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Freitag, 17. Januar 2014, 19:23

Viola Valerius' Volkskurier: Erstauflage - Ausgabe 13 (Die Eisenkrone)




Irgendwo in Tamriel in einem Gasthaus …

Die etwas heruntergekommene Frau schreitet mit suchendem Blick durch die zugigen Hafengassen Wegesruhs voran, bis sie schließlich fündig geworden zu sein scheint, als sie vor einem Tavernenschild innehält, eintritt und den Wind, leicht gegen die Tür gestemmt, auszusperren versucht. Im Inneren der Taverne klopft sie sich beiläufig den Staub der Straße von ihrer Kleidung und bewegt sich zügigen Schrittes auf den Wirt zu. Nach dem Wechseln mehrerer Sätze, gefolgt von ein paar Blicken über die Schulter zu einem der Tische gesellt sie sich an eben diesen Tisch zu zwei bereits dort sitzenden Menschen in schwarzer und brauner Reisekleidung. Bei näherer Betrachtung mag einer von ihnen, der Rothaarige, aufgrund seiner Narbe unter dem rechten Auge und der roten Iris etwas bedrohlich wirken, wohingegen der Blonde mit Dreitagebart eher wie ein Landstreicher daherkommt. Nichtsdestotrotz nähert sich Viola den beiden am Tisch mit einem neugierigen Funkeln in den Augen und der Andeutung eines freundlichen, offenen Lächelns auf den Lippen, und neigt ihr Haupt.

Seid gegrüßt, Fremde. Ganz schön windig habt Ihr es hier … also, zumindest draußen. Darf ich mich kurz vorstellen?

Ohne eine Antwort abzuwarten, fährt sie unvermittelt in ihrem Redeschwall fort.

Mein Name ist Viola Valerius, freie Schriftstellerin und angehende Herausgeberin von „Violas Volkskurier“. Wie ihr sicherlich wisst, steht es um meine Heimat Cyrodiil nicht zum Besten, wie auch um ganz Tamriel nicht. Ich konnte nicht viel meiner Habe hierher in die Fremde retten, kaum mehr als mein Leben. Doch schließlich muss es irgendwie weitergehen. Und so habe ich mich auch hier fern meiner Heimat dazu entschlossen, Nachrichten für das gemeine Volk zusammenzutragen. Dabei interessieren mich vor allem Personen, die die Geschicke unserer Welt in dieser unsicheren Zeit ein wenig und im Rahmen unser aller bescheidener Möglichkeiten zu lenken versuchen … natürlich zum Besseren.

Viola setzt ein zuversichtliches Lächeln auf, auch wenn es auf den zweiten Blick etwas gezwungen wirken mag.

Dabei hat mir der Wirt eine interessante Geschichte erzählt, als ich ihn nach solchen Personen in dieser Gegend fragte. Er meinte, Ihr würdet einer gewissen Eisenkrone angehören, hier wohl seit gestern auf ein Schiff warten und heute schon den ganzen Vormittag im Schankraum herumlu … Viola räuspert sich kurz … Euch hier aufhalten. Weiterhin meinte er, Ihr, also diese Eisenkrone, würde auch im regionalen Handel mitmischen und eine Festung in der Nähe … aufrüsten wollen. Ein ziemlich vielseitiges Betätigungsfeld. Dürfte ich Euch kurz ein paar Fragen stellen? Es dauert auch nicht lange. Ach, mit wem habe ich eigentlich die Ehre sprechen zu dürfen?

Sie lässt sich, scheinbar in der Gewissheit einer positiven Antwort, auf einem Stuhl am Tisch nieder.

Ich bin Nevas, und mein Gefährte hier ist Xanthos. Ich bin der Hauptmann der Eisenkrone, und Xanthos ist der Verantwortliche für die öffentliche Zur-Schau-Stellung der Gilde. Wir kommen aus der Festung Eisenkrone, in der Nähe.

Wir erwarten ein Schiff mit Waffen als Ladung, da die Aufrüstung unserer Soldaten ohne Handel mit anderen eher langsam voranschreitet.

Wie steht Ihr und die Euren zum Konflikt in meiner Heimat Cyrodiil? Nehmt Ihr in irgendeiner Weise Anteil daran und greift in die Auseinandersetzung mit ein? Ihr Bretonen seid immerhin vor allem für Euer Handelsgeschick bekannt.

Auf diese Frage gibt es nur eine Antwort: Natürlich. Man muss verstehen, dass wir keine Handelsgilde sind, sondern ein Bund aus freiwilligen Soldaten. Dass wir in den Konflikt eingreifen, ist selbstverständlich. Deshalb haben wir uns vor kurzem gegründet, damit die unkoordinierte Armee des Großkönigs nicht das einzige ist, worauf wir in diesem Krieg setzen können, und das zwischen uns, und den herannahenden Feinden steht. Bei Gelegenheit würden diese Zwangsrekruten doch die Flucht ergreifen.

Für unser Geschick im Handel sind wir Bretonen zwar bekannt, aber wir nutzen den Handel nur, um unsere Truppe besser auszurüsten, und dem Feind zumindest im Kriegsmaterial zu übertreffen. Jedoch sollte man uns nicht als verschlossenen Orden ansehen, sondern als Schild für die Bürger.

Viola hört den Worten der Bretonen aufmerksam zu und macht sich in krakeliger Schrift hin und wieder ein paar Notizen auf einem Stück Pergament. Dann richtet sie ihr Augenmerk mit forschem Blick erneut auf ihre Gesprächspartner. Das klingt um ehrlich zu sein höchst interessant. Sagt, wie viele tapfere Streiter gibt es nun in Euren Reihen? Das ist doch sicherlich kein Alleingang, den Ihr da anstrebt. Also … Alleingang zu zweit. Sie grinst verschmitzt.

Natürlich ist das kein Alleingang, doch wir sind noch nicht sehr lange aktiv. Wir befinden uns noch in der Aufbauphase. Dennoch sind seit unserem ersten öffentlichen Auftritt bereits einige Rekruten hinzugekommen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass sobald es richtig losgeht mit dem Krieg, viele weitere zu uns stoßen werden. Wir haben noch nicht alle wichtigen Posten in der Gilde besetzt, sodass unser Apparat noch nicht vollkommen funktionstüchtig ist. Unsere Vorbereitungen laufen jedoch und unsere Truppenkapazität steigert sich, und das ist was zählt, um unseren Feinden überlegen zu sein. Zudem ist unser Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung noch gering, doch das wird sich bald ändern.
"Möge Euer Schwert scharf und Eure Zunge schärfer sein." Skyrim

"Sonne und Mond verändern die Welt, aber was verändert das Denken?" Morrowind

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Freitag, 17. Januar 2014, 19:26

Auf welche Weise versucht Ihr, Eurer Allianz oder auch der einfachen Bevölkerung zu helfen? Nicht nur in Cyrodiil sind … unruhige Zeiten angebrochen, sondern eigentlich in ganz Tamriel. Zieht Ihr ab und an in kleineren oder größeren Gruppen umher, um für Ordnung zu sorgen oder Eure Unterstützung anzubieten? Tut Ihr es unentgeltlich oder für Lohn und Brot? Oder bietet Ihr Eurerseits Waren für das gemeine Volk oder ein Heer feil?

Sie schnappt nach der Reihe an Fragen nach Luft und verbleibt danach in Erwartung von Antworten stumm.

Unsere Wach-Patrouillen und berittenen Kundschafter sind stets unterwegs und halten die Gegend so gut wie möglich frei von Feinden. Sobald unser Heer vollends aufgebaut ist, wird auch dieses eingreifen, um unser Land zu verteidigen, und unseren Anspruch auf Cyrodiil geltend zu machen. Wir unterstützen auch Dörfer und Städte, sollten diese angegriffen werden, von egal was. Unsere Unterstützung wird aber hauptsächlich dem neuen Kaiser, den das Dolchsturz-Bündnis einsetzen wird, zuteil. Für ihn werden wir auch in Cyrodiil den Thron erobern. Wir bieten keine Waren für das Volk oder das Heer an. Unsere Kampfkraft wird vor allem zum Krieg im Kaiserland eingesetzt werden, darum wird nicht viel Zeit bleiben, den Einheimischen hier Hilfe zukommen zu lassen, denn wenn der Feind dort obsiegt, ist Tamriel verloren.

Nur ein flüchtiges Schmunzeln huscht über Violas Gesicht als sie sich weitere Notizen macht.

Welcher Abstammung gehören Eure Gefährten an? Ich meine ... Ihr seid beide Bretonen, und ... Hüstelnd blickt Viola anschließend auf und sieht Xanthos kurz in die Augen, weicht mit ihrem Blick dann rasch zu Nevas aus, dem sie beinahe starr in die Augen schaut, während ihre Stimme gänzlich verstummt.

Jeder, der sich unserer Sache anschließt, ist Teil davon, und wird gleich behandelt. Demnach ist es uns egal, wer wo herkommt, oder was er getan hat.

Gestattet Ihr mir Euch einen Umtrunk zu spendieren? Mit einem freundlichen Lächeln sieht sich die Frau nach dem Wirt des Gasthauses um und deutet ihm an, sich ihrem Tisch zu nähern. Ich denke die eher privaten Fragen rutschen Euch so vielleicht leichter von den Lippen. Violas grau-blaue Augen funkeln abermals neugierig auf. Wohin soll Eure Reise gehen? Ich nehme an, Ihr seid hier nur um ein wenig zu rasten. Verfolgt Ihr geschäftliche Ziele?

Ich denke wir gestatten es. Sobald der Wirt an den Tisch kommt, bestellen sie. Beide nehmen einen Brandy.

Unsere Reise geht nur von der Festung Eisenkrone hierher, und wieder zurück. Wie gesagt, wir sind nur hier, um eine Lieferung Waffen abzuholen, gleich wollten wir runter zum Hafen gehen und sehen, ob das Schiff bereits eingelaufen ist.

Wie ist Euer Verhältnis zu den anderen Allianzen, die sich formiert haben? Ich meine, seht Ihr eine von Ihnen als gefährlicher an als die andere? Oder habt Ihr zu einer möglicherweise sogar ein gespaltenes Verhältnis, weil Euch irgendwelche Bande mit dieser verbinden?

Wenn ihr die Einzelheiten zu unseren gefährlichsten Feinden, den Mer ... Ehrlich gesagt, wir sehen keine Zukunft im Ebenherz-Pakt. Er wird bald zerbrechen. Das Aldmeri-Dominion ist da gefährlicher. Die Altmer haben die anderen Rassen dort fest im Griff und lassen sie so schnell nicht wieder los. Sie leiten sie in den Krieg, nur um ihre alte Schreckensherrschaft zu erneuern.

Verschwörerisch nach links und rechts blickend fährt Viola in gedämpfterem Tonfall fort.

Kommen wir nun zu einer etwas heikleren Frage. Wie steht Ihr zu den Zielen und der Vorgehensweise Eurer eigenen Allianz in der Auseinandersetzung mit den anderen Allianzen und ... dunkleren Mächten? Ihr müsst auf diese Frage selbstverständlich nur soweit antworten, wie Ihr es für richtig haltet.

Ich bin dem Dolchsturz-Bündnis nicht schlecht gesinnt, aber es werden die falschen Maßnahmen ergriffen. Die undisziplinierte und schlecht geführte Armee wird fehlgeleitet. Anstatt von Generälen sitzen Adelige an der Spitze des Heeres. Das ist falsch! Sie sollten geeignetere Personen finden, die die Armee anführen, die aufgrund ihrer Leistung dort stehen.

Viola fährt sich während sie die Antwort ihres Gegenübers erwartet verlegen durch ihre blonden leicht fettigen Strähnen. Kommen wir nun zu einer eher persönlichen Frage. Sie setzt ein freundliches Lächeln auf. Eingangs sprach ich davon, dass wir alle versuchen die Welt im Rahmen unserer Möglichkeiten in eine bessere Richtung zu lenken. Wie stellt Ihr Euch das im konkreten für Euch selbst und Eure Gemeinschaft vor? Gibt es eine Art Vorgabe oder Rahmen?

Ich bin mir sicher, dass die Welt nur unter der Herrschaft des Dolchsturz-Bündnisses wieder auf den richtigen Weg gebracht werden kann. Darum ist unser Versuch, die Welt zum besseren zu leiten, zu verhindern, dass andere an die Macht kommen. Unter dem Ebenherz-Pakt würde die Welt zerbrechen, und unter dem Aldmeri-Dominion würde ein neues Zeitalter der Sklaverei ausbrechen. Deshalb können wir nur die Richtigen auf den Thron setzen, damit die Welt wieder gerecht wird.

Zum Schluss vervollständigt mir bitte den folgenden Satz: „Wenn mein Volk den nächsten Kaiser stellen würde, dann ...“

... wäre es die richtige Entscheidung der Götter gewesen, und die Eisenkrone würde ihn sicherlich dorthin bringen.

Mit einem dankbaren Lächeln sammelt Viola ihre Schriftwerke zusammen, ordnet sie und erhebt sich schließlich von ihrem Stuhl.

Dann habt Dank für das Gespräch und die erhellenden Einblicke in Euer Tun, Xanthos und Nevas … und das Eurer Gefährten natürlich auch. Ich werde mich schleunigst daran machen, einen Artikel über Euch in meiner Erstausgabe von „Violas Volkskurier“ zu verfassen. Ihr erhaltet selbstverständlich ein Exemplar kostenlos.

Viola wechselt mit dem Wirt noch ein paar Worte und nickt den beiden beim Verlassen des Gasthauses noch ein letztes Mal grüßend zu.
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