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Sazael

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Samstag, 12. März 2016, 16:59

Sazael Almedihar - Das Aschenblut

Sazael Almedihar - Das Aschenblut




Dies ist meine Geschichte.
Sie erzählt von meinen Taten, den guten und den schlechten. Meinen engsten Freunden und ärgsten Feinden. Meiner Vergangenheit, sowie die Gegenwart.
Es sind keine Legenden, Märchen, Gedichte oder Lieder.
Alles was ich schreibe, ist wahr.
Du, der du diese Geschichte liest, schließe sie in dein Herz und halte sie. Halte sie sicher, trage sie weiter.
Verkünde sie und lass sie erklingen.
Gewähre mir Unsterblichkeit!

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Elfenblut (19.12.2016)

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Samstag, 12. März 2016, 16:59

Sazael stieg von seinem Pferd, keine hundert Schritt von dem
Gehöft, das ihm genannt worden war. Hinter ihm saßen seine beiden
Brüder, Kailis und Veranis, ebenfalls von ihren Rappen ab und
betrachteten gemeinsam mit ihm die Ansammlung von Gebäuden, die sich
inmitten der wogenden Haferfelder erhob.
Seine Brüder und er waren dunmerische Attentäter, spezialisiert
in Nacht und Nebel Aktionen und nur schwerlich zu erschüttern. Genau
die Eigenschaften benötigten sie für ihre Aufgabe.
Äußerlich verschmelzten sie dank ihrer Kleidung mit der Nacht.
Unter ihren nachtschwarzen Kapuzenumhängen waren die ebenso
schwarzen verstärkten Lederrüstungen und ihre Kurzschwerter
lediglich zu erahnen.
Die nächtliche, warme Luft war erfüllt von dem Geruch nach
Asche, nach reifendem Getreide und Rauch, der aus dem Kamin des Hofes
stieg. Der Duft von schmorrendem Fleisch gesellte sich dazu;
anscheinend wurde gerade das Abendessen vorbereitet.
Der sanfte Wind spielte mit den Rispen, bog die Halme und erschuf
Muster in den Feldern.
Sazael gefiel der Anblick. Es scheint so als würde der Wind
Gefallen daran finden sich unaufhörlich veränderbare Bilder zu
malen.
Er fasste die langen
schwarzen Haare zusammen und band sie zu einem Knäuel am Hinterkopf.
Mit einer Nadel, die er aus dem Gürtel zog, fixierte er den Schopf.
Das war das Zeichen für seine beiden Brüder, die Mäntel abzulegen und sich bereit zu halten.
Jetzt erst kamen die Kurzschwerter, die zahlreichen Wurfdolche und
-sterne zu Vorschein, die sie an Brust- und Rückengurten trugen. Die
beiden legten ihre schlcihten weißen Masken an, die keine
aufwendigen Verzierungen hatten oder dem Gesicht eines der Mitglieder
des Tribunals nachempfunden war.
Sazael tat es ihnen gleich. Er löste den schwarzen Umhang von seinen Schultern und befestigte ihn
an dem Sattel seines Pferdes, dann trabte er auf die kleinste der
Scheunen zu.
Das Getreide um sie herum raschelte, die reifen Körner an den Rispen rieben aneinander, dann
schlug der Wind um, als wüsste er, was dem Bewohner des Gehöfts bevorstand.
Das letzte Mal als sie ihre
Pflicht taten, mussten sie mitten in Gramfeste zuschlagen und darauf
achten, das niemand erfuhr, was geschah.
Kein Laut durfte erklingen, kein
Schrei ertönen und unter allen Umständen durfte niemals bekannt
werden, was der Grund für den tödlichen Besuch dieser drei
Attentäter war. So lautete die Maßgabe.
Die Abgeschiedeheit gibt uns einen großen Vorteil. Sazael
zog seine Kurzschwerter, deren beide Seiten scharf geschliffen waren.
Die Parierstangen bogen sich ungewöhnlich weit hoch und verliefen
eine Handbreit parallel zur Klinge. Es ist schon zu lange
her, das wir keine Rücksicht auf die Umgebung nehmen mussten.

Er erreichte das Tor und lieb stehen.
Veranis erklomm lautlos das Dach des Hauptgebäudes und Kailis
umrundete das Gehöft.
Sazael atmete tief ein und horchte auf sein Herz. Nachdem zehn
Herzschläge vergangen waren, öffnete Sazael den Eingang mit einem
kräftigen Tritt und schritt gemächlich ins Innere, die
Kurzschwerter am langen Arm schräg vor sich haltend. Der Anblick,
der sich ihm bot, ließ den Dunmer eine Braue unter der Maske heben.
Zwei nackte weibliche Dunmer standen in der Mitte der
kerzenbeleuchteten Scheune umringt von Leichen und versuchten sich
gegenseitig davon abzuhalten sich ihre Kehlen durchzuschneiden. Sie
bluteten bereits aus mehreren Wunden aber zeigten keine Schwäche und
knickten nicht ein.
Beim näheren hinsehen fiel Sazael auf das die Leichen ebenso
nackte Frauen von verschiedenen Völkern waren.
Eine der beiden Dunmer wandte närrisch den Kopf zu der
aufgetretenen Tür und sah den Dolch nicht kommen, der sich in ihren
Hals bohrte. Sie ließ ihren Dolch fallen und griff nach der Wunde um
sie zuzudrücken, sackte aber röchelnd zu Boden. Die noch stehende
Dunmer wandte dann den Kopf zu Sazael.
Sie wollte etwas sagen aber das Schwert von Sazael verhinderte
dies, indem es ihre Kehle durchschnitt.
Sazael schaute sich dann um. Ketten hingen von der Decke und den
Wänden herab, Stroh lag überall auf dem Boden verstreut herum und
war vom Blut rot gefärbt. Er schaute hoch zu der Decke und sah auf
der oberen Ebene der Scheune einen kleinen Vorsprung. Auf dem
Vorsprung hatte man einen Stuhl hingestellt, von dem man ohne
Probleme den Kämpfen der Frauen zuschauen konnte.
Das hintere Tor der Scheune wurde aufgeschoben und Kailis trat
ein. Er nahm die Maske ab und ließ seinen Blick über die toten
Frauen schweifen und schaute dann zu dem mit Blut beschmierten
Schwert von Sazael. Dann zog er seine Kurzschwerter und gab der noch
röchelnden Frau vor sich den Todesstoß.
“ Die anderen Scheunen sind leer.“, sagte er und schaute zu
Sazael.“Das Wohnhaus auch. Allerdings sagte Veranis, das wir ihn
drinnen treffen sollen.“
Sazael nickte nur und schritt über die Leichen an seinem Bruder
vorbei ins Freie und schaute zum Wohngebäude. Er hoffte, das Veranis
eine Spur von ihrem Ziel gefunden hatte. Schon zu lange mussten sie
dem selbsternannten Spielzeugmacher durch
Morrowind hinterherjagen, zu lange schon führte er sie an die Nase
herum.
Aber Sazael hatte das Gefühl,
das sich die Suche hier dem Ende neigen würde. Schon bald würde ein
Narr weniger die Bewohner Morrowinds mit seinen Taten plagen.
Ja, schon bald wird alles ein Ende haben.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Sazael« (12. März 2016, 18:13)


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Samstag, 12. März 2016, 18:15

Das Wohnhaus sollte sich getreu den Worten von Kailis als "leer" vorfinden. Sazael und Kailis waren dennoch vorsichtshalber vom Dach aus in die Wohnung gestiegen und fanden sich zunächst in dem Schlafgemach wieder, welches sorgfältig gesäubert wurde und luxuriös dekoriert war. Ein Himmelsbett stand mittig gelegen an der linken Seite von Sazael und ließ genug Platz um jeweils zwei Schränke daneben stellen zu können. Eins links, eins rechts von dem Bett. Ein rötlicher runder Teppich zierte den dunklen Holzboden.
Der Blick von Sazael fiel aber auch auf ein großes gemaltes Bild rechts von ihm an der Wand. Es zeigte eine Dunmer mit hübschen Gesicht und langen, weißen Haaren in einer nächtlichen Umgebung unterm Sternenfirmament. Unter dem Bild stand eine Kommode mit einer Schale und zwei halb abgebrannten Kerzen.
Kailis ging an Sazael vorbei und trat aus dem Raum. Er musste nicht nach links oder rechts ausschau halten, da er seinem großen Bruder vertrauen schenkte. Wenn Veranis die Sicherheit einer Umgebung bestätigte dann war es auch so. Sazael folgte dem anderen Dunmer dann auch und trat durch einen kleinen Flur, der im Gegensatz zu dem Schlafzimmer komplett leer zu sein war. Ein flüchtiger Blick bestätigte die Vermutung des Dunmers, als er Kailis über die Treppe in das untere Stockwerk folgte und sich in einem länglichen, schmalen Flur wieder fand. So wie der obere Flur sollte auch dieser leer sein....nur sechs Türen ließen weitere Räume hinter ihnen vermuten.
Eine Tür befand sich hinter ihnen, die restlichen fünf vor ihnen. Vier von ihnen teilten sich die Wände links und rechts von den Dunmern auf. Zwei lnks, zwei rechts. Die fünfte Tür befand sich gerade vor...die Eingangstür.
Aus einer der rechten Türen drang der Geruch von mittlerweile verbrannten Fleisch in den Flur. Die beiden Dunmer hielten ihre Schwerter bereit und näherten sich der Tür die ihnen am nächsten war. Drei Herzschläge sollten vergehen, ehe Kailis die Tür ruckartig öffnete und Sazael in den Raum hereinstürmen wollte....nur um an der Türschwelle zu verharren, als er die Klingenspitze seines älteren Bruders einen Fingerbreit vor seinem Gesicht entfernt entgegen starrte.
"Sei froh das ich nicht zugestoßen habe.", flüsterte Veranis ihn mit kalter Tonlage zu und zog den Schwertarm wieder zurück. Das Schwert scheidete er aber nicht. Sazael seufzte kaum hörbar leise aus und richtete sich wieder auf, ehe er drei große Schritte in den Raum tat,der sich als eine große Küche herausstellte, die mit Ausnahme von dem Tisch ebenfalls komplett leer stand. Eine weitere Tür befand sich am anderen Ende des Raumes..vermutlich die Speisekammer.
Veranis deutete mit der Schwertspitze auf einen großen Haufen Fleisch der auf den Tisch lag. Dann auf den Kamin, wo sich noch ein Stück Fleisch aufgespießt über den Feuer gänzlich den Flammen hingab und immer schwärzer und schwärzer wurde. Als letztes dann auf die Tür, die zur Speisekammer führt. Mit fragenden Blick schaute Sazael zu der Tür dann wieder zu Veranis.
"Sieh selbst.", war alles was er dazu sagte und zog den Schwertarm wieder zurück. Wieder seufzte Sazael kaum hörbar aus und ging dann langsamen Schrittes zu der Tür und legte die Hand auf den Griff. Er drehte ihn langsam nach links...und hielt dann inne. Plötzlich vernahm er einen fauligen Geruch, der von der Tür ausging und durch das verbrannte Fleisch und den offenen Flammen unterdrückt wurde. Dies hinderte ihn aber nicht daran, die Tür langsam zu öffnen.
Bei seinem Fund blieb er wie angestarrt stehen. In der "Speisekammer" hingen mehrere eiserne Haken an Ketten von der Decke runter, die meisten waren blutverschmiert. An einigen der Haken baumelten leblose Körper von weiteren Frauen aus den verschiedenen Völkern, die mit Ausnahme von dem Kopf komplett in weißen, blutverschmierten Laken gehüllt waren. Der Blick schweifte dann zu den Wänden. Dort standen decken hohe Regale mit mehreren Etagen, auf denen sich weitere Fleischklumpen befanden, aber auch Gläser mit jeglichen kleineren Körperteilen...wie Augen und Finger.
Langsam wollte Sazael die Tür wieder schließen, da er den Geruch nicht länger ertragen wollte. Doch da hörte er eine der Ketten leise rascheln. Er horchte genauer hin...und wieder ein rascheln. Und wieder. Und wieder. Dann folgte eine kurze Pause. Wieder ein rascheln, diesmal lauter und stärker. Ein schmerzvolles Stöhnen konnte Sazael vernehmen, das immer lauter wurde. Nur um dann wieder zu verstummen.
"Wiedergänger.",hörte Sazael die Stimme Veranis'. Daraufhin ließ er die Tür wieder zufallen und blickte ihn mit einen neutralen Blick an.
"Sie sind keine Gefahr für uns.",sprach er dann und wandete sich von der Tür ab und ging an Veranis vorbei zu Kailis, der vor der Tür Wache hielt. "Du bleibst dennoch hier. Sollte doch etwas passieren..verbrenne alles.", befahl Sazael Kailis, der ihm zur Bestätigung zunickte. So trat Sazael aus den Raum raus, gefolgt von Veranis, und blickten sich in den Flur um. Veranis deutete auf die Tür schräg rechts von ihnen.

"Die anderen Räume sind leer.", war alles was er sprach.
Ein weiteres Mal sollte Sazael ausseufzen. Er spürte, wie sie sich ihrem Ziel näherten. Dem Spielzeugmacher, der Liebling der Kinder und aufrichtiger Bürger... so sieht ihn die Öffentlichkeit. Doch ist er nichts weiter als nur ein Kannibale, der gefallen daran findet, seine Opfer vor dem verspeisen zu foltern. Oder sie in Kämpfen gegeneinander antreten zu lassen, wie es scheint.
Langsam ging er auf die Tür zu, auf die Veranis gedeutet hatte und legte die Hand auf den Türgriff. Jenen drückte er langsam runter, als Veranis sich vor die Tür positionierte...und öffnete sie langsam.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Sazael« (25. Januar 2017, 09:16)


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Sonntag, 15. Januar 2017, 02:39

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Naryndis Seniith« (24. April 2017, 22:01)


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Montag, 24. April 2017, 19:13

Kaum war die Tür geöffnet, da stürmte Veranis schon an ihm vorbei und betrat so den Raum. Sazael zögerte keinen Augenblick und folgte seinem Bruder sogleich. Beide ließen aber erleichtert ihre Waffen senken als sie den Raum verlassen vorfanden. Es herrschte in dem Raum ein schwaches Licht, was daran liegen könnte, das hier keine Kerzen brannten und vier Bücherregale die so lang waren wie die Wände an den sie standen, mit Ausnahme von dem Regal an der Türseite, welches geteilt war um die Tür nicht zu versperren. Die Bücherregale waren komplett leer und das anscheinend schon länger. Die dicke Staubschicht war deutlich zu erkennen.
Veranis scheidete seine Klingen und knurrte genervt. Dies war der einzige Raum, den er noch nicht überprüft hatte und auch dieser war wie die anderen leer und ohne eine Spur von jeglichen Leben. Auch wenn er wusste, das es vergebens ist, blickte er sich prüfend in dem Raum um, und ging dann zu dem ihm nächsten Bücherregal. Er strich mit dem Finger über die verschiedenen Ebenen, ging dabei in die Hocke und gab an mehreren Stellen Druck auf das alte Holz. Auch klopfte er an die Rückseite, in der Hoffnung, einen Hohlraum zu finden. Aber es tat sich nichts. So wandte er sich von dem ersten Bücherregal ab und widmete sich dem nächsten zu. Auch hier fand er nichts ausschlaggebendes. Er linste währenddessen zu seinen jüngeren Bruder, welcher sich selbst auf die Suche nach Geheimnissen gemacht hatte. Jener würde nach einer kurzen Zeit des Suchen das Schweigen brechen.
"Wieso dieser Raum?",kam die Frage von ihm. Nicht zu Unrecht, wie sich Veranis eingestehen musste... immerhin hätte er niemals in so kurzer Zeit das gesammte Haus alleine nach Geheimräumen oder Gängen oder sonstigen Geheimnissen absuchen können, doch es störte ihn, das sein Bruder ihn hinterfragte. Er gab einen genervten Laut von sich, ehe er antwortete.
"Der Raum war bis eben noch verschlossen.",kam es lediglich von ihm und suchte weiter. Sazael murmelte etwas daraufhin und Veranis wusste genau, um was es ging. Doch er hatte keine Zeit ihn jetzt zurechtzuweisen, also entschied er sich, sich das für später aufzuheben, wenn sie mit ihren Auftrag fertig sind. Er schmunzelte. Das war eine der wenigen Vorfreuden, die er hatte, wenn sich sein Bruder als Führungsperson versuchen soll. So suchte er weiter, hin und wieder linste er zu Sazael.. dann fiel ihm aber auch die Tür auf. Hatte sein Bruder sie wieder geschlossen, als er ebenfalls in den Raum getreten ist? Er schüttelte kaum merklich mit dem Kopf. Ein weiterer Makel.




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Kailis hatte sich, nachdem seine Brüder den Raum verlassen haben, sich in die linke Ecke positioniert, damit er die Tür, die in die Küche führte gut im Blick haben konnte, sowie aber auch die Tür, die in die Speisekammer führte. Er hatte eine seiner Klingen neben sich an die Wand abgestellt, damit er eine Hand frei hatte, um Zauber wirken zu können. Wenn sich einer der lebenden Toten wirklich irgendwie von ihren Haken befreit, wollte er nicht seine Klinge stumpf hauen, in dem er versuchte sie so zu töten. Nein, stattdessen wollte er es gleich mit Magie versuchen und sie mit Flammen von sich fernhalten. Sein Blick wanderte bei dem Gedanken auch wieder zu der Speisekammer. Das Rascheln der Ketten ist leiser geworden, nicht ganz verstummt, aber leiser geworden. Anscheinend hat Sazael die Kreaturen bei ihrem "Schlaf" gestört, als er die Tür geöffnet hatte und etwas Licht in die Kammer scheinen ließ. Dann blickte er auf den Boden unter ihm und seufzte aus.
Tief in seinem innersten wünschte er sich, das seine Brüder gerade genauso viel Spaß hatten wie er. Sie scheinen in dem letzten Raum auch keine weiteren Hinweise zu ihrem Ziel gefunden zu haben, ansonsten hätten sie ihn doch bestimmt schon von seinem Wachdienst erlöst. Er überlegte sich, ob er nicht einfach in die Speisekammer treten und den lebenden Toten von ihren Leid erlösen sollte. Er wiegte den Kopf hin und her und entschied sich dann dafür. So stoß er sich von der Wand ab, ließ aber seine Klinge an der Wand stehen. Er ging zuerst zu der Tür, aus der seine Brüder die Küche verlassen haben und schloss die Tür vorsichtig, darauf achtend, keine Geräusche zu verursachen. Dann drehte er sich der Spisekammer zu und ging auf sie zu. Die rechte legte sich auf den drehbaren Türgriff und drehte ihn wie Sazael nach links. Aber die Tür bewegte sich kein Stück. Kailis versuchte es ein weiteres Mal und drehte den Knauf so weit nach links bis er den Anschlag bemerkte. Wieder zog er an dem Griff und wieder bewegte sich die Tür kein Stück. Stirnrunzelnd drehte Kailis den Knauf nun nach rechts bis zum Anschlag, aber wieder tat sich nichts. Ein weiteres Mal drehte er nach links, wieder bis zum Anschlag und zog mit beiden Händen an dem Griff. Aber die Tür bewegte sich kein Stück. Knurrend trat der Dunmer von der Tür weg und verschränkte die Arme vor dem Brustkorb. Wie hatte Sazael die Tür aufbekommen? War er schwächer als sein Bruder? Oder hat sein Bruder vorsichtshalber ein Zauber auf die Tür gewirkt, um sie am öffnen zu hindern? Konnte er das überhaupt? Er schüttelte mit dem Kopf. Unmöglich. Dazu war Sazael nicht in der Lage... also warum ging diese verdammte Tür nicht auf..?
In seinen Gedanken versunken überhörte er zunächst das leise rascheln der Ketten. So bemerkte er auch nicht, das sich mehrere Ketten auf einmal dem rascheln einstimmten. Erst, als das rascheln lauter wurde, schreckte er aus seinen Gedanken hoch und starrte zu der Tür. Er lauschte den Ketten, welche immer lauter und lauter wurden.. dank dem rascheln der Ketten gingen die Geräusche, die die untoten Körper machten, als sie auf den Boden fielen, unter und Kailis wurde sich der Situation erst gewahr, als das Rascheln stoppte und er das Stöhnen und Ächzen der sich bewegenden Untoten hinter der geschlossenen Tür hörte. Kailis zögerte keinen Moment. Er zog seine verbliebene Klinge und konzentrierte sich dann auf einen Flammenzauber. Auch wenn die Tür sich keinen Millimeter von der Stelle bewegte wollte er auf Nummer sicher gehen.
Doch dann wurde es wieder ruhig. Er hatte erwartet, das die Untoten an der Tür kratzten und das er ihren fauligen Geruch nun besser wahrnehmen könnte.. Dem war aber nicht so. Es herrschte wieder Stille. Die selbe Stille wie vor einigen Minuten schon. Doch er hielt den Zauber aufrecht und die Klinge gehoben. Den Blick starr auf die Tür gerichtet, traute er jetzt seinen Ohren nicht. Er hörte ein Flüstern. Doch er konnte die Worte nicht verstehen, die ihm zugeflüstert wurden. Er starrte gebannt auf die Tür. Das Flüstern drang langsam in seinen Körper ein. Das Flüstern wurde langsam lauter, aber noch immer verstand er nicht, was ihm da zugeflüstert wurde. Zögerlich machte er wieder einen Schritt auf die Tür zu. Vielleicht würde er so mehr verstehen. Aber dem war nicht so. Also machte er einen weiteren. Und noch einen. Und wieder einen, bei dem er jetzt auch die Klinge fallen ließ und den Zauber auflöste. Ein Schritt trennte ihm noch von der Tür, aber er konnte das Flüstern noch immer nicht verstehen. Also tat er auch den letzten Schritt, neigte den Kopf zur Seite und legte das Ohr an das Holz von der Tür. Jetzt war das Flüstern am lautesten und klang gar nicht mehr wie ein Flüstern. Es hatte mehr Ähnlichkeiten mit einem leisen Lachen, was immer lauter und lauter wurde. Sein Instinkt brüllte ihn regelrecht an, sich von der Tür zu entfernen, aber so sehr er es auch versuchte, sein Körper blieb wie gebannt mit dem Ohr an der Tür kleben. Jetzt vernahm er auch ein kräftiges Klopfen. Mehrere. Er spürte, wie das Holz von der Tür nachließ. Er spürte, wie die ersten Löcher in die Tür geschlagen wurden. Und er spürte die verwesten Hände, die sich in seine Haare vergriffen, an seinen Hals, seine Wange. Er spürte den festen Griff des Todes und alles, was er tun konnte, war wie gebannt da zu stehen und sich das über sich ergehen zu lassen.
Die Hände rissen an ihm, die Schmerzen waren deutlich zu spüren. Das Holz der Tür gab schließlich nach und Kailis fiel rückwärts auf den Boden. Und mit ihm eine scheinbar endlose Anzahl an Untoten, wo immer und immer mehr sich ihren Weg durch die Tür bahnten und sich auf ihr Opfer stürzten. Am gesammten Körper spürte er nun unerträgliche Schmerzen, als er am lebendigen Leibe verschlungen wurde. Und diese Schmerzen ermöglichten ihm, wieder Herr über den eigenen Körper zu werden. Er riss den Mund auf und gab einen vom Schmerz verstärkten Schrei von sich, der im nächsten Moment in ein Gurgeln überging, als einer der Untoten ihm in die Kehle biss und ein großes Stück Fleisch entriss. Sein Körper zuckte noch mehrmals auf, als würde er sich dem sterben verweigern wollen... Doch es war zwecklos. Tränen bahnten sich ihrem Weg aus seinen Augen über seine Wangen, dann sollte alles um ihn herum schwarz werden, als er seinen letzten Atemzug hauchen und so den restlichen Schmerz nicht mehr mitbekommen sollte.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Naryndis Seniith« (24. April 2017, 21:59)


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