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Donnerstag, 11. August 2016, 05:43

Kleines Tamriel

Tyger Tyger, burning bright,
In the forests of the night.
What immortal hand or eye,
Could frame thy fearful symmetry?



Schund



"Ich frage einfach nochmal: Was, bei den Dreien, wollen wir hier?", hörte sie erneut diese unfassbar hocherotische, hochsympathische Stimme des kleinen Arschgesichts, welches da mit verschränkten Armen wie ein bockiges Kind hinter ihr durch die Asche stapfte. Sie hatte eigentlich keine Lust zu antworten, aber es war gar nicht mal so unwarscheinlich, dass Trottriil seine seit vielen Jahrzehnten angelernte Verhaltensweise ihr auf den Fersen zu bleiben einstellte und einfach umdrehte um woanders hinzugehen. Womöglich zurück zu diesem jungen Ding auf das er ein Auge geworfen hatte. ... Oder zurück zu seiner Sockensammlung oder was auch immer ihr kleiner Bruder so gern in seiner Freizeit tat. Sie ließ sich also zu einer Antwort herab und war dabei sogar ziemlich ehrlich. "Zu einem Barbier.", sagte Vandresi also.
"Was?" Sie spürte, hörte und wusste, dass er stehengeblieben war, also drehte sie sich um und sah ihn an. "Vielleicht drückte ich es falsch aus, kleiner Bruder. Zu _MEINEM_ Barbier. Nur er darf meine Haare anfassen." Obgleich ihre Worte doch ziemlich klar, logisch und nachvollziehbar waren, erkannte sie in seinem Blick, dass er sie für jemand überaus Gestörtes halten musste. "DAFÜR segeln wir HIERHER und laufen MEILEN durch ASCHLÄNDERGEBIET?! Bist du geisteskrank?" Vandresi lächelte und und wischte sich etwas Asche von der Nasenspitze. "Er ist der Beste."

Nachdem sie Hyadriil mit zwanzig Goldmünzen bestechen konnte, folgte er weiter. Der rote Berg war nur leicht zu erkennen. Erhob sich inmitten gebirgiger Klüften in den Himmel und sah genauso bedrohlich aus wie eh und je. Doch für die Dunmer war diese Bedrohung winzig klein. Jene dunklen Vertreter der Elfen mit ihren seltsamen Verhaltensweisen würden sich wohl eher einkoten, sollte der Berg auf einmal aufhören rot zu sein. Wie sollte man ihn dann auch nennen? BERG?! "Warum soll ich denn mit?" Vandresi schnaubte. "So brilliant er auch ist. Er ist ein Aschländer und geht manchmal etwas zu großzügig mit seiner Schere um." Stille. Nur die vier Füße trabten über den staubigen Boden. "Und reiten können wir nicht, weil?" Natürlich beendete sie seinen Satz: "... weil er Tiere nicht mag." Und ich sie auch nicht ausstehen kann. "Und du Tiere auch nicht magst, huh?" Vandresi schenkte ihm ein Lächeln. "Genau!"

Irgendwann erreichten sie die staubige Hütte und wurden empfangen. "Nah, aber Schätzchen! Wäre denn ein Kopftuch zu viel verlangt gewesen?" Ein Bosmer mittleren Alters mit tiefroten, einwandfrei geschnittenen Haaren nahm Vandresis linke Hand und haute ihr auf die Finger, drohte ihr dann mit einem von seinen. "Ich nehm' dir diese schöne Pracht weg, wenn du sie nicht zu schätzen weißt, meine Liebe!" Hyadriil unterdessen starrte den anderen Mer an. "Ha! Hätte ich sie vor der Asche geschützt, hättest du dich nur DARÜBER aufgeregt, dass nicht genug Luft an die Haare kommt!" Sie hörte das Winseln ihres Bruders nur mit einem Ohr. "Vandresi..." Und ignorierte es. "Na na! Nimm' mal gleich Platz und ich komme gleich zu dir, denn dieses hübsche Ding hier hat noch anderweitig zu tun!" Der irre Bosmer wuselte hinter einen Vorhang und Frau Dunmer ließ sich grobschlächtig in einen der Stühle fallen vor denen schäbige Spiegel angebracht waren. "Vandresi..." Sie spürte ein Zupfen an ihrem rechten Ärmel und stierte über die Schulter. "Was denn?" Hyadriil sah irgendwie blass aus. "Ich hab Angst."

"Wieso?"
"Er ist ein Bosmer."
"Gut erkannt."
"In einem Kleid."
"Er mag die Beinfreiheit."
"Der hat rechts einen Finger zu viel."
"Und links einen zu wenig."
"Das macht dir überhaupt nichts aus?"
"Sollte es?"
"Ja."
"Tut es aber nicht."
"Schneidet er dir nicht das Haar?"
"Er rasiert mich auch."
"... wieso?"
"Nicht wieso. _Wo_?"
"Das frage ich bestimmt nicht."
"Angst vor der Antwort?"
"Ja."
"Unterhaltet ihr euch hübsch?"

Hyadriil quieckte und rammte dem Bosmer aus reinem Reflex seine rechte Hand ins Gesicht. Der kleinere Elf kippte um. Vandresi starrte über die Schulter.

"Bruderherz?"
"... Ja?"
"Warum..."
"Er hat mich erschreckt!"
"Nein. Warum steckt ihm ein Messer im Gesicht?"
"Oh. ... Ich hatte es in der Hand."
"Und jetzt ist es in seinem Gesicht."
"Jep."
"Mehr hast du dazu nicht zu sagen?"
"Ehrlich gesagt fällt mir nicht viel mehr ein."
"Ist er tot?"
"Bewegen tut er sich jedenfalls nicht."
"Schau mal nach. Vielleicht haben wir ja Glück."
"Hm."

Ihr Bruder kniete sich zu dem Reglosen und tippte ihm mit zwei Fingern gegens Gesicht. Es klappte zur Seite. ... Hyadriil stand wieder auf, sah immernoch auf den Mer hinab. Dann drehte er sich zu Vandresi und erwiderte ihren Blick. Schüttelte den Kopf. Die Ältere nickte und erhob sich, ging ein paar Schritte durch die Hütte und versuchte dann kopfüber in den Wäschekorb zu klettern. ... Hyadriil beobachtete sie dabei mit dezenter Skepsis. "Was machst du da?" Sie wackelte mit einem Bein. "Ein Zeitgerät finden um deine Geburt zu verhindern."

"WAS? Wieso MEINE GEBURT? Als ob das hier MEINE Schuld wäre!" Sie kam mit dem Kopf wieder hoch.
"Aber du hast ihn erstochen."
"Ja, wenn das Ding mich auch so erschreckt!"
"Rede nicht schlecht von den Toten. Das bringt Unglück."
"Bei Bosmern zählt das nicht!"
"Meinst du?"

RUMM BUMM! Poltern an der Tür und das Geschwisterpaar erstarrte in jeder Bewegung. "Was jetzt?!", hauchte der Bruder wie ein Mädchen zu Vandresi rüber. Sie wedelte mit den Armen und polterte aus dem Wäschekorb. "Versteck ihn irgendwo! Ich zieh mir was über und wimmel die ab!", zischte sie zurück und warf sich ein paar müllige Aschländerlaken über. In einem Müllkorb sammelte sie sich ein paar Haarflusen heraus und batschte sich diese mit bereits angemischtem Rasierschaum an die Wangen. Dann räusperte sie sich und ging an die 'Tür' um dort den schweren Vorhang aufzuziehen und zu erstarren. Ein Ordinator in Weiß. Eine Wache Almalexias. Die Wache nahm den Maskenhelm ab und nickte kurz. "Babil der Barbier, nehme ich an?" Vandresi verengte den Blick und sprach dann mit möglichst tiefer Stimme. "Ehrm... joa?" Der Blick der Wache war kritisch. "Dachte der Barbier wäre ein Bosmer. Babil, Barbier und Bosmer, huh?" Die große Schwester schüttelte den Kopf. "Nein, nein! Es heißt Babila, Barbier und Dunmer!"

"Aha."
"..."
"Nun ja. Mein Name Dschukah, aber ich spreche für unsere Herrin Almalexia..." Vandresis Mund wurde trocken. "... sie wünscht ihr Haar in diesem... ehrm... Geschäft etwas zurechtmachen zu lassen."
"D-d-d-dafür... geht sie... ins Aschländer...gebiet?" Dschukah zuckte mit den Schultern und ihre Rüstung klickte leicht dabei.
"Nja. Viele sagen, Ihr wäret der Beste."
"Verstehe." Klang sie schon immer so heiser? ... Ja. Klang sie.
"Gut. Ich hoffe nur, dass wir uns verstehen. Sollte auch nur eine einzige Sache hier... nicht vernünftig verlaufen... werdet Ihr den Zorn des Tribunals, nein, den Zorn all' unserer Leute auf Euch ziehen. _Jeder_ Dunmer wird davon hören. Und jeder wird Euch mit Vergnügen einen qualvollen Tod verschaffen." Ein leichtes Lächeln kam auf ihre dünnen Lippen. "Solltet Ihr überhaupt an mir vorbeikommen."
"Verstehe." Ein Witz! Es musste ein Witz sein! Jap!
"Dann lasst mich eben Euren... Laden überprüfen."

Vandresi warf einen Blick über die Schulter. Hyadriil hatte wohl irgendwo ein Schaf geschoren und sich dessen Wolle auf den Kopf gesetzt. Mit möglichst ernster Miene stand er in Lumpen gekleidet vor dem Vorhang, der in die hinteren Gemächer führte. Dann ließ sie die Wache hindurch, welche sich klimpernd innen umsah. Hyadriil führte sie dann nach hinten und... oh mann... Vandresi hoffte wirklich, dass er mal nicht alles verpeilt hatte! ... Sie selbst war ja auch so perfekt. Ihr Blick ging wieder nach draussen in die Asche, aber statt Asche sah sie die Mutter aller Dunmer vor sich stehen. In all ihrer Pracht. Die Dunmer spürte regelrecht, wie ihre Kehle versuchte sich selbst zu erwürgen, ihre Brustwarzen sich irgendwie ins Innere ihres Körpers zurückziehen wollten und ihr jegliches Stück Körperbehaarung einfach abfiel. Sofort trat sie aus dem Weg und fiel auf die Knie, die Stirn auf den Boden gepresst. Sie war sowas von tot. Es war alles vorbei. Einfach nur einen Bosmer zu töten, war keine große Sache, aber zu verhindern, dass Almalexia ihr Haar nicht schneiden lassen konnte... nein. Sie war tot. Hyadriil war tot. Alle waren tot. Es war alles vorbei. Es war der letzte Tag ihres Lebens. Die Halbgöttin würde sie sofort durchschauen. In ihrer lächerlichen Verkleidung mit den paar Fusseln die sie als Bart darstellte. Nein. Gleich war es aus. Und sie bereitete sich schonmal darauf vor Rotz und Wasser zu heulen und jegliche Verantwortung auf Hyadriil zu schieben.

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Golli (11.08.2016)

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Donnerstag, 11. August 2016, 05:44

Die Schritte waren nicht zu hören. Keine Frage. Sie ging auch nicht auf dem Boden. Sie schwebte über diesen hinüber. Makellose Füße. Schönheit. Vandresi war es nicht einmal wert einen winzigen Fetzen ihrer Kleidung zu berühren. Dann ließ ein Teil des Tribunals sich auf einem der Stühle nieder, verschränkte die Finger ineinander und schloß einfach die Augen. "Ihr dürft beginnen, mein Kind.", ertönte ihre Stimme die allein schon genügend Macht hatte um Vandresi sofort aufstehen und mehr oder weniger mit tauben Fingern in Richtung einer der Arbeitsflächen zu watscheln. Das... das konnte nur ein Scherz sein. Das war doch absurd. Völlig absurd! Sie... sie würde Almalexia nicht die Haare schneiden. Keinesfalls. Nein. Nein. Nein. Nein. "I-i-ich werfe nun... die... das..." Sie sah das Nicken der Halbgöttin und schluckte, während sie die Schutzdecke über den Oberkörper Almalexias warf. Okay. In drei Sekunden würde sie ein Feuer zu Asche verbrennen. ... ... ... Nichts passierte. Mit Händen die sie wie Pinzetten einsetzte verknotete sie das Bändchen kurz unter dem Nacken Almalexias. Sie hatte keinen Geruch. Aber es wäre auch völlig anmaßend zu glauben, dass ein Mitglied des Tribunals jemandem die Erlaubnis gab an ihnen zu riechen. Obgleich Vandresi sich das häufig gewünscht hatte... so wie tausende andere junge Dunmer vor und nach ihr. Sie griff nach der Schere bei der Arbeitsplatte als die Hand ihres Bruders sich um ihr Handgelenk schloß und er ihr ziemlich nahe kam, die Augen so weit aufgerissen wie sie es noch nie gesehen hatte. "BIST du WAHNSINNIG?!", hauchte er mit Tränen in den Augen in ihr Gesicht und sie roch das KwamaEi was er zum Frühstück hatte. "Ich habe keine Wahl!" Ihre Antwort war ebenso leise wie seine. "Und wo zum Geier ist die..." Das Klicken der Rüstung war nicht zu hören gewesen. Plötzlich stand sie zwischen ihnen. "Was gibt's denn hier zu tuscheln, mh?" Dschukah nahm ihren Job wohl Ernst. Welch' Wunder.

"Wir besprechen nur unser Vorgehen!", log Vandresi ziemlich rasch, doch Hyadriil... die Nuss... starrte seine Schwester nur weiter mit so ziemlicher Todesangst an.
"Und was ist das Vorgehen?"
"Nun... wir äh... fangen... bei den ... Haaren... an."
Dschukah starrte sie an. Hyadriil starrte sie an. Dann nickte Erstere.
"Macht Sinn. Also los." Die Gerüstete trabte zur Seite und nahm Stellung schräg hinter dem Stuhl der Herrin Almalexia. Vandresi packte unterdessen ihren kleinen Bruder an der Kehle und zerrte ihn an sich heran.
"Wir haben keine Wah..."
"...keine Wahl? Wir könnten weglaufen!"
"Bist du geisteskrank? Wir kommen hier nur heil heraus, wenn wir... wenn wir das halt... das halt machen!"
"_Was_ machen? Wie denn? Ich versteh' doch gar nichts von Haaren!"
"Ja, aber i..."
"Und DU auch nicht!"
"Langsam Kleiner. Ich bürstete mir schon das Haar, da warst du noch gar nicht in Planung!"
"Falsche Zeit zum Angeben, Schwesterherz!"
"Als ob wir eine Wahl haben, Dummkopf. Wir _MÜSSEN_ es tun!"
"Oh... je..."
"Könntest du bitte aufhören zu schwitzen?"
"Keinesfalls."

Vandresi nahm die Schere, sowie ein Lineal. Ihr Bruder das Rasiermesser und ein Handtuch. Sie traten an den Stuhl der Göttlichen heran, die immernoch in aller Ruhe auf dem Stuhl saß, in perfekter Haltung, mit geschlossenen Augen. "Wir... lösen am Besten zuerst diese Haarknotending... da." Hyadriil fing wieder an zu starren. "Du WEISST nichtmal wie man das nennt?!", zischte er ihr halblaut ins Ohr, sodass es fast ihr Trommelfell platzen ließ. "Ist doch egal, wie's heißt!", war ihre leise Antwort, ehe sie Hyadriil ihre Bewaffnung übergab und dann langsam mit ihren Händen an das göttliche Haar fasste. Langsam löste sie den Stoff und legt das im Grunde bereits perfekt frisierte Haar frei. Zitternd griff sie zu einer Bürste auf der Ablage des Stuhls und fing an vorsichtig mit dieser durch das fremde Haar zu gehen. "Du bürstest gegen den Strich...", hauchte Hyadriil leise von links.

"Gegen... gegen den was?"
"Den Strich. Wie das Haar gewachsen ist...!"
"Du erzählst doch Blödsinn."
"Gar nicht. Sowas gibt es wirklich."
"Aber nicht bei ihr."
"Woher willst du das wissen?"
"Ich _sehe_ keinen Strich!"
"Natürlich sollst du auch keinen Strich _sehen_ es geht darum wie das Haar gewachsen ist. Wie ich dir bereits sagte, du dumme Gans!"
"Hast du mich gerade eine dumme Gans genannt, du Arschgesicht?"
"Als ob ich der Hässliche in der Familie wäre!"

Sie griff mit ihren Händen nach seiner Kehle. Seine waren natürlich voller Zeug, also drückte er ihr dieses entgegen. Das Ganze wurde von der Wache eher skeptisch und irritiert beäugt. Die Bürste fiel zu Boden, ebenso das Lineal. Dann klappte Hyadriil das Rasiermesser aus. "Das ist alles deine Schuld!", grunzte er ihr heiser zu und versuchte ihr in den Daumen zu schneiden. "Lässt du das wohl bleiben, du Spinner?!", zischte Vandresi zurück und dann schnitte Hyadriil in einer schrägen Linie durch das Haar Almalexias.

...

Vandresi starrte auf das zu Boden segelnde Haar, genauso wie ihr Bruder. Gleichzeitig spürte sie glasklar, wie ihre verdammten Eierstöcke einfach verdampften, ihre Brüste sich zurückbildeten und ihr Rückgrat den Geist aufgab. Hyadriil unterdessen schienen die Hoden abzufallen. Glaubte man seinem Gesichtsausdruck jedenfalls. Dschukah starrte ebenfalls geradewegs so, als hätte sie gerade herausgefunden, dass ihr Ehemann eigentlich ihre Schwester war. "WA..." Zu mehr kam sie nicht, rammte ihr Hyadriil doch in einer flüssigen Drehung die Schere in den Hals und stach sie mit dieser zu Boden. Die Göttliche schien nichts zu merken. Sie saß unverändert dort, während Vandresi sich in die angeklebten Bartzotteln griff. "KÖNNTEST du BITTE aufhören hier ALLE UMZUBRINGEN?!", zischte sie so leise wie es in ihrer Verfassung noch möglich war in seinen Nacken.

"Ich weiß was ich tue!" Er klang ganz so als hätte er Schaum vor'm Mund.
"Weißt du nicht!"
"Doch, weiß ich!"
"Hör gefälligst auf sie zu skalpieren, du Irrer!"
"Ist doch jetzt auch egal, oder? Warum kriechst du denn schon wieder in den Korb?"
"Ich suche nach einem Zeitgerät um deine Gebur..."
"DAS schon wieder?!"

Mit einem Skalp in der rechten Hand erhob sich Hyadriil wieder, später über die Schulter der Göttlichen und setzte ihr dann den blutigen Hautlappen auf. Er schwitzte bereits so stark, dass sich ganze Flüsse und Wasserfälle auf seiner Haut bildeten, während seine roten Augen deutlich von Adern durchzogen waren. Mit einem deutlich zu breitem Grinsen klopfte er das Skalp auf dem Haupt der Göttlichen fest und wischte hier und da etwas Blut beiseite. "So... sogut... So gut wie neu. Tchichichihihi..." Vandresi schaute ihm aus dem Inneren des Wäschekorbs dabei zu, den Deckel so weit runtergeklappt, dass nur ihre obere Kopfhälfte zu sehen war. Toll. Jetzt ist er total durchgedreht. Sie beobachtete ihn wie er sich liebevoll um das fremde Haar auf dem fremden Schädel kümmerte und es wie ein Profi frisierte. Ein echter Künstler. Vielleicht ist er deswegen bei den Jungen so beliebt. ... Na ja. Ist jetzt sowieso alles egal. Vandresi verlagerte ihr Gewicht um und kippte einfach mit dem Korb auf den Boden, um dann erfolgreich herauszukrabbeln. Sie stellte sich lustlos neben ihren Bruder, bereit dafür einfach nur zu sterben. "Fertig, tchihihi!", kam es von ihrem Bruder und die Halbgöttin schlug die Augen auf, erblickte ihre neue Haarpracht. Dann erhob sie sich in die Schwebe, wandte sich einmal mit ausdrucksloser Miene um und fragte dann ziemlich ernst. "WER... ist hierfür verantwortlich?" Als der Blick Almalexias auf ihr zum Liegen kam, blickte sie verwirrt nach links und sah sich dem Zeigefinger ihres Bruders gegenüber. Irgendwie hatte er es auch geschafft ihr das Rasiermesser in die Hand zu drücken. Sie blickte wieder hoch zu ihrem Schicksal und verzog die Lippen. Dann zuckte sie mit den Schultern. "Tja. Das war dann wohl irgendwie ich.", meinte sie nüchtern. Hoffentlich macht sie's wenigstens schnell.

Die Halbgöttin bewegte sich um den Stuhl herum direkt auf sie zu. "Ihr... seid mit Abstand... die größte Künsterlin am Haar die ich jemals zu sehen bekam." ... Hä? ... Sie spürte die Hände der Göttlichen auf ihren Wangen, fühlte den makellosen Körper wie er sich ihr entgegendrückte und als die belohnenden Lippen näherkamen schloss die große Schwester bereitwillig die Augen um was auch immer entgegenzunehmen, wobei sie bereits spürte, dass die Belohnung alles in den Schatten stellte, was sie sich jemals erträumen können würde. Die göttlichen Lippen verfrachteten ihren Körper in einen Zustand der Eks..."SCHWESTER! DU SABBERST SCHON WIEDER!"

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Golli (11.08.2016)

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Donnerstag, 11. August 2016, 05:45

Vandresi schlug die Augen auf und starrte die Decke an. Seit wann sah ihre Decke so hässlich aus? Oh. Hyadriil stand über ihr, die Brauen gehoben. Dann schüttelte er nur fassungslos den Kopf und ging zur Seite und davon. "Und nimm' die Hand aus der Hose.", zischte er ihr noch zu und sie gehorchte mal. Dann erhob sich die Älteste der Marvroths und checkte kurz ihren Herzschlag. Der Geruch von Feuer lag in der Luft. Auch der von Guarkot. Vandresi sah ihrem Bruder nach. Er kam wohl gerade vom Training. Sie blickte an sich herab und fand eines ihrer Bücher über Formen und Arten des Magickas aufgeschlagen auf ihrem Bauch. Dann erinnerte sich die Frau daran. Sie war sechsundvierzig. Keine Gemahl. Keine Kinder. Ein noch kleines Licht bei der skeptisch betrachteten Magiergilde. Ihr Vater war enttäuscht von ihr. Oder war es die Mutter die enttäuscht gewesen war? Erinnerungen waren schwer zu behalten. Halt. Sie war nicht sechsundvierzig. Sie war doch schon einhundertunddrei? Oder war sie dreihundertundeins? Das Buch auf ihrem Bauch war nicht über Formen und Arten des Magickas. Es war überhaupt kein Buch, sondern ihr Bündel an dass sie sich im Schlaf geklammert hatte. Genau. Sie konnte es fühlen. Das Feuer war heruntergebrannt und Hyadriil war auch nicht da. Niemand war da. Sie war allein. Es war kalt. Himmelsrand war kalt. So kalt. Der Himmel sah schön aus, aber irgendwie konnte sie diesem nichts abgewinnen. Das Magicka pulsierte in ihrem Körper. Stark wie immer. Und nur dann schwach, wenn sie alle Kapazitäten ausgeschöpft hatte. Dinge zu hören die nicht da waren. Aufzuwachen und nicht zu wissen wo, wer oder wie alt man war... das alles war schon zwanzig Jahre lang so. Man sollte meinen sie gewöhnte sich irgendwann daran. Aber irgendwie passierte das nie. Und sie war allein. Also vergrub sie das Gesicht in dem Stoff ihrer Decke und weinte ein wenig.

Das tat dann und wann ziemlich gut.

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Golli (11.08.2016)

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Montag, 12. Dezember 2016, 13:15

"Dazu wird der Herr, dein Gott, Angst und Schrecken unter sie senden,
bis umgebracht sein wird, was übrig ist und sich verbirgt vor dir.
Lass dir nicht grauen vor ihnen; denn der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte,
der große und schreckliche Gott."

(5. Mose 7,20-21)



VANDRESI UND DAS VERBORGENE DORF
<2Ä 584>


Mittlerweile war Vandresis Körper gute hundertvier Jahre alt. Vermutlich etwas mehr, was ihrem hohen Magickagebrauch zu verdanken war, doch es lässt sich auf Einhundertvier abrunden. Ihr Geist schwankte wie immer zwischen fünf und knapp zweihundert, aber selbst wenn sie einen Verstand besitzen würde der konstant bei um die dreihundert Jahre Erfahrung herumhing, konnte sie sich nicht erklären was sie da sah und roch und hörte. Nämlich nichts. Sie stand auf einem schneebedeckten Platz. Ihre erste Zählung hatte vier Gebäude ergeben. Eine Zweite ergab dann sogar Fünf. Ein fünftes Gebäude war etwas entfernt am Waldrand. Und sie hatte auch nur die Wohnhäuser gezählt. Nord bauten simpel und grob. Meistens aus Holz. Zum Teil aus Stein. Die Häuser waren groß genug um jeweils zwei Familien zu beherbergen. Kantig. Eckig. Sie hatten wenig von den runden Bauten aus Vvardenfell in ihrer Heimat in denen in der Mitte meist Ofen und Stufen nach unten waren. Und unter jenen Stufen dann meist der Schrein für die Ahnen. Aber nicht bei den Nord. Zugegeben. Bisher hatte sie sich in keines der Gebäude getraut, aber mal ehrlich: Bei dem was sie sah, roch und hörte wäre es auch ziemlich lebensmüde in eines der Häuser zu gehen. Also setzte sie sich an den Rand des Brunnens und versuchte zu begreifen, während einen Pilz auseinanderpuhlte und Stück um Stück in ihren Rachen steckte. Nichts. Sie sah nichts. Niemanden und nichts. Sie konnte leblose Dinge sehen wie die Häuser, den Schnee, den Boden und auch mehr oder weniger lebendige Dinge wie Bäume am Rand oder den Garten von einem Haus weiter links, bei welchem ganz klar die Frau die Hosen anhatte, was die Gardinen im Fenster erklärte. Kein Mann würde jemals solche Farben in seinem Haus dulden, es sei denn er unterlag seinem Weib. Der Pilz schmeckte abgestanden und sie spuckte die Stücke nach links aus. Dann bohrte sie in der Nase um zu prüfen ob diese vielleicht verstopft war, aber nein. Alles frei. Kein Popel. Wieso roch sie dann nichts?

Jede gebildete Entität wäre wohl mittlerweile auf die Idee gekommen, dass keine natürliche Ursache dahinterstecken konnte. Und genau so verhielt es sich auch für Vandresi. Was war passiert? Ein Nebeneffekt der Ebenenverschmelzung von der sie innerhalb der Magiergilde gehört hatte? Doch müssten sich dann nicht andere Dinge zeigen, wie etwa ein Auftauchen von Skampen oder sonstigem Geschmeiß aus den Ebenen Oblivions? Sie hatte für einen Moment darüber nachgedacht einen Zauber zu wirken, doch sagte ihr der kluge, clevere Instinkt von ihr, dem sie seit hundert Jahren mehr vertraute als irgendetwas anderem, dass das keine gute Idee war. Nein. Ihr Instinkt SAGTE ihr, dass sie all' ihr Magicka noch brauchen würde. Sie hörte keine Vögel. Keine Bienen. Kein nutzloses Geschmeiß. Nicht einmal den Wind. Was war los? Verbarg sich denn alles was auf Leben hinweisen konnte vor ihr? Oder vielleicht gar nicht vor ihr, sondern vor Anderem? Vielleicht vor den Göttlichen oder den Prinzen der Zerstörung? Was, war es ein Experiment eines Magiers? Doch wozu und warum? Sie spürte keine Spuren und Magicka in der Menge wie es notwendig wäre um mehrere Personen und anderes Zeug zu verbergen hinterließ IMMER Spuren. Mittlerweile kaute sie auf einem Stock herum um sich abzulenken. Natürlich war auch kein Vieh mehr übrig und ihr Instinkt verriet der Dunmer auch, dass es dumm wäre etwas aus dem Dorf zu sich zu nehmen. Frustriert sprang sie wieder auf die Beine und hob die Arme.

"Oh! Ihr Verborgenen! Zeigt euch!"

Nichts passierte. Sie ließ die Arme fallen, linste nach links und rechts und stemmte die Hände in die Hüfte. "Hm." Entführung? Es gab keine Kampfspuren. Gar nichts. Ihr kam die Idee Fussspuren im Schnee zu suchen und sie fand sogar eine die von einem der Häuser wegführte. Dieser wurde gefolgt. Bis zu einem zweiten Haus. Dem Haus mit dem Garten und den Vorhängen. Grimmigen Blickes griff sie, in Ermangelung einer besseren Waffe, hatte sie ihrem nutzlosen, lieben, dummen, grausamen Bruder doch ihre gute Klinge überlassen, nach einer Forke und schob mit dieser die Tür auf um einen Blick ins Innere zu werfen. Der erste Geruch der ihr entgegenschlug war der von... Blumen. Skeptisch trat Vandresi ein, die Forke bereithaltend um zuzustechen und abzuwehren und zu vernichten so es notwendig wurde. Doch eben genau das wurde es nicht. Stattdessen sah sie Blumen in Töpfen und Blumen in groben Tonvasen stehen. Was den blumigen Duft erklärte. Es waren allesamt wilde Blumen die sich an das harsche Klima von Himmelsrand angepasst hatten. Und dem Zustand derer in den Vasen her nach hatte sich erst kürzlich jemand um sie gekümmert. Es war tröstlich ein Zeichen von halbwegs lebendiger Schönheit an jenem Ort zu sehen und Vandresi ließ sich zu einem Moment der Achtlosigkeit herab um an einer jener Blüten zu riechen. Nachdem sie mit ihrem Instinkt geklärt hatte, dass das keine blöde Idee sein konnte, untersuchte sie den Rest des Hauses. Es gab getrennte Schlafzimmer für Eltern und Kinder. Mindestens zwei offensichtlich. Sie untersuchte die grob geschreinerten Komoden nach Hinweisen oder Nützlichem aber nach dem was sie hier und dort so fand, konnten die Einwohner nichtmal lesen. Wie jämmerlich... Die Dunmer trat die Tür zum Keller auf und fand einige trocken gelegte Vorräte an denen sie sich trotz allem Drang und Willen lieber nicht bediente. Denn wie hieß es noch so schön? Vorsicht war besser als blutigen Schaum erbrechend zu Boden zu gehen!

Ein Geräusch ließ ihren Blick nach oben an die Decke des Kellers schnellen. Sie ließ die kleine Flamme an ihrer Kerze verlöschen und tauchte sich selbst in Dunkelheit.
Jemand war im Haus.

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Spiffypurse (12.12.2016)

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Montag, 12. Dezember 2016, 14:02

"Liebe Mutter, liebe Mutter, schicke mir dein Kind, denn die Sünden der Unwürdigen müssen in Blut und Furcht getauft werden. Liebe Mutter, liebe Mutter, schicke mir dein Kind, denn die Sünden der Unwürdigen müssen in Blut und Furcht getauft werden. Liebe Mutter, liebe Mutter, schicke mir dein Kind, denn die Sünden der Unwürdigen müssen in Blut und Furcht getauft werden."

(??? - Das schwarze Sakrament)


DIE DICKE ODA, IHRE MÖRDER UND ICH
<2Ä 584>



Oda wuchtete ihren schweren Körper auf das mottige Bett voller Gestank und ferner Sehnsüchtige der unterschiedlichsten Liebenden und deren ausgesonderter Körperflüssigkeiten. Vermutlich würden Leute die weniger waren wie 'Oda' schon allein vom Anblick jenes billigen Drecksbettes etwa zwölf Krankheiten an unterschiedlichen Stellen des Körpers bekommen, aber Oda war nunmal Oda und es war ihr scheißegal wodrauf oder wodrin sie lag. Ihr Tag war auch so schon scheiße genug. ... Okay. Weniger ihr Tag, als vielmehr ihr Leben. Vom Beginn als der Junge den sie gemocht hatte sie als rasiertes Mammut, welches zehn fette Horker gefressen hatte, bezeichnete bishin zu dem Tag an dem sie in Schweiß und Blut gebadet und allein im Nirgendwo erwacht war. Die Wunden waren mit der üblichen Routine versorgt worden mit denen sie schon unzählige Andere (meistens bei sich selbst) versorgt hatte. Das änderte natürlich nichts daran, dass sie am Liebsten durchdrehen und jeden erschlagen würde der ihr zwischen die dicken Finger kam. Aber das hatte einen ganz andere Grund der nun auch nicht erläutert werden musste. Das Zimmer hatte sie drei Münzen gekostet und die brüchige Tür würde ziemlich viele Geräusche von sich geben, sollte jemand versuchen sie zu öffnen. Das war gut, damit kam Oda klar. Vorsichtig zog sie die Ungeziefer verseuchte Decke weiter hoch und versuchte zumindest ansatzweise genügend erholsamen Schlaf zu ergattern um den Hunger vergessen zu können den sie verspürte. Die Erschöpfung half dabei in dem sie sie sofort in einen unruhigen Schlaf trieb. Und ihre Träume waren mal wieder von der widerwärtigen Natur.

Oda rannte mir mal wieder nach. Panisch und fürchtend und ängstlich und wirr und sabbernd. Schaum vor'm Mund. Als gäbe es nichts Schöneres auf Nirn als mich in ihre dicken Arme zu schließen zwischen denen sie schon häufiger andere Dinge zerdrückt hatte die größer waren als ich. Ich würde lügen, würde ich behaupten, es würde mir keine Angst machen. Der Gedanke, dass sie mich einst in die Finger kriegen würde. Und dennoch war dieser Eifer, diese Sucht, ihre Einsamkeit. Es war rührend. Süß. Sie war wie ein kleines Kind. Sie versuchte sich das zurückzuholen was ihr ihr Leben lang verwehrt geblieben war und was ich ihr in einem Moment zu schenken vermocht hatte. Wenn die wirklich Bösen böse Dinge taten, war ich mir nie sicher warum sie taten was sie taten. Jemand tat doch nicht Böses... wobei ich Böse so definiere, dass alles was Anderem Leben auf Nirn schadet als Böse zu werten ist... nur wegen des Bösem Willen. Davon gab es wenige Fälle die es tatsächlich deswegen taten. Die sich an Schmerz und Leid und Tod erfreuten. Andere sind durch einen Glauben oder eine Vorstellung davon geleitet das zu tun was sie tun. Doch selbst in diesem Glauben gibt es Auslegungen und Sichtweisen und auch der Moment in dem man entscheidet... sich bewusst entscheidet... wie weit man geht. Aber auf der Basis all' dieser Dinge... was wollen die Bösen eigentlich? Brauchen sie einen guten Witz... einen guten Freund... oder wären sie auch schon mit einfacher Gesellschaft zufrieden? Was ist es was sie tief, ganz tief in ihrem Inneren wirklich bedürfen, was sie brauchen, sich des Nachts wünschen und ohne 'böses zu tun' nicht bekommen würden? Nein. Vermutlich zählen die Meisten Mörder, Schänder und Kriegstreiber einfach zu der Sorte Lebewesen die niemals glücklich sein können. Ich gab Oda nur einen Funken dessen was sie sich wünschte. Und es reichte um sie auf Lebenszeit an mich zu binden. Und während sie mich in ihren Träumen jagt und dabei heult wie ein Kleinkind mit Aua Aua, merkt sie gar nicht wie sich jemand durch das Fenster in ihren Raum stiehlt. ... Oda? Wach endlich auf du laufender Fetthaufen!

Sie öffnete die Augen und sah sich Roten gegenüber, sowie dem Blitzen einer wirklich scharfen Klinge. Ihre Arme schnellten hinauf packten den fremden Körper am Brustriemen und am Handgelenk und sie warf ihn nach links über sich gegen die Wand, ehe sie sich nach rechts von der Koje rollte und mit der Hilfe von zu viel Schwung stolperte und gegen die Wand neben der Tür rummste. Das was sie da angriff hatte sich längst von ihrem Gegenangriff erholt und bewegte sich so unendlich schnell, dass ihr schwummrig wurde ihm zuzusehen wie er sich von der Wand abstieß, mit unmenschlichem Geschick einen Schritt auf dem Nachttisch machte und sich dann auf sie warf. Oda ließ einen breiten Schwinger folgen, welcher ins Leere ging und ein beißender Schmerz breitete sich an ihrer linken Körperseite aus, als der Mörder seine Klinge in die bereits bestehende Wunde trieb. Sich mit rechtem Fuss vom Boden abstoßend, das Gewicht nach links verlagernd wollte sie das Ding gegen die Wand schmettern, was sich nur darin zeigte, dass sie ihre eigene Schulter gegen die Holzwand schmetterte und den Holzbalken dort zum Bersten brachte. Die Decke kam an einem Stück etwas nach unten, aber das merkte sie im Eifer nicht. Stattdessen zog sie das Messer aus ihrer Seite und schleuderte es im Reflex nach dem Angreifer, welcher es fing und zurückschleuderte, ihre Hand in die Holzwand nagelte was sie zum Aufschreien brachte. Aus tränenden Augen sah sie das Kurzschwert was er zog... es war ein Dunmer. Kein Wunder, dass sie kaum mitbekam wie er sich bewegte. Scheiß Elfenpack! Er stürmte auf sie zu, sie riss die linke Hand samt dem Messer aus der Wand und rammte ihm ihre Haut und Knochen und den Messergriff und Knauf mitten ins kantige Gesicht, was dazu führte, dass er einen halben Schritt nach rechts gegen die Tür flog und dort reglos liegen blieb. Oda stürmte auf das Aufkommen lauter Stiefel von hinter den Wänden zum Kleiderschrank und rammte sich von anderer Seite mit ihrer Schulter dagegen. Er stürzte auf den reglosen Elfen und vor dir Tür welche laut rummste als ein Körper dagegenknallte. Oda zog das Messer aus ihrer Hand und behielt es in der Rechten. Dann peilte sie das Fenster an und startete ihren Lauf mit einem Grunzen. Gerade als ihre Füße den holzigen Boden verließen tauchte ein vermummtes Frauengesicht von unterhalb von dem Fenster auf. Ach ja richtig. Ich bin ja im ersten Stock. Die dicke Nord konnte noch sehen wie die Pupillen der Frau ganz klein wurden, als ihre Nase sich plötzlich in Odas Schritt- und Beckenbereich wiederfand und sie somit wohl oder übel von der Wand weg und mit nach unten gerissen wurde.

Beide Frauen landeten auf dem Rücken. Der Kleineren zertrümmerte das Gewicht der Größeren ihre Rippen, während eben jene Größere von dem Polster zwischen sich und dem grasigen Boden profitierte. Wenn auch nur ein wenig. Mit pochender Wirbelsäule rollte sich Oda von der recht schnell Sterbenden herunter und stemmte sich auf die Beine. Sie hatte keine Ahnung wie viele noch kamen, aber sie musste weg. Das Dunkel der Nacht war vermutlich für ihre Feinde eine größere Hilfe als für sie selbst, wer auch immer diese Feinde waren. Feige Mörder offensichtlich. ... Oda hatte noch nie irgendwem getraut. Nichtmal ihren Landsleuten. Sie war allein und das war 'fast' gut so. Die Frau schaffte es bis zum nahen Fluss, wo sie gierig trank und die Augen vor und nach und bei jedem Schluck offen hielt. Das Geräusch des fließenden Wassers gab ihren Feinden noch mehr Vorteile, aber ebenso ihr selbst. Oda riss ein Stück von ihrem Hemd ab und wickelte es sich um die durchstochene Hand, welche sich... taub anfühlte. Sollten da nicht mehr Schmerzen sein? Oder war groß, mächtig und hässlich. Aber nicht dumm. Zumindest nicht komplett. Sie hatte jede negative Erfahrung in ihrem Leben verbucht und abgespeichert. So fühlte es sich nicht an wenn eine Hand durchstochen wurde. Gift., war das Erste was ihr in den Kopf kam als das Taubheitsgefühl auf den Unterarm übergriff. Sie kniff sich in den Oberarm und nahm es gerade so zum Teil noch wahr. Oda hatte nicht vor zu sterben, aber mit Giften kannte sie sich nicht aus. Nicht genug jedenfalls. Nachdem sie die verletzte und vergiftete Hand ausgewaschen hatte... wo das Fehlen von Schmerzen sehr hilfreich war... wickelte sie den Stoff wieder herum und watete durch das seichte Wasser auf die andere Seite. Wenn sie nicht schon den Verstand verloren hatte... gab es eine Kapelle der Acht in der Nähe. Ein Priester konnte ihr helfen. Oda hörte bei ihrem Weg vom Fluss weg eine Flagge in starkem Wind wehen. ... Es wehte kein Wind.

Sie warf sich nach links und der Feuerball zerbarst an der Anhöhe vor der sie vorhin noch stand. Sie spürte wie der Druck sie zumindest ein wenig anstubste und wie eine gewisse Hitze über ihren Rücken ging. Dann griff Oda aus.

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Morlana (12.12.2016)

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Donnerstag, 31. August 2017, 02:04

Vandresi - 1
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Er spannte die Zwergenarmbrust an seinem Arm, die ausgefeilte Apperatur. Mitnichten natürlich sein Werk, nein. Gestohlen oder mehr geborgen hatte er sie. Je nach persönlichem Blickwinkel. Ihre Erschaffer waren immerhin nicht mehr zugegen um sie noch gebrauchen zu können. Schartig hörte sich die Klinge an, als er sie aus der Scheide zog und ruhig an seiner Seite mit sich führt. Ein kurzes, gut gehämmertes Stück Stahl. Schartig, doch noch scharf genug um tödlich zu sein. In dieses Haus war sie gegangen und er durfte allein nachgehen, denn der von allen Göttern verfluchte Nord draussen brauchte ja einen Leibwächter bei sich, falls NOCH jemand an diesem verfluchten Ort auftauchen würde. Ehrlich gesagt hatte er nicht damit gerechnet, dass überhaupt jemand auftauchte. Aber dann... puff. Ein Elf. Eine Frau auch noch. Unbewaffnet. Ohne Pferd. Tauchte einfach auf. Wenn das mal nicht seltsam war! Und er, Jul, hatte genug Respekt vor den Elfen um sich auf einen harten Kampf gefasst zu machen. Das Holz knirschte und seinen dicken Stiefeln. Trotzdem fror er. Himmelsrand war ein scheiß Land. Er wollte irgendwohin, nur nicht nach Himmelsrand. Überall nur Schnee und laute, große Idioten wie den für den er arbeiten musste. Und ja. Er musste. Gold wuchs bekanntlich nicht auf Bäumen. ... Sondern in Minen. Und er war kein Besitzer einer solchen Mine und ohne eine Mine musste er halt IRGENDETWAS machen um an das Gold zu kommen was er brauchte um sich nicht prostituieren zu müssen und sich zu prostituieren war keine große Option für ihn denn er war scheiße hässlich und das wusste er und es machte ihm nichts aus. Gold für Essen und er war zufrieden. Im Keller da... Nichts. Erst dachte Jul an überwältigende Fantasien, wie Geheimgänge zu einer unterirdischen Gruft wo er ein massiges Leichenlager finden würde. Sein Zweiter, weit logischerer Gedanke war dann: Versteck. Die versteckte sich. Humorlos wie er war, richtete er eine Hand auf die zwei Laternen im Raum und lies Feuer in diesen entflammen. Wurde etwas heller. "Komm' raus."

Humorvoll wie sie war hatte sie darauf noch keine Lust und blieb in ihrem Versteck. So hatte sie es zwar vorgehabt, aber irgendetwas lief nicht so wie es sollte und das Holz brach unter ihr einfach weg. So löste sie die Schmuggelklappe. Diese tat das was Klappen nunmal so machten und befolgte die Gesetze der Schwerkraft, klappte nach unten auf, schlug gegen den Hinterkopf von dem hässlichen Mann und schickte ihn zu Boden. Vandresi wiederum hielt sich am Rand vom Schmuggelversteck fest, ließ sich dann herunterfallen und landete auf den Füßen. Sie kratzte sich am Kopf. "Nun... verzeiht mir dies Malleur, mein Bester.", sprach sie. Urh.. ich entschuldige mich schon bei einem Menschen. Erst wollte sie ihm das Schwert und diese Armbrust wegnehmen, aber Ersteres sah einfach zu erbärmlich und Letzteres zu blöd aus. Also sagte ihr Stolz: Nö. Und sie wanderte die Stufen unbewaffnet wieder hoch. "Was für eine lästige Angelegenheit." Sie trat aus dem blumigen Haus ins Freie und wurde von zwei Klingen begrüßt die sich über Kreuz an ihren Hals legten. Und diese Klingen gehörten zu einem großen Nord und einem breiten Nord. Gut. Für Vandresi waren es ein heller Mensch und ein dunkler Mensch. Oder ein großer Mensch und ein bulliger Mensch. Völlig egal. "Ganz ruhig bleiben jetzt, Elf.", sagte der Große der zweifellos auch besser gekleidet war. Die Aussage war seltsam. Wirkte sie denn unruhig? Seit hundert Jahren machte sie sich schon keine Gedanken mehr wenn jemand ein Schwert an ihren Hals anlegte! Also wirklich! Sie rührte sich trotzdem nicht und die Beiden traten von jeweils einer Seite neben der Tür vor sie, immernoch die Klingen auf ihren Schulter ruhen lassend, bereit ihr die Rübe von den Schultern zu hauen.

"Nun... Ihr seid alt.", sagte der Große nachdem er sie ausgiebig aus der Nähe betrachtet hatte. "Nun... Ihr seid jung." Vandresi musste lächeln. Clevere Erwiderungen wie diese brachten sie irgendwie immer dazu! "... was?", fragte der Breite. "Im Vergleich zu mir. Ich bin alt. Ihr seid jung. Ihr Beide seid das. Egal wie lang eure Bärte werden." Die Beiden sahen sie an. Dann sagte der Große: "Mein Name ist Fron, ich bin der Sohn von Kopa dem Stadtrüttler. Und das hier ist mein Huskarl Bren Sohn des Valmer aus dem Westen. Wie ist Euer Name, Elf?" Sollte sie darauf antworten? Musste sie? Nein. Musste sie nicht. "Den sag' ich nicht." Es brauchte einen Moment, bis der Kern ihrer Aussage bei den Beiden angelangt war. "Warum nicht?" Berechtigte Fragen bekamen Antworten: "Ich möchte nicht." Fron und Bren tauschten einen Blick aus. Diesem Blick entnahm die Dunmer, dass die Beiden schon sehr lange zusammen durch die Botanik laufen mussten. Die Nord starrten sie wieder an: "Du musst.", sagte der große Fron. "Ich muss gar nichts." Bren schaltete sich ein: "Aber wir haben Waffen." Sie schüttelte bedauernd den Kopf. "Ist mir egal." Wieder ein Austausch von Augenkontakt zwischen den Beiden. Fron ergriff danach wieder das Wort: "Das ergibt keinen Sinn. Wenn du nicht antwor..." Patsch. Patsch. Sie gab Beiden eine Ohrfeige. Das tat sie schnell und als die Nord mit dem Blinzeln fertig waren stand sie da mit zwei Schwertern in den Händen. Fron und Bren sahen auf ihre leeren Hände, dann wieder zu ihr. Die alte Dunmer tippte mit den Klingen auf ihren Schultern herum. Fron zeigte auf sie: "Könnte ich das wiederhaben, bitte?" Darüber dachte Vandresi einen Moment nach und gab es ihm dann mit dem Griff voran zurück. Um ihm die Schmach der Frage zu ersparen tat sie Selbiges auch für Bren. Dass sie der Bitte der Beiden nachgekommen war, musste schwer an den Welt- und Wertvorstellungen der Beiden gerüttelt haben, denn einen Moment lang schienen sie sich nicht sicher zu sein, ob sie die Waffe wieder gegen sie richten sollten oder nicht. Es wurde sich für das 'Nicht' entschieden und sie scheideten die Klingen, traten sogar zurück. Sie selbst trat zurück ins Haus. "Lasst uns Platz nehmen. Der Schnee rieselt mir ins Haar."

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Donnerstag, 31. August 2017, 02:05

Innen stellte sie ein paar Blumentöpfe anders auf und schob eine Bank, einen Tisch, einen Hocker und noch eine Bank zurecht. Sie setzt sich auf die Bank und fing an ihre Stiefel aufzuknoten. Die beiden Nord traten ein, sahen die Dunmer an, dann sich gegenseitig, dann zuckten sie mit den Schultern und schlossen die Tür, setzten sich auf die andere Bank. "Wo is'n Jul?", frage Fron. Sie zeigte nach unten. "Im Keller. Er schläft." Schien Bren zu beeindrucken. "... musst gut sein, wenn du ihn lebend gekriegt hast." Sie nickte ernst. "Er ist eine Kriegernatur. Es war ein anstrengender Kampf." Kein Grund auf sein Talent zu spucken., dachte sie. Von den Stiefeln befreit, legte sie die Füße auf dem Hocker hoch und atmete geräuschvoll aus. Plötzlich war es an der alten Dunmer neugierig zu werden. "Sagt... ihr wisst nicht zufällig was hier geschehen ist?" Fron schüttelte den Kopf. "Nein, El... Frau Elfin. Mein Herr trug mir auf herauszufinden was mit seinem Vetter und... all' den Leuten geschehen ist." Sie legte sich der Länge nach auf die Bank, wechselte die nackten Füße also auch auf diese und ließ ihr Haar den Boden streicheln. Dabei blickte Vandresi nachdenklich an die Decke des Hauses. "Wie lang' ist das her? Zwei Tage?" Es war an Bren zu antworten und Misstrauen kehrte in seine Stimme ein. "Ziemlich genau zwei Tage, ja. Ihr könnt' gut schätzen." Sie schüttelte leicht den Kopf und holte die Stücke an Pilzen hervor und fing an diesen zu knabbern. "Nein... nein, nicht wirklich. Ich bin schlecht im schätzen. Aber vor zwei Tagen ist in dieser Umgebung etwas passiert, was mich angelockt hat." Fron war schnell im Schalten. Zweifellos der Denker der Beiden. "Dann HAT es etwas mit Magie zu tun? Irgendeine trügerische Zauberei?" Vandresi runzelte die Stirn. "Möglich. Es _würde_ die meisten Fragen klären, wie es Magie doch so gern tut. Lässt sich etwas nicht erklären ist die Antwort doch meist 'Magie'. Zumindest denken viele zuerst daran, wenn es etwas Schlechtes ist. Passiert etwas Unerklärliches, was gut ist, dann sind es Götter die wirken." Diese einfachen Bauern! Wie ätzend!

Jul tauchte im Rahmen der Tür zum Keller auf, sich den Kopf haltend und mit äusserst unglücklicher Fratze im Gesicht. Er stolperte in den Raum, sah zwischen den beiden Nord zu der Dunmer und ließ die Hand dann langsam sinken. "Vandresi, nicht du!", polterte er los und sie hob eine Hand zum Winken. "Wie geht's, Jul?" Er patschte sich mit einer Hand ins Gesicht und zog sich den Hocker heran um nicht bei den Nord oder der Elfenfrau sitzen zu müssen. "Ich hätte dich gleich erkennen müssen. Deine Haare sind ganz grau geworden." Missbilligend drehte sie einen Pilz auf ihrem langen Zeigefinger. "Und du bist jetzt nicht mehr jung und hässlich, sondern alt und hässlich. Immernoch keinen Balsam dagegen gefunden?" Von Seiten der Nord hörte sie ein gemurmeltes: "... klingt ja nach einer Krankheit..." Und Jul zeigte ihr den Finger. Fron meldete sich zu Wort. "Ihr.. äh.. kennt euch also, ja?" Jul spuckte nach rechts aus. "Götter, ja!" Er griff an die Armbrust die auf seiner Armpanzerung thronte und entspannte diese vorsichtig, nachdem der Bolzen entnommen wurde. "Und es ist entweder gut, dass sie hier ist oder eben RICHTIG scheiße." Die Dunmer setzte sich auf und wackelte mit den Zehen. "Ob es eines von Beiden ist, kann ich dir nicht sagen Jul. Ich finde es höchst seltsam gerade hier und gerade heute wieder auf dich zu treffen. Wenn ich mich nicht penibel weigern würde an Schicksal zu glauben, würde ich fast sagen es wäre Schicksal und du wirst verstehen was ich meine, wenn ich dir sage: Ich glaube, dass Rôk mit der Sache hier zu tun hat." Jul starrte sie an. Fron sah zwischen Beiden hin und her und wedelte mit einer Hand um Aufmerksamkeit. "Wer? Rôk? Wer ist das? Ist sowas schon mal passiert?" Die Elfin schüttelte den Kopf. "Kein ganzes Dorf, dass verschwindet, nein. Aber einzelne Personen die verschwinden. Vor fast einem halben Jahrhundert in den Bergen von Hochfels." Sie stand auf, wischte mit einem Arm über den Tisch um alles von diesem zu Boden zu werfen und drehte ihn dann um, kanalisierte etwas Magicka und ließ ihn dann seitlich schweben bis er auf ihrer Kopfhöhe war. Vandresi griff an ihren Gürtel und zückte ein Stück Kreide. "Es gibt ZWEI ... ihr könnt' doch alle lesen, oder? ... Egal. Ich zeichne es euch. ... also es gibt zwei denkbare Möglichkeiten warum das hier passiert. Eigentlich Drei, aber die Dritte würde bedeuten, dass wir nichts tun können."

Unterdessen hatte Jul das Gesicht in den Händen vergraben. Sie spricht bereits von 'Wir'., dachte er. Er hoffte, es war Möglichkeit Drei. Denn er hatte absolut keine Lust auf eine Wiederholung der Geschehnisse von vor fünfzig Jahren.