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Donnerstag, 7. Juni 2018, 22:25

Kurzbeschreibung

Ein Essay wider die von der Shad Astula übernommenen Schulen der Magie.

Artikel

Im Irrgarten der Wirklichkeit
Wider die Schulen der Magie

von Hlaalu Ilaris Sadri


Wie aus einem bekannten Einführungsbuch für Veränderungsmagie hinlänglich bekannt sein dürfte, ist Realität ein Trugbild. "Es gibt sie nicht. Unsere Realität ist eine Wahrnehmung höherer Mächte, die uns zu deren Vergnügen auferlegt wird." (I) Eine wichtige Lektion für jeden Magier, nicht nur den angehenden Veränderungsmagier. Was der Band jedoch verschweigt, was lediglich zwischen seinen Zeilen leise raunend lauert: Auch die Schulen der Magie sind solche Trugbilder.


[hl][size=14]Was sind die Schulen der Magie?[/size][/hl]
Die Schulen der Magie sind ein von der Akademie Shad Astula in Morrowind konzipiertes System zur Klassifikation gängiger Zauber. Muthsera Kena Gabrielle Benele, welche die Gilde darauf hingewiesen hat, beschreibt es in ihrem Empfehlungsschreiben als eine effektive Methode, Novizen innerhalb kurzer Zeit ein strukturelles Verständnis für Magie zu vermitteln und es ihnen so zu ermöglichen, schnell die gängigsten Zaubersprüche zu erlernen. (II) Die Kollegin weist jedoch ebenfalls darauf hin, dass derartige Klassifikationen lediglich für Novizen von Nutzen sind, da erfahrene Magier deren wahllosen Charakter schnell erkennen würden.


[hl][size=14]Worin bestehen die Gefahren der Schulen der Magie?[/size][/hl]
Stimme ich Kena Benele auch dahingehend zu, dass Struktur und Abstraktion einem Novizen ebenso helfen können seinen Weg zu finden, wie es Karten einem einsamen Wanderer erleichtern, unbekanntes Terrain zu durchschreiten, fürchte ich, dass Kena Benele in ihrer zweiten Annahme irrt. Dürfte kaum jemand eine Landkarte mit dem Gebiet verwechseln, welches sie repräsentiert, erliegen durchaus auch erfahrene Magier dem Irrtum, in den Schulen der Magie mehr als bloße Gedankenkonstrukte erkennen zu wollen. So erklären beispielsweise Muthsera Dalathar und Muthsera Herthos Indoril in ihrem Zerstörungskompendium (III), dass Zerstörungszauber "zerstörerisch und destruktiv" sein, da durch sie mindestens "der natürliche Zustand der Luft zerstört" wird. (ibidem, Vorwort) Derartige Herleitungen sind selbstredend schlichtweg Guardung. Zerstörungszauber sind deswegen "zerstörerisch und destruktiv", da unter dieser Rubrik in der Regel elementare Zauber zusammengefasst werden, welche “das Zerteilen materieller Verbindungen durch direkte Anwendung von Kraft” (II) umfassen oder welche “Magie, die Essenz oder persönliche Eigenschaften entzieh[t]en.” (ibidem; α)

Neben solchen ehrlichen Missverständnis, besteht eine weitere Gefahrenquelle der Schulen der Magie darin, dass ihre klassifizierende Einteilung Magier mit ausgeprägtem Geltungsdrang dazu verführen kann, sich einzig deswegen um Zertifikate in allen Schulen zu bemühen, um ihre akademische Krone mit der größtmöglichen Anzahl intellektueller Juwelen zieren zu können. Jüngst trat beispielsweise ein Kollege in dem Bestreben an mich heran, durch mich einen “Meistertitel” in der Verzauberkunst zu erlangen, wobei er sich — man muss es ihm zugutehalten — nicht einmal die Mühe machte, Interesse an oder ernsthafte Lernbereitschaft für diese Kunst zu heucheln. Mag man den Eifer oder Ehrgeiz solcher Magier auch loben, welche entweder versuchen die Schulen der Magie bis ins kleinste Detail zu ergründen oder sie in ihrer Gänze zu meistern, deuten ihre Bemühungen doch an, dass es die Schulen der Magie einigen Kollegen nur allzu leicht machen, zu dem zu mutieren, was die Altmer als adma’na bezeichnen, als einen “Schlechten Zuhörer”. Zeigen solche Reaktionen doch, dass die Betroffenen entweder den konstruierten, rein pädagogischen Charakter der Schulen der Magie nicht verstanden haben oder dass sie die Schulen lediglich dafür ausnutzen wollen, durch eine lange Kette von Titel besondere Expertise vorzutäuschen.

Von den Auswüchsen solcher adma’nais abgesehen, sind die Schulen der Magie auf die Bedürfnisse der Shad Astula zugeschnitten, welche sich der Aufgabe verschrieben hat, ihre Studenten auf militärische und zivile Führungspositionen im Ebenherzpakt vorzubereiten. Zauber, die man dort auf Grund ihres tabuisierten oder obskuren Charakters nicht unterrichtet, werden entsprechend von den Schulen der Magie ebenso vernachlässigt wie alle paramagischen Praktiken — Alchemie und Verzauberkunst ausgenommen. Wer auch nur eine vernachlässigbare Zeitspanne auf einer der Sommersendinseln verbracht hat, wird sich schnell den nahezu pathologischen Aberglauben ins Gedächtnis zurückrufen können, mit welchem Altmer fast alle Aspektes ihres Alltages (IV), vor allem aber die wichtigsten Tage ihrer weltlichen Existenz regeln. (ß) Während ich natürlich keinesfalls exzessiven Aberglauben propagieren möchte, hat sympathische Magie gerade in der Vorbereitung auf komplexe Zauber und Rituale ihre Berechtigung. Als Einführung in diese bedauerlicherweise oft vernachlässigte Thematik empfehle ich den am fünften Tag der Erstsaat Anno Akatosh 584 von Muthsera Kena Naegrys Elmlock gehaltenen und Muthsera Kena Telvanni Surien Drenim gewidmeten Vortrag “Optimierte Ernährung und Lebensführung für angewandte Ritualmagie”(V).


[hl][size=14]Modifikationsvorschläge[/size][/hl]
Während einige Schulen der Magie auch für die Ausbildung von Novizen der Magiergilde nützlich erscheinen, sollte die Gilde von anderen lieber Abstand nehmen oder sie zumindest umbenennen. Gleichzeitig würde es sich in diesem Zusammenhang anbieten, das Curriculum um einige Themenbereiche zu ergänzen, welche von den Schulen der Shad Astula nicht erfasst werden, für die Magiergilde aber sinnvoll wären, um ihrem Anspruch gerecht zu werden, die Mittel und Fähigkeiten ihrer Mitglieder zum "Zweck der Forschung und des Gemeinwohls zu vereinen." (VI; ɣ) So würde ich beispielsweise dazu raten, die Kategorien Illusion, Beschwörung, Veränderung, Wiederherstellung und Mystik beizubehalten, die Kategorie Zerstörung aber in Elementar umzubenennen und die Kategorie Thaumaturgie fallenzulassen. Illusion, Beschwörung, Veränderung, Wiederherstellung und Mystik erscheinen mir für die Ausbildung unserer Gildennovizen nützlich, da sich an ihnen unterschiedliche Zielrichtungen des Zauberwirkens veranschaulichen lassen — womit ich Beeinflussung der Wahrnehmung (Illusion), transliminale Wechsel (Beschwörung), Veränderung der wahrnehmbaren Welt (Veränderung), Animation körpereigener Funktionen (Wiederherstellung) und schließlich die Modifikation des Magickaflusses selbst (Mystik) meine. Die Kategorie Zerstörung hingegen beschreibt lediglich einen möglichen Effekt, der durch Manipulation elementarer Kräfte erzeugt werden kann, weswegen diese Kategorie einige Magier zu verwirren scheint (vide supra). Thaumaturgie schließlich, scheint selbst für die Shad Astula lediglich eine Art cella scrutorum zu sein in welchen sie Zauber abschiebt, welche sie an keiner anderen Stelle einzuordnen wusste — damit ist diese Kategorie schlicht überflüssig. Fürderhin würde ich dazu raten, die paramagische Künste (Alchemie und Verzauberkunst) um Ritualistik zu ergänzen und unseren Novizen außerdem einen Überblick über die obskureren magischen und paramagischen Theorien und Praktiken zu vermitteln.


[hl][size=14]Appendix I - Anmerkungen[/size][/hl]
  • (α) Davon abgesehen, sollte es dem erfahrenen Magier durchaus möglich sein, elementare Angriffszauber zu wirken, welche ihre unmittelbare Umgebung gänzlich unbehelligt lassen und ihre Wirkung lediglich auf das Ziel des Angriffs ausbreiten.

  • (ß) Beispielsweise werden für die Eheschließungen sowohl bei der Partnerwahl wie auch beim Festlegen des Hochzeitstages Experten hinzugezogen, welche die Stammbäume und Horoskope der Heiratswilligen vergleichen, Vorbereitungen die oft Jahre in Anspruch nehmen können und welchen höhere Bedeutung beigemessen wird als dem gesunden Sachverstand.

  • (ɣ) In diesem Zusammenhang wäre es vermutlich auch sinnvoll, die Systematik neu zu benennen, um etwaige Verwirrungen mit der Klassifikation der Shad Astula zu verhindern.



[hl][size=14]Appendix II - Literatur[/size][/hl]
  • (I) Anonymos: Reality & Other Falsehoods; http://en.uesp.net/wiki/Lore:Reality_&_Other_Falsehoods .
    Anonymos: Realität und andere Irrtümer; https://www.elderscrollsportal.de/almanach/Skyrim:Die_Realität_und_andere_Irrtümer .

  • (II) Benele, Gabrielle: Proposal: Schools of Magic; http://en.uesp.net/wiki/Lore:Proposal:_Schools_of_Magic .
    Benele, Gabrielle: Vorschlag: Schulen der Magie;
    https://www.elderscrollsportal.de/almanach/Online:Vorschlag:_Schulen_der_Magie .

  • (III) Dalathar; Indoril, Herthos: Ein Zerstörungskompendium http://www.eso-rollenspiel.de/index.php?page=Thread&postID=57819#post57819 .

  • (IV) Anonymos: Thoughts on the Sacred Numbers; http://en.uesp.net/wiki/Online:Thoughts_on_the_Sacred_Numbers .

  • (V) Elmlock, Naegrys (in Zusammenfassung von Varinka): Optimierte Ernährung und Lebensführung für angewandte Ritualmagie; http://www.eso-rollenspiel.de/index.php?page=LexiconItem&id=626 .

  • (VI) Salathar: Origin of the Mages Guild; http://en.uesp.net/wiki/Lore:Origin_of_the_Mages_Guild .
    Salathar: Ursprung der Magiergilde; https://www.elderscrollsportal.de/almanach/Online:Ursprung_der_Magiergilde .

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