszauber wirken musste um ihn bei sich zu halten - wirklich komisch.



Ich wollte den Gedanken einen Durzog zu beschwören eigentlich verwerfen, weil ich dachte, dass er zu schnell sei und jemanden anfallen könnte. Aber als ich dran war, mein Tier zu benennen, ist es mir einfach so herausgerutscht. Weiß die dunkle Matrone, was mich da geritten hat - ich dachte, Durzogs seien viel kleiner. Als er durch das Portal kam, habe ich mich richtig erschrocken, weil er so bullig war. Hätte Dalathar ihn nicht sofort gebunden, hätte er mich sicher zerfleischt. Es war so ungemein schwer, die Kontrolle über ihn zu übernehmen, als er sie etwas nachgelassen hat und das Gefühl in meinem Kopf war so komisch, dass ich es nichtmal jetzt beschreiben kann. Irgendwie, als würde ich ein zweites Bewusstsein in meinen Kopf quetschen wollen.

Als ich es in Ansätzen geschafft hatte, begehrte der Durzog plötzlich auf und schlug mit der Pranke nach mir. Er hat mein Gesicht wirklich nur um eine Handbreite verfehlt. Aber dieses Mal wollte ich auf keinen Fall wieder mitleidige oder enttäuschte Blicke ernten und schon gar niemandem die Genugtuung geben, dass ich mich übernommen hätte. Wenn ich es schaffe, diese Beschwörung zu meistern, könnte mir das bei späteren Kontrakten von großem Nutzen sein, denn dieser Durzog hätte einen Mann in voller Rüstung zerfetzen können. Also legte ich all meinen Willen in diesen Moment, aber er wäre mir dennoch fast wieder ausgebrochen. In dem Moment, als ich Dalathar bitten wollte, die Kontrolle zu übernehmen, war es aber, als würde der Widerstand weniger werden, und es gelang mir nicht nur, das Tier auf der Stelle zu halten, sondern sogar mit zu folgen und sich auf den Boden zu legen - auch, wenn es ungemein schwer war und ich auf nichts anderes mehr achten konnte.

Ich habe im Augenwinkel gesehen, dass Jinx einen Raubvogel beschworen hatte, den sie sofort beherrschen konnte, ohne, dass Dalathar eingreifen musste. Sie hat ihn sogar fliegen lassen und ich glaube gesehen zu haben, dass er zu ihr zurück kam. Jinx hat wirklich großes Talent für diese Schule. Es sah aus, als hätte sie gar keine Mühe. Mich hat es so viel magische Kraft gekostet, dass ich angefangen habe zu zittern.

Für das Ende hatte Dalathar sich offenbar noch eine Strafarbeit zurückbehalten und ich bin sicher, dass er sich gleich zu Anfang dafür entschieden hatte, wer sie ableisten sollte. Der Verlierer musste ein komplettes Buch abschreiben - vom Skeever zum Daedra - Dalathar´s Buch. Als er nach Freiwilligen fragte, hob Mavis wohl die Hand, was mich ein Bisschen verwundert hat - Dalathar muss nachgeholfen haben, denn er entschied sofort, dass Mavis´ Schnecke gegen meinen Durzog antreten sollte. Der, dessen Tier überlebte, hatte gewonnen. Es war mir wirklich etwas peinlich, und gerade als ich versuchte, das Tier dazu zu bringen, sich aufzurichten und die Schnecke zu töten, hat der Meister mir die Kontrolle über ihn entrissen und ihn das Glas einfach zertrampeln lassen. Zum Abschluss der Stunde, haben wir die Tiere gebannt und Mavis bekam seine Strafarbeit. Ich muss versuchen, diesen Zauber weiter zu üben, aber ich weiß nicht genau wo. Wenn ich es nicht schaffe, das Tier sofort zu beherrschen, wird es mich zerfetzen. Vielleicht nutze ich einen der Käfige im Kerker des Gardehauses.

Apropos: Bochanan scheint den Innenhof des Hauses demoliert zu haben, aber er wollte nicht richtig sagen, warum er das getan hatte. Ich finde diese Aussetzer schon etwas bedenklich und ich glaube Aeloth hat ihn dafür zur Schnecke gemacht. Und noch etwas: Dalathar hat den Adepten erlaubt, einen Ausflug zu dieser Grotte zu machen, von der Nirrik erzählt hat. Ich hoffe, das wird ein guter Tag ohne Zwischenfälle.


20. Tag des Mittjahres - Giftmischer
Ich habe Bochanan heute geholfen, die Schwarze Träne herzustellen. Naja, zumindest haben wir mit der Herstellung begonnen. Der Teil war eigentlich gar nicht so schwer, auch wenn das Zeug für eine Weile wirklich abstoßend gestunken hat. Ich hätte fast gekotzt, konnte mich aber noch zurück halten. Und in der Schachtel, die ich von der Alten mitnahm, lag ein kleiner Zettel, der wohl für Bochanan bestimmt war. Die Zähne darin waren für den Trank und sie schrieb, dass sie wusste, er würde nicht daran denken. Mir wurde ganz komisch, als ich gelesen habe, was sie dort schrieb. Da stand, ich würde sie an Bochanan´s verstorbene Frau erinnern, und er sollte sich doch an mich ran wagen, weil sie sich über neue Welpen freuen würde. Mir wurde ganz anders - ich will mich nicht mit Bochanan paaren!

Ich habe den Zettel ganz schnell wieder zurück in den Beutel gestopft und war heilfroh, dass Rhevos kurz darauf in den Turm kam, denn das hielt Bochanan wohl davon ab, weiter nachzufragen, was wirklich auf dem Zettel stand. Ich habe ihm nur den anfänglichen Inhalt vorgetragen. Rhevos scheint nicht nur einer der neuen Gardisten zu sein, sondern gehört auch noch zur Familie. Er befand sich zuvor an der Goldküste und ich konnte noch nicht fragen, wer ihn eigentlich geschickt hat, oder wie er zur Familie kam. Aber ich bin froh, dass wir gedeihen - für die bevorstehenden Ereignisse, können wir jeden Bruder und jede Schwester gebrauchen. Jedenfalls muss das Gift erstmal ruhen und wir können die Zubereitung somit erst in einigen Tagen fortsetzen. Sollte etwas schief gehen, hat Bochanan mir ein Gegengift gegeben, das für ihn oder Yrikon bestimmt ist, sollten sie damit in Berührung kommen. Aber offenbar habe ich nur Sekunden um es zu verabreichen.

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Freitag, 23. Juni 2017, 16:31

21. Tag des Mittjahres - Durzog im Käfig
Es glückte mir heute, ungesehen ins Gardehaus zu kommen und den Kerker dort zu betreten, damit ich die Beschwörung üben konnte. Es gelang mir auch erneut, den Durzog zu beschwören und dieser war fast so groß, wie jener, den ich in der letzten Unterrichtsstunde rufen konnte. Die Idee mit dem Käfig war gut, denn es gelang mir natürlich nicht gleich, die Kontrolle über ihn zu gewinnen. im Grunde fand ich es sogar noch viel schwerer, als bei der Variante, die Dalathar angewandt hatte. Vielleicht hat ihn das schon mürbe gemacht. Der Durzog warf sich sofort gegen das schwere Gitter und es rummste so laut, dass ich dachte, er würde eine Strebe aus der Decke reißen. Es ging so schnell, dass ich kaum Zeit hatte überrascht zu blinzeln. Obwohl ich mir sehr viel Mühe gab, ihm meinen Willen aufzuzwängen, dauert es viel länger ihn zu beugen - vielleicht weil er so sehr tobte und versuchte den Pranger aus der Wand zu reißen. Ich hoffe, die Bissspuren fallen niemandem so richtig auf - er konnte auch nicht so effektiv daran kauen, weil seine großen, vorderen Reißzähne im Weg waren. Ich glaube es dauerte sicherlich zehn Minuten, bis ich ihn so weit beherrschen konnte, dass er sich vollkommen meinem Willen beugte. Das Gefühl ist komisch - ab einem gewissen Punkt scheint der Wille zurückzuweichen, als würde er plötzlich ganz klein werden und auch, wenn es mich sehr viel Kraft kostete, war es doch eigenartig erhebend. Schade - es würde sicher zu viel Aufmerksamkeit erregen, wenn ich ihn auf jemanden los ließe - selbst wenn es irgendwo in der Einöde läge. Ich darf kein Risiko eingehen.

Am Abend traf ich auf Jinx und Niriik, als ich mir ein Stück Süßkringel aus dem Schrank holen wollte. Ich bekomme immer unheimliche Lust auf süße Dinge, wenn ich so viel Magicka verbraucht habe - eigenartig. Niriik erzählte jedenfalls, dass sie einen Brief ihrer Eltern erhalten habe - oder war er nur von ihrer Mutter? Sie sagte, ihre Mutter sei noch am Leben und würde sich vor etwas oder jemandem verstecken. Offenbar hat sie noch keinen direkten Kontakt zu ihr aufgenommen. Jinx hat noch erzählt, dass sie von Rhevos in den Brunnen geschubst wurde, und nicht mit auf den Ausflug kommen würde, wenn er uns begleitet. Worüber sie wohl gestritten haben? Ich hoffe es findet sich ein anderer Gardist, der mit uns kommt. Ich werde noch versuchen mich ins Heiligtum zu begeben, und dort eine Nachricht zu hinterlassen - ich will einen Kontrakt ausführen. Hoffentlich lässt man mich...

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Sonntag, 25. Juni 2017, 13:03

24. Tag des Mittjahres - in der Grotte
Heute sollte der Ausflug in die Grotte am Meer stattfinden und ich hatte eigentlich erwartet, dass wir mit den Guar dorthin reiten würden. Aber nein - die Reise ging zu Fuß über den engen Pass. Zum Glück waren es nur sehr wenige Stunden Fußmarsch und auch wenn es anstrengend war, kamen wir alle unversehrt dort an. Diese Grotte ist atemberaubend. Niriik sagte, sie würde tatsächlich jemandem gehören, der überall seltsame Statuen und Artefakte platziert hat. Forscher vielleicht? Offenbar hat Niriik hier einmal eine Zeit lang gewohnt - die Umstände müssen aber höchst eigenartig gewesen sein - ich dachte sie sei bei irgendwelchen Mer aufgewachsen? Vielleicht hat sie nicht die ganze Wahrheit von sich erzählt oder sich sogar verstrickt. Ich denke, die Zeit wird das offenbaren.



Jedenfalls sind wir alle schwimmen gegangen, nachdem wir die Umgebung erkundet haben. Naja, alle bis auf Aeloth und Rhevos - die mussten schließlich für unsere Sicherheit sorgen. Ich konnte mich so richtig austoben, auch wenn ich bei Weitem nicht mit Jinx´s Schwimmtempo mithalten konnte. Sie ist wie ein Pfeil durch das Wasser geschnellt. Es ist wirklich herrlich einsam, weil die Grotte so riesengroß ist und ich konnte dem Meeresrauschen zuhören, ohne von irgendjemandem gestört oder abgelenkt zu werden. Als ich noch bei Tante Eveline und Onkel Lucian gelebt habe, bin ich immer an die Kaimauer von Davons Wacht gegangen, wenn ich dem Gekeife aus dem Weg gehen wollte. Es war heute um ein Vielfaches beruhigender.



Jinx war zusammen mit Mavis oben am Wasserfall und wurde von Niriik´s Klippenläufer erschreckt. So sehr, dass sie herunter fiel. Glücklicherweise ist nichts passiert, aber als die anderen kamen um zu sehen, was passiert war, stand Bochanan komplett ohne Wäsche bei uns. Ich wäre vor Scham fast gestorben. Naja, nur fast. Jinx hat uns danach Fische gefangen und während wir damit beschäftigt waren, sie zu garen, sind die anderen durch das Höhlensystem hinaus gegangen - das glaube ich zumindest. Diese Tunnel müssen sehr verzweigt sein, wenn sie dem Orsimer nicht begegnet sind, der kurz darauf in die Höhle gestürmt kam und von zwei dunmerischen Söldnern verfolgt wurde.

Ihre Pfeile haben uns nur knapp verfehlt und es galt eine sehr schnelle Entscheidung zu treffen ob wir ihm helfen sollten oder nicht. Ich habe ihn mit der Schutzkuppel belegt, die Dalathar mich gelehrt hat, um ihn vor den Pfeilen zu bewahren. Das kostete eine Menge Kraft, aber es gelang. Jinx hat einen der Mer mit dem Schild des Orsimers beworfen und ihn damit außer Gefecht gesetzt, ehe die Grünhaut die beiden buchstäblich zu Brei geschlagen hat. Der Streitkolben, den er bei sich trug, muss ein daedrisches Artefakt sein, denn es hat düster wabernde Tentakel in sie geschlagen und den einen sogar in die Luft gehoben. Dieser Moment ließ mich daran zweifeln, ob es richtig war, ihm beizustehen, aber als er sich erklärt hat, klangen seine Worte offen.



Er ist ein versprengter Gardist der Löwengarde, der bei der Invasion nahe der Grenze zu Rift beteiligt war und wurde von seinen Leuten getrennt - war nun schon Tage oder vielleicht Wochen auf der Flucht. Natürlich gab es lautes Gezeter, als die anderen zurück kamen und Mavis ist vollkommen aus der Haut gefahren. Aber wir haben die Entscheidung nunmal getroffen und müssen jetzt mit den Konsequenzen umgehen. Letztendlich verdienen sie doch alle den Tod und jedes Leben trägt das gleiche Gewicht - es sei denn, es wird ein Preis auf die Seele ausgesetzt. Bochanan hat ihm neue Kleidung gegeben und Aeloth wird entscheiden, ob wir das Risiko eingehen können, ihn mit uns an die Akademie zu nehmen. Ansonsten fällt er vermutlich den Sklavenjägern in die Hände, oder wird einfach abgeschlachtet. Er scheint freundlich zu sein - wenn auch etwas derb. Ich glaube, ich will nicht, dass Aeloth ihn zu Sithis schickt oder wir ihn einfach seinem Schicksal überlassen. Es gibt kein schwarzes Sakrament, also besteht auch keine Notwendigkeit ihn zu töten.

Oh und Jinx hat mir erzählt, dass Mavis sich mit ihr paaren will! Mir bleib die Luft weg, als ich das gehört habe und ich wollte es erst gar nicht glauben. Er wollte ihr erst welche von diesen Knospen geben - vielleicht, weil sie sich dann nicht mehr richtig wehren könnte. Die Sache mit Tzork, dem Orsimer, hat ihn dann aber so wütend gemacht, dass er zurück zur Akademie wollte. Ich habe mich eine Zeit lang mit Jinx unterhalten und glaube, dass sie ihn mehr mag, als sie zugeben will. Ich musste lachen, als sie sagte, sie habe Angst, dass sie dann vielleicht ein Ei legen würde. Tzorks Worte dazu waren so offen, dass ich fast keine Luft mehr bekam. Er hat davon erzählt, wie er als junger Bursche auf Bethnik herumge...herum... - wie er es mit den anderen Orsimerinnen getrieben hat. So. Ich glaube zumindest, dass es Orsimerinnen waren. Selbst Jinx war so verlegen, dass sie anfing zu quietschen und ihr Auge ständig gezuckt hat. Sie machte auf mich den Eindruck, als wisse sie gar nicht, wie sie mit Mavis über diese Sache reden sollte und er kann es offenbar auch nicht so richtig. Also habe ich ihr geraten es einfach zu machen. Sein überraschtes Gesicht, wenn es Bekanntschaft mit ihrer Zunge macht, würde ich zu gern sehen. Naja, ich denke morgen am späten Nachmittag werden wir wieder aufbrechen und dann wird sich zeigen, wie sich diese ganze Sache entwickelt.

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Samstag, 1. Juli 2017, 16:24

25. Tag des Mittjahres - Eingeständnisse
Wir sind heute wieder in der Akademie angekommen. Der Orsimer wurde zurückgelassen. Ich kann Aeloths Ansichten wohl verstehen, hätte ihn aber trotzdem mit uns genommen und auf der Akademie arbeiten lassen. In meinen Augen stellte er keine Gefahr dar - die Gefahr läge einzig in der Geschwätzigkeit der Mitwisser. Nun, nach allem, was wir bisher erlebt haben, macht das die Entscheidung meines Bruders um so nachvollziehbarer und dennoch; ich bedauere es.

Ich habe mich vorhin noch mit ihm über den Kontrakt unterhalten. Aeloth sagte, Magier seien unberechenbare Ziele und es sei bei ihnen kaum möglich einzuschätzen, welches Risiko ein solcher Kontrakt mit sich brächte. Die Menge des goldenen Lohnes zeigt lediglich an, wie wichtig jemandem das Ableben dieser Person sei. Das habe ich eingesehen. Er hätte mich den Kontrakt durchführen lassen, wenn ich Aethyra oder Dalathar mitgenommen hätte. Aber Aethyra wurde zur schwarzen Hand gerufen und Dalathar ist viel zu geschwächt, um mich zu begleiten - auch wenn er das nicht offen zugeben würde, ich weiß es genau.


Ich habe Aeloth also gesagt, dass ich den Kontrakt nicht annehmen werde. Denn er sagte, wenn ich ihn erstmal angenommen habe, liegt es voll und ganz in meiner Verantwortung, dass er vollendet wird. Ich kann unmöglich eine solche Aufgabe übernehmen und mich dann auf meine Geschwister stützen, die bei einem solchen Unternehmen nur dabei sein sollen, um mir den Rücken frei zu halten oder die Flucht zu sichern.
Ich habe also entschieden einen ganz einfachen Kontrakt anzunehmen. Es gibt einen, der schon recht lang offen steht - in Davons Wacht. Aeloth bestand darauf, dass mich auch hier jemand begleitet. Nicht etwa, weil er nicht glaubte ich wäre ihm nicht gewachsen, sondern um mich danach sicher aus der Stadt zu bringen. Die Vorbereitungen für den Kontrakt darf ich aber selbst und ohne Hilfe treffen. Das hat er mir auf meine Bitte hin zugestanden. Ich werde in den nächsten Tagen versuchen in die Stadt zu gehen, und dort die Gewohnheiten dieser Hlaalu zu studieren. Nichtmal die Ratten und Skeever kennen sich besser in dieser Stadt aus - das sollte reibungslos ablaufen. Es wird auch höchste Zeit, dass ich einen Teil meines Versprechens an die Matrone erfülle. Ich will der Familie Ehre bringen und kein untätiges Anhängsel sein, das sich nur in Büchern vergräbt - das ist nicht der Weg, den ich gehen soll, glaube ich.


28. Tag des Mittjahres - Geschenke
Jinx hat mir heute erzählt, dass sie und Mavis sich geküsst haben! Naja, so in etwa zumindest. Sie sagte Argonier würden nicht richtig küssen, sondern die Schnauzen aneinander reiben und sich gegenseitig an den Hälsen knabbern, was Mavis womöglich umbringen würde. Nicht, dass ich das sonderlich bedauern würde, aber Jinx selbst wäre darüber sicher nicht so glücklich. Ich mag sie ganz gern - soll sie ihre Freude mit ihm haben.

Heute kehrte auch die Matrone Verorethi von ihrer Jagdgesellschaft zurück und sie hatte für jeden Geschenke dabei, nachdem je einer von uns erzählen musste, was sich in der Zwischenzeit an der Akademie ereignet hat. Ich bekomme selten Geschenke und finde meines ungemein interessant. Es ist eine besondere Schreibfeder und die Matrone sagte, es sei zwar das unscheinbarste, aber nützlichste Stück aus dem Haus eines Telvanni. Wenn ich mich auf sie konzentriere, hebt sie sich in die Luft, aber ich habe noch nicht ganz herausgefunden, was sie eigentlich tut. Ich dachte erst, sie würde von allein schreiben, was ich gerade denke, aber als ich mich auf diesen Gedanken fokussiert habe, ist nichts passiert. Ich schreibe mit ihr gerade diesen Eintrag, weil ich dachte, dann würde vielleicht etwas passieren, aber sie wirkt noch immer wie eine ganz normale Schreibfeder - prächtig, aber normal.


Jinx hat eine Wamasugerte bekommen, die blitzt, wenn man sie gegen etwas schlägt und Bochanan bekam ein in Leder gebundenes Buch über Pflanzen, glaube ich. Sogar Niriik hat ein Geschenk bekommen. Einen Dolch den man mit Gift füllen kann und dessen Klinge entsprechend toxisch wird. Ich war wirklich neidisch. Nicht, dass ich den Dolch besser finde, als meine Feder - trotzdem hätte ich auch gern so einen. Dann würde es genügen jemanden bei einem Kontrakt leicht zu verletzen und ich hätte nicht immer mit so viel Mühe an seine verwundbarsten Stellen heranzukommen. Wo ich gerade vom Kontrakt schreibe: ich will fragen, ob ich in den nächsten Tagen allein nach Davons Wacht darf, um die Vorbereitungen zu treffen. Aber ich muss mich vorsehen - ich sehe in letzter Zeit schon wieder diesen huschenden Schemen im Augenwinkel und die Übungen im luziden Träumen haben nicht geholfen, dass die Alpträume aufhören...


29. Tag des Mittjahres - Völkerkunde
Heute fand der nächste Teile des Völkerkundeunterrichtes statt. Bochanan und Mavis waren dran ihre Arbeiten vorzutragen. Ich dachte erst, Bochanan´s Vortrag zu den Charakteristika der Nord wäre zu subjektiv gewesen, aber als Mavis begann sein Referat zu den Dunkelelfen vorzutragen, wurde es fast lächerlich - und niemand hat etwas beanstandet. Der Matrone Verorethi schien es sogar sehr gefallen zu haben, was mich noch mehr geärgert hat. Warum versuchen so viele sich über andere hinweg zu heben? Ich bin es leid, mir diese Selbstverherrlichungen von Mavis anzuhören, die noch dazu jedes Gegenargument im Vorweg zu entkräften suchen, indem er erwähnt, dass jeder der das Gegenteil behauptet nur von Neid getrieben sei. Am liebsten wäre ich aufgestanden und gegangen, doch das hätte sicher Konsequenzen gehabt.


Ich habe zwischendurch versucht mehr über die Feder herauszufinden. Einmal ist sie mir entwischt und hat versucht Jinx etwas auf den Unterarm zu schreiben - ich weiß nicht, wie das passieren konnte. Als ich wollte, dass sie den Vortrag von Bochanan allein mitschreibt, hat sie einfach nur meine eigenen, gesprochenen Worte über meine bisherigen Notizen geschmiert. Das ganze Blatt war versaut und ich musste es nach der Stunde noch einmal abschreiben, weil ich später sicher nicht mehr gewusst hätte, wie die Worte darunter lauten könnten. Ich habe des Verdacht, dass es eine Feder ist, der man etwas diktieren kann. Aber ob das wirklich alles ist...? Ich habe genug Zeit, es herauszufinden aber ich kann der Feder schlecht diktieren, was in mein Tagebuch eingetragen werden soll. Das wäre viel zu heikel. Achja, richtig. Beim nächsten Unterrichtsabschnitt werden die Völker getauscht und ich muss über die Nord referieren. In der Bibliothek habe ich eine ganze Buchreihe zu ihrer Geschichte gesehen, da werde ich sicher etwas Nützliches finden.

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Samstag, 1. Juli 2017, 16:30

30. Tag des Mittjahres - Vorbereitung der Pelzjagd
Heute wurde ein Treffen einberufen, denn Aethyra kam zurück und sie hat offenbar mit einem Abgesandten der schwarzen Hand gesprochen. Yrikons Rücktrittsgesuch wurde akzeptiert und er steht nunmehr im Rang eines Assassinen. In dem Zusammenhang frage ich mich, warum ich noch immer eine Mörderin bin. Ich fürchte ich habe der Familie bei weitem noch nicht genug genützt und muss endlich beginnen mehr Kontrakte auszuführen. Ich weiß; morgen in der Früh breche ich auf und spähe die Gewohnheiten dieser Hlaalu aus. Aeloth hat mir schließlich erlaubt, dass ich es allein mache und ich denke es gilt keine Zeit zu verlieren. Das Gift muss sowieso noch eine Weile ruhen und ich kann die Zeit gut nutzen. Mit Glück bin ich am Abend wieder - wenn ich vor der Morgendämmerung aufbreche sogar noch früher. Ich werde eine Nachricht hinterlassen und denen die nicht zur Familie gehören irgendeine Ausrede auftischen - mir fällt sicher was ein.

Nun fehlte natürlich eine offizielle Führung, denn die hatte Yrikon gleichsam mit seinem Rang abgetreten. Dieses Mal war ich es aber nicht, die Unruhe in die Runde brachte, sondern Meister Dalathar, der die Führung nicht mit Yrikon und Aeloth, also den Assassinen als Ranghöchsten Familienmitgliedern gemeinsam teilen wollte, sondern nur mit Aeloth. Yrikon sagte zwar, dass ich mich nur für diese Variante ausgesprochen hätte, weil Dalathar mein Lehrmeister ist, aber das stimmt nicht. Ich vertraue ihm und Aeloth mehr als jedem anderen und weiß, dass sie immer zum Wohle der Familie entscheiden würden. Noch nie habe ich erlebt, dass sie überstürzt gehandelt oder schlecht entschieden hätten. Wenn Yrikon erlebt hätte, was wir als Überbleibsel der Familie durchgemacht haben, würde er meine Haltung sicher verstehen. Zugegeben - Dalathar war nicht sehr nett zu ihm. Aber Höflichkeiten sind nichtig, wenn es darum geht den Willen der dunklen Matrone und des Schreckensvaters auszuführen; selbst unter Geschwistern.


Aber worum es bei diesem Treffen eigentlich ging, war die Vorbereitung auf den Offizier der Krähe. Aeloth berichtete ausführlich darüber, was sie bei den Monsterjägern im Rift herausgefunden haben, und wir besprachen mögliche Taktiken ihnen beizukommen. Wichtig ist das Gift, aber es dauert nicht mehr lange und es wird fertig sein. Bochanan sagte, je länger es ruht, desto potenter wird es wirken. Ich schlug vor, die Wölfe in einen Engpass zu locken und sie dann mit vergifteten Pfeilen zu beschießen - das war endlich mal eine Idee von mir, die Anklang gefunden hat und ich bin wirklich ein Bisschen stolz darauf. Aber das allein war natürlich nicht ausreichend. Dalathar sagte, wir müssten sie auseinandertreiben und in verschiedene Fallen locken, damit es nicht zu viele werden und wir vor allem an den Alpha heran kommen. Raaktaz wird vielleicht eine Falle entwerfen und Aethyra soll dafür sorgen, dass sich die Wölfe nicht vom Fleck bewegen können, während die Bogenschützen sie beharken.

Ich schätze Aeloth, Bochanan und Yrikon werden sich dann am Ende auf den Alpha konzentrieren müssen - oder sollen es nur Yrikon und Bochanan tun? Ich bin mir noch nicht ganz sicher und der Plan ist noch nicht gänzlich ausgereift. Jedenfalls stand sogar im Raum, dass wir Aranthir und Karsu für die Sache einspannen - natürlich unter einem Vorwand. Die Idee kam auch von mir: Ich schlug vor, es als magische Anomalie zu tarnen, die normale Wölfe in Bestien verwandeln würde. Dann würden sie nicht wissen, dass wir tatsächlich Werbestien jagen, die eigentlich menschlich sind, denn wenn sie in Wolfsform sterben, verwandeln sie sich nicht zurück, haben Yrikon und Bochanan gesagt. Niemand würde fragen, wozu wir den Körper des Offiziers bräuchten, denn es wäre ja offensichtlich, dass dahinter ein wissenschaftliches Interesse steht. Ich glaube der Plan ist schon sehr gut - leider werde ich sicher nicht dabei sein dürfen. Aber wenn ich schon nicht mitkämpfen kann, kann ich wenigstens Ideen liefern.

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Dienstag, 4. Juli 2017, 17:54

1. Tag der Sonnenhöhe - Kontraktvorbereitungen
Heute bin ich zusammen mit Aethyra nach Davons Wacht gereist, um die Gegebenheiten für den Kontrakt auszukundschaften, und alle Vorbereitungen zu treffen. Sie kam lediglich mit, weil sie dort selbst etwas zu tun hatte, und ich konnte meiner Aufgabe ganz allein nachgehen. Die Reise mit dem Portal verschaffte mir viel mehr Zeit. Es war ein Bisschen langweilig und ich musste wirklich lange warten. Aber dann sah ich sie, und ich belauschte einige Gespräche. Offenbar kommt sie immer zur selben Zeit in die Taverne zum Fischgestank, an die ich mich nur zu gut erinnere. Auch nach all diesen Monaten kommt es mir noch vor, als hätte man mich erst vor Kurzem aus der Stadt gebracht. Die Leute haben sich kaum verändert, und ich habe sogar Schwarz-Seide-Erde und ihren winzigen Guar gesehen, bei der Dalathar damals Aschekartoffeln gekauft hat, als ich zum ersten Mal mit meinem neuen Gesicht in die Öffentlichkeit durfte. Sie schenkte mir damals einen Apfel, und ich gab ihn einige Tage später an Avarus, damit er ihn unauffällig an ihren Guar verfütterte, der so unglaublich hungrig aussah. Aber ich schweife ab.



Ich ging zur geschwätzigen Bäckerin von der ich wusste, dass sie jedem der nicht schnell genug mit seinen Besorgungen an ihr vorbei ging, ein Ohr blutig reden konnte und habe nur erwähnt, dass ich eine junge Dunmer mit einer roten Begonie im Haar gesehen habe. Sofort sprudelte es nur so aus ihr heraus, und sie erzählte mir alles was ich wissen musste - und auch vieles, das ich eigentlich lieber nicht gewusst hätte. Tatsächlich scheint die Kaufmannstochter fast immer zur gleichen Zeit dort aufzuschlagen, und nimmt häufig den immergleichen Weg zurück, wenn sie sich genug amüsiert hat. Sie sagte man sehe sie an vielen Abenden an der Kaimauer stehen - vielleicht hilft mir das, denn es ist dort zumeist sehr einsam, und ich habe beobachtet, dass die Stadtwache dort nur in jeder dritten Wachrunde zu patrouillieren scheint.

Jedenfalls musste ich mir noch eine Ausrede für meine lange Abwesenheit einfallen lassen, und ich habe mir einen Stab gekauft. Er ist wie meine Rüstung nicht neu, und etwas abgegriffen - auch die Verzauberung daran ist schon beinahe aufgebraucht. Sicher gibt es Bessere, aber fast alle anderen haben auch Stäbe, und ich will nicht die letzte sein, die damit umzugehen weiß. Billig war das aber trotzdem nicht, und ich habe dem Händler eine Menge Gold dafür zahlen müssen. Jetzt habe ich nicht mehr viel übrig, und muss etwas sparsam damit umgehen, bis ich den Kontrakt erfüllt habe.


2. Tag der Sonnenhöhe - böse Überraschungen
Ich kann es einfach nicht glauben. Ich will es nicht. Als ich heute vom Beschwörungsturm herunter kam, sah ich Dalathar und einen Dunmer über den Hof in die Akademie gehen. Ich musste drei Mal hinsehen, bis ich meinen Augen wirklich getraut habe. Es war Meister Orenas! Ich habe gleich befürchtet, dass er wegen einer Stelle als Lehrkraft hier aufgeschlagen ist, aber warum wurde er eingestellt? Hatte er Aethyra nicht auf die Spur des Kultes gebracht? Jetzt wo ich darüber nachdenke, hat sie mir nie ganz erzählt, was sie eigentlich in Erfahrung gebracht hat, aber gut kann das ganz sicher nicht sein. Ich frage mich gerade auch, ob Dalathar überhaupt über seine Verstrickung Bescheid weiß, weil das alles so kurz vor seiner Entführung durch den Kult stattfand. Ich muss mit ihm reden - unbedingt! Und ich muss mich von Meister Orenas fern halten. Vielleicht erkennt mein Gesicht nicht wieder, aber er könnte mich an der Stimme erkennen und ich will nicht, dass er unangenehme Fragen stellt. Ich habe heute erfahren, dass er den Zerstörungskurs leiten soll. Gut, dass mir das erspart bleibt. Den werde ich ganz bestimmt nicht besuchen, und bestenfalls höre ich mir die erste Vorlesung an, damit es nicht so auffällig ist, dass ich ihn meide...vielleicht.


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Morlana

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Sonntag, 9. Juli 2017, 14:32

4. Tag der Sonnenhöhe - Das Haus der Wissenschaft
Die Matrone Verorethi und der Meister nahmen heute einige der Adepten mit, um eine Mann namens Namir al-Rashid und seine Forscherkollegin Lunatis Frostwinter zu treffen. Sie scheinen sich speziell Forschungen und Expeditionen zu widmen und ich glaube, es sollte so etwas wie ein erstes, gemeinsames Annäherungsprojekt werden. Ich habe gar nicht gefragt, wo genau sich dieses Haus der Wissenschaft nun befand. Der Gegenstand der Forschungen war jedenfalls eine Dwemerspinne, die von Sedura Frostwinter als Animunculus bezeichnet wurde, deren antreibender Seelenstein in der Vorrichtung gesprungen war. Die Seele daraus ist entfleucht. Nun stellte sich die Frage, wie man vorgehen sollte, weil die Vorrichtung der Spinne keine gewöhnlichen Seelensteine fassen kann.
Meister Dalathar schlug vor, dass man einen mittleren Seelenstein mit einer geringeren Tierseele mittels Veränderungsmagie schrumpft. Natürlich wurden viele Risiken genannt und deshalb schlug ich vor, eine noch geringere Seele in den zu schrumpfenden Stein zu sperren, damit die Spinne bei der Aktivierung kontrollierbarer bleibt. Dalathar sagte nämlich, dass eine geringere Seele sie weit langsamer machen würde. Ich war wirklich ein Bisschen stolz, dass mein Vorschlag angenommen wurde.



An eine Stelle hätte ich mir aber am Liebsten die Zunge abgebissen, weil ich einen schwarzen Seelenstein namentlich erwähnt habe, nachdem der Meister das Thema ansprach - er selbst hatte die Bezeichnung gar nicht genannt. Sein Blick hätte mir fast die Augen ausgestochen, aber zum Glück ist niemand darauf eingegangen und ich glaube meine Ausrede war zumindest akzeptabel. Nunja... Nun gilt es bald zur Tat zu schreiten, und Aethyra wird den Stein manipulieren, während Sedura Frostwinter einen Käfig und einen Kontrollstab besorgen wird. Ich frage mich, wie diese Stäbe funktionieren - ich habe mal einen im Büro von Meister Orenas gesehen, aber der war defekt, glaube ich.


Über ihn konnte ich heute nicht mit dem Meister sprechen, obwohl mir die Gelegenheit so günstig vorkam. Ich traf ihn im Expeditionslager, als ich meinen Stab wegbringen wollte. Er hat etwas aus einer kleinen Phiole getrunken - ich frage mich was das war. Ein Stärkungstrank vielleicht? Ja, vermutlich. Es wird höchste Zeit, dass wir den Lykantropen töten und uns rasch weiter vor arbeiten.


5. Tag der Sonnenhöhe - Erstes Treffen
Als ich heute im Heiligtum zur Dunklen Matrone gebetet habe, kam Mag-Na´ Col zurück. Es war, als hätte die Dunkle Mutter mir eine unmittelbare Antwort gesandt. Ich wusste, dass sie meine Bitten erhören würde. Ich erzählte Col alles, was ich für wichtig hielt, und sagte ihm, dass wir jeden Bruder und jede Schwester für den Hinterhalt bräuchten. Er will mit uns kämpfen. Aber zumindest innerhalb der Akademie wirkte er sehr abgekämpft und ich wäre fast auf ihn drauf gefallen, als er zu Boden gesackt ist. Entweder war sein letzter Kontrakt so auszehrend, oder die magische Quelle macht ihm wirklich so unheimlich zu schaffen. Glücklicherweise war Raaktaz auch da und ich glaube, er hat ihn später zurück durch die Höhlen in den Innenhof begleitet. Ich war ganz verwirrt, als die beiden sagten, sie würden einander gar nicht kennen. Da fiel mir ein, dass ihre Kontrakte sie von einander abgrenzten, bevor die Kaverne überrannt wurde. Nun sind sich unsere "ältesten" Schattenschuppen also auch einander bekannt. Col sagte, er habe der Mutter und dem Schreckensvater viel Blut geopfert - ich beneide ihn. Bei all den wichtigen Dingen, darf ich meinen eigenen Kontrakt nicht aus den Augen verlieren.



8. Tag der Sonnenhöhe - der Zerstörungskurs
Heute hat Meister Orenas seinen Einführungskurs im Fach der Zerstörung gehalten. Um nicht zu viel Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen, habe ich im Flügel der Bibliothek aufgehalten - da konnte ich aber noch immer alles hören, weil die Architektur der Halle seine Stimme so verstärkt hat - es mag aber auch daran liegen, dass er so ein lautes Stimmorgan hat. Er kann wirklich schrecklich laut herumbrüllen. Es klang, als würde er bei ihnen mit wirklich harter Hand durchgreifen wollen, und ich bin gespannt, wer sich überhaupt traut an seinem Kurs teilzunehmen. Ich bestimmt nicht. Nicht nur, weil ich nicht riskieren will, dass er erfährt wer ich bin, sondern weil er in seine Kursregeln geschrieben hat, dass er die Schüler kollektiv bestraft. Nach allem was ich hier erlebt habe, bin ich überzeugt, dass es eine Bestrafung nach der anderen hageln wird, weil sich kein Adept unterordnen will, und viele bei jedem Bisschen auf die Barrikaden gehen. Ich werde Dalathar bitten, mich weiterhin in der Zerstörungsmagie zu unterweisen.


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Montag, 14. August 2017, 12:22

Einschub - einige Wochen vor der Entführung
Dalathar hat damit begonnen, mich sein Handwerk zu lehren, und mir eine seltsame Maske und eine Robe gegeben. Er sagt, ich muss sie immer tragen, wenn ich mich seinen Aufgaben widme; sie soll mich schützen. Ich habe mich zwar nicht im Spiegel gesehen, aber wenn ich darin so aussehe wie er in seiner Kluft, ist das bestimmt ein gruseliger Anblick. Nun, vielleicht nicht gruseliger als das, was wir gestern getan haben. Er hat mir Ophelia vorgestellt. Ich dachte erst, sie sei sehr krank, weil sie so ähnlich aussah, wie Dalathar selbst, als er seine magisch gewebte Maske gelüftet hat. Aber mittlerweile fürchte ich, dass Dalathar nie jemanden mit seiner Magie geheilt hat - ganz egal, wer bei ihm Hilfe gesucht hat - sie starben alle. Und viele von ihnen liegen nun in seinem Garten, unter den schönen, gepflegten Stätten mit den hübschen Blumen, die jeden Tag aussehen, als seien sie frisch geschnitten worden.

Ophelia ist jedenfalls nicht von ihm geheilt worden - sie wurde durch sein Gift getötet. Er sagte es war ein Kontrakt. Ich habe mich bis dahin mehr als ein Mal gefragt, ob Dalathar überhaupt Kontrakte ausführt - ich habe ihn nie töten sehen. Aber er sagte, er habe sie getötet, weil ihr Name in dem Buch stand. Er sorgte dafür, dass sie am Tag ihrer Hochzeit starb. Das ist schrecklich durchtrieben, aber ich sollte mir nichts vormachen; ob sie in ihrer Hochzeitsnacht, in einer dunklen Gasse, oder unter einer Guillotine ihr Leben verlor, ist zweitrangig - ihre Seele war dem Dunklen Vater versprochen, und mein Meister tat seinen Dienst; seine Pflicht. Ich habe mit Ophelia gesprochen. Mit ihrem Geist, meine ich. Dalathar beschwor ihn, und ich sollte sie fragen, was passiert ist. Ich durfte Dalathar bei der Beschwörung helfen, aber ich spürte eine niederschmetternde Trauer, die er wohl gar nicht gefühlt hat. Ich kam nicht dazu, ihn zu fragen, warum er es nicht gespürt hat. Als sie auf ihn zu raste, habe ich mich so sehr erschreckt, dass ich über den Saum der Kluft gestolpert bin, und gegen die Wand knallte. Zum Glück konnte er sie rechtzeitig erstarren lassen - wie auch immer er das gemacht hat.




Ophelia klagte, weinte und schrie aus Wut und Trauer über ihre Ermordung, und während sie erzählte, dämmerte mir, dass Dalathar etwas mit ihrem Tod zu tun hatte. Er vervollständigte ihren Bericht, nachdem ich ihn bat, sie wieder fort zu schicken; sie wollte nicht mehr hier sein. Ich frage mich, was ihr Geist getan hätte, hätte er erfahren, dass sein Mörder ihn betrachtete, während er seinen toten Leib beklagte. Was Dalathar wohl dachte? Ich frage mich zunehmend, wie er eigentlich über all das denkt - über das Morden, und die Toten. Zwar erzählte er mir, dass die Schöpfung ein schrecklicher Unfall sei, den wir beheben müssten, aber das sagt mir noch immer nicht, ob er seinen Opfern mit Verachtung, Abscheu, Bedauern oder Gleichgültigkeit begegnet; zumindest bin ich mir nicht ganz sicher. Bei Amelia hatte er aber in jedem Fall Mitgefühl, glaube ich. Er sagte zu mir, dass sie genug gelitten habe, und er ihren toten Leib begraben hätte, statt sie für seine Zwecke zu nutzen; Ophelia wird nicht so viel Glück haben.

Dalathar gab mir die Aufgabe mich um sie zu kümmern. Ich soll ihr vorlesen, die Haare bürsten, sie waschen, ankleiden, und mit einer speziellen Salbe eincremen... und mich mit ihr unterhalten. Ich dachte erst, er sei vollkommen übergeschnappt, und als ich ihm klar machen wollte, wie abstrus diese Aufgabe klang, hätte er mich fast geohrfeigt, glaube ich. Ich habe mich noch rechtzeitig gezügelt, und einfach hingenommen, was er mir aufgetragen hat. Aber das alles fühlt sich so falsch an, so verdreht und verzerrt - es ist nicht richtig. Ich fürchte mich so sehr davor sie zu berühren - es ist ekelhaft, und sicher wird sie schon fürchterlich stinken, wenn ich am nächsten Tirdas zum Anwesen muss, und den nächsten, und nächsten, und wieder nächsten - bis er sagt, dass er sie begräbt. Er hat nicht gesagt, wann das sein wird. Ich muss ihr sogar die Zähne putzen - ich darf davor auf keinen Fall etwas essen. Wenigstens muss ich sie nicht herumtragen - Dalathar sagte, er wird sie im Labor lassen, in das ich mit dem Ring gelange, den er mir gegeben hat. Wo sind eigentlich Cedrick und Rhiell...?


Der folgende Tirdas
Ich bin jetzt im Labor des Meisters, und sitze vor Ophelia, die nur regungslos an die Decke starrt. Ich traue mich nicht sie anzufassen. Ich versuche es wirklich, aber es will mir einfach nicht gelingen. Das Haus ist leer, und niemand scheint hier zu sein - Cedrick und Rhiell sind schon wieder nicht da. Dalathar hat ein frisches Kleid für Ophelia bereit gelegt. Es ist wunderschön. Ich glaube, ich habe noch nie ein so schönes Kleid gesehen. Es hat so viele Knöpfe, und Schnüre, dezente Rüschen, und ist aus einem wundervollen Stoff gefertigt - wie die Kleider einer Adeligen. Selbst die Leibwäsche und das Unterkleid sehen teurer aus, als meine gesamte Rüstung. Ich glaube, ich muss mich einfach aufraffen. Das Donnerwetter, wenn Dalathar mich sieht, wie ich gar nichts tue, und seine unleidliche Stimmung, möchte ich mir gern ersparen.


Der nächste Tirdas
Ich habe Ophelia die schönen Locken gebürstet. Es glänzt nun wie flüssiges Gold, und ich habe darauf geachtet, dass ich nicht zu sehr daran ziehe, damit sie nicht früher alle Haare verliert, als nötig. Das Entkleiden war nicht einfach. Das Kleid saß so eng, und sie trug eines dieser Mieder, die geschnürt werden müssen. Ich hoffe, dass ich ihr in einigen Wochen dabei nicht die Haut einreiße. Das Waschen und Zähneputzen war dieses Mal aber wirklich ekelhaft, und ich hatte große Mühe, mich nicht zu übergeben. Und dann diese Salbe... sie riecht streng, und lässt sich ganz schlecht von den Fingern waschen - aber ich habe sie eingerieben, so wie mein Meister es gewollt hat. Dann habe ich sie neu angezogen, ihr diese hübsche, gerüschte Leibwäsche übergestreift, und sie in ein neues Mieder geschnürt. Ich habe es ganz fest gezogen, damit sie auch in das neue Kleid passte, das so eng geschnitten war. Ich habe mich fast zu Tode erschrocken, als ich sie atmen hörte. Aber ich glaube das lag daran, dass ich sie so fest eingeschnürt habe, und die Luft aus ihren Lungen gedrückt wurde.

Diese vielen Knöpfe haben mich an meine alte Puppe erinnert, die Tante Eveline ins Feuer geworfen hat, weil sie ein Bisschen gemüffelt hat. So schön wie Ophelia war sie nicht, und sie hatte keine Rüschen an ihrem Kleid, und auch keine teure Wäsche, die man schnüren musste. Aber sie hatte ein Kleid, und Haare aus einem Pferdeschweif, die man bürsten konnte.


Darauf folgender Tirdas
Ophelia riecht heute noch schlimmer aus dem Mund als in der letzten Woche. Dalathar ist nicht da, sonst würde ich ihn fragen, ob ich sie auch im Mund eincremen soll. Ich glaube ich mache das einfach - schließlich kann sie sich ja kaum mehr daran verschlucken, oder vergiftet werden. Das hat sie bereits hinter sich. Ich mag ihre Kleider. Heute hat er ihr eines aus himmelblauer Seide herausgelegt, in das hübsche Funkelsteine eingearbeitet wurden, und die Ärmelsäume haben sogar Spitze. Das muss ein Vermögen gekostet haben. Dalathar hat gesagt, ich solle mich mit ihr unterhalten, wie mit einem Haustier, von dem man nicht erwartet, dass es eine Antwort gibt. Also habe ich ihr etwas erzählt - etwas aus der Zeit, als ich noch bei Tante Eveline und Onkel Lucian gewohnt habe. Aber es fühlte sich eigenartig an, und es gelingt mir nicht, die Tatsache auszublenden, dass ich mit einer Toten spreche.


Der nächste Tirdas
Es ist eigenartig. Ich habe erwartet, dass es bestialisch stinken würde, wenn ich das Labor betrete, aber so war es nicht. Legt der Meister sie nach draußen, wenn ich zurück in der Akademie bin? Oder liegt das wirklich an dieser Salbe? Aber obwohl ich mich langsam an den üblen Geruch gewöhne - denn wenn man nahe an ihr steht, riecht sie wirklich nicht gut - , fühlt es sich noch immer falsch und unnatürlich an. Ich glaube man sagt dazu morbide oder so ähnlich. Ihre frische Leibwäsche ist heute schwarz, und erinnert mich ein Bisschen an die, die ich im Schrank von Rhiell gesehen habe, als ich zum ersten Mal im alten Anwesen des Meisters übernachtet habe. Das ist verstörend. Wenn ich will, dass es einfacher wird, sollte ich mir mehr Mühe geben zu versuchen, Ophelia als ein Haustier zu betrachten, ein Ding, wie Dalathar gesagt hat - oder...eine Puppe. Eine wunderschöne, große Puppe mit hübschen Kleidern, und echten Haaren. Keine winzige, müffelnde Lumpenpuppe, wie die, die ich einmal besaß.

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Sonntag, 20. August 2017, 00:34

19. Tag der Letztsaat - zurück im Leben
Heute halte ich seit langem wieder mein Tagebuch in Händen, und es fühlt sich fremd an, wieder zur Normalität zurück zu kehren. Ich habe nicht mehr daran geglaubt, es überhaupt zu schaffen. Seit dem letzten brutalen Akt dieses Mers, fehlen mir so viele Erinnerungen. Aeloth und Jinx sagten, dass sie mich im Keller gefunden hätten, und zurück zur Akademie brachten. Ich muss tagelang hier im Turm gelegen haben, während sich die Matrone um meine Genesung kümmerte - und nicht nur im meine. Ich befand mich tagelang in einem Dämmerzustand, und sie sorgte dafür, dass ich daraus erwachte. Ich konnte nicht fragen, warum so viele um mich herum standen, und auch nicht, warum sie mich geschnitten hat, und woher das viele Blut kam - zu viel, für einen solchen Kratzer. Kurz bevor ich erwachte, spürte ich kalten Wind in meinem Gesicht, und Gefieder zwischen meinen Fingern. Dalathar schien zu wissen, was ich fühlte - aber woher?


Jinx wurde beim Versuch mich von dort zu befreien ebenfalls verwundet. Und Tileris ist hier. Als ich sie nach meinem Erwachen sah, blieb mein Herz für einen Moment stehen, und ich fürchtete schon, der Zorn des dunklen Vaters würde mich jeden Augenblick holen. Aber Aethyra flüsterte mir etwas zu, als sie die anderen abschirmte. Sie sagte, Tileris hätte keinerlei Erinnerungen mehr an das, was dort geschehen ist. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sie klare Rückschlüsse aus dem ziehen könnte, was die Wachen zu mir sagten, wenn sie mich aus der Zelle holten, aber viel Verstand braucht es dafür wirklich nicht. Sie darf sich nicht erinnern, und ich hoffe Aethyra hat das auch erkannt, als ich es ihr in aller Hast erzählt habe.

Ich will nicht an das denken, was dort geschehen ist, aber ich muss mit einem meiner Geschwister reden. Ich habe so sehr versucht standhaft zu bleiben. So sehr. Ich weiß nicht, was jetzt passieren wird, und auch nicht, ob das Wenige, das ich eingestanden habe, jemand anderem als nur mir schadet. Aber jeder hier scheint ein Auge auf mich zu werfen, und besonders die Matrone hält mich die ganze Zeit in ihrer Nähe, sodass ich kaum Gelegenheit habe, mich unbemerkt zu entfernen. Ich will aus diesem Turm heraus. Ich fühle mich hier beklommen, und weiß nicht, woran es liegt. Jinx schläft noch neben mir - eigentlich sollte ich mich sicher fühlen, aber so ist es nicht. Ich muss versuchen ins Heiligtum zu gelangen - ich muss zum Abbild der dunklen Matrone, denn dort habe ich immer Frieden gefunden; es ist mein Platz. Ich kann nur noch versuchen durch das Untergeschoss ins Heiligtum zu gelangen, denn Chraggo ist tot. Aethyra hat es mir womöglich nicht sagen wollen, weil sie mich schonen wollte, aber Aeloth sagte mir später, dass er es nicht geschafft hat. Ich vermisse dieses garstige Biest, das ständig versucht hat, mich zu beißen. Mit ihm, fehlt mir auch der Vorwand, mit dem es mir meist gelang durch das Höhlensystem in unser Allerheiligstes zu gelangen. Mein Stab ging auch verloren.

Es gibt noch so viele andere Dinge, an die ich denken sollte. Ich konnte mich nicht um Ophelia kümmern, wie es meine Pflicht war. Ob Meister Dalathar sie in der Zwischenzeit begraben hat? Ich hoffe nicht. Meine Aufgabe ist noch nicht beendet. Es würde sich wie ein Scheitern anfühlen, wenn er sie mir entzieht. Mein Kontrakt ist ebenfalls noch immer nicht erfüllt, und ich hoffe inständig, dass meine Geschwister erlauben, dass ich ihn zu Ende bringe. Sicher erkennen sie, dass diese Pflicht trotz der Umstände nicht ins Hintertreffen geraten darf. Ich gebe zu, dass ich mich mehr denn je vor den Krähenfüßen fürchte, nachdem sie mich aufgegriffen haben. Aber vielleicht gewährt mir einer meiner Geschwister Schutz, während ich meiner Aufgabe nachgehe. Ich muss das unbedingt klären. Bald bin ich wieder ausreichend bei Kräften.

Ich durfte die anderen nach Wegesruh begleiten, um an der Planung für den Vortrag am Morndas Teilzunehmen. Ich war dankbar für die Ablenkung, die dieser Abend bot, auch wenn es etwas anstrengend war, weil ich seit Tagen das Bett gehütet habe. Madame Frostwinter und Meister al-Rashid sind wirklich angenehme Persönlichkeiten, und es hat einen eigentümlichen Reiz zu beobachten, wenn sie die Früchte ihrer Bemühungen ernten, und sich eine allgemeine Begeisterung über dieses Konstrukt ausbreitet. Besonders jene Madame Frostwinters. Aber der heutige Tag trug einen faden Beigeschmack. Dalathar schien Celera aufgesucht zu haben. Was hat er mit ihr zu schaffen, nachdem sie uns verlassen hat? Ich habe erst gedacht, dass er womöglich nur klare Verhältnisse schaffen will, aber insgeheim glaube ich, dass weit mehr dahinter steckt. Vielleicht ist die schwarze Hand involviert? Aeloth jedenfalls war unheimlich angespannt, und ich hoffe sehr, dass wir ihr nicht noch am Morndas durch einen ganz dummen Zufall begegnen. Oh, richtig. Die Akademie hat Besuch von einem Gelehrten - ich glaube er kommt aus Valenwald. Ich dachte erst, es sei eine weibliche Bosmer, aber ich habe mich offenbar geirrt. Ob viele Bosmer so eigenartig aussehen?


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Donnerstag, 7. September 2017, 14:40

20. Tag der Letztsaat – Neue Talente und peinliche Gespräche
Heute war ein seltsamer aber auch aufregender Tag. Wir haben einen neuen Adepten in der Akademie, doch sein Studium der Magie ist bereits recht fortgeschritten. Deshalb hat Aethyra ihm zusätzlich zu seinen Aufgaben eine Stelle als Lehrer für Verzauberungen – ein Nebenfach – angeboten. Er kann damit das Studium an der Akademie finanzieren. Sie wird ihn zwar noch prüfen, aber er schien der Idee nicht abgeneigt zu sein. Ich habe das Gespräch verfolg, während ich mit Aethyra´s Erlaubnis nach einer Quelle zu dieser Tonalmagie in den alten Werken über die Dwemer gesucht habe. Oh, der Name des Adepten ist übrigens Asmoran Lerin. Oder war es Lherin? Oder diese eigenartige Schreibweise mit den gedoppelten Lauten? Ich bin mir nicht sicher. Es wird sicher reichen, wenn ich den Namen richtig ausspreche. Er ist ein Dunmer und war sehr nett – ganz anders als Mavis oder Meister Orenas – eher so wie Aranthir und Aeloth. Als ich mich nämlich nicht sonderlich angetan vom Spinnentier zeigte, das die Matrone Aethyra schenkte, hat er mich sehr nachsichtig angesprochen. Wenn ich nicht wüsste, dass wir nur den Schein wahren, würde ich mich vermutlich mittlerweile sehr wohl in der Akademie fühlen – wäre mein Leben das, wofür es die Meisten halten.


Ich muss meine Rolle gut spielen, und mir jede Mühe dabei geben. Insbesondere, weil wir morgen dem Vortrag in der Magiergilde von Wegesruh beiwohnen werden. Jinx hat mir geholfen, etwas in den Büchern zu suchen, und währenddessen hat sie versehentlich etwas über die Sache zwischen sich und Mavis verraten. Ich glaube sie hätte sich am liebsten die Zunge abgebissen. Die beiden sind wirklich, wirklich schmutzig, nach alles was ich bis jetzt über sie weiß. Aber all das hätte mich nicht sehr schockiert, wirklich peinlich wurde es nämlich erst, als sich jemand auf der Treppe hinter uns räusperte – da standen die Matrone und Malleus, und sie hatten uns belauscht. Ich hätte nur zu gern Reißaus genommen, aber damit hätte ich nur mein Gesicht vor den beiden verloren – schlimmer konnte es kaum werden, dachte ich. Die Stunde entpuppte sich für mich dennoch mehr oder weniger als Alptraum, und Jinx nahm natürlich kein Blatt vor den Mund. Die Matrone sagte, sie wolle solche Stunde womöglich regelmäßig ansetzen, und meinte, das Thema sei wichtig und gehöre zu meinem Reifeprozess. Zwar sollte es freiwillig sein, aber nach den Worten würde ich missbilligende Blicke ernten, wenn ich der Stunde fern bliebe. Hoffentlich lässt die Nächste auf sich warten, und wird nicht noch detailreicher.



21. Tag der Letztsaat – Vortrag in Wegesruh
Heute fand der Vortrag des Hauses der Wissenschaft in der Magiergilde von Wegesruh statt. Ich war wirklich ungemein aufgeregt, und war noch nie in einer so großen Stadt. Sie ist riesig! Wir waren zwar schon zuvor im Haus der Wissenschaft, aber zumindest ich habe dieses Gebäude nie verlassen. Ich habe mir sehr viel Mühe gegeben, nicht zu überrascht auszusehen, aber ich wünschte, ich hätte mehr Zeit gehabt, alles dort zu erkunden. Die Vorlesung war jedenfalls unheimlich gut besucht, und ich glaube die Akademie hat einen guten Eindruck gemacht. Außer die Matrone Verorethi - sie kam zu spät.
Madame Frostwinter und Aethyra hat das aber nicht beeinträchtigt, und der Vortrag wurde mit sehr viel Interesse aufgenommen. Zumindest glaube ich das. Aber das Wichtigste kommt erst jetzt: Celera war dort. Ich war wie versteinert, als ich sie dort oben stehen sah, und erst so wütend, dass ich mich kaum bewegen konnte. Aber dann kam mir in den Sinn, dass das kein Zufall sein konnte. Warum sollte sie rein zufällig ausgerechnet an diesem Tag in der Magiergilde sein? Wenn es der Wille der Dunklen Mutter ist, will ich ihr vergeben. Ich hoffe, dass ich ihre Zeichen richtig deute. Aber wenn sie lebt, kann sie uns nicht verraten haben. Das hoffe ich zumindest.



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Donnerstag, 7. September 2017, 14:40

27. Tag der Letztsaat - nur ein Bisschen Holz
Meister Athar hat mich rufen lassen, um mit mir über die Sache mit den Krähen zu sprechen. Heute habe ich Cedrick zum ersten Mal wieder gesehen, und er hat sich nach meinem Zustand erkundigt - warum weiß er darüber Bescheid? Ich wollte ihn danach fragen, aber ich wollte nicht länger trödeln als nötig. Na, für die Frage ob es Rielle gut ginge, hat es aber noch gereicht - doch Cedrick wusste es nicht. Er sagte ich müsste Meister Dalathar danach fragen. Das habe ich mich dann aber nicht mehr getraut, als ich bei ihm war. Ich habe ihm berichtet, wie es mir geht, und er hat mich geduldig angehört, und mir versprochen, dass wir uns sehr bald rächen werden. Er hat mir versprochen, dass ich dabei sein darf, wenn es so weit ist. Aber offenbar hatte er noch etwas anderes vor. Weil mein Stab verloren ging, brauche ich einen Neuen - es muss ein Besonderer sein, und keiner, den ich nur aus einem Vorwand heraus erworben habe. Meister Athar sagte, der Stab würde mich eine lange Zeit begleiten, und deshalb sei es sehr wichtig, dass ich das spezielle Holz dafür selbst schlage. Holz von Jahrhunderte alten Birken, die man auf einem Bergpass in Rift findet. Er ließ mir kaum Zeit mich vorzubereiten. Ich hatte nur wenige Augenblicke, um meine Rüstung zu holen - etwas Wärmeres besitze ich gar nicht.
Am Fuß der Berge kamen wir an, und Dalathar drückte mir eine kleine Handaxt und einen großen Ledersack in die Hand, mit der ich mich den Weg hinauf bis zur Absperrung begeben sollte - dahinter würden sich die Bäume befinden, von denen ich genügend Stücke schlagen sollte, damit ein kundiger Stabmacher daraus einen Ganzen formen könne. Ich konnte die Absperrung von dort aus sehen, aber als ich darauf deutete und fragte, warum die Aufgabe so schwierig sei, hat er mich ausgelacht. DIESE Absperrung, war nur der Anfang des Weges. Meine Aufgabe war klar - ich sollte auf meine Schritte achten, sagte er und schickte mich los. Bereits nach der ersten Treppe wurde der Wind so laut und beißend, dass ich nicht verstand, was er mir hinterher rief. Es war bitterkalt - selbst für diese Jahreszeit, und alles war nebelig, sodass ich kaum einen Steinwurf weit gucken konnte.



Ein Stück weiter oben begann der erste Schnee - ich bin noch nie auf Schnee gelaufen. Er ist eiskalt, sehr leicht, und es knarzt wenn man darauf tritt. Wenn man weit läuft, hat er Klang etwas eigentümlich Beruhigendes. Aber bald konnte ich kaum noch etwas sehen, und konnte mich kaum noch bewegen, so kalt wurde es. Einige Male bin ich auf dem glatten Untergrund ausgeglitten, weil sich auch Eis unter dem tiefen Schnee befand. Der Weg wurde steiler und steiler, sodass ich am Ende krabbeln und klettern musste, um nicht nach hinten über zu fallen. Ich wusste nicht, wie ich noch genügend Kraft aufbringen konnte, auch nur einen Ast zu schlagen. Aber ich habe die Absperrung erreicht, und auch eine umgestürzte Birke gefunden, die nur halb unter dem Schnee verborgen lag. Aber ich war dort nicht allein.


Irrlichter schwebten dort, und ich habe erst versucht sie auf Abstand zu halten, in dem ich ganz ruhig und vorsichtig war. Aber als ich begann das Holz zu schlagen, kamen sie immer näher, und fingen an Kreise um mich zu ziehen. Erst war es nur eines, aber bald wurden es mehr. Die Tasche war schon fast voll genug, da rutsche etwas Schnee ab, und fiel über mein ganzes, gehacktes Holz - da verlor ich die Nerven, und habe die Irrlichter angeschrien, dass sie verschwinden sollten. Mein großer Fehler. Sie wurden unwirsch, und huschten immer schneller um mich herum - dann wurde ich müde. Unnatürlich müde. Ich war erschöpft, und mir war so bitterkalt, dass meine Zähne klapperten, aber ich wusste gleich, dass das ein Zauber sein musste. Sie würden mich in einen magischen Schlaf zaubern, und ich würde hier erfrieren - Dalathar hätte gar nicht genug Zeit gehabt, mir den Berg hinauf zu folgen. Ich musste Zeit gewinnen. Ich wollte ihm auf keinen Fall mit einer gescheiterten Aufgabe gegenübertreten, und habe die Schutzkuppel gewirkt, die er mich einst gelehrt hat. Doch sie war nicht stark genug. Ich habe gespürt, wie die Müdigkeit nachließ, aber der Zauber der Irrlichter war zu stark, und drückte die Kuppel ein. Ich hatte zwei kleine Seelensteine dabei, und wollte gerade nach einem greifen, als sie barst. Dann wurde alles dunkel, und ich habe nur noch gespürt, wie mich etwas fortgerissen hat.
Ich erwachte in einem klitschnassen Bett. Meine Haare waren nass, mein Kissen, meine Nachtwäsche. Es war dieser seltsame Trank, der mich so sehr hat schwitzen lassen, wie ich später erfuhr. Cedrick war da, doch der wurde von Dalathar fort geschickt, als er sah dass ich wach wurde. Mir kamen so viele Gedanken auf. Ich wusste, dass ich gescheitert war, und dass Dalathar mich gerettet hat - wie auch immer er das bewerkstelligte. Und ich wusste, dass Dalathar zornig auf mich war - der Blick sprach Bände. Ich versuchte einzulenken, aber alles was ich sagte half nicht. Er Ohrfeigte mich, und ich war froh, dass Cedrick schon draußen war, und ich die Demütigung nicht noch vor ihm ausstehen musste. Meister Athar nannte mich unvorsichtig, dumm und lebensmüde, und kündigte an, dass er mich für meine Nachlässigkeit noch angemessen bestrafen würde. Aber er hatte das Holz und stellte es in einer Kiste auf mein Bett. Offenbar hatte ich es doch geschafft.

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Donnerstag, 7. September 2017, 14:44

29. Tag der Letztsaat - Die vergangenen Tage
Ich hatte in letzter Zeit kaum eine ruhige Minute in der ich mich meinem Tagebuch widmen konnte. Es wird zunehmend schwieriger vor allen mein Gesicht zu wahren, und ich wünschte, ich könnte öfter ins Heiligtum gelangen. Aber das wäre zu auffällig. Ich darf keine Fehler machen. Im Unterricht der Matrone Verorethi mache ich mich derzeit noch ganz gut, glaube ich. Ghin hat vor kurzem einen Teil des Völkerkundeunterrichts übernommen, und ich konnte zumindest gut folgen - auch wenn ich die ganze Zeit in Gedanken war - Aethyra hat nämlich Beherrscht-die-Knochen verhört, während Aeloth ihn bewacht hat. Wir haben auch einige wertvolle Informationen gewinnen können. Ich musste ihm die Kniescheibe mit einem Schmiedehammer zertrümmern. Für einen Moment habe ich vergessen wer er ist, und hatte Mitleid mit ihm. Dunkle Mutter vergib mir.





30. Tag der Letztsaat - gebrochenes Versprechen

Er wurde mit geklaut! Dieser verfluchte, niederträchtige Skeever, diese verdammte Froschgeburt! Aethyra hat mir erst heute mitgeteilt, dass ich meinen Kontrakt ausführen muss, weil die Zeit drängt. Ich hatte kaum Zeit mich vorzubereiten, und so habe ich in aller Hast einige Vorgehensweisen zurechtgelegt. Ich entschied mich, mich als Bursche auszugeben, um sie um den Finger zu wickeln. Vielleicht hätte Aethyra mich doch ein ein Dumer aussehen lassen sollen, aber ich dachte, ich würde mich darin noch viel unnatürlicher bewegen. Die Veränderung tat ziemlich weh - aber ich hatte schon schlimmere Schmerzen. Also habe ich mich als Bursche in die Taverne begeben, und versucht ihr schöne Augen zu machen. Das war nicht so leicht, aber schließlich ist sie mir gefolgt.





Ich habe ihr vorgegaukelt, dass sich ein widerliches Insekt in ihrer Blume befindet, damit ich nahe genug an sie heran kam, um sie mit dem vergifteten Ring zu verletzen. Und es gelang mir tatsächlich! Ich habe so getan, als hätte es mich gleichzeitig gebissen, um von mir abzulenken. Aber die Wache dachte, ich wollte sie ausrauben, und versuchte mich davon zu zerren. Derweil kam dieser...dieser Möchtegernmeuchler, und hat sie entführt! Dabei bedeutete das Gift ihren sicheren Tod. Ich habe mich mit der Wache herumgeschlagen, und konnte sie schließlich überrrumpeln, und ihr mit dem Dolch ein schnelles Ende bereiten, ehe ich sie ins Hafenbecken geworfen habe. Beinahe hätte man mich erwischt.



All das hat mich zu viel Zeit gekostet, und ich glaube sogar, dass dieser Kerl versucht hat, mich bei der Wache anzukreiden. Jedenfalls trieb er der Mer gerade einen Dolch in die Brust, als ich es schaffte zu ihnen zu gelangen. ICH habe dem Schreckensvater die Seele versprochen, und er hat sie mir gestohlen. Ich verstehe nicht, wie das passieren konnte. Warum ausgerechnet an diesem Abend? Es fehlten nur wenige Augenblicke - Sekunden vielleicht, und sie wäre durch meine Hand umgekommen. Ich muss die Schattenmatriarchin um Vergebung bitten. Ich weiß nicht, wie ich mein Versprechen halten soll...


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Sonntag, 10. September 2017, 10:44

31. Tag er Letztsaat - Zwischen zwei Gesichtern
Ich bin so wütend, dass ich kaum meine Feder halten kann. Ich würde ihr ja diktieren, aber das ginge bestenfalls im Heiligtum. Ich bin schon froh, dass gerade niemand im Schlafsaal ist. Ich habe vor dem Unterricht heute mit Aeloth gesprochen, und er sagte mir, dass der Kontrakt gestern ein Test war. Der, der mir meinen Kontrakt versaut hat, wurde von der Matrone ausersehen uns beizutreten, und MEIN Kontrakt war seine Aufgabe. Aethyra und Aeloth haben scheinbar darüber entschieden. Aeloth wurde sehr böse mit mir, als ich ihm gesagt habe, wie ungerecht ich es finde, dass sie meinen Kontrakt dafür nahmen, obwohl ich nichts für die Entführung, und die ganzen hindlichen Umstände konnte. Ich finde es noch immer ungerecht, habe aber nichts mehr gesagt. Zuhören und gehorchen - die erste Lektion. Er sagte aber auch, dass ich stolz sein könnte, und ich mich gut vorbereitet hätte. Mein Vorgehen war gut, und er sah auch ein, dass nicht mehr viel gefehlt hätte, und ich nicht nur die Wache, sondern auch die Hlaalutochter durch meine eigene Hand dem Schreckensvater geopfert hätte. Aeloth sieht die Sache sehr pragmatisch. Für ihn zählt, dass der Kontrakt erfüllt wurde. Ich sehe das etwas anders. Für mich war es trotzdem eine Niederlage.

Meister al-Rashid hat danach einen Vortrag im Völerkundeunterricht der Matrone über die Rothwardonen gehalten. Es viel mir wirklich ziemlich schwer mich zu konzentrieren, und wäre vor Wut fast in Tränen ausgebrochen, aber offenbar fiel es mir nicht so schwer wie Mavis, dem Unterricht zu folgen. Es gab nämlich eine Gast - einen Altmer, der das Pech hatte neben ihm zu sitzen. Weil er ihn nicht beachtet hat, hat Mavis wohl alles versucht um seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Zumindest das habe ich mitbekommen. Das war wohl auch der Grund, warum Meister Athar im Anschluss keinen Vortrag mehr über das Volk der Altmer gehalten hat. Ich fühlte mich von seiner Ansprache zwar nicht angesprochen, aber es war dennoch peinlich - für die Akademie. Hoffentlich wird Meister al-Rashid nochmals einen Vortrag halten - ich hatte zwar Schwierigkeiten mich zu konzentrieren, höre ihm aber wirklich gern zu. Er klingt immer so ungezwungen.

Nach dem Unterricht musste ich Meister Dalathar unbedingt von einigen Dingen berichten, die ich ihm schon längst hätte sagen sollen. Aber ich hatte gerade erst richtig angefangen zu erzählen, da kam die Matrone Verorethi herein. Sie wollte scheinbar tatsächlich, dass ich auch am Gespräch mit ihr und Dalathar teilnehme. Es ging darum ihn zu stärken, während sie die Akademie für einige Tage verlässt. Dalathar wollte das natürlich nicht, hat aber dennoch zugelassen, dass die Matrone mir zeigt wie es geht. Ich glaube ich werde das höchstens brauchen, wenn er nicht bei Bewusstsein wäre, aber ich sollte das Amulett dennoch stets bei mir tragen. Da fällt mir ein, was Aethyra mir letztens im Heiligtum sagte. Sie sprach davon, dass Dalathar sich mit der Zeit verändern könnte, und vielleicht die Kontrolle über sich verliert, wenn ich ihn versuche zu stärken. Sie sagte, ich sollte auf mich achten. Aber Dalathar, und die Kontrolle verlieren? Das klingt wirklich unheimlich abwegig, und wird ganz bestimmt niemals passieren...



1. Tag des Herdfeuers - Alte und neue Geschwister
Als Aethyra mich heute mitgenommen hat, wusste ich noch nicht genau was da auf mich zu kommen würde. Erst als dieser Mer, Arren, durch die Tür des Gästezimmers in Davons Wacht trat, in das wir eingedrungen waren, wurde mir klar, wen wir da vor die Wahl stellen würden. Ich war stinksauer, als ich sah, dass er in eine neue Rüstung gekleidet war - die hat er bestimmt von den Münzen gekauft, die die Belohnung für den Kontrakt waren. Insgeheim habe ich mir gewünscht, er würde das Angebot der Familie anzugehören ablehnen. Aber das hätte ich natürlich nie gesagt, unsere Aufgabe hier ist das oberste Gebot. Aethyra sagte, ich hätte ihn töten dürfen, wenn er abgelehnt hätte - hat er aber nicht. Wohl oder übel muss ich meinen Groll wieder einmal hinunterschlucken, denn er ist jetzt unser Bruder. Nach einem kurzen Gespräch im Heiligtum und einer anschließenden Unterredung mit Aeloth und Aethyra wurde beschlossen, dass er Anwärter der Wache sein wird - offiziell. Als ich ihm im Gardehaus Essen aufgetragen habe, damit meine höherrangigen Geschwister das nicht tun mussten, fiel es mir schon ein Bisschen leichter meine Wut wegzudrücken. Arren war freundlich. Ich weiß noch nicht genau, wie ich ihn einschätzen soll, aber ich habe ein gutes Gefühl. Hoffentlich täuscht es mich nicht.

Später am Abend sollte eine Unterredung im Heiligtum stattfinden. Die Informationen des Totenbeschwörers mussten an die Geschwister herangetragen werden, und offenbar hatte auch Raaktaz ein Anliegen. Ein Mitglied des Schuppenhofes hat sich scheinbar als Verräter entpuppt, und soll von uns getötet werden, weil Raaktaz keine andere Schattenschuppe töten darf, so wie wir unsere Geschwister nicht töten dürfen. Wir schulden ihm unsere Hilfe. Ich ganz besonders, weil er nicht gezögert hat, mich aus dieser unterirdischen Anlage zu befreien. Aber gleichsam gilt es, das Haus in Gramfeste auszuspionieren. Wir haben entschieden die Dunmer noch vor den Lykantropen zu töten, um der Schlange den Kopf abzuschlagen.

Doch die Zusammenkunft wurde unterbrochen, als sich die Tür zu den Tunneln öffnete und Celera hinein trat. Nicht nur sie. Hinter ihr kam ein Dunmer durch die Tür, der sich später als der Henker ihrer neuen Freistatt herausstellte. Dalathar hatte sie scheinbar hier her eingeladen, damit eine Aussprache stattfindet, und Celera sich erklären konnte, soweit ich das verstanden habe. Ich war erst unheimlich erleichtert über diesen Umstand, und glaubte, das Gespräch verlaufe gut, bis der Henker das Wort ergriff, und ich gebärdete wie ein missgelaunter Nixhund. Er hatte viele Entschuldigungen und Rechtfertigungen für Celera´s Verhalten, und für unsere Ansichten nicht mehr als Spott und Verachtung übrig - so als wären wir es, die das sinkende Schiff verlassen, und sich von der heiligen Aufgabe der dunklen Matrone abgewandt hätten, nachdem unsere Geschwister niedergemetzelt wurden. Ganz so, als hätte die schwarze Hand selbst Celera zu diesem Verhalten gezwungen. Nichteinmal unsere Henkerin hatte einen direkten Kontakt zur schwarzen Hand, und ich bezweifle, dass es in anderen Freistätten ganz anders verläuft. Ich hätte nur zu gern auf einige Aussagen geantwortet, aber ich wurde schon einmal dafür gescholten, dass ich im Angsicht der Matrone einen offenen Streit begonnen habe. Ich habe nur zu Anfang etwas gesagt, und mich vollkommen zurück gehalten, als der Streit los brach. Ich hatte vorher ein wenig Hoffnung auf Versöhnung - ich dachte es sei der Wille der Matrone, dass wir einander wieder finden. Ich habe mich wohl vollkommen geirrt. Aethyra sagte, ich müsse mit der Zeit erst lernen, die Zeichen der Schattenmatriarchin richtig zu deuten.

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Sonntag, 10. September 2017, 10:47

6. Tag des Herdfeuers - In Tel Sadren
Wir sind wieder zurück in der Akademie, und ich habe mein Tagebuch nicht mit auf die Reise genommen, sonst hätte ich mir die öde Zeit etwas vertreiben können. Ich muss mir auf der Schiffsreise irgendetwas eingefangen haben, und habe fast drei Tage das Bett gehütet. So hatte ich leider kaum Zeit mir alles anzusehen, aber das Zimmer in dem Jinx und ich untergebracht waren, war wirklich bildschön! Jinx hat mir natürlich immer alles Wichtige erzählt, und Meister Fyr, der oberste Magier in diesem Pilzturm, schien wirklich wenig umgänglich zu sein - so zumindest mein erster Eindruck, und den Worten von Jinx nach. Aber heute, am letzten Tag, hat Karakal uns das Außengelände gezeigt. Es war wunderschön. Dort gab es süß duftende Blumen in etlichen Farben, und viel grünes Gras, Bäume die nicht verbrannt oder knorrig waren, und nicht zu vergessen; das Meer. Der Turm befindet sich wirklich mitten im Meer, und im Garten hört man das stetige Rauschen der Wellen, und kann auf die scheinbar unendliche Weite hinaus blicken. Aber was ich eigentlich schreiben wollte: Karakal hat uns zu einem geheimen Ort gebracht, den sie wohl endeckt hatte, und es sah so verstohlen und romantisch aus, dass ich glaube, dass es ein Liebesnest war. Jetzt weiß ich auch, warum sie vor Entsetzen fast geweint hätte, als Jinx sich auf den Fellen trocken gewälzt hat...



Als wenn das nicht schon genug gewesen wäre, kam Meister Fyr durch ein Rankengeflecht zu diesem Ort, und hat sich bemerkbar gemacht, während Jinx fast nackt vor ihm stand. Ich habe den beiden später gesagt, dass die Matrone auf keinen Fall davon erfahren dürfe, damit sie sich für uns nicht in Grund und Boden schämen muss. Meister Fyr war allerdings ausgesprochen nachsichtig und zuvorkommend - er hat uns sogar diese wundervolle Aussicht gezeigt, die man von der obersten Plattform des Turmes auf das Meer hat. Vielleicht war der erste Eindruck doch nicht so zutreffend? Ich für meinen Teil fand ihn sehr umgänglich. Es gibt dort auch eine kleine Bosmer namens...ich glaube ihr Name war Hecatee. Und eine derbe Nord - Fenja. Sie waren auch ziemlich nett. Die Bosmer wird bei uns sogar in Völkerkunde referieren, sagte Karakal. Oh, Karakal. Ich habe versucht sie auszufragen, warum sie so panische Angst vor Meister Athar hat. Aber ich habe sie wohl mit der Frage verschreckt, und ihre ganze gelöste Stimmung war dahin. Es tat mir wirklich leid - aber die Gelegenheit sie außer Hörweite der Matrone zu treffen, konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen. Alles was ich herausfinden konnte, war dass die Matrone selbst ihr Wort gegeben hat, über diesen Umstand zu schweigen. Hrm - oh! Fast hätte ich Vivec vergessen. Aber ich bin gerade unheimlich müde, und muss bei anderer Gelegenheit darüber schreiben. Außerdem muss ich noch eine Notiz im Heiligtum dazu hinterlassen.


7. Tag des Herdfeuers - Völkerkunde - Altmer und Khajiit
Heute in Völkerkunde hat Meister Athar über sein Volk die Altmer referiert. Niemand den ich kenne hätte dieses Volk authentischer vorstellen können. Ich weiß manchmal nicht, ob ich diese Arroganz hassen oder mögen soll. Wäre er nicht mein Bruder würde ich womöglich zu Ersterem tendieren, aber so...? Jedenfalls sprach er über die et`Ada, die Ehlnofey, und die Alt-Ehlnofey. Und er sagte auch etwas über die Isolation der Altmer, und, dass er wenig von dieser Haltung hält. Ist das der Grund, warum er Sommersend verlassen hat? Eigentlich weiß ich bis heute nicht, warum er schon so lange hier in Morrowind lebt. An der Schönheit und der guten Luft liegt es bestimmt nicht. Oh richtig: Zu Anfang der Stunde hat er dem Sechen, den Khira bei sich hatte einen Kristall zum "spielen" gegeben, der ihn in einer Kuppel eingeschlossen hat. Khira hat das wohl ziemlich beunruhigt, und sie hat die ganze Zeit versucht, die Kuppel zu durchbrechen. Das sah so lustig aus, dass ich mich nur schwer konzentrieren konnte, aber ich glaube, ich habe alles Wichtige erfasst.

Danach war Khira dran, über ihr Volk zu referieren, was natürlich ungewöhnlich ist, weil sie eine einfache Hausdienerin bei uns ist - aber sie hat es gut gemacht. Es stellte sich heraus, dass der Senche, Akru, ihr Bruder ist, und die Alfiq, Sura, ihre Schwester. Ich dachte erst, sie würde uns veralbern wollen, aber es stimmt. Khajiit scheinen ganz andere...Fortpflanzungsmechanismen zu haben, als Menschen, Mer und andere Betmer. Khira sagte sogar, dass Senche sprachen könnten, und als sie Akru sagte, er sollte es tun, hat er kehlig gebrüllt - wenn man genau hingehört hat, klang es tatsächlich ein Bisschen wie "Fleisch". Ob das ein Trick war...? Vieles über das Volk der Khajiit habe ich jedenfalls nicht gewusst, und der Votrag war sehr lehrreich. Als er vorüber war, haben Pagum-ei und ich Akru mit süßen Teilchen gefüttert - er mochte sie wirklich gern.


Jinx war leider nicht dabei, weil sie dem Hochmagier in seinen Raum folgen musste. Sie hat sich beim Thema der Altmer sehr desinteressiert und widerspenstig gegeben, und ich glaube Dalathar hat nun endgültig die Geduld mit ihr verloren. Khira wollte unbedingt lauschen, und ich bin mitgegangen - wenn Dalathar sie erwischt hätte, wäre sie vermutlich rausgeflogen, und sie kann so aufbrausend sein. Ich wollte eigentlich nur Schmiere stehen, aber ich habe mehr oder weniger freiwillig mitgelauscht - ich fühle mich, als hätte ich Dalathar verraten, und suche nur einen Grund mich dafür zu rechtfertigen. Hoffentlich wird er nie davon erfahren. Dem Röcheln nach zu urteilen, hat er Jinx wirklich bestraft, und das nicht sonderlich milde. Als ich die seltsamen Stimmen und das Flügelschlagen aus dem Zimmer gehört habe, wollte ich nicht mehr lauschen. Die Stimmen kamen mir einfach zu bekannt vor.

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Montag, 11. September 2017, 15:55

8. Tag des Herdfeuers - Kleine Lügen
Jinx hat heute den ganzen Tag den Waschraum besetzt, und ich dachte schon, sie würde gar nicht mehr raus kommen. Also bin ich hingegangen. Es ging ihr wirklich nicht gut - ich habe ein Bisschen um sie gekümmert, und mit ihr gesprochen. Heute habe ich Jinx zum ersten Mal weinen sehen, und sie tat mir schrecklich leid. Ich bin nicht sicher, ob sie vor hatte, sich weiterhin rebellisch zu gebärden, aber sie hat mir versprochen, dass sie sich für eine Zeit fügen würde. Obwohl es ihr selbst so miserabel ging, hat sie noch versucht mich zu trösten - obwohl das nur bedingt notwendig gewesen wäre, denn eigentlich bin ich ja gar nicht unglücklich, und habe ihr nur gesagt, dass Dalathar mich auch schon einmal so sehr bestraft hat. Zugegeben bin ich seit diesem Abend sehr unruhig, denn ich weiß nicht, ob der mangelnde Erfolg meiner Aufgabe noch ein Nachspiel bereit hält. Jinx jedenfalls hat ein furchtbar großes Herz, und es bedrückt mich jedes Mal, wenn sie sich als treue Freundin beweist. Deswegen versuche ich sie nicht zu sehr zu belügen, sondern spare nur viele Gegebenheiten aus. Das macht es einfach, und verhindert, dass ich mich verstricke.

Solche Verstrickungen sind es, die mir im Moment Sorge bereiten. Asmoran hat Jahre seines Studiums in der Magiergilde von Wegesruh verbracht, das erzählte er mir nach dem Vortrag in Beschwörung, und das Gespräch kam auf meinen Vater. Füs dieses Mal konnte ich noch ausweichen, aber ich muss mir in Zukunft wirklich etwas einfallen lassen. Dem Vortrag heute hat auch eine Saxhleel beigewohnt, und sie schien wirklich interessiert zu sein, obwohl das Thma sehr trocken war. Ich habe mir viele Notizen gemacht, und ich denke, damit bin ich ganz gut vorbereitet, auch wenn es sicher noch etliche Werke zu Schwellenbrücken und der Schwellenbarriere gibt. Dalathar erwähnte auch eine Zusatzlektüre zum Thema der Mananauten, die nach Aetherius reisen wollten. Der Titel hieß Molag Bals gefürchtete Titankreation. Ich wollte die Bibliothek noch danach durchsuchen.


Oh - Khira hat sich Dalathar gegenüber verplappert, dass sie an der Tür seines Zimmers gelauscht hat, als er Jinx bestraft hat. Er war kurz davor, sie im hohen Bogen aus der Akademie zu werfen, und hat keine Zurückhaltung dabei gezeigt, ihr das mitten in der Halle verständlich zu machen. Ich dachte schon er würde sie in Brand setzen, so wie er es damals fast bei der Ausbilderin aus Elswyer gemacht hätte. Hoffentlich ist mein Name nicht gefallen.

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Dienstag, 19. September 2017, 18:46

13. Tag des Herdfeuers - Gold und Erkenntnisse
Ich hatte keine Gelegenheit zu schreiben - aber das hier muss ich unbedingt festhalten. Aethyra hat mir das Gold für den Kontrakt ausgehändig - alles! Ich musste es nicht teilen, obwohl Arren der Hlaalutochter den Atem ausgehaucht hat. Aethyra sagte, ich hätte hervorragende Arbeit geleistet, und mich gut vorbereitet. So viel Gold - ich weiß gar nicht, was ich damit anfangen soll. Ich hatte kaum noch etwas von meinem allerersten Kontrakt übrig, weil ich mir die alte Lederrüstung und zuletzt den Stab gekauft habe, der mit ein Alibi verschaffte, als ich mich auf den Kontrakt vorbereitet habe. Der Stab ging schließlich verloren, als die Krähen mich geholt haben. Er war nicht sehr hochwertig - aber es war ein Stab mit einer echten Verzauberung. Aethyra hat mir schließlich noch einige Fragen beantwortet, die mir schon seit Monaten unter den Nägeln brannten, und ich habe ihr erzählt, dass ich ein Plakat von Madame Frostwinter in Rifton gesehen hatte. Was genau wir mit dieser Information anfangen sollen, weiß ich noch nicht, aber zumindest wissen meine Geschwister nun auf davon - nur für den Fall.


Meister al-Rashid und Madame Frostwinter waren gestern auch in der Akademie, wobei ersterer schon einige Tage bei uns zu Gast war. Hier ist alles so groß, dass ich vieles einfach nicht mitbekomme. Meister al-Rashid hat mir vom Konflikt mit dieser Baronie erzählt, und ich habe darüber auch heute mit Aethyra gesprochen, weil ich nicht sicher bin, inwieweit wir uns überhaupt dafür interessieren sollten. Ihrer Meinung nach, sollten wir zur Festigkeit dieses Bündnisses beitragen, wenn wir können, weil es zum Ruf der Akademie beiträgt - und der Bekanntheit zuträglich sein könnte. Ich were ihre Worte im Hinterkopf behalten, wenn Meister al-Rashid uns nach Wegesruh holt. Wozu auch immer - ich konnte es noch nicht ganz herausfinden, aber es hat mit der Bestrafung von Mavis zu tun, und Jinx und ich werden ein Teil dessen sein. Ich weiß icht, ob ich das gut oder schlecht finden soll...
Oh, und ich habe Aethyra gefragt, was sie über Jinx denkt - Jinx als eine Schwester. Sie sah nicht sehr begeistert aus, als ich sie das gefragt habe, und meinte, sie halte ihre Einstellung gegenüber "Unschuldigen" für hinderlich. Sie glaubt, dass Jinx nicht ohne Weiteres Seelen opfern könnte, und nicht genügend Selbstbeherrschung besitzt. Wenn ich an die Szene im Bad denke, als Jinx das Badeöl trinken wollte, und es danach über dem ganzen Boden verteilt hat, um darüber zu rutschen, kommen mir ihre Worte schon richtig vor - aber sie könnte sich vielleicht ändern. Das dachte ich zumindest, als ich meine Frage stellte. Mir erschien unser Leben auch lange als widernatürlich. Aethyra sagte aber, dass wir nicht darüber entscheiden können, ob Jinx eine Schwester wird oder nicht - allein die Nachtmutter wird es tun.


14. Tag des Herdfeuers - Feuer und Flamme
Heute war die schlimmste Unterrichtsstunde seit ich diese Akademie zum ersten Mal betreten habe! Ich habe gestern noch mit Aethyra gesprochen, und sie sagte, wenn ich eine gute Ausrede hätte, könnte ich dem Unterricht von Meister Orenas fern bleiben - habe einfach zu große Sorge, dass er mich wiedererkennt. Ich dachte es würde leicht werden, aber ganz egal was ich gesagt habe, er wollte mich nicht aus seinem Unterricht entlassen. Ich habe also die Zähne zusammengebissen, doch es hat nichts geklappt, garnichts! Er hat mich vor den anderen gemaßregelt, weil mir der Flammenzauber nicht gelungen ist, während Mavis hinter mir mit seinen Feuerzaubern geprotzt hat, und selbst Naaryun, der sonst so still ist, und meines Wissens nach noch keine Erfahrung mit der Zerstörungsmagie hat, gelang alles weit besser als mir.


Wäre Aethyra´s Diener nicht gewesen, hätte Orenas mich vermutlich angebrüllt, aber zumindest gelang mir auf seinen Rat hin eine kleine Flamme - doch nur, bis ich sah, dass ich es geschafft habe. Ich war so überrascht, dass ich die Kontrolle verlor, und sie nach unten auf meine Handfläche fiel. Die Verbrennung war nicht groß, und Madame Frostwinter war da. Sie beherrscht Wiederherstellungsmagie, und hat sie versorgt. Danach musste, oder durfte ich nicht weiter üben. Ich konnte den Verbrennungsschmerz trotzdem kaum noch ertragen, und obwohl mir der Zauber nun gelang, ist meine Angst davor nicht besser geworden. Zu allem Übel hat Orenas das alleinige Üben verboten, und jeden Vormittag eine geleitete Übungseinheit angesetzt - das wird der reinste Spießrutenlauf.


15. Tag des Herfeuers - Einleitung in die Veränderung
Heute hat Aethyra den Veränderungskurs eingeleitet und es waren sogar recht voll. Gestern war Madame Frostwinter auch schon da, und ich habe sie gefragt, ob sie heute ebenfalls zuhören wird - sie hat ihr Wort gehalten. Meister Orenas hat dem Kurs ebenfalls zuhegört, und ich habe Karsu heute wieder gesehen! Er ist mir schon seit Wochen nicht mehr über den Weg gelaufen, und ich glaube, er war ständig mit Aeloth auf Patroullie. Ich habe nie viel mit ihm gesprochen, aber er ist mir trotzdem sympatisch. Und da war noch jemand - ein Gast den ich nicht kannte. Der Mer hat er Vorlesung natürlich dennoch beiwohnen dürfen, obwohl sie nicht als öffentlich angekündigt war.


Die Vorlesung war allerdings etwas anders als erwartet - Aethyra hat daraus eher eine offene Diskussionsstunde gemacht, an der sich jeder beteiligen durfte. Es war leicht zu folgen, und ich musste mir kaum Notizen machen. Jinx war besonders angetan von diesem Kurs, und ich glaube, sie wird ihn permanent belegen. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie viel sie uns im grundständigen Kurs beibringen wird - es wird mir sicher nützen. Allerdings glaube ich nicht, dass ich einmal so gut werde, und mein Äußeres selbst verändern kann, so wie Aethyra es tut. Sie sagte. dass auch der Zauber der Levitation zu dieser Schule gehört - diese Fähigkeit muss wirklich beeindruckend sein, aber ich glaube, sie wird erst in den späteren Kursen durchgenommen - im grundständigen Kurs sollte ich mir noch keine großen Hoffnungen darauf machen.

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Montag, 9. Oktober 2017, 13:24

25. Tag des Herdfeuers - Nachholbedarf
Ich muss wieder mehr schreiben, sonst entgehen mir zu viele Details! Seit den letzten zwei Wochenläufen ist so viel passiert, das ich hätte festhalten müssen, aber ich konnte mir einfach keine Zeit dafür nehmen. Die Wache hat einen neuen Gardisten - sein Name ist Do´khor´jra. Hoffentlich habe ich das richtig geschrieben. Aber er hat mir angeboten ihn einfach Do´Khor zu nennen - das ist etwas einfacher, als der Zusatz mit diesem seltsam gerollten "R". Das kann doch keiner aussprechen. Er ist ein Khajiit und erzählte mir, dass er für eine Weile als Sklave gehalten wurde, aber entkommen konnte. Er scheint umgänglich zu sein - so wie alle Gardisten eigentlich, und ich habe ihm das Gardehaus gezeigt. Nach dem Leben von dem er erzählt hat, wird er sich dort sicher wohl fühlen.

Vor einiger Zeit habe ich mich sehr mit Jinx zerstritten, und sie hat Andeutungen gemacht, dass Meister Athar ein Verhältnis mit jemandem in der Akademie hat. Sie wollte mir aber nicht verraten mit wem. Erst dachte ich, es sei die Matrone Verorethi, oder ihre Sklavin Khira. Aber mittlerweile glaube ich, dass es auch Madame Frostwinter sein könnte - selbst wenn Jinx nur von jemandem in der Akademie sprach. Vielleicht hat sie den Begriff etwas weiter gefasst? Madame Frostwinter ist in letzter Zeit wirklich überraschend oft bei uns. Jedenfalls wollte Jinx mir nichts weiter verraten, und ich war zunehmend ungehalten, weil ich dachte, sie wollte mir wieder zu sehr auf die Pelle rücken. Aber sie sagte, es war nicht so gemeint - hoffentlich stimmt das.

Der Völkerkundekurs ist mittlerweile recht fortgeschritten und Malleus hat über das Volk der Kaiserlichen referiert. Sein Vortrag war ähnlich knapp wie meiner, aber was will man auch Ausuferndes über die Eigenschaften menschlicher Rassen sagen, wenn man nicht näher auf den geschichtlichen Aspekt eingehen soll? Madame Lunatis hat über die Dwemer referiert, und während ihres Vortrages hat sich eine Nord neben mich gesetzt. Sie wirkte ganz nett, und ich dachte, sie sei eine Besucherin, die wegen dieser versehentlich verschickten Einladungen gekommen wäre, aber vor kurzem habe ich von Arren erfahren, dass sie eine neue Adeptin ist. Deswegen hat sie mich so seltsam angesehen, als ich ihr sagte, dass sie sich ruhig entfernen könne, weil sie so einen langen Weg hinab ins Tal hat.


Am gleichen Abend hat die Matrone mir ein Kästchen mit einem Irrlicht - oder Irrwisch(?) gegeben, und ich habe mich fast zu Tode erschrocken, als ich es geöffnet habe. Sie hat mich sofort angeherrscht, und gefragt, warum ich solche Angst vor dem Ding hätte. Ich wollte ihr nicht von der Sache mit dem Holz für meinen Stab erzählen, und deswegen habe ich gesagt, dass es an dem Licht lag, das ich im Keller von Dalathar´s Anwesen gesehen habe, und es dem Wesen ähnelte. Zum Glück hat sie sich damit zufrieden gegeben. Die Schattenmatriarchin weiß, dass ich das alles nur überstanden habe, weil ich meinen Trost im Gebet zu ihr finde, und sie über mich und die Familie wacht. Zugegeben - die Kräuter der Matrone haben mir in so mancher Nacht einen friedlichen, traumlosen Schlaf geschenkt.

Ophelia beginnt mittlerweile ekelhaft zu riechen. Anfangs war es nur ein eigenartiger, süßlicher Geruch, aber es wird jeden Tirdas schlimmer - obwohl ich sie immer ganz dick mit dieser Salbe einschmiere überall. Naja...fast überall. Ich glaube jetzt weiß ich woher dieser ekelerregende Geruch kommt. Ich schnüre sie noch immer ein, und kleide sie in diese schöne, gerüschte Leibwäsche. Schließe jeden Tirdas gefühlt einhundert hübsch bestickte Knöpfe, und bürste ihre blonden Locken, die mittlerweile nicht mehr ganz so schön glänzen, ganz egal wie viel Mühe ich mir dabei gebe, sie zu waschen. Letzten Tirdas hat Dalathar mir sogar Lippenfarbe für sie herausgelegt, und ich habe mir ganz viel Mühe gegeben, ihre Bögen nachzuziehen, ohne zu schmieren. Sie sah wirklich sehr lebendig aus, wenn man von den dunklen Adern und Flecken in ihrem Gesicht abgesehen hat. Nachdem ich damit fertig war, habe ich ihr natürlich vorgelesen, so wie ich es immer tun muss. Manchmal vergesse ich, dass sie nicht versteht, was ich ihr vorlese, oder zu ihr sage. Ich kann ihr Dinge sagen, die ich mich nichtmal traue in mein Buch zu schreiben - aber nur, wenn Cedrick nicht im Haus ist. Wenn er nicht da ist, wirkt es, als sei es verlassen. Es ist immer kalt und dunkel, wenn die Eingangshalle nur so spärlich beleuchtet wird, als würde man sich in einer Gruft befinden. Ophelia wirkt dort gar nicht fehl am Platz, und es ist eigenartig befreiend, ihr alles zu sagen, was mich nicht los lässt - sie kann mir ja nicht mehr antworten, und nicht über mich urteilen. Ich frage mich jedes Mal, wohin Dalathar sie bringt, wenn ich zurück in die Akademie muss.

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Montag, 9. Oktober 2017, 13:33

2. Tag des Eisherbstes - Dünnes Eis und hoher Besuch
Auch die nächste Beschwörungsstunde fand vor einigen Tagen statt, und ich habe mein Bestes gegeben. Glücklicherweise habe ich schon etliche Werke über meine angebliche Heimat Hochfels gewälzt, um meine Scheinidentität nicht zu gefährden, und in der Beschreibung von Flora und Fauna geb es so manches Kapitel über Zweiglinge, Rabenvetteln, und sogar Oger, Werbestien und Nereiden. Selbst Gebilde die man Schlurfer nennt - aber ich bin nicht sicher, ob die natürlichen Ursprungs waren. Insgeheim bin ich aber froh, dass ich keines dieser Wildschweine beschwören musste, denn ich habe zwar die besonderen Lebewesen, nicht aber die gewöhnlich dort beheimateten dort studiert. Wer weiß, ob meine Beschwörung nicht ebenso entartet gewesen wäre? Zwischenzeitlich schlafe ich buchstäblich mit dem Wälzer unter dem Kopfkissen, und weiß jetzt, wie Wildschweine und auch einfache Schweine aussehen. Dalathar hat ein Schwein in seinem Garten...es ist fürchterlich dick.


Aber was ich eigentlich schreiben wollte: Mavis hat versucht eine gigantische Schnecke zu beschwören, obwohl er eigentlich gemeinsam mit Jinx einen Netch beschwören sollte. Dalathar ist schrecklich zornig geworden, und ich dachte schon, er würde Mavis zerplatzen lassen, wie dieses deformierte Schwein, das von Pagum-ei beschworen wurde. Der halbe Schneckenturm liegt jetzt noch im Innenhof, und ein Segment wurde abgesperrt. Ich hätte in dem Moment nicht übel Lust gehabt, Dalathar anzufeuern, aber er hat sich so schrecklich verausgabt, dass ich füchtete, ich müsste von dem Amulett Gebrauch machen, das ich von der Matrone bekommen habe. Es gelang ihm nichteinmal mehr ein Portal zu öffnen, und er hat sich glücklicherweise von mir helfen lassen. Es hat drei Tage gedauert, bis ich wieder richtig auf den Beinen war, aber das ist ein geringer Preis. Doch er sieht mich nicht mehr an, als sei ich es, der er zürnt. Grollt er mir noch immer, wegen der Sache auf dem Berg, oder weil ich mit Khira an der Tür gelauscht habe? Ich dachte, ich hätte ihm Abbitte geleistet, aber offenbar stimmt das nicht.

Ich habe Naryuun an einem der folgenden Tage dabei zugesehen, wie er sich an Beschwörungen versucht hat. Es klappte viel besser, als in der Unterrichtsstunde - vielleicht, weil er nicht so hektisch reagieren musste, und mehr Zeit hatte, sich zu konzentrieren. Er hat einen wunderschönen, bunten Vogel beschworen und ihn über das Gelände der Akademie fliegen lassen.

Am nächsten Tag habe ich mich mit Arren im Heiligtum unterhalten. Er hat mich einige Dinge gefragt - wegen der Familie, und unseren unheiligen Eltern. Ich glaube, dass er noch immer nicht so recht von unserem Glauben überzeugt ist - vielleicht braucht er seine Zeit, oder wird nie daran glauben. Ich bin überzeugt, dass es Geschwister gibt, die nicht an unsere unheilige Bestimmung glauben, aber sei es drum. Wenn sie das Werk der Dunklen Matrone und des Schreckensvaters vollbringen und sich als treu erweisen, werden sie für unsere Zwecke genügen. Arren hat seinen Bruder getötet - offenbar war es ein Akt der Eifersucht. Er sagte, er hätte ihn im Grunde geliebt, und ich frage mich, ob ich ein Geschwisterteil töten könnte, wenn ich mir vorstelle, wie sehr ich meine richtige Familie liebe. Ich glaube ich könnte es nicht - nun, vielleicht doch. Aber nur, wenn ich an Geschwister wie Murus denke. Ihn habe ich allerdings nicht so lieb gehabt, wie meine anderen Geschwister, und das wäre somit etwas ganz anderes. Braucht es Mut oder Verweiflung eine solche Tat zu vollbringen? Oder einfach nur blinden Gehorsam...? Arren sprach von davon, dass er mit Svari (sie ist tatsächlich eine neue Adeptin) einen weißen Guar jagen will. Ich bin gespannt, ob es den beiden gelingen wird. Chraggo fehlt mir. Schmerzlich.


Eine Delegation der Magiergilde von Himmelswacht war in der Akademie zu Besuch. Ich habe jeden von ihnen schon einmal gesehen: Magistra Nimrassar, die den Vortrag im Gildenhaus von Vulkhelwacht gehalten hat, die Magierin Fynella Indariel, die mit Meister Athar gestritten hat, und die Adeptin Saheejar, die auch bei diesem Vortrag zugegen war. Die Adeptin ist besonders nett, aber mit den anderen beiden habe ich mich nicht wirklich unterhalten können. Jedenfalls ging es um die Planung zu diesem großen Fest, und Khira hat sich unglaublich viel Mühe gegeben. In der Akademie hat es schon den ganzen Tag nach herrlichem Essen geduftet, und sie hat sich mal wieder selbst übertroffen. Wir Adepten haben ihr geholfen, und die Delegation mit Wein und Häppchen empfangen. Ich glaube, das hat einen recht guten Eindruck gemacht. Allerdings bin ich noch immer nicht sicher, ob es sich richtig war, dass Pagum-ei und ich uns mit an die Tafel gesetzt haben. Hätte ich mich nicht mit Saheejar und Madame Frostwinter unterhalten, wäre ich vermutlich früher aufgestanden. Nunja - das Kind lag im Brunnen. Ich habe gefragt, ob wir der Adeptin der Magiergilde bei den Vorbereitungen für ihren Alchemiestand helfen dürfen. Scheinbar ist es aber nicht ganz unkompliziert, wenn wir Adepten regelmäßig nach Auridon reisen, und der Thalmor soll eingeschaltet werden. Ich bin nicht sicher, ob Meister Athar dem zustimmen wird. Ich glaube es ist in unserem Interesse, so wenig Kontakt wie möglich mit ihnen zu haben.


Ach, richtig. Mavis wollte mich sprechen. Ich bin nicht sicher, was ihn so neugierig gemacht hat, aber er hat mich nach den Krähenfüßen ausgefragt. Er zweifelt an der offiziellen Version, die in Umlauf gebracht wurde, und offenbar weiß er auch, dass Dalathar sich in Abhängigkeit von der Matrone Verorethi begibt, obwohl die beiden sich nicht ausstehen können. Aber stimmt das? Können sie sich wirklich nicht aufs Fell gucken? Und woher weiß Mavis davon? Hier wird zu viel gesprochen, von dem ich nichts weiß. Ich muss wohl ein wenig aufmerksamer werden. Ich habe ihn mit Vermutungen gefüttert, die ihn hoffentlich beruhigen, und darüber hinaus die Unwissende gespielt. Ich gehe nicht davon aus, dass er mir glaubt, aber die Gründe für mein Schweigen sind aus seiner Sicht sicherlich vollkommen andere, als die Tatsächlichen. Dunkle Mutter steh uns bei, dass die Zeichen bald besser stehen.


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Montag, 9. Oktober 2017, 14:07

6. Tag des Eisherbstes - Die Expedition
Ich habe erst kurzfristig erfahren, dass ich die Lehrkärfte zur Vorbesprechung einer Expedition des Hauses der Wissenschaft begleiten darf. Ich wäre aufgeregt gewesen, hätte ich vorher davon erfahren - und mich sicher besser vorbereitet. Natürlich habe ich mich dem nicht entzogen, und habe die Matrone Verorethi und die Gelehrte Ruht-mit-Perlen begleitet. Sie wird bei uns fortan das Fach der Mystik unterrichten. Habe ich darüber schon geschrieben? Ich bin in letzter Zeit eigenartig unkonzentriert. Ich frage mich wirklich, woran das liegt.

Jedenfalls war die Gesellschaft von Moniseur al-Rashid und Madame Frostwinter wie immer sehr angenehm. Die restliche Gesellschaft dagegen nicht. Ich kannte niemanden von ihnen, und dennoch schienen sie mir durch die Bank weg ablehnend und geradezu bissig und schnippisch zu sein. Ich habe einmal dazwischen geredet, weil mir ein Gedanke kam, und der maßregelnde Blick war im Verhältnis zum restlichen Betragen schon beinahe unverschämt. Die Matrone sagte, dass der jüngere der beiden Priester Anstoß an der Anwesenheit von Karakal nahm, als sie in Wegesruh war, und geradezu aus der Haut gefahren ist, obwohl sie sich gut betragen hat. Das war also der Grund, den mir niemand so richtig nennen wollte. Eigenartig, dass gerade er sich getraut hat, dort aufzutauchen - nunja.


Jedenfalls werden wir die Expedition nicht begleiten. Ich finde es bedauerlich. Ich hätte zu gern daran teilgenommen, aber ich erinnere mich zu gut an die Expedition, die wir in die Ruinen von Karnagal unternommen haben. Wir konnten uns alle aufeinander verlassen, und doch ist diese Archäologin zerfressen worden. Nicht auszudenken, wenn eine solche Situation eingetreten wäre, während wir von so offenkundig feindlesigen Leuten umgeben gewesen wären. Deswegen - trotz allen guten Willens, wird die Matrone das Angebot ausschlagen. Vorher wollte sie noch mit Meister Athar darüber sprechen. Ich denke, er wird sich den Meinungen anschließen.

Oh, ich habe mich später noch mit der Gelehrten unterhalten. Meister Orenas hat mit ihr über mich gesprochen, und sich alles andere als lobend geäußert. Sie scheint gänzlich andere Lehransätze zu haben als er und wird mir daher zusätzlichen Unterricht in der Zerstörungsmagie geben. Überraschenderweise sagte sie, dass sie mich gar nicht drängen wird, mich dem Feuerelement zu widmen, das mir solche Probleme bereitet. Nein - sie sagte, ich darf meine Fähigkeiten in der Frostmagie weiter erproben und ausbauen. Ich kann es kaum erwarten.

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Mittwoch, 18. Oktober 2017, 19:32

9. Tag des Eisherbstes - Nachhilfe
Ich bin heute zur Gelehrten Tuht-Mit-Perlen gegangen, weil morgen die nächste Übungseinheit mit Meister Orenas, ich meine mit Meister Veloran stattfindet. Ich sollte mich langsam daran gewöhnen, den anderen Namen zu benutzen, denn er scheint mich sowieso schon ständig so seltsam zu beäugen. Die Gelehrte hat sich jedenfalls lange mit mir unterhalten, und versucht die Angst vor dem Feuerelement zu nehmen. Als es dann galt eien kleine Flamme zu wirken, ist es mir auch tatsächlich gelungen, ohne gleich zu Anfang die Kontrolle zu verlieren. Zugegeben hat sie meinen Zauber stabilisiert, und stand direkt neben mir, als ich es versucht habe, aber es ist dennoch gelungen.


Leider hat mir ein Funge die Robe versengt.Irgendwie ist es bemerkenswert, dass fast in jeder Situation jemand anwesend ist, der das passende, magische Werkzeug für kleinere Missgeschicke dabei hat. Ruht-mit-Perlen beherrscht nämlich Veränderungsmagie und hat doe Robe gleich wieder in einen tadellosen Zustand gebracht. Darüber war ich wirklich sehr erleichtert.
Jedenfalls mag ich sie wirklich gern - sie ist so ruhig und besonnen. Ganz anders als O Meister Veloran. In Zukunft werde ich also versuchen, mich an die weniger schmerzhaften Askpekte des Feuers zu erinnern, wenn ich es wirken muss. Das wird aber nicht die letzte Stunde bei ihr sein. Sie hat mir zugesichert, dass ich meine Frostmagie bei ihr ausbauen darf, aber heute wurde es so spät und ich muss deswegen einen anderen Tag dafür nutzen.


10./11. Tag des Eisherbstes - Pflichtvergessen
Der gestrige Tag war ein einziges Chaos, und ich weiß gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll. Er begann damit, dass die Matrone Verorethi auf mich zu kam, und sagte, dass sie den heutigen Unterricht nicht anleiten könne, weil sie exorbitant wichtige Angelegenheiten klären müsste. Außerdem hätte sie vorgehabt, einen Vortrag über Ayleïden zu halten, der aber nur stichpunktartig sei, und ich ihn deshalb auarbeiten sollte. Den Vortrag wollte sie nur halten, wenn die Bosmer nicht auftaucht, die über ihr eigenes Volk referieren sollte. Natürlich lief es nicht ideal ab - das wäre auch viel zu schön gewesen. Den ganzen Tag habe ich die Bibliothek nach Werken über Ayleïden, Äußerlichkeiten, Kultur, Architektur, Artefakte, Glauben... es war haarsträubendu nd der Tisch in der Bibliothek wäre beinahe unter den vielen Büchern eingebrochen. Aber das wichtigste Buch fehlte - ich konnte es einfach nicht finden. Zu meiner Rettung kam Deacon noch vorbei, und hat mir das Material gebracht, das die Matrone für ihre Stichpunkte als Quelle genutzt hat. Darunter war auch das besagte Buch. Ich war wirklich heilfroh, dass er mir noch zur Seite Stand.


Glücklicherweise war der erste Gastdozent anwesend, der über sein Volk, die Orsimer, referiert hat. Er hat es wirklich gut gemacht, und alle haben dem Vortrag aufmerksam zugehört. Nun, fast alle. Mavis hat sich lane darüber mokiert, dass Daecon neben mir kniete, und darauf wartete, dass er mir während des Vortrages helfen könnte. Hätte ich referieren müssen - was nicht der Fall war, weil der Orsimer glücklicherweise unheimlich lange vorgetragen hat, hätte Daecon meine abgepausten Zeichnungen von Ayleïdenstatuen verteilen sollen, die ich in einem der Bücher gefunden habe. Sie waren ja nicht besonders gut, weil es so schnell gehen musste - aber es war Anschauungsmaterial. Jedenfalls wusste ich gar nicht so richtig, wie ich mit der Ergebenheit von Daecon umgehen sollte, und habe ich schlussendlich mit ihm neben Madame Frostwinter gesetzt. Endlich war Ruhe.


Die Bosmer, die im Anschluss referieren sollte, kam tatsächlich noch - aber es war viel zu spät, und ich hatte die Vorlesung längst geschlossen, weil die Leute zunehmend unkonzentriert wirkten. Es war Hecatee - wir trafen sie im Turm von Meister Fyr, als wir die Matrone begleiteten. Ich habe ihr jedenfalls ein Bett im Gardehaus angeboten, weil das Gästezimmer mit der Delegation der Magiergilde belegt ist, und ich sie nicht gleich abweisen wollte. Danach habe ich mich noch lange mit Daecon unterhalten. Er ist furchtbar nett und wirkt so ungemein besonnen und geduldig. Außerdem hat er ein hinreißendes Lächeln, und sympathische Fältchen in den Augenwinkeln, wenn er diesen aufmunternden Gesichtsausdruck zeigt. Nun, jedenfalls... hat er versucht mich zu trösten, als ich so betroffen war, als er mir erzählt hat, was Mavis mit ihm angestellt hat. Das fand ich etwas verdreht und nicht richtig. Schließlich war ich nicht die Leidtragende. Daecon aber schien unbeirrbar in seiner fast stoisch wirkenden Haltung, und ich hätte ihm noch Stunden zuhören können, wenn mir nicht plötzlich eingefallen wäre, dass der Vortrag auf einen Tirdas fiel.

Tirdas - und ich stand bis spät in die Nacht mit Daecon im Vorlessungssaal und habe geplaudert. Natürlich habe ich mich sehr beeilt, noch ins Labor von Dalathar zu gelangen, und mich um Ophelia gekümmert. Zum Glück war nicht abgeschlossen. Es war auch niemand im Haus - nichteinmal Cedrick habe ich irgendwo sehen können. Es wird jeden Wochenlauf unangenehmer, aber ich mag mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn ich es vollständig vergessen hätte. Dalathar´s Reaktion wäre sicher noch schwerer erträglich gewesen, als Ophelia´s Geruch. Ihr Gesicht ist noch immer von dieser komischen, dunklen Färbung durchzogen, die die Adern unter ihrer pergamentfarbenen Haut durchzogen hat. Wenn ich aber genug von diesem mehlig wirkenden Puder auf ihr Gesicht reibe, fällt es nicht mehr so auf. Noch ein Bisschen von der rötlichen Lippenfarbe auf ihren Mund, und ganz vorsichtig auf ihre Wangenknochen geschmiert, damit die Haut nicht einreißt, und sie sieht wieder aus wie das blühende Leben. Sie soll ja nicht das Gefühl haben hässlich zu sein, wenn ich sie unterhalte. Ich habe ihr aus dem Buch vorgelesen, dass von der Mer geschrieben wurde, die Dalathar seinerzeit im Kristallturm gesund gepflegt hat. Es wurde ihrem Gatten gewidmet, und ich glaube Ophelia mag romantische Geschichten. Zumindest habe ich das Gefühl, dass ihr Gesichtsausdruck jedes Mal etwas versonnener aussieht, wenn ich ein Kapitel zu Ende gelesen habe. Vielleicht denkt sie an den Tag ihres Marabundes zurück...

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